(D) Ein Notizbuch

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(D)Ein Notizbuch

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es empfiehlt sich durchaus für Dich als Autorin oder als Autor, in irgendeiner Art und Weise ein Notizbuch zu führen. Daher lasse ich Dich mal in meines blicken und schreibe Dir, wie ich mein Notizbuch führe. Vielleicht ist da die eine oder andere Idee für Dich, die Du gerne übernehmen möchtest.

Vorbemerkung

Notizbücher finde ich selbst schon fast überlebenswichtig. Anders könnte ich mit den ganzen Ideen nicht merken, die ich sonst so habe. Zwar nutze ich nicht immer alle Ideen, die ich selbst zu einer Geschichte habe. Einige davon vergesse ich, andere sind schon überholt, nachdem ich sie aufgeschrieben habe. Es gibt verschiedene Gründe, warum mich eine Idee irgendwann nicht mehr reizt. Aber zumindest habe ich sie mir notiert. Und wer weiß, wenn ich jetzt die Idee nicht für einen Roman nutze, kann es sein, dass diese für eine andere (Kurz-)Geschichte wiederum gut ist.

Vorneweg kann ich Dir aber schon einmal empfehlen, schaff Dir ein Notizbuch durchaus an. Und vor allem, hab diesen immer dabei. Wobei es zum Notizbuch auch alternativen gibt, die ich Dir in den kommenden Wochen noch vorstellen werde.

Ausgangsmaterialien

Um ein Notizbuch als Autor*in zu führen, benötigst Du nur wenige Grundmaterialien. Du benötigst mindestens

  • ein Notizbuch
  • ein Stift Deiner Wahl (zum Beispiel Füller, Kugelschreiber, Bleistift, womit Du am besten klar kommst).

Alle weiteren Punkte, die ich jetzt aufführe, sind optional. Du kannst sie benutzen, musst es aber nicht.

  • Klebestift bzw. Klebestreifen
  • Buntstifte oder Filzstifte
  • Zusätzliches Papier (aus entsprechenden Schreibblöcken)
  • Drucker, um etwas auszdrucken (und dementsprechend natürlich ein PC)
  • weitere Materialien Deiner Wahl

Dein individuelles Notizbuch

Es ist im Grunde genommen egal, was für ein Buch Du nutzt, um Deine Notizen festzuhalten. Hauptsache es sagt Dir zu und es ist zweckdienlich. Früher war ich ein großer Fan von Moleskine. Zwischenzeitlich neige ich eher zu Leuchtturm 1917. Was Dir also heute zusagt, könnte durchaus morgen ersetzt werden. Mach Dir nichts draus und schau Dich ruhig regelmäßig in Papierwarengeschäften vorbei. Du wirst sicherlich fündig werden.

Mir ist wichtig an einem Notizbuch, dass ich es jederzeit einpacken kann, um es überall mitzunehmen. Denn es könnte immer sein, dass ich gerade eine Idee habe und mir denke, wo kann ich es niederschreiben. Natürlich auch auf ein Stück Papier. Oder in meinen Handy. Aber wenn ich eine Zettelsammlung am Ende habe, macht das auch kein Spaß mehr, sich durchzuwühlen und am Ende landen sie wohlmöglich in der Ecke und dann habe ich nichts davon. Und ich schaue nicht immer in mein Handy, um mir die Ideen irgendwie zu überspielen oder gar zu notieren.

Ein Inhaltsverzeichnis

Meine Empfehlung ist ganz klar, arbeite mit einem Inhaltsverzeichnis. Es mag am Anfang noch alles sehr übersichtlich sein und Du wirst alles schnell finden. Aber irgendwann, gerade ab dem zweiten Notizbuch, kann es passieren, dass Du nicht mehr weißt, wo Du was notiert hast. Und dann wird es anstrengend genau die eine Information zu suchen, die man aktuell braucht.

Beim Schreiben kannst Du noch mit Lückenfüllern arbeiten. Aber wenn Du bei der Überarbeitung bist, möchtest Du sicherlich so langsam alles festziehen. Und dann ist es sicherlich toll, wenn Du die eine Information findest. So hatte ich mal einem Charakter einen etwas komplizierten Namen gegeben. Da ich diesen auf verschiedenen Medien festgehalten habe, konnte ich am Ende diesen nicht mehr finden, da ich damals noch kein vernünftiges Ordnungssystem hatte.

Meine Inhaltsverzeichnisse fange ich immer auf der letzten Seite an. Denn ich kann nicht sagen, ob ich nur eine Seite oder vielleicht sieben brauche. Und wenn ich diesen am Anfang beginne, kann es sein, dass mir dann einfach der Platz für eine ausführliche Notiz über den Inhalt fehlt. Und ehrlich gesagt, dafür bin ich schlichtweg zu faul.

Die Notiz sieht im groben etwa so aus:

  • Charktername – Idee – Seite
    oder
  • Szene – Geschichte – Seite

Oder was auch immer ich mir gerade notiere. Immer wenn ich eine Seite beschreibe, nummeriere ich sie, damit ich mein Inhaltsverzeichnis aktualisieren kann.

Egal wie Du Dein Inhaltsverzeichnis führst, idealerweise führst Du eines und weißt mit einem Blick, was sich auf den Seiten befindet. Du kannst auch eine ganz kurze Zusammenfassung zum Inhalt schreiben. „Charakternotiz zu XY, warum er XX liebt.“

Eine alternative Idee

Aktuell arbeite ich mit einer alternativen Idee, wie man das Notizbuch einteilen kann. Mein Projekt hat drei wichtige Hauptcharaktere. Daher habe ich die ersten 150 Seiten für diese drei Charaktere reserviert (also jeweils 50 Seiten). Der Rest benutze ich für meine Plotideen und für weitere Charaktere, die ich eventuell einbauen möchte.

Auf diesen Seiten lasse ich mich in erster Linie nur zu dem Charakter oder zum Plot aus. Dass ich dann häufig auch etwas zum Volk (es handelt sich um eine Fantasygeschichte) schreibe oder zu wichtigen anderen Charakteren, kommt häufiger vor.

Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass ich eine Information aufschreibe und sie in meiner Textwüste verloren geht. Eben, weil ich nicht mehr so detaillierte Inhaltsverzeichnisse notiere. Entweder ich verwende große Überschriften, sowie Zwischenüberschriften oder ich muss mir was anderes einfallen lassen.

Seitenaufbau

Das ist jetzt eine Sache, die ich bei meinem Tagebuch angefangen und daher in meinen Notizbüchern übernommen habe. Ob Du es für Dich übernehmen möchtest oder nicht, liegt völlig an Dir. Und zwar klebe ich auf einer Doppelseite noch weitere Papiere ein, damit ich auf einer Stelle alle wichtigen Notizen zusammenhabe. Dann schlage ich nur eine Doppelseite auf und sollte im Idealfall alles dort finden, was ich zu einer Szene, einem Charakter oder was auch immer geschrieben habe.

Wie gehe ich dabei vor? Dazu muss ich erwähnen, dass diese Methode bei mir am besten mit größeren Moleskinenotizüchern funktioniert. Sicherlich bei den anderen auch, aber da habe ich es selbst noch nicht ausprobiert.

Auf dem karierten Papier im Notizbuch zähle ich immer fünf Kästchen Richtung Mitte ab und zeichne einen Rand. Dafür benutze ich kein Lineal, reine Faulheit. Dieser Rand bleibt bei mir frei, damit ich dort noch Blätter oder Bilder rankleben kann. Gerade Charakterbilder finde ich persönlich immer gut, da ich so ein mögliches Bild von der Figur habe.

Dann gebe ich dem Beitrag einen eindeutigen Titel. Zum Beispiel „Ideen zum Bösewicht <Name>“.  Oder worüber ich auch gerade schreiben möchte. Und dann schreibe ich alles auf, was mir aktuell wichtig ist.

Aber wie geschrieben, ob Du das übernimmst, ist völlig Dir überlassen.

Meine Notizen

Immer wenn ich eine Idee zu einer Geschichte, Szene oder Figur habe, reserviere ich dem Ganzen eine Doppelseite. Dann schreibe ich den Namen der Figur als Beispiel darüber und notiere dann zukünftig alles, was mir zu dieser Figur einfällt. Dann ist alles an einer Stelle versammelt und muss nicht im kompletten Notizbuch suchen, wo ich was geschrieben habe.

Wobei ich nicht zwei Sachen miteinander vermische. Wenn ich als zu meiner Figur eine Szene schreibe, dann wechsle ich doch zu einer neuen Doppelseite. Das wäre sogar für mich zu unübersichtlich. Und ich bezeichne mich durchaus als Chaoskönigin.

Immer dann, wenn Du eine Idee hast, und sei sie noch so klein, solltest Du sofort zu Deinem Notizbuch greifen und aufschreiben. Denn Ideen können leider schneller weg sein, als es Dir lieb ist. Das hat übrigens nichts damit zu tun, dass die Idee schlecht war. Häufig ist das eine Gehirnsache. So habe ich zwischenzeitlich schon öfters gelesen, dass das Gehirn Sachen dann vergisst, wenn es denkt, dass es sich erledigt hat.

In dieser Hinsicht empfehle ich Dir, konsequent zu sein. Egal wo Du bist und egal wie viel oder wenig Du Zeit hast. Notier Dir auf alle Fälle ein paar Stichpunkte, damit Du immer etwas hast, worauf Du später zurückgreifen kannst.

Meine Szenen zu einem aktuellen Projekt

Es kann immer sein, dass ich unterwegs bin und gerade eine Idee für eine Szene habe. Diese Ideen ich mir dann in Gedanken aus und versuche diese dann zeitnah zu notieren. Das bedeutet nicht, dass sie auch wirklich in der Geschichte unterkommt. Es kann auch sein, dass ich einfach nur eine Szene schreibe, damit der Roman bei mir aktuell bleibt.

Und wenn die Ausarbeitung der Szene mehr Platz benötigt, als mir die Doppelseite hergibt, klebe ich schon mal DIN-A5 Papier ein, damit ich dort weiterschreiben kann (siehe weiter oben). Da kann es schon einmal passieren, dass ich mehrere Blätter übereinander klebe. Damit ich das Geschriebene nicht überklebe, bekommt das Papier ebenfalls ein Rand von mir und da schreibe ich nichts rauf.

Klar kann es dadurch unordentlich werden, aber das beruhigt meine kreative Ader und ich genieße diese Art von Schreiben. Aus diesem Grund bleibe ich halt dabei.

Szenenübungen

Wenn ich ein Bild sehe oder eine Geschichte lese, springen mir manchmal Szenen in den Kopf. Daher versuche ich das Bild auszudrucken, damit ich etwas in der Hand habe, und klebe es in mein Notizbuch ein. Und zu diesem Bild schreibe ich dann eine Szene.

Einerseits verwende ich diese Texte als Übung, damit ich sehe, wie ich das Beste aus einer Szene herauslocken kann. Denn ohne Schreiben wird man nicht besser. Andererseits kann das auch der Anfang einer neuen Geschichte sein, an der ich zukünftig arbeiten kann. Man sollte niemals unterschätzen, was sich am Ende in einem solchen Notizbuch so sammelt.

Charakterimpressionen

Wenn ich an einem neuen Charakter arbeite oder mit der Motivation einer Figur Probleme habe, mit der ich gerade arbeite, dann überlege ich mit dem Stift in der Hand, wo das Problem sein könnte. Auch wenn ich versuche meine Figuren sehr genau kennenzulernen, kann es immer passieren, dass sie sich während des Schreibprozesses ändern. Und das bedeutet für mich herauszufinden, was da passiert ist und wohin die neue Reise geht.

Manchmal stellt sich heraus, dass die Figur sich nur leicht entwickelt hat, manchmal auch sehr tief greifend. Und diese Dinge finde ich nicht immer am PC heraus, sondern eher, wenn ich mit dem Stift auf die Reise gehe. Hier werde ich nicht abgelenkt und kann jederzeit auch mal hin- und herspringen. Das tut mir gut.

Kurzgeschichten

Manchmal überkommt mich die Lust, an einer Kurzgeschichte zu schreiben. Du kannst die Kurzgeschichte sowohl als Schreibübung sehen, als Möglichkeit, um Deinen Charakter kennenzulernen oder auch für Dein Marketing. Denn diese Geschichten kannst Du dann abschreiben und als kleines Geschenk an Deine Leser*innen weiterreichen.

Oder Du lässt die Geschichte einfach in Deinem Notizbuch verstauben. Auch das ist natürlich möglich.

Szenenanalyse

Eine Möglichkeit als Autor*in besser zu werden, sind andere Bücher bzw. deren Szenen zu analysieren. Wo wären die Informationen dann am besten aufgehoben, als im eigenen Notizbuch. Denn es soll ja nicht nur ein Ort des Planens sein, sondern auch des Lernens.

Schreibe daher Deine Wunschszene ab, die Du näher kennenlernen möchtest. Das kann per Hand sein, aber auch per PC. Alternativ kannst Du es auch kopieren. Dann druckst Du die Sache aus und notierst Dir dann alles, was Dir auffällt. Das kann die Satzstellung sein, das kann die Wortwahl sein, wie die Autorin oder der Autor etwas beschreibt. Und alles, was Dir auffällt und zu dieser, für Dich, genialen Szene geführt hat. Oder auch, warum Du diese Szene persönlich als nicht so gelungen findest.

Du kannst danach versuchen selbst eine Szene zu schreiben, um zu sehen, ob Du das Gelernte sofort umsetzen kannst. Das kann natürlich einige Übung erfordern, aber wenn Du siehst, wie es andere machen und das übernimmst, was Dir gefällt, sieht die Sache dann anders aus. Du lernst aus der Theorie und der Praxis.

Alternativ kannst Du die Szene so umschreiben, wie Du sie selbst in Deinem Buch verwendet hättest. Gerade dann, wenn sie Dir nicht gefallen hat.

Achtung: Auch wenn Du Szenen überarbeitst und umschreibst, darfst Du sie noch lange nicht veröffentlichen. Davon rate ich Dir dringend ab, solange man noch erkennt, dass es nicht zu einhundert Prozent Dein eigenes Werk ist. Solltest Du das tun, handelt es sich hierbei um ein Plagiat. Und das ist kein Kavaliersdelikt. Bestenfalls bekommst Du nur eine Strafe und musst Dein Buch einstampfen. Schlimmstenfalls strafen Dich Deine Fans ab. Damit kannst Du dann Deinen guten Ruf sehr schnell ruinieren.

Plotten und Planen

Natürlich gehören alle Ideen und Ausarbeitungen zum Plot Deiner aktuellen oder auch zukünftigen Geschichte in Dein Notizbuch. Ich glaube, ohne diese Elemente wäre ein Notizbuch schlichtweg unvollständig.

Momentan arbeite ich gerne mit der Heldenreise. Daher notiere ich mir zu jedem der zwölf Schritte meine Gedanken und was ich aus den Tarotkarten herauslese. Mit diesen Informationen plotte ich meine Geschichten so gut, wie es möglich ist. Am Ende überarbeite ich die Fakten dann noch einmal am PC und am Ende schreibe ich natürlich dann die Geschichte.

Und immer, wenn ich zu einem der Schritte noch eine Idee habe, natürlich wird diese notiert. Das Erinnern an die Ideen darf nicht dem Vergessen zugeworfen werden. Zumindest gebe ich mir Mühe damit.

Marketing

Auch wenn ich noch keine Geschichte fertig habe, mache ich mir jetzt schon Gedanken, was für Marketingmöglichkeiten ich nutzen kann. Dazu gehören natürlich auch Werbematerialien, Aktionen und alles, was mir so spontan einfällt. Es ist schön und gut, dass ich an meinem Roman arbeite und erst dann wirklich über Werbemittel nachdenken kann, wenn er fertig ist.

Aber wenn ich erst anfange, wenn alles fertig ist, darüber nachzudenken, ist es auch ziemlich knapp. Daher nutze ich jetzt alle Möglichkeiten für die kreativen Ideen und schaue auch gerne mal bei den anderen Autorinnen und Autoren hin, was sie so machen. Dabei möchte ich die Ideen nicht 1:1 zu kopieren. Denn wir sind alle unterschiedlich und haben alle unseren eigenen Kopf. Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht von ihnen lernen kann.

Also notiere ich mir, was ich als Marketingstrategie anwenden könnte oder auch, welche Werbemittel ich nutzen möchte. Dann schreibe ich diese auf und in welchem Zusammenhang ich das nutzen kann. Und zu guter Letzt auch, wo ich die Sachen herbekomme.

Gerade Letzteres mag vielleicht eher kontraproduktiv sein, weil ich vielleicht noch ein oder zwei Jahre brauche, um meinen Roman zu veröffentlichen (ich will erst einmal einige Geschichten auf Lager haben, bevor ich das nächste Abenteuer angehe). Bis dahin können die Seiten alle offline sein. Aber es kann auch sein, dass sie bis dahin noch existieren und mein Computer wieder zu Bruch gegangen ist. Daher nützt mir meine Lesezeichenliste nicht immer.

Weitere Möglichkeiten

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Du Dein Notizbuch führen kannst. Meiner Meinung nach kommt es darauf an, was Du daraus am Ende machst oder machen willst. Lass Dich von mir nur inspirieren. Vielleicht willst Du ja keine Marketingideen notieren oder Szenen schreiben. Das ist völlig in Ordnung. Es ist Dein Notizbuch und damit ist es auch Deine Entscheidung.

Ich gebe zu, einige der Punkte habe ich bisher noch nicht so umgesetzt, wie ich es hier notiert habe. Im Grunde genommen hat mich mein eigener Beitrag selbst zu einigen Punkten inspiriert, die ich nun selbst umsetzen werde (nicht lachen, ist wirklich so).

Dein digitales Notizbuch

Es mag sein, dass Du mit den handschriftlichen Notizen überhaupt nichts anfangen kannst. Das ist völlig in Ordnung. Dann finde Dein Weg, wie Du Dir die Notizen digital machst.

Wenn Du ein Smartphone hast, dann lade Dir ein Schreibprogramm herunter, wo Du alles notieren kannst, was Dir so einfällt. Es gibt gute und vor allem kostenfreie Apps, mit denen Du jederzeit arbeiten kannst. Manchmal lohnt es sich, eine kostenpflichtige App zu installieren, bei den Schreibprogrammen hat mich aber bisher noch keine dieser Apps wirklich gereizt.

Schreibe auch hier in einer eigenen Datei, was Dir immer einfällt. Also eine Datei für einen Charakter, eine Datei für das Schreiben einer Szene, Geschichtsideen und was auch immer Dir wichtig ist.

Und natürlich, vergib eindeutige Namen. In einem handschriftlichen Notizbuch kannst Du noch hin- und herblättern. In einem Ordner kann es durchaus nervig sein, wenn Du andauernd nach etwas suchen musst. Auch wenn Du aller Wahrscheinlichkeit eine Suchfunktion in der App hast (was aber nicht immer garantiert ist). Zumindest würde mich das absolut nerven. Daher vergib eindeutige Namen und dann findest Du alles schneller. Und wenn möglich, sortier alle Ideen für ein Projekt, auch in einem entsprechenden Ordner.

