Marketing Buch: Das Cover

Hei, hallo und herzlich willkommen,

bei meiner Umfrage gaben 56 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie als erstes auf das Cover achten. Mit anderen Worten, mehr als die Hälfte orientieren sich visuell beim Kauf eines Buches. Wenn ich bei der Umfrage hätte abstimmen können, mein Klick wäre auch beim Cover gelandet. Daher fangen wir die Buchmarketingreihe auch mit dem Cover an.

Zuerst möchte ich kurz mit einigen Vorgedanken zum Thema Cover anfangen. Danach geht es weiter, welche unterschiedlichen Typen es gibt, samt ihrer Vor- und Nachteile. Dann gibt es ein paar Hinweise, was Du beim Coverkauf beachten und wie Du es am besten gestalten lassen kannst.

Vorgedanken

Irgendwann ist es (hoffentlich) soweit. Du hast Deine Geschichte beendet und möchtest es veröffentlichen. Es gehören durchaus noch einige Punkte vor der Veröffentlichung dazu, die noch zu beachten gilt. Die Wahl, ob Du ein Lektorat oder ein Korrektorat möchtest, bei welchen Distributoren Du veröffentlichen möchtest oder auch zu welchem Preis.

Früher oder später kommt dann das Thema Cover auf Deinen Schirm. Und dann heißt es die Qual der Wahl zu haben, was man letztendlich auf dem Buchdeckel packt, um das eigene Baby zu präsentieren.

Wenn ich aber von einem sehr persönlichen Gefühl sprechen darf, dann ist es der, dass in Deutschland sich die Autorinnen und Autoren eher wenig Gedanken um die Hülle gemacht wird. Also um das Cover. Da wird wochenlang, monatelang, manchmal sogar über Jahre hinweg an einer Geschichte geschrieben. Häufig auch Geld dafür ausgegeben (zum Beispiel für Schreibkurse, Programme und was weiß ich) und vor allem viel Zeit investiert. Und dann wird beim Cover gesparrt.

Einige von diesen Autorinnen und Autoren erstellen ihre eigenen Covers. Und für die lohnt es sich. Denn sie können das sehr gut. Sie brauchen keinen professionellen Coverdesigns, weil sie es selbst schaffen. Andere hingegen nehmen ein Bild, am besten aus einer Datenbank, wo sie sich nicht sicher sein können, ob die Quelle wirklich legal ist, klatschen den Namen rauf und fertig.

Und das sieht man diese Covers durchaus an. Oder man gönnt sich durchaus etwas und bezahlt für das Grundlagenbild (zum Beispiel von einer der verschiedenen Bilddatenbanken) und verschandelt es dann mit der eigenen Überarbeitung. Irgendwann schaut man sich dann die Verkaufszahlen an und wundert sich, warum das Buch ein Ladenhüter ist. Natürlich gibt es auch die Profis unter den Autor*innen, die wissen, was sie tun. Aber das sind eher wenige unter uns, die das wirklich können.

Kleiner Hinweis

Bei diesem Beitrag müssen wir jedoch eine Einschränkung machen. Nicht alle Autor*innen können sich ihr Cover selbst aussuchen. Willst Du bei einem großen Verlag unterkommen, musst Du erst einmal damit leben, was für ein Cover Dir präsentiert wird. Natürlich hast Du gewisse Mitsprachemöglichkeiten. Aber in erster Linie entscheidet der Verlag. Und sie meinen, zumindest zu wissen, was sich gut verkauft. Ob das letztendlich stimmt, ist etwas anderes.

Bei kleinen Verlagen oder auch Indie-Verlagen kann das anders aussehen. Hier kommt es auf die Verlagsleitung an. Hier hab ich häufiger gelesen, dass die Autor*innen sehr viel Mitspracherecht haben. Gegebenenfalls darfst Du Dich auch selbst komplett um das Cover kümmern. Da musst Du natürlich mit Deinem Verlag sprechen.

Wenn Du Dich für den Weg des Selfpublishing entscheidest, darfst Du alles machen, was Du willst. Du kannst das Cover selbst basteln oder auch eines kaufen. Du entscheidest, wie es aussieht und wer es für Dich designen darf. Beim Selfpublishing hast Du die größte Freiheit, was dieses Thema betrifft.

