Lektorat: Ja oder Nein

Märzbeiträge

Hei, hallo und herzlich willkommen,

jede Geschichte braucht ein Lektorat, bevor man diese veröffentlicht. Gerade dann, wenn man nicht in einem Verlag veröffentlicht und daher das Lektorat quasi gratis dazu bekommt. Zumindest hieß das bisher so. Doch stimmt das? Darüber möchte ich heute mit Dir diskutieren. Wobei ich vorab erwähnen möchte, dass der Beitrag sehr subjektiv ist.

Eine kurze Definition: Was ist ein Lektorat?

Um zu klären, ob man ein Lektorat braucht, möchte ich erst einmal kurz erklären, was das überhaupt ist. Ein Lektorat ist eine Überarbeitung Deiner Geschichte. Dazu gehören zum Beispiel Plotlöcher, Fehler in den Charakteren und weitere Schwächen. Es kann auch sein, dass Dir empfohlen wird etwas früher zu erwähnen oder später. Oder es wird ein ganzer Kapitel umgestellt und so weiter.

Idealerweise ist am Ende Deine Geschichte besser als vorher. Denn irgendwann sehen wir nicht mehr die Schwächen unserer eigenen Geschichte und denken, dass alles, was wir geschrieben haben, sinnig und gut ist (mehr oder weniger). Daher ist es gut, wenn eine neutrale Person drauf schaut und Dir sagt, wo man es doch besser machen kann. Dafür benötigst Du eine Lektorin und durchaus ein wenig mehr Geld. Denn ein Lektorat kann durchaus zwischen fünfhundert und tausend Euro kosten. Rechne mit einem durchschnittlichen Preis von 5 Euro pro Normseite.

Ein Korrektorat wird im Lektorat nicht vorgenommen. Viele sind zwar nett und weisen Dich auf Rechtschreibfehler hin, aber das ist nicht deren Aufgabe.

Ein Korrektorat hat nämlich nichts mit einem Lektorat zu tun. Hier wird noch einmal über Rechtschreibfehler, Satzbau und Ähnliches drüber geschaut. Manchmal wird Dir auch empfohlen, einen Satz anders zu schreiben, um eine bessere Wirkung zu bekommen. Aber auf den Inhalt wird da nicht eingegangen. Außer Du hast jemand ganz liebes und weißt Dich auf Fehler hin. Das liegt aber dann an der Person.

Welche Ausbildung hat eine Lektorin?

Um eine Lektorin zu werden, musst man weder studiert oder eine Ausbildung absolviert haben. Denn Lektorat bzw. Lektorin ist kein geschützter Begriff. Das bedeutet, dass sich jede und jeder sofort Lektorin bzw. Lektor nennen kann, wer dazu Lust hat. Ja, auch Du darfst das, wenn Du willst. Das ist aber auch eine Sache, was bei vielen negativ aufstößt.

Idealerweise weiß aber eine Lektorin, was zu tun ist. Das bedeutet, dass sie etwas Literarisches studiert hat, zum Beispiel Germanistik. Und zudem sollte sie auch eine Menge lesen, und wenn es ganz gut kommt, dann schreibt sie auch selbst Geschichten. Damit kennt sie die Grundlagen eines Romans besser, als wenn sie nur die Angelegenheit aus der Theorie kennt. Aber das ist keine Muss-Bedingung, sondern eine Kann-Bedingung.

Die Grundlage der Diskussion

Doch warum gibt es jetzt eine Diskussion zum Thema Lektorat? Das hat etwas mit dem Beitrag der Autorin Anja Bagus zu tun. Kurz geschrieben, sie erklärte, warum sie kein Lektorat in Anspruch nehmen möchte und nennt dafür auch ihre Gründe.

Als Reaktion darauf erklärte die Autorin Vera Nentwich, warum ein Lektorat doch wichtig ist. Zumindest aus ihrer Sicht. Aber auch andere Lektorinnen haben ihre Meinung dazu kundgetan (dazu gab es vor zwei Jahren eine Seite, die zwischenzeitlich leider verschwunden ist, schade). Und wenige schreiben sogar pro und kontra Beiträge dazu.

Natürlich verteidigen beide Seiten mit guten Argumenten ihre Sicht der Dinge und man kann sie verstehen, wenn man sich mit der Angelegenheit eingehend beschäftigt. Aber darum geht es nicht, denn es geht um Deine ganz persönliche Entscheidung, wie Du an diese Sache herangehst.

Im Folgenden möchte ich Dir mögliche Argumente geben, die für ein Lektorat oder auch dagegen sprechen.

Zum Beitrag selbst

Im Folgenden werde ich die häufigsten Punkte zum Lektorat aufführen und aus der Sicht einer fiktiven Autorin und einer fiktiven Lektorin beantworten. Zumindest so, wie ich es mir denke und wie ich es häufig im Internet gelesen und auch in Gesprächen mit anderen Autor*innen erfahren habe. Dabei ist trotzdem alles fiktional und teilweise sehr überspitzt. Zudem sind die meine beiden Damen auch Fähnchen im Wind. Das bedeutet, dass sie ihre Meinung regelmäßig der Frage anpassen.

Wie geschrieben, die Antworten sind überspitzt, entsprechen nicht alle meiner persönlichen Meinung, auch wenn ich in der Ich-Version schreibe.

Argumentation zum Lektorat

Frage: „Warum sollte ich ein Lektorat in Anspruch nehmen?“

Aus der Sicht der Lektorin …

„Als Lektorin ist es meine Aufgabe, das Beste in dem Text einer Autorin zu suchen, zu finden und zu bergen. Ich will der Autorin helfen, den bestmöglichsten Text, die bestmöglichste Geschichte zu schreiben, die man aus dem Rohmaterial, welches ich bekommen, schaffen kann.

Autor*innen sind durchaus in der Lage gute bis sehr gute Texte zu schreiben. Aber irgendwann werden sie betriebsblind und können nicht mehr sehen, wo man noch den Text verbessern kann. Gerade wenn sie schon einige Male über ihre Geschichte gelesen und diesen schon einige Male überarbeitet haben.

Da kommen wir ins Spiel und helfen den Autor*innen bei ihrer Arbeit. Wir schauen aus einer neutralen Perspektive auf die Geschichte, welche Familie und Freunde niemals einnehmen können. Denn als Lektorin bin ich nicht emotional mit der*m Autor*in verbunden. Sie*Er ist mein*e Auftraggeber*in, und ich versuche diesen Auftrag so gut wie nur möglich abzuschließen. Und daher gebe ich mein Bestes bei meiner Arbeit.“

Aus der Sicht der Autorin …

„Als Autorin gebe ich mir alle Mühe, meine tollste, schönste und beste Geschichte zu schreiben, zu der ich gerade in der Lage bin. Mir ist aber bewusst, dass ich als Erstautorin da sicherlich noch ein wenig Hilfe benötigen kann.

Natürlich hole ich mir vorher durchaus Hilfe von Familie und Freunden, auch wenn ich weiß, dass ich ihre Ratschläge nicht zu sehr vertrauen sollte. Weiterhin suche ich mir auch ein*e Beta-Leser*in, damit sie mir hilft, weitere inhaltliche Fehler zu finden und mitsamt den Rechtschreibfehlern die Geschichte zu verbessern.

Mir ist aber bewusst, dass eine Lektorin, die schon entsprechende Erfahrung in dieser Arbeit hat, hier unverzichtbar ist. Denn sie hat viele Romane nicht nur gelesen, sondern auch lektoriert und damit gesehen, was gut ankommt und wie ich auch auf dem Markt bestehen kann. Das ist mir als angehende Autorin wichtig.“

Welche Leistungen kann ein Lektorat bringen?

Aus der Sicht der Lektorin …

„Als Lektorin versuche ich natürlich, jedes Plotloch zu stopfen und glaubwürdige Charaktere zu erschaffen. Weiter gehört es zu meinen Aufgaben, einen guten Satzbau und die Grammatik zu überprüfen. Wobei ich jedoch immer empfehle, noch ein Korrektorat dazu zu buchen. Denn auch wir werden irgendwann einmal betriebsblind und sehen dann viele Fehler nicht mehr. Denn unser Gehirn sagt, dass der Satz oder das Wort richtig ist, auch wenn es so nicht stimmt.