Wenn Du mit Word-Dateien arbeitest, empfehle ich Dir hier auch das Gleiche. Es ist zwar am PC leichter, auch mal wichtige Daten aus dem Internet zu kopieren und einzufügen. Aber wenn Du alles Charakteranalyse oder Szenenübung nennst, dann wird es durchaus sehr unübersichtlich.

Ansonsten empfehl ich Dir, mit Scrivener zu arbeiten. Mit diesen kannst Du ein Projekt anlegen, indem Du alle Ideen zu einem Projekt sammelst und diese dann in Ordner organisieren. Damit kannst Du Unterordner für die Genres anlegen, die Du verwenden willst, dann einen Ordner anlegen, der ein Projektname von Dir bekommt und zu guter Letzt kannst Du dann einzelne Schreibdateien anlegen, mit denen Du dann arbeiten kannst.

Abschlussgedanken

Ein Notizbuch kann eine Quelle der Kreativität für eine Geschichte sein. Alles, was Dir zu einem Thema einfällt, kannst Du hier notieren. Zugleich kann es auch eine Quelle der Frustration sein, wenn Du nicht eine gewisse Ordnung hast. Wie diese aussieht, ist vollkommen Dir überlassen. Wichtig ist nur, dass Du damit am Ende arbeiten kannst.

Mein Vorschlag ist, probiere es aus und sieh, was am Ende es für Dich hergibt. Es muss ja am Anfang kein teures Notizbuch sein. Hauptsache es ist eines, mit dem Du Dich wohlfühlst. Denn, wenn Du ein Notizbuch kaufst, was Du nicht magst, wirst Du es nicht verwenden. Und dann könntest Du fälchlicherweise auf die Idee kommen, dass diese Methode nicht für Dich arbeitet.

Sei offen und probiere es einfach aus.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Polyamore Fiction

Polyamore Fiction

Hei, hallo und herzlich willkommen,

der letzte Beitrag in dieser Reihe dreht sich um einen Beziehungstyp, der nicht nur in Fiction vorkommt, sondern auch in der realen Welt. So hat sich ein australisches schwules Paar tatsächlich scheiden lassen, um eine polyamore Beziehung zu beginnen. Warum auch nicht?

Kurze Vorgedanken

PolyamorieGeschichten zu diesem Thema habe ich zuerst in amerikanischen Büchern gefunden. Und das dann auch aus dem Gay-Bereich. Bisher habe ich noch keine polyamore Geschichten mit anderen Konstellationen gesehen. Das bedeutet aber nicht, dass es sie nicht gibt. Und vor allem bedeutet es nicht, dass Du das nicht schreiben kannst.

Daher schauen wir uns heute diesen möglichen Beziehungstyp etwas genauer an.

Was ist eine polyamore Beziehung?

Polyamorie ist eine Beziehungsform, in der eine Person mehr als eine weitere Person lieben kann. Und das wird nicht über eine Affäre gelebt, sondern in einer festen und stabilen Beziehung. Hier sind alle beteiligten Personen eingeweiht und stimmen dieser Konstellation zu.

Meine Empfehlung ist, ließ Dir den oben verlinkten Beitrag durch, der sehr aufschlussreich ist. Daher werde ich mich im weiteren Verlauf auf die Bedeutung im fiktionalen Bereich konzentrieren.

Denn hier wird die polyamore Beziehung als eine Dreibeziehung beschrieben. Das bedeutet, dass mindestens drei Menschen (theoretisch können es auch mehr sein) sich finden und gemeinsam eine Beziehung eingehen. Und zwar alle mit allen. Also, Figur A liebt Figur B und C. Figur B liebt A und C. Und Figur C liebt A und B.

Damit wird die Idee, dass ein Mensch mehr als einen anderen Menschen liebt weiter auf die Spitze getrieben. Denn die Personen müssen akzeptieren, dass die beiden Menschen die sie*er liebt, ebenfalls jemand anderen liebt. Zwar führen sie eine gemeinsame Beziehung, aber man steht, im Gegensatz zu einer monogamen oder polyandren bzw. polygamen Beziehung, nicht im Mittelpunkt der anderen Person.

Per se ist das nicht schlimm. Da wir aber mit dem Bild einer monogamen Beziehung aufgewachsen sind, erfordert das durchaus ein individuelles Wachsen und Reifen. Immerhin könnte dabei auch Eifersucht entstehen. Und die muss akzeptiert und überwunden werden.

Diese Beziehung in Deinem Roman

PolyamorieWenn Du es jetzt faszinierend findest, darüber tatsächlich zu schreiben, dann gilt auch hier, dass Du Dir ein paar Fragen stellen solltest. Denn hier hast Du nicht nur das Konzept, dass ein Mensch zwei andere Menschen liebt. Sondern alle drei Menschen (oder wie viele Du auch immer in die Beziehung stecken möchtest) haben miteinander eine Beziehung. Und im Idealfall sollten sie auch nicht eifersüchtig aufeinandersein, sodass die Beziehung auf Dauer hält.

Wie sehen sich die Personen in der Beziehung selbst?

Jeder Mensch hat ja ein bestimmtes Bild von sich selbst. Wie sieht es mit Deinen Charakteren aus? Wie sehen sie sich selbst überhaupt als Mensch. Und dann, wie in diese Beziehung. Fühlen sie sich wohl, zurückgesetzt oder möchten sie dominieren? In Deiner Geschichte kannst Du einige negative Gefühle durchaus in diese Konstellation holen. Immerhin wollen wir ja, dass es erst einmal spannend wird. Erst am Ende kann das alles überwunden werden und für sie ein Happy End geben – sofern Du das möchtest.

Definiere also das Selbstbild und das Beziehungsbild. Vermutlich lassen sich hier schon die ersten Konflikte für eine spannende Geschichte finden.

Wie kommen sie zusammen?

PolyamorieAuch hier gilt es, wie kommt Dein Trio zusammen? Waren sie zuerst zu zweit und dann kam eine dritte Person hinzu? Ist das dynamisch gewachsen? Oder war es erst eine polyandre/polygame Beziehung, die sich zu einer polyamoren entwickelt hat? Es gibt hier viele Möglichkeiten, die Du wählen kannst. Wichtig ist, dass zumindest Du weißt, wie sie zusammengekommen sind.

Natürlich kannst Du die Informationen auch in Deinem Roman einbauen oder die Geschichte erzählen. Hauptsache, sie passt dazu.

Wie reagiert die Umwelt darauf?

Wenn Dein Trio zu den Schwiegereltern gehen und sagt, dass sie nun zu dritt vögeln, wie werden sie darauf reagieren? Manche sind dafür offen, andere hingegen dürften zumindest vom Stuhl fallen.

Je nachdem, in was für eine Welt Du Deine Geschichte ansiedelst, kann eine solche Beziehung normal sein oder so unnormal, dass Deine Liebende sogar um ihr Leben fürchten müssen. Das entscheidest letztendlich Du selbst. Wenn Du entscheidest, dass die Beziehung in der Welt normal ist, musst Du darauf nicht so viel Energie aufwenden, als wenn es nicht so wäre. Dann könnte es spannend werden, wenn Du darstellst, wie sie unter der Ausgrenzung durch die anderen Leiden.

Daher finde ich es hier wichtig, dass Du zeigst, in was für einer Gesellschaft wir uns in Deiner Geschichte befinden. Und auch, wie sie auf eine solche Beziehung reagieren.

Die sexuelle Komponente

Am Ende läuft es sehr wahrscheinlich darauf hinaus, dass viele Autor*innen ihre drei oder auch mehr Charaktere gemeinsam ins Bett schicken. Das kannst Du natürlich machen. Es ist aber auch möglich, dass sie ab und an zumindest, monogamen Sex genießen. Wie Du es am Ende hältst, muss die Geschichte entscheiden. Wichtig finde ich nur, dass man weiß, wer was macht.

Häufig lese ich Szenen mit monogamen Sex (also mit nur zwei Personen). Und da habe ich manchmal schon Probleme zu wissen, wo die zwei sich befinden. Daher könnte es zumindest theoretisch mit einer Dreierkonstellation noch etwas komplexer werden. Meine Empfehlung ist ganz klar, beschreib genau und lass jemanden darüber lesen die*der da sehr kritisch ist. Wenn sie*er es nicht versteht, solltest Du Dir zumindest überlegen, da noch einmal nachzubessern.

Alle Konstellationen sind möglich

PolyamorieZwar sind schwule polyamore Geschichten momentan am bekanntesten, genauso wie die F/MM Geschichten. Das bedeutet aber nicht, dass es hier enden muss. Du kannst auch ein Mann und zwei Frauen in eine Beziehung nehmen. Drei Frauen. Oder was für Geschlechtertypen Du auch immer gerne zeigen möchtest. Nichts ist unmöglich.

Sei daher durchaus mutig und zeig, was möglich ist.

Abschlussgedanken

Sicherlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie Du Deine Charaktere in eine Beziehung stecken kannst. Die hier Vorgestellten dürften sicherlich die bekanntesten sein. Daher, tob Dich aus und gib Deiner Geschichte noch einen gewissen Schuss an Besonderheit. Solange die Geschichte gut ist, darfst Du Dich diesbezüglich austoben.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

Polygame und polyandre Fiction

Polygame und polyandre Fiction

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im Leben selbst sind diese Beziehungstypen in der Vergangenheit in einigen Gesellschaften schon vorgekommen. Zwischenzeitlich kommen sie aber auch wieder in der Gegenwart an und bieten für das Leben aber auch für eine Geschichte durchaus interessante Ideen.

Kurze Vorgedanken

Heute geht es in den ganzen Beziehungsgeschichten darum, wenn sich ein Mensch in mehr als zwei Menschen verliebt. Viele behaupten, dass das nicht gehen würde. Darauf gab es mal eine gute Erwiderung. Und zwar, wenn Du verheiratet bist und ein Kind hast, wen von beiden liebst Du? Jetzt könnte man lang und breit diskutieren, dass man ein Kind anders liebt, als eine erwachsene Person. Aber wenn Du zwei Kinder hast, dann könntest Du ja von denen nur eines lieben, wenn man nur eine einzige Person lieben könnte.

Zudem gibt es Menschen, die ihre Ehepartner*innen lieben und zugleich eine Affäre beginnen. Wie geht das, wenn man sich in nur eine Person verlieben könnte? Gehen wir für diesen Beitrag davon aus, dass es möglich ist, mehr als nur einen Menschen zu lieben. Und dann für Deine Geschichte. Daraus könnte durchaus etwas Interessantes entstehen.

Was ist eine polygame Beziehung eigentlich?

Unter einer polygamen Beziehung versteht man, wenn ein Mann sich in zwei oder mehr Cis-Frauen verliebt. Jedoch geht es hier auch noch weiter. Der Mann geht mit beiden Frauen eine Beziehung ein und die Frauen stimmen dem zu. Man kann auch von einem Harem sprechen. Nur, dass die Frauen nicht in einem abgesperrten Bereich einer Wohnung oder derartiges Leben, sondern selbstbestimmt (hoffentlich zumindest) neben dem Mann auch außerhalb des Wohnbereiches agieren.

Eine religiöse Gruppe, die früher, und zum Teil noch heute polygam lebt, sind die Mormonen.

Dein Held verliebt sich also in mindestens zwei Frauen und geht mit beiden eine Beziehung ein. Und die Frauen billigen dies zumindest, wenn sie das nicht sogar aktiv gestalten. Damit meine ich, dass sie sich untereinander anfreunden und dadurch die Beziehung Stablisieren. Es wäre nichts anstrengeder, als wenn man mit zwei Frauen verheiratet wäre und die sich nicht ausstehen könnten.

Wichtiger Hinweis: Zwar können natürlich alle sich zu einem hübschen Dreier zusammenfinden. Aber die Frauen gehen ansonsten keine sexuelle Beziehung miteinander ein. Dazu kommen wir nächste Woche.

Was ist eine polyandre Beziehung?

Bei einer polyandre Beziehung steht die Frau im Mittelpunkt. Sie hat mit mindestens zwei Männern eine Beziehung und beide wissen und akzeptieren es. In der modernen Literatur wird das auch als Reversed Harem Story bezeichnet. Du kannst gerne mal in den bekannten Onlineshops danach suchen und findest zwischenzeitlich einiges an Literatur.

In matriarchalischen Gesellschaften soll diese Beziehungsform nicht ganz unüblich gewesen sein. Denn dort war die Rolle des Mannes eine völlig andere (der Bruder war wichtiger als der Ehemann). Und zudem war es für das Kind auch um einiges besser, wenn sich zwei oder auch mehr Männer, um das leibliche Wohl des Kindes kümmerten. Zudem war es auch noch eine Möglichkeit, um die Überbevölkerung zu verhindern.

Was ich damit meine?

Wie oft kann ein Mann zwei Frauen schwängern? Und wie oft können zwei Männer eine Frau schwängern? Es soll Orte gegeben haben, bei denen die polyandre Beziehung gelebt wurde und die Bevölkerungszahl blieb über Jahrhunderte konstant.

Diese Beziehungsformen für Deine Geschichte

Wenn Du Lust hast, diese Beziehungsformen für Deine Geschichte zu verwenden, dann bist Du aktuell in sehr guter Gesellschaft. Zur Zeit entstehen sehr viele Geschichte darum, dass eine Person eine Beziehung mit mindestens zwei anderen Personen eingeht. Dabei dominieren die polyandre Beziehungen jedoch stärker. Du wirst also mehr F/MM Geschichten finden.

Es gibt aber auch M/FF Geschichten. Leider eignen die sich aktuell eher dafür, selbst Hand anzulegen (wenn wir uns jetzt verstehen). Da besteht durchaus noch sehr viel Nachholbedarf.

Aber welche Fragen solltest Du Dir stellen, wenn Du solch eine Beziehungsform in Deine Geschichte verwenden möchtest?

Wie kommen die Personen zusammen?

Auch wenn Du das nicht in Deiner Geschichte erwähnst, ist es sicherlich interessant zu wissen, wie Deine drei Personen zusammenkommen? Immerhin wollen oder führen sie eine Dreierbeziehung. Wie kommt also der Mann oder die Frau dazu, sich mit mehr als einer Person einzulassen? Und dann geht es ja weiter. Wie sind sie zusammengekommen, um die Beziehung zu führen?

Überleg Dir daher, zumindest als Hintergrundgeschichte, was da passiert ist.

Wie sehen die Personen sich in der Beziehung?

Jeder Mensch hat ja ein Bild von sich. Und in einer Beziehung ist das nicht anders. Wie sehen sich die Drei also innerhalb dieser Beziehung? Sind sie glücklich? Oder muss da noch was passieren, damit alles rund läuft? Fühlt sich jemand als das dritte Rad am Wagen? Und so weiter.

Hier geht es mir darum, dass Du definierst, wie sich die Charaktere selbst sehen und dann auch in der Beziehung. Eventuell findest Du hier auch gute Anhaltspunkte für ein paar Konflikte.

In was für einer Gesellschaft leben Deine Charaktere?

Damit meine ich, befinden wir uns in einer Science-Fiction Welt oder spielt die Geschichte in einer Fantasyumgebung? Es könnte ja auch unsere Realität sein. Hier ist es durchaus wichtig, dass Du erst einmal definierst, wie die Gesellschaft normalerweise aufgebaut ist. Denn dadurch ergibt sich auch, wie sie die Beziehung Deiner Charaktere betrachten.

Wie reagiert die Umwelt auf diese Beziehungsform?

Wenn diese Beziehungsform in Deiner Gesellschaft normal ist, dann fallen sie nicht auf. Das wäre schlichtweg eine Beziehung von vielen, so wie es heute die monogame Beziehung ist. Sollte dies aber eher selten sein, weil sie nicht offen vorkommt, kommt es nun auf Dich an uns zu zeigen, wie die Umwelt darauf reagiert. Akzeptiert sie es sofort? Wenn ja, warum? Und wenn nicht, was ist hier der Grund?

Je nach Gesellschaft wird diese Beziehung irgendeine Reaktion hervorrufen. Diese muss dann halt auch realistisch sein. Vor einiger Zeit habe ich eine polyandren / Reversed Harem Geschichte gelesen, die im 19ten Jahrhundert spielte. Es gab zwar einige wenige, die etwas seltsam dreingeschaut hatte. Aber natürlich war es für alle in der Umgebung absolut normal, dass eine Frau mit zwei Männern ins Bett geht. Erst recht hat die konservative Mutter dies akzeptiert.

Leider kam das für mich nicht glaubwürdig herüber. Es blieb dieses Gefühl, ich muss ein Happy End durchprügeln. Egal wie Deine Charaktere darauf reagieren, zeig mir ein realistisches Bild. Dann gehe ich mit Dir mit.

Die sexuelle Komponente

Gerade wenn Du einen (erotischen) Liebesroman schreibst, empfehle ich Dir, dazu Gedanken zu machen. Gehen sie alle drei miteinander ins Bett oder immer nur zu zweit? Und wenn sie zu dritt intim werden, wie sieht das aus? Und wenn nicht, wie regeln sie das?

Abschlussgedanken

Wenn Du eine Dreiergeschichte schreiben möchtest, dann hast Du natürlich auch eine romantische Komponente dabei. Das bedeutet, dass Du Dir die Fragen stellen kannst, die Du zu einer monogamen Liebesbeziehung stellen würdest. Nur musst Du mit drei Charakteren arbeiten und die Dynamik zwischen den drei Menschen dabei berücksichtigen.

Ansonsten hast Du die Möglichkeit aus bisherigen Plots, mit denen viele arbeiten, mit einer Dreierbeziehung zu garnieren und etwas anderes daraus zu machen. Dazu gehört natürlich auch ein wenig Mut. Denn viele sind dafür noch nicht ganz so offen. Und auch wenn ich es in dem Hauptteil des Beitrages nicht geschrieben habe und es wohl eher rüberkam, dass nur Cis-Menschen diese Beziehung führen können, so stimmt das nicht. Natürlich kannst Du alle Geschlechtertypen nehmen, welche Dir zusagen und über die Du schreiben möchtest.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Deine frau schreibseele

 

Bisexuelle, polysexuelle und pansexuelle Fiction

 

Bisexualität, Polysexualität und Pansexualität

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Bisexualität und Pansexualität geht in eine sehr ähnliche Richtung. Daher bespreche ich beide sexuelle Ausrichtungen in einem Beitrag, auch wenn sie grob gesehen, nicht das gleiche sind.

Kurze Vorgedanken

Ursprünglich wollte ich in diesem Beitrag nur über die bisexuellen Charaktere schreiben. Doch dann viel mir ein, dass es, unter anderem, auch noch die Pansexualität gibt. Nein, natürlich gibt es noch viel mehr Ausrichtungen. Aber mit diesen beiden Begriffen dürften die meisten von uns sicherlich etwas anzufangen wissen. Daher schreibe ich in erster Linie darüber.

