Marketing Buch: Eine Übersicht

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

auf meinem Twitteraccount hatte ich mal gefragt, worauf Leser*innen achten, wenn sie ein neues Buch kaufen. Und dankbarerweise haben 311 tolle Leute an der Umfrage teilgenommen. Zusätzlich gab es noch viele wichtige Hinweise in dem Thread dazu. Denn ganz unter uns, als ich die Umfrage erstellt habe, hab ich an den Titel gar nicht gedacht.

Die Ergebnisse dieser Umfrage, sind die Themen für diesen Monat.

Kurze Vorgedanken

Nehmen wir an, Du bist in einer Buchhandlung, der besonderen Art. Dort findest Du ausnahmslos jedes Buch, das Du kaufen kannst. Es wird kein Unterschied gemacht, ob das Buch von einem Verlag oder Indi-Verlag stammt oder im Selfpublishing veröffentlicht wurde. Nun möchtest Du ein Buch kaufen. Nach welchen Kriterien könntest Du gehen? Die eingefügte Umfrage ist natürlich nicht repräsentativ. Immerhin haben „nur“ 311 Leute mitgemacht. Trotzdem ist das Ergebnis doch sehr eindeutig.

Im heutigen Beitrag möchte ich erst einmal eine kleine Übersicht über die Themen liefern. In den kommenden vier Wochen möchte ich Dir dann Tipps und Vorschläge machen, wie Du genau mit dem Thema umgehen kannst. Was Du dann davon umsetzen möchtest, liegt dann an Dir.

Das Cover

Von den Befragten haben 56 Prozent angegeben, dass ihnen das Cover bei der Auswahl sehr wichtig ist. Und damit hat dieser Punkt auch in der Umfrage gewonnen. Zurecht, wie ich selbst erst vor kurzem wieder feststellen durfte.

In letzter Zeit hab ich Romane zu diversen Themen gesucht. Auf Goodreads kannst Du zu diversen Themen Listen anlegen, die mir bei meiner Suche sehr geholfen haben. Das Problem bei solchen Listen ist natürlich, dass man irgendwann nicht mehr die Titel liest, sondern sich von den Covern leiten lässt. Zumindest ist es bei mir so.

Und da müssen die Covers auch im kleinen überzeugen. Zwar haben in der Umfrage einige gesagt, dass sie auch Geschichten mit einem schlechten Cover kaufen würden. Nur haben sie es schwerer. Warum? Weil diese über Umwege überzeugen müssen. Entweder durch Rezensionen. Oder durch Empfehlungen. Wenn aber nicht die richtigen Personen die Geschichte gelesen haben, weil das Cover abgeschreckt hat, dann wird es immer schwerer mit dem Verkauf eines Buches.

Daher hier einige erste Tipps für die Wahl oder die Erstellung eines Covers:

Natürlich sollte dieser zum Genre und zur Geschichte passen. Wenn Du einen Krimi schreibst, dann könnte ein Liebespaar auf dem Cover irritieren. Selbst wenn es in der Geschichte um ein Liebespaar geht, könnte das eher abschreckend sein. Du errichtest damit eine Hürde beim Kauf, die nicht sein muss.

Ideal ist es, wenn das Cover so aussieht, als hätte es jemand vom Fach gestaltet. Du kannst selbst gerne das Cover gestalten und nicht kaufen. Dagegen spricht nichts. Es sollte halt professionell aussehen. Immer wenn ich ein Cover sehe, dass so aussieht, als hätte jemand ein Bild genommen und den Titel draufgepackt, frage ich mich, warum sollte ich mir das Buch kaufen? Als Autorin sage ich nicht, dass sich die Autor*innen keine Mühe mit ihrer Geschichte geben, wenn sie sich keine Mühe mit dem Cover machen. Da gibt es sicherlich viele Gründe, warum dieser Weg gegangen wird. Das Problem ist nur, dass es viele andere nicht so sehen.

Daher kann ich Dir nur ans Herz legen, dass Dein Cover gut aussieht. Und das in jeglicher Hinsicht. Es darf gerne eine Augenweide sein, wenn man es im groß sieht. Aber auch, wenn man es nur so groß wie ein Daumennagel ist. Damit möchte ich sagen, dass man nicht sofort das große Cover sieht. In der oben erwähnten Liste bei Goodreads sieht man nur die Vorschau. Und auch hier muss das Cover überzeugen. Denn häufig sehen Deine Leser*innen nur dieses kleine Vorschaubild. Und wenn es nicht individuell aussieht, werden sich nicht alle das Buch näher anschauen.

