Sexismus: Schöne Frauen – Starke Männer

Hei, hallo und herzlich willkommen,

bei Romanen und besonders in Filmen ist dieses Bild zu oft zu sehen. Frauen sind in irgendeiner Art und Weise hübsch. Und selbst wenn sie nicht hübsch sind, sind sie hübsch.

Und Männer bringen die Muskeln mit. Alternativ beherrschen sie irgendwelche Kampftechniken oder was auch immer gerade gefordert wird.

Kurze Vorgedanken

Sagt Dir der Film “Mortal Engines – Krieg der Städte” (Roman von Philip Reeve) etwas? Die Geschichte werde ich nicht Spoilern, sondern nur die Heldin erwähnen.

Und zwar hat sie ein sehr vernarbtes Gesicht. So schlimm, dass sie ein Tuch übers Gesicht trägt. In diesem englischsprachigen Beitrag hat man ihr “wahres” Gesicht abgebildet, wie er im Roman vorkommt.

ACHTUNG: Der Link ist nichts für sensible Personen – Link zum Beitrag.

Das zeigt, dass selbst eine Frau mit einem entstellten Gesicht immer noch hübsch sein muss. Oder Wonder Woman (ich rede nicht vom Film selbst, sondern nur vom Körper der Schauspielerin). Man sollte meinen, dass eine Kriegerin, die etliche Jahre des Trainings hinter sich hat, doch ein paar Muskeln mehr hat. Hier leider eine Fehlanzeige.

Dann schauen wir uns das doch mal ein wenig genauer an.

Der Inhalt

Ursprünglich fiel mir dieses Klischee oft bei Robert Jordans „Das Rad der Zeit“ auf. Aber auch bei anderen Romanen oder eben Filmen und Serien. Und sehr häufig läuft es gleich ab.

Häufig werden die Figuren mit einfachsten Mitteln beschrieben. Die Frau ist atemberaubend schön und häufig zugleich dumm. Und der Mann hat so viele Muskeln, dass er schon fast gar nicht mehr laufen kann. Mit der Intelligenz sieht es bei ihm häufig besser aus, aber es kommt darauf an.

Aber überhaupt werden hübsche Menschen als hohl bzw. als dumm dargestellt. Als würde es sich automatisch ausschließen, dass schöne Menschen auch einen normalen IQ haben könnten. Gerade dann, wenn sie noch blond sind. Dabei gibt es eine Studie, die erklärt, dass Blondinen nicht dümmer sind, als Frauen mit anderen Haarfarben (auch wenn man diese Studie durchaus mit Vorsicht genießen sollte).

Aber überhaupt müssen Frauen hübsch sein. Dabei schweben den meisten Autor*innen immer noch die berühmten Maße 90*60*90 vor. Sogenannte Plus Size Models tauchen erst in den letzten Jahren auf. Wobei ich gestehen muss, dass einige dieser Plus Size Models nicht einmal annähernd diese Bezeichnung verdienen. Und in Filmen oder Bücher dürfen sie eher selten dick sein. Falls doch, dann versuchen sie verzweifelt abzunehmen.

Selbst wenn sie dick ist, ist sie immer noch hübsch (was auch immer am Ende unter dieser Definition fällt). Normal aussehende Menschen (also Menschen, die man nicht mit Models verwechseln könnte) findet man selten in Roman und noch weniger in Filmen.

Bei Männern hingegen sieht das ein wenig anders aus. Selbst wenn sie einen Waschbärbauch haben, sind sie immer noch süß. Zudem dürfen sie häufig nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechen.

Jedoch dürfen sie einiges auch nicht sein. Zu dick dürfen sie nicht sein, keine Halbglatze (eine ganze ist wieder herum in Ordnung) oder auch zu klein. In Komödien geht das noch durch. Dort kriegen sie sogar die superscharfe Braut. Aber in anderen Genres ist das ein No-Go.

Was mir beim schauen von Musikvideos mit Ausschnitten aus Computerspielen aufgefallen ist, ist der – sagen wir mal – ungewöhnliche Kleidungsstil. Frauen haben prinzipiell kaum etwas an. Aber ihre Schuhe bzw. Stiefel haben sehr hohe Absätze. Selbst im tiefsten Winter darf frau sehr, sehr wenig Kleidung anhaben (Achtung: Ironie).

Das Problem

Als ich mal vor Jahren ein Jugendbuch schreiben wollte, durfte meine Heldin auf keinen Fall hübsch sein. Intelligent ja, aber aufs Verrecken durfte sie nicht schön sein. Warum eigentlich nicht? Weil Schönheit und Intelligenz sich zwischenzeitlich in unserer Gesellschaft ausschließen.

Oder zumindest in den meisten Büchern.

Es kann nicht sein, dass jemand schön ist und dann auch noch was im Kopf hat. Damit wären diese Leute ja doppelt belohnt. Natürlich, ja, es gibt auch Leute, die wirklich schön sind und selbst eine Stulle mehr Intelligenz hat als sie. Das will ich nicht unter dem Tisch fallen lassen. Aber es gibt auch schöne Menschen, die eben auch was im Kopf haben.

Menschen werden hier in Rollen gedrängt, die viele nicht erfüllen können oder wollen. Sicherlich kennst Du die Bezeichnung Mannsweib. Das sind Frauen, die nicht dem weiblichen Schönheitsideal entsprechen. Sie irritieren, verstören einige sogar, wenn sie anders aussehen, als man es selbst gewohnt ist. Und leider ist es tatsächlich so, dass einige Menschen dann aggressiv werden. Entweder verbal, seltener auch körperlich.

Anstatt das Individuum zu feiern, werden diese ausgeschlossen, weil sie in keine Schablone passen. Und selbst wenn man sich immer und immer wieder sagt, dass jeder Mensch anders aussehen darf, fällt es genauso oft schwer, dass zu verinnerlichen. Gerade dann, wenn man selbst nicht der aktuell anerkannten Schablone entspricht.

Warum wird das geschrieben?

Vermutlich, weil es zwischenzeitlich einfach ein gängiges Klischee ist. Wir haben uns so dermaßen gewöhnt, dass die unscheinbare Maus eine Intelligenzbestie ist und nur darauf wartet, ihr Talent zu zeigen. Und die Schönheitskönigin oder der Frauenschwarm siegen vielleicht in der Schlacht, aber den Krieg verlieren sie. Eben, weil ihre Intelligenz zu wünschen übrig lässt. Aber nur so kann man sich ja ihrer Gemeinheit erwehren, weil sie die Schablone repräsentieren.

Ich könnte mir auch denken, dass viele gar nicht mehr darüber nachdenken. Wir schalten den Fernseher ein und sehen, wie schöne Menschen dumme Dinge tun, und sehen uns einfach in unseren Vorurteilen bestätigt. Und wenn sie mal was Intelligentes tun, nun, dann hatten sie mal Glück gehabt. Aber sobald sie wieder was Dummes tun, ist die vorherige Tat wieder vergessen.

Bei den meisten dürfte es wohl aber auch sein, dass es einfacher ist. Zwischenzeitlich entspricht es dem Klischee, wie die Menschen auszusehen zu haben. Wenn nicht, dann irritiert es uns. Einfach nur deswegen, weil wir es nicht gewohnt sind.

Das zeigt die Diskussion um “Mortal Engine” (siehe den Anfang). Selbst wenn es eine gute Vorlage gibt, wird diese abgewandelt, damit wir nicht geschockt sind.

Und da wir es nicht gewohnt sind, mit anderen Menschen zu arbeiten bzw. sie zu sehen, wollen wir sie nicht sehen. Zumindest viele von uns. Daraus entwickelt sich dann die Überzeugung, dass wir als Publikum solche Menschen nicht sehen wollen. Daher wird weiter der Druck erhöht und so weiter.

Wie Du es anders schreiben könntest

Du könntest Dir überlegen, keinen Wert auf das Äußere zu legen, sondern die Figuren einfach so beschreiben, wie sie sind. Hier ist natürlich Charakterarbeit notwendig. Es wäre durchaus eine Überlegung wert, dass Du die erste Fassung schreibst, ohne dabei die Figuren zu beschreiben. Und erst in der zweiten Fassung dies hinzufügst. Sofern Du es möchtest. Denn es gibt auch Romane, wo dieser Teil schlichtweg weggelassen wird.

Im ersten Schritt kümmerst Du Dich nur um den Charakter. Und erst im zweiten Schritt um das Optische. Im Internet kannst Du Dich dann inspirieren lassen, wie unterschiedlich die Menschen aussehen können. Oder auch bei historischen Personen. Schau Dir die Bilder an und dann erschaffe Deine eigenen Charaktere.

Abschlussgedanken

Es ist bei den meisten so, dass wir sehr visuelle Menschen sind. Das bedeutet, dass wir ziemlich viel mit den Augen aufnehmen und dann das verarbeiten. Und wenn wir immer ein paar Typen von Menschen sehen, empfinden wir sie als schön. Dagegen andere Menschen als hässlich.

Mir ist bewusst, dass die Änderung des Bildes dauern wird. Aber wenn wir nicht damit anfangen, kommen wir am Ende nie an.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Daten auf Deiner Visitenkarte

Hei, hallo und herzlich willkommen,

eine Visitenkarte ohne Daten, das bringt natürlich überhaupt nichts. Daher schauen wir uns heute an, was auf Deine Visitenkarte gehören können und, meiner Meinung nach, müssen.

Kurze Vorgedanken

Es gibt Daten, die gehören eindeutig auf eine Visitenkarte. Zugleich gibt es Daten, die würde ich niemals im Leben veröffentlichen. Und das auch aus guten Gründen. Zugleich ist es vielleicht gar keine gute Idee, wenn diese fehlen.

Daher möchte ich schauen, was rauf kommt. Und vielleicht lohnt es sich ja, zwei Karten zu erstellen?

Zwei verschiedene Karten?

Aufgrund der Tatsache, dass ich nicht alle Daten auf meine öffentliche Visistenkarte packen würde (darunter verstehe ich die Karte, die an alle gehen darf), könnte ich auf den Gedanken kommen, zwei anzuschaffen.

Eine dieser Karten könnte für eine Agentur, einem Verlag oder einem Distributor sein, mit denen man im Gespräch bleiben möchte. Immerhin könnte sich daraus auch eine Geschäftsbeziehung entwickeln.

In solchen Fällen könnte es sich lohnen, privatere Daten aufzuführen. So könnte die andere Seite mit Dir in Kontakt treten, um direkt mit Dir zu sprechen. Dazu zähle ich Deine Privatadresse und*oder Deine Telefon- bzw. Handynummer.

Hier kommt es definitiv darauf an, welche Daten Du veröffentlichen möchtest. Und mit wem Du planst in Kontakt zu treten.

Deine Daten

Schauen wir uns nun ein paar Punkte an, die auf Deine Visitenkarte auftauchen könnte. Dabei möchte ich vorneweg erwähnen, dass, was ich hier aufschreibe, sind nur Vorschläge. Schaue genau hin, was DU brauchst.

Kleiner Tipp: Sammele auf Messen oder Conventions ruhig ein paar Visitenkarten und schau sie Dir genau an. Was findest Du dort und was fehlt? Und vor allem, was gefällt Dir und was nicht? Dadurch kannst Du eine Menge lernen.

Bei der Auflistung werde ich noch darauf hinweisen, was ich selbst auf eine Fanvisitenkarte setzen würde und was auf eine Geschäftskarte. Denn nicht auf jeder Karte gehören alle Daten.

Der Name

Dein Autor*innenname ist quasi der Titel Deiner Visitenkarte. Der gehört definitiv darauf. Nur so ist die Person, die Deine Karte bekommen hat, überhaupt noch in der Lage, halbwegs zu zuordnen, zu welcher Person die Karte gehört.

Dabei kann man den Unterschied zwischen dem realen Namen und dem Pseudonym machen. Wenn Du unter einem Pseudonym veröffentlichst, würde ich diesen konsequent verwenden. Selbst dann, wenn es sich dabei um ein öffentliches Pseudonym handelt. Immerhin werden Dich die meisten mit dem Pseudonym in Verbindung bringen, da dieser auf den Covern Deiner Romane steht.

Selbst für mögliche Geschäftspartner*innen würde ich nur meinen Pseudonym wählen. Auch die werden mich wahrscheinlich darunter kennen. Sollte es zu am Ende zu einem Vertrag kommen, kommt der reale Name sowieso in die Papiere.

Den realen Namen würde ich persönlich nie auf meine Visitenkarte schreiben lassen. Wenn jemand den wissen will, kann mich gerne fragen.

  • Geschäftskarte
  • Fankarte

Eine E-Mail-Adresse

Egal welche Daten am Ende noch auf Deine Visitenkarte landet, Eine E-Mail-Adresse sollte immer dabei sein. Denn es ist meistens so, dass E-Mails so gut wie täglich abgerufen werden.

Ich kenne einige, die (Online-)Nachrichten (über Facebook, WhatsApp oder sogar SMS) nicht täglich anschauen oder ignorieren. Bei E-Mails scheint es jedoch häufig (nicht immer) anders zu sein. Daher lohnt es sich, wenn Du eine Adresse angibst. Und vor allem, dann auch regelmäßig das Postfach zu kontrollieren.

Bei einer offiziellen Karte würde ich auch eine halbwegs seriöse E-Mail-Adresse wählen. Also zum Beispiel info@frau-schreibseele.de (was tatsächlich meine E-Mail-Adresse ist). Und nicht zum Beispiel sweetlittledragonangel@anbieter.de.

Wenn Du Dich fragst, wer solch einen naiven Namen für eine E-Mail-Adresse wählen würde, antworte ich nur mit … hüstel (ich war damals noch sehr, sehr jung 😀 ).

Wenn Du keine eigene Domain hast, kannst Du auch bei einem Anbieter eine Adresse registrieren. Für den Anfang nimmst Du einfach Deinen Autor*innenname.

Natürlich kannst Du auch den Namen Deiner Reihe wählen. Aus einem einfachen Grund würde ich selbst das nie machen. In meinem Kopf schwirren mindestens drei mögliche Reihen. Welcher Reihe sollte ich jetzt auf meine Visitenkarte als Name wählen? Und vor allem, wenn ich diese Bücher parallel veröffentliche, müsste ich dann mehrere Karten drucken lassen?

Titel von einzelnen Büchern oder Namen von Buchreihen können kommen und gehen. Im Idealfall bleibt aber Dein Pseudonym Dir über die Jahre treu an Deiner Seite. Meine klare Empfehlung ist, dass Du eher Dein Pseudonym oder Deinen realen Namen als Mail-Adresse wählst. Das dürfte sich eher rechnen.

  • Geschäftskarte
  • Fankarte

Webadresse(n)

Wenn Du eine oder mehrere Webadressen hast, kannst Du diese auch auf Deiner Karte notieren. Meine Empfehlung ist, dass Du Deine Autor*innenseite nimmst und nicht Seiten für Deine Bücher oder Buchreihen (sofern Du welche hast).

Dadurch verhinderst Du, dass Deine Karte mit den ganzen Netzadressen überfüllst. Lock Deine möglichen Besucher*innen auf Deine Hauptseite. Und von dort kannst Du sie auf Deine Projektseiten lotsen. Vorausgesetzt natürlich, dass Du überhaupt welche pflegst.

Kleiner Tipp: Auch wenn Du Deine Seite über kostenfreie Anbieter hostest (was durchaus möglich und natürlich legitim ist), kann ich Dir nur eine professionelle Webadresse ans Herz legen. Also keine Name@anbieter.de (oder welche Kombinationen es auch immer geben mag), sondern www.frau-schreibseele.de. Damit hast Du eine weitaus besser merkbare und eintippbare Seite.

  • Geschäftskarte – Optional
  • Fankarte – Optional

Die Social-Media Kanäle

Facebook, Twitter, YouTube, MeWe oder welche Kanäle es noch gibt, könnten theoretisch auf Deine Visitenkarte landen.

Jetzt zähl mal auf, wie viele Kanäle Du hast und pflegst (das könnte unterschiedlich sein, da man sich überall registrieren kann, aber nicht zwangsläufig pflegt). Auf wie viele Kanäle kommst Du so?

Spontan kann ich sechs Kanäle aufzählen, die ich pflege. Und es gibt Weitere, die ich habe, aber mir gerade spontan nicht eingefallen sind. Würde ich diese alle auf meine Visitenkarte packen, wäre die ganz schön voll.

Daher würde ich das nicht mehr machen. Sondern diese ganzen Kanäle auf meiner Webseite einpflegen und dann die möglichen Besuchenden auf meine Seite locken. Und dort sehen sie dann, wo man mich noch so finden kann.

Zukünftig möchte ich es so handhaben, dass meine Webseite die zentrale Anlaufstelle ist. Von dort geht dann alles ab. Meine Social-Media Kanäle, meine Buchseiten oder Buchinformationen. Oder wie ich das alles aufbauen werde.

Stell Dir das wie ein Hauptbahnhof vor. Das ist Deine Autor*innenseite. Und jeder Gleis führt dann zu den verschiedenen Unterseiten. Daher ist meine klare Empfehlung, sorg für einen gut funktionierenden Hauptbahnhof. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Leute auch Deine Seite aufrufen, um zu sehen, wo sie Dich noch finden können.

  • Geschäftskarte – weniger bis gar nicht
  • Fankarte – weniger bis gar nicht

Die letzte veröffentliche Geschichte

Theoretisch könntest Du Deinen letzten Roman auf Deine Visitenkarte schreiben (lassen). Damit machst Du immerhin Werbung für Dich und Deine Arbeit.

Aber aus einem guten Grund habe ich das bisher auf keine Visitenkarte gefunden. Wenn Du im Selfpublishing veröffentlichst, könntest Du theoretisch alle paar Monate einen Roman publizieren. Damit wären Deine Visitenkarten schneller veraltet, als Du diese gedruckt hast.

Meine Empfehlung, ich würde Dir davon abraten. Ohne Buchtitel haben Deine Karten eine längere Aktualität.

  • Geschäftskarte – keine Empfehlung
  • Fankarte – keine Empfehlung

Eine Telefon- bzw. Handynummer

Bis auf einige Ausnahmen, dürfte wohl so gut wie jeder Mensch in Europa ein Handy oder einen Telefonanschluss besitzen. So kommt man schneller in Kontakt mit den Menschen, als wenn man ihnen eine E-Mail schreibt. Denn gerade bei Handys kann man davon ausgehen, dass die Menschen das Gerät immer in der Nähe hat und durchaus schnell auf einen Anruf reagiert.

Ein Beispiel soll Dir zeigen, warum ich selbst niemals meine Rufnummer auf eine Fankarte schreiben würde:

In meiner Internetanfangszeit hatte ich mal ein Treffen mit einigen Personen organisiert. Um uns zu erreichen (falls wir uns am Treffpunkt verpassen), hatten wir die Handynummern ausgetauscht. Das Treffen fand statt, war nett, alles in Ordnung.

Einige Wochen später fing dann jemand an, mich immer und immer wieder anzurufen. Jedes Mal, wenn ich rangegangen bin, legte die Person auf. Irgendwann war ich nervlich ziemlich fertig. Und leider war die Nummer unterdrückt, sodass ich auch nicht zurückrufen konnte.

Irgendwann fiel mir das Treffen ein (ich hatte hier erst einmal nicht den Zusammenhang erkannt, frag mich bitte nicht wieso) und ahnte schon, wer dahinter stecken könnte. Daraufhin schrieb ich eine Person an, von der ich ausging, dass diese dahinter stecken könnte.

Auf meine freundliche, aber doch sehr bestimmende E-Mail kam nur als Antwort, dass die besagte Person mit der Freundin sprechen würde. Denn diese habe die Nummer heimlich aus dem Handy geklaut (nun ja, tun wir mal so, als würden wir es glauben). In dem Fall hörten die Anrufe aber auf.

Was ich Dir damit erklären möchte, ist, dass Du nie weißt, wer Deine Nummer bekommt. Es können die nettesten Menschen auf der Welt sein. Oder Leute, die sich einen Spaß daraus machen, Dich zu ärgern. Von Stalker*innen möchte ich noch nicht einmal sprechen.

In meinem Fall konnte ich nachvollziehen, wer es war und dem ganzen ein Ende bereiten. Wenn Du aber gar keine Möglichkeit hast herauszufinden, wer Dich ärgern möchte, kannst Du nur die Handynummer wechseln, um das Ganze zu beenden. Daher würde ich auf Fankarten niemals meine Handynummer verwenden. Die Festnetznummer sogar noch weniger.

Auf Geschäftskarten sehe ich das ein wenig anders. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Dich Agenturen, Verlage oder Distributoren ärgern wollen, halte ich für geringer. In diesem Fall gehe ich davon aus, dass sie Dich zu vernünftigen Zeiten anrufen und nur dann, wenn ihr das auch aktiv besprochen habt. Und wenn es zu keiner geschäftlichen Beziehung kommt, werden sie Dich wohl weniger nerven und permanent anrufen.

Natürlich könnte es passieren. Aber die Wahrscheinlichkeit sehe ich in einem sehr, sehr, sehr niedrigen Prozentbereich.

  • Geschäftskarte – Optional
  • Fankarte – kann ich nicht empfehlen

Die Adresse

Egal ob Du Deine reale Hausadresse oder die Adresse eines Impressumsdienstes angibst, ich würde das selbst niemals machen. Und das definitiv nicht auf der Fankarte.

Auf einer Geschäftskarte könnte durchaus Deine Adresse stehen. Stellt sich mir nur die Frage, warum? Zum einen muss auf Deiner Internetseite ein Impressum stehen. Deine Geschäftspartner*innen können sich notfalls von dort die Informationen holen. Und wenn ihr ins Geschäft kommt, kannst Du Deine Daten auch direkt mitteilen, damit ein Vertrag aufgesetzt werden kann.

Und warum sollten sich deine Fans für Deine private Adresse interessieren? Aller Wahrscheinlichkeit werden sie sich eher für Deinen Auftritt im Internet interessieren. Und dafür kannst Du ihnen eine schöne Plattform bieten (eben Deine Webseite).

Daher sehe ich keinen Sinn, außer das Deine Visitenkarte voller wird, Deine Adresse anzugeben. Aus diesem Grund würde ich das machen. Zumal es Dich vor irgendwelche Chaot*innen auch schützt.

  • Geschäftskarte – sehe ich keinen Sinn
  • Fankarte – würde ich nicht machen

Abschlussgedanken

Wie Du siehst, es gibt Daten, die meiner Meinung nach, auf Deine Visitenkarten gehören. Wobei es nur zwei sind, die ich als Pflicht ansehe. Das ist ein Name und eine E-Mail-Adresse. Der ganze Rest ist eher optional.

Schnapp Dir jetzt ein Blatt Papier und überlege, was Du gerne angeben möchtest und was Du nicht brauchst. Und dann kreiere Deine persönliche Visitenkarte.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

P.S. Das Design der Rückseite meiner Visitenkarte stammt von Anna Kleve. Vielen Dank Dir noch einmal.

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Sexismus: Die Komaohrfeige

Hei, hallo und herzlich willkommen,

am 08. April 2016 habe ich auf meinem alten Blog einen ersten Beitrag zum Thema “Sexistische Elemente für Deine Geschichte – Teil 1” veröffentlicht. Damals fing ich an, mehrere Themen in einem Beitrag zu sammeln.

Wie die Überschrift schon ahnen lässt, ging es mir damals, diverse sexistische Themen aufzugreifen und darüber zu schreiben. Und vor allem zu zeigen, wie man sie eben nicht verwendet bzw. mit Alternativen.

Da ich die Beiträge weiterhin für wichtig halte, hole ich diese nach und nach heraus und überarbeite sie. Das bedeutet, dass die nächsten Wochen am Sonntag alle meine alten Beiträge zu dieser Thematik kommen.

Wenn Du noch weitere sexistische Themen kennst, freue ich mich über Deinen Kommentar. Darüber werde ich dann recherchieren und gerne einen Beitrag dazu verfassen.

Vielen Dank schon einmal.

Kurze Vorgedanken

In diesem Beitrag möchte ich über etwas schreiben, was ich selbst “Die Komaohrfeige” nenne. Ob es dafür eine bessere*offiziellere Bezeichnung gibt, bisher konnte ich es nicht in Erfahrung bringen. Daher bleibe ich weiterhin bei dieser Bezeichnung.

Das erste Mal wurde ich mir bewusst, dass da etwas nicht stimmte, als ich einen Film aus China sah. Ihn verprügelte man mit dem halben Mobiliar und er konnte immer noch stehen. Ihr gab man eine Ohrfeige und sie war sofort außer Gefecht.

Daher schauen wir uns diese Komaohrfeige doch etwas genauer an.

Die Komaohrfeige

Der Inhalt

Sicherlich hast Du dieses Klischee schon das eine oder andere Mal im Fernsehen gesehen. Dieses Klischee richtet sich eindeutig gegen alle Geschlechter.

Meistens kommt die Komaohrfeige in einem Kampf zu tragen. Ein Gegner oder eine Gruppe von Gegnern trifft auf eine Frau und einen Mann (wobei es durchaus auch andere Paarungen geben kann, aber aus Einfachheit bleibe ich mal dabei). Der Bösewicht muss bei dem Mann alle Register ziehen, zu denen er in der Lage ist. Dazu zählen unter anderem durch Wände schleudern, ihm einen Toaster auf dem Kopf zerschlagen, ein Stuhl zur Hilfe nehmen und aus dem Fenster werfen. Doch dieser kann immer noch aufstehen und dem Gegner einem ordentlichen Kinnhaken geben, um diesen auszuschalten.

Trifft der Gegner auf die Frau, dann reicht häufig eine ordentliche Ohrfeige und sie ist mindestens für drei Wochen im Koma. Nun gut, zwischenzeitlich darf es auch ein Kinnhaken sein. Vielleicht auch zwei.

Auf alle Fälle ist zwischen den Aktivitäten bei beiden Personen ein enormer Unterschied zu sehen. Alles, was als feminin oder weiblich eingestuft wird, kann man sehr schnell überwinden. Hingegen sind die Personen, die als männlich betrachtet werden, schwerer zu überwinden (das gilt dann auch für die sogenannten Mannsweiber).

Das Problem

Das Problem an der Komaohrfeige ist, dass es gegenüber beiden Geschlechtern unfair ist. Auch wenn die obige Beschreibung natürlich übertrieben ist, so habe ich eine abgeschwächte Version davon bei „Spectre“ (James Bond) gesehen. Nur das es hier die Holzwände eines Zuges als Mittel der Überwältigung benutzt wurde.

Wenn wir dieses Bild immer und immer wieder aufwärmen, da kann man doch nur ein falsches Bild von dem starken Mann zeigen. Egal wie der Gegner mit ihm umspringt, er hat aufzustehen und ihn doch noch in den Hintern zu treten, weil es die Filmhelden ja auch schaffen. Nur das die realen Männer eben keine Filmhelden sind. Sie sind Menschen. Und auch denen kann eine Ohrfeige ordentlich wehtun.