Du kannst die Informationen als Grundlage für weitere Recherchen verwenden und dann sehen, was Du daraus machst.

Bisexualität

Was bedeutet eigentlich Bisexualität?

Bisexuelle Menschen haben sexuelles Interesse nicht nur in ein Geschlecht, sondern in zwei. Und zwar in Cis-Frauen und Cis-Männer.

Kurze Erklärung: Cis-Menschen sind Menschen deren gefühltes Geschlecht mit dem übereinstimmen, was in der Geburtsurkunde steht.
Das bedeutet, wenn eine Frau oder ein Mann sich auch als solche empfinden und dieses Geschlecht auch in der Geburtsurkunde steht, dann handelt es sich dabei um Cis-Menschen.

Das bedeutet also, dass eine bisexuelle Frau sich sowohl in Frauen als auch in Männern verliebt. Bei Männern ist es auch so, also er verliebt sich in Frauen und Männern. Jedoch nicht in weiteren Geschlechtern. Das bedeutet, sollten bisexuelle Menschen auf einen Mensch treffen, die*der Genderfluid ist, dann würde sie*er sich nicht in diese Person verlieben.

“Bisexuelle lieben nicht das Geschlecht, sondern den Menschen”

Vielleicht kennst Du diesen Spruch, dass bisexuelle nicht das Geschlecht liebt, sondern den Menschen. Dass das Lesben und Schwule sicherlich nicht gerne lesen oder hören, kann ich verstehen. Letztens meinte eine Dame, dass sie sich bestimmt nicht in die Brüste oder in die Vagina ihrer Liebsten verliebt hätte, sondern in den Menschen.

Das stimmt natürlich.

Andererseits kann man auch sagen, würde man das Geschlecht der Person ändern, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Lesbe oder ein Schwuler dann in sie*ihn verliebt? Der Spruch mag nicht fair sein, aber bis zu einem kleinen Grad hat er durchaus seine Daseinsberechtigung. Es wäre aber interessant diesen Spruch in einem Roman zu verwenden und dann die Charaktere darüber diskutieren zu lassen.

Bisexuelle haben mit dem eigenen Geschlecht Spaß und heiraten das andere Geschlecht

Das ist ein Problem, warum bisexuelle Menschen so einen schweren Stand haben. Denn vielen wirft man vor, dass sie mit dem eigenen Geschlecht eben sexuellen Spaß haben. Aber wenn es dann darum geht sich zu binden, entscheiden sie sich für das andere Geschlecht. So wie es die Gesellschaft letztendlich auch erwartet.

Man kann sagen, man weiß nicht, woran man bei ihnen ist. Während Lesben und Schwule sich eindeutig einem Geschlecht sexuell hingezogen fühlen, kann man das bei bisexuellen Menschen nicht sagen. Theoretisch können sie jederzeit sich in das andere Geschlecht verlieben und sind dann womöglich auf und davon und lassen den Schatz sitzen.

Nur sind bisexuelle Menschen genauso treu oder untreu wie alle anderen auch. Die sexuelle Ausrichtung selbst hat nichts damit zu tun.

Wie kann man über bisexuelle Charaktere schreiben?

Tatsächlich habe ich selbst bisher noch kein Buch über einen bisexuellen Charakter gelesen. Dabei gibt es durchaus welche. Dabei werden gerade Frauen zu bisexuellen Charaktere erklärt, damit sie auch wirklich Sex haben können (Stichwort zum Thema Klischee, dass Lesben keinen Sex haben).

Um einen bisexuellen Charakter darzustellen, würde ich selbst darauf zugreifen, dass ich sie*ihn für beide Geschlechter schwärmen lassen. Man muss sie*ihn nicht in eine Beziehung packen. Aber wenn der Charakter auf eine gutaussehende Figur trifft, würde ich meinen Charakter schwärmen lassen. Wie gut die Figur aussieht, was für einen Knackarsch sie hat und so weiter. Und in einem Gespräch oder in einer weiteren Schwärmerei würde ich das für das andere Geschlecht dann klären.

Es reicht häufig aus klar zu machen, dass Dein Charakter mehr als nur ein Geschlecht sexuell attraktiv und anziehend findet. Dann muss sie*er noch nicht einmal mit beiden Geschlechtern am Ende ins Bett gehen. Das ist eben kein muss.

Was kann man über sie schreiben?

Eigentlich stellt sich diese Frage schon gar nicht. Bisexuelle Charaktere entsprechen natürlich einem Menschen. Mit anderen Worten, Du kannst über alles Schreiben, über was Du auch immer möchtest. Es gibt keine Grenzen. Erst recht, da es kaum Bücher mit sehr aktiven bisexuellen Charakteren geben. Zwar werden häufig Frauen als bisexuelle Charaktere eingeführt, damit sie keine Lesben sein müssen. Aber selbst das ist eher mager.

Das bedeutet also, dass Du noch sehr viele Möglichkeiten hast, um tolle Geschichten mit bisexuellen Charakteren zu schreiben. Hier steht Dir also eine Menge Potenzial offen.

Polysexualität

Was ist die Polysexualität?

Das bedeutet, dass sich ein Mensch zu mehr als nur zwei Geschlechtern hingezogen fühlen. Also mindestens drei müssen es sein. Jedoch betrifft das nicht alle Geschlechter, die es gibt (Facebook stellt zum Beispiel 60 Möglichkeiten zur Verfügung, aus denen man das eigene Geschlecht wählen kann).

Die literarische Bearbeitung

Um Polysexualität darzustellen, müsste man mehr als nur die Cis-Frau und den Cis-Mann in Geschichten vorstellen. Gelegentlich gibt es noch transsexuelle Charaktere. Aber da wird es schon selten. Bei meiner kleinen Spontanrecherche nach entsprechenden Büchern bin ich auf einige Sachbücher gestoßen, die aber auch schon etwas älter sind.

Um eine Geschichte mit einem polysexuellen aktiven Charakter zu schreiben, benötigt man tatsächlich ein wenig mehr. Selbst dann, wenn Du die Sexualität nur im Kopf Deines Charakters abspielen lassen möchtest. Und zwar die Akzeptanz in der Geschichte, dass es eben mehr als nur das Cis-Geschlecht gibt. Wenn das fehlt, wird es schwierig sein, diesen Charakter überzeugend umzusetzen.

Meine Empfehlung ist daher, recherchiere nach den verschiedenen Geschlechtern und baue sie zumindest in der Theorie ein. Dann kannst Du über einen solchen Charakter schreiben. Und vielleicht bist Du auch so mutig und schreibst über diese verschiedenen Geschlechter. Und ja, heutzutage muss man tatsächlich schreiben, dass dazu viel Mut gehört.

Pansexualität

Was bedeutet nun Pansexualität?

Man könnte fast, aber auch nur fast, sagen, dass pansexuelle Menschen es auf die Spitze treiben. Denn sie machen gar keinen Unterschied bezüglich des Geschlechtes ihrer romantischen oder auch sexuellen Partner*innen. Sie können also theoretisch mit allen der oben erwähnten sechzig Geschlechtern eine Beziehung eingehen.

Pansexuelle Charaktere sind mir persönlich noch nicht untergekommen. Aber auch hier gilt, wenn Du über sie schreiben möchtest, ist über kurz oder lang die Akzeptanz anderer biologischer Geschlechter notwendig. Bleibst Du bei zwei Geschlechtern, bringt es nicht viel, den Charakter pansexuell zu nennen. Diese*r wäre schlichtweg bisexuell. Und schlimmstenfalls würden Leute, welche die Unterschiede kennen, das auch entsprechend anprangern.

Eine Geschichte schreiben

Wie schon öfters erwähnt (daher halte ich mich hier tatsächlich etwas kürzer), Du kannst über diese Charaktertypen genauso schreiben, wie über alle anderen. Nur wäre es schön, wenn Du uns zeigst, dass sie eben eine andere sexuelle Orientierung haben. Damit hat es sich auch schon. Und natürlich ist es überlegenswert, mehr als nur die Cis-Geschlechter darzustellen.

Abschlussgedanken

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wenn Du über Charaktere schreibst, die zumindest bisexuell sind. Zwar kann Dein Charakter monogam leben. Aber das ist nicht zwangsläufig notwendig. Was ich damit genau meine, das wirst Du in den nächsten beiden Wochen noch genau lesen. Du hast aber hier durchaus Möglichkeiten interessante Geschichten zu schreiben.

Bei der Planung Deiner Geschichte und vor allem Deiner Charaktere viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Lesbian Fiction

 

Lesbian Fiction

nachdem wir uns das Thema Gay Fiction angesehen haben, geht es nun zu den Lesben. Leider gibt es hier sehr viele Vorurteile und wenig Geschichten, mit denen man arbeiten könnte.

Kurze Vorgedanken

Vor einigen Jahren hatte ich mal für einen Beitrag für meinen letzten Blog recherchiert, wie viele Verlage Bücher mit schwulen Charakteren veröffentlichen und wie viele mit lesbischen Charakteren. Es war sehr ernüchternd. Während es Verlage gibt, die teilweise ausschließlich Gay Fiction publizieren, kann man die Verlage für Lesbian Fiction immer noch an einer Hand abzählen. Mischverlage, die sich also für beide sexuelle Richtungen engagieren, findet man dagegen noch eher.

Zudem gab es einen Tweet eines Verlages (den habe ich mir leider nicht gespeichert), dass es scheinbar keinen einzigen lesbischen YoungAdult Roman geben soll. Schwule hingegen schon. Das ist eine der Gründe, warum ich gerade an einem arbeite.

Da sich viele Punkte mit dem Gay Fiction Beitrag überschneidet, werde ich hier auf einige eher kurz eingehen. Der Rest unterscheidet sich nicht von den Gay Romanen.

“Lesben gibt es nicht!”

Vielleicht wirst Du es nicht glauben, aber diesen Satz durfte ich tatsächlich vor über zehn Jahren in einem Chat lesen. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, der damalige Chatter ist/war schwul. Ob das ein Zusammenhang ist, ich weiß es nicht. Doch von einer Frau habe ich solch einen Satz nie gehört.

Bis vor einiger Zeit habe ich mich immer noch über diesen Satz geärgert, obwohl ich mit diesem Chatter schon seit vielen Jahren kein Kontakt mehr habe. Und vermutlich erinnert er sich noch nicht einmal mehr daran, dass er das geschrieben hatte. Wenn ich das jetzt kritisch betrachte, dann hat er nicht ganz unrecht.

Nein, natürlich meine ich nicht, dass es Lesben nicht gibt. Und zugleich gibt es sie nicht, in der öffentlichen Wahrnehmung. Ein kleines Beispiel? Normalerweise sind Übersichten mit lesbisch/schwulen Charakteren aus Comicheften sehr männerlastig. Diese Liste ist mal eine wohltuende Abwechslung. Ansonsten findet man in Listen mit zehn Charakteren (um ein Wert zu nennen) acht Männer und dementsprechend zwei Frauen, wenn überhaupt.

Ansonsten tauchen Lesben eher selten auf.

Wenn sie denn mal auftauchen, dann als bisexuelle Frau. Hier kann ich wieder von einer persönlichen Erfahrung schreiben. Es wieder einige Jahre her, da stellte eine Autorin ihre Charaktere vor. Der Held durfte natürlich schwul sein, keine Frage. Sie hingegen war bisexuell. Einen rein lesbischen Charakter fand man in dieser Geschichte leider vergebens. Mir schien es auch so zu sein, das ist aber eine rein persönliche Ansicht, dass ein lesbischer Charakter nicht erwünscht war, da sie ansonsten kein Sex haben könnte (dazu gleich mehr).

Auch sonst ist es eher wahrscheinlich, dass man auf einen schwulen Charakter trifft, als auf einen lesbischen. So kommt es wohl auch, dass es eben noch keine lesbischen YoungAdults Romane gibt.

Lesben haben keinen Sex

Sicherlich sind wir uns einig, dass Cis-Frauen keinen Penis haben. Wie sollen sie also Sex haben? Zumindest ist es für viele unverständlich, dass sie auch ohne einen Penis einen Orgasmus haben können. Dazu gehört jedoch Fantasie und etwas Recherche. Dann klappt das auch im Bett.

Da den Cis-Lesben nun einmal ein Penis fehlt, können sich viele einfach nicht vorstellen, dass sie tatsächlich Sex haben. Daher gibt es ja Vibratoren, Dildos und Futas (um einige Möglichkeiten aufzuführen). Doch für einen Quickie auf der Toilette oder an der Raststätte sind die nicht wirklich bequem. Aber anstatt sich etwas anderes einfallen zu lassen, wird ihre sexuelle Erfahrung schlichtweg negiert, leider.

Erst einmal, es ist natürlich nicht zwangsläufig notwendig, dass Lesben Sex haben müssen. Zugleich fände ich es persönlich schön, einfach aufgrund der Tatsache, dass das bisher eher negiert wird. Denn Lesben haben Sex und der kann toll sein. Lasst uns darüber gerne schreiben.

Wenn Du Dich also entscheidest, über Lesben und über lesbische Erotik zu schreiben, es gibt tolle Bücher dazu, welche Dir dabei helfen. Und ein Gespräch mit einer Lesbe kann Dir sicherlich auch dabei helfen.

Einmal drüber und gut – Sex mit Männern

Meistens kommt der Spruch von Männern, dass eine Lesbe nur mal ordentlich rangenommen werden muss, dann ist sie geheilt. Um es kurz zu machen, das ist natürlich kompletter Blödsinn. Wenn eine Frau lesbisch ist, ist sie lesbisch. Das trifft auf einen schwulen Mann genauso zu. Frauen fühlen sich eben zu Frauen hingezogen und damit hat es sich. Sie müssen nicht erst einmal testen, ob sie denn nicht vielleicht doch auf Männer stehen.

Die Heterosexualität ist die gesellschaftliche Norm. Das bedeutet, dass jede Abweichung sich outen und erklären muss. Und zwar bis ins letzte Detail. Heterosexuelle müssen sich hingegen nicht erklären, warum sie auf das andere Geschlecht stehen. Dabei könnte man sie fragen, ob sie denn sicher sind, heterosexuell zu sein. Immerhin waren sie nicht mit jemanden des eigenen Geschlechts im Bett. Woher wollen sie also wissen, ob sie tatsächlich Heteros sind?

Lesben müssen also nicht mit Männern schlafen, um zu beweisen, dass sie tatsächlich lesbisch sind. Und auch wenn sie es tun, dann sind sie danach nicht geheilt, also Heten.

Vor allem, sie müssen überhaupt nicht mit Männern schlafen. Es gibt durchaus den einen oder anderen Film, da hat der lesbische Charakter Sex mit einem Mann. Und das teilweise aus nicht nachvollziehbaren Gründen. Natürlich dürfen Lesben mit Männern Sex haben. Da spricht nichts dagegen. Und sie müssen deswegen noch nicht einmal bisexuell sein. Aber wenn Du sie mit einem Mann ins Bett schickst, lass es wenigstens einen guten Grund haben. Bitte!

Und wenn der Grund einfach nur der ist, dass sie gerade mal Sex braucht, ist das völlig in Ordnung. Das ist ein guter Grund. Aber einfach nur so die Lesbe mit einem Mann ins Bett schicken, damit die Geschichte noch einmal Hetensex hat, das finde ich nicht überzeugend. Daher noch einmal meine Bitte, schreib das nicht. Sehr wahrscheinlich ist es, dass Du damit Deine Leser*innen vergraulst. Danke schon einmal dafür.

Worüber könnte man schreiben?

Zum Thema Charakter und Geschichte und diese Dinge, werde ich mich an dieser Stelle nicht äußern. Dazu habe ich im letzten Beitrag schon was geschrieben. Und vor allem, auch wenn wir über lesbische Charaktere reden, unterscheiden sie sich nicht von anderen Figuren. Nur ihre Sexualität. Sie können trotzdem wild, stolz, frei, nervig, ängstlich, nervös und alles dazwischen sein, wie die anderen Figuren. Also menschlich.

Ein Erfahrungsbericht

Immer wieder hört oder liest man, dass es zu bestimmten Geschichtstypen noch gar keine Lesbian Fiction gibt. Als ich begann mich für das Thema BDSM zu interessieren, wollte ich einen lesbischen Roman lesen. Damals hieß es, dass es nur einen Roman gäbe. Es handelte sich damals um “Sarahs Lust” von Regina Hoffmann. Zwischenzeitlich sieht es anders aus.

Aber es gab Zeiten, da sah es auf dem deutschen Markt zumindest eher mau aus. Und wenn man genauer hinsieht, dann hat es sich eher unwesentlich verbessert. Daher dürfest Du in unzähligen Bereichen auf kaum bis gar keine Konkurrenz stoßen. Zumindest, wenn Du auf deutsch schreibst. Der englischsprachige Markt ist da ein wenig besser aufgestellt. Aber selbst da kannst Du Dich immer noch in Deinem Wunschbereich niederlassen, ohne auf wirklich viel Konkurrenz zu treffen.

Die Gründe für diese riesigen Lücken

Vor einigen Jahren war ich auf der LoveLetter Convention bei einem Panel zum Thema Gay Fiction. Da kam heraus, dass sogar lesbische Autorinnen eher Gay Fiction schreiben. Eine der möglichen Gründe dürfte in dem Vorurteil sein, dass es schwer sei über Frauen zu schreiben. Und dann gleich noch zwei, geht ja gar nicht. Tatsächlich hatte eine Autorin gesagt, dass es für sie leichter sei über Männer zu schreiben.

Zudem sehen immer noch sehr viele lesbische Erotik als Antörner für Männerfantasien, weniger als eine selbstbestimmte Sexualität. Wenn Du mit einer Suchmaschine nach “lesbischer Erotik” oder “lesbian erotic” suchst (was ich Dir NICHT empfehlen kann), bekommst Du auch entsprechende Angebote geliefert. Bei Gay Erotic sieht das anders aus (gerade ausprobiert).

Es ist also aktuell noch gut, dass Du noch nicht viel Konkurrenz hast, da Du Dich dann komplett neu positionieren kannst. Der Nachteil ist aber, dass Du schlimmstenfalls gegen gewisse Vorurteile angehen musst. Aber viele Leser*innen wünschen sich lesbische Charaktere in den Geschichten.

Mögliche Themen

Eben über alles, was Dich interessiert. Es geht auch hier in erster Linie um die Geschichte. Wenn Du also Fantasy schreiben möchtest, dann schreibe Fantasy. Das gilt auch für Science-Fiction, Krimi oder Horror. Es geht um den Charakter, nicht um die Geschichte. Lesbian Fiction ist selbst kein eigenes Genre. Es handelt sich hierbei um eine Zugabe für eine mehr diverse Geschichte.

