Frauen in der Fantasy

Frauen in der Fantasy

Hei, hallo und herzlich willkommen#

in Fantasygeschichten können wir Drachen reiten, Monster jagen, mit positiven Gefühlen fliegen und mit einem Schiff zum Mond reisen. Aber wehe, wir stellen Frauen vernünftig dar, dann geht die Welt unter. Und damit meine ich nicht nur die Fantasywelt.

Kurze Vorgedanken

Vor Kurzem machte eine Serie sein großes Debüt. Und schon kamen die kleinen Moser mit ihrem noch kleineren Mimis und jammerten, dass Frauen doch nicht fechten können.

Dabei handelt es sich um eine Fantasyserie. Warum sollen Frauen nicht einen Zweihänder mit einer Hand nutzen können? Oder sie können einen Drachen bändigen, mit einem Finger?

In Fantasy ist alles möglich

Zumindest dachte ich es die ganze Zeit, dass es so wäre. Solange es logisch ist, dann könnte man über alles Schreiben, was mich als Autorin interessiert und*oder fasziniert.

Doch scheinbar ist es für viele absolut unlogisch, wenn Frauen vernünftig oder gar stärker dargestellt werden. So dürfen sie für viele am Spielfeldrand stehen und unserem Helden zujubeln. Aber sobald sie selbst das Feld betreten und selbst mitspielen wollen, ist Schluss mit lustig.

Frauen können …

Frauen können in Fantasyromanen genau das alles, was sie auch sonst können. Und durchaus einiges mehr. Immerhin befinden wir uns in einem Fantasyroman. Warum sollten sie also nicht die Magie beherrschen oder einem Riesen mit einem Tritt in den Popo zu Fall bringen.

Zwar gehören die meisten Fantasyfrauen zu den Menschen. Aber wir befinden uns nicht auf der Erde (meistens zumindest). Warum sollte dann das Kräfteverhältnis der Menschen der Erde gelten? Theoretisch könnten wir sagen, dass Frauen in der Fantasywelt X genauso stark oder sogar stärker sind, als die Männer.

Bisher wird aber immer ungefragt das gleiche physische Verhältnis unserer Welt auf die Fantasywelt übertragen. Genauso wie die Rolle der Frau. Er ist der, der die Hosen anhat. Und sie kommt nur an die Macht, wenn man diese ihr gibt oder sie sich diese irgendwie erschleicht.

Warum also nicht von vornherein eine Machtstruktur aufbauen, in denen alle Personen die gleichen Rechte haben? Eine Gesellschaft, in denen man Cis-Frauen (andere Geschlechter werden bisher kaum bis gar nicht vorgestellt, von daher) nicht das Recht des Regierens deswegen abspricht, weil sie Cis-Frauen sind. Sondern, weil sie korrupt, hinterhältig oder einfach nicht kompetent genug für diesen Posten sind.

Frauen dürfen …

Frauen dürfen alles in Fantasyromanen machen, was ihre Rolle voranbringt. Und am Ende auch die Geschichte. Sie müssen nicht andauernd das Schwert schwingen oder Schlachten anführen. Wenn sie nicht sehen kann oder in einem Rollstuhl sitzt, kann sie immer noch einen sehr starken Charakter darstellen.

Jedoch scheint es mir, dass Frauen nur klischeehafte weibliche Rollen einnehmen dürfen. Und das bedeutet, dass sie allerhöchstens unterstützen dürfen. Und zwar die Cis-Männer. Mehr nicht.

Aus sich selbst heraus scheinen die Frauen nichts zu können. Keine Entscheidungen treffen, keinen eigenen Weg gehen oder sonstiges. Nur, wenn ein Mann den Anfang macht, egal wie das aussieht, geht sie weiter. Oder sie wird aktiv, um eben einem Cis-Mann zu helfen. Oder sie stirbt für ihn.

Frauen spielen eine Rolle

Frauen dürfen, können und sollen eine Rolle spielen. Hinterfragen wir einfach unser bisheriges Bild von Frauen in der Fantasy. Nur, weil bisher die Sache so und so geschrieben wurde, bedeutet das noch lange nicht, dass das immer so weiter gehen muss.

Schauen wir uns einfach an, was bisher geschrieben wurde. Und dann können wir uns überlegen, wie wir es zukünftig anders schreiben können. Denn nur, weil alles bisher gut gewesen sein mochte, bedeutet das noch lange nicht, dass man es nicht besser machen kann. Und in meinen Augen kann man sehr vieles besser machen.

Abschlussgedanken

Das war mehr ein Aufruf, als ein Beitrag, wie man es besser machen kann. Ich gestehe. Aber in der Vergangenheit und in der Zukunft werde ich diesbezüglich noch einige Beiträge entsprechend verfassen. Denn es kann besser gehen. Gehen wir es gemeinsam an.

Dabei wünsche ich uns viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Die Buchpreisbindung

Die Buchpreisbindung

wer Bücher verkaufen möchte, kommt früher oder später mit dem Buchbindungspreisgesetz in Kontakt. Und das kann durchaus einige verunsichern. Als ich meinen Beitrag zu Preisaktionen veröffentlichte, kaum auf Twitter die Frage, ob dies überhaupt legal ist.

Schauen wir uns doch das Thema etwas genauer an.

Kurze Vorgedanken

Um es kurz zu machen, an dieser Stelle werde ich nicht diskutieren, ob das Buchbindungspreisgesetz sinnig ist oder nicht. Das ist nicht das Thema dieses Beitrages. Denn aktuell haben wir das Buchbindungspreisgesetz. Und ich denke nicht, dass es zeitnah gekippt wird. Von daher sollten wir uns mit diesem Thema auseinandersetzen. Es gehört zu unserer Arbeit, wenn wir im Selfpublishing Bücher veröffentlichen möchten.

Schauen wir uns das Thema aus der Sicht einer Person an, die nicht zu einem rechtsberatendenden Beruf gehört (also mir). Damit will ich sagen, dass ich keine Anwältin bin oder sonst wie befugt bin, eine rechtliche Beratung zu geben. Frage IMMER eine Anwältin oder einen Anwalt, wenn Du etwas zum Thema wissen möchtest. Hier biete ich Dir nur Grundlagenwissen an. Nicht mehr.

Was bedeutet Buchbindungspreis?

Wenn ich es ganz einfach ausdrücken sollte, würde ich sagen, es ist der Preis, zu dem Dein Buch überall neuwertig verkauft werden muss. Das gilt für einen kleinen Buchladen in einem Dorf mit zwei Bewohnenden genauso wie für die Buchkette in einer Großstadt.