Und zugleich sind nicht alle Frauen schwache, hilflose Wesen, die man nur schräg angucken muss und sie fallen ins Koma. Wenn das so wäre, dann sähe die Gegenwart definitiv anders aus. Und die Weltgeschichte ebenfalls. Frauen sind physisch nicht genauso stark wie ein Mann. Das ist ein biologischer Fakt (zumindest für unsere Welt, in einer Fantasywelt könnte das natürlich völlig anders aussehen). Darüber diskutiere ich nicht. Aber das bedeutet nicht, dass sie deswegen schwach sind.

Anders sieht es aber dann aus, wenn die Frau maskuliner auftritt. Als Beispiel nehme ich mal den Charakter Lara Croft. Wenn sie auf die Antagonist*innen trifft, dann reicht es nicht aus, ihr eine Ohrfeige zu geben, um sie auszuschalten. Denn sie tritt als starker, wie ich finde, maskuliner Charakter auf. Und als solche muss sie natürlich mehr wegstecken können. Immerhin spielt sie in der Liga der Männer mit.

Warum wird das geschrieben?

Ich glaube, dass es aus den Zeiten stammt, wo Frauen wirklich noch als das schwache Geschlecht galten. Also in den Anfängen der Filmindustrie. Da galt ein Mann noch was und musste natürlich seine zukünftige Ehefrau und die Mutter seiner Kinder beschützen. Das stilisierte den Mann als Helden des Alltages und die Frau als schützenswertes Daueropfer.

Zwischenzeitlich hat sich die Sicht auf die Geschlechter doch ein wenig geändert. Der Mann kann gerne eine Frau beschützen. Dagegen sagt niemand etwas. Aber eine Frau kann auch gerne einen Mann beschützen (und sämtliche Mischungen, die es noch so geben kann). Warum letztendlich nicht?

Interessanterweise ist es aber so, dass Frauen durchaus auch Männer ohrfeigen dürfen und sie darunter leiden – in Komödien. Manchmal geht es sogar so weit, dass Männer schon fast gefoltert werden, nur damit es angeblich witzig wird. Hier zeigt sich dann häufig wieder dieses gewisse feminine Verhalten. Er ist kein richtiger Mann (was auch immer das wirklich ist), also kann er aus Spaß misshandelt werden (Achtung, das ist NICHT meine Meinung, sondern solche Filme suggerieren diese Meinung).

Wie Du es anders schreiben könntest

Jetzt würde ich lügen, wenn ich Dir jetzt versuchen würde zu erklären, wie das Ganze medizinisch korrekt abläuft. Also, wie stark ein Schlag sein müsste, damit ein Mensch (egal welches Geschlecht sie haben) ohnmächtig wird.

Natürlich dürfen Deine Figuren auch den einen oder anderen Schlag abbekommen. Aber versuche es durchaus realistisch zu gestalten. Notfalls erkundige Dich im Internet oder bei richtigen Ärztinnen oder Ärzten, wie stark man eben zuschlagen müsste, um jemanden k.o. zu schlagen.

Kleiner Tipp an dieser Stelle, sag am besten vorher, dass es für Deine Romanrecherche ist und Du nicht vorhast, wirklich jemanden zu verprügeln. Sicher ist sicher.

In der Serie „Agents of S.H.I.E.L.D“ ist die Agentin Melinda May eine durchaus geübte Kämpferin. In der folgenden Szene siehst Du, wie sie gegen Giyera kämpft. Es geht für beide ziemlich hart zur Sache und trotzdem fällt sie nach einem wirklich ordentlichen Tritt nicht gleich ins Koma. Ja, sie trägt Verletzungen davon. Aber sie steht auf und kann weitermachen.

Natürlich zeigt es hier, dass May durchaus maskulin auftritt. Mein Vorschlag für Deine Charaktere ist, zeig sie menschlich. Dann spielt das Geschlecht keine Rolle.

Alternativ könntest Du, sofern Dein Plot es hergibt, die Ohrfeige komplett auslassen. Wie könnte sich dann Deine Geschichte entwickeln?

Abschlussgedanken

Es mag einigen vielleicht übertrieben vorkommen, dass so viel Wind um eine kleine Ohrfeige gemacht wird. Aber schau Dir mal ältere Filme an. Also mindestens aus den achtzigern oder noch früher. Du wirst sehen, dass sie dort immer noch eine entscheidende Rolle spielt.

Oder schau Dir die Rolle der Männer in diversen Komödien an (Du kannst die entsprechenden Filme an den Plakaten erkennen, mit denen Werbung gemacht wurde). Auch da hat die Ohrfeige (bzw. die Gewalt überhaupt) eine Rolle, derer man sich meiner Meinung nach nicht bedienen sollte.

Auf alle Fälle wünsche ich Dir einen tollen Plot ohne dieses Klischee.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Marketing: Warum Visitenkarten lohnen können

Marketing: Warum Visitenkarten lohnen können

Hei, hallo und herzlich willkommen,

egal wie technisch organisiert man ist, wie viele Onlinekanäle man führt, irgendwie gehört es für einige (unter anderem auch für mich) dazu, eine Visitenkarte zu haben.

Als ich vor einiger Zeit davor stand, meine ersten Visitenkarten zu gestalten, war ich tatsächlich ein wenig überfordert. Was könnte rauf und vor allem, wie kriege ich die Daten auf ein Bild, um das drucken zu lassen.

Doch warum solltest Du Dir überhaupt eine Visitenkarte anschaffen? Ist das nicht doch Geldverschwendung? Sind nicht Lesezeichen um einiges cooler?

Kurze Vorgedanken

In der Geschäftswelt sind Visitenkarten sicherlich immer noch wichtig. Und als Autor*in bist Du auch ein Teil eines Geschäftslebens. So knüpfst Du (hoffentlich) Kontakte zu Blogger*innen, Lesenden und (sofern Du möchtest) auch Verlagen oder Agenturen.

Aus diesem Grund kann es sich durchaus lohnen, wenn Du zumindest darüber nachdenkst, Dir Visitenkarten anzuschaffen. Und darum dreht sich der heutige Beitrag.

Was sind Visitenkarten genau?

Vermutlich muss ich nicht wirklich erklären, was Visitenkarten sind. Daher mache ich es hier nur kurz, um den Beitrag vollständig zu halten.

Visitenkarten sind Kontaktkarten. Auf diesen Kärtchen findet man alle wichtigen Daten, um mit der Person, welche diese verteilt hat, in Kontakt zu treten. Man erfährt, wer sie ist, bei welchem Unternehmen sie angestellt ist und welcher Beruf ausgeübt wird, sowie die wichtigen Kontaktdaten. Damit meine ich Telefon, E-Mail-Adresse, Faxnummer und was auch immer man mitteilen möchte.

Bei konservativen Unternehmen wirst Du aller Wahrscheinlichkeit eher die klassischen Angaben finden. Also Telefon, Faxnummer und E-Mail-Adresse. Bei Unternehmen, die sehr viel Wert auf ihre Onlinekanäle legen, könnte es noch sein, dass Du dort Informationen zur Facebookseite, Instagramkanal oder dem Twitteraccount findest.

Dank dieser Angaben, kann die Person, welche die Karte bekommen hat, mit der anderen Person in Kontakt treten. Entweder auf den Kanälen folgen oder einfach mal anrufen bzw. eine E-Mail schreiben.

Wofür brauchst DU eine Visitenkarte?

Es gibt tatsächlich verschiedene Gründe dafür, warum Du eine Visitenkarte gebrauchen könntest. Davon sind einige geschäftlicher Natur, andere hingegen persönlicher. Schauen wir uns einige mögliche Punkte genauer an.

Für Verlage bzw. Agenturen

Das ist für Autor*innen interessant, die nicht im Selfpublishing veröffentlichen möchten. Oder die zwar dort veröffentlichen, aber doch ins Verlagwesen möchten.

Wenn Du auf Messen oder Conventions gehst, dann kann es passieren, dass Du mit Vertreter*innen eines Verlages und*oder Angentur in Kontakt trittst. Man kommt ins Gespräch und dann heißt es, schreib mir doch mal eine E-Mail.

Jetzt könntest Du natürlich Dein Notizbuch nehmen und die Mail-Adresse aufschreiben. Alternativ kannst Du eben nach der Visitenkarte der Person fragen. Oder eben Deine geben (je nach Situation). Das geht schneller und häufig bleibt das Geschehen besser in Erinnerung.

Gegebenenfalls kannst Du auf der Rückseite noch Notizen schreiben, um die Karte zum Gespräch zu zuordnen. Auf alle Fälle hast Du entweder eine Karte bekommen oder eine gegeben, um in Kontakt zu bleiben.

Blogger*innen

Im Grunde genommen könnte ich fast den Text zu den Verlagen und Agenturen hier kopieren. Du triffst ein*e Blogger*in und ihr wollt eine gemeinsame Aktion starten. Klar, da sollte man in Kontakt bleiben.

Hier kannst Du gleichzeitig aber auch sehen, wie viele Follower*innen die*der Blogger*in hat. Sofern die Kanäle auf der Karte zu finden sind. Damit kannst Du schon im Vorfeld schauen, wie die*der Blogger*in arbeitet und was für Aktionen sie*er bisher schon durchgeführt hat.

Dich bei anderen in Erinnerung halten

Du hast jemanden getroffen die*der sich für Deine Bücher interessiert? Aber sie*er kann gerade keines kaufen? Dann halt Dich in Erinnerung, mit einer Visistenkarte.

Dort sollte idealerweise auch die Adresse zu Deiner Webseite stehen, sodass Du online gefunden werden kannst. Damit bietest Du der lesenden Person die Möglichkeit an, Deine Bücher zu finden und neue zu entdecken (je nachdem, wie viele Du bisher geschrieben hast und was noch dazu kommt).

Ego streicheln

Seien wir doch mal ganz ehrlich. Allein schon der Gedanke eine Visitenkarte zu haben, ist doch irgendwie genial. Als ich meine Ersten bestellt habe, fühlte ich mich schon richtig gut. Dann durfte ich diese einige Tage später in den Händen halten und es war einfach nur genial.

Selbst wenn Du noch kein Buch veröffentlicht hast, kannst Du Dir ruhig Deine Visitenkarte gönnen. Das puscht weitaus mehr, als man es sich vorstellen mag. Jetzt möchte ich unbedingt das Buch zur Visitenkarte quasi schreiben.

Kurz geschrieben: Es darf, kann und soll ruhig Dein Ego streicheln. Damit kannst Du für den Kick sorgen, um Deine Geschichte zu schreiben, zu Ende zu schreiben, zu überarbeiten und zu veröffentlichen. Da lohnen sich in meinen Augen alle Kosten dafür.

Visitenkarten vs. Lesezeichen

Jetzt könntest Du vielleicht sagen, dass Du mit einem Lesezeichen doch beides vereinigen kannst: Deine Visitenkarten und eben Werbung für Dein Buch.

Per se kann das tatsächlich eine gute Idee sein. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die meisten Büchermenschen auch Bücher lesen (also Verlagsmenschen, Agenturmenschen, Blogmenschen und so weiter). Wenn sie also Dein Lesezeichen in ihr aktuelles Buch stecken, dann werden sie eher an Dich erinnert, als an eine Visistenkarte.

Gleichzeitig fällst Du erst einmal aus den Rahmen. Die meisten Visitenkarten haben eine gewisse Form. Das sind die kleinen Kärtchen, die durchaus auf die Handfläche passen. Dieses Bild hat sich bei den Meisten eingeprägt.

Allein, wenn Du eine andere Größe wählst, fällst Du auf. Und ein Lesezeichen erst recht.

Meine Empfehlung ist, dass Du nicht zu viel auf ein Lesezeichen packst. Entweder Du wirbst für Dich als Autor*in, oder für Dein aktuelles Buch. Beides auf ein Medium, schlimmstenfalls kann das zu viel werden.

Wenn wir die Visitenkarte gestalten, schauen wir uns dieses Thema noch einmal genauer an. Aktuell empfehle ich Dir, Du entscheidest Dich für die Werbung für Dich oder für Dein Buch.

Für die Tonne drucken?

Fakt ist, nicht alle Visitenkarten, die Du ausgibst, werden am Ende ihren Zweck erfüllen. Einige davon landen über kurz oder lang im Papiereimer. Wie die Zahlen tatsächlich sind, kann ich nicht sagen. Aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dürfte das durchaus im zweistelligen Prozentbereich sein.

Seien wir mal ehrlich, wie oft siehst Du Dir die Visitenkarten an, wenn Du welche bekommst. Einige werden es sicherlich sein, andere hingegen nicht. Somit dürfte das mit Deinen Visitenkarten auch nicht anders aussehen.

Das Schreibe ich nicht, damit Du am Ende keine Visitenkarten druckst. Sondern einfach, um Dich darauf vorzubereiten. Natürlich gönne ich Dir, dass Deine Karten zu einhundert Prozent verwendet werden. Aber ich befürchte, die Realität sieht anders aus.

Trotzdem kann ich Dir nur empfehlen, sehr viel Liebe und Energie in die Produktion Deiner Karten zu stecken. Und zwar aus einem einfachen Grund: Je einmaliger sie aussehen, desto eher wird man sie anschauen. Das schauen wir uns aber in einem späteren Beitrag genauer an.

Abschlussgedanken

Visitenkarten haben ihre Vorteile. Und sei es am Ende nur, dass sie Dein Ego streicheln. Das ist durchaus legitim, wie ich persönlich finde. Aber spätestens um Kontakte zu knüpfen können sie Dich dabei unterstützen.