Du kannst auch gerne recherchieren, wo es noch wenige oder gar keine lesbischen Charaktere gibt und genau dafür einen Roman schreiben. Oder Du vertraust auf Deine Geschichte und machst aus Deiner Heldin eine Lesbe. Sie muss in Deinem Roman keine sexuellen Kontakte haben. Es reicht schon aus, wenn sie für eine andere Frau schwärmt oder eine Beziehung mit einer Frau in der Vergangenheit hatte.

Abschlussgedanken

Eigentlich ist es nicht schwer, einen Roman mit lesbischen Charakteren zu schreiben. Man tut es einfach und lässt ein paar unnötige Klischees weg, die ich oben beschrieben habe. Sicherlich gibt es noch andere Klischees. Aber noch ist die Literatur in Deutschland sehr übersichtlich. Daher kannst Du Dich hier gerne austoben.

Und auch wenn viele nicht gerne über lesbische Charaktere schreiben wollen, viele Menschen wollen aber darüber lesen. Vielleicht motiviert Dich das doch, zumindest darüber nachzudenken, ob Du nicht eine Geschichte mit Lesben schreiben möchtest.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

P.S. Die Links enthalten keine Affiliate-Links.

 

Gay Fiction

Gay Fiction

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn die meisten von uns an homosexuelle Charaktere in Geschichten denken, dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass man sich darunter einen schwulen Mann vorstellt. Das dürfte unter anderem wohl daran liegen, dass Gay Fiction am weitesten verbreitet ist. Das ist auch der Grund, warum ich die Reihe mit ihnen beginne.

In dem heutigen Beitrag möchte ich darauf eingehen, was ich unter Gay Fiction verstehe, wie man das schreiben kann und vor allem, was man beachten sollte, um keine Klischees zu schreiben.

Kurze Vorgedanken

Gay Fiction oder auch Yaoi Geschichten waren lange Zeit in Japan durchaus sehr populär, bis diese dann nach Amerika (insbesondere die U.S.A.) rüberschwappten und nun auch in Deutschland angekommen sind. Wenn man von Gay Fiction schreibt, meinen viele häufig Gay Romance, also eine Liebesgeschichte zwischen zwei Männern.

Dabei ist das tatsächlich noch nicht einmal notwendig. Denn nicht jede Geschichte mit einem schwulen Charakter, muss automatisch ein Liebesroman sein. Aber das schauen wir uns nun etwas genauer an.

Kurze Vorbemerkung: Es mag sein, dass viele, gerade im englischsprachigen Raum, unter der Bezeichnung auch Lesben verstanden werden. Aber ich mache hier ganz klar eine Trennung. Einerseits, um sowohl den Männern, als auch den Frauen den ihnen gebührenden Platz zu widmen. Andererseits, weil ich häufig mitbekomme, dass viele unter Gay abwechselnd was anderes verstehen. Die einen meinen damit tatsächlich nur die Männer und nach belieben meinen sie auch mal Männer und Frauen. Bei mir werden Lesben eben nicht mitgemeint, sie werden direkt angesprochen.

Aus diesem Grund trenne ich beides voneinander. Und da ich mich hier nur auf die Männer beziehe, verwende ich, sicherlich nachvollziehbar, auch nur männliche Pronomen. Außer ich meine ganz klar Frauen.

Was verstehe ich unter Gay?

Unter der Bezeichnung Gay verstehe ich selbst, dass mindestens ein Charakter in der Geschichte, und zwar der Held persönlich oder ein anderer sehr wichtiger Charakter, sich als schwul definiert. Dabei reicht es tatsächlich für mich aus, dass der Held bzw. der Charakter für sich definiert, dass er eben schwul ist. Dies muss er nicht öffentlich machen (das berühmte Coming-out) oder andauernd mit anderen Männern schlafen. Seine Gedanken in entsprechender Richtung reicht aus.

Vor Jahren habe ich einen Ratgeber gelesen (es ging um die lesbische Sexualität), dass die persönliche Definition wichtiger ist, als die gesellschaftliche. Das bedeutet, dass Dein Charakter durchaus auch mit Frauen (oder mit wem auch immer) ins Bett gehen kann. Wie er sich definiert ist das Wichtigste dabei.

Und was unter Gay Fiction?

Jede Geschichte mit einem schwulen Charakter. Damit hat es sich für mich erst einmal erledigt.

Natürlich gibt es gewisse Unterscheidungen. In einigen Geschichten dreht es sich eben nur um den schwulen Charakter. In anderen Geschichten spielt seine Sexualität überhaupt keine Rolle. Aber jede Geschichte mit einem wichtigen schwulen Charakter, gehört in meinen Augen zu diesem Bereich. Gerne als Untergenre. Aber es gehört für mich dazu.

Für einige mag es vielleicht keinen Sinn machen, über einen schwulen Charakter zu schreiben, wenn dieser keine Beziehung eingeht. Aber seien wir mal ganz ehrlich. Nur weil jemand schwul ist (oder lesbisch oder bisexuell), bedeutet das noch lange nicht, dass er automatisch eine Beziehung eingehen muss. Oder am laufenden Band Sex haben.

Wenn Du über einen schwulen Charakter schreiben möchtest, ist er genau das, schwul. Das war es schon. Er kann Single sein, One-Night-Stands haben (mal mehr oder mal weniger), in einer Beziehung sein oder diese ist gerade in die Brüche gegangen. Daher ist die Frage, ob er eine Beziehung hat, erst einmal nicht wichtig.

Natürlich kannst Du schreiben, dass er in einer Beziehung steckt oder zumindest auf der Suche ist. Aber das ist nicht unbedingt notwendig.

Wie schreibe ich Gay Fiction?

Es geht im Folgenden nicht darum, wie Du eine Geschichte schreibst. Mir ist es wichtig darauf hinzuweisen, was eine Geschichte mit heterosexuellen Charakteren von einer Geschichte mit schwulen Charakteren unterscheidet. Ansonsten herrschen hier die gleichen Regeln, die Du bei einem Roman anwenden würdest. Also Aufbau, Spannung, Dialog und diese Dinge.

Der Charakter

Wenn Du eine Geschichte mit einem schwulen Charakter schreiben möchtest, brauchst Du natürlich auch diesen. Mindestens ein männlicher Charakter muss auf andere Männer stehen. Ansonsten können wir die Geschichte in einem anderen Genre einordnen.

Egal wie Du anfängst (also erst mit dem Plot oder mit den Charakteren), hier ist es tatsächlich wichtig, dass er schwul ist und sich als solcher irgendwie definiert. Dabei ist es egal, ob er sich seiner eigenen Homosexualität tatsächlich bewusst ist. Aber er sollte zumindest auf Männer stehen und sie sexuell attraktiv finden. Natürlich wäre noch ein zweiter schwuler Charakter wichtig, wenn Du über eine Beziehung schreiben möchtest. Doch Vorsicht, hier können einige Klischees warten.

Tatsächlich scheinen einige Autor*innen die Paare so anzulegen, als wäre einer der Mann und der andere die Frau in der Beziehung. Mit anderen Worten, bei manchen Geschichten hat man das Gefühl, dass ein heterosexuelles Paar beschrieben wird, bei dem beide zufällig schwul sind. Das Problem hierbei ist, dass selbst bei heterosexuelle Paare die Rollen nicht immer klar definiert sind.

Traditionell ist es ja so, dass der Mann das Geld verdient und die Frau zu Hause bei den Kindern bleibt. Das ist aber schon lange nicht mehr so. Frauen arbeiten außerhalb des Hauses und gelegentlich verdienen sie sogar mehr als die Männer. Kann man da noch von traditioneller Rollenverteilung sprechen? Bei einigen Beziehungen sicherlich. Aber schon lange nicht mehr alle sind so aufgebaut.

Daher wäre es schön, wenn Du kein Klischeepaar schreibst. Denn jeder Mensch ist anders. Warum sollte es bei schwulen Menschen auf einmal anders sein?

Wenn Du Dir nicht sicher bist, frag mal in den sozialen Medien, ob sich jemand Deine Charakterisierung anschauen möchte. Sicherlich kann Dir wer helfen, ob Du realistische Charaktere geschaffen hast oder Klischees bedienst. Oder noch besser, trau Dich und frag direkt nach, ob sich Schwule Deine Geschichte anschauen mögen. Klar, das kostet eine Menge Überwindung. Aber sie können Dir genau sagen, was ihnen gefällt und wie sie dargestellt werden möchte.

Das ist besonders dann wichtig, wenn Du auf Realismus setzen möchtest.

Die Geschichte

Theoretisch unterscheidet sich eine Geschichte mit schwulen Charakteren nicht von der, mit heterosexuellen Charakteren. Die einzige Ausnahme dürfte sicherlich die Coming-out Geschichten sein. Heterosexuelle müssen sich in unserer Gesellschaft nicht outen, weil man von den Menschen erwartet, dass sie erst einmal auf das andere Geschlecht stehen.

Sobald man von dieser Norm abweicht, verlangen viele irgendwo eine Klarstellung. Bist Du nun schwul oder nicht? Und wenn ja, dann bricht meistens die Hölle aus (warum auch immer).

Und theoretisch müssen sich Schwule immer wieder outen. Zuerst gegenüber den Eltern und der Familie. Dann gegenüber allen Freund*innen. Und immer und immer wieder gegenüber Menschen, die sie neu kennenlernen.

Die Umwelt

Wie reagieren die anderen Menschen (oder über welche Wesen Du auch immer schreiben möchtest), auf die Homosexualität Deines Charakters? Das kann auch noch ein sehr wichtiger Punkt bei Deiner Geschichte sein.

Vielen könnte es sehr wahrscheinlich egal sein, ob Dein Held schwul ist oder nicht. Andere hingegen könnten zumindest neugierig sein. Woher weiß er, dass er schwul ist, wann hat er es für sich herausgefunden? Und so weiter. Theoretisch könnte die Umwelt daraufhin sehr viele Fragen stellen. Ob das höflich ist oder nicht, dass hingegen ist eine andere Sache.

Natürlich gibt es auch, welche Deinem Charakter dann das Leben zur Hölle machen. Warum? Das ist Dein Job dies für Deine Charaktere herauszufinden. Warum das in der Realität so ist? Ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich wissen will. In Deiner Geschichte kannst Du solche Typen gerne verwenden. Sie dürften sehr wahrscheinlich in der Lage sein, Deinem Helden das Leben sehr schwer zu machen. Und eventuell könnte das auch Plottwists bedeuten, damit die Geschichte die eine oder andere Wendung bekommt.

Genres

Theoretisch kannst Du Deinen schwulen Charakter in jedem Genre unterbringen. Es mag sein, dass der Liebesroman aktuell sehr beliebt ist. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass es hier enden muss. Natürlich kannst Du Deinen Charakter in fantastische Welten schicken, zu den Sternen oder einen sehr blutigen Mord aufklären lassen. Es gibt nichts, was Dein Charakter nicht kann oder darf.

Du allein entscheidest die Grenzen für Deinem Charakter. Mein Tipp ist, lass Deine Fantasie ruhig freien Lauf. Dann wirst Du schon sehen, zu was er alles in der Lage ist. Daher möchte ich schon gar nicht weiter darauf eingehen. Denn jedes Genre, dass Du gerne liest oder in dem Du gerne schreibst, darf gerne auch ein schwuler Charakter rein. Warum auch nicht?

Erotik und Sex

Erotik und Sex machen Spaß. Wenn Dein Charakter nicht asexuell ist, dürfte das auch für ihn gelten. Aber bei Schwule scheint es prinzipiell zu sein, dass sie kein Problem mit Analsex haben oder mit Oralsex. Dabei sieht die Realität durchaus anders aus.

Vor Jahren bin ich über einen Ratgeber gestolpert, der erklärte, wie man den schwulen Partner dazu bringt, Analsex zu mögen. Mit anderen Worten, nicht alle mögen es. Das kann auch für Deinen Charakter gelten. Wenn Du eine Frau bist und eine Beziehung zu einem Mann hast, frag ihn doch mal, ob er auf Analsex stehen würde. Ihr müsst das ja nicht in der Praxis ausüben, aber wahrscheinlich würde ihm das nicht unbedingt gefallen.

Und nur, weil Dein Charakter schwul ist, heißt das noch lange nicht, dass er wirklich alles mitmacht, nur weil es irgendwelche Konventionen das verlangen. Er ist ein Charakter mit individuellen Eigenschaften. Das kannst Du dann gerne berücksichtigen.

Sollten Frauen über Schwule schreiben?

Das ist die ewige Frage, die man wohl nicht völlig beantworten kann. Dürfen Männer über Frauen schreiben, Frauen über Männer oder eben Frauen über schwule Männer. Es gab letztes Jahr eine große Diskussion zu diesem Thema. Eben, ob Frauen über schwule Männer schreiben dürfen oder diese als Sexobjekte degradieren.

In meinen Augen ist es durchaus legitim, dass Frauen über Schwule schreiben, solange dies mit Respekt geschieht. Versuche Klischees zu vermeiden wie, alle Schwule stehen andauernd auf Sex, alle wollen gleich Analsex, ein Mann ist die Frau und der andere der Mann und so weiter. Dann kannst Du tatsächlich etwas komplett Neues erschaffen.

Wenn ich etwas aus meinem eigenen Schreiben gelernt habe, ist, sei kritisch. Sei einfach gegenüber allem, was bisher geschrieben wurde kritisch. Und auch gegenüber dem, was Du selbst geschrieben hast. Dann wirst Du auch etwas besonderes schaffen. Da bin ich mir sicher.

Abschlussgedanken

Vermutlich kanntest Du einige dieser Informationen bereits. Vielleicht haben Dich einige andere hingegen zum Nachdenken gebracht. Wichtig ist, dass Du jedes Thema, das nicht Dich selbst repräsentiert, mit einer gehörigen Portion Respekt angehst. Dann kannst Du diese Sache komplett anders angehen. Und damit auch etwas besonderes schaffen. Halt die Augen offen und schau genau hin. Du wirst es nicht bereuen.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

Wie man einen BDSM Geschichte schreiben kann

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es mag sein, dass 50 Shades of Grey das Genre des BDSM ins Fokus der Literatur gerückt hat. Aber eins ist sicher, es gab schon immer Geschichten zu diesem Thema und es wird auch weiterhin Bücher dazugeben, selbst wenn niemand mehr über 50 SoG spricht. Daher möchte ich Dir heute einige Vorschläge machen, wie man solch einen Roman schreiben kann.

Kurze Vorgedanken

Auch wenn man selbst kein Bedürfnis hat, sich den Hintern versohlen zu lassen oder selbst als Fem-Dom die Peitsche zu schwingen, reizt es viele einen entsprechenden Roman zu schreiben. Und auch wenn das Praktiker*innen aus der Szene nicht gefällt, ich finde das Selbst durchaus in Ordnung.

Dabei gibt es einige einfache Dinge, die man berücksichtigen darf, kann und auch durchaus sollte, damit ein BDSM-Roman in sich schlüssig und ein Lesegenuss wird. Die Regeln eines erotischen Romans können hier befolgt und durch einige spezielle Punkte ergänzt werden.

Wie man einen BDSM Geschichte schreiben kann

Zu den wichtigen Grundlagen

Die Geschichte

Egal wie erotisch ein Roman sein soll, eine kleine Geschichte darf immer dabei sein. So hab ich letztes Jahr einen BDSM-Roman gelesen, bei dem es sich nur darum drehte, wie er ihr den Hintern versohlte. Eine Hauptgeschichte kam nur in den ersten zwei oder drei Kapitel und dann noch einmal in den Letzten ein oder zweien vor.

Zugegeben, ich lese gerne erotische Romane. Und von mir aus darf es auch ein wenig mehr Sex in der Geschichte vorkommen, als Verlage es vorgeben. Immerhin greife ich nicht umsonst zu einem entsprechenden Roman. Aber wenn da gar keine Geschichte existent ist oder ein Konstrukt geschaffen wird, um die beiden immer und immer wieder ins Bett (oder wohin auch immer) zu schicken, das geht sogar mir zu weit.

Daher bitte ich Dich, wenn Du einen erotischen Roman oder einen BDSM-Roman schreibst, dann erschaff bitte zuerst die Geschichte drum herum.

Vielleicht mögen sich die anderen Romane auch verkaufen, also in denen es mehr um den Sex geht, als um die Geschichte. Aber ich denke, dass es auf Dauer sinnvoller ist, wenn Du Dich auf eine Geschichte konzentrierst. Sie muss nicht komplex sein (darf es aber gerne). Hauptsache der Roman besteht nicht zu achtzig Prozent aus Sex.

Die Charaktere

Warum empfindet ein Mensch sexuelle Befriedigung daraus, dass ein anderer Mensch ihr den Hintern versohlt (ich brech das brachial darauf runter, unten werde ich das Thema etwas differenzierter angehen)? Das muss ja einen Grund haben. Und es ist Deine Aufgabe als Autor*in das herauszufinden. Genauso, wie die Frage, warum jemand es als erregend befindet, jemand anderen Schmerzen zu zufügen.

Denn BDSM ist etwas anderes, als zum Beispiel im freien Sex zu haben. Oder sich einem Dreier hinzugeben. Hier geht es darum, dass jemand anderes die Kontrolle über eine Person übernimmt und dieser unter anderem physische Schmerzen zufügt. Und beide haben Spaß daran.

Wenn Du also einen BDSM-Roman schreiben möchtest, brauchst Du Charaktere, die eben daran Spaß haben, sich darauf einlassen und es auch wollen. Auch wenn ein Charakter noch nie gefesselt und mit einer Peitsche bearbeitet wurde, müssen beide Seiten dafür offen sein.

Müssen? Ja klar. Es gibt Menschen, die partout ablehnen, sich als Sklaven oder Fem-Dom zu sehen. Die würden sich niemals auf eine Session einlassen, um das auch nur mal auszuprobieren. Daher müssen Deine Charaktere zumindest dafür offen sein, diese Art der Sexualität zumindest auszuprobieren. Sind sie es nicht, dann wirken sie schlichtweg unglaubwürdig.

Auch wenn Dein Sklave in diese Welt eingeführt werden muss, sollte in seiner Art doch schon etwas zu finden sein, dass er daran letztendlich Spaß findet. Genauso wie seine Fem-Dom. Daher ist es wichtig, besonders hier großen Augenmerk zu legen.

Hier noch ein kleiner Hinweis zu der Kindheit Deiner Charaktere. Vor einer Zeit hab ich einen Ausschnitt aus einer Aufklärungsserie gesehen, welcher Typ Mensch sich eher für BDSM-Spielarten interessiert. Es gibt dazu noch keine offiziellen Studien (und vermutlich wird es auch dauern, bis es sie gibt). Aber es scheint eher so zu sein, dass Menschen, die eine gewaltvolle Kindheit hatten, weniger dazu neigen, sich für BDSM zu interessieren. Menschen mit einer halbwegs normalen Kindheit (also ohne Gewalt und Derartigem) sind eher bereit, sich für BDSM zu begeistern und in diese Welt einzutauchen.

Das so viel zu den Fem-Doms oder Doms, die eine grausame Kindheit hatten und aus diesem Grunde andere deswegen dominieren müssen.

Begrifflichkeiten

Wie jede Subkultur hat auch die Welt des BDSM eine eigene Sprache entwickelt. Um diese Welt realistisch darzustellen, ist es durchaus wichtig, dass Du sie kennst und richtig einsetzt.

An dieser Stelle möchte ich Dir einige Begriffe näher erläutern, um Dir den Einstieg zu erleichtern. Die restliche Recherche kannst Du dann gerne übernehmen (siehe unten die Linkliste für die weitere Arbeit).

FemDom oder Dom

Sie sind der dominante Teil in der Beziehung. Letztendlich sind sie es, welche die Session leiten, die Peitsche schwingen oder die Sub dominieren. Dabei steht FemDom für „Female Domination“ und wird für die Frau benutzt. Dom ist meistens die Bezeichnung für den Mann.

Bei FemDom heißt es zwar, dass sie den Mann dominiert. Aber es gibt auch Frauen, welche andere Frauen dominieren. Dabei ist es nicht zwangsläufig, dass sie lesbisch oder bisexuell ist. Es kann für sie einfach nur erregend sein, eine Frau zu dominieren. Das gilt natürlich auch für die Herren.

Sub(missiv)

Das ist die Person, die sich dominieren lässt. Die Sub gibt sich jemanden hin und hat während der Session ihren Spaß, egal wie zart oder hart das Ganze ist. Doch wenn die Session vorbei ist, übernimmt die Sub ihr Leben und beide können ihre eigene Wege gehen.

Daher ist es gut, wenn Du eine Sub nicht mit einer Sklavin verwechselst.

Sklavin / Sklave

Sie geben sich ihrer Herrin oder ihrem Herren voll und ganz hin. Denn diese bestimmt nicht nur die Session, sondern sogar den Alltag. Hier gehen beide einen Schritt weiter. Das bedeutet, dass sie bestimmen kann, was die Sklavin trägt, wo sie arbeitet und wie die Freizeit der Sklavin gestaltet wird. Zudem können beide ausmachen, dass die Sklavin 24/7 der Herrin zur Verfügung steht (also 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche).

Spanking

Das bedeutet, dass die Schläge mithilfe der Hand ausgeführt werden. Bekannteste Art ist das spanken des Gesäßes. Hier wird also mit der nackten Hand (gegebenenfalls auch mit speziellen Handschuhen) der Hintern versohlt.

Für viele ist das ein Einstieg in diese Szene und zugleich kann man hier auch lernen, die Schmerzgrenze auszuloten. Zugleich ist es auch eine Übung für die Stärke des Schlagens.

Vanila oder Vanila Sex

Diese Bezeichnung kommt von dem Geschmack Vanilie, welche wohl fast alle Menschen gerne essen. Damit wird letztendlich der gesellschaftlich akzeptierte Sex bezeichnet (also Frau und Mann, womöglich in der Missionarsstellung). Alles was nicht Vanila ist, wird dann häufig als kinky bezeichnet.

Bottom

Der passive Teil einer Session.

Top

Der aktive Teil einer Session.

Session oder Szene

Das ist ein Spiel, in denen, die FemDom der Sub (oder auch Sklav*in) die Schmerzen zufügt. Dabei kann es direkt zur Sache gehen oder im Rahmen eines Spiels stattfinden. Das bedeutet, dass die Sub zum Beispiel erst einmal putzen muss, dann soll er irgendwelche andere Aufgaben erledigen und dann kann es auch direkt zur Sache gehen.

Die Session sollte dabei von beiden Seiten abgesprochen werden, was gefällt und wo der Sub sagt, bis hierhin und nicht weiter. Nur so kann die Top verhindern, dass es zu einem vorzeitigen Abbruch kommt.

Von Safeword und Slowword

In manchen Romanen vermisse ich die Absprache zwischen der FemDom und dem Sub bezüglich eines Safewords. Und dabei ist das ungemein wichtig. Ohne ein Safeword würden richtige FemDoms und Doms nie in eine Session gehen. Und wenn doch, ich hab gelesen, dass die BDSM-Gemeinde sehr engmaschig verstrickt ist. Solche Leute würden wohl sehr schnell vor die Tür gesetzt werden.

Doch was ist nun eigentlich was?

Das Safeword

Hierbei handelt es sich um ein Wort, mit dem man die komplette Session abbricht. Wenn es dem Sub zu viel wird, er nicht mehr kann oder nicht mehr will, dann sagt er eben dieses Wort und die FemDom ist dann auch verpflichtet, alles sofort zu beenden.

Ohne ein Safeword sollte ein Sub niemals in eine Session oder was auch immer gespielt wird, gehen. Denn es kann immer passieren, dass er auf einmal Panik bekommt, nicht mehr weitermachen kann und daher alles abbrechen muss, weil er sonst einen Schaden erleidet. Das Safeword garantiert, dass das auch geschieht.

Dabei sollte das Safeword so gewählt werden, dass man es nicht verwechseln kann. Emily Bold hat ein Buch herausgebraucht „Autsch, ist ein schlechtes Passwort„. Das gilt auch für Halt, Stopp und Aua. Denn in einer Session kann es durchaus vorkommen, dass die Sub diese Wörter von sich gibt, aber gar nicht will, dass die FemDom wirklich aufhört. Es gehört teilweise dazu.

Es sollte im Idealfall also ein Wort sein, dass man nicht verwechseln kann. Sagen wir mal zum Beispiel Pfannkuchen oder von mir aus, Einhornregenbogen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man so etwas aus Versehen sagt, ist äußerst gering.

Das Safeword kann auch dann gesagt werden, wenn ein Knebel im Mund ist, man versteht immer noch halbwegs, was der Sub sagen möchte. Notfalls kann auch ein Schnippen vereinbart werden, sodass die FemDom kurz pausiert und sich anhört, was der Sub von ihr möchte.

Slowword

Das Slowword ist dafür da, dass die FemDom immer weiß, ob es dem Sub gefällt und er noch mitgeht. Meistens wird es mit dem Ampelsystem dargestellt.

Wenn der Sub also Grün sagt, dann ist alles in Ordnung und die FemDom kann gerne weiter machen. Es gefällt ihm (noch) und hat damit kein Problem.

Bei Gelb sieht es schon anders aus. Hier soll die FemDom langsamer machen. Noch gefällt es dem Sub, nur nicht in dieser Intensität.

Sagt er hingegen Rot, dann will er nicht, dass die FemDom mit der Aktion, die sie gerade durchführt, weitermacht. Sagen wir mal, die FemDom kitzelt den Sub und er mag es überhaupt nicht. Dann sagt er Rot und die FemDom muss sich etwas anderes einfallen lassen.

Beim Slowword wird nicht die Session selbst abgebrochen, sondern nur eine Aktion. Oder eben diese bestätigt.

Innerhalb einer Beziehung

Letztens hatte ich ein Gespräch mit einer Autorin, deren Freundin und der Lebensgefährte eine BDSM-Beziehung führt. Die Freundin teilte mit, dass sie überhaupt nicht daran denkt, ein Safeword zu benutzten. Warum? Nach einer gewissen Zeit innerhalb der Beziehung sollte man schon wissen, was ihrem Partner gefällt und was nicht. So zumindest die Aussage dieser Freundin. Und das leuchtet mir ein.

Innerhalb einer Beziehung kann das auch gemacht werden. Wobei das natürlich auch nach hinten losgehen kann. Denn es kann immer passieren, dass sich die Situation ändert und die Freundin / FemDom das alles missversteht. Daher würde ich selbst immer auf ein Safeword bestehen. Aber das ist meine persönliche Ansicht.

Sollte sich aber Dein Charakter jedoch einer professionellen FemDom hingeben, sieht die Geschichte etwas anders aus. Die Beziehung besteht vielleicht nur an Wochenenden oder erst seit Kurzem. Da sind Safewords wichtig. Wenn ein Paar miteinander spielt, können sie eine eigene Sprache entwickeln, damit sie ihre Wünsche äußern.

Und aus einem naheligenden Grund würde ich in einem fiktionalen Text auf einem Safeword bestehen. Viele Leute halten das, was Du in Deiner Geschichte schreibst womöglich für wahr. Daher könnte es sein, dass sie auf das Safeword verzichten, nur weil Du nicht darüber geschrieben hast. Dann könnte das im realen Leben schlimmstenfalls zu extremen Konsequenzen kommen.

Egal wie Du es vielleicht privat handhaben magst (sofern Du aus der Szene kommst). Bitte halt Dich in Deinem Text an die Spielregeln. Und wenn es nur darum geht, Deine Leser*innen nicht auf irgendwelche dumme Gedanken zu bringen. Sicher ist halt sicher.

Der Sklav*innenvertrag

Zu der Spielart des BDSM kann auch gehören, dass zwischen der FemDom und dem Sklaven (wobei theoretisch auch mit der Sub) ein Vertrag geschlossen wird. Hierbei wird geklärt, was die FemDom und vor allem, was der Sklave zu tun hat. Hier werden die Regeln, Aufgaben und Verpflichtungen abgeklärt.

So zum Beispiel, dass derSklave jederzeit zur Verfügung zu stellen hat, wenn die FemDom nach ihm verlangt. Und die FemDom hat sich immer um das Wohlergehen des Sklven zu kümmern. Sollte sie also dafür Sorgen, dass der Sklave seine Arbeit verliert, weil diese von ihm verlangte blauzumachen, dann geht es gegen das Wohlergehen.

In einem solchen Vertrag können auch gesundheitliche Hinweise mitgeteilt werden. Wenn also Dein Sklave Knieprobleme hat, muss Deine FemDom darauf achten, dass dieser nicht zu lange kniet. Oder wenn er Asthma hat, dass dann das Asthmaspray immer griffbereit ist.

Das gilt auch für Praktiken, welche der Sklave überhaupt nicht mag. Nehmen wir an, er steht überhaupt nicht darauf ins Gesicht geschlagen zu werden. Dann kann er dies im Vertrag festhalten. Und dann sollte die FemDom darauf achten, dass sie ihm eben nicht ins Gesicht schlägt.

Hier noch ein kleiner rechtlicher Hinweis: Diese Verträge sind natürlich nicht rechtlich bindend. Das bedeutet, sollte eine Seite verlangen, dass der Vertrag eingehalten wird, kann diese Person nicht vor das Gericht ziehen und die Einhaltung verlangen.

Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Angelegenheit, welche beide Seiten abschließen können. Mehr aber auch nicht.

Und noch ein Hinweis: Trotz der Einwilligung der Sub oder des Sklaven kann sie die FemDom jederzeit vor Gericht wegen schwerer Körperverletzung gezerrt werden. Denn trotz der Einwilligung wird das vor Gericht als solche sicherlich nicht anerkannt werden. Und daher kann es viel Ärger geben. Daher sollte sich die Domseite an die Inhalte des Vertrages halten.

Doch wo keine Klägerin, da keine Angeklagte. Sprich, solange der Sub oder die Sklavin nicht das Bedürfnis hat, ihre FemDom anzuzeigen, sind beide Seiten entsprechend sicher.

Eine Session planen

Für einen erotischen BDSM-Roman ist es natürlich auf Dauer wichtig, dass beide in Aktion treten. Daher ist es für Dich sicherlich interessant zu wissen, was die beiden überhaupt wollen.

Im Internet oder in dem Buch von Dr. Charley Ferrer (BDSM for Writers) gibt es einen sogenannten Neigungsbogen. Dort findest Du Fragen, was sowohl Deine FemDom, als auch Dein Sub bzw. Sklave mag oder auch nicht mag. Ich kann Dir nur empfehlen, solche Bögen ruhig auszufüllen. Dadurch bekommst Du schon einmal Inspirationen, wohin die Session für Deine Charaktere gehen kann.

Dabei kann es von zart bis hart gehen. Zum Beispiel von Fesselspielen bis hin zu Würgespielen. Alles was Deinen Charakteren gefällt, kannst Du theoretisch anwenden.

Da wir aber einen erotischen Roman schreiben wollen, kann es natürlich sehr hart an die Grenze gehen, wenn Du Deine Charaktere auf einmal wirklich würgen lässt, bis diese fast ersticken, sie Natursekt und -kaviar essen lässt oder diese in Windeln herumlaufen.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Natürlich haben viele diese Fetische. Aber der Großteil Deiner Leser*innen wird das wohl weniger lesen wollen. Daher überleg Dir, wie weit Du da wirklich gehen möchtest.

Und dann überleg Dir in einer Extradatei, wie die Session genau ablaufen soll oder auch abläuft. In dieser Datei kannst Du wirklich alles bis ins letzte Detail beschreiben. Was sagt die FemDom, was fühlt der Sub und so weiter. Das alles musst Du dann natürlich nicht in Deinen Roman übernehmen. Aber wenn Du weißt, wo Dein Charakter gerade ist und was sie macht, dann ist das eine wertvolle Hilfe.

Übrigens: Inspirationen für Deine Szenen kannst Du Dir auch auf tumblr holen. Dort gibt es unzählige Blogs, welche erotische Bilder hochladen, genauso wie Gifs und kleine Bilder. Auch zum Thema BDSM. Natürlich solltest Du Dir diese Blogs nur dann ansehen, wenn Du über 18 bist. Und auch dann geschieht dies bitte auf eigene Gefahr. Denn ich verfolge einige solcher Blogs und es gab durchaus Bilder, die mich ein wenig verstört zurückgelassen haben. Nicht alles ist für schwache Nerven (solche Blogs entfolge ich dann auch sofort).

Und noch ein kleiner Tipp: Es gibt genügend Onlineshops, die entsprechendes Spielzeug verkaufen. Wenn Du Dir Inspirationen holen möchtest, kannst Du auch dort ein wenig stöbern. Denn wie heißt es so schön, gucken kostet nichts.

Alles zusammenfügen

Wichtig ist sicherlich erst einmal, dass Du weißt, um was es in Deiner Geschichte geht. Ohne eine grobe Struktur wüsste ich selbst nicht, worüber ich schreiben könnte. Und mir fällt es dann auch schwer die Charaktere zu „sehen“.

Dabei muss ich selbst noch nicht einmal ins Detail gehen, sondern kann erst einmal grob bleiben. Selbst ein oder zwei Sätze reichen mir schon aus, um dann weitermachen zu können.

Als Nächstes kommen für mich die Charaktere. Wer sind sie, was wollen sie. Und in diesem Fall, was erregt sie. Je mehr ich über sie weiß, desto eher kann ich sie auch ins Bett schicken. Oder in diesem Fall ins Dungeon.

Über die Charaktere komme ich dann meistens zu der Geschichte. Wenn ich diese plane, weiß ich auch schon grob, wo ich die erotischen Szenen einfügen kann. Was da genau geschieht, muss ich noch nicht wissen. Es geht erst einmal darum, dass ich weiß, wann genau die Action losgeht.

Wenn Du das alles zusammenhast, dann kannst Du auch natürlich schon loslegen. Je nachdem, wie Du es gerne handhabst, mit dem Schreiben.

Wie weit kann ich gehen?

Natürlich kannst Du so weit gehen, solange Du Dich dabei wohlfühlst. In der Sekunde, in der Du zu Dir selbst sagst, dass Dir etwas nicht gefällt und Du nicht dahinter stehen kannst, würde ich abbrechen. Es bringt nichts, wenn Du Dich zu etwas zwingst, was Du selbst einfach nicht schreiben willst.

Aber es gibt auch Sachen, über die würde ich auch so niemals schreiben, selbst wenn ich mich darin wohlfühlen würde (was ich nicht tue). So gibt es den Fetisch Sex mit Tieren zu haben. Für mich rangiert es durchaus auf einer Stufe wie Sex mit Kindern. Beide sind den sexuellen Fantasien anderer Menschen hilflos ausgeliefert, verstehen nicht, was mit ihnen passiert, und werden letztendlich missbraucht.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, so etwas in Deinem Roman nicht zu erwähnen. Eventuell könnte es sogar sein, dass jemand das bei der Polizei meldet und Du eine Strafanzeige bekommst.

Ansonsten tob Dich einfach aus. Du wirst letztendlich schon sehen, was Dir gefällt und was gelesen wird.

Achtung Fantasie

Manchmal findest Du in den entsprechenden Romanen Szenen, die fernab jeglicher Realität ist. In Fantasieromanen selbst würde ich da vielleicht den einen oder anderen Augen gnädig zudrücken. Denn dort können Drachen und Magie eine Rolle spielen, warum nicht auch ein wenig abgedrehter BDSM-Sex (auch wenn jetzt alle FemDoms und Subs mit dem Kopf auf den Tisch landen, für mich selbst wäre das in Ordnung).

Wenn Du aber in unserer Realität schreibst, empfehle ich Dir, Dich auch an die realen Gegebenheiten zu halten. Was machen die Menschen in den Dungeons und was hält der Körper überhaupt aus? Das bedeutet für Dich natürlich, dass Du sehr viel recherchieren musst.

Eine Möglichkeit ist auch, dass Du Dich mit echten FemDoms/Doms bzw. Subs unterhältst. Frag einfach auf Facebook oder Twitter nach Leuten, welche sich da auskennen. Sicherlich wird sich jemand melden.

Warnhinweise

Tatsächlich habe ich in einem englischsprachigen Buch mal die Warnung gelesen, dass man die Thematik BDSM nicht so angehen soll, wie im Buch. Leider weiß ich den Titel und die Autorin nicht mehr, aber es ging darum, dass innerhalb weniger Stunden, eine Frau zur Sklavin ihres Doms wurde. Die Autorin erklärte, dass im realen Leben so etwas niemals passieren würde bzw. man sich niemals jemand so an den Hals werfen sollte.

Vor diesem Hinweis habe ich verdammt viel Respekt. Zwar wissen viele, dass es so ist. Aber die Autorin hat es nicht als gegeben hingenommen, sondern noch einmal gesondert darauf hingewiesen, dass es im realen Leben anders zugeht, als in der Fiktion.

Wenn Du also darüber schreibst oder über Praktiken, die in der Realität nie so angewandt werden würden, erwähne es ruhig.

Das gilt auch für die Inhalte. Klar, zuerst dass es überhaupt ein BDSM Roman ist. Dann aber auch die Hauptthemen, die Du verwendest. Spanking, Bondage und so weiter. Die Erwähnung reicht völlig aus. Deine Leser*innen wissen, worauf sie sich einlassen. Und notfalls haben sie keine Ausrede, warum überraschenderweise doch Erotik bzw. BDSM in der Geschichte vorkommt.

Sie hätten ja Deine Beschreibung lesen können.

Abschlussgedanken

Egal ob Du einen BDSM-Roman oder „nur“ einen erotischen Roman schreibst. Recherche ist das A und O. Du kannst Dir auch gerne Onlineshops suchen, in denen BDSM Sachen verkauft werden, um Dich inspirieren zu lassen. Hauptsache Du hast Spaß dabei und es ist realistisch.

Und lass Dich nicht davon abhalten einen BDSM-Roman zu schreiben, nur weil Du das nicht lebst. Als Autorin hast Du sicherlich genügend Fantasie, um andere Welten oder eine sexuelle Spielart zum Leben zu erwecken.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Wie kann ich eine (gute) Sex-Szene schreiben?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nachdem wir geklärt haben, was Erotik und Pornografie ist und die wichtigen Grundlagen der erotischen Fiktion, kümmern wir uns heute um die Frage “Wie kann ich eine (gute) Sexszene schreiben?”. Wir haben vermutlich alle die eine oder andere erotische Szene gelesen. Doch was macht sie gut und was schlecht? Ein paar Tipps gibt es, mit denen Du arbeiten kannst.

Kurze Vorgedanken

Vor längerer Zeit wurde ich gebeten, ob ich denn nicht einen Beitrag schreiben könnte, wie man gute erotische Literatur bzw. Szenen schreiben kann. Auf meinem alten Blog hatte ich das getan und hier ist er nun in einer etwas überarbeiteten Version. Gerade in einer Zeit, in denen es scheinbar Gang und gäbe ist, dass sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Stalking und ähnliche Straftatbestände in Romanen vorkommen, als wäre das romantisch. Und an dieser Stelle kann ich Dir schon einmal garantieren, Tipps, wie Du solche Romane schreiben kannst, findest Du hier nicht. Ansonsten möchte ich Dir erst einmal allgemeine Tipps geben, was Du beachten kannst. Dann Hinweise zur Vorbereitung des Schreibens einer erotischen Szene. Und dann zu guter Letzt noch, was Du beim Schreiben direkt beachten kannst bzw. solltest.

Wie kann ich eine (gute) Sex-Szene schreiben?

Allgemeine Hinweise zum Swchreiben von erotischen Szenen

Gute Charaktere

Wie bei jedem guten Roman wäre es auch bei einem erotischen Liebesroman schön, wenn Du mit runden Charakteren schreibst. Was ich damit meine? Dass sie sowohl Stärken, als auch Schwächen haben. Je mehr Du über die Charaktere weißt, desto besser kannst Du den Plot planen und zudem auch besser schreiben. Und je tiefer Deine Charaktere gehen, desto glaubwürdiger werden sie am Ende sein. Daher finde ich es wichtig, dass Du in die Charakterarbeit durchaus Energie steckst. Am Ende wirst Du mit guten Charakteren dafür belohnt werden.

Sexuell aktive Charaktere

Jede Geschichte steht und fällt mit den Charakteren. Auch wenn das für viele selbstverständlich scheint, so wird das nicht immer angewandt. Wenn Du zum Beispiel einen Krimi schreiben willst, brauchst Du mindestens einen Charakter, der einen Mord begeht und einen Charakter, welcher dann ermittelt. Ansonsten klappt das mit dem Krimi nicht. Und natürlich gilt das auch für einen erotischen Roman. Hier brauchst Du mindestens zwei Charaktere, die Sex haben wollen (gut, mindestens einen Charakter, der selbst Spaß mit sich hat, aber das wäre dann wohl kein klassischer, erotischer Roman).

Wenn Du also über einen Charakter schreiben möchtest, der asexuell ist und sich zudem vor dem Austausch von Körperflüssigkeiten (beim Küssen und Geschlechtsverkehr zum Beispiel) regelrecht ekelt, dann wird es für Dich schwierig, sie oder ihn ins Bett zu kriegen. Klar, auch solch eine Person kann Sex haben. Sogar ihren Spaß daran finden. Doch das musst Du sehr gut darstellen, wie die Figur ihre persönlichen Ansichten ändert.

Wenn Du nur schreibst, die beiden haben nun Sex, wirkt das, gelinde gesagt, nicht überzeugend. Und damit verärgerst Du womöglich einige Deiner Leser*innen. Das gilt auch für Charaktere, die eigentlich kaum, bis gar keine sexuellen Erfahrungen haben. Inwiefern können gerade solche Figuren zu kleinen Sexheld*innen werden? Besonders dann, wenn sie keine Ahnung haben, was sie selbst wollen oder eben auch nicht wollen?

Natürlich kannst Du auch jungfräuliche Charaktere in Deine Geschichte schicken. Das will ich nicht sagen. Aber sie sollten für eine sexuelle Beziehung offen sein. Denn häufig lese ich Liebesromane mit erotischen Teilen, in denen zumeist die Frau eine Jungfrau ist und gelegentlich noch nicht einmal weiß, wie man Orgasmus buchstabiert.

Versuch daher Charaktere zu erschaffen, die zumindest Interesse an Sex und sexuelle Praktiken haben. Damit gewinnst Du dann überzeugende Figuren, denen man abkauft, dass sie wirklich das, was sie im Schlafzimmer (oder wo auch immer) tun, auch wirklich wollen. Denn wollen Deine Charaktere wirklich Sex, brauchst Du Dir keine Gedanken machen, wie Du sie dazu bringen sollst.

Vor zwei Jahren wollte ich gerne einen erotischen Roman schreiben. Am Ende gab es keine einzige Sexszene, weil sich die Charaktere dazu geweigert hatten. Sie waren einfach nicht auf Sex aus. Und dazu zwingen konnte ich sie nicht, weil das nicht ihrem Typ entsprochen hätte.

Bitte keine Vergewaltigungsszenen

Was auch immer gerade los ist, aber aus mir unbekannten, und vor allem, unerklärlichen Gründen sind manche Autor*innen der Meinung, eine Vergewaltigung sei wirklich romantisch. Daher möchte ich persönlich eines klarstellen: Es ist nichts Romantisches dabei einen Charakter (dabei ist es egal, ob diese weiblich oder männlich ist, auch wenn die Betroffenen weitgehend weiblich sind) zu stalken, sie zu bevormunden, ihr Leben zu überwachen, Befehle zu geben, die gegen ihre Persönlichkeit gehen, ihr Freundschaften oder Kontakte zu verbieten, ihr den Job vorzuschreiben, sexuelle Gewalt aufzudrücken oder eben zu vergewaltigen.

Doch genau diese Punkte habe ich in einigen Rezensionen zu Büchern gefunden, die von den Verlagen (und auch von Selfpublisher*innen) Highlight der Saison angepriesen werden. Was bitte schön ist daran hipp, ein Highlight oder Sonstiges? Daher ich bitte Dich höflichst, schreib keine Vergewaltigungsszenen. Sex schreiben ist schon schwierig genug. Dann die seelischen Reaktionen darauf sind dann ein eigenes Thema.

Mir ist bewusst, dass für viele Frauen Vergewaltigungsfantasien durchaus wichtig sind. Natürlich sind sich diese Frauen im Klaren, dass es eben nur Fantasien sind und niemand das im realen Leben erleben wollen. Aber sie sind da. Und wir können uns gerne darüber unterhalten, woher sie kommen. Wenn Du dieses Thema also in Deiner Geschichte aufgreifen möchtest, dann ist das in Ordnung. Aber es wäre wirklich schön, wenn Du dann auch wirklich schreibst, dass es eben nur Fantasien sind. Geschieht dies aber in der Realität, wäre es schön, wenn Du Deinen Charakteren erlaubst, dies zu verurteilen. Wenn Du mit dem Thema differenzierter umgehst, dann ist das in Ordnung. Wenn nicht, dann … ???

Wie schreibe ich nun Erotik – die Vorbereitung?

Es gibt mehrere Schritte, um einen erotischen Roman zu schreiben. Auf diese möchte ich erst an dieser Stelle dann nach und nach eingehen.

Schritt 1: Womit fühlst Du Dich am wohlsten?

Dieser Ratschlag gilt für alle Geschichten, die Du in Deinem Leben jemals schreiben möchtest. Wenn Du Dich beim Schreiben nicht wohlfühlst, dann läuft etwas schief. Einige haben Probleme damit, wenn sie jemanden in ihrer Geschichte brutal abschlachten wollen oder die Charaktere eben intim werden sollen. Dann können selbst die talentiertesten Autor*innen auf einmal eine Schreibblockade erleben.

Wenn Du Dich also absolut unwohl bei dem Gedanken fühlst, über den Geschlechtsverkehr zu schreiben, dann gibt es nur einen Ratschlag, lass es. Denn auf Dauer werden es Deine Leser*innen merken, wenn Du mit der Erotik Probleme hast, es aber krampfhaft versuchst, eine Sexszene zu schreiben. Das gilt auch, wenn Du zwar erotische Szenen schreiben kannst, aber Probleme mit bestimmten Untergenres hast. Es mag sein, dass aktuell BDSM seinen Reiz hat. Wenn Du aber nicht darüber schreiben kannst, wie zwei sich den Hintern versohlen, lass es einfach.

Schritt 2: Lass Deine Charaktere über die Intimität entscheiden

Natürlich ist dieser Punkt ein wenig schwer einzuhalten. Denn willst Du in einem Publikationsverlag erscheinen, kann es sein, dass sie in die Anzahl und in die Intensität Deiner erotischen Szenen sich einmischen. Trotzdem solltest Du Deine Charaktere handeln lassen. Wenn Du sie gut angelegt hast (also auch eine erotische Seite haben), dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sie dann miteinander ins Bett gehen.

Und diese Energie solltest Du einfach fließen lassen. Misch Dich nicht ein und entscheide Dich, dass nach so und so vielen Seiten die Charaktere Sex haben sollen. Das wirkt befremdlich (und solche Bücher hab ich durchaus gelesen). Lass sie einfach machen, sie wissen schon, was sie tun.

Schritt 3: Gib Deinen Leser*innen, was Du ihnen versprochen hast

Deine Leser*innen investieren in Dich und Deine Geschichte nicht nur wertvolle Lesezeit, sondern auch Geld. Und einige werden Deinen Roman vielleicht sogar rezensieren. Also verwenden sie noch einmal Zeit auf Deine Geschichte. Leser*innen wollen eigentlich nur, dass Du das Versprechen, dass Du selbst gegeben hast, auch den kompletten Roman hältst. Damit hast Du es in den Händen, ob sie am Ende zufrieden das Buch zuklappen, oder dabei extrem enttäuscht sind.

Doch was bedeutet das?

Wenn Du einen fröhlichen Liebesroman schreibst, dann kannst Du daraus keine Horrorstory am Ende machen. Es sollte durchgehend ein fröhlicher Liebesroman bleiben. Außer Du hast von Anfang an Spuren gelegt, dass es in diese Richtung geht. Schreibst Du einen Horrorroman, dann sollte es dabei bleiben. Zwar bin ich durchaus dafür, dass Experimente gewagt werden.

Doch wenn Du das machst, sorg dafür, dass Deine Leser*innen damit rechnen können, dass die Geschichte nicht durchgehend in einem Stil bleibt. Dann ist die Enttäuschung am Ende nicht so groß, wenn es passiert. Was das mit der Erotik zu tun hat? In sofern hat es etwas damit zu tun, dass Du in dem jeweiligen Genre eine andere Art von Erotik aufwarten kannst und solltest.

Schreibst Du einen fröhlichen Liebesroman, wirst Du aller Wahrscheinlichkeit keinen schmutzigen Sex schreiben, weil es einfach nicht dazu passt. Anders sieht es bei einem Hard Boiled Krimi. Und das wissen auch durchaus Deine Leser*innen. Das bedeutet, dass sie eben damit rechnen, dass in einem fröhlichen Liebesroman es erotisch anders zugeht, als in einem anderen Genre. Bleibst Du konsequent, sind sie durchaus glücklich dabei.

Schritt 4: Realistisch ist immer gut

Wenn Du erotische Szenen schreibst, dann kann das manchmal intensiver sein, als viele andere Szenen. Denn gerade hier kann es häufig passieren, dass man Dir als Autor*in vorwirft, dass Du nicht realistisch genug geschrieben hast. Recherchiere daher, was theoretisch möglich ist und wie der Sexualakt funktioniert. Dann hast Du schon einmal einen ersten wichtigen Schritt getan.

Häufig lese ich erotische Szenen auf Twitter, bei denen ich mich frage, wie das biologisch überhaupt gehen soll. Daher schau bitte genau hin, was Du schreibst und ob das möglich ist. Wenn nicht, ändere es einfach.

Schritt 5: Erschaffe ein gemeinsames Bewusstsein

Häufig schüttelte ich in den erotischen Liebesromanen den Kopf. Dass innerhalb weniger Tage ein Bund für die Ewigkeit geschlossen wird, das akzeptiere ich zwischenzeitlich schon. Doch häufig fehlt einfach die Grundlage dafür. Man sieht sich an und dann war es auch schon.

Sie verlieben sich, landen im Bett und dann vor dem Altar. Lass sie daher gerne immer wieder zusammenkommen, ein Gefühl füreinander entwickeln, sich öfters berühren, sich ansehen, einander näherkommen. Denn selten ist Dein Paar von Anfang an ein Liebespaar. Daher kannst Du über kleine Gesten zeigen, wie sie immer mehr und mehr zusammenwachsen, sodass sie am Ende auch wirklich zusammengehören.

Wenn sie nicht aneinander vorbeileben, sondern miteinander agieren, wirkt das ewige Liebespaar dann um einiges realistischer.

Schritt 6: Nenne die Dinge ruhig beim Namen

Das beste Stück des Mannes oder der Intimbereich der Frau. Wenn Du diese Worte einem Ratgeber verwendest und dort vielleicht noch entspannt wirken mag, ist in einem erotischen Roman eher fehl am Platz. Denn dort wollen Deine Leser*innen durchaus lesen, wie es zur Sache geht. Und da ist es für viele in Ordnung, wenn die Dinge eben direkt beim Namen genannt werden. Entscheide Dich daher, welche Worte Du benutzen willst und benutze sie. Scheu Dich nicht, diese Worte auch zu schreiben, egal wie es sich anhören mag. In der richtigen Geschichte sind es auch die richtigen Worte.

Schritt 7: Verwende die richtigen Wörter

In einem Ratgeber habe ich mal gelesen, dass im angloamerikanischen Raum scheinbar für das beste Stück des Mannes unter anderem das Wort „dingadong“ verwendet wird. Ob das stimmt, sei dahin gestellt. Es kommt immer auf die Geschichte an, welche Worte Du benutzt.

Stell Dir mal folgende Szene vor: Ein heißer Mann verführt gerade eine wunderschöne Frau, er zieht sich sein Hemd aus und präsentiert seine wunderbar geformten Muskeln. Er küsst sie immer wieder, um sie heißzumachen. Dann greift er zu seinem Gürtel, um diesen zu öffnen, macht die Hose auf und holt ihn heraus, seinen dingadong.

Spätestens jetzt dürften so einige Deiner Leser*innen unter dem Tisch liegen und lachen. Bei einem Kinderbuch mag das noch gehen, bei einem Erwachsenenbuch eher weniger. Recherchier daher, welche Worte Du überhaupt verwenden könntest und welche doch eher überholt sind (zum Beispiel Schwert, Prügel, Venusmund). Und dann verwende sie in Deiner Geschichte.

Schritt 8: Bring Dich selbst in Stimmung

Wer eine Kampfszene schreibt, sollte sich in eine kämpferische Stimmung bringen. Wer eine erotische Szene schreiben möchte, darf dies ebenfalls tun. Zumindest habe ich schon öfters die Empfehlung gelesen, dass man das tun sollte, um realistischere Szenen zu schreiben, egal, um was es sich handelt. Daher gilt auch, wenn Du Dich gerade nicht danach fühlst, eine erotische Szene zu schreiben, dann lass es. Schreib einfach in fetten Buchstaben hin „Insert Sex Scene here – Füge eine Sexszene hier ein“ und schreib weiter, als hätten Deine Charaktere gerade Sex gehabt. Und wenn Du Dich dann bereit fühlst, kehre zu dieser Szene zurück und leg los.

Schritt 9: Nutze die Geschichte Deiner Charaktere und ihren Erfahrungsschatz

Auch wenn Deine Figuren eine Erfindung aus Deinem Kopf sind, so erschaffst Du für sie einen Hintergrund. Also die Elemente, die vor der ersten Seite Deines Romans geschehen ist. Und dieser Hintergrund hat Einfluss auf die aktuellen Ereignisse.

Aber auch die bisherigen sexuellen Erfahrungen haben Einfluss auf das, was sich die Charaktere wünschen oder eben auch nicht wünschen. Daher solltest Du das alles durchaus in Deine Geschichte einfließen lassen. Und erst recht die sexuellen Erfahrungen oder zumindest die sexuellen Wünsche.

Schritt 10: Eine gute Sexszene ist kein guter Sex

Meistens schreiben Autor*innen darüber, dass die beiden Charaktere nur guten Sex haben. Dabei kommt es jedoch nicht darauf an, dass Deine Charaktere wirklichen guten Sex haben. Das macht eine gute Sexszene nicht aus. Selbst wenn der Sex selbst für Deine Charaktere in die Hose geht, beschreibe die Szene gut und realistisch, dann ist sie an sich perfekt.

Schritt 11: Weniger ist oft mehr

Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Sexszenen unterzubringen, wie das Buch hergibt. Auch nicht darum, zehn, zwölf oder mehr Seiten zu füllen. Auch wenn Du nur eine einzige Sexszene in Deinem Roman schreibst und sie nur eine halbe Seite lang ist, kann sie mehr bringen, als alles andere. Denn es kommt darauf an, dass Du mit der Sexszene etwas vermittelst. Auch sie soll letztendlich die Geschichte voranbringen und nicht unnötig aufhalten.

Daher gib für jede Szene alles, was Dein aktuelles Schreibtalent hergibt, um daraus die beste Szene zu machen, zu der Du aktuell in der Lage bist. Und das Gleiche machst Du dann bei der nächsten Szene. Aber achte darauf, dass die Szenen perfekt passen und nicht einfach als Lückenfüller dienen.

Schritt 12: Guter Sex rettet keine schlechte Geschichte

Häufig denken Autor*innen, dass sie ihre schlechte Geschichte damit retten, dass sie ihre Charaktere einige Male in die Kiste schicken (oder wohin auch immer). Doch wenn Deine Geschichte schlecht ist oder sie keine gute Grundlage hat, schwache Charaktere oder was auch immer, kann kein Sex der Welt dies retten. Ganz im Gegenteil, es kann dann sogar noch einmal ordentlich in die Hose gehen, wenn Du zu einer schlechten Geschichte noch einmal versuchst, Erotik einzubauen. So im Sinne von, die Leute werden es lesen, weil es Sex enthält.

Schreiben wir eine erotische Szene – die Vorarbeit

Wie genau darf es denn sein?

Das Wichtigste vorneweg. Eine erotische Szene ist keine Anleitung, wie man überhaupt Sex hat. Häufig hab ich schon gelesen, wie das Pärchen miteinander im Bett ihren Spaß haben, und war am Ende total verwirrt. Wo war jetzt das Bein des Mannes und wie hat die Frau es geschafft, ihren linken Arm mit dem dritten Bein des siebten Mannes zu verknoten?

Häufig kommt es vor, dass wir ein ganz klares Bild davon haben, wie etwas geschehen soll. Nur leider bleibt dieses Bild im Kopf und wir schaffen es nicht, es aufs Papier zu bringen. Das ist bei erotischen Szenen auch kein Muss. Sehr häufig kommt der besondere Kick, wenn Du Dinge nur andeutest, sie also umschreibst. In dem Sachbuch „Erotik schreiben“ von Elizabeth Benedict gab es eine erotische Szene, die nur aus einem Dialog bestand. Trotzdem war sie erotischer, als jede Beschreibung, die ich danach gelesen habe.

Recherche und Recherche

Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie etwas aussehen könnte, weil Du damit keine Erfahrung hast, dann heißt es Recherche, Recherche und noch mehr Recherche. Dazu zählen einschlägige Sachbücher (also Erotikratgeber), andere erotische Romane oder auch Pornos.

Ja, Du hast richtig gelesen, Pornos.

Und natürlich, ja, über Pornos kann man diskutieren und ich finde sie teilweise mehr als nur grenzwertig. Aber es gibt Produktionen, die unter humanen Bedingungen entstehen und niemand zu Schaden kommt (was man nicht bei allen sagen kann). Welche das sind, kann ich selbst nicht genau sagen.

Aber ich vermute, dass alle, die in öffentlichen Onlineshops verkauft werden, durchaus akzeptabel sind. Aber durch solche Filme kannst Du genau sehen, wie etwas gehandhabt wird, was mit Beschreibungen oder Bilder nicht immer funktioniert. Denn hier siehst Du (mindestens) zwei Personen, die miteinander agieren. Und das kannst Du gerne als Vorbild für Deine Szene verwenden.

Wähle die richtigen Bezeichnungen

Schon oben hab ich erwähnt, dass man die richtigen Worte wählen sollte, um die Geschlechtsteile der Person zu benennen. Manche gehen so weit, dass man jedoch nicht einmal Nippel oder Vagina schreiben soll. Um es mal so auszudrücken, man muss es nicht übertreiben.

Finde schöne Bezeichnungen für die Geschlechtsteile, welche nicht klischeehaft klingen und zur Geschichte passen. In einem viktorianischen Umfeld wirst Du wahrscheinlich völlig andere Bezeichnungen verwenden wollen als in einem Paranormal Romance Roman.

Erstell für Dich selbst ein Glossar, welche Wörter Du benutzen möchtest und welche Du sogar schon benutzt hast. In einer Geschichte würde ich Dir empfehlen, dass Du immer dieselben Wörter benutzt. Außer Du lässt einem Charakter sagen, dass sie oder er die Bezeichnung nicht mag. Dann kannst Du das natürlich auch streichen.

Deine Charaktere dürfen gerne Spaß haben

Manchmal hab ich das Gefühl, dass der Sex in den Geschichten eher Pflicht ist, als Spaß. Dabei soll es ja eine angenehme Sache sein. Wenn also Deine Charaktere sich entscheiden ins Bett zu gehen, dann darf auch mal was schief gehen, sie dürfen gerne lachen und eben einfach nur Spaß haben. Und das ohne das komplette Kama Sutra durchzuarbeiten. Es kann gerne immer die gleiche Technik angewandt werden, solange sie einander näherkommen.

Vorsicht bei den Dialogen

Wenn Du Dir einen Porno anschaust, dann achte Mal auf die Dialoge (sofern welche vorkommen). Notier sie Dir, klebe sie an Dein Monitor und verwenden sie bitte unter keinen Umständen. Denn im normalen Leben und in Romanen spricht niemand wie ein Pornostar, wenn man miteinander Spaß hat.

Die Sinne Deiner Charaktere bestehen mehr als aus Sehen und Hören

Der Mensch hat fünf Sinne (hören, sehen, schmecken, fühlen und riechen). Und je nach Genre eventuell auch mehr. In jeder Szene kannst Du gerne diese fünf Sinne einsetzen. Das gilt auch für Deine erotische Szene. Wie fühlt es sich an, wenn Dein Charakter die Haut der anderen Person küsst, wie riecht die Umgebung oder wie fühlt sich die Bettdecke an? Je genauer Du das alles beschreibst, desto eher fühlt man sich in die Szene hinein.

Es gibt auch ein Vorspiel

Wenn Du Dir wirklich Pornos angeguckt hast, dann wirst Du wahrscheinlich merken (und spätestens jetzt hab ich mich wohl geoutet), dass das Thema Vorspiel wenig Zeit gewidmet wird. Meistens kommen sie zusammen und los geht es. Das trifft auch auf sehr viele Romane zu, die ich lesen durfte. Bei vielen Romanen ist das auch der Fall. Man sieht sich und fällt übereinander her.

Dabei kann auch das Vorspiel unheimlich romantisch und auch erregend für Deine Charaktere sein. In einem Buch hab ich mal gelesen, dass es sehr viel Druck aus vielen Beziehungen nehmen würde, wenn man sich mehr auf das Vorspiel konzentrieren würde und nicht auf den Orgasmus. Denn Frauen haben weitaus seltener einen, während der Mann fast immer einen bekommt (das sind statische Fakten).

Auch wenn das stimmt, dann wäre es zumindest ein Versuch wert im Roman (und auch im realen Leben), mehr Energie und Seiten auf das Vorspiel zu verwenden, als auf den Höhepunkt. Sprich, lass das Vorspiel zum Hauptakt werden und den Orgasmus als schönen Ausklang. Hei, ein Versuch ist es allemal wert, oder?

Gleitgel, Kondome und so weiter

Es wäre schön, wenn zwei Personen zusammenkommen würden und sie ohne Sorgen einfach Sex haben könnten. Die Realität sieht doch ein wenig anders aus. Gerade beim Analsex ist Gleitgel nicht gerade unwichtig. Und Frauen können, unglaublich aber wahr, beim ungeschützten Sex schwanger werden. Zudem können beide Seiten Überträger*innen von Geschlechtskrankheiten sein.

Natürlich kommt es darauf an, in welchem Jahrhundert Deine Geschichte spielt. In einem historischen oder futuristischen Roman könnte das HI-Virus keine Rolle spielen. Spielt er aber in der Gegenwart, ist es durchaus ein Thema. Schwangerschaften sind immer ein Thema (außer bei homosexuellen Charakteren) oder Geschlechtskrankheiten.

Berücksichtige dies bitte und denk darüber nach, wie Deine Charaktere sich schützen. Natürlich können sie auch überstürzt in ein sexuelles Abenteuer rutschen. Aber spätestens am nächsten Morgen ist es Zeit sich darüber Gedanken zu machen, was sie getan haben.

Der Mythos vom gemeinsamen Orgasmus

Die Romancharaktere müssen eigentlich Übermenschen sein. Denn so gut wie jedes Mal, wenn ich eine erotische Szene lese, dann kommen Heldin und Held entweder gemeinsam oder sehr zeitnah zum Höhepunkt. Wie oben schon erwähnt, kann es passieren, dass Frauen überhaupt nicht zum Höhepunkt kommen.

Und ja, auch Männer müssen nicht immer einen Orgasmus haben. Zwar passiert dies eher seltener, kann aber durchaus geschehen. Erkundige Dich daher (sofern Du keine eigenen Erfahrungen mitbringst), wie weit beide Orgasmen durchschnittlich auseinanderliegen. Und dann kannst Du es auch gerne für Deine Geschichte verwenden.

Ob das stimmt oder nicht, kann ich nicht sagen, aber der Grund, warum Frauen länger brauchen, um stimuliert zu werden, soll ein biologischer, historischer sein. Denn, wenn ein Mann sich bemüht, eine Frau zufriedenzustellen, soll sie wissen, dass er sich auch gut um die Kinder kümmern wird.

Das abgeschaltete Gehirn

Es gibt wohl das Gerücht, dass Menschen während des Sexes entweder nur an die andere Person denken oder gar nicht mehr in der Lage sind, an etwas zu denken. Vielleicht ist das auch der Grund, warum dann schon einmal gerne das Gleitgel oder das Kondom vergessen wird. Weil sie so heiß aufeinander sind, dass sich das Gehirn verabschiedet.

Dabei sind Menschen durchaus in der Lage, auch während des besten Sexes an den nächsten Einkauf zu denken. Natürlich kann man darüber diskutieren, dass das in einem erotischen Liebesroman total unromantisch ist, aber darüber solltest Du Dir bewusst sein. Menschen denken während des Sexes auch an andere Dinge. Sogar wohl sehr häufig. Je nachdem also, was für eine Geschichte Du schreibst, kannst Du dieses Thema auch gerne aufgreifen und zum Teil Deiner Geschichte machen. Zumindest wird es nicht kitschig romantisch, wenn Deine Heldin oder der Held an den nächsten Einkauf denken.

Üben, üben, üben

Gerne auch in der Realität mit Deinem Schatz. Hier meine ich aber das Schreiben solcher Szenen. Die ersten erotischen Szenen werden garantiert holprig und einfach nur schlecht sein. Das liegt wohl auch daran, dass viele trotz allem Hemmungen haben, das zu schreiben.

Denn Sex ist etwas, worüber man nicht spricht. Auch wenn wir durchaus anders erzogen wurden, so hängt das vielen irgendwie immer noch im Ohr. Daher haben einige erst einmal große Hemmungen darüber zu schreiben. Das ist auch völlig normal. Daher üb einfach immer und immer wieder. Irgendwann, sofern Du es wirklich willst, wird es Dir sehr leicht von der Hand kommen. Und Du wirst locker darüber schreiben können.

Deine Charaktere müssen keinen Sex haben

Es scheint, dass die Charaktere immer und zu jeder Zeit spitz sind, also Lust auf Sex haben. In der Realität haben Frauen Migräne (um einmal ganz tief in die Klischeekiste zu greifen), doch nie in den Romanen. Auch Männer scheinen dauerpotent zu sein. Du kannst also auch jederzeit Deine Charaktere erlauben, dass sie sich gegen den Sex entscheiden. Das wäre definitiv mal eine Abwechslung.

Jetzt aber … wie schreib ich denn eine erotische Szene?

Der Sex muss zur Geschichte passen

In einem paranormalen Roman hab ich mal gelesen, dass die Charaktere an einem bestimmten Ort waren und auf einmal ein Zauber ausgelöst wurde. An die Szene erinnere ich mich besonders, weil die weibliche Hauptfigur mit einem der Männer mitten im Wald und an der Seite ihrer Gefährt*innen Sex hatte. Das wirkte so dermaßen unglaubwürdig, dass mir schon ganz schwindelig wurde.

Daher hier der wichtigste Ratschlag, den ich nur geben kann. Bitte, bitte sorge dafür, dass der Sex auch wirklich zur Geschichte passt. Wenn die Situation gerade einfach nicht passt, dann passt sie einfach nicht. Da müssen die Charaktere auch keinen Sex haben. Das könnte auch sein, dass die Charaktere in einem Lagerhaus gefangen sind (um ein weiteres Beispiel zu nennen).

Was tun sie dort? Sehr wahrscheinlich werden sie alles tun, um von dort zu fliehen. Tun sie das, wirken sie durchaus realistisch als Charaktere. Wenn sie aber auch nach Stunden auf einmal übereinander herfallen, würde ich mich fragen, ob die Figuren noch alle Tassen im Schrank haben.

Schau daher bitte genau hin und frag Dich, ist es realistisch, dass sie jetzt Sex haben? Und passt es an dieser Stelle, dass sie Sex haben? Wenn Du beide Fragen mit einem klaren Ja beantworten kannst und die Charaktere es auch wollen, dann leg los. Ansonsten würde ich das durchaus kritisch betrachten.

Notfalls frag einfach andere Personen (Autor*innen wie Leser*innen), wie sie die Szene betrachten. Häufig haben sie einen realistischeren Bezug dazu. Und das kann Dir sehr weiterhelfen.

Zeig Deine Charaktere in Aktion

In einem erotischen Roman geht es um die Charaktere und wie diese Charaktere miteinander Sex haben. Daher ist es wichtig, dass Du genau kennst, wer die Figuren sind und was für einen Hintergrund haben. Das gilt natürlich auch für ihre Erfahrungen im erotischen Bereich. Das gilt nicht für die pornografischen Geschichten. Dort geht es letztendlich darum, dass eine bestimmte erotische Stellung beschrieben wird, damit die Leser*innen erregt werden.

Das darfst Du sogar wortwörtlich nehmen. In den meisten Fällen ist es egal, mit was für Figuren wir es in der Geschichte zu tun haben. Ihre Vergangenheit und ihre persönlichen Vorlieben sind dabei völlig egal. Hauptsache es liest sich gut.

Daher konzentriere Dich nicht darauf, eine bestimmte Sexposition zu zeigen, nur weil Du das gerade ansprechend findest. Sondern finde heraus, was Deine Charaktere wollen und was sie bereit sind, auch wirklich zu tun. Je eher Du das weißt, desto besser wird auch Deine erotische Szene.

Lass Deine Charaktere sprechen – Dialog

Jeder Charakter hat eine eigene Sprache. Und das kannst Du auch in solchen pikanten Szenen gerne ausleben lassen. Lass sie keine unnötigen Pornosprüche sagen (wie oben bereits erwähnt), sondern genau das, was sie wirklich sagen wollen. Stell Dir vor, es ist ein Dialog unter besonderen Bedingungen. Das bedeutet, dass auch hier alles so realistisch wie nur möglich sein sollte.

Unterschiedliche Szenen

Vor Jahren habe ich mal eine Reihe von Fanfiction zu der Serie Sailor Moon gelesen. Es handelte sich hierbei um erotische Kurzgeschichten zu jeder der Senshis. Das Problem war, dass jede Geschichte fast gleich war, nur ein paar Feinheiten wurden geändert. Langweilig!

Glücklicherweise ist jede Szene in einem Buch individuell. Das trifft leider nicht auf die erotischen Szenen zu. Es gab in der Tat schon ein oder zwei Bücher in meinem Leben, da haben sich die Sexszenen kaum voneinander unterschieden. Gut, in der Wortwahl, aber nicht in der Ausführung. Es mag sein, dass im realen Leben der Sex immer wieder ähnlich abspielen mag. Aber das ist eben Fiktion.

Da lassen sich beide Charaktere (oder über wie viele Du auch immer schreiben magst) etwas einfallen. Du musst ja nicht viele Szenen schreiben. Aber es ist immer gut, wenn sie allesamt unterschiedlich sind. Dann haben Deine LeserInnen etwas, worauf sie sich freuen können.

Du musst nicht alles erwähnen

Manche Autor*innen haben das Gefühl, sie müssen wirklich jeden einzelnen Schweißtropfen erwähnen, der sich beim Sex bildet. Und natürlich darüber hinaus noch jede verlorene Kalorie und Stellung. Hier die gute Nachricht, nein, musst Du nicht.

Beim Sex haben wir alle unsere eigenen Vorstellungen. Das bedeutet, dass Du auch gerne gewisse Dinge der Fantasie Deiner Leser*innen überlassen kannst. Das gilt für viele Szenen. Und eben insbesondere für Erotische. Beschreib, was notwendig ist. Und den Rest kannst Du über Dialoge klären und letztendlich über die Fantasie Deiner LeserInnen.

Häufig können nämlich erotische Szenen noch ein wenig erotischer werden, wenn Du nicht alles bis ins letzte Detail erläuterst. Dann kann alles um einiges faszinierender werden.

Du hast einen Porno geschrieben

Hier noch eine wichtige Information. Egal wie viel oder wie wenig Sex Du schreibst, Du wirst dafür kritisiert. Schreibst Du zu viel, hast Du einen Porno geschrieben, schreibst Du zu wenig, dann geht es den Leuten nicht weit genug. Vielleicht wird man Dir sogar vorwerfen, dass Du Prüde seist. Daher kann ich Dir nur noch einmal empfehlen, schreib guten Sex, der sich harmonisch in die Geschichte einfügen lässt, mit Charakteren, die individuell interagieren und gerne Sex haben. Damit bist Du immer noch nicht gefeit, dass man Dich als prüde oder Pornotante bzw. Pornoonkel bezeichnet. Aber die meisten werden dann spüren, dass Du eine harmonische Geschichte geschrieben hast. Und ich denke, das ist wichtiger.

Warnhinweis

Wenn Du im SelfPublishing veröffentlichen möchtest, dann hast Du viel mehr Freiheiten, als bei einem Verlag. Das betrifft auch die kleinen Warnhinweise, die ich selbst eher bei englischen Publikationen sehe (dort auch bei Verlagen). Damit meine ich die kurzen Hinweise, um was es sich bei dem Roman thematisch handelt. Ein Beispiel? BDSM / FMM / Spanking / Erotik So etwas könnte theoretisch bei einer Geschichte stehen, die man geschrieben hat (und stehen teilweise auch). Damit sagst Du Deinen Leser*innen ganz klar, was sie in der Geschichte erwartet. Diese Warnhinweise haben sowohl einen Vorteil als auch einen Nachteil.

Der Nachteil

Es gibt Menschen, die ungern Erotik lesen. Das ist auch völlig in Ordnung. Trotzdem passiert es, dass sie entsprechende Bücher kaufen, warum auch immer. Dabei ist der Titel häufig eindeutig, das Cover spricht eine Sprache, der Klappentext weißt auf den erotischen Inhalt hin und die anderen Rezensionen sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Trotzdem fallen viele Leser*innen aus allen Wolken, wenn die Charaktere übereinander herfallen.

Wenn Du sie darauf hinweist, was der Inhalt ist (am besten noch in fetter Schrift), dann haben sie eigentlich keine Ausreden mehr. Wobei wir bei eigentlich verbleiben können. Nur bist Du in solchen Fällen auf der sicheren Seite. Denn Du hast die Leute darauf hingewiesen, dass Deine Geschichte erotische Komponenten haben können. Und damit können sie entscheiden, ob sie die Geschichte tatsächlich kaufen oder lesen wollen.

Vielleicht wirst Du jetzt einwenden, dass Du damit einige potenzielle Leser*innen verlierst. Aber seien wir ehrlich. Diese Leser*innen waren sowieso nie auf Deiner Liste. Wer keine Erotik liest, wird auch nicht Deine erotische Geschichte lesen. Das ist ein Fakt. Daher ist es besser, wenn Du sie erst gar nicht gewinnst, bevor sie Dir eine unnötige negative Rezension schreiben.

Der Vorteil

Tatsächlich kann die Erwähnung der wichtigsten Inhalte auch ein Vorteil sein. Und zwar als Verkaufsargument. Es gibt Leute, die speziell nach einer gewissen Art von Literatur suchen. Und wenn Du von vornherein sagst, dass Du diese Literatur geschrieben hast, sind sie eher geneigt, Deine Geschichte zu kaufen.

Vor einiger Zeit hab ich nach polyamore Geschichten gesucht (also Geschichten mit drei Love Interests, die miteinander eine Beziehung anfangen). Und wenn ich den FMM Hinweis gelesen habe, wusste ich genau, dass ich die richtige Geschichte für mich gefunden habe.

Dafür musste ich mich nicht durch die Beschreibung arbeiten oder die Rezensionen. Es wurde mir geliefert. Und natürlich hab ich mir diese Geschichten dann gekauft. Mit anderen Worten, Du musst Dich nicht vor diesen Warnhinweisen fürchten. Sie können sogar noch eher Deine Geschichte verkaufen als ohne.

Abschlussgedanken

Wichtig ist, dass Du immer wieder übst und schreibst und auch liest. Durch lesen wirst Du feststellen, was sich für Dich gut anhört und was nicht. Gut, von mir aus, Du kannst auch gerne praktisch üben. Dein Schatz wird sich sicherlich darüber freuen. Aber denk daran, das wichtigst ist, dass Du beim Schreiben Spaß hast. Das wird man dann auch über Deine Worte mitbekommen. Dabei wünsche ich Dir viel Spaß. Alles Liebe Deine frau schreibseele

Erotic Fiction

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nachdem wir (hoffentlich) geklärt haben, was der Unterschied zwischen Erotik und Pornos sind, möchte ich nun etwas tiefer in die Erotik eintauchen, also in die Erotic Fiction. Denn viele Autor*innen möchten ja eher Erotik schreiben, als einen schnöden Porno. Daher geht es heute darum, zu sehen, was man nicht schreiben sollte und was man schreiben kann. Und ich gebe Dir ein paar Hinweise, die ich selbst beim Schreiben von Erotik berücksichtigen würde. Wobei das natürlich Geschmackssache ist.

Kurze Vorgedanken

Unter Erotic Fiction verstehe ich nicht nur die Romane, die sich um die Kopulation zwischen zwei Menschen drehen. Darunter verstehe ich zwischenzeitlich alle Romane und Genres, wo Erotik durchaus einen entscheidenden Teil zur Geschichte gehört.

Zwar heißt es, dass jeder Liebesroman durchaus die eine oder andere erotische Szene haben soll. Aber zwischenzeitlich gibt es auch Erotic Fantasy oder auch Erotic Science-Fiction. Dabei gibt es natürlich unterschiedliche Qualitäten der Geschichten. Manche Erotic Fiction sind gut, andere hingegen ist das Papier nicht Wert, auf dem diese gedruckt sind. Das liegt durchaus an der Qualität des Textes, aber auch an den Vorstellungen der Leserinnen und Leser.

Im Folgenden kommen meine Gedanken zu diesem Thema, was man schreiben sollte und was man lieber lassen sollte.

Erotic Fiction

Worüber Du NICHT schreiben solltest

Unter diesem Thema würde ich glatt nur zwei Punkte aufführen, worüber Du im Erotic Bereich niemals schreiben solltest. Natürlich ist das eine reine Empfehlung. Wenn Du doch darüber schreibst, dann geschieht das natürlich auf eigene Gefahr.

  1. Wenn das Thema im Strafgesetzbuch auftaucht.
  2. Wenn Du darauf so gar keine Lust hast.

1. Dein Thema und das Strafgesetzbuch

Es gibt Themen, auch im erotischen Bereich, die meiner Meinung nach nicht lustig sind. Daher würde ich Dir hier empfehlen, nicht darüber zu schreiben. Mir ist bewusst, dass einige Punkte Fetische sind. Aber es könnte jemand so dermaßen Anstoß daran nehmen, dass sie oder er die Polizei oder die Staatsanwaltschaft einschaltet. Und das ist Ärger, den man, meiner Meinung nach, durchaus vermeiden kann.

Dazu zählen nach meinem Verständnis Vergewaltigungen, Pädophilie, Sex mit Tieren, Sex mit Leichen und ähnliche Dinge, die im Strafgesetzbuch zumindest als Vergehen, wenn nicht sogar als Verbrechen eingestuft werden.

Natürlich könntest Du jetzt sagen, ich schreibe aber ein Erfahrungsbericht über Kindesmissbrauch. Dann erwidere ich, dieser Blog dreht sich um Fiction, nicht um Erfahrungsberichte. Da habe ich keine Ahnung, wie man in dieser Literatur mit diesem Thema umgeht. In dieser Hinsicht bin ich ehrlich. Sicherlich hast Du aber dann entsprechende Literatur gelesen und kannst Dir schon ein Bild machen, wie weit Du gehen kannst.

Ansonsten empfehle ich Dir, wenn Du ganz sicher gehen willst, Dich mit einer Anwältin oder einem Anwalt in Verbindung zu setzen. Sie dürfen Dir einen rechtlichen Rat geben und können am besten Urteilen, wie Du mit dem Thema umgehen kannst. Und vor allem, wie weit Du alles beschreiben kannst oder Dich eher zurückhalten solltest.

Bei den Fictionromanen hingegen finde ich, dass gewisse Themen einfach nicht rein gehören. Aber das ist eine ganz individuelle und persönliche Meinung. Das möchte ich an dieser Stelle gerne noch einmal wiederholen.

Und ehrlich gesagt, ich kann mir keine erotische Szene vorstellen, wo ein Mensch und ein Pferd …. (Ja, ich habe leider einen entsprechenden und seriösen Bericht vor zwei oder drei Jahren gelesen, mir ist immer noch ganz komisch).

Meine Empfehlung belasse den Sex zwischen zwei erwachsenen Menschen und schon kann es losgehen.

Eine ganz kleine Ausnahme

Eine Ausnahme ist der Sex zwischen Leichen und Tieren. Denn streng genommen ist ein Vampir ein Toter. Und eine Werkatze ein Tier. Hier gibt es ungeschriebene Konventionen, dass der Sex zwischen einem Menschen und einem Vampir erlaubt ist. Und wenn die Werkatze sich in einen Menschen verwandelt oder die andere Seite in eine Werkatze, dann geht das auch in Ordnung. Ansonsten hätten eine Menge Paranormal Romance Geschichten spätestens hier ein ganz schönes Problem.

Du hast so gar keine Lust auf das Thema

Häufig lese ich von Kolleginnen und Kollegen, die in englischsprachigen Foren aktiv sind, dass dort Menschen gerne über Erotik schreiben möchten. Auch wenn sie dieses Thema gar nicht mögen.

Magst Du ein Thema nicht, dann lass es einfach. Schreib nicht darüber, auch wenn Du glaubst, dass Du damit Geld verdienen könntest. Denn die Menschen werden schon merken, dass Du diese Geschichte nur mit einer Klemme angefasst hast und eigentlich etwas anderes schreiben wolltest. Und dementsprechend werden sie diese Geschichte eher hassen.

Schon häufig hab ich Geschichten gelesen, da wurden die erotischen Szenen eher mit der sogenannten heißen Nadel geschrieben. Mir kam es so vor, dass die Autor*innen einfach eine erotische Szene schreiben wollten, weil es dazu gehört und das war es auch schon.

Bist Du aber bereit Erotik zu schreiben, und ich meine wirklich so richtig Erotik, also mit Sexszenen und so weiter, dann überlege Dir, was Du wirklich schreiben möchtest. Wenn Du Erotik schreiben kannst, aber zum Beispiel keine Lust auf BDSM hast, dann Finger weg. Nur, weil gerade BDSM in aller Munde ist, bedeutet das nicht, dass Du deswegen gleich mitmachen musst.

Oder, wenn Du gar keine Lust auf Gay oder Lesbian Romance hast, aber es gerade total angesagt ist (auch wenn das eher auf Gay Romance zutrifft), dann lass die Finger davon.

Du solltest meiner Meinung nach wirklich nur darüber schreiben, worauf Du wirklich Lust hast und Dich anspricht. Alles andere ist reine Zeitverschwendung. Und zwar Deine Zeit. Aber auch letztendlich die Zeit Deiner Leserinnen und Leser. Denn sie erwarten durchaus eine schöne Geschichte von Dir, wenn sie Deinen Roman zur Hand nehmen, der in ihrem Lieblingsgenre angesiedelt ist. Und wenn Du sie enttäuschst und ihre Zeit stiehlst, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie dann noch einmal zu Dir zurückkommen.

Diesbezüglich schreibe ich auch aus eigener Erfahrung.

Worüber Du schreiben könntest

Natürlich genau das Gegenteil, wie oben erwähnt. Über alles, was Dich anspricht und worauf Du wirklich Lust hast. Du darfst Dich hier dann wirklich austoben und schreiben, was Deine Tastatur und Deine Fantasie hergibt.

Du hast sicherlich den einen oder anderen Roman in Deinem Regal, welcher Erotikelemente beinhaltet. Wenn Du möchtest, nimm ihn Dir heute noch mal vor und lies ein wenig darin herum. Ja, Du kannst gerne auch zu den erotischen Stellen vorblättern und nur die lesen.

Was spricht Dich dort an und was nicht?

So kannst Du auch herausfinden, wie weit Du letztendlich wirklich gehen kannst und möchtest. Denn das, was Dich anspricht, ist häufig auch die Grenze, wie weit Du gehen willst.

Doch manchmal lesen wir weitaus härtere Sachen, als wir bereit sind zu schreiben. Auch das ist in Ordnung und macht uns glücklicherweise nicht zu besseren oder schlechteren Menschen. Es macht uns lediglich zu Menschen. Dann musst Du herausfinden, wie weit Du wirklich gehen willst.

Vor Jahren habe ich mal den Ratschlag bekommen, den ich gerne an Dich weiter geben möchte, um herauszufinden, was Du an Erotik schreiben kannst.

Stell Dir vor Du bist bei einer Lesung und darfst aus Deinem eigenen Roman vorlesen. Und natürlich wollen Deine Zuhörerinnen und Zuhörer auch von den pikanten Stellen etwas hören. Bist Du bereit diese vor einem Publikum vorzulesen?

Es ist egal, ob Du jemals eine Lesung halten wirst oder nicht. Aber diese Übung finde ich sehr gut, um herauszufinden, wie weit ich gehen kann. Denn bin ich nicht bereit eine bestimmte Szene vorzulesen, dann kann ich sie gerne schreiben, aber ich sollte mir überlegen diese am Ende wirklich zu veröffentlichen.

Denn ich betrachte es so. Wenn ich etwas vor einem Publikum vorlesen kann, dann stehe ich zu mir selbst und zu meiner Szene. Wenn nicht, dann bin ich noch nicht so weit, um über meinen eigenen Schatten zu springen. Es kann natürlich sein, dass ich niemals so weit bin, um bestimmte Szenen vorzulesen, aber das ist dann auch in Ordnung.

Das bedeutet aber nur, dass Du aktuell nicht bereit bist, diese Szene zu veröffentlichen. In einem Jahr oder früher/später kann das schon wieder anders aussehen. Daher zwing Dich zu nichts und warte einfach ab, wie Du Dich selbst dabei entwickelst.

Übrigens, diese Frage kannst Du natürlich für alle Szenen nutzen, die in Deinem Roman auftauchen. Dazu zähle ich unter anderem auch Kampfszenen oder regelrechte Metzelszenen. Bin ich bereit diese vorzulesen, dann kann und sollte ich das durchaus tun und diese schreiben.

Analysiere ruhig den Markt … schreibe aber Deine Geschichte

Es gibt immer wieder den Tipp, dass Du den Markt analysieren solltest, um herauszufinden, welche Geschichten man schreiben kann und sollte. Aber letztendlich ist es nicht wichtig, was der Markt verlangt. Es ist viel wichtiger, dass Du weißt, was Du schreiben möchtest.

Denn schreibst Du den Markt hinterher, dann rennst Du einem Trend hinterher. Und es kann am Ende bedeuten, dass die Leute keine Lust haben, Deine Geschichte zu lesen, weil sie bereits selbst davon völlig übersättigt sind. Denn trotz allem, einen Roman zu schreiben ist durchaus harte Arbeit und braucht seine Zeit. Und aus diesem Grund sollte man auf das eigene Bauchgefühl hören.

Aber es ist durchaus eine gute Idee zu sehen, wie sich der Markt entwickelt. Denn gerade haben viele das Gefühl, dass nur noch Sex in den Geschichten auftaucht. Ich behaupte jetzt mal, dass es noch schlimmer werden wird, bis das dann stark abnimmt. Es ist wie die Ebbe und die Flut. Mal kommt etwas und dann geht etwas.

Oder wir lesen mehr Sexgeschichten zwischen Männern und Dinosauriern (nicht lachen, die gibt es wirklich).

Meine erotische Liste in einer Geschichte

Wenn ich eine erotische Geschichte schreibe, dann gibt es ein paar Punkte, auf die ich selbst achte. Das ist meine persönliche Entscheidung, mit der ich mich am wohlsten fühle. Und vielleicht sind auch ein paar Punkte für Dich dabei.

Das Alter

Wenn ich meine Figuren erschaffe, die ich am Ende auch ins Bett schicken möchte, dann achte ich prinzipiell darauf, dass sie ein gewisses Alter erreicht haben. Bei mir ist es mindestens 21 Jahre alt (in den meisten Ländern dürfen sie mit diesem Alter wählen und Alkohol trinken). Wobei ich eher dazu neige, sie noch älter zu machen. Aber mindestens 21 muss sein.

Denn ich habe mal eine erotische Kurzgeschichte gelesen, da durfte die Hauptfigur (Heldin kann ich sie beim besten Willen nicht nennen) gerade mal 22 Jahre alt und hatte schon eine Ehe und eine Scheidung hinter sich. Aber natürlich doch. Das wirkte so erzwungen realistisch, dass ich tatsächlich nur noch mit den Augen rollen konnte.

Daher achte ich, dass das Alter für meine Figuren durchaus angemessen ist.

Angemessener Altersabstand

Natürlich gibt es Beziehungen, bei denen der Altersunterschied extrem ist. Und die funktionieren auch noch hervorragend. Aber in meinen Geschichten ist der einzige Altersunterschied, den ich für mich entscheide, eben der, dass eine der beiden uralt ist, also ein Engel oder ein Vampir und die andere Seite dann ein angemessenes Alter hat.

Mit dieser Entscheidung fühle ich mich selbst am wohlsten, auch wenn ich das so richtig logisch nicht unbedingt erklären kann. Aber mir selbst gegenüber muss ich das nicht. Und solange Du für Dich den besten Altersunterschied gefunden hast, ist das auch in Ordnung.

Sie dürfen Sex haben

Wenn Du eine erotische Geschichte schreibst, brauchst Du natürlich Charaktere, die auch am Ende ins Bett wollen. In einem Roman, den ich geschrieben habe, wollte ich eigentlich, dass die beiden Hauptfiguren ins Bett gehen. Nur meine Hauptfiguren nicht. Das ist für eine erotische Geschichte durchaus doof.

Versuche also Deine Figuren, und letztendlich auch Deine Geschichte so anzulegen, dass sie am Ende wirklich ins Bett wollen. Ansonsten wird das ziemlich schwierig für Dich eine erotische Geschichte zu schreiben.

Sie müssen aber keinen Sex haben

Vor etlichen Jahren hatte ich eine Romanreihe nach der Hälfte des zweiten Bandes abgebrochen. Die Geschichte war an sich sehr nett, auch wenn die Charaktere eher flach waren. Aber darüber hab ich hinweggesehen. Doch dass die auch in den unlogischsten Zusammenhängen miteinander Sex haben mussten, das war dann doch zu anstrengend. Ganz schwach meine ich mich zu erinnern, dass sie sogar in größter Gefahr waren und trotzdem zwei miteinander eben Spaß hatten.

Schreibe bitte, bitte keine Sexszene, nur weil eine bestimmte Zahl von Seiten vorbei ist und Du das Gefühl hast, hier muss jetzt eine Sexszene stehen. Schreibe dann bitte, bitte eine Sexszene, wenn die Figuren heiß aufeinander sind und sie es auch wirklich wollen. Du wirst schon merken, wann Deine Figuren Lust aufeinander haben und wann es nicht soweit ist.

Insert Sex Szene Here

Wenn Du gerade heute keine Lust darauf hast, eine erotische Szene zu schreiben (egal wie sanft oder hart sie am Ende auch ausfallen soll), dann schreibe einfach hin, dass an der entsprechenden Stelle eine entsprechende Szene hinsoll. Und dann kümmere Dich um den nachfolgenden Teil Deiner Geschichte.

Es gibt halt manchmal Tage, da kann man einfach bestimmte Sachen nicht schreiben. Kein Dialog, keine Kampfszene oder eben eine erotische Szene. Das ist in Ordnung. Verschieb es auf einen anderen Tag und überlege Dir, ob Du die Szene wirklich schreiben willst. Wenn heute dazu kein guter Tag ist, dann vielleicht morgen. Oder in der Überarbeitung.

Wie auch immer es bei Dir am Ende aussehen mag, mach Dir nicht zu viele Gedanken darüber. Schreib, so gut Du kannst, Deine erste Fassung. Alles andere ist für die zweite Fassung bestimmt.

Schreibe die Sexszene auch bei Ausblendungen

Auch wenn Du eigentlich keine Lust hast, eine erotische Szene zu schreiben und eine Ausblendung bevorzugt (also kurz vor der heißen Szene ist Schluss), solltest Du Dich trotzdem überwinden, die Szene zu schreiben.

Es geht hierbei, dass Du weißt, was in der Szene stattfindet, damit Du im weiteren Verlauf des Romans notfalls darauf Bezug nehmen kannst. Das gilt auch für alle anderen Szenen, die Du mit einer Ausblendung versiehst. Schreib sie auf und schneide sie danach aus. Du musst sie ja nicht veröffentlichen, sondern nur schreiben.

Letzte Gedanken

Sicherlich habe ich jetzt spontan doch den einen oder anderen Punkt vergessen. Aber das sind die Wichtigsten. Wichtig beim Schreiben ist jedoch, dass Du Dich am Ende wohlfühlst. Niemand sonst. Denn bedenke bitte immer eines, die Leute werden Deine Geschichte sowieso hassen. Zumindest Einige. Darum schreib die Geschichte, die Du selbst lieben wirst.

Abschlussgedanken

Bei der Erotik herrschen die größten Befürchtungen und Ängste. Was ist, wenn die Leute denken, dass ich so Sex habe? Ist das richtig? Oder, kann ich das wirklich so schreiben?

Bei der ersten Fassung solltest Du Dich von all diesen Gedankengängen am besten frei halten. Niemand liest diese Szenen, solange Du es nicht erlaubst. Und Du kannst sie immer noch löschen, bevor sie jemand in die Finger bekommt. Daher, schreib was Du willst und hab dabei Spaß. Das meine ich auch auf allen Ebenen. Du kannst auch gerne einen Porno schreiben. Wer will Dir das schon verbieten? Niemand. Und das ist doch total klasse.

Also, hab Spaß, genieß die Zeit mit Deinen Charakteren. Am Ende kommt schon was Tolles dabei heraus.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele