Triggerwarnung

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vielleicht hast Du es mitbekommen, in den letzten Tagen ist im Internet (vornehmlich auf Twitter) eine rege Diskussion zum Thema Trigger ausgebrochen. Daher möchte ich heute darüber mit Dir reden.

Kurze Vorgedanken

Trigger oder auch Triggerwarnungen haben scheinbar bei einigen einen sehr, sehr schlechten Ruf. Tatsächlich wurde in der Diskussion von Zensur gesprochen. Aber auch, man kann ja nicht auf alle Rücksicht nehmen. Alternativ, alle anderen machen es so und so.

Daher möchte ich heute darüber schreiben, was ein Trigger ist, was es mal mit mir gemacht hat (also ein praktisches Beispiel), wovor man warnen kann und auch sollte, sowie wo man die Triggerwarnungen hin packen kann. Und ja, ich werde auch auf eine mögliche Marketingverwendung hinweisen. Denn es ist nicht immer alles schlecht, was eine Warnung enthält.

Achtung: Zwar versuche ich selbst, mögliche Trigger zu vermeiden. Wenn ich aber denke, dass ein Absatz einen möglichen Trigger enthält, bekommst Du eine Warnung und den Absatz schreibe ich in kursiv. Du musst dann für Dich entscheiden, ob Du es dann lesen kannst oder nicht. Aber wie geschrieben, auf unnötige Trigger werde ich versuchen zu verzichten, sofern sie nicht notwendig sind.

Was ist ein Trigger überhaupt?

Tatsächlich gibt es im medizinischen Bereich für viele Ebenen eine mögliche Erklärung, was ein Trigger ist. In der Psychiatrie und Psychologie (was uns hier am meisten interessiert) bedeutet das, dass man etwas sieht, hört oder riecht und ein Flashback hervorrufen kann.

Das bedeutet, wenn man mit einem Trigger konfrontiert wurde, dass man sich dann an etwas negatives aus der Vergangenheit (un)bewusst erinnert und das noch einmal erleben muss. Alternativ kann es auch sein, wenn man über ein Thema liest, dass man in ein Loch fällt und schlimmstenfalls etwas unüberlegtes tut.

Natürlich bin ich selbst keine Psychologin oder Psychiaterin. Daher werde ich hier auf keinen Fall in die Tiefe gehen, weil ich dazu nicht das nötige Fachwissen habe. Nur so viel, es kann negativ enden, wenn man ohne Vorwarnung getriggert wird. Das wirst Du gleich im Beispiel sehen.

Ein reales Beispiel zum Thema Trigger

Vor etlichen Jahren hatte ich einen Kurs im Rahmen meiner Berufsfindung besucht. Und dort freundete ich mich mit einer Person an (das Geschlecht und weitere individuellen Informationen halte ich im folgenden Text heraus).

In dem etwa achtmonatigen Kurs hatte besagte Person viele, sehr viele Geschichten erzählt. Und im Laufe der Zeit konnte ich herausfinden, dass gut die Hälfte davon gelogen waren. Bei dem Rest kann ich mich nur vorstellen, was davon wahr oder falsch war. Aus diesem Grund war ich sowieso irgendwann misstrauisch. Nur war ich damals ein ganz anderer Mensch als heute und sprach das nicht an.

Jetzt muss ich noch was kurz erzählen, damit Du meine Reaktion verstehst. Und ACHTUNG, es könnte im folgenden Text den einen oder anderen Trigger enthalten. Daher schreibe ich ihn in kursiv. Eventuell überspringst Du diesen.

In meiner Kindheit und Jugendzeit gab es ein Familienmitglied (Verwandtschaftsgrad ist egal), welche meine direkte Familie, gelinde gesagt, terorrisiert hatte. Es waren Selbsttötungsgeschichten und Selbstverletzungen dabei. Und es hat mich auch sehr belastet, nur konnte ich es damals nicht in Worten fassen. Noch weniger hat man mir in irgendeiner Art und Weise Hilfe angeboten. Denn ich war immer ein ruhiges, in sich gekehrtes Kind. Der Rest ist Geschichte.

Die besagte Person aus dem Kurs kam dann eines Tages zu mir und meinte, mir etwas erzählen zu wollen. Zugegeben, ich dachte, es wäre wieder eine ihrer Geschichten. Zudem hatte die Person dieses verschwörerische Grinsen drauf. Achtung, gleich kommt wieder ein Triggerabsatz.

Dann erzählte die Person mir, wie sie*er mit einem Messer spielte, um sich selbst zu verletzen.

BOOM! Das war ein heftiger Trigger für mich, aufgrund meiner Erfahrungen, die ich eigentlich bis heute nicht verarbeitet habe. Da hab ich die Person entsprechend angeschnauzt und emotional mit ihr gebrochen und mehr oder minder auch persönlich keinen Kontakt mehr zu ihr gesucht.

Heute weiß ich es besser. Wenn mir heute das passiert wäre, ich wäre zu der Kursleitung gegangen, hätte es denen erzählt und ihnen klar gesagt, dass sie sich um die besagte Person kümmern sollen. Damals war ich nicht in der Lage. Zumal ich auch kein Wissen um Trigger und um meinen seelischen Zustand hatte.

Und ehrlich gesagt, ich hab mich wirklich selbst erschrocken, wie ich damals reagiert hatte. Es brach einfach aus mir heraus. Nun ist es mir verständlich, damals konnte ich es halt nicht einordnen.

Warum also Triggerwarnungen?

In erster Linie geht es um den Schutz der Menschen. Wir machen alle unterschiedliche Erfahrungen. Und manche davon sind nicht gut. Andere hingegen sogar katastrophal.

Natürlich reagiert jeder Mensch anders auf eine gleiche Situation. Wäre jemand anders in meiner Situation und hätte alles so durchlebt wie ich, hätte die besagte Person aus dem Kurs vielleicht nur ausgelacht. Eine andere Person hätte ihr*ihm eine Ohrfeige gegeben. Und eine dritte Person wäre zur Kursleitung gegangen, um mit denen darüber zu sprechen.

Das können wir natürlich nicht vorhersehen. Aber wir können es Menschen leichter machen selbst zu entscheiden, ob sie sich mit einer bestimmten Situation auseinandersetzen wollen. Das bedeutet, ihnen eine Triggerwarnung zu geben.

Wenn Du also über ein besonderes Thema schreibst, sagen wir Mord. Und dabei sehr grafisch vorgehst, dann kann das durchaus sein, dass jemand dadurch getriggert wird. Warnst Du diese Person, kann sie entscheiden, ob sie das überhaupt lesen möchte.

Schreibst Du keine Triggerwarnung hin, dann kann es passieren, dass Du die Person dadurch getriggert wird (wie das auch immer individuell aussehen mag). In diesem Fall hatte diese Person keine Möglichkeit gehabt, eine Entscheidung zu treffen, ob sie Deine Geschichte lesen möchte oder nicht.

Eigenverantwortung zählt

Vielleicht kennst Du ja die Warnungen vor Serien oder Filmen, die meistens ab 22 Uhr laufen. Vorher kommt immer der Hinweis, dass das folgende Programm für Personen ab 16 oder 18 Jahren ist. Alternativ (und bisher nur einmal gesehen), dass das Programm nicht für sensible Personen gedacht ist.

Damit wissen wir alle, dass das Programm was nun läuft, entweder Gewaltdarstellungen und/oder Erotikszenen enthalten dürften. Es ist daher meine persönliche Entscheidung, ob ich das mir anschauen möchte, da ich selbst 18+ bin. Für alle anderen ist es ein Hinweis, ich muss jetzt abschalten (wie die Realität aussieht, ist hier nicht von Belang).

In diesem Fall muss ich eine Entscheidung treffen, ob ich mir das folgende Programm anschauen will. Jedoch kann ich das auch treffen. Denn ich wurde darauf hingewiesen, dass nun etwas läuft, was mir eventuell nicht gefallen könnte. Die freiwillige Selbstkontrolle (kurz FSK) gibt mir diese Möglichkeit. Es ist also auch eine Art von Triggerwarnung. Nur nicht sehr spezifisch. Das ist der kleine Unterschied.

Was ich dann damit mache, liegt an mir. Denn ich bin eine Freundin davon, wenn ich die Informationen zur Verfügung habe, dass ich dann für mich selbst entscheiden kann. Also, dass ich Eigenverantwortung übernehme.

Ablehnung der Triggerwarnung

Wenn Du die Diskussionen zu der Triggerwarnung verfolgst, wirst Du wahrscheinlich fünf Gründe dafür finden, warum einige Autor*innen einen solchen nicht setzen wollen. Die möchte ich hier kurz erläutern.

Zensur

Tatsächlich hat eine Person aufgeführt, dass Triggerwarnung einer Zensur gleichkommt. Zwischenzeitlich wurde hier zurückgerudert, was auch richtig ist. Denn eine Triggerwarnung ist keine Zensur. Denn es wird ja nicht verboten, dass man über ein Thema schreiben darf. Oder das man die Geschichte lesen soll.

Vermutlich haben hier Autor*innen Angst, dass dann ihre Geschichten nicht gelesen werden, wenn sie über bestimmte Themen schreiben. Klar, die eine oder der andere Lesende wird dann nicht zum Buch greifen. Aber diese Gruppe dürfte sehr wahrscheinlich an der Hand abzuzählen sein.

Spoiler

Wenn ich reinschreibe, was möglicherweise jemand triggern könnte, klar, dann ist vielleicht ein oder zwei Elemente dabei, die man als Spoiler werten könnte. Aber das ist nicht immer der Fall.

Es geht ja nur um die Nennung möglicher Trigger in der Geschichte. Bestenfalls hast Du diese Elemente sogar schon in Deinem Klappentext irgendwie verarbeitet. In der Warnung schreibst Du das nur noch genauer hin. Das ist alles.

Und es gibt durchaus einige Leute, welche diese Warnungen noch nicht einmal lesen (Stichwort: Eigenverantwortung). Meistens wissen sie, dass sie keinen Trigger haben. Alle anderen, die ahnen, dass da was ist, informieren sich dann halt darüber.

Welche Warnungen setzen?

Dann gibt es gerne die Argumentation, dass man ja vor allem und jeden warnen müsste, fängt man erst einmal damit an. Es gibt eine Liste von Syndromen, an die Du Dich eventuell orientieren kannst. Wenn jemand bestimmte Ängste hat und Du bedienst sie, dann kannst Du das erwähnen. Und ich zweifle sehr, dass Du mehr als eine handvoll Themen in Deiner Geschichte aufführst, einfach wegen der Lesbarkeit.

Leute, die vor bestimmten Dingen Angst haben, wissen häufig davon. Diese Menschen haben Strategien entwickelt, um sich davor zu schützen. Daher denke ich, dass wir hier nicht in die Breite gehen müssen, sondern uns an die großen Themen halten können (siehe weiter unten).

Alle anderen …

Eines meiner absoluten Lieblingsargumente ist, dass alle anderen auch keine Triggerwarnungen gesetzt haben. Und die haben noch viel schlimmere Trigger in ihren Geschichten als ich.

Ganz ehrlich? Solchen Personen würde ich gerne folgendes schreiben (und vermutlich kennst Du diese Sprüche auch aus Deiner Kindheit, oder?):

  • Alle Affen machen nach.
  • Wenn alle anderen aus dem Fenster springen, springst Du hinterher?

Wenn ich nach Deinem Buch greife und Deine Geschichte lese, ist es mir doch egal, was die anderen machen. Als ich oben diese heftige Reaktion hatte, war es mir in dem Moment egal, wie andere darauf reagieren würden oder ob andere vorher gewarnt waren. In dem Augenblick war ich auf mich gestellt, völlig allein, wütend und verletzt.

Hätte mir dann jemand gesagt, ja aber die anderen, ich hätte mich und mein Gefühlsleben nicht ernst genommen. Mir scheint es so, dass solche Menschen gerne nach einer Ausrede suchen, nur um nicht eine Warnung schreiben zu müssen. Als ob man ihnen etwas wegnehmen würde. Dabei sehe ich genau das Gegenteil.

Du gibst den Menschen sogar etwas. Und zwar die Möglichkeit einer Entscheidung. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, Du zeigst Respekt vor den Menschen und bietest ihnen an, dass sie sich entscheiden können. Und ich bin der festen Überzeugung, dass sich dieser Respekt in irgendeiner Art und Weise bezahlt machen wird. Zumindest auf der emotionalen Ebene.

Mir doch egal

Und ja, es gibt auch Leute, denen es egal ist, ob sie andere ins Messer laufen lassen. Entweder es juckt sie nicht, oder, was ich noch schlimmer finde, sie nehmen es bewusst in Kauf.

Gerade diese Menschen geben mir das Gefühl, als ob man ihnen was wegnehmen würde, wenn sie eine Warnung setzen sollen. Das liegt an ihrer Argumentation.

Häufig (nicht immer) sind diese Personen dann die Ersten, die dann aufschreien, wenn sie mal getriggert werden sollten.

Was gehört auf so eine Triggerliste?

Während ich diesen Beitrag schreibe, habe ich auch einiges im Internet recherchiert. Leider gibt es keine vollständige Liste mit Empfehlungen, was man als Triggerwarnung einsetzen kann. Daher werde ich selbst nach und nach eine entsprechende Liste erstellen (also her mit Deinen Empfehlungen in den Kommentaren, ich bedanke mich jetzt schon).

Man kann aber sagen, dass Phobien ein guter Ansatz ist. Wovor können Menschen Angst haben? Zum Beispiel Clowns oder Spinnen. Das kann auf die Liste gesetzt werden. Zwar haben diese Menschen eine Strategie entwickelt, um damit klar zu kommen, aber hier geht es wieder um die freie Entscheidungsmöglichkeit.

Diese Liste (empfohlen von Evanesca Feuerblut) kannst Du auch als Empfehlung nehmen. Sie ist auf Englisch, kann aber auch weiterhelfen.

Ansonsten gehören die Klassiker auf die Liste, die wir alle vermuten. Diese werde ich in einem Absatz schreiben und in kursiv setzen, das bedeutet, dass es mögliche Triggerinhalte haben könnte.

Sex, Erotik, BDSM, Bondage, Gewalt, Vergewaltigung, Misshandlung von Erwachsenen, Gewalt an Kindern, Tierquälerei, Blut, Selbsttötung, Selbstverletzung …

Mit dieser Liste bekommst Du hoffentlich ein Gefühl, was auf eine entsprechende Liste kommen könnte. Es geht in erster Linie darum, dass ich empfehle, Dinge in die Warnung zu schreiben, bei denen Dritte verletzt werden oder sich selbst dabei verletzt.

Das kann sowohl physisch als auch psychisch sein. Und ich denke, wenn Du ein wenig sensibel bist, wirst Du wissen, welche Punkte in Deiner Geschichte ein Trigger sein könnte. Bist Du Dir nicht sicher, dann gibt es eine sehr, sehr gute Methode, um das trotzdem zu schaffen: FRAGEN!

Frag jemanden, die oder der sich mit Deinem Thema auskennt, ob Elemente aus Deiner Geschichte Trigger sein könnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Dir eine Antwort geben kann, ist sehr groß.

Wohin mit der Warnung?

Vielleicht hab ich Dich überzeugt, eine Warnung zu setzen. Oder Du hast aufgegeben, zuckst mit den Schultern und meinst, nun gut, wenn es sein muss. Egal warum, es gibt einige Orte, an dene ich auf alle Fälle meine Triggerwarnungen schreiben werde. Vielleicht möchtest Du sie auch übernehmen.

Deine Internetseite

Egal ob Du in einem Verlag oder im Selfpublishing veröffentlichst, über Deine Internetseite hast Du immer die oberste Hoheit. Da würde ich Dir empfehlen, für jedes Buch eine eigene Seite einzurichten, wo Du alles, was Du zum Buch hast, veröffentlichst (Links zu tollen Rezensionen, Meinungen, Kritiken, die Eckdaten, Klappentext und das Cover natürlich).

In meinem Fall würde ich es wie folgt aussehen lassen. Den Titel der Geschichte, links das Cover (in einer schönen Größe) und der erste Text wäre in Fett die Triggerwarnung. Erst danach würde ich wohl den Rest aufbauen.

Auf alle Fälle würde ich es so positionieren, dass die Besuchenden keine andere Möglichkeit haben, da herumzukommen.

Evanesca Feuerblut – Beispiel

Während ich an diesem Beitrag schreibe, hat Katherina Ushachov für ihren Kurzroman “Zarin Saltan” eine Seite für die Triggerwarnung erstellt. Diese Idee finde ich zwischenzeitlich so viel besser, dass ich eher diese umsetzen möchte. Zur Vollständigkeit behalte ich hier beide Ideen.

Amazon und Co.

Ab hier kann es sein, dass Du als Verlagsautor*in um Erlaubnis bitten musst, um diese Punkte umzusetzen. Meine Empfehlung, sprich Deinen Verlag aktiv an, dass entweder Du das machst oder sie es umsetzen sollen.

Der Aufbau ist normalerweise so, dass links das Cover zu sehen ist, dann kommt ja der Klappentext und dann kann man noch einiges dazu schreiben. Eben die Warnungen. Hier wäre der Platz für die Triggerwarnung.

Also ganz oben, damit die Leute sofort die Möglichkeit haben, diese zu lesen und zu entscheiden, ob sie sich damit beschäftigen wollen.

Unter dem Klappentext

Hier muss definitiv der Verlag eingespannt werden. Bei mir stehen einige Bücher, die unter dem Klappentext noch eine Warnung für das Buch enthalten. In diesem Fall war es keine Triggerwarnung, sondern man könnte es schon fast als Marketing bezeichnen (siehe weiter unten). Aber es wurde entsprechend notiert, was für bestimmte Themen in dem Buch vorkommt.

Im Buch

Und auch hier müsstest Du Dein Verlag ins Boot holen.

Egal ob E-Book oder Printbuch, ich würde da tatsächlich ein wenig übertreiben. Und zwar eine ganze Seite für den Trigger widmen. Dort steht dann als Überschrift Triggerwarnung und darunter die Themen, die in diesem Buch auftauchen. Oder zumindest Warnung.

Alles auflisten

Madita Sternberg möchte noch einen Schritt weitergehen. Und zwar will sie vorne im Buch auflisten, wo mögliche Triggerwarnungen zu finden sein könnten. Also richtig mit Kapitel und Seitenzahl.

Den Twitterthread findest Du hier:

Der Rest liegt beim Lesenden

Es ist vermutlich für die einen oder den anderen übertrieben, was ich hier aufgelistet habe. Daher betone ich gerne noch einmal, es ist meine Liste, die ich abarbeiten würde. Was Du davon übernimmst, liegt an Dir.

So gehe ich aber sicher, dass die Lesenden die Möglichkeit der Kenntnisnahme haben. Was sie daraus machen, das liegt dann in der Eigenverantwortung der jeweiligen Person. Sie müssen damit rechnen, wenn sie einen Krimi lesen, dass es dort eine Leiche gibt. Oder bei einem Horrorroman es sehr krude zugehen kann.

Jedoch haben sie die Möglichkeit erhalten, eine eigenverantwortliche Entscheidung zu treffen. Und eines garantiere ich Dir, es wird trotzdem Leute geben, die sich beschweren. Das ist das Gesetz der Lesenden.

Warnung und Marketing

Jetzt wirst Du vielleicht verwirrt sein. Wieso sollte etwas, was einige Menschen davon abhält ein Buch zu kaufen, als Marketingmittel genutzt werden?

Neugier

Nehmen wir mal an, Du schreibst in Deiner Warnung etwas von Krankenhäusern und Insekten (wie oben bei der “Zarin Saltan”). Dann werden einige Menschen Abstand nehmen, weil sie damit nicht klar kommen.