Sicherlich hast Du den Satz schon öfters gehört, dass es egal ist, wo Du ein Buch kaufst, welches in Deutschland veröffentlicht wurde. Überall hat es den gleichen Preis. Und dem ist so. Importwaren aus Ländern, in denen es kein Buchpreis gibt, unterliegen keiner Preisbindung. Da Du aber aller Wahrscheinlichkeit in einem Land mit der Buchpreisbindung veröffentlichen wirst, gilt er für Dich.

Ein Beispiel:

Du verkaufst Dein Buch über drei Distributoren für 7,99 EUR. Irgendwann entscheidest Du Dich bei Distributor A, weil Du dorthin Deine Lesenden locken möchtest, das Buch für 6,49 EUR anzubieten. Distributor B und C werden von dieser Preisaktion nicht bedacht. Dort soll das Buch weiterhin 7,99 EUR kosten.

Um es kurz zu machen, solltest Du das in Erwägung ziehen, verletzt Du damit das Buchbindungspreisgesetz. Wenn Du Dein Buch günstiger anbieten möchtest, dann musst Du dies bei allen drei Distributoren machen. Da gibt es keinen Weg drum herum.

Solange Dein Buch in einem Land veröffentlicht wird, in der das Buchbindungspreisgesetz herrscht, solltest Du Dich unbedingt daran halten. Abmahnungen oder Klagen sind unnötig teuer.

Für was genau gilt der Buchbingungspreis?

Dieser gilt für eine bestimmte Ausgabe. Zum Beispiel für das E-Book, für die Taschenbuchausgabe oder für das Hardcoverbuch. Das bedeutet also genau, dass diese drei Versionen (um dabei zu bleiben, es kann ja noch einiges mehr geben) nicht den gleichen Preis haben müssen. So kannst Du Dein E-Book günstiger anbieten, als das Hardcover.

Jedoch müssen sie jederzeit den gleichen Preis haben. Eben im Buchladen im kleinsten Dorf, genauso wie in der Buchkette in der nächsten Buchkette. Das ist die einzige Bedingung an der ganzen Sache.

Aber wenn sich am Inhalt etwas ändert?

Nehmen wir an, Du willst einen fixen Preis nutzen, ohne diesen zu ändern. Aber es könnte ja sein, dass Du am Inhalt etwas veränderst, um einen neuen Preis zu rechtfertigen. Das ist Deine Entscheidung, wenn Du das so handhaben möchtest.

Bei meinen Recherchen habe ich keine Daten gefunden, ab wann wir von einer neuen Ausgabe sprechen können. Aber nach meiner persönlichen Auffassung (ACHTUNG: Persönliche Meinung, keine Rechtsberatung) dürften Rechtschreibkorrekturen, minimale Änderungen oder ein neues Cover aus Deinem Buch keine neue Version machen.

Solltest Du aber neue Kapitel einfügen, den Inhalt stark ändern oder gar eine Kurzgeschichte einfügen, als Beispiel, können wir durchaus von einer neuen Version sprechen (auch hier gilt, im Falle eines Falles, bitte eine Rechtsberatung aufsuchen).

Kurz geschrieben: Jedes Buch, egal wie es erschienen ist, sollte immer den gleichen Preis haben. Zu möglichen Preisaktionen komme ich gleich.

Wie sieht es mit Box Sets aus?

Box Sets sind Büchersammlungen, die es meistens nur als E-Books gibt. Das bedeutet, dass hier mindestens zwei oder auch mehr Bücher zu einer Box zusammengefasst werden. Das können eine bestimmte Anzahl von Büchern der eigenen Reihe sein. Oder alternativ kommen einige Autor*innen zusammen und veröffentlichen ihre Bücher unter einem bestimmten Thema. Zum Beispiel Liebesromane am Strand oder Krimis im Wald.

Durch eine solche Sammlung von Büchern entsteht eine neue Ausgabe. Und somit kann diesem Werk einen neuen Preis gegeben werden. Dieser Preis ist dann für diese Ausgabe wieder bindend.

Das gilt auch für Zusammenstellungen, wenn Du etwas Neues zu einem bestehenden Roman hinzufügst. Dabei handelt es sich dann um eine neue Ausgabe. Also zu Deinem Hauptroman kommt eine Novelle und*oder eine Kurzgeschichte.

Sind Preisaktionen möglich?

Das Buchbindungspreisgesetz sagt ganz klar, dass jedes Buch in jedem (Online-)Laden innerhalb Deutschlands zum gleichen Preis angeboten werden muss (für Österreich empfehle ich die entsprechenden Gesetze nachzulesen). Jetzt gibt es aber bei einigen die Unsicherheit, dass man dadurch keine Preisaktionen veranstalten darf.

Aktuell (das kann sich natürlich jederzeit ändern, daher solltest Du immer die Rechtslage beobachten) ist es möglich, die Preise für Dein Buch zu ändern. Und zwar zu jedem beliebigen Zeitpunkt. Erst einmal.

Nach der Theorie kannst Du täglich den Preis Deiner Bücher ändern. Praktisch soll dies wohl nicht möglich sein. Da wird empfohlen, es maximal alle drei Monate zu tun. Einmal im Quartal scheint eher sicher zu sein. Daher würde ich Dir auch empfehlen, es nicht zu übertreiben. Zwar habe ich noch von keinem entsprechenden Urteil gehört, wenn jemand zu oft die Preise innerhalb kurzer Zeit ändert. Aber was nicht ist, könnte noch werden.

Was bedeutet das genau?

Wenn Du für Deine Ausgaben einen neuen Preis ansetzen möchtest, empfiehlt es sich, dies nur alle drei Monate zu machen. Mindestens. Längere Phasen sind natürlich auch in Ordnung. Alles was darunter liegt, könnte eventuell die Aufmerksamkeit von Anwält*innen auf sich ziehen.

Daher empfehle ich persönlich, entweder fixe Buchpreise zu wählen. Oder als Alternative, nur zu besonderen Zeiten die Preise zu ändern. Dann sollte es theoretisch keine Probleme damit geben.

Wie gehst Du am besten vor?

Wenn Du nur mit einem Distributor arbeitest, ist es einfacher als bei zwei oder mehreren. Bei einem änderst Du eben den Buchpreis und dann wird dieser eingestellt. Aber Achtung, gegebenenfalls kann das ein wenig dauern.