Daher empfehle ich Dir, darüber nachzudenken, ob Du nicht Deine eigenen Karten erstellen möchtest.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Hits: 88

Buch oder E-Book: Veröffentlichungsarten

Buch oder E-Book: Veröffentlichungsarten

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn man dem Internet glauben kann, dann besteht unter den Leserinnen und Lesern, bedingt aber auch unter den Verlagen, zwei Lager. Einmal die, welche die Bücher lieben und damit die E-Books ablehnen. Und dann die andere Seite, welche sich lieber auf die E-Books stürzen und die Bücher aus dem Haushalt verbannen. Daher möchte ich heute mal den einen oder anderen Gedanken dazu niederschreiben.

Natürlich ist es vor allem interessant, wie sich das auf Deine Veröffentlichungsart auswirken könnte.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 23. September 2016 auf meinem alten Blog. Das ist nun eine aktualisierte Version davon.

Kurze Vorgedanken

Was ein Buch (Print) bzw. ein E-Book ist, werde ich nicht erklären. Ich gehe davon aus, dass Du die beiden Medien kennst und damit auch den Unterschied. Daher möchte ich auf die Vor- und Nachteile eingehen. Und dann, warum Du als Autorin bzw. als Autorin Dich mit beiden auseinandersetzen solltest. Es soll ein Plädoyer dafür sein, beide Medien niemals aus den Augen zu verlieren.

Deine Entscheidung – Beides ist gut

Egal ob Du Bücher kaufst oder diese veröffentlichen möchtest, Du hast heute die Wahl zwischen einem normalen Buch (also der Printversion) und dem E-Book. Beim Letzteren ist es nur notwendig zu wissen, in welchem Format Du das Buch brauchst. Denn nicht jeder Reader ist in der Lage alle Dateien zu lesen. Und einige Reader haben sogar ein eigenes Format.

Es gibt aber legale Portale, die werden im Bezug auf die E-Books um einiges häufiger aufgerufen, als die Konkurrenz. Und bei hartem DRM (also der Schutz, dass das E-Book nicht kopiert wird) kann es passieren, dass man das E-Book nur auf einem einzigen Reader lesen kann.

Fehlt aber das harte DRM, dann kannst Du das E-Book entsprechend formatieren und auf andere Reader lesen. Und zwischenzeitlich verzichten die meisten Autorinnen und Autoren auf das harte DRM, bzw. überhaupt auf jegliche Art von Schutz. Denn sie wissen eines, ihre Bücher können jederzeit geknackt werden (von den Piratinnen und Piraten), wenn sich die Leute anstrengen. Und die ehrlichen Käuferinnen und Käufer werden mit dieser Methode nur bestraft.

Du als Käuferin bzw. Käufer kannst Du zwischen dem E-Book und Buch beim Kauf entscheiden, wenn Du einen entsprechenden Reader zur Verfügung hast. Bücher kannst Du natürlich jederzeit kaufen. Beim Veröffentlichen Deiner Bücher solltest Du Dir überlegen, immer auf beides zu setzen. Warum, das möchte ich Dir weiter unten erklären.

Die Vor- und Nachteile beider Medien

Die Vorteile des Printbuches

Das Buch hat einen Vertrauensvorteil, da es seit einigen Jahrhunderten schon existiert und wir damit auch groß geworden sind. Ich selbst habe mit einem Hardcoverbuch lesen und schreiben gelernt. Und ich behaupte jetzt, dass die meisten Leserinnen und Leser dieses Blogs das gleiche gemacht haben. Sagt Dir das Wort „Fibel“ noch etwas?

Zudem hast Du etwas Materielles in der Hand. Wenn Du in einem Buchladen gehst oder die Bücher online kaufst, dann bekommst Du ein Gegenstand in die Hand, mit dem Du aus dem Laden gehen kannst oder aus dem Paket auspackt. Da wir damit größtenteils groß geworden sind, ist bei einigen das eine gewisse Form der Beruhigung. Für mein Geld kriege ich etwas.

Weiterhin finde ich es immer ein schönes Gefühl, wenn ich sehe, wie die linke Seite des Buches zunimmt, wenn man die Seiten durchgelesen hat. Und die rechte Seite nimmt immer mehr und mehr dabei ab. Immer wenn ich aufhöre zu lesen (weil ich aus der Bahn zum Beispiel raus muss), dann schaue ich schon gerne, wo mein Lesezeichen ist und wie weit ich schon gekommen bin.

Und Du kannst immer lesen. Ein Buch hat kein Akku und kann daher nie ausgehen. Solange es halbwegs hell genug ist, kannst Du also immer lesen.

Die Nachteile des Buches

Du musst ein Medium immer mitnehmen. Egal ob das Buch dünn oder dick ist, Du musst es immer mitnehmen und letztendlich Platz in Deinem Rucksack oder Tasche haben, um es zu tragen. Gerade, wenn Du viel dabei hast, kann das am Ende ein wenig schwer werden.

Weiterhin kann es durchaus nervig sein, wenn man glaubt, dass das Buch noch über den Tag reicht und man es doch schneller ausgelesen hat. Mir ist das schon einige Male passiert, dass ich den ganzen Tag ein ausgelesenes Buch tragen musste. Oder, wenn ich gar nicht zum Lesen komme, dann muss ich trotzdem das manchmal schwere Buch mitnehmen.

Und auf Reisen kann es durchaus schwer sein, sich zu entscheiden, welches Buch man mitnimmt. Zumal sich die Frage stellt, ob man überhaupt so viel Gepäck mitnehmen kann und am Ende überhaupt zum Lesen kommt.

Wenn man da Buch ausgelesen hat und man sich definitiv sicher ist, dass man das Buch nie wieder lesen wird, hat man es im Regal. Und ich selbst weiß nie, wie ich es am besten los werde. Daher muss man sich darum kümmern. Sofern man sich überhaupt davon trennen kann.

Und wenn man in Regen kommt, dann kann das Buch kaputt gehen. Oder die Ecken werden angeknickt. Oder die Schutzfolie geht ab. Mir selbst geht das total auf die Nerven.

Die Vorteile des E-Books

Man kann, theoretisch, Hunderte von Büchern mitnehmen und hat nur einige Hundert Gramm mehr Gewicht dabei. Immerhin muss man nur den Reader tragen und hat eine ganze Bibliothek dabei. Und wenn Du einen Computer mit Internetzugang in der Nähe hast, kannst Du immer neue Bücher kaufen.

Das bedeutet auch, dass Du den Reader auch in den Urlaub mitnehmen kannst. Die oben genannten Vorteile klappen dort auch total gut. Und auch wenn Du mal nicht zum Lesen kommst, dann tut das nicht so weh. Du trägst nicht so viel Gewicht mit Dir.

Wenn Du das Buch danach nie wieder lesen möchtest, dann kannst Du es von Deinem Reader löschen. Gegebenenfalls hast Du es noch auf Deiner Festplatte oder in Deinem Onlineshop, wo Du es bei Bedarf noch einmal herunterladen kannst.

Die Nachteile des E-Books

Du hast kein Medium in der Hand, also kein Buch. Und dadurch fehlt auch der gewisse Bezug dazu. Vielen fehlt sogar so dermaßen der Bezug zum Buch, dass sie manchmal noch nicht einmal benennen können, welches sie gerade lesen.

Weiterhin ist durch den fehlenden Bezug dazu auch das Problem, dass der Respekt vor diesem Medium fehlen kann. Daher kann es natürlich passieren, dass man es nicht als richtiges Buch anerkennt und daher dementsprechend nicht so wahrnimmt, wie es verdient hat.

Und natürlich der größte Gau. Wenn der Akku alle ist, trägst Du eben einen Reader mit Dir, ohne lesen zu können. Das ist genauso, als ob Du ein ausgelesenes Buch mit Dir herumträgst.

Warum sollte Dich als Autorin / Autor dieses Thema interessieren?

Vor einigen Jahren habe ich auf der LoveLetter Convention von Tina Folsom Folgendes gelernt. Und damals sagte sie einen Satz, der mich indirekt bis heute prägt: Deutsche lieben Printbücher. Das bedeutet, dass Du für die deutschsprachigen Leserinnen und Leser immer das Taschenbuch durchaus anbieten solltest.

Wenn Du Dir die Umfrage von Anfang 2018 anschaust (und die dazugehörigen Kommentare, ganz oben am Anfang des Beitrages), siehst Du, dass die meisten beides gleichzeitig veröffentlichen. Doch welche Gründe könnte es noch geben, neben dem E-Book auch noch eine Printversion zu veröffentlichen?

Einen sehr guten Beitrag findest Du auf der Selfpublisher-Bibel. Die für mich interessantesten hab ich hier aufbereitet. Der Rest berührt mich aktuell noch nicht. Das bedeutet aber nicht, dass sie deswegen nicht genauso wichtig sind.

Preispsychologie

Gerade im Gay-Romance Bereich entscheiden sich immer mehr Autor*innen und Verlage dafür, nur noch die E-Bookversion zu veröffentlichen. Eine Printversion wird vielleicht mal als Sonderedition zur Verfügung gestellt. Oder bei Lesungen.

Bei vielen ist es jedoch wie folgt: Sehen sie ein E-Book für (sagen wir mal) 5,99 €, dann ist das ein durchaus hoher Preis. Steht daneben aber die Printversion für 10,99 € (als Beispiel), relativiert sich der Preis für das elektronische Buch automatisch. Man spart immerhin ein paar Euros.

Mit anderen Worten, es kann wahrscheinlich sein, dass man dann eher dazu neigt, Dein Buch zu kaufen. Und häufig ist es so, dass Du mit E-Books mehr verdienst, als mit Printbüchern.

Verschenken / Vorzeigen/Verkaufen

Irgendwo gehören diese Punkte für mich zusammen, daher möchte ich sie entsprechend hier gemeinsam aufführen.

Wenn Du jemanden eine Freude bereiten möchtest, zeigen willst, was Du geschrieben hast oder bei Lesungen und*oder Messen Deine Bücher verkaufen kannst, dann sind Printbücher die bessere Wahl.

Meinen beiden tollen Alphaleserinnen würde ich lieber eine Printversion mit einer schönen Widmung schenken, anstatt eines E-Books. Es mag teuerer sein, aber mir ist es wert. Genauso, wenn mich jemand fragt, was ich geschrieben habe. Dann kann ich in meine Tasche greifen und mein Buch herzeigen. Bei Bedarf könnte die Person es sich auch ausleihen. Und klar, auf Messen oder bei Lesungen können die Leute in das Buch reinlesen und es dann kaufen.

Weiter Verkäufe

Wie schon oben mit Tina Folsom geschrieben, Deutsche scheinen Printbücher zu lieben. Auf alle Fälle lieben Leser*innen gerade dann diese, wenn sie keinen Reader haben.

Bietest Du nur die E-Bookversion an, schließt Du einen Teil Deiner Leser*innen aus. Denn viele weigern sich sogar regelrecht sich einen Reader zu kaufen. Und damit Dir am Ende Geld zu geben.

Der Buchhandel

Ganz ehrlich? Ja, ich träume davon, in eine gut sortierte Buchhandlung zu gehen, nach meinem Buch zu fragen (ganz annonym natürlich) und die Antwort zu bekommen, ja, wir haben es, ich bringe Sie dorthin. Und ich behaupte mal, dass es den meisten von uns so geht.

Mit einem Printbuch (und einigen Bedingungen, die ich an dieser Stelle nicht aufführe) ist das möglich. Inwiefern sich die Investition bei Selfpublisher*innen lohnt, ist eine andere Frage. Aber nur wenn Du ein Printbuch hast, kannst Du zumindest theoretisch in einer Buchhandlung landen.

Wie Du siehst, spricht durchaus einiges für die Entscheidung, ein Printbuch zusätzlich zu veröffentlichen. Natürlich musst Du dafür erst einmal investieren. So benötigst Du ein entsprechendes Cover mit Buchrücken und Rückseite.

Solltest Du dabei sein, Dein erstes Buch zu veröffentlichen, empfehle ich Dir bei Unsicherheiten Autor*innen zu fragen, die damit bereits Erfahrungen haben. Die Meisten von ihnen sind total nett und helfen gerne. Alternativ gibt es zwischenzeitlich sicherlich viele Tutorials im Internet, die Dich dabie auch unterstützen.

Die Preisproblematik

Sicherlich ist Dir schon aufgefallen, dass die meisten E-Books von Verlagen um den 1 Euro günstiger sind (bei den größeren). Die kleineren Verlage gehen sogar noch weiter mit dem Preis runter. Ich habe schon Preisunterschieden zwischen Buch und E-Book bis zu 50 Prozent gesehen.

Der Grund kann wohl an folgende Problematik liegen:

Vor Jahren habe ich eine Erklärung zum Kaffee in Burn Notice gesehen, die mich überrascht hat. Zumindest kann diese Kaffee-Problematik als Erklärung durchaus Anwendung finden. Und zwar gibt es ja Kaffe mit und ohne Koffein. Normalerweise ist Koffein ein natürlicher Bestandteil beim Kaffee. Wenn man diesen entfernt, dann muss man dafür mehr Aufwand betreiben. Und dadurch sollte der Kaffee eigentlich teurer sein.

Da aber der Kaffee weniger hat, also eben kein Koffein, erleiden wir irgendwo einen Verlust. Und aus diesem Grund weigern sich die meisten Leute, mehr für entkoffeinierten Kaffee zu bezahlen. Da ist ja weniger drin.

Das gleiche Problem sehe ich auch bei den E-Books. Da fehlt ja das Medium Buch, wenn Du ein E-Book kaufst. Und aus diesem Grund weigern sich viele für ein E-Book das gleiche zu bezahlen, wie für ein Printbuch.

Zumal viele sich sagen, dass man dafür kein Papier braucht, keine Druckerei, keine Logistik, keine Lagerkosten und so weiter. Hier benötigt man nur einen Server, er muss einmal formatiert werden und dann noch ein funktionierendes Onlineshopsystem. Und dann kann man dieses Buch einige Millionen Male herunterladen. Das völlig ohne Verlust des Mediums.

Der Aufwand für beide Formen des Buches ist im Vorfeld gleich. Damit meine ich Lektorat, Korrektorat und so weiter. Die Formatierung beider Bücherarten wäre da eher als unterschiedlich zu betrachten. Zumindest werden das die Leute sagen, die sich damit (noch) nicht auskennen.

Daher solltest Du Dir überlegen, Dein E-Book mindestens einen Euro günstiger zu verkaufen. Den gleichen Preis wie ein Buch oder gar mehr zu verlange, ich halte das für keine gute Idee. Außer Dir ist der E-Book-Markt egal und willst, dass Deine Leserinnen und Leser nur die Taschenbücher kaufen.

Abschlussgedanken

Wer Bücher veröffentlicht, sollte durchaus immer beide Medien im Blick haben. Mit E-Books kannst Du auch Experimente wagen. Denn es geht um einiges schneller mit dem veröffentlichen und Du kannst damit weniger Verlust machen.

Auf alle Fälle kann ich Dir nur empfehlen, mit beiden Medien zu arbeiten. Damit machst Du Deine Leserinnen und Leser auf alle Fälle glücklich. Und das ist es, was wir Autorinnen und Autoren letztendlich wollen. Oder?

Trotzdem ist es immer noch Deine Entscheidung. Und dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Marketing: Dein Newsletter

Marketing: Dein Newsletter

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn man den ganzen Internetgurus glauben mag, welche Dir erklären wollen, wie Du ein Onlinebusiness aufbaust, dann kommst Du an einem Newsletter nicht vorbei. Dabei ist es egal, ob Du ein Onlineprodukt verkaufen willst, was den Menschen erklärt, wie man ihn zehn Schritten die erste Million verdient oder Deinen Roman.

Bis zur Einführung der DSGVO hatte ich auch einen Newsletter gehabt. Aktuell bin ich am überlegen, mir wieder einen anzuschaffen. Gerade, da ich dabei bin, meinen ersten Roman in die Welt zu lassen.

Zwar bin ich keine absolute Expertin, was dieses Thema betrifft. Trotzdem möchte ich Dir meine zwei Cent dazu anbieten und erzählen, wie es bei mir läuft.

Kurze Vorgedanken

Es heißt immer und immer wieder, wenn Du was verkaufen willst, solltest Du rechtzeitig anfangen Adressen zu sammeln, also E-Mail-Adressen. Denn Du kommst nie so nah an Deine Leser*innen heran, wie über ihr E-Mail-Fach. Und das stimmt.

Seien wir mal ganz ehrlich, wie oft besuchst Du die Internetseite Deiner Lieblingsautor*innen? Wenn Du täglich da bist, dann gehörst Du vielleicht sogar zu den Hardcorefans. Einmal wöchentlich? Sehr gut, das wird sie oder ihn freuen. Mit einem Blog könnte das sogar öfters sein. Wie sieht es mit den Social Media Kanälen aus? Durch die Änderung einiger Algorithmen und der Tatsache, dass Du nicht 24 Stunden online bist, verpasst Du sicherlich auch dort einiges.

Und wie oft rufst Du Deine E-Mails ab? Ich wette mit Dir, mindestens einmal täglich, wenn nicht sogar noch öfters. Genau dort soll dann auch Dein Newsletter landen. Dort erinnern wir uns daran, ach ja, stimmt, ich hab ja von AutorIn XYZ den Newsletter abonniert, da könnte ich ja auch mal wieder vorbeischauen.

Das ist einer von vielen Gründen, warum Du Dir durchaus überlegen könntest, Dir einen eigenen Newsletter anzuschaffen. Aber ein Schritt nach dem anderen.

Warum überhaupt einen Newsletter anbieten?

Um es mal ganz brutal zu sagen, wenn die Leute einmal täglich (mindestens) ihre E-Mails abrufen und Dein Newsletter dazugehört, kannst Du dort eher verkaufen. Wie geschrieben, das ist die simple Wahrheit.

Bleiben wir einfach bei Deinem nächsten Roman. Wenn Du ihn bewerben willst, gibt es unzählige Möglichkeiten. Werbung auf Facebook schalten oder bei Twitter darüber schreiben. Sicherlich wirst Du diesen auch auf Deiner Internetseite ankündigen. Und doch kann das alles verpuffen, wenn Du die Leute nicht erreichst.

Wenn Du aber eine genügend große Liste hast (mit Listen werden die Leute gemeint, welche Deinen Newsletter abboniert haben, klingt irgendwie unpersönlich), dann ist das bewerben Deines Buches leichter.

Gehen wir mal von einer idealisierten Beispielrechnung aus. Du hast geschafft, dass sich 1.000 verschiedene Menschen für Deinen Newsletter angemeldet haben. Wenn Du eine Öffnungsrate von 50 Prozent hast, ist das viel. In diesem Fall würden also 500 Menschen Deinen Newsletter öffnen und diesen (hoffentlich) lesen. Und wenn von den 500 Menschen wieder 50 Prozent Dein Buch kaufen, also 250 Menschen, dann bist Du auf Amazon durchaus schon einmal sichtbarer, als ohne diese 250 tollen Menschen.

Das ist die knallharte Realität. Newsletter können dazu genutzt werden, um letztendlich ein Produkt zu verkaufen. Damit meine ich natürlich Deinen nächsten Roman. Aber Du kannst diesen auch noch für weitere Elemente nutzen.

Ich will aber nicht nur verkaufen

Mithilfe des Newsletters musst Du nicht nur Dinge verkaufen. Gerade dann, wenn Du noch Schwierigkeiten hast, wirklich aktiv auf die Leute zu zugehen und zu sagen, hei, mein neuer Roman ist online, magst Du den nicht kaufen, lesen und rezensieren?

Du kannst mit dem Newsletter auch in Kontakt mit Deinen Leser*innen treten. Zum Beispiel schreibst Du, wie weit Du mit Deinem Roman bist oder wo man Dich demnächst antreffen kann (zum Beispiel auf Messen, bei Lesungen und ähnlichen Veranstaltungen). Aber es ist auch möglich, kleine Geschenke zu verteilen. Denn wer auf Deiner Liste ist, gebührt durchaus ein kleines Dankeschön.

Auf diese Weise sorgst Du eher dafür, dass sie auch dort bleiben und wahrscheinlicher Dein Buch kaufen, als wenn Du Dich nur meldest, wenn es heißt, mein Buch ist da, kauft es jetzt. Seien wir mal ehrlich, würdest Du darauf reagieren? Ich wäre schneller weg, als es den Leuten lieb ist.

Wie fange ich überhaupt an?

Bevor wir auf den möglichen Inhalt eines Newsletters eingehen, solltest Du Dir überlegen, welchen Anbieter Du nimmst. Auch hier werde ich keine Werbung machen, weil es so viele verschiedene Anbieter gibt, da musst Du selbst entscheiden, welchen Du nimmst. Es kommt natürlich auf Deine persönlichen Bedürfnisse an und gegebenenfalls, wie viel Du bereit bist auszugeben.

Der Grund, warum ich mich damals für Mailchimp entschied, lag nur daran, dass damals alle davon geschwärmt haben. Zwischenzeitlich sind einige von denen, die eben davon schwärmten, aber zu anderen Anbietern gegangen.

Aktuell ist Mailchimp in einigen Funktionen kostenfrei und zudem arbeitet es im Rahmen der DSGVO. Wenn man hinter die Funktionweise von Mailchimp gekommen ist, dann ist es sogar leicht damit zu arbeiten.

Wenn Du ein Anbieter für Dich gefunden hast, dann schau Dir sämtliche Bedingungen genau an. Bist Du damit einverstanden, kannst Du Dich dort anmelden. Ansonsten, weitersuchen.

Häufig musst Du einiges einrichten. Wenn Du da Probleme hast, ich bin mir sicher, dass Du da nicht alleine bist und schon jemand anderes die gleichen Fragen gestellt hat, die auch Du hast. Gegebenenfalls hat auch jemand auf YouTube einige Videos hochgeladen. Mit anderen Worten, ich bin mir sicher, dass Du eine Lösung finden wirst.

Ein paar juristische Sachen

Wie bei allen anderen Beiträgen schon geschrieben, ich bin keine Anwältin, noch habe ich in irgendeiner Art und Weise eine juristische Ausbildung. Daher bin ich nicht berechtigt, eine Rechtsberatung zu geben. Wenn Du Fragen hast, dann wende Dich bitte an eine Anwältin oder einen Anwalt Deines Vertrauens, um diese abzuklären.

Dein Mailanbieter bietet Dir meistens schon von vornherein an, die ganzen juristischen Sachen entsprechend einzufügen und umzusetzen. Zumindest sollte er dies tun. Du musst sie nur noch ausfüllen und dann hat es sich erledigt.

So gilt auch für einen Newsletter eine Impressumspflicht. Das bedeutet, dass Deine Leser*innen auch darüber jederzeit erfahren müssen, mit wem sie es zu tun haben. Daher sollte irgendwo in der Mail Deine Adresse stehen. Es reicht aber meistens aus, dass Du sie bei Deinem Anbieter ausfüllst und dann wird diese automatisch in jedem Newsletter eingetragen. Löschen darfst Du sie hingegen nicht. Mailchimp zum Beispiel weigert sich dann, den Newsletter loszusenden, sollte die Adresse gelöscht worden sein.

Das Double-Opt-In Verfahren

Wenn Du Dich in letzter Zeit für einen Newsletter angemeldet hast, hast Du sicherlich einen Hinweis bekommen, dass Du Deine Adresse noch einmal bestätigen musst. Damit soll gesichert werden, dass Du Dich wirklich für diesen Newsletter angemeldet hast.

Hier wird einfach verhindert, dass Leute E-Mail-Adressen sammeln und in ihre Datenbank einpflegen. Somit würdest Du Mails bekommen, von denen Du noch nicht einmal weißt, dass es diese Anbieter gibt. Und damit wären auch dem Betrug Tür und Tor geöffnet. Immerhin könnte sich in der E-Mail eine Schadsoftware befinden, welche Deinen PC verseucht und ausspioniert.

Zwar gibt es Ausnahmen, in denen Deine E-Mail-Adresse gesammelt und für den Versand von Werbung verwendet werden darf. Aber unter normalen Umständen sind diese Ausnahmen eher rar gesät. Gehe davon aus, dass Du selbst keine dieser Ausnahmen in Anspruch nehmen darfst. Damit fährst Du schlichtweg sicherer.

Wobei ich auch erlebt habe, dass bei diversen Events Listen umgehen, wo man sich für den Newsletter eintragen kann. In solche Listen hab ich mich auch schon eingetragen. Inwiefern das nun im Rahmen der DSGVO erlaubt ist, da bin ich mir selbst nicht so sicher. Auf alle Fälle musst Du immer nachweisen, woher Du die Adressen bekommen hast. Wenn du das also machst, solltest du auf alle Fälle diese Listen aufbewahren.

Der Abmeldelink

In jeder Mail, welche Du versendest, muss immer ein Link vorhanden sein, über den sich Deine Leser*innen gegebenenfalls abmelden können. Dieser wird meistens automatisch generiert und Du musst Dich nicht darum kümmern. Nur darfst Du diesen ebenfalls nicht löschen.

Wenn sich jemand dann aus Deinem Verteiler abmeldet, wirst Du meistens darüber informiert. Das bedeutet aber nicht, dass Du jetzt die Person anschreiben darfst, um zu erfahren, warum sie oder er sich abgemeldet hat. Denn das Abmelden bedeutet, dass sie oder er keine Mails von Dir mehr erhalten darf. Auch keine Anfragen. Das kann Ärger bedeuten. Akzeptiere es und konzentriere Dich auf die, welche Dir weiterhin die Treue halten.

Da ich mich für viele Newsletter angemeldet habe, neige ich dazu, diese auch ab und an mal auszusortieren. Gerade dann, wenn ich gar nicht mehr weiß, warum ich mich überhaupt angemeldet habe. Was mich bei einem Anbieter sehr geärgert hat, war die Tatsache, dass er den Abmeldelink mit weißer Schrift auf weißen Hintergrund eingefügt hat.

Damit hat er zwar die Regeln eingehalten, ich fand das in diesem Moment aber so unendlich arrogant, dass ich das gar nicht richtig beschreiben kann, wieso. Vielleicht, weil er der Meinung war, mir den Weg zu erschweren, weil er ja angeblich so einen tollen Newsletter hat. Was glaubst Du wohl, wie schnell ich bei dem draußen war.

Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht ein wenig penibel oder was auch immer, aber so etwas schätze ich überhaupt nicht. Akzeptiere, dass sich die Leute abmelden können, und behindere sie auf keinen Fall irgendwie daran. Das kann sogar noch eher dazu führen, dass sie Dich aus deren Leben streichen.

Das Freebie

Ein Freebie ist eine Datei (meistens eine Textdatei als PDF, gelegentlich auch Bilder oder eine MP3 Datei), welche Du kostenfrei denen zur Verfügung stellst, welche sich für Deinen Newsletter anmelden.

Als ich diesen Beitrag auf meinem alten Blog veröffentlicht habe, war ich durchaus von den Freebies überzeugt. Zumal Du nirgends über einen Blog gestolpert bist, der ohne eines ausgekommen ist.

Zwischenzeitlich gibt es sogar eine ganz kleine Bewegung gegen die Freebies. Denn viele empfinden, dass sie nicht nützlich sind. Ganz im Gegenteil, sie könnten sogar schädlich sein.

Und im Rahmen der DSGVO könnte es sogar unschöne Konsequenzen haben, wenn Du eines anbietest (folgende Ausführungen sind, wie immer, ohne Gewähr). In einem Rechtsberatungsbuch hab ich gelesen, dass man eine Anmeldung für einen Newsletter ohne Lockangebote realisieren soll. Es soll, so die Idee dahinter, allen die Möglichkeit geboten werden, sich anzumelden oder es abzulehnen, ohne ein Verlust zu erleiden.

Würde ich also die Anmeldung mit einem Freebie belohnen, würden die, die sich nicht anmelden, eben diesen Verlust erleiden. Und hätten einen Nachteil. Daher könnte es passieren, dass Dir am Ende vielleicht sogar eine Anwältin oder ein Anwalt auf Dein Dach steigt (wie geschrieben, ohne Gewähr).

Wie steh ich zur Sache

Geplant ist, dass ich mich wieder um das Thema Newsletter bemühe. Aber dieses Mal würde ich tatsächlich kein Freebie mehr für die Anmeldung anbieten. Und zwar aus zwei Gründen.

Einmal wegen der rechtlichen Unsicherheit. Es heißt zwar irgendwie, irgendwo, man dürfe keines mehr anbieten, weil es verboten sein könnte. Und doch bieten viele Leute diese dann doch an. Dann sitze ich da und denke mir, was denn nun? Darf ich oder darf ich nicht?

Zudem möchte ich, dass die Lesenden sich meinen Newsletter deswegen zu Gemüte führen, weil der Inhalt und ich sie interessieren. Und nicht, weil es ein Geschenk gibt.

Eine Alternative

Wenn Du kein Freebie anbieten möchtest, dann gibt es durchaus eine Alternative. Du schenkst Deinen Lesenden zwischendurch etwas. Das machen wir ja auch mit unseren Freund*innen. Immer, wenn ich etwas sehe, wobei ich an meine Freundschaften denke, bekommen diese ein kleines Geschenk.

Du hast eine Kurzgeschichte geschrieben? Vielleicht packst Du es nicht auf Deine Seite, sondern schenkst es Deinen Lesenden. Oder ein Kapitel aus Deinem nächsten Roman. Egal was. Da kannst Du Dir so vieles einfallen lassen. Deiner Kreativität ist keinen Grenzen gesetzt.

Dein Inhalt

Wiederholung des Blogbeitrages

Da mag ich vielleicht allein auf weiter Flur stehen, aber ich persönlich finde es nervig, wenn ich eine E-Mail bekomme und dabei lediglich darauf hingewiesen wird, mein neuer Blogbeitrag ist online. Gut, meistens gibt es noch ein paar Hinweise zum Text, aber diese Art von Newsletter bietet mir persönlich keinen Mehrwert.

Und ehrlich gesagt, für mich persönlich habe ich entschieden, dass ich solche Newsletter konsequent abmelden werde, wenn sich keine Besserung einstellt. Per se habe ich nichts gegen solche Mails. Aber dazwischen darf auch etwas kommen, was nur ich als Newsletterleserin bekomme und niemand sonst. Darauf kommt es mir persönlich an.

Wenn Du dazwischen auch Beiträge schreibst, die ich nur im Newsletter lesen kann, dann ist das wieder etwas Besonderes. Und Du behältst meine Adresse. Daher kann ich Dir empfehlen, dass Du da mischst, wenn Du schon Werbung für Deine Blogbeiträge machen möchtest.

Eigene Inhalte

Mit eigenen Inhalten meine ich, die eben erwähnten Mails mit Beiträgen, die ich nur als Newsletterleserin bekomme. In meinem Fall bekommst Du die Informationen zum Weltenbau nicht hier auf dem Blog, sondern nur dann, wenn Du Dich für den Newsletter anmeldest.

Aber wenn Du keinen solchen Themenblog hast, dann kannst Du auch Leseproben schicken, die man nur über Deinen Newsletter bekommt. Oder Kurzgeschichten. Informationen aus Deinem Alltag. Oder was auch immer Dir wichtig ist. So habe ich auch schon gelesen, dass manche ihren nächsten Roman erst einmal per Newsletter versenden, um zu sehen, wie die Reaktionen sind. Das ist auch möglich.

Der Inhalt sollte zu Dir, Deiner Persönlichkeit, Deiner Arbeit und Deiner Internetpräsenz passen. Notfalls mach Dir ein paar Gedanken, was zu Dir und Deinem Thema passen könnte und überleg Dir für die ersten sechs Newsletter die Themen. Nach und nach wirst Du sicherlich ein Händchen dafür entwickeln und die Themen fliegen Dir nur so zu.

Häufigkeit

Bei einigen Newsletter, die ich erhalte, bin ich durchaus überrascht, dass es die Leute noch gibt. Das liegt schlichtweg daran, dass ich teilweise über Monate und in einem Fall sogar über einem Jahr hinweg nichts lese, weil sie nichts senden. Das ist keine gute Idee. Man sollte sich durchaus regelmäßig melden.

Du musst Dich nicht jede Woche melden. Einmal alle zwei bis drei Monate können ausreichen. Nur mach es auch bitte. Bei Deinen Hardcoreleser*innen ist das kein Problem. Wenn Du aber dafür sorgen möchtest, dass sich Deine Newsletterleser*innen dazu entwickeln, musst Du dafür Sorgen, dass sie Deine Romane lesen. Und das bedeutet, bring Dich regelmäßig in Erinnerung.

Bei einer Autorin, die sich schon seit über einem Jahr nicht gemeldet hat, habe ich gerade mal auf ihrer Facebook-Seite geschaut. Sie ist noch aktiv und hatte sogar vor Kurzem wieder was gepostet. Durch die Algorithmen hab ich das nicht gesehen und somit verpasste ich, dass sie einen neuen Roman veröffentlicht hat.

Hätte sie das in ihrem Newsletter geschrieben, bei dem ich ja noch immer auf der Liste stehe, hätte ich das gesehen. So ist das aber verschenktes Potenzial, welche die Sichtbarkeit ihres Romans um einiges hätte erhöhen können.

Und ja, wieder die DSGVO: Du solltest eine Seite auf deiner Webseite oder Deinem Blog einrichten. Dort informierst Du (durchaus auch kurz) darüber, was Du in Deinem Newsletter anbietest. Und auch, wie oft im Monat dieser erscheint. Denn zu häufig kann scheinbar auch ein Abmahngrund werden.

Kleiner Tipp: Halte Dir immer noch eine ganz kleine Hintertür offen. Schreib dazu, dass Du nur in Notfällen eine zweite Mail außerhalb des üblichen Rhythmus schreibst. Willst Du einmal im Monat eine Mail schreiben, ist das in Ordnung.

Nehmen wir aber an, Du hast noch etwas ganz Wichtiges zu schreiben. Entweder Du wartest auf den nächsten Newsletter oder erlaubst Dir, noch eine zu schreiben. Aber ich würde Dir empfehlen, solche Ausnahmen auch wirklich als Ausnahmen zu belassen. Sonst kannst Du daraus eine Regel machen und sie auf Deine entsprechende Seite einfügen.

Letzte Frage: Du, Sie oder doch eher ihr?

Letztens fragte auf Facebook jemand, ob man die Leute in einem Newsletter duzen darf, sie Siezen oder doch eher, als ihr ansprechen sollte?

Das „ihr“ finde ich persönlich absolut fürchterlich. Es ist unpersönlich und, ne, nicht meins. Damit spreche ich letztendlich niemanden direkt an und kann mich auch irgendwie herauswinden, wenn es mal unangenehm wird. Wenn es nach mir ginge, sollte niemand „ihr“ benutzen. Aber trotzdem darfst Du das verwenden, wenn es für Dich passt.

Ansonsten empfehle ich Dir, dass Du im Newsletter die gleiche Anrede verwendest, wie auf Deinem Blog oder Deiner Internetseite. Damit trittst Du einheitlicher auf und damit spüren die Leute eine gewisse Verbindung zwischen den Medien.

Zwischenzeitlich ist das Du durchaus im Internet akzeptiert. Denn man kann höflich und respektvoll sein, auch wenn man sich duzt. Und man kann auch sagen, Sie Frau oder Herr Arsch*****. Das eine schließt das andere nicht aus.

Benutz die Anrede, mit der Du Dich wohlfühlst. Das ist wohl der beste Rat, den ich Dir hier geben kann.

Abschlussgedanken

Dein Newsletter macht durchaus Arbeit, darüber will ich nicht hinwegtäuschen. Aber letztendlich kann das auch ein verdammt gutes Werbemittel für Dich und Deine Romane sein. Daher ist es empfehlenswert, genau jetzt und heute damit anzufangen. Wenn Du eine Internetseite aufbaust, dann solltest Du auch sofort über einen Newsletter nachdenken. Und nicht erst Monate später.

Daher plane mit dem Newsletter als aktives Werbemedium für Dich ein. Du wirst es schon noch zu schätzen wissen.

Und vor allem, informiere Dich noch einmal über alle möglichen rechtlichen Irrwege. Dazu noch ein Buchtipp (und KEIN Affiliate-Link): Recht im Online-Marketing von Christian Solmecke und Sibel Kocatepe.

Ansonsten wünsche ich Dir viel Spaß beim erstellen und versenden Deines ersten Newsletters.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Hits: 21

Happy End, Bad End oder doch eher Open End

Happy End, Bad End oder doch eher Open End

Hei, hallo und herzlich willkommen,

jede Geschichte braucht einen guten Anfang und ein gutes Ende. Doch was ein gutes Ende ist, das ist von Geschichte zu Geschichte unterschiedlich. Zumal es verschiedene Arten von Enden gibt.

Kurze Vorgedanken

Viele Autor*innen machen sich Gedanken über einen starken Anfang. Das ist gut und wichtig. Denn habe ich erst einmal meine Leserinnen eingeladen meinen Roman zu lesen, habe ich sie so gut wie im Sack, dass sie auch gerne bis zum Ende den Roman lesen möchten.

Doch wenn eben dieses Ende nicht befriedigend ist, dann könnte es sein, dass sie nicht noch einmal zu einen meiner Geschichten greifen. Sie sagen sich dann, dass eben Autorin X oder Autor Y unbefriedigende Enden schreiben und eben das möchten sie sich nicht antun.

Doch vorher sollte man für sich klären, was für ein Ende man überhaupt schreiben möchte. Denn, wie die Überschrift sagt, gibt es drei Möglichkeiten. Nun gut, ich gestehe, ich kenne selbst nur diese drei Möglichkeiten, aus der Geschichte auszusteigen. Vielleicht gibt es mehr. Aber mir selbst sind sie nicht über den Weg gelaufen.

Happy End

Vermutlich muss ich nicht viel zum Happy End sagen. Denn wir alle haben bestimmte Bilder vom Happy End im Kopf. Sie kriegt ihn, der Held reitet in den Sonnenuntergang, das Böse wird besiegt und so weiter. Von normalen Happy Ends bis eben zu denen, die voller Klischees nur so triefen.

Am Ende bekommen die Guten ihre Belohnung und die Bösen eine Tracht Prügel. Auf alle Fälle fühlen sich die Leser*innen und Zuschauer*innen (von Serien oder Filmen) gut aufgehoben, wenn eben alles gut ausgeht.

Bei den meisten Romanen, die ich kenne, gibt es eigentlich ein Happy End. Zwar können einzelne Personen einen kleinen Verlust erleiden, aber auf Dauer bekommen alle, was sie verdient haben. Das ist in den meisten Genres irgendwie ein Usus.

Zudem verlangen viele Verlage auch ein Happy End. Gerade wenn Du im Romance Bereich schreiben möchtest, solltest Du darauf gefasst sein, dass Dein Bad End oder Open End nicht gerne gesehen wird. Das kann eventuell dazu führen, dass man Dich bittet, Dein Ende umzuschreiben. Alternativ bekommst Du für Dein Ende eine Absage.

Aber wir haben häufig ein Bild davon, dass zum Beispiel im Liebesromanbereich die Heldin und der Held sich kriegen. Das ist nicht unbedingt notwendig. Es kann auch sein, dass die Heldin den Helden in den Wind schießt und sich endlich bewusst wird, was sie wirklich im Leben will. Leider wird das eher selten geschrieben.

Auch wenn Dein*e Held*in nicht ihr Ziel erreicht, so wie sie*er es angestrebt hat, kann sie*er trotzdem ein Happy End bekommen. Es muss sich am Ende halt gut anfühlen. Das ist irgendwo das Wichtigste. Und wenn Du das schreiben kannst, weil es zur Geschichte passt, dann hat Deine Geschichte ein Happy End verdient.

Bad End

Bad Ends bedeuten nicht zwangsläufig, dass alles in einer Katastrophe endet. Aber es kann in dieser Richtung gehen. Häufig lese ich Bad Ends eher bei Kurzgeschichten. Vermutlich liegt es daran, dass man sich hier emotional nicht so sehr einbringt und dass es daher nicht so sehr wehtut, wenn man die Charaktere ein wenig mehr leiden lässt.

Bei einem Liebesroman würde das bedeuten, dass die Heldin nicht nur von ihrem Helden getrennt wird. Es geht sogar so weit, dass er stirbt und sie letztendlich allein zurücklässt. Oder auch andersherum.

Bad Ends bedeuten, dass Du Deine Leser*innen emotional sehr belastest. Sie haben sich über Tage hinweg mit Deinen Charakteren beschäftigt, sich mit ihnen auseinandergesetzt, mit ihnen geliebt und gelitten. Und als Belohnung bekommen sie ein Bad End.

Das ist nichts Schlechtes, nicht dass wir uns jetzt missverstehen. Gut eingesetzt kann auch ein Bad End ein gutes Ende sein. Und das nicht nur für Kurzgeschichten. Das Wichtige hierbei ist, zumindest finde ich es, dass es zur Geschichte passt.

Damit meine ich, dass es schwer zu verkaufen ist, dass die ganze Geschichte über Rosa und Liebe und Licht und so weiter ist und dann auf einmal bekomme ich als Leserin ein Bad End präsentiert. Und das völlig aus dem Nichts. Das ist ein schlechtes Bad End.

Bei einer ernsteren Geschichte könnte ich mir hingegen ein Bad End gut vorstellen. Hauptsache es überzeugt mich. Dann hast Du mich auch als Leserin für Deine weiteren Geschichten gewonnen.

Von einigen Autorinnen und Autoren hab ich gelesen, dass sie gerne Bad Ends schreiben würden. Aber die Angst vor den Reaktionen ihrer Verlage und letztendlich der Leserinnen und Leser hält sie davon ab. Dabei wäre es schön, wenn sie sich trotzdem trauen würden zu experimentieren. Denn letztendlich könnte das auch eine sehr gute Geschichte werden.

Wenn man sich eben traut.

Open End

Vielleicht erinnerst Du Dich noch an den Deutschunterricht, als die Kurzgeschichten besprochen wurden. Dort wurde gesagt, dass man jede Kurzgeschichte unbedingt und auf jeden Fall mit einem offenen Ende ausklingen lassen soll. Zwischenzeitlich halte ich das für völligen Unsinn, doch dieser Satz hat mich über zu viele Jahre sehr geprägt.

Wie die Bezeichnung schon sagt, endet Deine Geschichte mit einem offenen Ende. Das bedeutet im Grunde genommen, man weiß nicht so genau, was mit den Charakteren am Ende alles passiert.

Es könnte gut ausgehen, es könnte auch schlecht mit den Charakteren weitergehen. Ich kann Dir nur eines hierbei empfehlen. Lass Deine Leser*innen nicht ganz in der Luft hängen. Wenn Deine Charaktere gerade dabei sind, die gegnerische Burg zu stürmen (in einem Fantasyroman), dann empfiehlt es sich natürlich zu zeigen, ob sie erfolgreich sind oder nicht.

Eine Ausnahme kann sein, wenn die Erstürmung dieser Burg gar nicht Teil des Handlungsstranges ist. Wenn also der Weg zur Burg der wichtige Teil ist, dann kannst Du auch gerne kurz vorher abbrechen. Aber ich denke, dass Du den Sinn schon verstehst.

Open Ends sollten aber genauso enden, als offenes Ende. Es kann aber durchaus passieren (und ich bin auch der Meinung, das in einem Film und in der einen oder anderen Geschichte mitbekommen zu haben), dass die Autorin oder der Autor das versaut. Und zwar mit einem Epilog. Dort wird dann erzählt, was aus den ganzen Charakteren passiert ist.

Das Open End lässt mir als Leserin die Möglichkeit, dass ich mir selbst ausmalen kann, was aus den Figuren geworden ist. Wenn ich in einem Epilog erzählt bekomme, was aus denen wurde, kann ich das auch in den Roman packen. Dann brauche ich kein Open End zu schreiben.

Eine weitere Schwäche des Open Ends kann der sein, dass Deine Leser*innen einen nächsten Teil erwarten. Daher empfehle ich klar zu machen, und zwar innerhalb der Geschichte, dass nach dem Band Schluss ist. Wenn Du eine Reihe schreibst, musst Du das Ganze sowieso anders aufziehen. Daher bleibe ich hier bei einem Einzelband.

Vorsicht! Cliffhanger!

Der vollständigkeitshalber erwähne ich es noch an dieser Stelle, ein Cliffhanger hat natürlich nichts mit einem Open End zu tun. Der Cliffhanger dient dazu, dass Du Deine aktuelle Geschichte so abbrichst, dass sie ein Ende hat. Aber natürlich soll sie neugierig auf den nachfolgenden Band machen.

Daher bewerte ich den Cliffhanger als eine Art Zwischenende. Erst wenn Du Deine Reihe vollständig beendet hast, musst Du natürlich auch ein richtiges Ende finden. Und dieser reiht sich dann in die oben genannten Kategorien ein.

Welches Ende solltest Du schreiben?

Du solltest das Ende schreiben, was am besten zur Geschichte passt. Das ist das wichtigste Kriterium. Wenn es ein Bad End ist, dann schreib diesen. Wenn nicht, dann quäl Deinen Plot nicht mit einem Ende, das niemanden am Ende glücklich macht. Vor allem Dich nicht.

Du kannst das Ganze natürlich überlegen, während Du plottest. Oder aber auch spontan, während Du schreibst. Immerhin kann sich die Geschichte während des Schreibens durchaus noch einmal verändern. Auf alle Fälle darf gerne alles Hand in Hand gehen, damit es zu einem großen Ganzen wird.

Wenn Du das schaffst, dann wird aus Deinem Roman eine tolle Geschichte. Davon bin ich überzeugt.

Abschlussgedanken

Dieser Beitrag soll als Übersicht und auch als kleine Erinnerung dienen, was für Möglichkeiten Du hast. Und theoretisch kannst Du allein mit dem Happy End eine Menge machen. Das Wichtige ist halt, dass Du weißt, was Du machst und vor allem, warum Du es machst.

Wenn Du das immer im Hinterkopf behältst, dann steht einer guten Geschichte mit einem tollen Ende nichts im Weg.

Und dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Hits: 200

Marketing: Dein Blog

Marketing: Dein Blog

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es kann sein, dass Du Dir sagst, dass eine Internetseite an sich eine interessante Sache ist. Aber eben nicht für Dich. Für Dich kommt so etwas nicht infrage. Das mag daran liegen, dass Du keine Ahnung von HTML hast (und der Meinung bist, dass Du das benötigst). Und überhaupt ist ein Blog doch viel interessanter.

Oder Du weißt noch nicht, was interessanter für Dich sein könnte, eine Internetseite oder eben ein Blog. Darüber möchte ich heute mit Dir sprechen.

Kurze Vorgedanken

An dieser Stelle möchte ich keinen Beitrag darüber schreiben, welcher Blogbetreiber nun am besten ist. Die einen schwören auf WordPress, die anderen auf Blogspot und die Dritten auf einen völlig anderen.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, welchen Anbieter Du wählen könntest, sprich mit den Leuten, welche die jeweiligen Anbieter gewählt haben und frag sie nach deren Vor- und Nachteilen. Es kann natürlich sein, dass Du es mit Hardcorefans zu tun bekommst. Das ist völlig in Ordnung. Ich gehe davon aus, dass Du trotzdem vernünftige Antworten erhältst.

Zusätzlich kannst und solltest Du noch bei den Anbietern selbst recherchieren, was sie Dir zu bieten haben. Du kannst auch einfach einen Probeblog anlegen, um zu sehen, wie es hinter der Bühne aussieht. Und danach kannst Du immer noch entscheiden.

Warum überhaupt ein Autor*innenblog und nicht nur eine Internetseite?

Ein Autor*innenblog ist um einiges direkter als eine Webseite. Eine Webseite ist eine zumeist statische Angelegenheit. Das bedeutet, Du erschaffst sie, aber häufig ist eine direkte Kommunikation mit Deinen Leser*innen etwas schwieriger (außer Du hast ein Gästebuch – eine eher aussterbende Angelegenheit).

Bei einem Blog sieht das meistens ein wenig anders aus. Denn hier hast Du die Kommentarfunktion. Wenn Du also einen Beitrag schreibst und veröffentlichst (und die Funktion nicht ausgeschaltet hast), dann können Deine LeserInnen direkt mit Dir in Kontakt treten.

Damit ist der Blog ein wenig näher an dem sogenannten Web 2.0. Deine Leser*innen konsumieren nicht nur, was Du ihnen bietest, sondern können dazu Stellung nehmen. Zwar in einem vorgegebenen Rahmen (sie werden aller Wahrscheinlichkeit in erster Linie auf Deine Beiträge reagieren), aber der Kontakt ist weitaus mehr gegeben, als bei einer Internetseite.

Daher kann es sich schon lohnen, zumindest darüber nachzudenken, ob Du nicht zu einem Blog greifst.

Entweder – Oder, oder doch beide zusammen?

Einigen stellt sich die Frage, ob sie nur eine Webseite erstellen sollen oder einen Blog. Andere hingegen entscheiden sich für beide Sachen. Das hat natürlich alles seine Vor- und Nachteile.

Eine Internetseite lässt sich um einiges leichter pflegen. Und zwar spätestens dann, wenn es etwas Neues von Dir gibt. Sei es eine neue Geschichte, ob Du irgendwo auftrittst (zum Beispiel auf Buchmessen) oder was auch immer Dir wichtig ist.

Ein Blog will hingegen regelmäßig gepflegt werden. Regelmäßig bedeutet nicht jede Woche ein oder zwei Beiträge. Das kann auch nur einmal im Monat sein. Aber es empfiehlt sich trotzdem eine Art Redaktionsplan zu erstellen, was Du wann veröffentlichen willst.

Damit verhinderst Du, dass bei Deinen Leser*innen sich ein gewisser Frust aufbaut. Wenn sie jede Woche nachschauen, ob ein neuer Beitrag online gestellt wurde und da keiner ist und sie nicht wissen, wann der nun kommt, dann werden sie immer weniger Deine Seite aufsuchen.

Daher ist es immer gut, solltest Du Dich für einen Blog entscheiden, dass Du klar machst, wann Deine Beiträge erscheinen. Das könnte der Erste eines Monats sein, oder immer montags oder immer etwas am Wochenende. Es ist egal, wann Du Deine Beiträge schreibst (auch wenn das Blogprofis vielleicht anders sehen dürften). Wichtig ist, dass Du regelmäßig schreibst und Deinen Leser*innen auch sagst, wann sie mit einem Blogbeitrag rechnen können.

Wenn Du beides miteinander mischst, dann kannst Du ein statisches Element mit einem dynamischen kombinieren. Das statische Element der Internetseite (die eher unregelmäßig aktualisiert wird) und das dynamische Element des Blogs (das regelmäßig einen Beitrag von Dir erwartet).

Der Vorteil eines Blogs

Mit einem Blog kannst Du Dich schreibtechnisch austoben. Du kannst Deine Meinung kundtun, Schnipsel aus Deinem aktuellen Projekt posten, Texte veröffentlichen, die sonst nie das Licht der Welt erblicken würden, Tipps und Tricks zum Schreibprozess geben oder was auch immer Dich so bewegt.

Als Autor*in kannst Du aus allem schöpfen, was Dich interessiert oder Dich gerade beschäftigt. Da gibt es keine Grenzen. Immerhin bist Du Schriftsteller*in, dass bedeutet, dass Du kreativ genug bist (oder zumindest sein solltest), um genügend Material zu haben, damit Dein Blog gefüllt wird.

Da die meisten Blogs eine Kommentarfunktion haben, können Deine LeserInnen auf die Beiträge reagieren und Du kannst entsprechend darauf antworten. Und damit ist es möglich, dass ihr miteinander in Kontakt tretet. Denn ein Blog lebt nicht nur von den Beiträgen, es lebt von der Kommunikation.

Zudem kannst Du schneller auf bestimmte Ereignisse reagieren, die aktuell in der Welt des Schreibens passieren. Nehmen wir an, es gibt eine wichtige Änderung in der SP-Szene oder der Verlagswelt und Du hast das Bedürfnis darüber etwas zu schreiben, Dein Blog ist der passende Ort dafür.

Natürlich könntest Du einen solchen Text auch auf Deiner Internetseite packen, das stimmt. Aber wenn Du regelmäßig so etwas schreibst, könnte es passieren, dass diese irgendwann unübersichtlich wird (dafür gibt es ja die Beitragsübersicht im Pull-down-Menü). Zudem kannst Du Dich nicht mit jemandem austauschen, die oder der ähnliche Erfahrungen wie Du gemacht hat, die Sache anders sieht oder nachfragen hat.

Und theoretisch könnte ein Blog auch eine Internetseite ersetzen. Es spricht also eine Menge für einen Blog.

Die Nachteile eines Blogs

Natürlich musst Du ihn regelmäßig füttern (auch wenn es nur einmal im Monat ist). Das bedeutet, Du musst Dich hinsetzen und etwas schreiben und es dann auch zu einem bestimmten Termin veröffentlichen.

Das bedeutet, dass Du ein Thema finden musst, um darüber zu schreiben. Gegebenenfalls musst Du recherchieren oder Deine Meinung argumentativ untermauern. Auf alle Fälle machen die Beiträge durchaus arbeit. Rechne gerne mit mehreren Stunden für einen halbwegs guten Beitrag.

Und natürlich will dieser auch überarbeitet werden (nicht immer ist es gut, die erste Fassung zu veröffentlichen). Denn Satzverwirrungen können sich einschleichen oder Du wiederholst Dich. Das kann alles vorkommen und kommt auch vor.

Weiterhin kann es durchaus auch frustrierend sein, wenn die Leute nicht auf Deinen Beitrag reagieren. Gerade am Anfang bedeutet das also, dass Du einen sehr langen Atem haben solltest.

Im ersten Jahr meines Bloglebens war es so, dass ich schon richtig glücklich war, wenn am jedem Tag der Woche überhaupt welche meinen Blog aufgesucht haben. Und wenn ich mehr als 10 Klicks am Tag hatte, ich war so glücklich wie eine Schneekönigin. Likes oder gar Kommentare waren trotzdem sehr rar gesät. Das sind schlichtweg Fakten, mit denen man sich durchaus beschäftigen sollte.

Erst nach und nach passierte es, dass ich jeden Tag Besucher*tnnen auf meinem Blog begrüßen darf und das sogar im hohen zweistelligen Bereich und auch teilweise im dreistelligen Bereich. Aber auch wenn Du Dich an die ganzen Tipps und Tricks von irgendwelchen Blogexpert*innen hältst, es wird immer eine gewisse Zeit dauern, bis Dein Blog berühmt wird.

Es könnte sein, dass das anders aussieht, wenn Du vorher schon eine gewisse Berühmtheit erlangt hast. Aber rechne einfach erst einmal damit, dass der Anfang schwer wird. Das sage ich nicht, um Dich zu entmutigen. Ganz im Gegenteil, je mehr Du an Dich und Deinen Texten arbeitest, desto schöner wird die Belohnung. Ich möchte Dich nur darauf hinweisen, dass die Sache eben ihre Zeit benötigt. Aber es kann sich durchaus lohnen.

Der rechtliche Kram

Da ich das schon in meinem Beitrag rund um die Internetseite erwähnt habe, möchte ich mich hier nicht wiederholen. Daher bitte ich Dich höflichst, dort alles Weiter nachzulesen, vielen Dank.

Die Kommentarfunktion

Da eine Internetseite nicht zwangsläufig über eine Kommentarfunktion verfügt, außer Du entscheidest Dich ein Gästebuch einzufügen, möchte ich an dieser Stelle gesondert darauf eingehen, da es hierbei durchaus was zu beachten geben kann.

Aber auch hier gilt, ich selbst bin keine Juristin oder hab eine juristische Ausbildung mit der Erlaubnis, eine entsprechende Beratung anzubieten. Wenn Du also weitere Fragen hast, bitte ich Dich, dass Du Dich damit an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt wendest. Dort wird Dir sicherlich bei speziellen Fragen geholfen.

Auch wenn sich das vielleicht komisch anhört, Du bist für die Kommentare der Anderen verantwortlich. Das bedeutet, was auch immer auf Deinem Blog als Kommentar hinterlassen und nicht von Dir kontrolliert wird, kannst Du dafür gegebenenfalls verklagt werden. Zumindest war das die Rechtsprechung vor einigen Jahren so (damals auch mit Gästebüchern und Foren).

Und ich befürchte, dass sich zwischenzeitlich nicht viel daran geändert hat. Immerhin gab es vor einigen Jahren (zumindest meine ich mich daran zu erinnern) ein Urteil, dass man auch dafür verantwortlich ist, was auf der eigenen Facebook-Seite geteilt wird. Warum sollte sich also daher die Sache auf dem Blog als Kommentar geändert haben?

Aber keine Panik, es gibt die eine oder andere einfache Methode, um das alles zu umgehen.

Keine automatische Freischaltung der Kommentare

Eine für mich wichtige Einstellung bezüglich der Kommentare ist die, dass diese nicht automatisch freigeschaltet werden. Auch dann nicht, wenn die entsprechende Person bereits auf meinem Blog kommentiert hat. Denn man weiß nie, mit was für Personen man es zu tun hat. Dann schaltest Du einen Kommentar frei, der an sich harmlos ist und beim nächsten Mal legt die Person so richtig zu und beleidigt Dich oder wen auch immer und dieser Kommentar wird automatisch freigeschaltet. Keine gute Idee.

Normalerweise solltest Du in Deinem Blog ein entsprechendes Häkchen setzen können, dass die Kommentare erst einmal gespeichert werden und Du sie manuell freischaltest.

Ein weiterer Vorteil ist auch der, dass Du jeden Kommentar nach und nach abarbeiten kannst. Nehmen wir an, dass Du zu denen gehörst, die viele Kommentare bekommt. Dann könnte es passieren, dass diese irgendwann untergehen. Schaltest Du sie erst dann frei, wenn Du sie beantwortest, kann Dir das nicht passieren.

Kommentare im Notfall auch mal zensieren

Wenn Du das Gefühl hast, dass ein Kommentar urheberrechtlich geschütztes Material beinhaltet oder einfach nur voller Beleidigungen ist, dann ist es möglich, diesen zensiert zu veröffentlichten. Meine Empfehlung ist dabei, dass Du die gelöschten Stellen mit folgenden Zeichen kenntlich machst: […].

Du kannst auch in den eckigen Klammern schreiben, was Du gelöscht hast (zum Beispiel, Text aus dem Roman, der Kurzgeschichte oder was auch immer bzw. eine Beleidigung). Damit wissen alle LeserInnen, warum Du Dich für diesen Weg entschieden hast.

Hier noch ein kleiner Tipp. Bei Kommentaren mit Beleidigungen oder sonstigen Inhalt, der sich nach einer Straftat anhören könnte, mach bitte immer vom Original ein Screenshot. Damit hast Du immer ein Beweis in der Hand, solltest Du Dich gezwungen sehen, doch die Person anzeigen zu müssen. Im Rahmen der DSGVO solltest Du jedoch keine IP-Adressen mehr speichern. Daher ist es fraglich, inwiefern das juristisch verfolgt werden kann. Die Polizei wird Dir sicherlich hier Auskunft geben können.

Kommentare dürfen auch mal gelöscht werden

Für mich gibt es durchaus Kommentare, die sehr wohl gelöscht werden dürfen. Immerhin ist es mein Blog und ich trag die Verantwortung dafür, was hier veröffentlicht wird. Das gilt letztendlich auch für die Kommentare.

Erst einmal habe ich mich selbst entschieden, keine reinen Werbekommentare mehr zu veröffentlichen. Das sind Kommentare, die nichts zum Inhalt des jeweiligen Beitrages sagen, sondern wirklich nur für die eigene Webseite oder für das aktuelle Buch Werbung machen. Da ich selbst keine Werbeplattform bin und dafür nicht bezahlt werde, fliegen sie raus.

Bitte missverstehe das nicht, ich unterstütze gerne Autor*innen bei der Werbung für ihre Bücher. Sprich mich an und ich schreibe sogar ein Beitrag für Dich oder mit Dir. Daran soll es nicht scheitern. Nur wenn ich das Gefühl habe, die Leute interessieren sich weder für mich als Person noch für mich als Autorin oder als Bloggerin, warum sollte mich dann ihr Kommentar interessieren?

Wenn Du aber einen sinnvollen Kommentar schreibst und dann zu Deinem Blog linkst, wo vielleicht ein Beitrag steht, der zum Thema passt, dann sehe ich von einer Löschung ganz klar ab. Das ist für mich keine Werbung, sondern lediglich eine Verlinkung. Auf diese Weise habe ich auch Nike Leonhardt kennengelernt und sie möchte ich auf keinen Fall missen.

Kommentare, bei denen man das Gefühl hat, dass die/der Verfasser*in sich nicht die Mühe gemacht hat, sich den Beitrag zu lesen oder gar die verlinkten Beiträge, aber irgendwie etwas verzapfen muss, warum soll ich sie freischalten? Ich wüsste nicht wieso. Aber das ist ein Thema, da muss jede*r selbst entscheiden, wie sie oder er damit umgeht.

Solltest Du das machen, sei Dir versichert, viele solcher Leute werden dann Deinen Blog nicht besuchen. Daher sollte man hier eher sparsam vorgehen. Andererseits, es ist meine kostbare Lebenszeit. Warum sollte ich sie als mit Leuten verbringen, die sich nicht die Mühe machen ihre kostbare Lebenszeit ein wenig zu verschwenden, um den Beitrag zu lesen?

Beleidigende, rassistische, sexistische oder ähnliche Kommentare gehören natürlich sofort gelöscht. Nachdem Du ein Screenshot gemacht hast. Denn so etwas eine Plattform zu geben, halte ich für unsinnig und in manchen Fällen kann das sogar ganz schön nach hinten losgehen.

Den Screenshot solltest Du natürlich auch dafür behalten, falls Du eine Anzeige erstatten möchtest. Gegebenenfalls, wenn Du den Beitrag sowieso nicht veröffentlichen möchtest, kannst Du ihn auch da belassen, dann hast Du direkte Beweise für die Polizei.

Zwei Hinweise

Es mag sich vielleicht anhören, als müsstest Du regelmäßig Kommentare löschen und Dich mit Anwält*innen und der Polizei auseinandersetzen. Dem ist nicht so. Bisher musste ich bisher noch nie die Polizei anrufen, weil ein Kommentar grenzwertig war. Und der Blog ist ein paar Tage alt und früher habe ich schon einige Blogs geführt.

Das sind nur Hinweise, falls es doch mal kommen sollte und Du nicht weißt, was Du nun tun sollst. Einige könnten dann spontan auf dem Schlauch stehen.

Und zum Zweiten kann es immer passieren, dass jemand Meinungsfreiheit brüllt und Du sie ja ach so böse verletzt. Es stimmt, Artikel 5 des Grundgesetzes schützt die Meinungsfreiheit. Artikel 1 des Grundgesetzes hingegen spricht von der Würde des Menschen und das sie unantastbar sind.

Im Sozialkundeunterricht habe ich gelernt, dass die Rangfolge der Artikel im Grundgesetz eine Bedeutung hat. Je höher der entsprechende Artikel, desto wichtiger ist er. Das bedeutet, dass Deine Würde wichtiger ist, als die Meinungsfreiheit einer anderen Person. Sollte also jemand Deine Würde verletzten oder beschneiden wollen, hat sie oder er kein Recht dazu. Du hingegen hast das Recht die Meinungsfreiheit zu beschneiden. So einfach ist das.

Doch solche Gedanken könnten dann für Dich interessant werden, wenn Du über sehr kontroverse Themen schreibst. Das ist leider ein Fakt. Immer wieder verfolge ich Diskussionen auf Twitter (was hierzu nicht vergleichbar ist) und mir ist regelrecht die Kinnlade runtergefallen (Memo an mich, ich sollte einfach keine Kommentare mehr lesen). Da ging es sehr stark unter die Gürtellinie. Aber bei einem persönlichen Blog, indem es nur um Deine Bücher und Dein Leben als Autor*in geht, da sollte das eigentlich nicht passieren. Und wenn doch, keine Panik, hol Dir notfalls Hilfe und geh aufrecht in die Antwortfunktion.

Die Reiter

In einem Blog kannst Du mehrere „Reiter“ einfügen, in denen Du wichtige Informationen einfügen kannst (siehe bei meinem Blog oben die Reiter). Da ich mich dazu bereits in meinem Beitrag rund um die Internetseite dazu geäußert habe, wiederhole ich mich hier nicht. Bitte einfach dort notfalls noch einmal alles nachlesen. Danke schön.

Bücherrezensionen

Da ein Blog mehr Platz bietet, um verschiedene Beiträge zu schreiben, im Gegensatz zu einer Internetseite, möchte ich dieses Thema hier aufgreifen. Denn vor einiger Zeit wurde auf Twitter eine Frage zum Thema Buchrezension auf dem eigenen Autor*innenblog gestellt.

Und zwar ging es darum, ob man als Autor*in die Bücher anderer Autor*innen rezensieren darf bzw. sollte. Mein erster Gedanke war, ja klar, warum denn nicht? Doch eine andere Antwort leuchtet durchaus ein.

Wenn Dir ein Buch gefallen hat und Du eine positive Rezension schreibst, könnten einige auf den Gedanken kommen, dass es sich hierbei um eine Gefälligkeitsrezension handelt. Schreibst Du dagegen eine negative Rezension, bist Du natürlich nur neidisch.

Egal also, was Du machst, Du kannst nur verlieren. Daher wurde damals in der Diskussion empfohlen, eben keine Rezensionen auf einen Autor*innenblog zu veröffentlichen. Neuerscheinungen kannst Du ankündigen, dass wurde allgemein zugestimmt. Und Rezensionen gehört auf Dein Reziblog. Oder eben auf gewissen Onlineportalen.

Wie Du das letztendlich machst, wie so oft, ist am Ende Deine eigene Entscheidung.

Abschlussgedanken

Theoretisch gibt es zum Thema Blog noch eine Menge zu sagen. Aber Du kannst Dich auch einfach von den vielen anderen Autor*innenblogs inspirieren lassen und sehen, was am Ende dabei herauskommt. Mach Dir Notizen, mit welchen Kategorien Du arbeiten möchtest oder auch was für Beiträge Du verfassen willst.

Du kannst entweder eine Internetseite haben oder einen Blog. Mit beiden zusammen kannst Du durchaus mehr Leute erreichen. Denn eine Internetseite bietet nicht zwangsläufig viel Material, um die Leute dauerhaft dort zu binden. Haben sie einmal alles durchgelesen, dann ist eine Internetseite nicht mehr interessant. Aber wenn Du dazu noch einen Blog hast, dann werden Deine Leser*innen aller Wahrscheinlichkeit eher zurückkommen. Denn sie wollen Deinen neuesten Beitrag lesen.

Überleg Dir daher, ob Du Dir einen Blog anschaffen möchtest, und recherchiere dann, welcher Anbieter für Dich der richtige ist. Und dann leg einfach los.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr lesenden Besuch.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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