Mein Ziel ist es am Ende, dass der bestmöglichste Text veröffentlicht werden kann, den es gibt.

Weiterhin kann ich auch auf unlogische Sätze hinweisen, Bandwurmsätze oder auch unglaubwürdige Handlungen, Wendungen oder Situationen. Alles, was man als Autorin irgendwann nicht mehr sieht.“

Aus der Sicht der Autorin …

„Sicherheit. Ich denke, Sicherheit ist hier ein gutes Stichwort. Denn woher soll ich als Autorin, gerade mit einer Erstveröffentlichung wissen, was gut ist, was gut ankommt und wo ich selbst noch Fehler gemacht habe?

Da bietet sich ein Lektorat an, um mir die Sicherheit zu geben, damit ich weiß, was ich tun kann und was nicht. Denn ich will ja nicht, dass mein Erstlingswerk auch mein Letztes ist, weil die Leute mich am Ende meiden.“

Welche Kosten können entstehen?

Aus der Sicht der Lektorin …

„Jedes Lektorat ist absolut individuell. So kann ein Roman auf meinem Tisch landen, der kaum, bis gar keine Arbeit benötigt. Da ist es nur natürlich, dass ich nicht so viel berechne. Doch dann kommt ein Buch auf meinem Tisch, der nur so von Fehlern strotzt. Dafür benötige ich mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit und am Ende kann das natürlich teuer werden.

Daher ist es nicht möglich zu sagen, wie viel letztendlich ein Lektorat kosten kann. Das ist absolut individuell zu sehen.“

Aus der Sicht der Autorin …

„Das ist der ärgerliche Teil an der ganzen Geschichte. Ich kann grob sagen, wie viel mich ein Cover kostet. Oder auch die Zeit, die ich mit dem Schreiben verbringe. Oder auch meine Werbematerialien. Aber ich kann nicht damit rechnen, wie viel mich so ein Lektorat kostet. Da fällt es mir schon schwer, die Kosten zu kalkulieren und zu sparen.

Wenn es wenigstens eine grobe Orientierung haben könnte, wäre das schon einmal. Aber selbst das bieten nur wenige Internetseiten an. Ich soll anfragen. Schön. Da würde ich schon gerne vorher eine grobe Orientierung haben.

Von zehn Lektorinnen bieten vielleicht die Hälfte eine Preisorientierung an, die ich so im Internet gefunden habe. Und bisher habe ich nur einen einzigen Anbieter entdeckt, die klar benennen, was sie kosten.“

Lektorinnen arbeiten nicht gut

Aus der Sicht der Lektorin …

„Natürlich sind nicht alle Lektorinnen gut, leider. Aber wer sich beim „Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren“ umschaut, findet dort Kolleginnen und Kollegen, denen man durchaus vertrauen kann. In dieser Hinsicht wird man nicht allein gelassen.

Und natürlich kann man sich auch mit anderen Autor*innen über Empfehlungen unterhalten. Es gibt also genügend Möglichkeiten herauszufinden, wer gut ist und wer nicht. Man wird da nicht allein gelassen, außer man will sich nicht erkundigen.”

Aus der Sicht der Autorin …

„Klar gibt es durchaus gute Lektorinnen. Darüber muss man wohl nicht diskutieren. Aber gleichzeitig gibt es genügend Lektorinnen, die nicht die Geschichte im Fokus haben, sondern ihr eigenes Ego. Und daraus soll am Ende eine gute Geschichte werden? Ich glaube weniger.

Da ja jede sich Lektorin bezeichnen darf, die darauf Lust hat, kann man da wirklich nicht wissen, ob man jemand wirklich Gutes erwischt. Und dann ist das Geld auch schon futsch und ich sitze da und muss zusehen, wie ich dann zu einem wirklich guten Lektorat komme.“

Natürlich sind das nur exemplarische Punkte. Aber ich denke, Du hast ein Gefühl dafür bekommen, welche Gedanken dazu führen können, sich für oder gegen ein Lektorat zu entscheiden.

Achtung! Horrorgeschichten!

Wenn Du Dich mit anderen Autor*innen unterhältst, dann wirst Du früher oder später auf die eine oder andere Horrorgeschichte aus dem Lektorat stoßen. Die wohl berühmteste Geschichte dürfte von Joanne K. Rowling stammen. Vielleicht kennst Du aus dem ersten Buch die Szene auf der Mädchentoilette. Hermine Granger versteckte sich dort und der Troll, der in das Schloss eingedrungen war, kehrte dort ein und griff Hermine an. Harry Potter und Ron Weasley kamen ihr zur Hilfe. Der Rest ist bekanntlich Geschichte.

Rowling musste um diese Szene kämpfen, da ansonsten das Lektorat diese gerne rausgeschmissen hätte.

Aber auch von anderen habe ich schon gehört, dass sie Probleme mit ihrem Lektorat hatten. So haben sie den Text nicht wirklich überarbeitet oder nur die Hälfte der zugestandenen Leistung erbracht.

Das kann durchaus passieren. Da ich noch zum Thema “Arbeit mit einem Lektorat” noch einmal drauf näher eingehen werde, möchte ich das Thema erst einmal anschneiden. Lass Dich von solchen Geschichten nicht abschrecken, wenn Du Dich für ein Lektorat entscheidest. Recherchier erst einmal über die Person und ihre Arbeitsweise. Nutze ein Probelektorat. Und vor allem, hör auf Dein Bauchgefühl.

Warum solltest Du ein Lektorat in Anspruch nehmen?

Es sprechen durchaus Punkte für ein Lektorat. Dazu gehören unter anderem, dass Du teilweise nicht in der Lage bist, die ganzen Fehler in Deiner Geschichte zu erkennen. Denn ich kenne mich diesbezüglich. Ich liebe meine Geschichten und natürlich sind sie für mich perfekt. Daher werde ich nicht unbedingt alle Schwächen sehen, die meine Geschichte letztendlich unleserlich machen könnten. Aus diesem Grund ist es schon gut, wenn mir jemand über die Schulter schaut und sagt, was ich besser machen kann, was gut ist und wo ich die Wahl habe, was ich lassen und was ich ändern könnte.

Und die meisten Lektor*innen haben dafür einen Blick. Immerhin haben gute Lektor*innen damit Erfahrungen gesammelt. Idealerweise mit mehr als nur einem Buch. Daher darf man durchaus erwarten, dass sie wissen, was sie tun. Und dieses Wissen kannst Du Dir jederzeit zunutze machen und damit Deinen Roman verbessern, wenn nicht sogar retten. Wer weiß das schon.

Lektor*innen arbeiten idealerweise nicht nur mit der einen oder anderen Person gelegentlich zusammen. Sondern mit verschiedenen Autor*innen, sowohl im Selfpublishing als auch mit Verlagsautor*innen (sofern sie Selfpublishingautor*innen nicht von vornherein ablehnen, was vorkommt). Dadurch haben sie einen Einblick mit einer Vielzahl von Arbeiten. Aber es ist besser, wenn sie in einen oder wenigen Genres arbeiten. Denn dadurch haben sie einen Einblick in das Genre und wissen, worauf es ankommt.

Ich habe mir einige Internetseiten von Lektor*innen angesehen. Und diese haben sich auf wenige Genres konzentriert. Gleichzeitig haben sie auch die Genres aufgelistet, die sie nicht bearbeiten oder lektorieren möchten. Dadurch kannst Du noch am ehesten herausfinden, mit wem Du, zumindest theoretisch arbeiten könntest.

Aber natürlich ist nicht alles gut, was Lektorat heißt. Denn häufig habe ich bei Facebook gelesen, dass manche einfach nur gut in der Rechtschreibung sind und ein wenig Erfahrung in dieser Arbeit haben. Und schon nennen sie sich Lektor*innen. Das ist das Problem, dass die Bezeichnung Lektorat nicht geschützt ist. Wie oben erwähnt, wir alle könnten uns heute noch ein Bild auf unsere Internetseite packen und sofort die Leistung eines Lektorats anbieten.

In wiefern die Qualität hier gegeben ist, kann ich selbst nicht beurteilen. Einige scheinen gut zu sein, da sie sehr viel Lob erhalten. Zugleich sind ihre professionelle Kolleg*innen auch nicht immer besser als sie. Ich lese so oft negative Geschichten mit Lektor*innen, dass man sich schon fragt, was da hinter den Kulissen abgeht.

Gute Lektor*innen geben Dir letztendlich nur Vorschläge, wie Du Deine Geschichte am Ende besser schreiben kannst. Sie schreiben Dir nicht vor, wie Du Deinen Roman zu verändern hast, sondern sagen Dir, wie Du das Beste aus der Geschichte herausholst.

Zu diesem Thema werde ich mich aber noch einmal gesondert äußern.

Abschlussgedanken – Deine Entscheidung

Letztendlich kann Dir niemand die Entscheidung abnehmen, ob Du ein Lektorat in Anspruch nimmst oder nicht. Es kann eine finanzielle Entscheidung sein, eine persönliche, man könnte sogar sagen, im kleinen Rahmen eine politische. Bei Kurzgeschichten entscheiden sich zum Beispiele viele gegen ein Lektorat. Gerade dann, wenn sie die Geschichte kostenfrei abgeben. Da würden die Kosten den Nutzen vermutlich sprengen.

Wenn Du gute Betaleser*innen hast, kann das durchaus ein Lektorat ersetzen. Aber natürlich ist es auch wichtig, die Richtigen zu finden. Und das ist manchmal genauso schwierig, wie ein gutes Lektorat zu finden.

Entscheidest Du Dich gegen ein Lektorat, dann solltest Du auf alle Fälle mit entsprechendem Gegenwind rechnen. Das ist leider ein Fakt. Denn viele halten Dich prinzipiell für ein*e schlechte*n Autor*in, nur weil Du kein Lektorat in Anspruch genommen hast. Dabei ist es denen egal, wie gut oder wie schlecht Dein Buch ist. Haben sie erfahren, dass Du eben kein lektoriertes Buch veröffentlicht hast, bist Du unten. Und zwar aus Prinzip.

Und wenn Du ein Lektorat in Anspruch genommen hast, dann ist das leider nicht immer eine Garantie, dass die Arbeit danach perfekt ist. Denn auch sie können den einen oder anderen Fehler übersehen, weil sie diesen nicht wahrgenommen haben. Oder Du könntest den Vorschlag nicht angenommen haben, den Du bekommen hast. Es gibt so viele Gründe, warum ein Lektorat nie eine Garantie für ein gutes Buch ist.

Zudem, wie oft habe ich Verlagsbücher gelesen, wo ich mich gefragt habe, wie das Buch durch das Lektorat gekommen ist. Denn häufig entdecke ich Schwächen in der Geschichte, die man ohne weiteres hätte ausbessern können. Doch dies wurde nicht getan.

Egal wie Du Dich entscheidest, mach Dir Gedanken darum, wieso Du so entschieden hast, und steh dazu. Das kann ich Dir nur empfehlen. Alles andere liegt an Dir. Und niemand sonst sollte Dir da reinreden.

Bei Deiner Entscheidung wünsche ich Dir viel Glück.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

9 Gedanken zu „Lektorat: Ja oder Nein

  • 5. März 2018 um 21:32
    Permalink

    Liebe Carola,
    danke, dass du meinen Artikel erwähnst. Allerdings bin ich keine Lektorin. Ich eine Selfpublisherin, die ein Lektorat für unabdingbar hält.
    Herzlichen Gruß,

    Vera Nentwich

    Antwort
    • 7. März 2018 um 18:26
      Permalink

      Hallo Vera,

      danke für den Hinweis. Dann werde ich das gleich korrigieren.

      Liebe Grüße
      carola

      Antwort
  • 10. März 2018 um 8:15
    Permalink

    Ich habe die Diskussion mit Anja Bagus etc. damals nicht wirklich verfolgt. Kurz zu mir: ich schreibe seit 20 Jahren professionell für Verlage und seit ein paar Jahren (zusätzlich) als Selfpublisher. Es ist doch so: Jedes veröffentlichte Buch konkurriert automatisch mit professionell lektorierten Titeln aus Verlagen. Ob diese einem nun persönlich gefallen, stet auf einem anderen Blatt. Dem Leser ist es nach meiner Erfahrung egal, ob das Werk nun von einem Verlagsautor oder von einem Selfpublisher stammt. Aber er wird es nicht verzeihen, wenn der Roman sich schon nach wenigen Seiten als amateurhaft/unglaubwürdig entlarvt. Wobei ich nicht sagen will, dass jeder Verlagstitel perfekt ist.