Sagen wir aber, Du arbeitest mit zwei Distributoren. Dann musst Du zeitgleich bei beiden Anbietern den Preis ändern. Wie lange ein Preisunterschied sein darf, ohne rechtliche Konsequenzen zu fürchten, kann ich nicht sagen. Idealerweise geht der jedoch gegen Null. Also, dass die Preise wirklich extrem zeitnah geändert werden.

Das gilt natürlich auch dann, wenn Du den Preis wieder auf den normalen Wert zurück änderst. Auch dies sollte zeitgleich passieren.

Jedoch kann hier schon ein Problem entstehen. Häufiger hab ich gelesen, dass die unterschiedlichen Distributoren unterschiedlich lange benötigen, um den Preis zu ändern. Und es soll sogar einige geben, welche die Preise auslesen, wo Dein Buch gelistet ist. Sollte der sich von dem Preis dieses Distributors entscheiden, passt dieser dann den Preis an.

Okay, noch einmal langsam. Wir haben wieder die beiden Distributoren A und B. Du änderst bei beiden den Preis. A ist schnell und reduziert den Preis wie gewünscht. B hingegen braucht länger. A liest die Preise anderer Distributoren aus, weil der Anbieter nicht gegen das Buchbindungspreisgesetz verstoßen möchte. Dann sieht A, dass B den Preis höher hat. Um rechtliche Probleme aus dem Weg zu gehen, passt er automatisch den Preis an. Und damit kann Deine Preisaktion versehentlich sabotiert werden.

Jetzt könnte man sagen, kein Problem, dann ändere ich nur bei einem den Preis. Der andere übernimmt das. Darauf würde ich selbst jedoch nicht wetten. Natürlich könnte das funktionieren. Schlimmstenfalls verletzt Du dadurch eben das Buchbindungspreisgesetz und musst die Zeche dafür bezahlen. Vertraue niemals Dritten. Meine Empfehlung.

Was Du lieber lassen solltest

Alles, was den Buchbindungspreis in irgendeiner Art und Weise unterläuft, ist am besten zu unterlassen. Das bedeutet, nur Du bestimmst den Preis, nicht Deine Lesenden. So etwas soll es tatsächlich in anderen Ländern geben.

Bei Gewinnspielen solltest Du auch sehr vorsichtig sein. Da kann sich jederzeit etwas ändern. Daher lege ich Dir nahe, bevor Du eines veranstaltest, Dich zu informieren, was erlaubt ist und was nicht.

So ist es nicht erlaubt, den Buchkauf mit Lockmitteln oder Bedingungen zu verknüpfen. Ein Lockmittel wäre, dass jeder zehnte Buchkauf umsonst wäre. Entweder sind alle Bücher umsonst oder keines. Oder Du sagst, wenn Du dieses Buch kaufst, dann erst kriegst Du was dazu.

Selbst mit Beilagen zu Deinem Buch solltest Du nicht werben. So von wegen, kaufst Du dieses Buch, dann gibt es etwas dazu. Also eine kleine Abwandlung zum letzten Absatz.

Beim folgenden Punkt war ich überrascht, als ich das recherchiert habe. Denn Du darfst scheinbar auch nicht werben, dass Teile der Einnahmen gespendet werden. Zugegeben, damit habe ich nicht gerechnet. Aber das wird als Geschenk an die Kaufenden gewertet (man kriegt dafür ein gutes Gewissen) und somit kann man das wohl als eine Art Rabatt werten. Über drei Ecken. Auf alle Fälle, nicht erlaubt. Überraschend trotz allem.

Abschlussgedanken

Wenn Du mehr über das Buchbindungspreisgesetz lesen möchtest, klick hier. Aber ohne Garantie für den Inhalt. Ansonsten empfehle ich, finde erst einmal einen festen Preis für Deine Ausgaben. Und wenn Du diese dann ändern möchtest, sorge immer dafür, dass dies überall gleichzeitig passiert. Und sei vorsichtig bei Angeboten mit Zusätzen.

Für mich persönlich hab ich die Entscheidung getroffen, Preisaktionen schön und gut, aber ich bleibe lieber bei einem fixen Preis. Es dürfen gerne günstigere Bücher dabei sein. Aber ich kenne mich und mein Technikglück. Und diesen werde ich nicht herausfordern.

Wie sieht es bei Dir aus?

Auf alle Fälle Dir viel Spaß bei Deinen Überlegungen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Podcast] Dreiland Trilogie von Jana Jeworreck

[Podcast] Dreiland Trilogie von Jana Jeworreck

Hei, hallo und herzlich willkommen,

liebst Du High-Fantasy genauso wie ich? Dann tauche ich die Welt der Autorin Jana Jeworreck ein. Sie bietet Dir eine fantastische Geschichte, die Dich hoffentlich genauso fesselt, wie mich.

  • Taschenbuch: 440 Seiten
  • Verlag: epubli; Auflage: 13 (13. Juli 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783745002232
  • ISBN-13: 978-3745002232
  • Dateigröße: (e-Book) 2844 KB
  • Verlag: Herartis (30. Juni 2017)
  • ASIN: B072SLFV4Y

Es handelt sich hierbei um keine bezahlte Werbung. Das Urheberrecht des Covers liegt bei der*dem Ersteller*in. Die gesprochenen Textstellen stammen von der Autorin selbst und werden mit freundlicher Genehmigung von Jana Jeworreck verwendet. Das Lied im Podcast hab ich legal von hier gekauft.

Viel Spaß beim hören.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Diversität in der Fantasy

Diversität in der Fantasy

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn wir an das Mittelalter denken und diese auf die Fantasy übertragen, dann sehen viele Menschen eines, weiße Menschen. Weiße Menschen, die zudem allesamt gesund sind und natürlich sich auch alle in das andere Geschlecht verlieben.

Und unabhängig der Tatsache, ob es tatsächlich so gewesen sein mag, muss es sich deswegen auch so in einem Fantasyroman abspielen?

Kurze Vorgedanken

Wie letzte Woche schon besprochen, sehe ich es nicht als eine mögliche Ausrede, dass es halt nun einmal so war. Also, dass es angeblich im Mittelalter (in welcher Phase auch immer), es eben so war. Daher müsse man es korrekt in den Fantasyromanen widerspiegeln.

In meinen Augen bedeutet Fantasy eben, dass man sich etwas ausdenken darf. Man kann so wild und frei denken und planen, wie man es möchte. Warum sollte ich mir dann irgendwelchen Grenzen aussetzen, nur um irgendwelchen vermuteten Tatsachen zu entsprechen?