Meine persönliche Ansicht zu diesem Thema

Wenn ich in Onlinebuchladen oder auch in realen Buchläden nach Büchern Ausschau halte, gehe ich dabei unterschiedlich vor. Entweder ich suche gezielt nach einem bestimmten Buch oder ich schaue wahllos herum und entdecke dabei durchaus interessante Bücher und kleine Perlen. Am Ende kann es passieren, dass ich dann wieder neue Bücher auf meiner Wunschliste habe, die ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte (oder in meinem Bücherbeutel).

Dabei ist mir irgendwann Mal aufgefallen, nach welchen Kriterien ich online oder in einem Buchladen nach Büchern direkt schaue. Es geht, ganz simpel geschrieben, nach den Covern.

Dein erster Satz kann noch so spannend oder Dein Klappentext noch so gut geschrieben worden sein, wenn Deine potenziellen Leserinnen und Leser nicht zum Buch greifen, liest das niemand. Das bedeutet für Dich also, dass Du sie irgendwie einladen musst, Dein Buch faszinierend zu finden, es anklicken oder hochheben und dann anfangen zu lesen.

Gerade dann, wenn Du ganze Listen durchsuchst (wie es bei Goodreads möglich ist), kannst Du kein Klappentext durchlesen oder die erste Seite. Da ist es zwangsläufig so, dass das Cover hier ein wichtiges Kaufargument wird.

Bewerte nie ein Buch nach dem Cover

Natürlich sollte man das nicht machen. Wie oft habe ich kleine Perlen entdeckt, obwohl das Cover, gelinde gesagt, Schrott war. Natürlich kann auch ein ganz mieses Cover ein Anreiz sein, um zu einem Buch zu greifen. Aber ich würde nicht damit rechnen. Nicht mehr. Da gehört mehr dazu, damit ein schlechtes Cover überzeugen kann.

Denn wir sind alles nur Menschen. Und dementsprechend hat die visuelle Aufnahme ein ordentliches Wörtchen mitzureden. Damit will ich sagen, wenn uns etwas nicht optisch anspricht, dann dürfte es eher wahrscheinlich sein, dass wir nicht zugreifen. Natürlich kann es sein, dass jemand doch das Buch liest und es empfiehlt. Im Thread meiner Umfrage hatte jemand geschrieben, dass er auf Empfehlung auch miesen Covern eine Chance gibt. Das Problem ist nur, jemand muss sich wirklich hinsetzen und der Geschichte eine Chance geben.

Es ist ganz klar, wir haben allesamt einen anderen Geschmack. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Arten von Covern, auch wenn sie im gleichen Genre angesiedelt sind. Aber letztendlich kommt es darauf an, dass die Geschichte ordentlich verpackt wurde. In einem ansehnlichen Kleid (also Cover).

Wenn Du die Leute angelockt hast, werden sie mit vielen anderen Themen weitaus gnädiger umgehen. Negative Rezension, vielleicht eine etwas schwache Geschichte, all das können sie verzeihen. Wenn Du ihnen erst einmal die Möglichkeit gibst, Deine Geschichte näher kennenzulernen. Gerade im Internet ist die Hürde mal ein Buch anzuklicken und in eine Leseprobe zu stöbern, weitaus höher (zumal es die nicht immer gibt). Daher ist es umso wichtiger, dass Deine Leserinnen und Leser irgendwie angesprochen werden.

Verschiedene Arten von Covertypen

Ich habe selbst in den letzten Jahren drei Typen von Coverarbeiten festgestellt, die gerne und viel genutzt werden.

Die selbst erstellten

Bei den selbst erstellten, sollte man, meiner Meinung nach, eher vorsichtig sein. Wenn Du selbst Design studierst oder es Dir selbst beigebracht hast, dann leg los. Solange das Ergebnis gut aussieht, ist alles im grünen Bereich. Und warum sollst Du nicht Deine eigenen Covers erstellen?

Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine Menge Spaß macht. Und sicherlich ist man am Ende um einiges stolzer auf das eigene Werk, wenn man wirklich alles allein gemacht hat. Und zudem gibt es keine Diskussionen mit den Designerinnen, was Du wirklich haben willst, was machbar ist oder nicht. Du weißt selbst sehr gut, was Du kannst, was Du haben willst und vor allem, wie Du es umsetzen kannst.

Es gibt einige Autor*innen, welche ihre Covers selbst erstellen. Und ich hab keinen Unterschied zwischen ihren und den Covers aus der Designstube gesehen. Wenn Du also mit dem Bildbearbeitungsprogramm umgehen kannst, hab viel Spaß dabei.

Beherrschst Du jedoch nur die Grundlagen eines Bearbeitungsprogramms, ich würde Dir empfehlen, Dir lieber die Hilfe einer guten Designerin oder eines guten Designers zu holen. Oder zumindest einen Kurs besuchen, damit Du Deine Grundlagen ausbauen kannst.

Leider ist es bei einigen Leserinnen und Lesern zwischenzeitlich so, dass sie Bücher mit schlechten Covern schlichtweg nicht mehr ansehen. Das mag ein Vorurteil sein. Denn trotz schlechten Cover kann sich dahinter eine wundervolle Geschichte verbergen. Aber aufgrund vieler Erfahrungen, wo das Gegenteil bewiesen wurde, haben sich einige zur Regel gemacht, solche Bücher nicht mehr zu kaufen.

Und diese Erfahrungswerte haben sich bei anderen Leserinnen und Leser verbreitet, sodass sie ebenfalls solche Bücher nicht kaufen. Auch wenn sie selbst damit keine schlechten Lesegenüsse hatten.

Daher ist es durchaus empfehlenswert, dass Du nicht am falschen Ende sparst. Gönn Dir lieber ein sogenanntes Premade-Cover (siehe bitte weiter unten), wenn Du schon keine Auftragsarbeit haben willst. Aber wenn Du keine Erfahrung in Coverdesign hast, lass es bitte. Tu Dir selbst den Gefallen.

Auftragsarbeiten

Es könnte aber auch sein, dass Du Dir sagst, gut, ich werde nicht selbst mein Cover gestalten, ich beauftrage jemanden damit. Und zwar mit einem ganz individuellem Cover.

Hier kannst Du Dein*e Wunschdesigner*in gerne in den Wahnsinn treiben, mit Deinen Wünschen. Da Du sie beauftragst, wird sie durchaus versuchen, Deine Wünsche zu realisieren. Aber akzeptiere auch, dass sie Dir sagt, was gut ist und was weniger gut ist. Und meistens wissen sie auch, was wirklich gut ankommt und realisiert werden kann. Verliere nicht Deine Vision aus den Augen, aber höre auch auf die Vorschläge Deiner Wunschdesignerin. Vielleicht bekommst Du am Ende ein Cover, von dem Du noch nicht einmal zu träumen gewagt hast.

Von einer Designerin hab ich mal gelesen, dass sie ein Cover nach den Wünschen einer Autorin angefertigt hat. Dabei hatte sie die Autorin mehrere Male darauf hingewiesen, dass das Cover so nicht gut wird. Aber sie fügte sich am Ende den Wünschen, um unnötige Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Am Ende hat sie sich sogar darauf bestanden, dass ihr Name nicht im Buch als Designerin steht. Zwar hat sie dazu nichts gesagt, aber ich kann selbst nur vermuten, dass eine zukünftige Zusammenarbeit nicht gegeben ist. Und soweit sollte es dann doch nicht kommen.

Mache Dir im Vorfeld Gedanken, wie Dein Cover aussehen könnte. Damit geht es schlichtweg schneller und ihr beide müsst nicht von ganz Anfang an zu arbeiten beginnen. Mach Skizzen, wo ungefähr was sein soll. Dafür brauchst Du noch nicht einmal zeichnerisches Talent.

Du kannst Dir auch Covers aus Deinem Genre anschauen und überlegen, was Dir besonders gut gefällt und was Du auf keinen Fall haben willst. Sammel die Covers und zeige sie notfalls als Referenz vor. Gegebenenfalls kannst Du auch fertige Covers von anderen Designer*innen abspeichern, um zu zeigen, was Du gerne hättest. Das mache ich gerade für meine aktuelle Geschichte. Da hab ich auch ein Bild vor Augen und speichere alles, was ich kriegen kann und in die richtige Richtung geht.