Andere hingegen könnten genau darauf neugierig werden. Was hat es denn mit diesem Krankenhaus auf sich? Oder wie werden die Insekten eingebaut? Sie wollen dann erst recht wissen, was es damit auf sich hat.

Mit den richtigen Schlagwörtern kannst Du die Neugier wecken und einige eher zum Kauf bewegen.

Positionierung

Mit der Warnung setzt Du auch eine gewisse Positionierung für Deine Geschichte. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass jemand danach sucht.

Nehmen wir an, Du hast einen Roman über einen Menschen mit der Borderline Persönlichkeitsstörung geschrieben. Und das vermerkst Du auch in der Warnung. Einige werden davon die Finger lassen. Aber wenn jemand, wie ich zum Beispiel, für die Prüfung zur Heilprakikerin für Psychotherapie macht, könnte das wiederherum interessant werden.

Ein anderes Szenario sind erotische Romane. Es gibt Menschen, die bestimmte Romane mit besonderen Themen suchen (sagen wir BDSM). Erwähnst Du es, weil Du die Leute schützen möchtest, kann genau DAS dazu führen, dass sie es eher kaufen.

Abschlussgedanken

Um es noch einmal klar zu schreiben: NIEMAND verbietet Dir, über bestimmte Themen zu schreiben. Es ist keine Zensur oder sonstiges.

Es geht lediglich darum, dass Du die Leute davor warnst, dass in Deiner Geschichte einen möglichen Trigger enthalten sein könnte. Das bedeutet nur, dass Du den Lesenden Respekt entgegen bringst und ihnen die Entscheidung überlässt.

Auch wenn die Diskussion vielleicht aktuell die Twitterblase beschäftigt, es werden vielleicht nur wenige Menschen tatsächlich betroffen sein. Aber es lohnt sich, eben genau die zu schützen. Auf Dauer, davon bin ich überzeugt, wird sich das in irgendeiner Art und Weise für Dich lohnen.

Und viel Aufwand ist das letztendlich auch nicht. Evanesca hat die oben verlinkte Seite innerhalb von wenigen Minuten erstellt. Also schaffen wir alle anderen das auch.

Dafür bedanke ich mich bei Dir schon einmal.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Auf der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du auf Deine Wunschmesse angekommen bist, hast Du den wichtigsten Teil geschafft. Die Anmeldung hat geklappt, Du bist heil angereist und nun vor Ort. Jetzt geht es erst richtig los.

Kurze Vorgedanken

Selbst auf der Messe zu sein kann sehr viel Spaß machen. Und zugleich auch unheimlich anstrengend sein. Denn so ein Messebesuch bedeutet nicht nur, dass man da steht und mit den Lesenden spricht. Es ist harter Marketingalltag. Daher gibt es heute einige Hinweise, wie Du alles überleben kannst. Ohne Garantie auf Vollständigkeit.

Der Aufbau

Jede Messe bietet ihren Ausstellenden ein Zeitfenster an, wann sie ihren Stand aufbauen kann. Das kann am Messetag ein paar Stunden vor der Eröffnung sein. Alternativ einen Tag vorher. Da ist es wichtig, dass Du das im Vorfeld in Erfahrung bringst.

Und im Idealfall hast Du Dir schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, wie Dein Stand aussieht. Nun ist es an der Zeit, das alles auf den realen Stand zu übertragen.

Hier ein paar Hinweise:

Es geht um Deine Bücher

Denk daran, es geht bei einer Buchmesse um Deine Bücher. Unglaublich aber wahr 😉 . Das bedeutet, dass Du Deine Werke in den Mittelpunkt stellst und nicht andere Dinge.

Daher sollte jedes Dekomaterial nur dafür genutzt werden, um die Bücher hervorzuheben. Und nicht, um so viel Dekomaterial wie nur möglich auf Deinen Tisch zu bringen. Wenn Du etwas unter dem Tisch verstecken musst, weil es zu viel war, mach das lieber.

Setz also Deine Werke in den Mittelpunkt und sorg dafür, dass die Interessierten diese auch sofort sehen. Alles andere ist dann schönes Beiwerk.

Ansichtsexemplar oder Buchverkauf?

Auf den meisten Messen geht es auch um den Buchverkauf. Mit anderen Worten, Du möchtest aller Wahrscheinlichkeit, dass die Lesenden zu Dir kommen und ein Buch kaufen. Es geht ja hier um den Kontakt und eventuell auch um die Erfüllung von Wünschen (wie ein Autogramm).

Aus diesem Grund empfehle ich Dir, mindestens zwei oder drei Bücher eines Titels auf dem Tisch zu haben. Ein Buch selbst könnte so wirken, als wäre es nur ein Ansichtsexemplar. Einige werden Dich fragen, ob sie das Buch kaufen können. Andere hingegen werden sich das vielleicht nicht trauen. Daher ist es immer eine gute Idee, es ihnen zu erleichtern.

Mit anderen Worten, wenn Du mehrere Bücher eines Titels auf dem Tisch hast, gibts Du den Interessierten die Möglichkeit das Buch zu kaufen. Ohne danach fragen zu müssen.

Vermeide unnötigen Chaos

Die Betonung liegt auf unnötig.

Stell Dir folgende Situation vor: Die Besuchende kommen an Deinen Stand und scannen Dein Angebot. Wenn es halbwegs übersichtlich ist, sehen sie was es gibt und kommen näher. Ist dort Chaos ausgebrochen und sie wissen nicht wieso, werden sie bestenfalls näher kommen und Dir eine zweite Chance geben. Schlimmstenfalls wenden Sie sich ab und geben ihrs Geld woanders aus.

Biete den Augen also ein paar Ruhepole an, damit sie wissen, was Du ihnen bietest.

Der Anfang der Messe

Wenn die Messe aufgemacht hat, dann musst Du erst einmal Geduld haben. Erst recht, wenn Du Dich im hinteren Teil befindest. Immerhin wollen die Besuchenden alles sehen. Und das in aller Ruhe.

Sie fangen also aller Wahrscheinlichkeit von vorne an und arbeiten sich dann nach hinten durch. Einige wenige drehen das entsprechend um. Alles im allen ist es immer gut, wenn Du hier Geduld hast.

Dein Auftritt

Irgendwann ist es aber dann soweit, die ersten Interessierten kommen an Deinen Stand. Nun liegt es an Dir, wie Du sie begrüßt.

Stehen oder sitzen

Tatsächlich fängt das schon an, ob Du sitzt oder stehst. Am Anfang des Tages sind Deine Füße noch sehr fit. Gegen Ende des Tages kann dies anders aussehen. Versuch daher, durchaus einige Pausen einzulegen, damit Du die Zeit überstehst.

Ansonsten kann es durchaus ansprechender wirken, wenn Du stehend die Leute begrüßt. Unterschreibst Du gerade etwas, oder packst etwas ein, ist es völlig in Ordnung, dass Du dies sitzend machst.

Während meiner letzten Messe hab ich die anderen Ausstellenden beobachtet. Und ich muss gestehen, es wirkt wirklich ansprechender, wenn man steht. Überlege Dir daher, ob Du das auch machen möchtest.

Handyverbot

Natürlich ist es wichtig, auch während der Messe Werbung auf den eigenen Kanälen im Internet zu machen. Jedoch kann es passieren, dass das nicht wirklich attraktiv aussieht.

Wenn Du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, schau Dich ab und an mal um. Gerade, wenn die Menschen auf ihre Handydisplays starren. Wie wirkt das auf Dich? Positiv oder negativ?

Und jetzt stell Dir mal vor, Du gehst zu einem Stand und alle Ausstellenden starren ebenfalls auf ihr Handy. Wie würde das auf Dich wirken?

Jetzt wirst Du vielleicht sagen, dass das niemand macht. Darauf antworte ich ganz lapidar, doch. Das hab ich mit eigenen Augen gesehen. Sonst wäre ich wohl gar nicht auf die Idee gekommen, darüber zu schreiben.

Und auch hier kann ich Dir empfehlen: Lass es lieber, es sieht nicht attraktiv aus. Wenn Du mit anderen Personen am Tisch bist, kann eine*r von euch mal aufs Handy schauen. Je nach Anzahl auch mal zwei. Aber bitte, bitte, vermeidet es, dass gleichzeitig alle mit dem Handy spielen.

Aktiv ansprechen oder warten?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um mit möglichen Interessierten umzugehen. Wenn sie in der Nähe sind, könntest Du sie höflich begrüßen. Manchmal reicht ein freundliches Hallo durchaus aus.

Introvertierte oder schüchterne Menschen könnten vielleicht ablehnend darauf reagieren. Andererseits bietest Du ihnen die Möglichkeit, mit Dir ins Gespräch zu kommen.

Es besteht auch die Möglichkeit, zu warten, bis die Leute auf Dich zukommen. Einige werden es machen. Andere hingegen benötigen eben eine aktive Einladung (also das Ansprechen).

Wenn Du Dir nicht sicher bist, dann probiere einfach verschiedene Varianten aus. Und die beste benutzt Du weiterhin.

Kleine Hilfsmittel

Wenn Du gerade mit jemanden im Gespräch bist, ist es unhöflich und zumeist auch unmöglich, mit einer zweiten Person noch zu sprechen. Es kann sein, dass das, was Du erzählt jemand anderen interessiert. Aber rechne erst einmal nicht damit.

Daher ist es gut, wenn die zweite Person dann die Möglichkeit hat, sich soweit zu informieren, dass sie zielgerichtete Fragen an Dich hat. Auch dafür gibt es kleine Hilfsmittel.

Preise

Wir sind zumeist Folgendes gewohnt: Da ist ein interessantes Buch, wir drehen es um und sehen neben dem Klappentext auch irgendwo den Preis. Bei Bücher aus dem Selfpublishing kann das manchmal fehlen.

Daher ist es gut, wenn Du für Deine Titel, bei denen der Preis nicht irgendwo vermerkt ist, diesen zumindest auf einen Kleber zu schreiben. Oder auf einer Liste oder wie auch immer Du es handhaben möchtest. Auf alle Fälle ist es gut, wenn Interessierte sehen können, wie viel Dein Buch kostet.

Und ja, das gilt auch für alle andere Sachen, die Du verkaufst.

Genre und Stichworte

Natürlich können sich die Leute den Klappentext durchlesen und sehen, ob das Buch was für sie wäre. Aber gerade, wenn Du alleine oder Du mit Deiner Gruppe verschiedene Genres bedient, ist Unterstützung immer gut. Und zwar, indem ihr notiert, in welchen Genres ihr die Bücher anbietet.

Das könnt ihr machen, indem ihr alles entsprechend sortiert. Oder die Deko so abstimmt, dass man es von selbst erkennt. Oder was auch immer Deine kreative Phantasie da alles hergibt.

Mit den Stichworten meine ich, dass Du ein paar Eckdaten zu den Titeln aufschreibst und ausstellst. Zum Beispiel die wichtigen #Hashtags zu Deinen Romanen. Die Interessierten sehen die Eckdaten und wissen ganz genau, ob das Buch sie anspricht oder nicht.

Umsonst und kostenpflichtig

Es ist auch gut, dass Du deutlich zeigst, was kostenpflichtig ist und was die Leute so mitnehmen können. Zumeist wissen erfahrende Besuchende, was sie so mitnehmen können. Daher ist es besonders wichtig, dass Du die kostenpflichtigen Angebote deutlich kennzeichnest.

So ersparst Du Dir die Frage am Ende, wieso Du von einem kostenpflichtigen Angebot nichts mehr hast, aber dafür kein Geld erhalten hast. Die Leute könnten es einfach mitgenommen haben. Und das war vielleicht noch nicht einmal mit böser Absicht.

Kleine Lebensretter

So ein Messetag kann lang sein. Daher sind schon einmal richtige Schuhe extrem wichtig. Noch wichtiger sind die kleinen Lebensretter.

Trinken

Schlimmstenfalls kann es in der Messehalle so trocken sein, dass Du da halb verdurstest. Sorg daher, dass Du immer genug zu trinken dabei hast. Selbst bevorzuge ich immer Wasser. Zuckerwasser jeglicher Art hilft mir persönlich nicht. Alternativ geht auch Tee oder Kaffee in Kannen.

Kleine Snacks

Zur Mittagszeit kann es ruhiger auf der Messe werden. Denn viele Besuchende ziehen sich zurück und essen etwas. Entweder was kleines oder eine richtige Mahlzeit. Aus psychologischen oder tatsächlichen Gründen kann es dann passieren, dass auch Dein Magen sich meldet.

Wenn Du möchtest und zugleich die Möglichkeit hast, kannst Du Dir ebenfalls eine Mittagspause gönnen. Wenn nicht, ist es immer eine gute Idee, was dabei zu haben. Zum Beispiel belegte Brötchen oder einen selbstgemachten Salat.

Alternativ können auch Nüsse helfen. Zum einen machen die satt. Und sie bieten sehr viel Energie.

Nervennahrung

Auf einer Messe würde ich nicht auf mein Gewicht achten, sondern immer was zu naschen dabei haben. Denn es kann halt sehr anstrengend sein vor Ort. Daher ist es völlig in Ordnung, zwischendurch mal ein bisschen Schokolade zu sich zu nehmen, als Beispiel.

Am besten ist immer das, was Du schnell in den Mund stecken kannst. Und womit Deine Finger dreckig werden. Chips würde ich selbst, als Beispiel, nie auf der Messe essen. Falls mir jemand die Hand reichen möchte, bekommt die Person eine Chipshand zurück.

Die Finanzübersicht

Jemand ist zu Dir gekommen und hat was gekauft? Herzlichen Glückwunsch. Doch es reicht nicht aus, das Geld zu nehmen und sich zu freuen. Notizen müssen nun her.

Die Geldkassette

Du solltest eine Geldkassette dabei haben, welche Du jederzeit transportieren kannst. Dort packst Du nicht nur das eingenommene Geld rein, sondern auch Wechselgeld. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass Du die Summe für Dein Buch nicht passend kriegst.

Ob Du bargeldlose Bezahlungen anbietest, müsstest Du prüfen. Damit meine ich die Technik und die Kosten.

Das Geldbuch

Egal, ob Du alleine am Stand bist oder diesen mit anderen teilst, es ist immer gut zu wissen, was Du verkauft hast. Gerade dann, wenn die Messe pro verkauftest Buch einen Anteil möchte. Und natürlich müsstest Du auch Steuern zahlen.

Daher solltest Du nach jedem Verkauf diesen sofort in Deinem Finanzbuch notieren. Dazu gehört der Titel des Buches, den Preis und die Menge. Du kannst auch ein entsprechendes Buch vorab kaufen und nur die Felder füllen.

Wenn Du noch andere Dinge verkaufst, notiere Dir auch da jeden Verkauf. Entweder die genau Bezeichnung oder Du kannst alternativ einen Code verwenden. Also anstatt “Eine Tasse mit Titel X” notierst Du Dir nur “Tasse A” oder “Tasse B”. Schreib aber auch irgendwo auf, was sich hinter diesen Codes verbergen. Dann entsteht am Ende keine Verwirrung diesbezüglich.

Und geht es an die Abrechnung, könnt ihr genau aufteilen, wer welches Geld kriegt.

Der zweite Tag

Wenn Du bei einer Messe bist, die über das Wochenende geht, dann läuft es meistens ähnlich ab. Besuchende, die über das ganze Wochenende da sind, werden sich häufig am Samstag umschauen. Was für Bücher gibt es und welche möchten sie mitnehmen.

Und am Sonntag schlagen dann die meisten zu. Sie wissen, was es gibt und wo auch die Autor*innen zu finden sind. Dann besorgen sie sich das Buch und, sofern möglich, auch noch ein Autogramm.

Natürlich kann es auch andersherum laufen (wie mir auf der Buchmesse Berlin von einem anderen Stand berichtet wurde). Aber die Wahrscheinlichkeit ist jedoch, dass es in diese Reihenfolge geht.

Trotzdem ist es immer gut, dass Du überprüfst, wie Du immer besser werden kannst. Denn manchmal ist der Stand nicht attraktiv aufgebaut oder die Ausstellenden zu zurückhaltend, um Interessierte anzulocken. Das Ganze ist also auch immer ein Versuch und Irrtum. Variiere also, um mehr Besuchende anzulocken.

Aktionen

Aber wie kann man die Leute anlocken? Dazu kannst Du Dir noch ein paar Aktionen ausdenken und starten.

Eigene Aktionen

Du kannst natürlich für Deinen Stand auch eigene Aktionen planen und starten. Sei es eine Verlosung oder indem Du Dich mitten in den Gang stellst und die Leute freundliche begrüßt und ihnen etwas in die Hand gibst (das haben wir Nornen auf der Buchmesse Berlin gemacht).

Natürlich sollte das mit den Regeln der Messe übereinstimmen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, bitte im Vorfeld fragen. Aber häufig haben die Messen nichts gegen Aktionen, solange sie andere nicht stören.

Mit anderen Aktionen planen

Die tolle Elenor Avelle hat recht, wenn sie sagt, dass man Aktionen durchaus zusammen planen und durchführen kann, vielleicht sogar sollte. Wir alle wollen ja letztendlich das Gleiche, Lesende glücklich machen. Und dies kann man erreichen, wenn sie tolle Bücher kriegen.

Wenn Du mit anderen eine Aktion planst, dann solltest Du die Regeln genau definieren. Was müssen die anderen Teilnehmenden alles machen. Was sind die Bedingungen, um mitzumachen. Und was passiert, wenn sie sich nicht daran halten.

Sorg am besten dafür, dass alle ihren Teil beitragen. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch bei den Gewinnen. Glaub mir, das ist besser.

Spaß haben

Bei der ganzen Planung und Beachtung von Kleinigkeiten und was weiß ich, solltest Du bitte eines nicht vergessen: Hab Spaß.

Du hast die Möglichkeit mit Deinen Lesenden in Kontakt zu treten. Daher ist es immer schön, wenn Du ihnen zeigst, dass Du Dich auch auf sie freust. Und je offener und positiver Du an die Sache herangehst, desto besser werden sie Dich in Erinnerung haben.

Dabei musst Du noch nicht einmal eine Quatschtante oder Quatschonkel sein. Ein Lächeln macht viel aus. Und wenn die Leute Dich anreden, reagiere darauf. Damit ist eine Menge gewonnen.

Also, hab viel Spaß auf Deiner Messe.

Abschlussgedanken

Vermutlich hab ich noch nicht einmal alle Punkte besprochen, auf die man Rücksicht nehmen kann oder vielleicht sollte. Wichtig ist aber, dass Du Deine eigenen Erfahrungen machst. Dadurch lernst Du am meisten.

Daher, sei offen und wirf Dich ins Getümmel. Und nächste Woche sehen wir, was Du nach der Messe machst.

Bis dahin wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele



Marketing: Das Lesezeichen

Eine Umfrage von mir, zum Thema Lesezeichen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vor knapp zwei Jahren hatte ich auf Twitter eine kleine Umfrage zum Thema Lesezeichen erstellt. Und da wir uns in der geistigen Vorbereitung auf einem Messebesuch sind, möchte ich heute ein wenig genauer auf das Thema Lesezeichen eingehen.

Denn Lesezeichen sind durchaus sehr kreative Marketinginstrumente.

Kurze Vorgedanken

Vermutlich ist eines der ersten Dinge, an die Autor*innen beim Thema Marketing denken, wohl das Lesezeichen. Es ist durchaus naheliegend. Immerhin besteht zwischen dem Lesezeichen und dem Buch eine lange Geschichte.

Und selbst Autor*innen, die ihre Werke nur als E-Books veröffentlichen, könnten sich Gedanken zu diesem Thema machen. Aber eins nach dem anderen.