    Antwort
    • 12. März 2018 um 17:45
      Permalink

      Hallo Martin,

      mir persönlich ist es egal, von wem ich ein Buch lese, also von Verlagsautor*innen oder Selfpublisher*innen. Beide haben Perlen und beide haben Geschichten, bei denen ich mir denke, was sollte das denn sein?
      Eine Geschichte einer Selfpublisherin blieb mir besonders hängen. Kapitel 1 war DER Hammer und ich hab mich auf den Rest gefreut. Leider war der Rest … nun ja, nicht so schön mehr. Das Schlimme fand ich dabei, dass das Buch tatsächlich ein Lektorat hatte und die Autorin sich bei dieser bedankt hatte, weil danach die Geschichte besser wurde … einen weiteren Kommentar erspare ich mir an dieser Stelle.

      Letztendlich kann nur die Autorin bzw. der Autor entscheiden, was am Ende in die Geschichte kommt. Meine Erfahrung hat gezeigt, irgendeine kritische Stimme sollte man tatsächlich haben. Egal ob sich diese Betaleser*in oder Lektor*in nennt.

      Liebe Grüße

      Antwort
  • 10. März 2018 um 10:37
    Permalink

    Ein Lektorat für den Selbstverleger? Nein danke. Als Selbstverleger hat man kaum eine Chance, mit seiner Veröffentlichung eine nennenswerte Zahl von Lesern zu erreichen. Das hat nichts mit der Qualität der Veröffentlichung zu tun. Das ist lediglich eine Frage der professionellen Vermarktung. Der ROI (Return on Investment) wird mit einem Lektorat deshalb nur in extremen Ausnahmefällen erreicht. Wozu also ein Lektorat, mag es so gut sein, wie es will? Ich persönlich sehe nur eine einzige Motivation für diese Investition: den persönlichen Anspruch des Autors, eine relativ perfekte Arbeit gedruckt zu sehen. Wäre man böse, was ich nun wirklich, wirklich, bis auf wenige Ausnahmen nicht bin, so könnte man sagen, es wäre die persönliche Eitelkeit. Aber das sage ich nicht, also bitte vergesst es gleich wieder.
    Ein gangbarer Weg für Selbstverleger ist meines Erachtens die mühevolle Arbeit der Selbstkorrektur (sowohl des Korrektorats als auch des Lektorats). Das Ergebnis kann nicht so gut sein, wie es durch die Arbeit eines guten Lektors wäre, da sind wir uns einig. Aber auch die Frage, wer ein guter Lektor ist, wäre zu hinterfragen. Ist es ein Mensch, der durch eine genderfreundliche Schreibung die Lesbarkeit eines Textes behindert? Ich weiß es nicht 😉

    By the way: Ich hatte bereits ein Lektorat und würde mich für jedes meiner Werke über ein solches freuen, bin auch als Selbstverleger kritikfähig. Das weiß ich aus Erfahrung, sowohl aus meinem abgelegten Beruf als auch durch das Lektorat. Mein einziges Argument gegen das durch den Autor bezahlte Lektorat ist das GELD! OK, ich bin Badener, das ist fast so etwas wie ein Schwabe 😉 , weshalb man uns auch Westschwaben nennt.
    Fragt man Coverdesigner, so ist ein professionelles Design unerlässlich. Ebenso ist das Korrektorat unerlässlich, nicht zu vergessen, die professionelle Formatierung der Druckvorlage. Hat man dies alles investiert, so MUSS man selbstverständlich einen Medienexperten mit dem Marketing beauftragen. Hohoho … Liebe Selbstverlags-Kollegen, ihr spürt, wo das alles hinführt? In den finanziellen Ruin! Ihr gründet am besten gleich einen Verlag. Denn tut ihr das alles, was ich oben aufgeführt habe, dann seid ihr mit Fug und Recht Selbst-VERLEGER. Ob ihr damit mehr verkauft? Im Traum schon. Kleine Verlage haben exakt die gleichen Probleme wie “echte” Selbstverleger.
    Liebe Carola, bitte entschuldige meine herbe Meinung, aber ich bin schon seit einigen Jahren als Selbstverleger unterwegs und werde die ökonomische Ausbildung an der Uni-Mannheim als Dipl. Hdl. einfach nicht los, so sehr ich mich auch darum bemühe 😉 Ich bleibe dran! Du weißt ja: Gott ist mit den Unermüdlichen.

    Antwort
    • 12. März 2018 um 17:53
      Permalink

      Lieber Peter,

      Dir sei Deine Meinung gegönnt und ich werde mich bestimmt nicht hinstellen und sagen, dass sie richtig oder falsch ist. Denn sie ist Deine Meinung. Und jeder Mensch darf und sollte zu Themen, welche die Person betreffen, eine eigene Meinung haben und diese jederzeit respektvoll vertreten dürfen. Das hast Du getan 🙂

      Wenn Du sehr, sehr kritische Betaleser*innen hast, welche Dir offen und ehrlich sagen, was Du noch besser machen kannst, was gut ist und was Du noch streichen kannst, dann erübrigt sich gelegentlich tatsächlich ein Lektorat. Auf der LoveLetter Convention hab ich von einigen gehört, dass sie keines mehr in Anspruch nehmen, weil sie auch zwischenzeitlich so geübt sind und wissen, wo ihre Stärken und vor allem, wo ihre Schwächen sind. Und dieses Wissen wenden sie dann in ihr Selbstlektorat an.

      Und in der Tat hab ich schon einige Geschichten gelesen, die ein Lektorat hatten und bei denen ich mich immer noch frage, echt jetzt? Das ist gar keine gute Werbung für die jeweiligen Lektor*innen. Beim Kommentar von Martin erwähnte ich das eine Buch, bei dem Kapitel 1 sehr stark ist und danach die Qualität absackte. Trotz Lektorat. Aber da frage ich mich, was wäre gewesen, wenn sie auf dieses verzichtet hätte.

      Inwiefern sich ein Lektorat finanziell rechnet, wird man wohl nie erfahren. Denn die gleiche Geschichte kann man halt nicht unlektoriert veröffentlichen, um ein Vergleichswert haben. Und ein Vergleich mit einer anderen Geschichte würde auch hinken. Denn jede weitere Geschichte wird immer besser sein, als die vorherige. Einfach, weil man mehr Erfahrungen gesammelt hat.

      Letztendlich müssen wir alle für uns selbst entscheiden, möchte ich ein Lektorat oder nicht. Die Entscheidung möchte und werde ich niemanden abnehmen. Aber ich finde, man sollte sie für sich selbst treffen. Egal, wie sie ausfällt. Aber auf alle Fälle sollte man das Geld in ein vernünftiges Cover und in ein Korrektorat investieren. Zwar gibt es viele Blogger*innen, die keine Bücher ohne ein Lektorat lesen. Sei geschenkt. Aber es gibt extrem viele Leser*innen, die es mir niemals verzeihen würden, wenn auch nur ein einziges Komma falsch gesetzt wurde.

      lg

      Antwort
  • 17. März 2018 um 18:58
    Permalink

    Ich bin Lektorin (und Autorin & Ghostwriter) und nenne seit jeher meine “Preise ab” – dzt. sind das ab 4,70 Euro/Normseite. Ich tue das, weil Kunden ein Recht auf Orientierung haben und weil ich so weiß, dass der Preis für den, der anfragt, zumindest grundsätzlich in Frage kommt.

    So, genug “geschachtelsatzt” – das mache ich natürlich nur in Kommentaren, nicht in Texten. :-)))

    Antwort
    • 19. März 2018 um 18:49
      Permalink

      Hallo Anni,

      lieben Dank. Dann muss ich sagen, dass Du eine der wenigen bist. Als ich für den Beitrag damals recherchiert habe, schienen sehr viele ein großes Geheimnis um den Preis zu machen. Natürlich kann man einen Preis letztendlich dann abklären, wenn man das Manuskript kennt. Aber als Orientierung hätte ich gerne irgendetwas. Das sehen leider viele anders.

      Danke schön 🙂

      Antwort
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