Was am Ende herauskommt, werdet ihr dann sehen. Je nach Arbeitsaufwand kann das Cover zwischen einem günstigen Preis bis hin zur Preisexplosion alle Preisklassen haben. Dabei kommt es darauf an, wie viel Zeit investiert werden muss und welche Materialien eingekauft werden (unter anderem eben auch die Stockfotos, Schriftarten und so weiter). Ja, es gibt durchaus die Möglichkeit um die 1.000 EUR für ein einziges Cover zu bezahlen. Nur ist das eher selten die notwendig. Rechne eher mit 200 bis 300 EUR als Durchschnittspreis.

Der Vorteil ist aber definitiv, dass Du ein sehr individuelles Cover bekommst, welche zu Deiner Geschichte passt. Denn hier haben zwei kreative Menschen (mindestens) zusammengearbeitet, um das Beste herauszuzerren. Die Figuren passen zum Roman, der Hintergrund. Alles fügt sich hier harmonisch zusammen.

Premade Covers

Die letzte Möglichkeit, und durchaus auch eine kostengünstige Variante, ist der Kauf eines sogenannten Premade-Covers. Das sind Covers, welche die Designer*innen ohne einen Auftrag erstellt haben, aber der Meinung sind, dass diese durchaus auf ein Buch passen könnte.

Da gibt es noch einen kleinen Unterschied. Viele der Bilder werden mit Stockfotos gemacht. Das bedeutet, dass Dein Cover nicht ganz so individuell ist, wie Du es vielleicht gerne hättest. Zwischenzeitlich hat sich auch der Trend dahin gewandelt, dass viele Premade-Covers mit eigenen Bildern angeboten werden. Das bedeutet, dass Du auch hier einmalige Covers bekommen kannst. Aber das ist nicht immer die Regel (was bei Auftragsarbeiten aber auch gelten kann).

Wenn also ein Cover weg ist, ist damit auch das Bild weg. Denn die Designerinnen garantieren häufig (nicht immer), dass die dazugehörigen Bilder nur einmal verwendet werden.

Und das ist keine schlechte Idee. Momentan sind die Haremsgeschichten sehr beliebt (eine Frau mit mindestens zwei Männer). Mir wurden dann zwei Geschichten dazu angeboten (da ich diese Art von Romanen gerade sehr gerne lese) mit dem fast gleichen Cover. Eine Frau liegt auf den Boden/Bett und hat ihre Arme nach oben ausgestreckt. Links und rechts von ihr hocken zwei Männer, welche sie anstarren. Es ist klar, was gleich passieren soll. Die jeweiligen Romane stammen von zwei verschiedenen Autorinnen und trotzdem sehen sich die Covers so ähnlich aus, dass es verwirren kann. Wenn ich nicht genau hinsehe, dann sind das für mich zwei gleiche Geschichten. Erst bei genaueren hinsehen, kann man erkennen, dass ein Bild etwas herangezoomt wurde. Aber beim Vorbeiscrollen achtet man nicht unbedingt darauf.

Auf Facebook gibt es zwischenzeitlich einige Gruppen, in denen Du diverse Covers und die dazugehörigen Designer*innen findest. Aber auch mit dem Suchbegriff „Premade-Covers“ bei den bekannten Suchmaschinen wirst Du sicherlich fündig werden (gerne alle möglichen Schreibvarianten dazu verwenden).

Wenn Dir ein Cover zusagt, dann kannst Du es, so wie es ist, kaufen. Angepasst werden Titel, eventuell Untertitel und Autorinnenname. Gelegentlich kannst Du auch Änderungen am Cover direkt vornehmen lassen. Das kommt immer auf die Designer*innen selbst an. Gelegentlich verlangen sie für weitere Änderungen auch einen Aufpreis. Wenn Du Dir dabei nicht sicher bist, frag nach. Die Designer*innen, mit denen ich selbst Kontakt hatte, waren sehr freundlich und entgegenkommend. Also keine Sorge, sie beißen nicht.