Kurz zur Umfrage

Bei der Umfrage hatte ich folgende Frage gestellt:

Würdest Du Lesezeichen als Marketinggeschenk haben wollen?

Dazu gab es drei Antwortmöglichkeiten:

  • Ja (43 %)
  • Nein (16 %)
  • Kommt auf das Motiv an (41 %)

Die Zahlen hinter den Antwortmöglichkeiten sind die Ergebnisse der Antworten. Es haben 132 Menschen an dieser Umfrage mitgemacht.

Natürlich ist das keine große Anzahl von Teilnehmenden. Aber ich behaupte, dass sie trotzdem für die meisten Lesezeichensammelnden spricht. Man kann also sagen, dass etwa 84 Prozent der Personen an Lesezeichen interessiert sind. Nur 16 Prozent würden Dein Lesezeichen also verschmähen. Das ist eigentlich ein guter Schnitt.

Wie Lesezeichen nicht aussehen sollten

Auf der Buchmesse Berlin hatte eine Nornenschwester ihre Lesezeichen ausgelegt, die nicht so ganz gut ankamen. Daher möchte ich Dir hier aufzeigen, was das für Punkte sind.

Noch ein Hinweis: Die besagte Schwester hab ich noch vor Ort darüber informiert. Das ist hier also kein Lästern hinter ihrem Rücken.

Das Material

In diesem Fall war das Material nicht unbedingt überzeugend. Das Papier war so dünn, dass selbst jedes Druckerpapier dicker war. Im Idealfall soll Dein Lesezeichen ein paar Jahre sogar überleben. Daher kann ich Dir nur empfehlen, etwas dickeres Papier zu nehmen.

Die Rückseite

Vor ein oder zwei Jahren las ich auf Facebook von einer befreundeten Autorin folgende Geschichte: Sie hatte Postkarten ausgelegt und bemerkte, dass die Besuchenden ihres Standes nach diesen griffen und automatisch die Karte umdrehten.

Auf der Buchmesse Berlin hab ich nicht daran gedacht, bis ich sah, wie unsere Besuchenden das ebenfalls taten. Sie griffen nach den Lesezeichen und zack, drehten sie sofort diesen um.

In beiden Fällen war da nichts zu sehen, nur eine weiße Fläche.

Auch wenn es die Kosten in die Höhe treibt, ich schlage hier auf alle Fälle vor auch der Rückseite ein hübsches Motiv zu gönnen. Dann lohnt sich das Umdrehen auf alle Fälle.

Wie ein Lesezeichen aussehen könnte

Das Material

Du musst natürlich nicht das dickste Papier nehmen, was angeboten wird. Immerhin soll es zwischen zwei dünnen Seiten eines Buches passen. Und zudem mögen es durchaus viele nicht, wenn die Lücke, welche durch das Lesezeichen entsteht, dann zu dick wird.

Optik

Es kommt natürlich darauf an, für welche Gelegenheiten Du das Lesezeichen erstellst. Wenn es für ein Buch ist, dann bestehen ganz andere Bedingungen, als für eine Reihe.

Es gibt Autor*innen, welche das Cover auf der einen Seite abbilden, andere hingegen das Hauptmotiv des Covers (zum Beispiel die Person). Auf der anderen Seite sind dann die wichtigen Informationen zum Buch zu finden. Dazu zähle ich den Namen, Titel des Buches, wo es erschienen ist, ISBN und derartiges.

Tatsächlich gilt hier, was gefällt, kann genommen werden.

Haptik

Zwar eher selten, aber es gibt vereinzelt Lesezeichen, die eine 3D Haptik haben. Das bedeutet, wenn man mit dem Finger über eine Seite streichelt, fühlt man eine Erhebung.

Dafür benötigst Du durchaus eine entsprechende Druckerei, welche diese Technik Dir zur Verfügung stellt (gegen ein entsprechendes Entgelt). Zudem ist die Frage, ob Du das benötigst. Die einen werden sagen, dass es so ist, die anderen nicht.

Auf alle Fälle kannst Du Dich entsprechende informieren und schauen, ob es was für Dich ist. Für ein Erstlingswerk würde ich es mir zumindest überlegen, da ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen. Denn immerhin hat es den besten Auftritt verdient, den ich bieten kann.

Die Größe

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie groß so ein Lesezeichen sein soll. Da gibt es keine einheitlichen Maßen. Daher hab ich für mich entschlossen, dass mein eigenes Buch die Vorlage bildet.

Mit anderen Worten, mein Lesezeichen soll in erster Linie in mein Buch passen. Wenn es dann zufällig auch in andere passt, perfekt. Das bedeutet also auch, dass es nicht zu groß werden sollte.

Es gibt Lesezeichen, die nur in Fachpublikationen hineinpassen. Davon würde ich selbst eher die Finger lassen. Denn in welches Buch soll das passen? Und ich denke mir immer, dass ich damit Werbung mache. Wenn also eine Lesende zu meinem Lesezeichen greift, um es in ein anderes Buch zu packen, bin ich präsent. Ist es zu groß, landet mein Lesezeichen schlimmstenfalls in eine Schublade. Und damit bin ich nicht mehr präsent.

Zwischengedanken

Eigentlich ist es nicht schwer, ein Lesezeichen herzustellen. Du benötigst erst einmal eine Idee von Deinem idealen Lesezeichen. Das kannst Du aufzeichnen. Selbst dann, wenn Du zeichnerisch nicht begabt bist, kannst Du grob skizzieren, wo was sein soll.

Als Nächstes das Material. Also das Bild von Deinem Cover zum Beispiel. Und die wichtigen Daten, was Du noch auf das Lesezeichen einfügen möchtest. Dann eine Vorlage, welche Du bei der Druckerei hochlädst (wenn Du es online machst) und die Maßen, mit denen Du arbeiten möchtest. Und theoretisch kann es schon losgehen.

Rechtliches

Nein, ich bin keine Anwältin, noch hab ich die Zulassung in irgendeiner Art und Weise eine juristische Beratung zu geben. Das bedeutet, dass ich im Folgenden nur das wiedergebe, was ich auch von anderen gehört habe. Gegebenenfalls solltest Du Dir eine richtige rechtliche Beratung besorgen, um auf der sicheren Seite zu sein. Es handelt sich hiermit um keine rechtliche Beratung.

Wenn Du Bilder verwendest, solltest Du wissen, dass es darauf ein Urheberrecht gibt. Und zwar von der Person, die das Bild erstellt hat. Das zu umgehen und/oder zu ignorieren kann schlichtweg sehr, sehr teuer werden.

Daher unterscheide ich zwischen den Covern, die Du selbst herstellst und die ein*e Designer*in hergestellt hat.

Dein Design

Wenn Du das Design herstellst, hast Du das Urheberrecht über das Endergebnis. Damit könntest Du theoretisch alles damit machen. Es kommt nun nur noch darauf an, woher Du das Material her hast.

Wenn Du wirklich alles selbst gemacht hast, brauchst Du Dir vermutlich keine Gedanken zu machen. Aber spätestens, wenn Du ein Bild aus einer Fotodatenbank hast, solltest Du Dich erkundigen, für was alles Du es verwenden darfst.

Gegebenenfalls kann es sogar sein, dass Du noch eine Lizenz nachkaufen müsstest. Erkundige Dich im Vorfeld lieber einmal mehr, als zu wenig. Das kostet etwas Zeit, kann Dich aber im schlimmsten Fall vor unnötigen Kosten bewahren (wegen Urheberrechtsverletzung als Beispiel).

Ein*e Designer*in

Hast Du Dein Cover von einer Designerin, solltest Du Dich auf alle Fälle erkundigen, für was Du alles das Werk verwenden darfst. Einige erlauben mit einer Lizenz eine komplette Nutzung in allen Lebenslagen. Andere hingegen nicht.

Das bedeutet also auch, dass Du gegebenenfalls eine entsprechende Lizenz kaufen müsstest. Häufig bieten Designer*innen auch entsprechende Pakete an, in denen sie Dir auch die Vorlage für Dein Lesezeichen erstellen. Damit sparst Du Dir die entsprechende Arbeit.

Rechtliche Zwischengedanken

Wie oben schon geschrieben, wenn Du im Vorfeld die Erkundigungen einholst, ersparst Du Dir am Ende unnötige Kosten. Und notfalls einmal zu viel, als einmal zu wenig nachfragen.

Lesezeichen vs. Visitenkarte

Lesezeichen können natürlich genau dafür verwendet werden, eben als Lesezeichen. Jedoch ist es auch möglich, sie für einen weiteren Zweck zu verwenden. Eben als Visitenkarten.

Wenn Du noch kein Buch veröffentlicht hast oder Dir das Format gefällt, kannst Du auch die Form des Lesezeichens als Visitenkarte verwenden. Damit haben die, welche es von Dir bekommen, die Möglichkeit Deine wichtigen Daten zu erhalten. Und gleichzeitig etwas für ihr Buch.

Was als Bild?

Natürlich hast Du dann kein Cover, was Du verwenden kannst. Aber wie wäre es mit einem hübschen Logo? Entweder Du erstellst es selbst oder lässt es von jemanden erstellen (denk an den rechtlichen Aspekt).

Mein Hinweis ist auf alle Fälle, wenn Du ein Logo verwendest, solltest Du damit zufrieden sein. Es ist nichts nervigeres, wenn Du es nicht magst, aber Dich dann alle damit irgendwie in Verbindung bringen. Dabei hast Du vielleicht zwischenzeitlich schon einige Male das Logo verändert.

Die Daten

Auf der anderen Seite kannst Du dann Deine wichtigen Daten präsentieren, die Du auch herausgeben möchtest. Dazu zähle ich Folgende:

  • Name (oder Pseudonym)
  • Webseite
  • E-Mailadresse
  • Optional: Deine anderen Social Media Accounts (je nach Platz)

Wenn Du nur Deine Webseite aufführen möchtest, solltest Du dort dann alle Deine Internetpräsenzen aufführen. Damit sparst Du Platz und bist immer aktuell. Denn Internetpräsenzen in den sozialen Medien können sich ändern, seltener dagegen die Adresse Deiner Webseite.

Warum?

Der Vorteil bei einer Visitenkarte in der Form eines Lesezeichens ist, dass man diesen ebenfalls in einem Buch packen kann. Mit anderen Worten, Du bleibst somit präsenter in Erinnerung. Und wenn Dein Lesezeichen bei der Person wieder auftaucht, wie sie*er Deine Internetseite vielleicht aufrufen und sich nach Dir erkundigen.

Bestenfalls hast Du dann Deinen ersten Roman veröffentlicht und wird dann von der Person gekauft. Wäre doch ideal, oder nicht? 😀

E-Book Only

Es gibt natürlich Autor*innen, die ihre Werke ausschließlich als E-Books veröffentlichen. Dabei ist es egal, ob dies im Selfpublishing oder in einem Verlag geschieht. Denn auch einige Verlage haben sich darauf spezialisiert, die Werke nur als E-Book zu veröffentlichen.

Jetzt könnte man sagen, dass es hier reine Geldverschwendung wäre, wenn man Lesezeichen herstellt. Immerhin könnte man diesen nicht in das E-Book legen. Logischerweise.

Aber das bedeutet noch lange nicht, dass Du das mit dem Lesezeichen nicht für Dich nutzen kannst. Häufig ist es so, dass man nicht sofort ein Buch kauft, sondern sich erst einmal darüber informieren möchte. Und die wenigsten laufen mit einem Notizbuch über Messen oder Conventions, um sich dann die tollsten Bücher zu notieren.

Daher könnte man die Lesezeichen auch als eine Art Einkaufsliste bezeichnen. Zudem schafft ein Lesezeichen eher, Deine Geschichte in Erinnerung zu halten, als ein E-Book. Denn bei einem E-Book sieht man irgendwann nicht mehr das Cover oder den Titel. Wenn also die Person sich dann an Dich dauerhaft erinnert, dann ist das goldwert.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, zumindest darüber nachzudenken, ob Du nicht doch Lesezeichen herstellen lässt.

Andere Lesezeichen

Eine meiner Hobbys ist es, Lesezeichen zu sammeln. Einerseits, weil ich diese für meine Bücher brauche. Und zum anderen, ich finde diese teilweise total schön.

Und natürlich auch, um von anderen zu lernen. Wenn ich mir die gesammelten Lesezeichen ansehe, erkenne ich, was mir gefällt und was nicht. Durch die anderen lerne ich halt, was ich machen kann.

Vielleicht schaffst Du Dir auch dieses Hobby an.

Abschlussgedanken

Lesezeichen kannst Du nicht nur für Messen oder Conventions verwenden. Zusätzlich kannst Du es auch als Beigabe für Deine Bücher verwenden, wenn Du sie verschickst. Oder für andere Dinge.

Das Tolle daran ist, dass diese zwischenzeitlich preislich auch erschwinglich geworden sind. Du musst also nicht Haus und Hof verkaufen, für ein paar Lesezeichen. Wichtig ist es, die Preise zu vergleichen.

Beim erstellen und verteilen der Lesezeichen wünsche ich Dir auf alle Fälle viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Vor der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nehmen wir an, Du hast Dich entschieden, auf eine oder mehrere Messen und/oder eine oder mehrere Conventions zu gehen. Erst einmal Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Nun fängt die Arbeit an.

Kurze Vorgedanken

Es gibt, über das Jahr verteilt, Dutzende von Veranstaltungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du an allen teilnehmen kannst, ist da schon einmal gering. Daher finde ich es persönlich wichtiger, meine Energie auf die Veranstaltungen zu konzentrieren, die mich am meisten interessieren.

Zumal das ganze auch Zeit und Geld kostet. Besonders Letzteres ist ein durchaus ernstzunehmender Punkt. Aber gehen wir Schritt für Schritt durch.

Katrin Ils: Buchmessen – Ein eigener Stand

Die wichtige Vorarbeit

Bevor Du Dir Gedanken machen kannst, was Du auf der Messe alles machst, gehören meiner Meinung nach, einige wichtige Vorgedanken und Vorarbeit dazu. Hier sind meine Ideen.

Recherche

Neben den drei großen Messen (Leipziger Buchmesse, Frankfurter Buchmesse und die Buchmesse Berlin) gibt es noch viele, viele kleine Messen. Vermutlich auch in Deiner Nähe etwas. Recherchiere das oder frag mal in den sozialen Medien nach. Bestimmt gibt es Leute, die Dir da Auskunft geben können.

Nebenbei gibt es noch diverse Convention, die sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren. Oder auch Branchentreffen und so weiter. Daher, betreib erst einmal Recherche, was es gibt. Und noch wichtiger, was Dich interessieren könnte.

Deine Auswahl

Wenn Du fertig bist, hast Du eine Auswahl von möglichen Messen und/oder Convention, die Dich interessieren könnten. Wenn es nur wenige sind, vielleicht schaffst Du es ja, alle zu besuchen. Bei einer größeren Anzahl von Möglichkeiten, könnte es nun wichtig sein, eine Auswahl zu treffen.

Überlege Dir, was Dir persönlich und auch marketingtechnisch am meisten bringt. Denn Messen bzw. Convention sind nicht nur zum privaten Vergnügen da. Es ist eine Art Arbeitsplatz. Du machst dort ja Werbung für Dich und Deine Werke.

Eine weitere Überlegung sollte dann die Kosten sein. Wenn die Messe (ich bleibe bei dem Wort Messe, meine damit aber alle anderen Formen der literarischen Zusammenkunft mit) nicht gerade um die Ecke ist, musst Du einiges planen. Dazu zähle ich die Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten und eventuell Kosten für die Anfahrt von dem Ort Deiner Übernachtung zur Messe.

Natürlich kannst Du kostengünstiger wegkommen, wenn Du in einer Gemeinschaft anfährst, übernachtest und jemand ein Auto hat. Aber das ist nicht immer gegeben. Und manchmal ist es auch viel angenehmer, wenn man alleine sein kann. Dann hast Du immer die Möglichkeit, Dich zurückzuziehen. Gerade dann, wenn Gemeinschaften Dich psychisch anstrengen.

Rechtzeitig buchen

Egal ob Du als Besucher*in oder als Aussteller*in dort auftauchst. Es ist wichtig, dass Du alles rechtzeitig buchst. Zum einen gibt es häufig auf Frühbuchungen kleine oder größere Rabatte. Zudem kannst Du so verhindern, dass zum Beispiel Hotelzimmer ausgebucht sind, wenn Du zu spät kommst.

Notfalls trag die wichtigen Termine in Deinem Kalender ein und Deine Deadline, bis wann Du alles geklärt und gebucht haben solltest. Dann verpasst Du keine wichtigen Termine mehr.

Aussteller*in

Wenn Du nicht als Autor*in auf der Messe erscheinst, sondern als Aussteller*in, gibt es noch einige Punkte, die Du beachten musst.

Anmeldung

Die Stände bei einer Messe sind meistens sehr heiß begehrt. Daher ist es wichtig, dass Du Dich rechtzeitig anmeldest. Das bedeutet natürlich auch, dass Du Kosten zu tragen hast.

Wie viel kostet ein Stand und wie groß ist er. Möchtest Du den alleine führen oder hast Du Mitstreitende, die auch mit Dir die Kosten tragen. Wenn Du in einer Gruppe bist, ist es immer gut, dass ein bestimmter Tag geklärt wird, bis wann die Kosten der anderen überwiesen wird. Dann trägt die Person, welche die Anmeldung vornimmt, nicht die Kosten alleine (im schlimmstenfall, weil andere abspringen).

Rechte und Pflichten

Wenn Du bei einer Messe mitmachst, hast Du nicht nur Rechte, sondern auch gewisse Pflichten. Erkundige Dich genau, was Du alles berücksichtigen musst.

Hier ein paar Beispiele: Ab wann darfst Du aufbauen? Bis wann musst Du alles abgebaut haben? Darfst Du Deine Bücher ohne Kosten an die Messe abzutreten verkaufen? Und wenn nicht, wie hoch sind sie? Wie sieht es mit einer Haftpflichtversicherung aus (bei Unfällen bei Deinem Stand)? Und so weiter und noch viel mehr.

Die meisten Messen haben einen FAQ Bereich dafür. Denn sie sind es gewohnt, dass man mit solchen Fragen auf sie zukommt. Studiere diese und wenn noch was offen ist, frag vor einer Anmeldung am besten nach.

Der spaßige Teil

Wenn Du Dir noch nicht sicher bist, was Du alles brauchst, erkundige Dich bei erfahrenen Ausstellenden. Viele von ihnen werden Dir sicherlich mit zumindest dem einen oder anderen Rat beiseitestehen.

Hast Du den Arbeitsteil hinter Dich gebracht, kommt der spaßige Teil eben dran. Wer kommt denn da auf die Messe?

Deine Bücher

Je nachdem, wie Du dort auftrittst (alleine oder mit einer Gruppe), ist es natürlich nun wichtig zu überlegen, welche Bücher Du mitnimmst. Bei einem Erstlingswerk oder wenigen Büchern mag es noch übersichtlich sein. Hast Du aber schon viele geschrieben, ist eine Entscheidung wichtig.

Selbst würde ich mich immer für mein letztes Werk entscheiden. Und dann kommt es darauf an, wie viel Platz ich bekomme. Aber das letzte und eventuell vorletzte Werk sollte immer dabei sein. Oder auch die Premiere, die Du auf der Messe vorstellen möchtest.

Eventuell möchtest Du auch eine Sonderauflage drucken, welche nur auf der Messe verkauft wird. Meine Empfehlung wäre dann, dass Du Dir etwas Besonderes einfallen lässt. Also einen Grund lieferst, warum ich als Besuchende gerade Dein Werk auf der Messe kaufen soll. Denk dabei, dass Du um den Platz in der Tasche der Kaufenden kämpfst. Bücher sind schwer und viele überlegen vorher genau, wie viele sie kaufen. Und manche sogar von wem (wegen den Autogrammen und so weiter).