Warum limitieren wir uns?

Seien wir mal ganz ehrlich, wir leben aktuell in vollkommen spannende Zeiten. Ein Klick und wir befinden uns virtuell auf den Straßen in Tokyo und können dort umher wandern. Oder wir lauschen Musik, die in der Mongolei aufgenommen wurde. Ein Film eines afrikanischen Regisseurs, der auch in Afrika gedreht wurde? Selbst da kann uns das Internet helfen.

Kurz geschrieben: Wir haben die Möglichkeit, die Vielfalt dieser Welt kennenzulernen. Und müssen dabei noch nicht einmal unseren Popo bewegen.

Trotzdem scheint sich nichts davon in den Geschichten wiederzufinden. Wenn man schon auf einen Charakter trifft, der schwul ist, bebt ja schon die Erde, weil das ein Novum ist. Von einem Ace Charakter möchte ich an dieser Stelle schon mal gar nicht sprechen.

Jetzt werden einige sagen, man muss ja schreiben, was der Markt verlangt. Doch seien wir mal ehrlich, an welche Bücher erinnerst Du Dich eher? An die, die sich an den Markt orientiert haben? Also die hundertste Version von Frau liebt Man und so weiter? Oder an Geschichten wie Twilight oder Harry Potter (unabhängig, wie man zu den Büchern selbst stehen mag).

Die eine Seite der Medallie wäre, dass wir mit ein wenig mehr Mut den nächsten Trend auslösen könnten. Die andere, und in meinen Augen wichtigere Seite wäre, dass die Menschen eine Stimme bekommen.

Vor einiger Zeit erzählte mir eine befreundete Autorin, wie sie Tränen in den Augen hatte, als sie eine Geschichte über einen Ace Charakter gelesen hatte. Es war das erste Mal für sie, dass sie als Ace eine Stimme bekam.

Schau mal genau hin – was fehlt?

Wenn Du Fantasy schreibst, gehe ich mal davon aus, dass Du durchaus diverse Fantasyromane gelesen hast. Sei mal ehrlich, wie viele der Charaktere hast Du als Weiße gesehen, obwohl sie es vielleicht nicht waren? Wie viele waren blind oder konnten nicht hören? Wie viele waren mollig oder richtig alt? Wie viele saßen in einem Rollstuhl? Oder hatte wer sogar eine psychische Erkrankung?

Vermutlich dürften so gut wie alle Fragen mit nein beantwortet werden. Denn die wenigsten Fantasybücher im Mainstream vertreten solche Themen. Dabei würden sie so viele Möglichkeiten bieten, Diversität in die Romane zu bringen. Menschen eine Stimme geben. Und ja, bestimmt Dir auch Lesende. Das wäre natürlich ein schöner Beigeschmack.

Wenn es zur Geschichte passt

Bestimmt kennst Du diesen Satz: “Wenn es zur Geschichte passt, kann man es ja benutzen.”

Damit wird gemeint, wenn ein lesbischer Charakter zur Geschichte passt, kann sie ja gnädigerweise lesbisch sein. Oder wenn die Rollifahrerin nicht zu sehr stört, darf sie eben doch auftreten.

Dazu sage ich nur: Nein, Nein, f****ing NEIN!!!

Niemand hat sich bis heute sicherlich gefragt, warum Captain America weiß sein musste. Oder noch besser, warum scheinen alle Kryptonier*innen weiß zu sein? Superman hätte durchaus auch eine dunkle Hautfarbe haben können. Das wird einfach so hingenommen. Doch sobald der Charakter kein weißer Cis-Het-Dude ist, wird die Rolle sofort hinterfragt.

Wenn Du willst, dass Dein Charakter eine afrikanische, lesbische, ace Frau ist, dann ist sie es einfach. Nicht, weil es dem Plot dient, sondern weil es ihr fiktionaler Charakter ist. Genauso wenig, wie der weiße Cis-Het-Dude dem Plot dient, muss unsere afrikanische, lesbische, ace Frau dem Plot dienen. Sie muss sich selbst genügen.

Diversität ist möglich

Mit ein wenig Mühe und ein wenig Anstrengung ist es möglich, in jede Geschichte Diversität hineinzubringen. Und diese endet nicht bei der Sexualität. Also wer kann sich in wen verlieben oder wie viele können miteinander gleichzeitig in die Kiste springen.

Es geht aber auch über die Hautfarbe hinaus. Weiter geht es mit der eigenen Identität, mit der eigenen Weltansicht, wie geht es der Person physisch oder eben auch psychisch. Welche Erfahrungen hat Dein Charakter in der Kindheit gemacht, die sich von allen anderen unterscheiden? Auch hier kannst Du Deinen Lesenden eine Stimme geben. Sei offen dafür.

Aber was werden die Anderen sagen?

Seien wir ehrlich, es wird immer Menschen geben, die der Meinung sind, die einzige glücklichmachende Wahrheit zu kennen. Hier ein kleiner Spoiler: Tun sie nicht. Das tun wir letztendlich auch nicht. Auch wenn wir es vielleicht glauben.

Damit will ich sagen, es wird immer Menschen geben, die Dich dafür kritisieren, was Du geschrieben hast. Oder auch, was Du nicht geschrieben hast. Wichtig ist in erster Linie, dass Du zu dem stehen kannst, was Du am Ende veröffentlichst.

Mein persönlicher Wunsch wäre es, wenn wir die Welt, in der wir gerade leben dürfen, so vielfältig und bunt in den Romanen darstellen können. Mit ihren verschiedenen Ansichten, mit ihren sexuellen Ausrichtungen, mit ihren Geschlechtsidentifikationen und so weiter und alles, was da noch ist.

Das ist mein Wunsch und mein Traum. Und ich wäre dankbar, wenn ich diesen epischen Fantasyroman lesen dürfte.

Abschlussgedanken

Diversität ist möglich. Und das, ohne ein Plot-Device sein zu müssen. Lass die Charaktere einfach aus sich heraus funktionieren. Dann läuft alles andere schon.

Sei mutig und wag Dich an dieses Thema heran. Ich bin mir sicher, am Ende können wir alle gewinnen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Von Preisaktionen und 0 Euro Büchern

Von Preisaktionen und 0 Euro Büchern

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du Dich mit den Preisen für Deine Bücher beschäftigst, wirst Du bestimmt auf Ratschläge stoßen, in denen es heißt, dass Du Dein Buch für eine kurze Zeit günstig oder gar umsonst anbieten sollst. Doch ist das wirklich logisch? Oder verliert man damit Geld? Daher hier eine theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Kurze Vorgedanken

Wenn man ein Buch veröffentlicht, bieten einige Distributoren an, diesen für einen vergünstigten Preis zu veröffentlichen. Oder gar für 0 Euro. Gerade in der Vergangenheit sind viele auf diesen Zug aufgesprungen. Doch zwischenzeitlich hat sich eine etwas kritischere Sicht auf diese Preisaktionen gebildet.

Doch gibt es immer wieder Autor*innen, die Preisaktionen anpreisen. Gerade im englischsprachigen Bereich sind diese nicht wegzudenken.

Was sind genau Preisaktionen?

Eine Preisaktion ist, wenn man ein Buch in einem bestimmten Zeitraum vergünstigt oder umsonst anbietet. Diese Zeiträume können zur Veröffentlichung, zum Buchgeburtstag oder dem eigenen Geburtstag sein, Feiertage oder andere besondere Tage.

So könnten Weihnachtsgeschichten im Dezember günstiger angeboten werden. Oder Liebesromane Ende Januar bis zum 14. Februar, also dem Valentinstag. Damit sollen potenzielle Leser*innen angelockt werden, um das Buch zu kaufen.

Außerhalb dieser Zeiträume werden die Bücher dann eben zum normalen Preis angeboten. Damit verbinden viele die Hoffnung, wenn das Buch gut ankommt, dass sie durchaus geneigt sind, auch weitere Bücher zu kaufen.

Der Vorteil von Preisaktionen

Gerade, wenn man mehrere Bücher veröffentlicht hat, könnte eine Preisaktion ein Lockmittel sein. Man kauft sich ein Buch zu einem günstigeren Preis oder bezahlt nichts davon, liest es sich durch und ist dann (hoffentlich) so begeistert, dass man die anderen Bücher ebenfalls kauft. Zum normalen Preis.

Damit soll Aufmerksamkeit generiert werden. Gerade für unbekannte Autor*innen kann es häufig schwierig sein, gekauft zu werden. Denn trotz Leseprobe und eventuell vorhandener Rezensionen können sich einige sagen, die oder den kenne ich nicht, also wird die Person nicht gekauft.

Ein günstiger Preis könnte wie ein Lockmittel funktionieren. Man sieht Dich als neue*n Autor*in und sieht dann den Preis. Und dann ist man vielleicht eher geneigt, Dir eine Chance zu geben. Denn statt 4,99 Euro kostet Dein Buch vielleicht nur 1,99 Euro. Die Hemschwelle Dir eine Chance zu geben sinkt dadurch.

Der Nachteil von Preisaktionen

Den Teil, dass Du damit eventuell weniger verdienst, klammere ich aus. Das kannst Du Dir sicherlich denken. Gerade, wenn das Buch für 0 Euro angeboten wird.

Einen großen Nachteil sehe ich darin, dass die Leute nur auf Dich aufmerksam werden, wenn Du Preisaktionen startest. Außerhalb bist Du den Preisjäger*innen zu teuer. Also warten sie darauf, dass Deine Bücher günstiger angeboten werden und greifen erst dann zu.

Tatsächlich habe ich vor einigen Jahren eine*n Autor*in beobachtet, wie die Preise der Bücher immer wieder auf 0 Euro heruntergesetzt wurden. Zugegeben, ich habe mir irgendwann den Spaß erlaubt, die Bücher dann herunterzuladen. Einige Bücher konnte ich tatsächlich so “ergattern”. Hätte ich das weitergemacht, wer weiß, vielleicht hätte ich alle veröffentlichten Bücher bekommen, ohne auch nur 1 Cent zu bezahlen.

So etwas kann passieren, wenn man die eigenen Preisaktionen so ausarten. Und ich kann mir vorstellen, dass ich nicht die Einzige bin, die das gemacht hat.

Weiterhin kann das Gefühl eines Verlustes entstehen. Das habe ich mal im Rahmen eines Psychologiebeitrages erfahren. Wenn ich ein Buch für 2,99 Euro kaufe, dann ist das erst einmal in Ordnung für mich. Sollte ich aber erfahren, dass das Buch zuvor 1,99 Euro gekostet hat oder nach meinem Kauf der Preis reduziert wurde, fühle ich diesen Verlust. Immerhin hätte ich einen ganzen Euro sparen können.

Psycholog*innen können Dir das hier sicherlich besser erklären als ich. Daher werde ich keine Analyse starten, warum das so sein könnte. Aber Du kannst das an Dir selbst überprüfen. Wie würde es sich anfühlen, wenn das letzte Buch, dass Du gekauft hast, auf einmal günstiger werden würde. Da niemand Deine Antwort jemals erfahren wird, kannst Du ganz ehrlich sein.

Weiterhin kann es schwierig sein, wenn Du in einer Autor*innenvereinigung Mitglied bist. Eventuell könnte es sein, dass sie dort Preisaktionen nicht gut finden. Bestenfalls wirst Du dort nicht beworben. Vielleicht sind aber einige auch dafür, dass Du dann die Gruppe verlässt, wenn Du Preisaktionen planst.

Solltest Du also Mitglied in einer Autor*innenvereinigung sein und eine Preisaktion planen, erkundige Dich am besten vorher, inwiefern das dort möglich ist. Sicher ist hier definitiv sicher.

“Ich bin es mir wert”

Immer wieder fällt es mir auf, dass Autor*innen sich weigern, unter Wert zu verkaufen. Daher setzen sie für ihre Bücher Preise fest, die sie für realistisch halten. Und laden alle ein, fair zu kaufen.

Der Vorteil davon ist ganz klar, dass sie erklären, warum sie für ihre Bücher entsprechende Preise verlangen. Das ist transparent und viele neigen danach durchaus die entsprechenden Autor*innen zu unterstützen. Ein offener Umgang mit der Preispolitik kann durchaus positiv sein.

Eine mögliche Alternative

Erst einmal spricht nichts gegen Preiskationen. Damit kannst Du mögliche Lesende anlocken, damit sie Deine Bücher kaufen. Aber ich würde selbst das anders aufziehen.

Und zwar dauerhaft das eine oder andere Buch zu einem günstigeren Preis anbieten. Nehmen wir mein erstes Buch (dass hoffentlich dieses Jahr erscheint). Dieses würde ich um einiges günstiger anbieten, als alle nachfolgende Bücher. Und zwar dauerhaft.

Du könntest also Dein erstes Buch als ein Einstiegsbuch eben günstiger anbieten. Damit lockst Du die möglichen Lesenden, sodass sie sich dann auch für Deine anderen Bücher interessieren.

Wenn Du eine Reihe schreibst, dann könntest Du Band 1 dauerhaft entweder günstig oder eben kostenfrei anbieten. Das kannst Du auch als Lockmittel nutzen. Wenn ihnen Band 1 gefallen hat, werden sie auch die weiteren Bände kaufen, weil sie sehen wollen, wie es weitergeht. Auch hier würde ich überlegen, Band 1 dauerhaft zu diesem Preis anzubieten.

Da diese Preise dauerhaft angeboten werden, könntest Du auch dauerhaft die Leute locken. Also nicht nur zur Veröffentlichung Deines Buches, sondern eben auch danach, zu besonderen Tagen oder wann auch immer.

Deine Fanbase

Dauerhaft, als mögliche Lesende zu locken, ist, sich eine Fanbase aufzubauen. Diese werden Deine Bücher sofort kaufen, wenn es erschienen ist. Und sie werden Rezensionen für Dich schreiben, ohne dass Du sie vorher fragen musst.

Einige werden sogar Werbung für Dich machen, ohne dass Du sie darum bitten musst. Einfach, weil sie Dich unterstützen möchten. Und sie werden jeden Deiner Beiträge teilen, wenn Du was schreibst. Einfach, weil sie Dich und Deine Bücher mögen.

Daher ist es besser, wenn Du Dir Deine Fanbase aufbaust, damit sie Dich unterstützen können. Denn hierbei handelt es sich um eine Aktion, die dauerhafter wirken kann. Keine Preisaktion der Welt kann eine gute Fanbase aufwiegen.

Wann Du mit dem Aufbau Deiner Fanbase anfangen solltest? Eigentlich an dem Tag, an dem Du entschieden hast, einen Roman zu schreiben. Aber Du kannst heute, nachdem Du diesen Beitrag fertig gelesen hast, damit anfangen.

Abschlussgedanken

Preisaktionen können helfen. Gerade am Anfang Deiner Kariere. Das kann gut stimmen. Aber ich persönlich werde es eher mit fixen Preisen versuchen. Das erste Buch einer Reihe günstiger als die anderen. Und das erste Buch überhaupt ebenfalls günstiger.

Wichtiger ist auf alle Fälle, eine gute Fanbase zu haben. Wenn sie Dir zur Seite steht, dann wirst Du eher Erfolg haben, als wenn Du alle Deine Bücher verschenkst.

Beim Aufbau wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Podcast] Stella Delaney

Hei, hallo und herzlich willkommen,

möchtest Du ungewöhnliche Literatur lesen. Dann bist Du bei Stella Delaney an der richtigen Stelle. In diesem Beitrag findest Du Ihre Werke, nach und nach veröffentlicht.

Warnung: Auf ihre Geschichten sollte man sich intensiv einlassen.

Das Leuchten am Rande des Abgrunds von Stella Delaney

Linkempfehlung: Wenn Du mehr über ihr Buch “Das Leuchten am Rande des Abgrunds” erfahren möchtest, dann klicke HIER. Aber Achtung, könnte Spoiler enthalten.

  • Dateigröße: 1375 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 145 Seiten oder 176 Seiten
  • Verlag: epubli; Auflage: 6 (2. November 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B07K7SGJZJ
  • ISBN-10: 3746775892
  • ISBN-13: 978-3746775890

Es handelt sich hierbei um keine bezahlte Werbung. Das Urheberrecht des Covers liegt bei der*dem Ersteller*in. Der erste Satz wird als Zitat verwendet. Das Lied im Podcast hab ich legal von hier gekauft.

Viel Spaß beim hören.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Historische Fantasy

Historische Fantasy

Hei, hallo und herzlich willkommen,

viele, sehr viele Fantasybücher orientieren sich an das europäische Mittelalter. Daher erleben wir viele Zusammenhänge und Geschehnisse, die eher dort zu finden, als in den Kulturen des alten Ägyptens oder in China.

Daher denken viele, so wie es sich in einem Fantasyroman alles abspielt, müsste es auch im Mittelalter gewesen sein.

An dieser Stelle sei erwähnt, ich liebe die Geschichte, bin aber keine Expertin auf diesem Gebiet. Von daher spiegeln sich hier die Gedanken einer Hobbyhistorikerin wieder.

Was verstehe ich unter historischer Fantasy?

Unter historische Fantasy verstehe ich, dass eine real historische Umgebung genommen wird und diese mit Fantasyelementen bereichert wurde. Mit anderen Worten, hier muss durchaus intensiv recherchiert werden. In meinen Augen durchaus auf dem Niveau für einen historischen Roman.

Die Elemente der Recherche müssen dann harmonisch mit den Elementen der Fantasy verbunden werden. Ein Beispiel dafür sind die “Drachenreiter seiner Majestät” von Naomi Novik.

Das kann durchaus funktionieren. Man kann aber auch in einer reinen Fantasywelt historische Fakten aus unserer Welt einbinden. Das machen sehr viele Autor*innen. Daher muss ich sicherlich kein Beispiel nennen.

Das war aber im Mittelalter so!

Was mich aber manchmal irritiert, sind Aussagen wie, dass es damals nun einmal so war. Die Fantasy würde ein Abbild des Mittelalters zeigen. Und damit haben wir uns nun einmal abzufinden.

Das Problem ist, wir wissen nicht wirklich alles über das Mittelalter. Teilweise wissen wir noch nicht einmal, was vor einhundert Jahren genau geschehen ist. Wie sollen wir mit absoluter Sicherheit sagen, was vor 1.000 Jahren geschehen ist?

Zumal hier gerne das Mittelalter als eine Zeitzone gesehen wird. Doch es gibt das frühe Mittelalter, das Hochmittelalter und das Spätmittelalter. Zudem gibt es das Mittelalter nicht nur in Europa. So hab ich gelesen, dass historische Quellen auch in Indien, China und Japan eine Zeit als Mittelalter definieren.

Die verschiedenen Phasen kommen auch davon, dass sich das Wissen und die Weltsichten entsprechend geändert hat. So dass eine Einteilung überhaupt möglich ist.

Und die meisten Autor*innen sagen uns ja nicht, auf welche Zeitebene sie sich konzentrieren, wenn sie ihre Fantasygeschichte mit historischen Elementen schmücken. Da dürfte sicherlich keine saubere Antwort bei einigen kommen.

Zudem ist nicht alles gesichert, was sich damals wirklich gewesen ist. Immerhin gab es diese eine Wikingerin, mit unbestimmten Geschlecht, aber vermutlich nicht Cis-Männlich, die gebührend begraben wurde. Zudem scheint es überhaupt mehr kämpfende Wikingerinnen gegeben zu haben, als wir es uns vorstellen können.

Zudem stellen wir uns das Mittelalter als ziemlich weiß vor (von der Hautfarbe der Menschen aus gesehen). Das sieht Medieaval PoC jedoch anders und kann dies gut beweisen.

Wie können wir uns also überhaupt über etwas sicher sein?

Es gab keine Drachen, Elben und Orks

Ja, ich gestehe, ich fand die Geschichtsteile in denen die Drachen auchtauchten immer total spannend. Die Elben hingegen haben mich genervt. Gerade, wenn unser Elbenlehrer mich beim gähnen erwischt hatte. Und Orks? Ja Orks sind ein Thema für sich.

Okay, Spaß beiseite. Zumindest in meinem Geschichtsunterricht tauchten nie Geschichten über reale Drachen oder Elben auf. Noch nicht einmal in einem mythologischen Kontext. Von daher finde ich den Satz “So war es damals halt” noch einmal befremdlich.

Wenn es damals keine Drachen, Elben und sonstiges gab, warum kann man dann nicht die Fantasygeschichten entsprechend abändern? Warum kann man nicht eine Frau als Königin ernennen und sie mit einem Schwert kämpfen lassen? Unabhängig der Tatsache, dass es fechtende Frauen auch in unserer Geschichte gab.

Gerade dann, wenn sich die Geschichte in einer nicht realen Umgebung spielt, können wir tun und lassen was wir wollen. Es ist halt eine reine Fantasygeschichte. Natürlich darf sie sich gerne von realen historischen Umgebungen inspirieren lassen. Gleichzeitig darf sie sich aber auch davon abheben.

Befinden wir uns in einer real historischen Umgebung, kann ich diesen Satz bedingt verstehen. Eine Autorin für historische Liebesromane sagte mal, dass es in vielen historischen Abschnitten eben diese schwarzen Flecken gibt. Diese kann man dann ausfüllen. Es ist halt alles noch nicht wirklich gesichert.

Warum sollte man also mögliche Fakten, die eventuell nicht wirklich gesichert sind, als Grundlage benutzen? Warum sollte ich aber auch Fakten, die gesichert sind, zwangsläufig in einem reinen Fantasyroman als Grundlage benutzen?

Es gibt andere Möglichkeiten. Und die stehen Dir allesamt zur Verfügung. Du musst sie nur nutzen. Damit bleiben uns vielleicht die verschiedenen Ismen erspart, die man in vielen Geschichten leider lesen muss.

Eine mögliche Bearbeitung

Natürlich kannst Du gerne eine historische Zeit als Grundlage benutzen. Dafür kann die Geschichte da sein. Und letztendlich, das ist ein Teil der Fantasy.

Recherchiere gerne über diese Zeit und was Dir daran gefällt und was Du für Deinen Roman verwenden möchtest. Meine Empfehlung, setze Dir Grenzen. Denn über jede historische Epoche kann man ohne Weiteres Jahrzehnte recherchieren. Und Du möchtest sicherlich irgendwann Deinen Roman abschließen.

Dann überlege Dir genau, was Du übernehmen möchtest und was rausfliegen soll bzw. durch aktuellere Ansichten ersetzt werden könnte. Ein banales Beispiel: Im europäischen Mittelalter hatte die Kirche eine hohe Machtposition. Vielleicht möchtest Du das in Deinem Roman erst gar nicht erwähnen. Oder durch etwas anderes ersetzen.

Dann füge das alles zu Deiner Welt zusammen. Und schreibe dazu Deine Geschichte.

Abschlussgedanken

In einem Fantasyroman darfst Du so gut wie alles, was legal ist und passt. Warum sollte ich mich als Autorin dann davon einschränken lassen, weil etwas Mal gewesen sein könnte. Solange ich selbst keine historischen Romane oder historische Fantasy schreibe, kann ich alles entsprechend abändern.

Von daher, lass Dich von niemanden einschränken.

Viel Spaß dabei.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Dein richtiger Buchpreis

Dein richtiger Buchpreis

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im letzten Beitrag hatte ich Dich eingeladen, ein wenig über die Preise anderer Autor*innen zu recherchieren. In diesem Beitrag machen wir uns mal konkrete Gedanken über Deinen Buchpreis.

Natürlich geht es in diesem Beitrag nur um die, die Selfpublishing betreiben. Verlagsautor*innen dürften wenig bis gar keinen Einfluss auf den Buchpreis haben.

Kurze Vorgedanken

Der richtige Buchpreis bindet mehrere Gedanken. Zum einen, was bist Du Dir Wert. Gleichzeitig sollte der Preis Deine Kosten decken, die Du haben wirst. Und auch Lesende nicht abschrecken. Immerhin möchtest Du ja, dass sie am Ende Dein Werk kaufen, ohne Bauchschmerzen oder Grübeleien.

Harte Fakten

Distributoren sagen klar, wenn Du Dein Buch über uns anbietest, kostet es Dich nichts. Letztendlich tut es aber doch. Ein E-Book verschlingt zumindest Speicherplatz auf irgendwelchen Servern. Die wollen gepflegt werden, damit ich als Lesende jederzeit das Buch kaufen kann, ohne böse Überraschungen jeglicher Art.

Das gilt erst einmal auch für das Printbuch. Es lager irgendwo und wartet darauf, dass ich mich für das Buch entscheide. Sobald ich sage, ich kaufe es, wird es meistens gedruckt, verpackt und versandt. Das sorgt dann für weitere Kosten, eben Material- und Versandkosten.

Das solltest Du bedenken, wenn Du ein Buch anbietest. Bei einem E-Book fallen Material-, Druck- und Versandkosten weg. Aber eben nicht die Datenbankkosten. Würdest Du ein Buch zu günstig anbieten, machst Du schlichtweg Verlust. Und wer arbeitet schon für die roten Zahlen?

Du kannst Dir die verschiedenen Distributoren aufrufen und mit der Preisgestaltung spielen. Auch wenn Du keine fixen Daten hast, gib einfach die ein, die Deinem Werk am nächsten kommen. Und dann schau Dir mal, was Dir als Buchpreis empfohlen wird.

Du kannst auch mit dem Preis runtergehen, bis eine negative Marge entsteht. Die Distributoren wissen, was ein Printbuch mit Deinen Angaben kostet, wenn es gedruckt werden darf. Daher empfehlen sie Dir eine Mindestsumme, damit diese Kosten gedeckt sind.

Gerade hab ich den Test mit einem durchschnittlichen 300 Seitenbuch gemacht. Um einen minimalen Gewinn von einem Cent (also wirklich 0,01 EUR), müsste ich das Buch für 8,20 EUR anbieten. Je teurer ich das Buch dann anbieten würde, desto mehr würde für mich abfallen.

Würde ich aber das Buch für 7,99 EUR anbieten wollen, erfolgt eine Negativmarge. Inwiefern sich ein Distributor darauf einlassen würde, habe ich nicht getestet.

Mach Dir also bewusst, ein Printbuch verlangt immer ein Mindestpreis, damit es sich rentiert. Bei E-Books kannst Du stark mit dem Preis nach unten gehen. Häufig bieten Dir die Distributoren auch einen Gewinn an, selbst wenn Du das Buch nur für 0,99 EUR anbietest.

Deine Lesenden nicht verschrecken

Seit langem beschäftige ich mich mit E-Books. Besonders aus dem englischsprachigen Bereich. Denn dort gibt es häufig die Bücher, die ich suche und gerne lese. Egal ob Fiction oder Non-Fiction.

Dabei sind mir die individuellen Preisunterschiede aufgefallen. So gibt es Autor*innen, die für fünzfig Seiten durchaus ihre vier oder fünf Euros verlangen. Andere hingegen bieten Bücher mit einem Umfang von 300 Seiten und mehr für zwei oder drei Euros an (E-Books). Manchmal sitze ich dann schon da und überlege, wie die Autor*innen auf diese Preise kommen.

Aber das ist der Vorteil vom Selfpublishing, Du kannst die Preise so gestalten, wie es sich für Dich gut und wirtschaftlich vernünftig anfühlt. Trotzdem sitze ich als Lesende da, trotz dieses Wissens und muss schmunzeln. Eben, weil es diese Unterschiede geben kann.

Merke Dir eins: Es wird immer Lesende geben, die jeden noch so verrückten Preis bezahlen. Und, es wird immer Leute geben, die nur eine Summe X für Bücher ausgeben.

Tatsächlich gehöre ich zu den Leuten, die ein Buch kauft, wenn es mir zusagt. Sei es von der Geschichte her, oder von dem Sachbuchthema. Da kaufe ich in dem Monat eben mal ein Buch weniger, wenn ich mir sage, dass es sich lohnt.

Jedoch solltest Du Dir über kurz oder lang Gedanken zum Thema machen: Kannst und möchtest Du wirklich für ein 50 Seiten Buch 10 EUR verlangen? Die gibt es, daher empfehle ich Dir, Dich durchaus mit diesem Gedanken auseinanderzusetzen. Wenn für Dich ein klares Ja herauskommt, dann versuch es ruhig. Wichtig finde ich immer, sich darüber Gedanken zu machen und die Entscheidung bewusst zu treffen.

Eine mögliche Preisstrategie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um einen fixen Preis anzubieten, mit dem Du arbeiten kannst. Eine Möglichkeit ist die Wortzahl.

Eine Normseite hat circa 250 Wörter. Das ist kein genauer Wert, weil manche Wörter länger sind und dazwischen unzählige Füllwörter auftauchen. So schwankt die reale Wortzahl von Seite zu Seite. Aber wir bleiben einfach bei dem Wert 250 Wörter pro Seite. Damit lässt sich besser rechnen.

Und nehmen wir an, Dein Erstlingswerk hat 10.000 Wörter. Das macht bei 250 Wörter etwa 40 Seiten. Aber nur in der Printversion, die einen festen Buchsatz hat. Bei einem E-Book kann ich die Schriftart verändern. Also entweder vergrößern oder verkleinern. So könnte theoretisch das Buch auf 100 Seiten anwachsen oder auf 10 schrumpfen.

Früher war ich tatsächlich eine Verteidigerin der Seitenzahlen. Heute sehe ich das anders, insbesondere seit ich mehr E-Books lese. Da finde ich die Wortzahlvariante um einiges passender.

Das bedeutet, wenn Du diese Methode ebenfalls wählst, setzt Du Wortzahlbereiche fest. Sagen wir, bis 15.000 Wörter kosten Deine E-Books 0,99 EUR. Von 15.000 bis 35.000 Wörter kosten sie 1,99 EUR und so weiter.

Das sind natürlich nur Beispielbereiche und Beispielpreise, die Du wählen kannst. Wenn Grafiken hinzukommen, kann alles teurer werden. In erster Linie bei der Printversion. Aber wenn Du viele Grafiken oder Tabellen (besonders bei Sachbüchern interessant), könnte auch der Preis bei einigen Distributoren für Dein E-Book in die Höhe gehen.

Abschlussgedanken

Das Tolle beim Selfpublishing ist, Du kannst immer wieder nachbessern. Wenn Dir ein Preis nicht zusagt, kannst Du ihn jederzeit erhöhen oder senken (zum Them Buchbindungspreis kommen wir noch). Es ist natürlich immer gut, wenn die Preise fix bleiben. Aber Du musst Dir keine Sorgen machen, falls Du doch mal falsch kalkuliert hast.

Von daher, setz Dich doch heute noch mal hin und überlege, wie Du Dein Preissystem aufbauen möchtest. Ändern kannst Du es ja. Aber dann hast Du wenigstens etwas, was Du ändern kannst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Podcast] Sophie Grossalber – Blood and Guilt

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in diesem Beitrag stelle ich Dir die Anthologie “Blood and Guilt – Geschichten aus Dumornay” von Sophie Grossalber vor. Die Anthologie gibt es sowohl auf deutsch, als auch auf englisch.

Viel Spaß beim kennen lernen.

Blood & Guilt von Sophie Grossalber
  • Taschenbuch: 116 Seiten
  • Verlag: BoD – Books on Demand; Auflage: 1 (4. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 374814072X
  • ISBN-13: 978-3748140726

Es handelt sich hierbei um keine bezahlte Werbung. Das Urheberrecht des Covers liegt bei der*dem Ersteller*in. Die ersten Sätze werden als Zitate verwendet. Das Lied im Podcast hab ich legal von hier gekauft.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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