Premade-Cover haben ihre Vorteile. Sie sind fertig und Du bekommst genau das, was Du im Bild siehst. Das bedeutet, dass Du Dir keine Gedanken machen musst, wie Dein Cover aussehen könnte, ob Du Dich mit der Designerin verständigen kannst und Deine Wünsche gut rüberbringst. Dass alles ist im Grunde genommen erledigt. Denn das Cover ist ja fertig.

Ein weiteres unschlagbares Argument ist eindeutig der Preis. Während Auftragsarbeiten ihren Preis haben, kosten die meisten Premade-Covers um die 100 Euro. Mal mehr und mal weniger. Es kommt immer darauf an, was die Designer*innen investiert haben. Damit meine ich die sogenannten Stockfotos, die ihren Preis haben, dann möglicherweise gekaufte Schriftarten und die Arbeit natürlich.

Ich habe schon sehr gute Coverarbeiten gesehen, die um die 25 Euro kosten. Zwar verlangen ausgebildete Designer*innen durchaus ihr Geld (was ich auch berechtigt finde). Aber ab und an kommen sie Dir preislich auch entgegen, sodass auch der kleine Geldbeutel ein schönes Cover bekommen kann. Wenn Du also noch einen sehr kleinen Geldbeutel hast, kann das für Dich sicherlich interessant sein.

Natürlich sind Premade-Covers auch Werbung für die*den Designer*in. Damit wollen sie zeigen, hei schaut her, so arbeite ich. Es gefällt dir? Dann melde dich bei mir, wir können auch an einem Wunschcover arbeiten.

Lohnen sich Premade-Covers?

Aus meiner Sicht sage ich, ja. Aber das ist jetzt eine Meinung von einer Person, die noch keine Geschichte veröffentlicht hat, aber diese Sache schon länger beobachtet. So habe schon gesehen, dass jemand ein Buch bereits herausbrachte, aber mit dem Cover (Auftragsarbeit) nicht zufrieden war. Dann lief dieser Person das richtige Premade-Cover über den Weg, verliebte sich in das Bild, kaufte es und der Verkauf läuft seitdem besser.

Auf alle Fälle lohnen sich professionelle Covers immer. Da solltest Du nicht sparen.

Und mit diesen Covers sparst Du nicht an Qualität, sondern erst einmal an Geld (die professionellen Covers, die nach Deinem Wunsch hergestellt werden, kannst Du Dir dann auch gerne später holen).

Ich kann Dir jedoch nur empfehlen, Dir nur dann ein Premade-Cover zu kaufen, wenn Du Dir wirklich sicher bist, dass Du die Geschichte auch veröffentlichen möchtest. Wenn nicht, ist das eher Geldverschwendung. Aber wenn Du DEIN Cover gefunden hast, ich werde mir nicht noch einmal die Frage stellen, ob ich es mir kaufen würde. Ich werde es einfach tun. Dazu werde ich Dir natürlich nicht raten, da es auch eine finanzielle Angelegenheit ist. Und das ist eben eine reine Entscheidung, die Du alleine treffen musst.

E-Book vs. Print-Cover

Wenn Du Dir ein Cover kaufst, dann musst Du zwischenzeitlich darauf achten, was es für eines ist. Denn die Designer*innen zeigen meistens ein Cover für E-Books. Aber damit kannst Du noch lange kein Printbuch bestücken. Daher hier einige kleine Hinweise zu dem Unterschied.

E-Book Cover

Wenn man es grob sagen will (und gedanklich bezeichne ich es auch so), dann ist ein E-Book Cover eine Seite, die man auf die Geschichte packt. Das war es. Bei E-Books muss man sich über die Seitenanzahl keine Gedanken machen, da sie alle auf den Reader passen. Hier spielt die Größe auch nur minimal eine Rolle. Die Größe wird erst dann interessant, wenn Du das Cover als Vorschau hochladen möchtest.

Ansonsten ist es nur eine Seite, welche Du vor die Geschichte packst. Hier ist weniger zu beachten. Vertrau hier aber auf alle Fälle Deinen Designer*innen, wenn sie Dir die Vorlagen geben. Notfalls sag ihnen klar, wo Du das Cover alles hochladen möchtest, sodass sie sich darauf einstellen können.