Etwas Besonderes könnte ein Hardcoverbuch sein. Oder Dein Buch mit einer Landkarte. Oder mit farbigen Bildern. Einem Variantcover. Und was auch immer Dir einfallen mag.

Merchandising

Vielleicht kannst Du irgendetwas aus Deinem Buch nehmen und daraus ein Produkt zaubern, welche Du verkaufen könntest. Oder zu Deinem Buchverkauf beifügst.

Vermutlich hast Du schon was im Kopf, was Du mitbringen könntest. Wenn nicht, frag Deine Lesende, was sie sich wünschen. Kannst Du es umsetzen, mach es ruhig. Schaffst Du es nicht, überleg Dir eine Alternative. Ansonsten frag andere Autor*innen, was sie so anbieten. Und dann überleg Dir, wie Du das für Dich abwandeln und umsetzen kannst.

Lesezeichen, Visitenkarten und andere Papiersachen

Sehr viele Lesende lieben es, wenn sie Lesezeichen bekommen. Und das ist auch ein gutes Marketingmittel. Denn mit einigen einfachen Methoden, kannst Du Dich im Idealfall immer wieder in Erinnerung rufen (zum Thema Lesezeichen gibt es noch einmal einen eigenen Beitrag, daher gehe ich hier nicht in die Tiefe).

Ein Lesezeichen passt meistens in ein Buch hinein und kann daher für verschiedene Werke benutzt werden. Und wenn es besonders hübsch aussieht, machen es auch viele.

Visitenkarten können dann interessant sein, damit die Leute Dich im Netz finden können. Daher empfehle ich Dir, dass Deine Karten Deinen individuellen Stil wiederspiegeln und Du Deine wichtigen Onlinpräsenzen dort finden. Zumindest Deine Internetseite.

Bestenfalls wird Deine Visitenkarte auch als Lesezeichen verwendet. Dann erinnern sie sich auch so an Dich.

Schau Dich noch auf Seiten um, welche solche Printprodukte anbieten, um zu sehen, was Du noch mitnehmen könntest. Zum Beispiel einen Flyer mit Deinen Geschichten. Oder eine Leseprobe anderer Bücher, die Du nicht mitgebracht hast und so weiter.

Bedenk aber bitte zwei Dinge: Zum einen, dass alles kostet Geld und muss finanziert werden. Daher überlege Dir genau, was Du wirklich mitnehmen willst und was Dir gefällt. Zumal Du das ganze Zeug auch noch schleppen musst (zum Ort und zum Stand). Und zweitens, wie viel Platz hast Du und was benötigen die anderen für Raum (sofern Du mit anderen Deinen Stand teilst).

Deko und Sonstiges

Um Deinen Stand eine individuelle Note zu verleihen, kann es interessant sein, das mit Deko zu tun. Wenn Du alleine bist, kannst Du die Stimmung Deiner Romane aufnehmen.

Als Horrorautor*in könntest Du zum Beispiel mit Kunstblut arbeiten oder den Waffen aus Deiner Geschichte. Ist Steampunk Dein Thema, wäre es möglich mit Zahnräder zu arbeiten. Und so weiter und so fort.

Die Dekosachen sollten jedoch nicht Deine Bücher verdrängen. Und ich würde Dir empfehlen, dass es so händelbar ist, dass Du es leicht transportieren kannst.

Bei einer Gruppe ist es etwas leichter. Ihr sprecht euch ab, was ihr wollt und besorgt gemeinsam die Sachen. Und vor allem, ihr bringt es gemeinsam dorthin und nehmt es dann entsprechend wieder mit.

Du als Autor*in

Nun kommen wir zu der wichtigsten Person auf der Messe. Und zwar Du selbst. Immerhin trittst Du dort auf. Also machen wir uns noch ein paar Gedanken, wie Du dort erscheinen könntest.

Passendes Schuhwerk

Egal wie Du dort erscheinst, ich empfehle Dir ganz bequeme Schuhe zu tragen. Glaub mir, das ist tatsächlich das A und O dort.

Schlimmstenfalls wirst Du dort den ganzen Tag stehen. Und wenn Du falsche Schuhe hast, hältst Du es schwerlich durch. Am zweiten Tag der Buchmesse Berlin 2018 konnte ich kaum noch stehen. Dabei hatte ich schon bequeme Schuhe angehabt. Was wäre gewesen, wenn ich irgendwelche Mörderschuhe anhätte. Irgendwann wäre ich wohl barfuß gelaufen.

Kleidungsstil

Auf Messen hast Du die Möglichkeit, Dich mit einem bestimmten Kleidungsstil in Szene zu setzen. Wenn Du Fantasy schreibst, kannst Du entsprechend Kleidung aus dieser Welt tragen. Oder Steampunkt eignet sich besonders dafür.

Alternativ kannst Du auch besonders bunte Kleidung tragen. Oder nur schwarze. Klar, Alltagskleidung geht auch. Da könnte es aber passieren, dass Du vielleicht untergehst. Daher mein Hinweis zum Kleidungsstil.

Hier aber der wichtigste Hinweis überhaupt: Wenn Du Dich in der Kleidung überhaupt nicht wohlfühlst, wird man das mitbekommen. Das bedeutet, dass man Dich mit anderen Augen sehen wird. Daher ist es besser, wenn Du mit Alltagskleidung kommst, als wenn Du eine hübsche Gewandung wählst, mit dem Du nicht klarkommst. Das ist unnötig hinderlich.

Accessoires

Wenn Du Dich nicht über die Kleidung in Szene setzen möchtest, eventuell geht es über Accessoires. Elenor Avelle zum Beispiel ist zwischenzeitlich wegen ihrem roten Hut bekannt. Vielleicht gibt es ja etwas, womit Du Dich einzigartig machen könntest.

Sonstiges

Wenn Du das erste Mal ausstellst, kann es durchaus passieren, dass Du noch ein paar Fehler machst. Das Wichtige, wie ich finde, ist, dass Du dabei Spaß hast. Dann wirst Du und Deine Besuchenden darüber hinweg sehen können.

Mach Dir gerne Notizen, wie Du dort auftauchen möchtest. Mit welchen Materialien und so weiter. Und dann arbeite alles nach und nach ab. Und wenn etwas nicht so ganz klappt, krieg keine Panik. Irgendwie wird sich das alles richten.

Abschlussgedanken

Die allerste Messe kann sehr aufregend sein. Und noch wichtiger, sie kann sehr toll werden. Sei einfach offen für alles. Denn egal wie sehr es nach Arbeit klingt (und ein Messeauftritt kann sehr arbeitsreich sein), wenn Du einfach keinen Spaß daran hast, dann macht das alles keinen Sinn.

Daher wünsche ich Dir auf Deinen Messen nicht nur Erfolg, sondern ganz, ganz viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele


[Charaktere] Mary Sue und Gary Stu

[Charaktere] Mary Sue und Gary Stu

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für Fanfictionautor*innen ist es die schlimmste Ehre, wenn man die Charaktere als Mary Sue oder als Gary Stu bezeichnet. Dabei handelt es sich um Charaktertypen, hinter denen sich die Autorin bzw. der Autor versteckt und ihre geheimsten Wünsche über sie ausleben lassen kann.

Doch schon lange ist dieser Charaktertyp nicht nur auf den Fanfictionbereich reduziert. Denn auch in veröffentlichten Romanen findet man sie zwischenzeitlich sehr häufig. Daher schauen wir uns diesen Charaktertyp doch mal genauer an.

Kurze Vorgedanken

Zuerst tauchte Mary Sue auf. Und zuerst war sie ein Charakter wie jeder andere. Doch zwischenzeitlich hat sich diese Bezeichnung als ein Synonym für Figuren entwickelt, die eher eindimensional sind und überquellen von Klischees.

Daher fürchten einige AutorInnen durchaus das Urteil, ihr Charakter erinnere doch sehr an Mary Sue. Oder dieser sei eben eine Mary Sue. Im Laufe der Jahre hat sich noch ihr Zwillingsbruder Gary Stu hinzugesellt. Bei ihm gelten fast die gleichen Regeln wie bei Mary Sue.

Doch während FanfictionautorInnen durchaus wissen, wer Mary Sue ist, scheinen das RomanautorInnen nicht immer zu wissen. Deren LeserInnen übrigens auch nicht immer. Ansonsten gäbe es nicht auf Goodreads eine Liste mit Büchern, welche von Mary Sue Charakteren nur so wimmelt. Für mich überraschend ist durchaus, dass dabei Namen wie Laurell K. Hamilton oder auch (ja, Du liest richtig) Stephen King dabei sind. Aber auch Bücher, die verfilmt wurden. Man kann durchaus sagen, sogar die Großen der Literaturbranche laden sich diesen Charaktertyp in ihre Geschichten ein.

Vor einigen Monaten las ich eine englischsprachige Rezension zu einem Mary Sue Buch durch das ich mich immer noch kämpfe. Die Rezensentin merkte zurecht an, dass dieses Buch neben endlosen Fehlern auch eben eine Mary Sue als Hauptcharakter habe. Eine Userin schrieb darauf, dass eben dieser Charakter doch so wundervoll sei, und zählte dann gerade ihre Mary Sue Qualitäten auf. Nun, auch LeserInnen wissen nicht immer, wer sie eigentlich ist.

Daher möchte ich Dir heute einen sehr umfangreichen Beitrag dazu bieten, wer diese Zwillinge überhaupt sind, wie man sie verhindern kann, oder retten, sofern Du einen erschaffen hast und auch einige Beispiele nennen.

Wer ist eigentlich Mary Sue?

Mary Sue war eine Halbvulkanierin, die auf dem Schiff der U.S.S. Enterprise unter Captain Kirk diente. Sie war sowohl ihm als auch Mr. Spock und auch Dr. McCoy in jeder erdenklichen Lage überlegen, wunderschön, tapfer und alle drehten sich nach ihr um. Während eines Einsatzes war sie es dann, die am Ende der Crew und das Schiff rettete. Dabei opferte sie ihr eigenes Leben.

Wenn Du jetzt das Bedürfnis hast, schreiend wegzurennen, dann hast Du das grundlegende Problem von Mary Sue Charakteren erfasst. Denn ihre Charakter ist nicht dafür geschaffen, sie auf Dauer sympathisch zu finden, auch wenn man eigentlich versucht, das mit ihr zu erreichen.

Die perfekte Mary Sue

Mary Sue ist in allen Bereichen perfekt. Sie ist wunderschön, hat die richtigen Kurven an den richtigen Stellen, schöne lange Haare, tolle Augen und einen süßen Schmollmund sowie eine Stupsnase. Zudem ist sie intelligent und brillant zugleich. Aller Wahrscheinlichkeit hat sie sogar einen Doktortitel, und zwar als jüngste Frau in ihrem Fachgebiet, wo sie natürlich zur Weltspitze gehört. Alternativ kann sie auch der jüngste Detective sein, die jemals den Polizeidienst angetreten hat und so weiter.

Zugleich ist sie unglaublich zäh. Wenn sich ihr etwas in die Quere stellt, kann es ihr zwar den Teppich unter den Füßen wegziehen. Doch sie ist es dann, die sich alleine aufrappelt und die ganze Angelegenheit klärt. Und nebenbei reißt sie mit ihrer Leidenschaft noch ihre Umgebung mit, die ansonsten aufgegeben hätten. Gerade in brenzligen Situationen ist sie es dann, die alle Menschen rettet, die ihr wichtig sind.

Alle Menschen, die sich in der Geschichte als positiv herausstellen, lieben Mary Sue. Das gilt sowohl für die Männer als auch die Frauen. Natürlich finden sie Mary Sue auch sexuell attraktiv. Und je nach Geschichte kann sie sich aussuchen, mit wem sie ins Bett geht.

Jedoch wollen sie auch alle retten, wenn sie sich zurückzieht und es ihr schlecht geht. Und ist Mary Sue in Gefahr, dann werden ganze Planeten riskiert, damit sie überleben kann. Denn alle lieben sie und alle stehen fest hinter ihr.

Leider keine Parodie

Wenn Du das Gefühl hast, dass diese Aufzählung eine Parodie sei, dann muss ich Dich leider enttäuschen. Denn es gibt in der Tat Figuren, die nach diesem Muster gestrickt sind. Das Buch, durch das ich mich immer noch kämpfe ist „Kushiel – Das Zeichen“ von Jacqueline Carey. Und Phédre, die Heldin der Geschichte, ist eine Mary Sue. Ich will nicht zu viel verraten, für den Fall, dass Du Dir das Buch bzw. die Reihe selbst durchlesen möchtest. Auf alle Fälle scheint sie irgendwie alles zu können, auch wenn die Autorin das manchmal relativiert. Also ihr in den Mund legt, dass sie in gewissen Dingen doch nicht so bewandert sei. Und zugleich ist sie die Einzige, die selbst in schweren Zeiten einen Überlebenswillen hat, während ihre Umgebung, wohlgemerkt, darunter befindet sich auch ein Krieger, dass schon lange aufgegeben haben.

Trotzdem wurde dieses Buch in Amerika, so wie ich gelesen habe, zum Bestseller. Und in Deutschland haben auch sehr viele Leute die drei übersetzten Bücher gelesen (von insgesamt sechs). Aber auch in anderen Büchern findest Du Mary Sue Charaktere wie „Twilight“, „Harry Potter“ und auch „James Bond“.

Kritik zu Mary Sue

Mary Sue ist der Albtraum einer jeden kritischen Leserin und eines jeden kritischen Lesers. Sie möchten nicht mit einem zu perfekten Charakter belästigt werden, wo man alle paar Seiten (oder alle paar Filminuten) die Augen verdreht und sich fragt, was das bitte sein soll. Natürlich ist die Heldin im Mittelpunkt des Geschehens, das ist ein Fakt. Ansonsten wäre sie keine Heldin. Jedoch ist es immer eine gute Idee ihr Schwächen zu geben, die sie menschlich erscheinen lässt. Mary Sue ist davon jedoch Lichtjahre entfernt (um mal auf ihren Ursprung zurückzukommen).

Weitere Bezeichnungen für Mary Sue

  • Einstein Sue – wenn sie besonders intelligent ist (im Bereich Genie)
  • Jerk Sue – bezeichnet ein Charakter, die sehr schnell ausflippt
  • Sympathetic Sue – sie will unbedingt Deine Sympathie als Figur

Ihr Bruder Gary Stu

Kurz vorab, Gary Stu hat nicht auf der U.S.S. Enterprise als Bruder von Mary Sue gedient. Ich habe mir nur angewöhnt, die beiden als Geschwister zu bezeichnen. Denn sie haben die gleiche, unheilige Aufgabe (uns Leserinnen und Leser auf die Nerven zu gehen) und ähnelt ihr sehr.

Doch er ist ein Kind der späteren Generation. Man könnte ihn also als kleinen Bruder von Mary Sue bezeichnen, auch wenn es ihn schon länger gibt. Wie eben James Bond, den es durchaus schon einige Jahrzehnte gibt.

Wer oder was ist genau Gary Stu

Kurz gesagt, Gary Stu ist der männliche Gegenpart von Mary Sue. Er ist gut aussehend, hat perfekte Manieren, ist ein ausgezeichneter Kämpfer und alle Frauen und auch die Männer, fliegen auf ihn. Er kann jedes Gefährt steuern, kennt sich mit Waffen aus und ist in mindestens drei verschiedenen Kampfkünsten unterwiesen.

enn er auf dem Plan tritt, dann drehen sich alle nach ihm um und wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Er erregt alle Aufmerksamkeit. Denn er ist jung, intelligent und hat einiges auf dem Kasten. Und wenn er Feinde hat, dann aber so richtig. Man will ihn nicht nur töten, man will ihn regelrecht vernichten. Seine Erinnerung aus den Analen der Geschichte löschen, auch wenn er dort noch nicht einmal angekommen ist. Aber das ist egal.

Ein Beispiel

Das wohl bekannteste Beispiel ist immer noch Wesley Crusher von der U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von Captain Jean Luc Picard. Es ist nicht nur so, dass er das Schiff rettet, wenn alle anderen versagen (Deus ex Machina lässt hier eindeutig grüßen), sondern darf auch das Schiff fliegen, obwohl er die Akademie noch gar nicht abgeschlossen hatte. Kein Wunder, dass alle diesen Charakter nicht mögen. Noch nicht einmal der Schauspieler selbst kann mit ihm etwas anfangen.

Gary Stu ist …

Entweder ist Gary Stu ein durchtrainierter Athlet oder so schwach gebaut, dass er zierlich und beinahe feminin wirkt. Vermutlich soll er damit einer Frau sehr ähneln. Auf alle Fälle zeigen sich hier die vielen Idealbilder der Frau gegenüber einem Mann. Also Waschbrettbauch anstelle eines Bierbauches. Oder lange Haare, damit diese schön das Gesicht verdecken können. All diese Dinge halt.

Natürlich drehen sich auch bei Gary Stu alle anderen Figuren nach ihm um. Und sehr häufig darf er schwul sein. Entweder ist er es, der erkennt, dass der andere Held schwul ist oder er muss davon überzeugt werden. Und Gary Stu schafft es auch, dass sich zwei Helden in ihn verlieben. Und wenn es eine sogenannte polyamore Geschichte handelt (wo drei Personen eine gemeinsame Beziehung führen), dann bleiben alle am Ende miteinander zusammen, weil sie sich verstehen.

Weitere Bezeichnungen von Gary Stu

  • Larry Stu
  • Marty Stu
  • Mary Joe
  • Marty Sam

Zwischengedanken

Diese Informationen sollten Dir helfen zu sehen, wer oder was genau eine Mary Sue bzw. ein Gary Stu ist. Doch wie identifiziert man sie jetzt eigentlich?

Mary Sue

Fangen wir mit der Schwester an. Immerhin ist sie auch um einiges älter als Gary Stu und zwischenzeitlich gibt es genaue Identifizierungsmerkmale, wie man sie erkennen kann.

Physische Erscheinung

Sehr häufig haben wir es mit einer absoluten Schönheit zu tun, die auch einen, sagen wir mal, exotischen Touch hat. Entweder hat sie eine ungewöhnliche Haarfarbe oder Augenfarbe, die sie dann als besonders, einmalig, einzigartig kennzeichnet.

Dazu gehören zum Beispiel goldene, rote oder violette Augen, brünette Frauen mit heller Haut, wunderschöne Mädchen aus der ärmeren Schicht (also Bauernmädchen, Bettlerinnen und so weiter) und Mädchen bzw. Frauen, deren Äußeres besonders detailliert beschrieben wird.

Überlassen die Autorinnen und Autoren die Selbstbeschreibung dem Charakter, dann kommt so etwas heraus wie, dass zu dünn seien, dass die Augen oder der Mund zu groß sei. Also körperliche Makel, die keine sind. Damit wird wohl der Versuch gestartet, sie doch irgendwie menschlich und liebenswürdig zu gestalten. Immerhin haben sie ja auch Probleme mit ihrem Äußeren.

Ihre Talente und/oder Fähigkeiten

Hier kann in zwei extreme Richtungen gehen.

Die erste Richtung ist, dass sie ein weit gefächertes Repertoire an Fähigkeiten und Talenten hat. Mehr, als die Realität erlaubt. Das kann also sein, dass sie besonders athletisch ist, dass sie ein hohes Maß an akademisches Wissen hat, natürlich auf verschiedensten Ebenen, sie ist künstlerisch begabt und was es noch geben kann, damit die Geschichte eine Mary Sue hervorbringt.