Der Klappentext

33 Prozent der Teilnehmenden haben ausgesagt, dass ihnen ein guter Klappentext wichtig ist. In dem Thread wirst Du aber dann Aussagen lesen, wie, dass zuerst das Cover überzeugen muss und dann schauen sie sich den Klappentext an. Und das kann ich bestätigen. Wobei hier auch sehr viel Gefahrenpotenzial steckt.

In den letzten Tagen habe ich mir ein paar Bücher gegönnt. Und zuerst hab ich mich von interessante Covern leiten lassen. Doch dann wollte ich natürlich etwas über den Inhalt lesen. Worum geht es? Könnte es eine interessante Geschichte sein? Und entsprechen diese Geschichten auch mein Geschmack?

Sehr häufig ist der Klappentext die letzte Hürde vor dem Kauf. Es gibt tatsächlich Menschen (zu denen ich übrigens auch gehöre), die keinen Blick ins Buch riskieren. Entweder das Cover und den Klappentext überzeugen oder eben nicht. Und wenn nicht, dann wird das Buch eben nicht gekauft. Wenn Du als Autor*in hier also nicht überzeugen kannst, dann wird es enger.

Bedauerlicherweise entsprechen einige Klappentexte nicht unbedingt der Geschichte. Denn diese waren um einiges spannender als die Geschichte selbst. Tatsächlich hab ich zwei Geschichten gekauft, in dem mir ein toller Roman versprochen wurde. Das Ende vom Lied war, dass die Idee, die erwähnt wurde, in ein paar Sätze abgehandelt wurde und dann war es das. Das hat dann auch zu einem enttäuschten Gesicht bei mir gesorgt (und kann schlimmstenfalls zu einer schlechten Bewertung führen, mein Hinweis, immer eine gute Geschichte schreiben).

Zudem soll der Klappentext so spannend sein, dass die Leute sich regelrecht die Finger danach lecken, die Geschichte kaufen zu dürfen und dann sofort zu lesen. Dein Roman soll idealerweise sofort geöffnet und gelesen werden und nicht auf irgendwelchen Subs landen. Zwar hast Du ein Buch verkauft. Aber im Idealfall möchtest Du doch bestimmt noch weitere Bücher verkaufen. Und das sicherlich an die Personen, die schon Bücher von Dir haben. Damit sie Dich empfehlen und dann weitere Personen zu Dir kommen.

Daher ist es wichtig, hier ein Auge drauf zu werfen. Der Klappentext ist wie eine Bewerbung. Du bewirbst Dich um Deine Leser*innen. Vielleicht ist das auch eine der Gründe, warum viele es nicht mögen, diesen zu schreiben.

Die Leseprobe

Häufig kommen viele nicht zu einer Leseprobe, weil ihnen ein gutes Cover und ein spannender Klappentext ausreichen. Aber eben nicht alle. Immerhin haben 8 Prozent der Befragten angegeben, dass die Leseprobe kaufentscheidend sei. Aber immerhin sind es noch 8 Prozent.

Leseproben bedeutet, dass Du einen kleinen Auszug frei zur Verfügung stellst. Die Länge der Leseprobe würde ich immer von der Lände der Geschichte abhängig machen. Wenn also Dein Roman 1.000 Seiten hat, kannst Du durchaus ein oder zwei Kapitel mindestens zur Verfügung stellen. Wenn Deine Geschichte jedoch nur fünfzig Seiten hat, dann würde ich vorschlagen, dass Du ein oder zwei Seiten maximal als Leseprobe anbietest.

Wenn Du über die bekannten Onlineshops Deine Geschichte anbietest, kannst Du dort einen Blick ins Buch anbieten. Damit können Deine zukünftigen Leser*innen die ersten Seiten lesen, ohne dass Du Dir Gedanken machen musst, wie Du es ihnen anbieten sollst. Besonders kann ich Dir den Blick ins Buch empfehlen, wenn Du ein Sachbuch geschrieben hast. Hier ist besonders das Inhaltsverzeichnis wichtig.

Bei Sachbüchern suchen Deine Leser*innen eine Lösung für ihr Problem. Und wenn sie sehen, dass ihr Problem in Deinem Sachbuch behandelt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Dein Buch kaufen. Häufig möchten die Leute aber auch einfach nur sehen, worum es bei Deinem Sachbuch geht. Gefällt ihnen Dein Schreibstil? Wie sind die Seiten aufgebaut? Spricht es sie an? Bei Sachbüchern werden ganz andere Maßstäbe angesetzt, als an einem Roman.

Hast Du ein Roman geschrieben, kannst Du schon mit dem Klappentext spätestens überzeugen. Trotzdem würde ich nie auf eine Leseprobe verzichten. Eben für die acht Prozent.

Jedoch würde ich nicht nur auf die bekannten Onlinehändler setzen. Tatsächlich kommen auch Leser*innen über Deine Internetseite zu Deinem Buch. Gerade heute hab ich die Internetseite einer Autorin aufgesucht. Und dort entdeckte ich, dass sie ein Buch geschrieben hat, welches in mein Beuteschema sehr gut passt. Nun kann ich mir die Leseprobe durchlesen und entscheiden, ob ich das Buch kaufen möchte. Erst recht, wenn es nicht ganz in mein Beuteschema passt.

Daher kann ich Dir nur ans Herz legen, dass Du eine Leseprobe auf Deiner Internetseite zu jedem Buch veröffentlichst. Die Länge richtet sich, wie oben erwähnt, nach der Länge des Buches.

Der Titel

Den letzten Punkt hatte ich sicherheitshalber aufgeführt, damit die Leute mir noch schreiben können, worauf sie noch achten. Dass dann der Titel kommt, daran hab ich nicht gedacht. Darauf hatten sich dann alle, die mir geschrieben haben, am ehesten konzentriert. Einen weiteren Punkt gibt es an der Verpackung Buch scheinbar nicht, worauf die Leser*innen achten. Auch wenn 3 Prozent hier wenig ist, so finde ich, dass der Titel durchaus wichtig ist.

Titel können viel erreichen und gleichzeitig auch einiges kaputt machen. Wenn Du einen Titel wählst, der austauschbar ist, dann kann es passieren, dass Dein Buch damit untergeht. Im Bereich der historischen Romane gibt es Titel wie „Die Apothekerin“, „Die Wanderhure“, „Die Seherin“ und so weiter. Irgendwann sieht man hier den Wald vor läuter Bäumen nicht mehr. Schlimmstenfalls steht Dein*e Leser*in vor dem Bücherregal und denkt sich, dass sie schon das Buch gelesen hat, weil es einen ähnlichen Titel hat. Zu Hause stellt sie dann fest, dass es nicht so war. Wenn Du Glück hast, wird das Buch noch gekauft. Wenn nicht, dann wird es vergessen und damit hat es sich.

Kannst Du aber mit Deinem Buchtitel überzeugen, dann landet Dein Buch eher im Warenkorb und wird gekauft. Denn gute Titel sollen natürlich Neugier erzeugen und die Leute anlocken. Gerade dann, wenn man nur den Titel liest und keine Möglichkeit hat, sich das Cover anzusehen. Das trifft besonders auf Buchrezensionen im Internet zu. Der Buchtitel wird fast immer als Beitragstitel genommen und dann kannst Du damit überzeugen. Die Leser*in ruft den Beitrag auf und liest dann meistens die Rezension durch. Wenn die dann noch positiv ausfällt, könntest Du ein Buch verkauft haben.

Abschlussgedanken

Zusammengefasst kann man sagen, idealerweise stimmt das Gesamtpaket. Um mit dem Buch zu punkten solltest Du also ein gutes Cover haben mit einem starken Titel. Dann hat es einen interessanten Klappentext und die Leseprobe ist richtig gewählt. Denn auf Deiner Internetseite musst Du nicht die ersten Seiten wählen, sondern kannst auch eine faszinierende Probe aus der Mitte der Geschichte wählen.

Hier noch ein ganz wichtiger Hinweis: Natürlich ist die Verpackung sehr wichtig. Aber wenn der Inhalt nicht stimmt, dann kommen enttäuschte Rezensionen. Daher ist es natürlich wichtig, dass auch die Geschichte stimmt.

In den kommenden Wochen schauen wir uns aber die Verpackung an. Bis dahin wünsche ich Dir alles Liebe.

Deine frau schreibseele

 

frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

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