Printcover

Bei einem Printcover musst Du ein wenig mehr beachten. Denn hier benötigst Du nicht nur das, was vorne ist, sondern auch hinten und eben am Rücken. Das bedeutet, dass Dein*e Designer*in ein paar Daten mehr benötigt. Unter anderem die genaue Seitenzahl. Damit berechnet sich auch die Dicke des Buches. Und dafür muss natürlich die Geschichte fertig sein. Und zusätzlich musst Du noch wissen, welche zusätzliche Seiten dazu kommen.

Dazu zähle ich Werbung für andere Romane, welche Du geschrieben hast. Oder von anderen Autor*innen. Oder eine Leseprobe aus einer anderen Geschichte. Was auch immer. Deine Designer*innen sollten wissen, was sie mit diesen Daten anfangen. Daher sprich Dich mit ihnen ab und gib ihnen alle Daten, die sie benötigen. Damit fährst Du sicherer.

Wie Du mit dem Thema Cover umgehen kannst

Meine klare Empfehlung, auch wenn ich mich damit wiederhole, ist: Spare nicht am falschen Ende. Und damit ist hier natürlich das Cover gemeint. Gönne Dir lieber ein individuelles Cover oder zumindest ein Premade-Cover, anstatt Deine potenziellen Leserinnen zu verschrecken.

Vielleicht sagst Du Dir jetzt, Moment mal, ich kann mir beim besten Willen keine 100 oder gar 500 Euro für ein Cover leisten. Dann muss ich es doch selbst machen. Nein, musst Du natürlich nicht. Zum einen gibt es die Möglichkeit, dass Du jetzt, ab heute und sofort anfängst zu sparen. Wenn Du noch beim Schreiben bist, wirst Du sowieso nicht nächste Woche Deinen Roman veröffentlichen. Also hast Du noch ein bisschen Zeit ab sofort jeden Monat zehn oder auch zwanzig Euro zu sparen. Auch wenn Dein Budget eng ist, spare jeden Euro, den Du erübrigen kannst und investiere es in Deine mögliche Zukunft.

Trink lieber zu Hause Deinen Kaffee, als draußen den überteuerten zu kaufen. Schwenk auf E-Books um, anstatt die Printausgaben zu kaufen (manchmal sparst Du nur einen Euro, aber das ist mehr, als wenn Du die Printausgabe kaufst, und kannst diesen in Deine Spardose stecken – Ausnahme ist, wenn Du keinen Reader hast, dann müsstest Du erst einmal investieren). Oder besuche öfters eine Bibliothek. Dort musst Du meistens eine Semestergebühr bezahlen und kannst ansonsten so viele Bücher wie möglich leihen. Mal so als Beispiel.

Ich bin mir sicher, dass Du selbst so viele Spartipps finden kannst, ohne, das Du gleich Dein Leben einschränken musst. Schau einfach nur genauer hin.

Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit mit den Designer*innen zu reden. Nicht nur über das Design, sondern auch über eine Ratenzahlung. Ich habe ein Premade-Cover von einer Designerin gekauft, die eigentlich noch nie Ratenzahlungen abgesprochen hatte. Und was war? Sogar sie ist da mitgegangen. Natürlich, letztendlich wollen sie auch mit Dir Geld verdienen. Daher kommen die meisten Dir gerne entgegen. Hauptsache das Geld stimmt am Ende.

Wie könnte Dein Cover aussehen?

Gegenfrage, was hat Dir bei den anderen Covern gefallen bzw. geärgert? Das könnte durchaus ein Maßstab für Dein eigenes Cover sein.

Mich zum Beispiel ärgert es immer, wenn das Bild auf der Geschichte gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Denn dadurch werden bei mir durchaus gewisse Erwartungen geweckt, welche die Geschichte nicht halten kann. Da kann sogar eine Enttäuschung vorprogrammiert sein.

Tina Folsom hatte mal auf einer LoveLetter Convention gesagt, dass deutsche Covers viel zu kleine Autorinnennamen haben. Sie empfiehlt, dass viel größer zu machen, damit man auch wirklich sieht, mit wem man es zu tun hat.

Natürlich soll das Cover zur Geschichte passen, aber irgendwie auch zum Genre. So hat es sich bei den Romantasygeschichten eingebürgert, auf den Covern immer einen halb nackten Mann zu sehen. Ob das so eine gute Idee ist, sei dahingestellt. Das wäre aber die Ausgangslage. Jetzt stellt sich die Frage, was Du daraus machst.

Wie oben schon geschrieben, lass Dich gerne von anderen Covern inspirieren und schau, was Dir zusagt und was nicht. Kombiniere es dann mit Deinen eigenen Wünschen und dem, was machbar ist. Letzteres wird Dich Dein*e Designer*in sicherlich gerne informieren. Und am Ende kann nur noch was Gutes herauskommen.

Ein paar Hinweise noch

Hier noch einige Hinweise, was Du bei Deinem Cover beachten solltest. Frage nach, sofern es nicht von vornherein klar ist, ob das Cover so noch einmal verkauft wird oder es einmalig bleibt. Gerade darauf solltest Du achten.

Wie oben schon beschrieben, hab ich schon gesehen, dass ein Bild (Stockfoto) auf zwei verschiedene Bücher als Cover verwendet wurde. Die große Gefahr ist hierbei natürlich, dass beide Bücher miteinander verwechselt werden (was mir dann auch passiert ist). Daher könnte es sein, dass die Leute eines der beiden Bücher ignorieren, weil sie glauben, dass sie es gekauft haben. Es mag einigen seltsam kommen, warum ein Buch zwei Mal aufgeführt wird. Aber ich befürchte, die meisten werden diesen Gedanken beiseiteschieben und nicht genauer hinsehen. Und schlimmstenfalls ignorieren sie gerade Deine Geschichte.

Und zudem könnte es Dich einfach nur ärgern, wenn Du Geld für ein Cover ausgegeben hast und jemand andere das gleiche Bild nutzt. Mir ist das passiert, ich hab vor einiger Zeit gesehen, dass ein Bild, was ich als Cover habe, auf ein anderes verwendet wurde und ehrlich gesagt, mich ärgerte es ein wenig.

Erkundige Dich also, ob Dein*e Designer*in das Bild wirklich nur einmalig verwendet hat. Eventuell wäre es daher besser, wenn das Bild selbst erstellt wurde. Sei es als Fotografie oder am PC mit irgendwelchen Programmen. Da musst Du Dir keine Gedanken machen, ob das Bild noch einmal verwendet wird.

Und ich würde Dir auch empfehlen die Printausgabe gleich mit anfertigen zu lassen. Das bedeutet, dass Dein*e Designer*in Dir das Cover so aufbereitet, dass Du es als Vorlage für eine Printversion nutzen kannst. Da die meisten Designer*innen die ganzen Abmessungen kennen und wissen, wie man die Vorlage erstellt, solltest Du es gleich mitbestellen. Auch wenn Du Dir erst einmal überlegst, nur ein E-Book herauszugeben, könnte es sein, dass Du zum Beispiel für Lesungen oder Conventions die Printausgaben drucken lässt. Dann ist es natürlich gut, wenn Du von vornherein die Druckdatei hast. Und sehr häufig ist der Aufpreis eher geringer Natur.

Wenn Du Dein Klappentext fertig hast (lasse es auf alle Fälle vorher von jemandem überprüfen und gegenlesen), dann kannst Du es auch gleich mitgeben, damit dieser eingefügt werden kann. Dann kannst Du theoretisch mit der Veröffentlichung auch schon beginnen.

Sollte es aber noch eine kleine Ewigkeit hin sein bis zu Deiner Veröffentlichung und Du verliebst Dich trotzdem schon jetzt in einem Cover, kein Problem. Mir ist das auch passiert und ich habe sie gekauft. Damit gehören sie mir und ich kann jederzeit die Anpassungen vornehmen lassen. Aber so kann ich auch sicher sein, dass sie niemand anderes hat. Gerade bei individuell aussehenden Covers kann das wichtig sein.