Häufig ist sie ihren Altersgenossinnen und Altersgenossen weitaus überlegen. Und meistens gibt es dafür noch nicht einmal einen guten Grund. Es ist halt so. Zu allem Überfluss kann es noch dazu kommen, dass sie göttliche Macht haben kann. Besonders in Geschichten, wo es um Magie geht oder wenn Menschen von Geburt auf an übernatürliche Fähigkeiten haben. Sie ist natürlich die Königin dieser Gruppe.

Das andere Extrem ist, sie ist absolut nutzlos. Sie kann nichts, rein gar nichts. Also keine besonderen Talente oder Fähigkeiten. Man könnte sich schon fragen, wie sie es überhaupt schafft, in der Geschichte zu überleben. Aber da gibt es natürlich den Helden. Er findet sie so wundervoll, attraktiv und noch so einiges mehr, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat, sie zu retten. Und wenn er dafür sein eigenes Leben dafür opfern muss. Nun, Problem gelöst würde ich sagen. Zumindest für Mary Sue.

Ihr Hintergrund

Ihre Hintergrundgeschichte kann übertrieben dramatisch oder tragisch sein. Damit soll eigentlich garantiert werden, dass wir beim Lesen sagen, oh, dieses arme, arme Mädchen. Das kann sein, dass sie aus einer extrem glücklichen Familie kommt, wo sie geliebt wurde, wo alles in Ordnung war, wo alles einfach nur erdrückend war. Zumindest für uns. Denn es gab kein Grund mal die Eltern anzuschnauzen, weil sie einfach perfekt waren und der Tochter alles erlaubt haben und auch kein Grund, um einfach mal auf dem Tisch zu hauen. Gerade in dem Alter wo Kinder nun einmal auf den Tisch hauen und zeigen wollen, dass sie erwachsen sind (oder es zumindest glauben).

Die Alternative ist hier (ja, auch hier gibt es zwei Extremen), dass sie aus einer Familie kommt, wo sie und ihre Besonderheit unterdrückt wurden. Niemand verstand sie, niemand liebte sie und es kann sogar zu Misshandlungen gekommen sein, aus denen sie als Siegerin hervorging. Immerhin hat sie ihre Kindheit überlebt. Aber das ist natürlich dann auch ein Grund, warum es ihr schwer fällt, anderen zu vertrauen und die dann darum kämpfen müssen, dass sie dann zum erlesenen Zirkel der Heldinnen und Helden gehören. Oder anders ausgedrückt, dass die anderen zu ihrem erlesenen Zirkel gehören.

Zu der zweiten Hintergrundgeschichte ist der berühmteste Vertreter der Gary Stu Fraktion immer noch Harry Potter.

Sehr häufig kommt es auch vor, dass Mary Sue nicht in ihrer Ursprungsfamilie aufwächst. Das bedeutet, dass diese sie entweder weggegeben, verkauft oder einfach vor der Tür irgendeiner seltsamen Familie ausgesetzt wurde. Doch eigentlich entstammt sie einer königlichen Familie oder ist die Tochter einer supermächtigen Hexe oder eines supergeheimen Zauberers. Also von jemanden die oder der was in der Geschichte zu sagen hat. Sie kann natürlich auch ein Halbling sein. Also, sie ist nur zur Hälfte ein Mensch. Die andere Hälfte kann eben die Hexe sein, eine Elbin, eine Vampirin, such es Dir einfach aus.

Ihre Aufgabe, ihr Zweck, ihr Schicksal

Ich denke nicht, dass ich noch erwähnen muss, dass sie „Die Auserwählte” ist. Die Person, die den Tag rettet, dass Volk vor der Sklaverei und was auch immer in der Geschichte gerettet werden muss. Sie schafft das schon. Dabei hat sie noch nicht einmal irgendeine Autorität, um irgendetwas zu erreichen oder jemanden zu befehligen. Aber sie rettet alle. Und auch dann, wenn sie eigentlich gar keine besonderen Fähigkeiten hat, um das zu schaffen (siehe weiter oben).

Ihre Persönlichkeit

Ihre Charakterschwäche soll darüber hinwegtäuschen, dass sie gar keinen Charakter hat. Zumindest keinen Realistischen. Das bedeutet, dass sie halt schnell ärgerlich wird, stur ist oder feindselig reagieren kann. Aber sie kann auch tollpatschig sein. Doch all diese Charakterschwächen haben über lange Hinsicht keine Auswirkung auf sie, auf die Umgebung oder auf die Geschichte. Denn letztendlich, sie ist perfekt und hat daher keine Charakterschwächen. Oder man kann ihr diese vergeben.

Ergo, egal wie mies sie sich auch benehmen mag, man ist ihr vielleicht ein paar Tage böse und man bestraft sie auch, aber über längere Zeit vergibt man ihr, dass sie sich mies benommen haben mag. Man verträgt sich, man versteht ihre Handlungen oder warum sie so reagiert hat, wie sie reagierte.

Ihre (romantischen) Beziehungen

Die Beziehungen zu anderen kann man sich nicht immer erklären. Denn diese gehen von ganz unten bis ganz oben. Aus allen Gesellschaftsschichten hat sie Freundschaften, die ihr gerne alles beibringen, was diese können und gerne mit ihr Zeit verbringen.

Das bedeutet natürlich auch, dass selbst mächtige Menschen wie Könige oder Königinnen, Hexen oder Zauberer, Präsidentinnen oder Minister ihr die Gunst schenken. Und wenn sie deren Hilfe braucht, bekommt sie diese sofort und ohne zu zögern und natürlich auch zeitnah. Wo kämen wir ansonsten hin.

Und egal wie sehr sie sich spinnefeind mit jemandem war, bzw. die Person sie nicht leiden konnte oder diese einander egal waren, am Ende empfinden sie etwas füreinander. Es gibt eigentlich keinen guten Grund, warum beide sich ineinander verlieben. Sie tun es aber trotzdem und am Ende wird aus den unwahrscheinlichsten zwei Figuren des Romans ein romantisches Traumpaar.

Gary Stu

Im Grunde genommen unterscheidet sich Gary Stu nicht von Mary Sue. Wenn Du Dir die oben aufgeführten Beschreibungen durchliest und sie auf einen Mann ummünzt, dann hast Du die Beschreibung für ihren Bruder.

Es gibt jedoch eine Besonderheit, die nur ein Gary haben kann. Eben, weil er ein Mann ist. Und zwar die Anzahl seiner Bauchmuskeln. Denn es gibt eine Form von Gary Stu, der ist genau richtig muskulös. Also Bauchmuskeln, Armmuskeln und natürlich der Knackarsch darf hier auch nicht fehlen.

Seinem Pendant fehlen genau diese sexy Muskeln. Er wirkt daher ein wenig androgyn. Manchmal hat er auch lange Haare, natürlich schwarz und sein Pony fällt ihm ins Gesicht. Er wirkt daher auch hilflos und man möchte ihn halt beschützen.

Aber ansonsten kannst Du die Liste oben auch für Gary Stu verwenden und fährst damit durchaus gut.

Zwischengedanken

Mit dieser Liste kannst Du Dich eigentlich schon auf die Suche machen, um Mary Sues in Geschichten zu identifizieren. Doch ich möchte Dir gerne ein, zwei Beispiele vorstellen, um Dir die Liste noch einmal deutlich vorzustellen.

Mary Sue Charaktere

Usagi „Bunny“ Tsukino aus Sailor Moon

In Deutschland ist sie unter den Namen Bunny Tsukino bekannt, ihr japanischer Name ist jedoch Usagi. Sie ist die Heldin der Serie Sailor Moon und kämpft unter diesen Namen gegen allerlei böse Kreaturen, welche die Welt und das ganze Universum erobern oder vernichten wollen (je nach Staffel). Ihr zur Seite stehen weitere Kriegerinnen (auch Senshis genannt), welche die erdnahen Planeten repräsentieren. Also um genau zu sein Merkur, Mars, Jupiter und Venus. Ihre Aufgabe ist es Prinzessin Serenity (die wahre Identität von Usagi) zu beschützen. Die Kriegerinnen der Planeten Saturn, Neptun, Uranus und Pluto hingegen sollen das ganze Sonnensystem beschützen.

Und sagen wir mal so, während der Animeserie (den Manga habe ich zwar hier zu Hause, hab ihn aber noch nicht komplett gelesen), macht sie eine Menge Verwandlungen durch.

Physische Erscheinung

Sailor Moon hat zwei Besonderheiten. Einmal ihre blonden Haare (aus japanischer Sicht natürlich gesehen) und dann ihre Frisur (die beiden Kugeln an ihrem Kopf). Niemand sonst in ihrer Umgebung trägt die Haare auf diese ungewöhnliche Art und Weise.

Weiterhin ist sie durchaus als extrem schlank zu bezeichnen (auch wenn sie selbst der Meinung ist, zu dick zu sein und daher eine Diät braucht, ein Typisches Mary Sue Phänomen).

Ihre Talente und/oder Fähigkeiten

Usagi gehört zu der Sorte „nutzloser Mary Sue“. Denn sie hat eigentlich keine wirklichen Talente. Weder ist sie in der Schule gut, noch kann sie sich wirklich als Hausfrau behaupten (sei es das Kochen oder Handarbeiten oder was auch immer), auch wenn sie es mehrere Male versucht.

Jedoch beherrscht sie zwei Dinge doch sehr gut. Und zwar einmal das Werfen des Frisbees (das liegt daran, dass ihr Diadem dann zu einer Waffe werden kann) und dann ihr ungewöhnliches Talent mit der ganzen Welt Freundschaft zu schließen.

Selbst als Sailor Moon ist sie eigentlich eher nutzlos. Denn die anderen Senshis kümmern sich darum, dass die Dämoninnen und Dämonen geschwächt werden und sie sahnt dann den Sieg ab. Sie ist es nämlich, die verschiedenste Variationen von Mondstäben hat (die meiner Meinung nach immer üppiger und immer alberner Aussehen) und allein in der Lage ist, die Gegnerinnen und Gegner zu vernichten oder gegebenenfalls zu heilen.

ber sie kann keine Feuerbälle (Mars), Wasserstrahl (Merkur), Blitzschläge (Jupiter) oder eine Feuerherzenkette (ja, Du hast richtig gelesen, dass ist Venus) durch die Gegend schleudern. Trotzdem gilt sie als mächtigste der Sailor Kriegerinnen.

Ihr Hintergrund

Usagi ist die wiedergeborene Prinzessin Serenity. Sie war die Tochter der Königin des Mondreiches, welches von Königin Perilia vernichtet wurde. Durch die Macht der Mondkönigin wurden sie und ihre Kriegerinnen gerettet und auf die Erde gebracht, damit sie dort als normale Mädchen wiedergeboren werden können.

Und auf der Erde ist sie die Tochter ihrer menschlichen Eltern und die ältere Schwester eines nervigen Bruders. Also wenn man es so will, sie lebt unter ihrem Stand.

Ihre Aufgabe, ihr Zweck, ihr Schicksal

Ihre Aufgabe ist keine geringere, als regelmäßig die Welt zu retten. Dabei muss sie auch regelmäßig ihr Leben riskieren und opfern. Denn sie ist die Einzige, welche den Mondkristall verwenden kann. Der ist aber so mächtig, dass sie diesen nur unter Einsatz ihres Lebens verwenden darf. Wobei das mit dem Einsatz des Lebens keine dauerhafte Angelegenheit ist.

Ansonsten ist sie die Anführerin der Inner Senshis (also der Sailor Kriegerinnen, die ich oben aufgeführt habe). Warum auch immer, denn als Anführerin eignet sie sich nicht unbedingt (im Manga und in der Realserie ist das Venus übrigens).

Ihre Persönlichkeit

Die Anime-Usagi geht mir persönlich teilweise sehr auf die Nerven. Denn sie heult permanent. Immerhin ist sie so einsichtig, dass sie selbst erkennt, dass sie eine Heulsuse (OT) ist.

Ansonsten wird sie immer wieder von anderen gelobt, dass sie eigentlich ein herzensguter Mensch ist (von den Guten) und zugleich hasst das Böse sie abgrundtief. Nicht einmal die anderen, aktiveren Senshis ziehen so viel Hass auf sich, wie sie es tut.

Ihre (romantischen) Beziehungen

Mary Sues liebt man oder hasst man. Das trifft bei Usagi ebenfalls zu. Ehrlich gesagt, ich frage mich, warum Mamoru Chiba (Tuxedo Mask, der schon ihr Geliebter im vorherigen Leben war), sich überhaupt mit ihr abgibt. Und das fragt er sich manchmal auch. Immerhin ist der Altersunterschied ziemlich groß (er ist Student, sie geht noch in die Mittelstufe) und auch sonst haben sie eigentlich wenig gemeinsam. Außer ihrer Vergangenheit.

Und auch sonst schafft sie sogar die bösesten der Bösen auf die gute Seite der Macht … äh, falscher Film … auf die gute Seite zu ziehen. Und das allein aufgrund der erwähnten Herzensgüte.

Tauriel aus Der Hobbit (Film)

Tauriel ist ein erfundener Charakter von Peter Jackson für den Dreiteiler „Der Hobbit“. Da die Buchvorlage keine weibliche Figur vorgesehen hat, erfand er sie wohl, um auch Zuschauerinnen ins Kino zu locken. Leider zeigte sich schnell, dass die arme Tauriel, obwohl sie eigentlich das Talent hatte, ein guter Charakter zu werden, einfach eine klassische Mary Sue Figur ist.

Physische Erscheinung

Tauriel selbst sieht aus, wie alle anderen Elbinnen und Elben. Ihre Besonderheit ist, dass sie rostbraunes Haar hat. Ich selbst bezeichne sie als rothaarig. Alle anderen Elbinnen und Elben um sie herum haben jedoch entweder blondes bis weißes Haar oder schwarzes Haar. Damit sticht sie eindeutig sehr stark hervor.

Ihre Talente und/oder Fähigkeiten

Sie ist eine sehr talentierte Bogenschützin, kämpft gegen übermächtige Gegner und ist als Einzige in der Lage Kili von seiner tödlichen Verwundung zu heilen. Und mir fallen gerade keine Beispiele ein, was sie eigentlich nicht kann.

Ihr Hintergrund

Sie ist die Anführerin der Grenz- und Palastwache. Hat also einen sehr hohen Posten im Reiche Thranduil (der Vater von Legolas) inne. Und ich kann mir gut vorstellen, dass dieser sie auch dazu ernannt hat (viel über ihre Biografie konnte ich nicht finden).

Und im Film kann man deutlich sehen, dass Prinz Legolas das eine oder andere Auge auf sie geworfen hat.

Ihre Aufgabe, ihr Zweck, ihr Schicksal

Eigentlich soll Tauriel die Grenzen des Düsterwaldes (das Königreich Thranduils) beschützen. Das bedeutet unter anderem auch der ewige Kampf gegen irgendwelche Riesenspinnen. Und natürlich ist sie in der Lage, diese Aufgabe hervorragend zu erledigen.

Aber ansonsten scheint sie immer dann aufzutauchen, wenn man ihre besonderen Fähigkeiten benötigt (Legolas wird von einem Ork angegriffen, sie besiegt ihn, Kili stirbt fast, sie kann ihn heilen).

Ihre Persönlichkeit

Einerseits ist Tauriel eine tapfere Kriegerin und zum anderen wirkt sie auf mich ein wenig naiv. Leider kann ich das nicht genauer erklären. Aber das zeigt, dass sie zwischen Genie und nutzlos gefangen ist.

Doch wenn sie eine Niederlage erleidet, dann leidet sie so richtig. Und zwar so sehr, dass sie am liebsten nie mehr etwas fühlen würde.

Ihre (romantischen) Beziehungen

Natürlich hat der Sohn des Königs, Prinz Legolas, ein Auge auf sie geworfen. Und sie liebt ihn ebenfalls. Das Thranduil, dass Ganze nicht gut findet, macht er ihr auch deutlich. Das ist der eine Beziehungsstrang. Doch es scheint, dass sie den hübschen Prinzen gleich vergisst, als sie den hübschen Zwerg Kili entdeckt. Da kann man ihr durchaus vorwerfen, dass sie Legolas nicht wirklich geliebt hat. Immerhin hat er sein Reich für sie riskiert (indem er es, entgegen dem Befehl seines Vaters, verlassen hat) um sie zu beschützen.

Und als Thranduil ihr wahres Leid und ihre wahren Gefühle erkennt, erweicht sie damit sein Herz.

Abschlussgedanken zu den Mary Sues

Wie Du siehst, können Mary Sues nicht nur Einzug in Filme, Serien oder Bücher haben (wie Tauriel), sie schaffen es sogar, Kultstatus zu erlangen (wie Usagi als Sailor Moon). Das bedeutet aber nicht, dass Du dem nachmachen musst. Denn diese Figuren hatten letztendlich auch Glück (Sailor Moon war der erste Manga und Anime, der in Deutschland groß rausgebracht wurde) oder waren schmückendes Beiwerk (Tauriel war nicht die Hauptfigur).

Doch wie sieht es mit Gary Stu aus?

Gary Stu Charaktere

Bond, James Bond aus Diversen Filmen und Bücher (Ian Fleming)

Vermutlich muss ich zu unserem berühmtesten Geheimagenten Ihrer Majestät nichts mehr sagen. In den letzten über fünfzig Jahren haben verschiedene britische und irische Schauspieler diesem Agenten verkörpert. Dabei geht man von genial bis hin zu man-ist-das-albern.

Physische Erscheinung

Natürlich ist James Bond ein attraktiver Mann. Und auch wenn er in die Jahre gekommen ist (gerade bei den ersten Darstellern), ist er immer noch attraktiv genug, damit die Frauen (und gerade die Bondgirls) ihm reihenweise um den Hals fallen.

Besonderheiten, wie seltsame Augen oder besondere Haarfarbe fehlt hier (außer vielleicht beim ersten blonden Bond). Aber das macht er mit seiner Sexyness definitiv wett.

Seine Talente und/oder Fähigkeiten

Bond hat die Lizenz zu töten. Muss man dazu noch mehr sagen? Er ist ein guter Kämpfer, kann mit den verschiedensten Waffentypen umgehen, auch mit den verschiedensten Fortbewegungsmitteln. Und was noch ganz wichtig ist, während die Ladys bei einer leichten Ohrfeige schon für mindestens drei Wochen ins Koma fallen, Bond kann man durch einen ganzen Zug prügeln und er ist nur ordentlich außer Atem, mehr nicht (siehe Spectre).

Und, ganz wichtig, er kriegt die Bondgirls ins Bett. Sein wichtigstes Talent (tut mir leid, aber darauf werde ich jetzt ein wenig herumreiten).

Sein Hintergrund

Das ist von Bond zu Bond verschieden. Denn früher haben die Agenten lediglich den Namen angenommen. Daniel Craig verkörpert den ersten Bond, der diesen Namen sogar in seiner Geburtsurkunde hat. Und dieser Bond ist natürlich der beste Agent aufgrund der Tatsache, dass er ein Waise ist. Soweit ich in Skyfall gesehen habe, hatte er auch keine allzu glückliche Kindheit.

Na, kommt uns das nicht bekannt vor?

Seine Aufgabe, sein Zweck, sein Schicksal

Natürlich soll er die Welt vor dem Bösen retten, egal, in welcher Form dieses gerade in Erscheinung tritt. Dabei ist es dem britischen Geheimdienst auch egal, ob Bond dabei ums Leben kommt. Hauptsache er erfüllt seinen Auftrag. Immerhin hat er einen entsprechenden Vertrag unterschrieben und wurde dafür ausgebildet.

In den früheren Filmen hat das Bond auch immer hingenommen und keine Zweifel an seinen Auftrag gehabt. Daniel Craig brachte durchaus das menschliche in Bond hervor, was ihn für mich als durchaus Interessante Alternative aufweist.

Seine Persönlichkeit

Cool, smart und ein Wodka Martini, nicht geschüttelt, sondern gerührt in der Hand. Das war Bond bisher immer. Man merkte ihn nie an, ob ihm ein Auftrag zu schwer erschien, ob er Selbstzweifel hatte oder er an die Grenze seiner Belastbarkeit gebracht wurde. Das ist wenigstens mit Daniel Craig anders.

Aber auch wenn er Zweifel oder Angst hat, so ist er doch immer in der Lage Unmenschliches zu erreichen, damit er seinen Auftrag erfüllen kann. Das glaubst Du nicht, dann schau Dir Spectre an, als er in den Händen seines Erzfeindes ist.

Seine (romantischen) Beziehungen

Zu den Bondgirls muss ich natürlich nichts sagen. Selbst wenn sie sich weigert, mit ihm ins Bett zu gehen, die starke Frau im Film ist, ihm das Leben rettet, selbst eine Agentin ist und die Welt retten kann, sie landet am Ende mit Bond im Bett. Natürlich gehört das zu den Filmen dazu, aber es ist halt zugleich auch ein absolutes Klischee. Egal wie alt Bond ist, er wird jedes Bondgirl um den Finger wickeln können. Und er ist natürlich auch eine Granate im Bett.

Und die Gegner hassen Bond so richtig. Sie haben schon die wildesten Pläne geschmiedet, um Bond nicht nur zu töten. Sie wollen ihn aus der Geschichte tilgen, ihn vernichten. Anstatt eine Waffe zu nehmen, um ihm eine Kugel durch den Kopf zu jagen, spielen sie mit ihm Katz und Maus, sodass er jederzeit die Möglichkeit hat zu entkommen.

Bruce Wayne alias Batman aus Diversen Batman Serien, Filmen, Comicbüchern

Egal ob wir hier Bruce Wayne oder auch Clark Kent nehmen, beide sind typische Gary Stus. Da aber Clark ein Alien ist und Bruce nicht, habe ich mich hier für ihn entschieden. Denn der Rächer der Nacht ist, wenn man genauer hinsieht, ein Gary Stu. Seltsam, dass es mir nicht vorher aufgefallen ist.

Physische Erscheinung

Er ist muskulös, ist sportlich und ein gut aussehender Milliardär (auch ein Bankkonto kann über die Attraktivität entscheiden). Da er nicht nur ein Milliardär ist, sondern auch eine Person des öffentlichen Lebens, hat er natürlich eine gute Auswahl an Anzügen, die ihn ins beste Licht rücken sollen.

Seine Talente und/oder Fähigkeiten

Puh, wo soll ich hier anfangen? Vielleicht kennst Du das Bild auf Facebook, wo Tony Stark (IronMan) sagt, dass er ein Milliardär, Philanthrop und Playboy sei. Und ein Bild drunter ist dann Bruce Wayne zu sehen, wo er auflistet, wie viele Sprachen er kann, welche Kampfsportarten er beherrscht und vieles mehr.

Und dann schauen wir uns seinen Gürtel an, wo er für jede Situation natürlich die richtige Waffe besitzt (ach ja, er verwendet natürlich keine Schusswaffen). Und wenn er sich für den Endkampf vorbereitet, dann weiß er auch genau, was er mitnehmen muss, um zu überleben.

Kurz geschrieben, er kann alles, schafft alles und rettet den Tag. Nun gut, die Nacht.

Sein Hintergrund

Als er noch ein Junge war, wurden seine Eltern in einer Gasse ermordet. Soweit ich mich erinnern kann, lag es daran, dass sie im Theater waren  und er herumjammerte, dass er nach Hause möchte. Sie taten ihm den Gefallen und wurden dann vom Joker (zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht unser bekannter Joker) erschossen. Er war der Einzige, der leben durfte.

Er reiste dann um die Welt, um dann zu der Waffe zu werden, den wir heute kennen (ich glaube, dazu reichten gerade Mal zehn Jahre aus). Dann schneiderte er sich ein Kostüm (sehr naheliegend) und wurde zum Rächer der Nacht.

Seine Aufgabe, sein Zweck, sein Schicksal

Er muss nicht unbedingt die Welt retten, es reicht bei ihm Gotham City. Batman sieht sich als Einzigen, der dem Wahnsinn, der in der Stadt herrscht (ausgelöst durch den Joker, Pinguin, dem Riddler, Catwoman und all die anderen Bösewichter), zu besiegen. Und natürlich ist sein Zweck zu leiden. Immerhin sind seine Eltern tot (durch seine Schuld) und niemand kann ihm diese Bürde abnehmen.

Es ist halt sein Schicksal einsam zu sein, niemanden lieben zu können (ansonsten könnte sie oder das gemeinsame Kind sterben) und eben der Schatten der Nacht zu sein. Ach ja, wie vorhersehbar.

Seine Persönlichkeit

Er ist höfflich, nett und verschlossen. Bis auf seinem Diener/Butler/Lehrer Alfred, kennt niemand sein Geheimnis (okay, bis auf die ganzen anderen Superheldinnen und Superhelden am Ende, aber ich gehe jetzt von seiner eigenen Serie aus). Bruce ist der typische Einzelgänger, der niemand an sich heranlässt. Einerseits, weil er Angst hat, dass man ihn verletzt und zum anderen will er nicht zulassen, dass jemand anderes die Menschen, die er liebt, verletzten könnte.

Im Grunde genommen ist er der Charakter, den man aus der Ecke hervorlocken muss, damit er lernt, dass das Leben wunderschön sein kann.

Seine (romantischen) Beziehungen

Die meisten wollen mit dem Milliardär befreundet sein und seine Firma übernehmen. Gleichzeitig will jeder Bösewicht Batman regelrecht vernichten. Gerade der Joker hat es auf Batman (auch liebevoll Batsi genannt) abgesehen.

Und in den ganzen Comicheften, Serien und Filmen hat er eigentlich so richtig als Love Interest nur Selina Kyle alias Catwoman wirklich an sich herangelassen. Und je nachdem in welchem DC Universum wir uns befinden klappt es mal mit der Beziehung und klappt es mal nicht.

Abschlussgedanken zu den Gary Stus

Wie Du siehst, gibt es auch gute Beispiele für Gary  Stus. Sie tauchen überall auf, in Filmen, in Büchern und auch Comicheften. Batman und James Bond haben schon einige Jahrzehnte auf den Buckel und man kann hier erklären, dass zur Zeit ihrer Erfindung die Welt ein wenig anders war. Andere Charaktere (die ich hier nicht weiter aufgeführt habe) hingegen sind jung und dementsprechend kann das also nicht als Entschuldigung benutzt werden. Dazu zähle ich Harry Potter.

Zwischengedanken

So, jetzt weißt Du, was Mary Sues sind und Gary Stus. Du kennst die Liste, wie man sie genau identifizieren kann, und hast anhand von zwei Beispielen gesehen, dass sie in der populären Literatur bzw. Filmwelt ihren Eingang gefunden haben und finden. Doch wie kann man einen solchen Charakter verhindern bzw. retten, wenn man solch eine Figur erschaffen hat?

Wie vermeide ich diesen Charaktertyp?

Erster Schritt: Kenne Deine Geschichte

Viele Romane mit Mary Sues können durchaus unnötige Längen haben. Der oben aufgeführte Roman ist gut 900 Seiten lang. Würde man die unnötigen Längen rauslassen, käme man wohl auf 500 bis 600 Seiten. Hier kann man durchaus das Gefühl gewinnen, dass die Autorin ohne Rücksicht auf Verluste einfach einen unglaublich dicken Roman schreiben wollte.

Ein guter Roman ist ein Wechselspiel zwischen den Charakteren und dem Plot. Zwar gibt es durchaus charaktergetriebene Geschichten (wie Liebesromane) und plotgetriebene Geschichten (wie Krimis). Aber dieses Wechselspiel muss gegeben sein. Ansonsten hast Du nur etwas Langes, was behauptet ein Roman zu sein.

Setz Dich also hin und schau Dir Deinen Plot noch einmal ganz genau an. Und sei jetzt mal wirklich ehrlich zu Dir. Hast Du einen Plot oder eher nur eine lange Reihe von Szenen, die Deinem Charakter eher schmeicheln oder die Geschichte in die Länge ziehen soll? Es lohnt sich auf alle Fälle, hier noch einmal ordentlich Arbeit zu investieren. Denn das ist der erste Schritt, um zu verhindern, überhaupt eine Mary Sue bzw. einen Gary Stu zu erschaffen. Denn die werden erst notwendig, wenn Du keine Geschichte hast. Und wenn Du sie doch schon haben solltest, dann überarbeite den Plot und sie werden unnötig.

Zweiter Schritt: Sorge für eine logische Verbindung der Charaktere

Eine Schwäche der Mary Sue und des Gary Stu ist ihre Beziehung. Häufig neigen sie dazu mit irgendwelchen Charakteren Beziehungen zu haben, die schlichtweg nicht logisch sind. Bei Romanen kann man das noch umgehen, indem man von vornherein plant, dass Mary Sue oder Gary Stu die Schwester oder der Onkel einer der Figuren ist. Wobei diese Gefahr in Fanfiction besonders groß ist. Dort haben sie zu den wichtigen Figuren dann Beziehungen, bei denen es absolut unlogisch ist.

Überlege Dir daher Folgendes:

  • Welche Charaktere kennen sich schon vor der Geschichte?
  • Wer lernt sich erst innerhalb der Geschichte kennen?
  • Welcher der Charaktere sind miteinander verwandt?
  • Wie sind die emotionalen Beziehungen der Charaktere untereinander?

Wenn Du die Beziehungen untereinander kennst, dann kann es Dir nicht passieren, dass eine Figur auftaucht und auf einmal eine besondere Beziehung zu Deiner Mary Sue oder Deinem Gary Stu hat.

Dritter Schritt: Alle haben ihre besondere Rolle

Jetzt halte mal Deiner Mary Sue oder Deinem Gary Stu kurz die Ohren zu. Denn folgende Wahrheit könnte denen nicht schmecken. Aber eines ist sicher, sie sind nicht das Zentrum des Universums. Und somit auch nicht das Zentrum Deines Romans.

Schreibst Du über mindestens zwei Figuren oder gar über eine Gruppe, dann solltest Du bedenken, dass sie alle ihre besondere Rolle in Deiner Geschichte haben. Deine Hauptfigur kann natürlich ein wenig besser sein, als der Rest der Gruppe. Aber sie überragen niemals alle. Das ist einfach nicht glaubwürdig.

Vierter Schritt: Jede und jeder darf mal ins Rampenlicht

Wenn Du eine Gruppe um Deine Hauptfigur herum entwickelst, dann sollten alle eine bestimmte Anzahl von Seiten und Szenen bekommen, wo sie ihre Geschichte erzählen können. Eine kleine Ausnahme wäre bei der Ich-Perspektive zu erwähnen. Da ist es natürlich nicht möglich, dass andere Charaktere die Perspektive einnehmen können. Aber sie tragen trotzdem, durch ihre Arbeit, ihren Teil zur Lösung des Plots bei.

Sorge also für ein etwas ausgewogeneres Verhältnis zwischen den Charakteren, auch wenn Deine Hauptfigur natürlich ein wenig mehr im Mittelpunkt stehen darf.

Fünfter Schritt: Ein realistischer Name tut wirklich gut

Häufig erkennt man eine Mary Sue oder einen Gary Stu an ihren ungewöhnlichen Namen (und nicht nur am Aussehen). In Büchern, welche die Realwelt darstellen, kann es sein, dass sie keltisch geprägte Namen haben. Oder Namen, die eher unaussprechlich sind (in Fantasy oder Science-Fiction Geschichten).

Schau Dir alle anderen Namen an, die Du für Deinen Roman verwendet hast und überlege, wie Deine Hauptfigur namentlich da reinpassen kann. Natürlich darf er ein wenig hervorstechen. Aber nicht so dermaßen, dass sie Deine Leserinnen und Leser regelrecht überfallen und anbrüllen, dass sie es hier mit einer Mary Sue oder einem Gary Stu zu tun haben.

Sechster Schritt: Gib Deiner Figur wirkliche Schwächen

Sehr häufig bekommt dieser Charaktertyp folgende Schwäche: Sie oder er kümmert sich zu sehr um die anderen. Oder liebt zu sehr. Alternativ, sie versucht einfach perfekt zu sein. Was für eine Schwäche.

Das Besondere hierbei ist, dass sie keine Konsequenz für Deine Figur hat, wenn sie sich zu sehr um die anderen kümmert. Denen geht es gut und die Hauptfigur leidet vielleicht ein wenig an Schlafmangel.

Wäre sie arrogant, uneinsichtig ihrer eigenen Fehler gegenüber, wenigstens nachtblind oder was auch immer in dieser Richtung alles gehen kann, sähe die Geschichte anders aus. Das würde diesem Charaktertyp eine menschlichere Note geben und zudem sie interessanter machen.

Überlege Dir daher, was für Schwächen Deiner Figuren haben können, die auch realistisch sind. Notfalls nimm Dir die großen Charaktere der Weltliteratur als Vorlage (Jane Eyre, Huckleberry Finn und ähnliche Figuren).

Siebter Schritt: Am Anfang darf es ruhig schwierig für sie oder ihn sein

Sehr häufig können Mary Sues und Gary Stus Dinge von Anfang an sehr gut oder sie lernen neue Fertigkeiten innerhalb einer Rekordzeit. Jetzt sei mal ehrlich, wie schnell hast Du etwas völlig Neues gelernt? Fahrrad fahren, Häkeln, ein Musikinstrument? Ich gehe davon aus, dass Du dafür mehr als ein paar Stunden gebraucht hast. Und einige Fertigkeiten werden wir ein ganzes Leben lang schulen. Wie realistisch ist es dann, wenn Deine Figur dafür nur ein paar Stunden, Wochen oder innerhalb von einigen Jahren mehr lernt, als andere in ihrem Leben es schaffen? (Ich erwähne an dieser Stelle Bruce Wayne.)

Am besten ist es also, dass Deine Figur nicht alles kann. Und wenn sie etwas Neues lernt, dann brauch sie ihre Zeit, macht Fehler, macht auch Fortschritte und erst nach einer gewissen Lehrzeit darf sie ihre Fertigkeiten gerne vorführen.

Achter Schritt: Dein Charakter sollte Dir nicht ähneln

Eine große Schwäche von Mary Sue und Gary Stu ist, dass sie der Autorin bzw. dem Autor ähneln. Oder sie sind so, wie Autorin / Autor gerne sein möchte. Vermutlich ist das auch der wahre Geburtsgrund für diesen Charaktertyp. Man sieht sich selbst an und entdeckt dabei all diese Schwächen. Sie sind nicht immer nett, aber vorhanden. Und anstatt uns aufzuraffen, um mal ein wenig Sport zu machen, gesünder zu leben oder sich mit anderen Menschen in Verbindung zu setzen, projizieren wir unsere Wünsche und Träume in diesen Charakter. Sie oder er soll unser Leben führen. Und wir schreiben darüber.

Akzeptiere Dich, wie Du bist und versuche die besten Seiten an Dir hervorzukitzeln (damit werden Deine schlechten Seiten nach und nach schwächer und verschwinden dann auch). Und zwischenzeitlich schreibst Du über realistische Charaktere, die nicht Dein, sondern ihr eigenes Leben führen. Denn Dein Leben kannst sowieso nur Du leben.

Neunter Schritt: Jeder Charakter darf und soll anderes reagieren

Es mag manchmal unglaublich klingen, aber jeder Mensch reagiert auf eine Situation auf unterschiedliche Art und Weise. Das gilt auch für Deine Charaktere. Zwei Charaktere reagieren auf eine Situation oder auch auf eine Person völlig anders. Natürlich können sie sich ähneln, werden aber niemals gleich sein.

Wenn also Deine Hauptfigur zu einer bestehenden Gruppe hinzukommt, werden aller Wahrscheinlichkeit nicht alle vor lauter Freude aus dem Häuschen sein. Die einen mögen sich freuen, dass sie Unterstützung bekommen. Die anderen können aber reservierter reagieren. Und die Dritten sogar ablehnend.

Auch wenn Du Deine Hauptfigur liebst, gestehe Deinen anderen Figuren ihre eigene Gefühlswelt zu und lasse zu, dass diese Deinen kleinen Liebling auch nicht leiden können. Ja sie dürfen Deine Figur sogar hassen. Wenn Du willst, dass am Ende alle anderen Deine Hauptfigur mögen, dann lasse sie dafür arbeiten. Denn Respekt und Liebe können auch verdient werden. Dafür ist auch Deine Geschichte da.

Zehnter Schritt: Lasse zu, dass alle etwas zur Lösung beitragen

Wir sind uns sicherlich zwischenzeitlich einig, dass Deine Hauptfigur nicht alle Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzt, welche Du brauchst, um Deinen Roman zum Ende zu bringen. Das bedeutet auch, dass sie nicht jedes einzelne Rätsel Deines Romans lösen kann, darf oder gar muss.

Das bedeutet natürlich, dass jemand anderes die Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen muss, welcher Deiner Hauptfigur fehlt. Und das bedeutet wieder herum, dass Deine Hauptfigur ab und an mal zur Seite treten darf, damit andere im Rampenlicht stehen, um zum Ziel der Geschichte zu kommen.

Sorge dafür, dass alle ihre eigene Rätsel lösen dürfen und für einige Seiten die Heldin oder der Held der Geschichte sein darf. Das letzte Rätsel oder auch die letzte große Schlacht ist dann für Deine Heldin oder Deinem Helden vorbehalten. Aber um das zu erreichen, ist Teamwork gefragt.

Elfter Schritt: Vorsicht mit der Romantik

Einer der Schwächen von Mary Sue und Gary Stu ist, dass alle anderen Charaktere sie ablehnen, oder noch schlimmer, sich in sie verlieben. Es ist realistisch, dass sich ein Charakter in sie verliebt, vielleicht auch ein Zweiter oder Dritter. Darüber können wir gerne diskutieren. Aber bei Mary Sue und Gary Stu verlieben sich alle wichtigen Charaktere in sie. Und das ist wieder herum nicht realistisch.

Wenn Du willst, dass Deine Hauptfigur eine Partnerin oder Partner bekommt, dann belasse es auch bei einer (außer Deine Geschichte verlangt etwas anderes, also zwei oder drei Partnerinnen bzw. Partner). Eventuell darf auch noch jemand dabei sein, der oder die sich in Deine Hauptfigur verliebt. Alles andere ist dann nur noch mit einem Liebeszauber zu erklären.

Und hier noch etwas Wagemutiges als Inspiration. Wie wäre es, wenn Deine Hauptfigur eventuell Single bleibt?

Zwölfter Schritt: Lass Dir Zeit

Einer der größten Schwächen bei der Erschaffung eines Charakters ist, wenn wir diesen nicht erschaffen, sondern eher zusammenschustern. Wir nehmen uns keine Zeit, ihr oder ihm Höhen und Tiefen zu geben. Daher bleiben wir an der Oberfläche und dabei kann es passieren, dass am Ende eben einer Mary Sue oder ein Gary Stu herauskommt.

Nimm Dir also Zeit, wenn Du Deine Charaktere erarbeitest, sie kennenlernst und über ihre Stärken, Schwächen, Ziele, Wünsche und alles andere schreibst. Das ist der beste Ratschlag, den Du befolgen solltest, wenn Du verhindern willst, dass Dein Charakter den Stempel einer Mary Sue oder eines Gary Stus bekommt.

Abschlussgedanken

Eigentlich gehört nicht viel, um einen guten Charakter zu erschaffen. Aber es braucht eben sehr viel Zeit. Du hast mit diesem Beitrag hoffentlich alle Werkzeuge erhalten, um Mary Sue und Gary Stu Charaktere zu vermeiden. Zum Training kannst Du Dir einige Bücher durchlesen, die gerade solche Charaktere in den Mittelpunkt gesetzt haben. Dann wirst Du verstehen, warum diese Figuren nervig sind.

Recherche ist gut, Übung ist gut und ein wenig Zeit investieren ist gut. Und dann wirst Du sicherlich interessante und vielseitige Charaktere erschaffen. Davon bin ich überzeugt.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe Deine frau schreibseele

Hinweis: Dieser Beitrag ist ursprünglich auf meinem alten Blog, dem schreibkasten, veröffentlicht worden. Hierbei handelt es sich um eine direkte Übernahme des alten Beitrages.

Messen und Co: Warum dorthin gehen?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das neue Jahr hat begonnen und damit für viele auch die Messeplanung. Auf welche Messe gehe ich und was nehme ich mit. Manchen stellt sich aber die Frage, warum soll ich denn überhaupt auf eine Messe oder eine Convention oder einem BarCamp gehen?

Daher hier meine Ansicht dazu.

Katrin Ils: Buchmessein im Vergleich

Warum sich überhaupt Gedanken machen?

Jetzt könntest Du sagen, hei, ich hab noch kein Buch veröffentlicht, ich muss mir darüber noch keine Gedanken machen. Oder, es ist mir alles zu aufwändig, um irgendwo hinzufahren, daher bleibe ich lieber zu Hause und schreib an meinem nächsten Roman. Es könnte auch sein, dass Du Dir sagst, dass das alles zu teuer oder zu anstrengend ist, daher tust Du Dir das alles an.

Das sind Aussagen, die auch auf mich durchaus zutreffen. Trotzdem findest Du mich immer wieder auf diverse Veranstaltungen. Dabei ist es mir zwischenzeitlich fast sogar egal, ob ich ein Buch veröffentlicht habe oder nicht.

Denn nicht auf allen Messen, Convention oder BarCamps (mit welcher Ausrichtung auch immer) wirst Du Werbung für Dich und Dein Werk machen. Bei manchen ist das klar, dass das geht. Bei anderen hingegen gehört es nicht zum guten Ton, wenn Du kein*e offizielle*r Teilnehmer*in bist und trotzdem die Veranstaltung für Dich nutzt.

Es ist daher gut, wenn Du Dir überlegst, warum Du auf diese Messen gehst und mit welcher Intention. Dabei ist es wichtig, dass Du recherchierst, was Du dort überhaupt machen darfst und was nicht.

Ist Werbung explizit erlaubt, dann kannst Du das machen. Wenn nicht, kannst Du die Messen auch auf andere Art und Weise nutzen. Daher hier ein paar Gedanken:

Vernetzung

Klar, Du könntest natürlich auch im Internet nach Autor*innen suchen, um Dich mit denen zu vernetzen. Und das klappt hervorragend. Auf diese Weise lernst Du Menschen kennen, die Du im realen Leben nie treffen würdest. Denn viele können es sich nicht leisten, zu einer Messe zu fahren, um dabei zu sein.

Wenn man sich aber persönlich trifft, merkt man häufig, wenn eine gewisse Energie zwischen den Personen herrscht. Also die gewisse Energie. Dann ist man eher geneigt, mit dieser bestimmten Person an einem Projekt zu arbeiten. Oder man lernt sich auch endlich persönlich kennen und neigt dann eher dazu, miteinander zu arbeiten.

Über den persönlichen Kontakt kann man vieles klären, was über das Internet nicht so leicht geht. Unter anderem auch deswegen, weil man das Gesicht oder auch die Stimme der anderen Person wahrnimmt. Natürlich kann man miteinander über diverse Onlinemöglichkeiten Kontakt aufnehmen. Aber das Persönliche ist eben was ganz anderes.

Menschen real treffen

Hierbei geht es nicht um die Vernetzung, sondern einfach um das Treffen. Häufig hab ich mit Menschen im Internet Kontakt, die ich real noch nie getroffen habe. Das finde ich persönlich doch sehr schade. Auch wenn das häufig an meiner introvertierten Art wohl liegen mag.

Wenn Du und jemand anderes auf die gleiche Messe geht, dann ist es möglich, dass ihr euch dort trefft. Einfach mal zum Kaffee trinken oder um einen kleinen Plausch zu halten. Manchmal lohnt es sich, zu zweit über eine Messe zu tingeln. Gerade dann, wenn die andere Person etwas extrovertierter ist als ich.

Diese schleppen mich dann häufig zu den tollsten Ständen oder Menschen, mit denen ich selbst sonst nie in Kontakt getreten wäre. Daher ist das schon eine gute Sache. Und zudem, man trifft auch mal auf völlig andere Menschen, als die, die man sonst im eigenen Umfeld hat.

Werbung

Selbst wenn Du nicht als offizielle Messeteilnehmende auftrittst, kannst Du indirekt Werbung für Dich machen. Sogar dann, wenn es Dir verboten ist. Wenn Du es schaffst, zu sagen, hei, ich schreibe und hab sogar was veröffentlicht, kann es sein, dass man fragt, wer bist denn Du eigentlich. Dann kannst Du eine Visitenkarte geben oder was auch immer Du dabei hast und schon kennt Dich eine Person mehr.

Ideal ist es natürlich dann noch, wenn die fragende Person noch einen Buchblog hat, könnte es sein, dass sie nach Dir recherchiert. Da könnte sich wieder eine Vernetzung anbahnen. Oder sie sucht nach Deinem Buch bzw. Deinen Büchern und sieht, dass sie ihr gefallen. Und damit könntest Du ein*e neue*n Leser*in haben.

Auf solchen Messen, Convention und Co. kann man, wenn man sehr dezent bleibt, tatsächlich auch Werbung für sich machen. Dabei betone ich, dass es durchaus dezent sein sollte. Gerade dann, wenn die offiziell auftretenden Autor*innen viel Geld bezahlen, um dort zu sein, sollte man sich eher zurückhalten. Alles andere ist schlicht unhöflich.

Seien wir mal ehrlich, warum solltest Du von den Strukturen einen Nutzen haben, wenn andere dafür bezahlen müssen. Würdest Du zu den zahlenden Autor*innen gehören, wärst Du sicherlich auch nicht glücklich darüber, wenn andere die Convention als Werbeplattform benutzen würden.

Vor der Messe

In der nächsten Woche werde ich noch einmal intensiver auf die Zeit vor der Messe eingehen, daher hier nur ein paar kurze Gedanken.

Auf vielen Kanälen im Social Media Bereich siehst Du Tage und auch Wochen vor einer Messe, wie sich die Leute darauf vorbereiten. Dabei ist es fast egal, was es für eine Messe ist. Man plant die Anreise, trifft sich mit anderen und stellt dabei die eigenen oder andere Bücher vor.

Das kann häufig die eigene Motivation unglaublich steigern. Zum Beispiel mit dem Ziel, selbst mit einem Buch auf solch einer Messe zu erscheinen. Dadurch entsteht dann die Energie, dass man mehr Schreiben möchte, und tut es dann auch.

Denn seien wir mal ehrlich. Es ist einfach ein geiles Gefühl, wenn man selbst auf solch eine Messe geht und die eigenen Bücher vorstellen kann. Oder auf eine Convention geht und einen Vortrag hält und nebenbei erwähnen kann, dass man den Inhalt des Vortrages im eigenen Roman angewandt hat.

Dabei ist es egal, wie oft man sich sagt, man schreibt nicht für den schnöden Mammon oder für den Ruhm. Viele von uns wollen aber zumindest wahrgenommen werden. Und auf einer solchen Messe kann das natürlich passieren.

Die Energie nach der Messe & Co.

Noch heute kann ich mich an meine erste LoveLetter Convention erinnern. Danach hatte ich so viel Energie in den Händen, im Bauch und im Popo, dass ich unbedingt einen Roman fertig schreiben wollte. Und das nur, weil ich dort ebenfalls mal einen Panel halten möchte.

Da ich meine Planung nie unter Kontrolle hatte, funktionierte das bisher noch nicht wirklich gut. Aber auch von anderen habe ich gelesen, dass sie nach einem solchen Treffen so viel Energie haben, dass sie unbedingt weiterschreiben wollen und auch können.

Dabei ist es fast egal, ob Du alleine oder in einer (kleinen) Gruppe über die Messe, Convention & Co. flanierst. Diese Energie kann dann auftreten und Dich regelrecht nerven. Und zwar im Sinne von “Schreib endlich Deinen verpupsten Roman zu Ende“.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, diese Energie, sofern sie auch bei Dir auftritt, mitzunehmen und zu nutzen. Idealerweise ist sie bis zur nächsten Messe noch da und dann kannst Du mit der neuen Energie weitermachen.

Abschlussgedanken

Vernetzung, Werbung oder auch die Energie, das sind alles gute Gründe, um auf eine Messe aufzuschlagen. Mach Dir heute Abend doch mal Gedanken darüber, welche Gründe Du haben könntest, um auf eine Messe, Convention, was auch immer zu gehen.

Danach kannst Du entscheiden, ob Du nicht dieses Jahr dann doch irgendwie auftauchst. Sicherlich wirst Du viel Spaß haben. Selbst dann, wenn Du introvertiert bist.

Bei Deiner Recherche und Entscheidung wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Meine Pläne für 2019

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das ist er also, der letzte Beitrag in diesem Jahr. Und mit diesem möchte ich für mich einige Ziele definieren, die ich im kommenden Jahr erreichen möchte. Natürlich ist es ein Unterschied, ob man sich etwas vornimmt und es am Ende tatsächlich erreicht. Aber ich werde versuchen, diese Ziele am Ende tatsächlich zu erreichen.

Kurze Vorgedanken

In den letzten Tagen eines Jahres geht es los. Viele machen Pläne, was sie im kommenden Jahr anders machen möchten oder erreichen wollen. Klar, ich gehöre auch dazu. Dabei möchte ich nicht viel umsetzen, aber dafür haben diese kleine Ziele es doch in sich.

Doch was genau ist das?

Mein Blog

Die Beiträge

Im kommenden Jahr werde ich nicht mehr am Montag die Beiträge veröffentlichen, sondern Richtung Wochenende wandern.

Warum Beiträge (also Mehrzahl)?

Weil ich dazu tendiere, erst einmal mit zwei Beiträgen im kommenden Jahr weiterzumachen. Am Samstag werde ich erst einmal weiter an einer monatlichen Reihe arbeiten. Ob das dauerhaft klappt, kann ich jetzt noch nicht sagen. Eventuell werde ich da noch einiges anpassen. Aber das sehe ich im Laufe des Jahres.

Der Sonntag ist dann für die Beiträge aus meinem alten Blog reserviert. Das bedeutet, dass ich dort dann Beiträge herausnehme, diese überarbeite, eventuell ergänze und dann poste. Es kann auch sein, wenn es passt, dass Samstag alte Beiträge auftauchen. Aber bevorzugt wird es am Sonntag passieren.

Weiterhin gibt es unregelmäßig am Freitag Beiträge. Einmal im Monat plane ich eine Kolumne, zu diversen Themen, zu veröffentlichen. Hier wird gnadenlos meine Meinung zu Sachen veröffentlicht, die mich aktuell beschäftigen. Da es häufig keine Schreibtipps enthält, ist es kein Wochenendbeitrag.

Ansonsten werde ich da eher Buchtipps veröffentlichen. Mal eine Rezension zu einem Buch oder eine Buchtippreihe. Das wird aber eher unregelmäßig sein. Denn ich plane noch einiges andere. Und daher werde ich mich hier nicht festlegen, sondern schauen, wann ich es schaffe und dann eben entsprechend die Beiträge schreiben und veröffentlichen.

Podcast

Zugegeben, ich plane meinen Podcast schon seit zwei oder drei Jahren. Im kommenden Jahr versuche ich dann, ab Juli, endlich diesen zu starten. Daher werde ich bis dahin mir das notwendige Material besorgen (Hard- wie Software) und dann die Aufnahmen beginnen. Zudem natürlich auch Covers und Jingles und alles, was dazu gehört, besorgen.

Geplant ist erst einmal einen Beitrag im Monat einen zu veröffentlichen. Zuerst hatte ich mir überlegt, eine Zusammenfassung der Beiträge im Monat einzusprechen. Also nicht reines ablesen der Beiträge, sondern den Inhalt mit neuen Worten wiederzugeben.

Aktuell bin ich aber doch eher am überlegen, eigenständige Beiträge einzusprechen. Eventuell als Ergänzung zu den Wochenendbeiträgen. Oder anstelle etwas schriftliches, dann eben einen Podcast. Dazu hab ich ja noch sechs Monate Zeit zum überlegen.

Optisch

Eigentlich war das schon für dieses Jahr geplant. Da ich aber meine Finanzen ein wenig aus den Augen verloren habe, verschiebt es sich auf nächstes Jahr. Denn ich möchte ein neues Theme für meinen Blog haben. Und das bedeutet, dass ich dafür einige Euronen in die Hand nehme.

Mit anderen Worten, es wird hoffentlich nächstes Jahr hier ein wenig anders aussehen.

Romane

Schreiben

Ob das klappt, wird sich zeigen. Aber ich plane im kommenden Jahr mindestens sechs Romane zu schreiben. Das bedeutet, alle zwei Monate will ich einen Roman fertig haben.

Wenn man so viele Ideen wie ich hat, dann muss ich irgendwie zum Schluss kommen. Das bedeutet, jeden Tag schreiben und plotten. Am Ende habe ich dann hoffentlich was in der Hand, was ich dann auch veröffentlichen kann (nach der ganzen Überarbeitung und so weiter).

Über die Organisation und den Erfolgen und Misserfolgen, werde ich Dich auf meinen ganzen Kanälen informieren.

Veröffentlichung

Vor der Veröffentlichung gehört natürlich noch so einiges. Steuern, mich bei meinem Arbeitgeber melden und so weiter. Trotz allem will ich nächstes Jahr mindestens zwei Romane veröffentlichen.

Als ersten Termin werde ich mal Ende Juni anvisieren. Der zweite Termin kurz vor den Feiertagen im Dezember. Ob das klappt? Ich gebe mir Mühe.

Sachbuch

Klar, ein Sachbuch ist letztendlich auch ein Buch. Aber ich möchte versuchen, neben den sechs Romanen im gesamten Jahr noch an einem Sachbuch zu arbeiten. Mal sehen, wie mir das gelingt.

Privat

Fernkurse / Studium

Durch meine Krankheiten und Fehlplanungen hab ich dieses Jahr die Sache mit den Kursen und Studium nicht so hinbekommen, wie ich es wollte. Daher werde ich es nächstes Jahr neu angehen.

Den einen Kurs will ich endgültig abschließen (Social Media Management). Und bei meinem Studium will ich das erste Semester schaffen. Da ich zudem noch einen Schreibkurs für Mai vorgemerkt habe, den natürlich auch entsprechend schaffen. Bis dahin soll der SOMM Kurs fertig sein.

Sport und Gewicht

Aus gesundheitlichen Gründen möchte ich dann auch mit dem Sport anfangen. Und zugleich auch mein Gewicht um ein paar Kilos reduzieren.

Kunst

Und ich möchte mich mehr mit meinen künstlerischen Projekten beschäftigen. Vornehmlich dem Art Journaling. Denn das liegt mir am meisten. Aber, na wer hätte das gedacht, es gibt noch einige Ideen, die ich nach und nach umsetzen möchte.

Abschlussgedanken

Wie oben schon geschrieben, ich hab keine Ahnung, ob ich das alles erreichen werde. Zumal einiges auch nebenbei geschehen wird (zum Beispiel die optische Veränderung des Blogs). Andere Ziele verlangen hingegen eine sehr ordentliche Planung.

Jetzt hab ich meine Ziele definiert. Nun heißt es, sie auch erreichen.

Was sind Deine Ziele? Und wie willst Du sie schaffen? Aber egal wie und was, dabei wünsche ich Dir viel Erfolg und noch mehr Spaß.

Alles Liebe und einen gesunden Rutsch ins neue Jahr.

Deine frau schreibseele.


Deadlines können toll sein

Hei, hallo und herzlich willkommen,

“I love deadlines.

I love the whooshing noise they make as they go by.”
― Douglas Adams,

The Salmon of Doubt

das Zitat sagt es schon. Deadlines können toll sein, erst recht, wenn sie an uns vorbeirennen. Daher möchte ich heute darüber schreiben, warum wir Deadlines setzen sollten und wie wir damit arbeiten können.

Kurze Vorgedanken

Katrin Ils – Jahresplanung für Autor*innen

Als Deadline wird eine Zeit bestimmt, an dem normalerweise etwas beendet werden soll. Wenn Du Romane schreibst und diese in einem Verlag veröffentlichen möchtest, werden sie Dir aller Wahrscheinlichkeit einen Termin setzen, bis wann Du das Manuskript abzuliefern hast. Tust Du das nicht, kann es sein, dass es schlimmstenfalls sogar Vertragsstrafen geben könnte.

Bei einem Erstlingswerk oder wenn Du im Selfpublishing Deine Romane veröffentlichst, setzt Dir niemand eine Deadline. Daher ist das Dein Job, um Dich darum zu kümmern.

Ein Beispiel aus der Praxis

Seit einiger Zeit versuche ich meinen aktuellen Roman fertig zu kriegen und zu überarbeiten. Tatsächlich sollte März 2018 dieser ins Lektorat gehen, damit der August 2018 veröffentlicht werden könnte.

Während ich diesen Beitrag schreibe, haben wir Dezember 2018 und stehen kurz vor 2019. Der Roman ist tatsächlich immer noch nicht fertig.

Was ist hier passiert?

An der Faulheit kann es nicht liegen. Denn ich war durchaus fleißig im letzten Jahr. Vielleicht nicht so, wie ich es gerne hätte. Aber faul war ich definitiv auch nicht.

Jedoch hatte ich gar keinen Plan gehabt, wie ich vorgehen soll. Und wenn ich mir etwas vorgenommen habe, habe ich es nicht schriftlich festgehalten. Bei Dir mag es sein, dass Du auch ohne schriftliche Fixierung auskommst. In meinem Fall nicht.

Zudem hatte ich für diverse Unterpunkte mir nie eine Deadline gesetzt. Zu keinem Zeitpunkt hab ich mir gesagt, bis dann und dann hast Du dieses Kapitel fertig. Und dann geht es in die nächste Runde. Und so weiter.

Und das ist letztendlich eine der vielen Gründe, warum ich nie einen Schlussstrich ziehen konnte.

Der Sinn einer Deadline

Eine Deadline soll in erster Linie einen Zeitpunkt in Deinem Kalender markieren, zu dem Du etwas zu erledigen hast. Dabei ist es egal, um was es sich letztendlich handelt.

Nehmen wir an, Du hast ein Projekt auf Arbeit. Dann kann es sein, dass Du eine Frist gesetzt bekommst, bis wann Du dieses Projekt zu beenden hast. Diese Fristen – eben Deadlines genannt – kannst Du auch auf alle privaten Projekte anwenden.

Bis zum Tag X hast Du Dein Zimmer aufgeräumt. Tag Y markiert die Beendigung Deiner Plotarbeit. Und Tag Z ist der letzte Tag, an dem Du Deinen Roman fertig geschrieben hast.

Ohne eine Deadline kann es passieren, dass Du trotzdem fertig bist. Es kommt darauf an, wie Du arbeitest. In solchen Beiträgen gehe ich von mir aus. Und bei mir passiert es, dass ich ohne eine Deadline nie etwas zu Ende kriege.

Wenn Du Dir Deadlines setzt, dann hast Du eine Art Stundenplan, mit dem Du arbeiten kannst. Gerade wenn Du alleine arbeitest, benötigst Du einen solchen Stundenplan.

Schreibst Du mit jemanden an einem Roman, dann werdet ihr euch gegenseitig anstupsen und sagen, bis wann Du Deinen Teil erledigt hast. Hast Du einen Verlagsvertrag, wird von dort jemand Dir auf die Füße treten. Bist Du alleine, musst Du Dir in den Popo treten.

Wie setzt Du Dir Deadlines?

Realistisch!

Egal für was Du Dir eine Deadline setzt, sei bitte realistisch dabei. Denn es bringt nichts, wenn Du Dich unter Druck setzt und am Ende ein schlechtes Gewissen hast, weil Du zehn Deadlines an einem Tag nicht geschafft hast.

Überlege Dir, was Du im kommenden Jahr erreichen möchtest.

Sagen wir, Du willst vier Romane schreiben (und im Weiteren werde ich mich darauf konzentrieren, unabhängig, wie Deine Planung tatsächlich aussieht). Das bedeutet, dass Du pro Roman drei Monate Zeit hast. Im ersten Monat könntest Du die Charaktere erarbeiten, den Plot und gegebenenfalls den Weltenbau. Und natürlich die Recherche und alles andere.

Im zweiten Monat schreibst Du dann Deinen Roman. Theoretisch kannst Du noch weiter an den Charakteren, dem Plot und besonders dem Weltenbau arbeiten. Das verbietet Dir natürlich niemand. Aber der Fokus liegt dann hier beim Schreiben.

Und im dritten Monat überarbeitest Du dann Deinen Roman. Und wenn Du möchtest, kannst Du schon den nächsten Roman anfangen zu planen.

Du schaust Dir dann an, bis wann Du was erledigt haben möchtest. Nehmen wir an, Du hast drei Hauptcharaktere. Wie genau möchtest Du sie bearbeiten? Tun wir mal so, als würden Dir vier Tage für einen Charakter ausreichen.

Dann nimmst Du Dir Deinen Kalender und schreibst rein, dass Du vom 02.01.2019 bis zum 05.01.2019 an Charakter A arbeitest (den ersten Januar lasse ich mal außen vor, damit wir alle Zeit haben, um auszuschlafen). Danach geht es weiter mit Charakter B und so weiter. Dann hättest Du nach 12 Tagen Deine wichtigen Charaktere zusammengetragen.

Und so gehst Du weiter. Schritt für Schritt.

Schnapp Dir Deinen Kalender für das kommende Jahr und notier Dir die ersten Schritte zu Deinem nächsten Roman. Es reicht auch erst einmal aus, wenn Du nur die erste Deadline setzt. Zum Beispiel für Charakter A.

Und wenn Du diese geschafft hast, dann schaust Du, wann Du Charakter B bearbeiten kannst.

Vorsicht: Das reale Leben

Vielleicht kennst Du den Spruch: Erstes kommt es anders und zweitens als man denkt.

Um es kurz zu machen, es kann immer wieder was dazwischen kommen, was Dir die Füße wegreißt. Ende Oktober 2018 ist mir so etwas passiert. Denn beim besten Willen hätte ich nicht gedacht, dass ich einen kleinen Unfall haben werde. Drei Wochen war ich ausgeschaltet und konnte nicht schreiben oder sonst irgendetwas tun.

So etwas kann immer passieren (auch wenn ich Dir das nicht wünsche). Alternativen dazu sind, dass Schatzi oder die lieben Kiddies krank werden. Die Arbeit ruft oder Freund*innen benötigen Deine Hilfe.

Und schon kann es passieren, dass Du eine Deadline nicht einhalten kannst. Wichtig finde ich, dass man so etwas immer einplant und sich auf keinen Fall davon irgendwie abhalten lässt, weiter an den eigenen Träumen und Zielen zu arbeiten.

Jedoch ist es wichtig, immer realistisch zu bleiben. Was schaffst Du in welchem Zeitraum. Dabei ist es wichtig, dass Du Deine Arbeitsweise kennst.

Wie arbeitest Du?

Oben hab ich das Beispiel angeführt, dass wir für einen Charakter vier Tage benötigen. Aber weißt Du auch, was Du dafür alles benötigst? Reicht eine Charakterbeschreibung? Oder möchtest Du einen Charakterbogen erstellen? Was alles gehört für Dich dazu?

Daher kann ich Dir empfehlen, alles zusammenzutragen, mit dem Du überhaupt arbeiten möchtest. Und dann schaust Du auch, wie vie Zeit Du benötigst, um die notwendigen Informationen zusammenzutragen.

Damit meine ich nicht, die Vorlagen, sondern um den Charakter zu entwickeln. Oder den Plot. Oder was auch immer Du benötigst. Sondern, wie lange Du brauchst, um diese zu füllen. Denn es reicht ja nicht aus, ein Fakt nach dem anderen aneinanderzureihen. Es soll ja auch mit Leben gefüllt werden.

Wie lange brauchst Du also, um die ganzen Arbeiten zu erledigen. Wenn Du für den Prozess Charaktererarbeiten sieben Stunden benötigst, kannst Du das besser auf die einzelnen Tage aufteilen. Beim ersten Projekt kann das natürlich noch unübersichtlich sein. Daher nimm Dir einen Wert und überprüfen dann, ob Du mit diesem klar gekommen bist. Eventuell musst Du beim nächsten Mal nach justieren.

Wenn Du diese Werte hast, weißt Du, wie Du zukünfitg arbeiten und Deine Zeit einteilen kannst.

Und der ganze Rest?

Natürlich kommen noch Sachen wie Recherche und Derartiges dazu. Mein aktueller Roman benötigt durchaus einige Recherchen, damit ich diesen realistisch darstellen kann. Aber häufig kann man das nebenbei machen.

Zumindest dann, wenn Du innerhalb kürzester Zeit einen Roman schreiben möchtest. Ansonsten ist es natürlich auch in Ordnung, dass Du dafür einen Monat aufwendest.

Denn häufig ist Recherche auch ein anderes Wort für “Prokrastination”. Man möchte zwar am Roman arbeiten, aber man kann ja nicht. Immerhin muss man noch etwas recherchieren.

Deine Pläne – Deine Ziele – Deine Deadlines

Egal wie Du es handhaben möchtest, es sind immer noch Deine Pläne, welche Dich zu Deinen Zielen bringen sollen. Und am Ende setzt Du Deine Deadlines. Lass Dich nicht von anderen (auch nicht von mir) irgendwie verrückt machen.

Schau Dir mal dieses Video an, damit Du verstehst, was ich meine.

Ziele nicht geschafft

Es kann natürlich leicht passieren, dass die Deadline an einem vorbeirauscht, ohne, dass wir es wirklich bemerkt haben. In einem solchen Fall ist das erst einmal keine Katastrophe (außer Du warst vertraglich verpflichtet, diese einzuhalten).

Denn tatsächlich geht die Welt nicht unter, wenn wir die Deadline nicht einhalten. Zumindest offiziell nicht. Häufig fühlt es sich aber bei mir so an. Dann geht die Selbstbeschimpfung los. Eben, dass ich so faul bin, unorganisiert und so weiter (wenn ich einen guten Tag habe).

Wichtiger wäre es, nun herauszufinden, warum man die Deadline nicht produktiv erreicht hat. Also, warum man die Ziele nicht geschafft hat. Daher finde ich es wichtig, mir alles zu notieren, was ich am Tag so gemacht habe (Stichwort: Bullet Journal).

Dadurch lässt sich leichter herausfinden, was Du gemacht hast und wieso Du keine Zeit hattest. Und wenn Du das für Dich geklärt hast, geht es in die nächste Runde. Immer ein Schritt nach dem anderen. Am Ende hast Du dann Deinen Roman, welchen Du dann auch veröffentlichen kannst.

Wenn Du Strafen möchtest / brauchst

Wenn Du aber möchtest, kannst Du Dir gerne überlegen, welche Vertragsstrafe Du Dir auferlegst, wenn Du Deine Deadline nicht erreichst. Damit meine ich nicht die ganzen Kleinen.

Wenn Du Deinen Charakter B nicht in der vorgegebenen Zeit geschafft hast, ist Dein Projekt nicht in Gefahr. Wenn Du einen Roman in drei Monate schreiben möchtest und Ende März den nicht geschafft hast, da wäre eine Strafe denkbar.

Überlege Dir daher, was Du Dir wirklich wünschst und Dir gönnen würdest, wenn Du Dein Ziel erreichst. Es könnte ja sein, dass Du Dir einen Wochenendtrip wünschst. Oder am Ende eine längere Reise herauskommen soll.

Egal was es ist. Wenn Du Dein Ziel erreicht hast, bekommst Du Deine Belohnung. Hast Du es nicht geschafft, dann gibt es die Strafe. Und das würde ich selbst durchaus schriftlich festhalten, sowie den Hinweis darauf irgendwo hinhängen, wo Du es regelmäßig siehst.

Noch ein Tipp

Aber egal, welche Belohnung oder Bestrafungen Du Dir überlegst, denk immer daran, was Du am Ende willst. Sicherlich möchtest Du einen fertigen Roman haben, welche die Leute auch lesen. Das bedeutet, dass Du immer darauf hinarbeitest, Deinen Roman zu schreiben.

Das sollte die wichtigste Motivation sein, die Du hast. Alles andere ist ein wenig Druck, wenn Du denn diesen brauchst.

Abschlussgedanken

Das Schreiben ist ein lebenslanger Lernprozess. Mit jedem Roman wirst Du immer besser und besser. Du lernst dazu und wirst herausfinden, was für Dich klappt und was nicht.

Das gilt auch für alles drum herum. Heute planst Du Deinen Roman auf eine Weise und das nächste Mal komplett neu. Deadlines setzen helfen Dir dabei, dass Du Dich nicht in unwichtigen verzettelst.

Denn ich werde Dir jetzt ein kleines Geheimnis verraten. Dieser Beitrag hier, an dem habe ich jetzt ungefähr vier Stunden gesessen. Warum? Weil ich ungefähr zwei davon auf Twitter und YouTube verbracht habe.

Hätte ich mir eine Deadline gesetzt, bis wann dieser Beitrag fertig ist, sähe das sicherlich anders aus. Auch solch kurzfristige Deadlines kannst Du setzen. Bis zwanzig Uhr arbeite ich an dem Roman und schreibe so und so viele Wörter.

Dann gilt das. In dieser Zeit sind Ablenkungen tabu. Und wenn Du dies mit Dir ausmachst, hilft es meistens auch. Zumindest bei mir.

Probiere es jetzt aus. Du hast den Beitrag zu Ende gelesen. Öffne Dein Dokument und erkläre, dass Du die nächste halbe Stunde schreibst. Und dann schau, wie es bei Dir funktioniert hast. Mal wird es gut laufen, mal nicht. Bleib dran.

Und dafür wünsche ich Dir eine Menge Energie und alles Liebe.

Deine frau schreibseele


Mit dem Bullet Journal die Pläne schmieden

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das neue Jahr rückt immer näher und näher. Spätestens jetzt setzen sich viele hin und überlegen, welche Projekte sie im kommenden Jahr angehen wollen. Dabei werden häufig Oberthemen aufgeschrieben wie, ich möchte einen Roman schreiben, ich will ein Haus bauen oder ich will meine Wohnung aufräumen.

Und ich möchte Dir heute zeigen, wie Du solche Projekte angehen kannst, ohne an der gigantischen Aufgabe zu verzweifeln.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in meinem alten Blog “Schreibkasten”. Diesen habe ich nun überarbeitet und ergänzt.

Kurze Vorgedanken

Wenn Du ein größeres Projekt angehen möchtest, könnte es Dich entmutigen, weil Du vielleicht nicht weißt, wo Du anfangen sollst. Ein Roman zu schreiben ist halt eine besondere Angelegenheit und erfordert viel Ausdauer und Kreativität und natürlich auch Planung.

Brichst Du aber solch ein gigantisches Projekt auf die einzelnen Punkte herunter, sieht alles mit einem Mal übersichtlicher aus. Und vor allem nicht mehr so beängstigend. Daher möchte ich Dir heute meine Vorlage für einen möglichen Projektplan vorstellen.

Du kannst diesen in Dein BulletJournal einzeichnen, in Dein Projekttagebuch oder auch einfach auf ein DIN-A4 Blatt. Und natürlich kannst Du diesen so abändern, wie Du ihn brauchst. Bei den Bildern handelt es sich um einen Projektplan, den ich in meinem BulletJournal eingetragen habe. Dabei habe ich mich von einer Vorlage inspirieren lassen und diesen dann ein wenig abgeändert.

Dein Projektplan –
Eine kleine Übersicht

Bei diesem Bild siehst Du erst einmal eine kleine Übersicht über den Projektplan, den ich selbst eingezeichnet und benutzt habe (Details zu den einzelnen Punkten folgen gleich). Mir persönlich war es wichtig, dass ich die Punkte übersichtlich sehen kann, daher habe ich alles auf einer Doppelseite untergebracht.

Auf der linken Seite habe ich viel Platz fürs Brainstorming gelassen und auch für eine Zusammenfassung. Und auf der rechten Seite hast Du dann die Möglichkeit, das Projekt in einzelne Punkte aufzusplitten.

Aber kommen wir nun zu den Details.

Dein Projekttitel

Dein Projekttitel

Ich bin der Meinung, dass es gut ist, wenn jedes Projekt einen Titel hat. Dann fällt es zumindest mir leichter, darüber zu sprechen oder mir Gedanken dazu zu machen.

Wenn ich also sage, ich benötige für meinen „Romantitel“ nur noch drei Punkte, dann habe ich zu diesem einen ganz anderen Bezug, als wenn ich sagen würde, ich brauche für meinen Roman nur noch drei Punkte. Welcher von meinen zehn Millionen Romanideen ist damit gemeint?

Dabei gilt natürlich, wenn Du am Anfang Deiner Planungsphase noch gar keinen Namen dafür hast (dabei ist es egal, was für ein Projekt Du damit bearbeiten willst), dann kannst Du Folgendes machen:

  • einen Arbeitstitel wählen
    oder
  • am Ende der Bearbeitungsphase der Vorlage einen Titelnamen vergeben.

Und natürlich kannst Du jederzeit den Namen umändern, wenn Du einen besseren hast. Da musst Du Dich nicht verrückt machen.

Brainstorming

Der große Block auf der Seite ist für Dein Brainstorming reserviert. Hier kannst Du Dir Gedanken machen, welche Punkte Du überhaupt berücksichtigen willst und was alles auf die rechte Seite gelangen soll.

Dieser Bereich ist gerade dann interessant, wenn Du Dir noch gar nicht sicher bist, was Du überhaupt berücksichtigen möchtest. Oder auch dann, wenn Du Deine Gedanken in eine bestimmte Ordnung bringen willst. Und wenn Du noch gar keine Idee hast, was für ein Projekt Du als Nächstes angehen möchtest, ist dieser Platz auch dafür sehr gut geeignet.

Sollte Dir der Platz zu wenig sein, dann kannst Du natürlich auf einem Extrablatt arbeiten, auf der nächsten Seite oder sogar noch Extrablätter am Rand dazu kleben. Da gibt es viele kreative Möglichkeiten. Hauptsache Du schreibst alles auf, was Dir erst einmal einfällt, das Ganze Bearbeiten kannst Du dann in einem zweiten Schritt.

Und der kann so aussehen, dass Du die Punkte dann einkreist, die Dir dann wichtig sind. Es mag zwar sein, dass man bei einem Roman bestimmte Punkte beachtet werden dürfen bzw. sollen. Das musst Du aber nicht.

Sagen wir mal, Dir sind Dialoge ungemein wichtig. Dann wird dieser Punkt eher auf Deiner Liste landen, als die Beschreibung der Umgebung (das ist natürlich nur ein Beispiel, aber ich denke, Du verstehst, was ich damit sagen möchte).

Lass Dich da also von niemandem aus dem Konzept bringen. Es ist Dein Projekt und Du entscheidest allein, was für Elemente bearbeitet werden.

Alternativ: Mind-Map

Letztens hab ich für ein Jahresprojekt ebenfalls diesen Plan benutzt. Anstatt alles aufzuschreiben, was mir zu dieser Idee eingefallen wäre, hab ich ein Mind-Map erstellt.

Es handelte sich um ein Kunstprojekt und ich hatte eine grobe Idee, wie ich diesen entsprechend aufteilen könnte. Daher habe ich dann zu den entsprechenden Oberthemen meine Gedanken notiert und sie von vornherein sortiert.

Das hat in diesem Fall wunderbar funktioniert und war für mich effizienter, als eine reine Stoffsammlung.

Deine Zusammenfassung

Im unteren Teil habe ich für mich noch ein Feld freigelassen, in dem ich eine Zusammenfassung meines Projektes aufschreiben kann. Dies kannst Du dann noch einmal nutzen, um Dir klar zu machen, worauf Du eigentlich wirklich hinaus willst.

Wobei Du gerne im Hinterkopf behalten möchtest, dass sich diese Zusammenfassung jederzeit ändern kann. Zudem kannst Du hier auch noch auflisten, welche wichtigen Punkte Du überhaupt bearbeiten möchtest.

Du kannst die Zusammenfassung auch auslassen, wenn Dich das zu sehr stresst. Auch das ist kein Problem.

Deine Hauptschritte – und brich sie runter

Hier siehst Du eine mögliche Übersicht der einzelnen Punkte, die Du Dir erarbeiten kannst. Hier sind vier Hauptschritte mit vier Unterschritten. Das bedeutet jedoch nicht, dass Du so viele oder so wenige benutzen musst. Es kommt natürlich auf Dein Projekt an.

In dem großen Block kannst Du Dir notieren, was für einen Schritt Du überhaupt bearbeiten willst und weitere Informationen, wenn es für Dich nötig ist.

Sagen wir mal, Du notierst Dir den Hauptpunkt Recherche. Dann kannst Du in dem Feld noch notieren, was genau Du recherchieren willst. Zum Beispiel das Leben im China im Jahre 1359. Oder Du notierst Dir eine bestimmte Stelle in Deinem Roman, wo Du entsprechende Informationen benötigst. Oder was auch immer Dir wichtig ist.

Hier siehst Du es noch einmal im Detail. Links die große Box mit den notwendigen Informationen und rechts brichst Du dann den großen Schritt in kleine Schritte. Bei unserer Recherche könnte es sein, dass Du folgende Punkte abarbeitest:

  1. Recherche im Internet,
  2. Recherche in einer Bücherei für asiatische Literatur (oder die Abteilung),
  3. Gespräche mit Fachleuten,
  4. Zusammenfassung der Informationen zu einem Text.

Und immer, wenn Du eines der Punkte erfolgreich bearbeitet hast, gibt es entweder ein Hacken oder Du malst das Feld aus (oder was auch immer Du machen magst).

Nutze diese Vorlage

Natürlich ist das erklären solch einer Vorlage eine Sache. Aber wenn Du Dich nicht hinsetzt und es ausprobierst, wirst Du nie wissen, ob es nicht was für Dich sein könnte.

Setz Dich also hin und probier einfach mal aus, was Dir diese Vorlage bringt. Und eventuell wirst Du sehen, dass Deine Projekte übersichtlicher werden. Und vor allem, dass Du sie auch wirklich Stück für Stück abarbeiten kannst.

Abschlussgedanken

Natürlich musst Du nicht solch eine Vorlage benutzen, um an Deinen Projekten zu arbeiten. Aber es kann manchmal durchaus erleichternd sein mit etwas zu arbeiten, was die Schritte übersichtlicher zeigt, als nur mit dem großen Stichwort, Romane schreiben.

Probiere und experimentiere herum und denk daran, arbeite auch damit. Denn Listen machen ist eine Sache, sie umzusetzen, das ist die wichtigere.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe Deine

frau schreibseele