Sparen mag in manchen Bereichen durchaus Sinn machen, aber es heißt ja auch so schön, spare nicht am falschen Ende. Beim Lektorat, Korrektorat und am Cover zu sparen ist definitiv das falsche Ende. Wenn Du noch in der Schreibphase bist, dann fange ab heute an, Geld wegzulegen. Jeden Monat zehn Euro sind durchaus machbar. Innerhalb eines Jahres sind das 120 € und kann schon für ein Cover reichen. Oder für die Anzahlung eines Lektorats (sicherlich werden auch diese mit sich reden lassen bezüglich einer Ratenzahlung, wenn Du höflich bei Deiner Anfrage bleibst).

Ansonsten schau Dich ruhig um. Wie sehen die Covers anderer Romane in Deinem Genre aus? Was steht im Mittelpunkt, was ist drum herum? Und wie darf am Ende Dein Cover aussehen?

Wenn Du möchtest, kannst Du schon mal anfangen zu basteln (werde ruhig kreativ). Bastele Dir Dein Cover und ändere es mit jeder Phase Deines Schreibens. Am Ende kannst Du Deine Ideen auch Deiner Designerin zeigen. Eventuell kann sie damit was anfangen.

Aber auch sonst kann solch ein gebasteltes Cover Deine Motivation steigern. Du hast etwas, worauf Du hinarbeiten kannst. Eben das dieses Cover am Ende auf Deiner Geschichte prangert und in jedem Onlineshop und vielleicht sogar in dem einen oder anderen Buchladen zu finden ist.

Kurzer Hinweis – So etwas wie rechtliche Sachen

Nein, es ist keine Rechtsberatung, da ich keine Anwältin bin. Wenn Du Zweifel hast, frag Dein*e Designer*in oder Dein*e Anwält*in.

Du erwirbst mit dem Kauf eines Covers niemals die Urheberrechte, sondern nur die Nutzungsrechte. Das bedeutet, dass Du nur das Cover dafür verwenden darfst, wofür die Desinger*innen es freigeben. Erkundige Dich genau, wofür Du das Cover alles verwenden darfst. Damit meine ich, darfst Du es für T-Shirts, Tassen oder derartiges verwenden. Wenn ja, dann mach es. Hast Du nicht diese Erlaubnis, dann solltest Du es auch nicht machen. Schlimmstenfalls kriegst Du eine Klage ins Haus.

Erkundige Dich genau, was Du mit dem Cover machen darfst und was nicht. Und wenn Du das Cover auf andere Merchandisingprodukte packen möchtest, erkundige Dich nach dem Preis. Gegebenenfalls lohnt sich der Preis durchaus, dafür zu bezahlen.

Aber noch wichtiger ist, dass Du herausfindest, für wie viele Buchverkäufe Du das Cover verwenden darfst. So hab ich bei einer Desingerin gelesen, dass man maximal 100.000 Bücher mit dem Cover verkaufen darf. Ist man drüber, muss man eine erweiterte Lizenz erwerben.

Mit anderen Worten erkundige Dich, was Du mit dem Cover machen darfst und was nicht. Auf Dauer ersparst Du Dir damit möglichen Ärger.

Abschlussgedanken

Vor etwa zwei Jahren habe ich beobachtet, wie jemand ein Cover in Auftrag gab. Dabei konnte ich die Entstehung, die letztendlich Auswahl und die erneute Veröffentlichung beobachten. Das Cover kostete so um die 400 Euro.

Auf die Frage, ob sich der Preis gelohnt hat, antwortete der Autor, dass er innerhalb von zwei oder drei Wochen diese Summe wieder eingenommen hatte. Für ihn hatte es sich definitiv gelohnt.

Mit anderen Worten, ein gutes Cover lohnt sich immer. Such Dir Deine Lieblingsbücher raus und überleg Dir, sofern Du sie wegen den Covern gekauft hast, warum. Und was von diesem Cover möchtest Du auf Deinem eigenen haben.

Es kann richtig Spaß machen, darüber zu grübeln. Gerade dann, wenn Dein Roman fertig ist. Das bedeutet, dass Du mit großen Schritten auf die Veröffentlichung hinarbeitest. Und das ist doch toll, oder nicht?

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Kreativität.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele