Lektorat? Nein danke, das mache ich selbst

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

leider reicht es nicht aus, einfach nur einen Roman zu schreiben, und dann hat sich die Arbeit erledigt. Danach geht diese nämlich erst richtig los. Dabei hat jede Autorin und jeder Autor eine eigene Methode, wie sie oder er mit der Überarbeitung umgeht. Gerade dann, wenn Du für Dich entscheidest, kein Lektorat für Dich in Anspruch zu nehmen. Dann musst Du härter mit Deinem Text ins Gericht gehen, als wenn Du das jemand anderen überlässt.

Daher möchte ich den heutigen Beitrag in zwei Teile aufteilen. Im ersten Beitrag zeige ich Dir, in welchen Phasen Du Dein Romanprojekt einteilen kannst. Und im zweiten gebe ich Dir ein paar Tipps, wie Du den Text überarbeiten kannst.

Kurze Vorgedanken

Über kurz oder lang wirst Du Deine Methode finden, wie Du Deine Geschichten überarbeitest. Das ist ganz normal. Aber es könnte halt sein, dass Du noch gar keine Ideen hast, wie das theoretisch gehen könnte. Wie oft solltest Du Deinen Roman überarbeiten, bevor Du es an eine Lektorin schickst? Oder wann solltest Du fremde LeserInnen bitten, Dir zu helfen? Oder welche Schritte könntest Du vornehmen, bevor Du Deinen Text allein veröffentlichst?

Letztendlich musst Du das für Dich entscheiden. Aber trotzdem kommt hier mein Vorschlag.

Kurze Anmerkung noch, bevor es losgeht: Einige Phasen greifen nahtlos ineinander über. Du wirst sicherlich schon merken, wo Du diese gleichzeitig bearbeiten kannst, auch wenn ich sie hier (zur Übersicht) getrennt aufführe.

Und die Bezeichnungen der Alpha-, Beta- und Omega-Leser*Innen und ihre Erklärungen stammen von mir. Andere werden diese anders bezeichnen (meistens nur Betas) und sie anders definieren. Das ist in Ordnung, für mich werde ich die folgenden Erklärungen verwenden.

Deinen Roman schreiben (Deine erste Fassung)

Dazu muss ich sicherlich nicht viel schreiben. Ohne eine fertige Geschichte kannst Du nichts überarbeiten. Daher meine klare Empfehlung, schreib Deine Geschichte, und das so schnell, wie es Dir nur möglich ist.

Warum?

Eine der Gründe ist einfach, um Dich selbst zu überlisten. Denn je schneller Du die Geschichte geschrieben hast, desto eher bist Du noch geneigt, diese auch zu überarbeiten. Du fühlst Dich nicht von Deinem eigenen Roman gelangweilt, wenn Du über Wochen oder Monate daran arbeitest, einfach weil Du Deine Geschichte so gut kennst.

Angela Knight hatte in ihrem Buch „Passionate Ink“ noch einen sehr guten Hinweis geliefert, wie man garantiert niemals einen Roman veröffentlicht. Und ich muss mir eingestehen, dass ich diesen Fehler auch am Anfang gemacht habe. Der Fehler ist der, dass man einem Kapitel schreibt und diesen dann so lange überarbeitet, bis er scheinbar perfekt ist.

Dabei passiert eben das, was ich oben beschrieben habe. Dadurch wird die eigene Geschichte irgendwann langweilig und man möchte sich nicht mehr damit beschäftigen. Und was passiert? Man fängt einen neuen Roman an und macht dann den gleichen Fehler. Am Ende veröffentlicht man gar nichts.

Wenn Du also Deinen Roman fertig hast, geht es in die Runde der ersten Überarbeitung.

Deine erste Überarbeitung

Wenn Du Deine Geschichte geschrieben hast, geht es an die erste Überarbeitung. Das bedeutet, dass Du hier Deine Geschichte mit Hammer und Säge und Bohrmaschine gerade rückst. Sämtliche Plotlöcher sollen jetzt gestopft werden, unsinnige Sätze gestrichen und Dopplungen gelöscht werden. Es geht hierbei erst einmal darum, dass Du eine Fassung hast, über die Du glücklich bist und zu Dir sagen kannst, ja, das gefällt mir.

Das bedeutet nicht, dass Dein Text perfekt ist. Aber Du kommst diesem durchaus näher. Denn mit dieser Version hast Du dann eine Grundlage, mit der Du arbeiten kannst, um sie auch anderen zu geben.

Meine Empfehlung für die zweite Fassung ist ganz klar, halte Dich an der Geschichte auf, nicht an anderen Dingen wie der Rechtschreibung oder der Recherche. Das alles ist wichtig, keine Frage, aber nicht jetzt. Wenn Du merkst, dass Du noch etwas recherchieren musst, notiere es Dir an der entsprechenden Stelle in einer sehr auffälligen Farbe. Und dann mach weiter.

Es geht hierbei darum, dass Du mit der zweiten Fassung fertig wirst. Hierbei kannst Du Dir auch ein wenig Zeit lassen, sodass Du am Ende wirklich eine Geschichte hast, die nur noch den letzten Feinschliff braucht.

Deine zweite Überarbeitung

Wenn Du dann die erste Überarbeitung fertig hast, geht es darum, dass Du Dich nun um kleinere Details kümmerst. Also, welche Fragen sind noch offen, was musst Du noch recherchieren und was will noch eingefügt werden.

Falls Du Dich um eine schwierige Szene gedrückt hast, ist jetzt die Zeit. Entweder Du schmeißt die Szene komplett raus oder schreibst sie endlich. Jetzt ist keine Zeit mehr, sich davor zu drücken. Deine Geschichte will erzählt werden, also, erzähl sie.

Jetzt ist es auch Zeit, dass Du Dich um Deine Rechtschreibung kümmerst (so gut es Dir persönlich möglich ist) oder auch um Füllwörter. Schau nach, welche Formulierung Dir gefällt und schreib den Text so, dass Du am Ende damit zufrieden bist. Hier geht es als um den Text.

Such auch nach Schwächen im Text. Wo benutzt Du zu viele passive Formulierungen, die nicht passen. Oder wo könntest Du Infodump rausschmeißen. Tu an dieser Stelle so, als würdest Du den Text so überarbeiten wollen, dass Du ihn veröffentlichen könntest. Dass es dem nicht so ist, ist eine andere Sache.

Deine Alpha-Leser*Innen

Jetzt musst Du ganz mutig sein. Und zwar richtig. Denn nun wird es Zeit, dass Du Dir einige Leser*Innen suchst (sofern Du es nicht bereits getan hast), denen Du auch Dein Manuskript zusendest. Wie viele es sind, das ist Dir selbst überlassen. Meine Empfehlung ist, mindestens drei Personen bzw. eine ungerade Zahl.

Der Grund ist einfach. Wenn eine Person sagt, dass ihr eine Szene gefällt und die andere hingegen, dass diese rausgeschmissen werden soll, kann die dritte Person letztendlich die Entscheidung herbeiführen. Ist die Szene gut oder nicht? Wenn Dir die Szene gefällt und zwei Personen sie ebenfalls mögen, hast Du eine entsprechende emotionale Rückendeckung.

Das bedeutet nicht, dass die dritte Person unrecht hat. Ihr gefällt die Szene nicht. Damit musst Du rechnen. Lies Dir ihre Argumente durch, warum sie die Szene nicht mag und überleg, was Du davon übernehmen willst oder nicht.

Eines solltest Du immer bedenken. Es ist Deine Geschichte, also entscheidest auch letztendlich Du, was Du von den Kritiken übernimmst und was nicht.

Deine dritte Überarbeitung

In der dritten Überarbeitung arbeitest Du dann die Punkte, welche Deine Alpha-Leser*Innen Dir mitgeteilt haben (und Du für gut befunden hast) in Dein Manuskript ein. Beide Punkte können durchaus parallel laufen, sodass Du nicht zu viel Zeit verlierst.

Und zudem kannst Du Dich auch jetzt schon auf die Suche nach Deiner Lektorin machen (vorausgesetzt natürlich, dass Du eine haben möchtest). Frag ruhig in den sozialen Medien nach, wer da so infrage kommt. Such dann die Internetseiten heraus und schau sie Dir an. Gefällt Dir deren Auftritt und was sagt Dein Bauchgefühl?

Da Du einer wildfremden Person Deine Geschichte anvertraust, sollte natürlich ein gewisses Vertrauen da sein. Daher entscheide Dich nicht zu schnell für jemanden, mit der oder dem Du am Ende vielleicht noch nicht einmal glücklich wirst.

Gegebenenfalls vertrau der Person einige Seiten für ein Probelektorat an. Wenn Kosten auf Dich zukommen, ich würd Dir empfehlen, diese zu tragen. Lieber vorher ein wenig Geld ausgeben, als am Ende viel zu verlieren und ein halb gares Etwas in den Händen halten, dass man nicht ein lektoriertes Manuskript bezeichnen kann.

Dein Lektorat – Optional
(gilt nur dann, wenn Du eines haben möchtest, ich führe es hier vollständigerweise auf)

Dann ist es so weit. Du hast Dich hoffentlich für eine Lektorin entschieden und die Angelegenheit mit dem Preis und der Zahlung ist auch geklärt. Dann schick ihr nun Dein geliebtes Manuskript zu. Je nachdem, was ihr ausgemacht habt, dauert es nun natürlich seine Zeit, bis Du Dein Manuskript zurückbekommst.

In der Zwischenzeit würde ich Dir nicht empfehlen, an Dein Manuskript weiterzuarbeiten. Akzeptiere, dass Du jetzt keine Kontrolle mehr darüber hast. Jetzt ist jemand anderes dran und wird Dir hoffentlich zeigen, was Du nun besser machen kannst.

Eventuell wäre jetzt der beste Zeitpunkt, um am nächsten Manuskript zu arbeiten. Sei es am Plot oder das Du den Roman schreibst. Oder Du machst ein paar Tage Urlaub. Was auch immer, genieß die Zeit, so gut es Dir eben möglich ist.

Deine vierte Überarbeitung

Wenn Du das Ergebnis Deiner Lektorin zurückbekommst, kann es sein, dass Du sehr viel Buntes siehst. Das habe ich schon öfters von Autor*Innen gelesen, dass sie dann vor lauter Schreck erst einmal die Datei zugemacht haben. Und auch als mein Probelektorat zurückkam, musste ich schlucken. Denn so gut wie überall war irgendetwas markiert und eine Notiz hinterlassen.

Das ist durchaus verständlich. Denn wir sehen Lektor*innen als Profis an, die wissen, was sie tun (oder es zumindest sollten). Und dann kommt genau solch eine Person daher und sagt uns, was an unserem eigentlich doch so genialen Werk nun auf einmal nicht ganz so perfekt ist. Das kann erst einmal wehtun.

Wenn Du den ersten Schrecken überstanden hast, schau Dir die Kommentare in aller Ruhe an. Viele Lektor*innen schreiben nicht nur auf, was sie schlecht fanden, sondern auch, was sie als gut empfunden haben. Daher lies Dir die ersten Kommentare durch und arbeite die ein, welche Dir zusagen. Alle anderen kannst Du dann einfach ignorieren.

Denk daran, es ist Dein Buch. Und Du entscheidest, wie sich Deine Geschichte ändert. Hör ruhig auf Dein*e Lektor*in, aber auch auf Dein Gefühl. Zu dritt werdet ihr aus der Geschichte das Beste herausholen.

Deine Beta-Leser*innen

Wenn Du es geschafft und alle Anmerkungen eingearbeitet hast, dann kannst Du Dich beglückwünschen. Denn der Löwinnenanteil an der Arbeit ist jetzt erledigt. Trotzdem würde ich selbst jetzt noch zu den Betaleser*innen greifen.

Sie machen noch einmal die Arbeit der Alphaleser*innen. Da aber das Buch mindestens zwei Profidurchgänge hinter sich hat (den der Alphaleser*innen und eben den der*s Lektor*in), sollte es hier nun um einiges schneller gehen.

Deine Betaleser*innen sollen im Grunde genommen auf zwei Dinge achten:

  1. Ist nun der Roman sauber überarbeitet, und zwar so, dass sie den auch lesen würden, wenn er nicht von Dir ist (also in einer Buchhandlung stehen würde)?
    Wenn nicht, was soll, derer Meinung nach, noch geändert werden? Oder wo hapert es noch?
  2. Idealerweise ist mindestens eine Person dabei, die absolut sicher in der deutschen Rechtschreibung ist und nun so gut wie alle Fehler auslöscht, die sich noch eingeschlichen haben.
    Zwar korrigiert ein*e Lektor*in durchaus Rechtschreibfehler. Aber häufig ignoriert sie*r diese auch, da es sich hierbei um Extrakosten handelt. Und wenn Du sie nicht bezahlt hast, sollte das jemand anderes übernehmen. Zudem gibt es noch das Problem der Betriebsblindheit. Irgendwann sieht man die Fehler einfach nicht mehr und dann rutschen sie durch.

Deine Betaleser*innen können sehr gerne die Gleichen sein, wie Deine Alphaleser*innen. Die kennst Du letztendlich schon und weißt, wie sie arbeiten. Solltest Du andere wollen, dann kümmere Dich rechtzeitig darum, dass Du da jemanden findest. Vielleicht schon dann, wenn Dein Roman im Lektorat ist.

Deine fünfte Überarbeitung

Immer dann, wenn Du etwas von Deinen Betaleser*innen zurückbekommst, arbeitest Du die Rückmeldungen (gerade die Korrekturen zu Rechtschreibfehlern) in Dein Manuskript ein.

Meine Empfehlung ist, während Du über die Meinung Deiner Betaleser*innen gerne diskutieren kannst, gilt dies nicht für die Korrektur der Rechtschreibfehler. Wenn Du Dir sicher bist, dass Dein*e Leser*innen davon Ahnung haben, vertrau ihnen und korrigiere Deinen Text. Denn Leser*innen können sehr grausam sein, wenn sie auch nur einen Rechtschreibfehler finden. Daher ist es besser, wenn Du Dich darum besonders kümmerst.

Dein Korrektorat

Wenn Du kein Lektorat möchtest, ist das in Ordnung. Meine Empfehlung ist aber, dass Du niemals auf ein Korrektorat verzichten solltest. Das bedeutet, dass Du jemanden dafür bezahlst. Deine Betaleserin kann da eine Expertin drin sein, aber eine Korrektorin kümmert sich nicht nur darum.

Sie schaut sich auch noch einmal den Satzbau an und versucht noch einmal das Beste aus Deinem Text herauszukitzeln, sodass Du den perfekten Text am Ende bekommst. Solltest Du eine*n hervorragende*n Betaleser*in haben, dann kannst Du Dir überlegen diesen Punkt zu überspringen. Aber gerade bei der Erstveröffentlichung würde ich Dir schon empfehlen, zumindest darüber nachzudenken. Denn es heißt nicht umsonst, der erste Eindruck zählt.

Deine sechste Überarbeitung

Hier geht es wieder darum, dass alle Änderungsvorschläge Deines Korrektorats einzuarbeiten. Im Idealfall waren das nicht viele, geh aber hier gerne gewissenhaft vor und schau, was für Änderungen sie*r Dir vorgeschlagen hat. Und dann sieh weiter, was Du davon übernehmen willst.

Wie geschrieben, bei Rechtschreibfehlern würde ich keine Kompromisse machen, bei dem Satzbau können wir gerne darüber diskutieren.

Deine Omega-Leser*innen

Die Bezeichnung Omegaleser*in stammt von mir und ich sehe sie als die letzten Leser*innen, welche mein Werk dann noch einmal in die Hand bekommen. Sie sollen noch einmal drüber schauen, ob wirklich alles in Ordnung ist oder sich der eine letzte Rechtschreibfehler eingeschlichen hat. Oder was auch immer sein könnte, dass am Ende quer im Lesefluss liegt.

Meine Empfehlung ist, dass es Personen sind, die zuvor noch nie Dein Werk in den Händen gehalten haben. Die sind frisch, unvoreingenommen und kennen die vorherigen Fassungen nicht. Sie sollen einfach nur lesen, wie gut das Buch ist und ob Du es danach veröffentlichen kannst.

Deine letzte Fassung

Jetzt lies noch einmal selbst über Deine Geschichte und schau nach, ob sie Dir wirklich gefällt oder Du noch den einen oder anderen Satz ändern möchtest. Setz Dir hier eine Deadline, damit Du es nicht übertreibst. Sorg dafür, dass Du vielleicht maximal eine Woche daran arbeitest und danach wird Deine Geschichte veröffentlicht. Ende der Diskussion ?

Tipps für die Überarbeitung

Es gibt einige Tipps, wie Du Dein Text überarbeiten kannst, damit es am Ende so professionell aussieht, dass man zumindest meinen mag, es habe ein Lektorat gesehen. Wichtig ist, sei kritisch gegenüber Dein Text. Du darfst es lieben, aber das bedeutet, dass Du notfalls alles streichen musst, was Deinem Text nicht guttut. Auch wenn es toll klingt.

Legen wir also los.

Dateiformatierung

Ob Du das als Erstes macht oder als Letztes, ist egal. Wichtig ist, dass die Datei Veröffentlichungsreif gemacht wird. Das gilt für den Abstand, Schrifttyp und so weiter. Informier Dich zum Thema Normseite und richte Deine Datei entsprechend ein.

Starker Anfang

Bisher habe ich einige Texte gegenlesen dürfen. Und mir ist aufgefallen, dass einige einen Fehler haben. Und zwar, dass sie mit sehr viel Infodump starten. Das bremst Dein Text völlig aus. Und aus der Sicht einer Leserin kann ich Dir garantieren, dass ich nicht weitergelesen hätte, wenn ich nicht darum gebeten wurde. Bei dem einen oder anderen Text hab ich mich sogar gequält weiterzulesen. Nur, um dann positiv überrascht zu werden.

Natürlich ist es wichtig, dass jede Seite stark ist. Jeder Satz sollte die Geschichte weiterbringen und jeder Dialog gut sein. Aber gerade am Anfang finde ich persönlich wichtig, dass man Spaß hat, weiterzulesen. Wenn aber immer und immer und immer und immer wieder irgendwelche Erklärtexte eingebaut werden, warum sollte ich weiterlesen?

Versuch das zu meiden. Kenne ich die Charaktere, bin ich selbst gegenüber Erklärtexten gnädiger eingestimmt.

Zeigen oder beschreiben (Show vs tell)

Sicherlich kennst Du das Schlagwort Show Don’t Tell. Das bedeutet, dass Du alles zeigen sollst, was Deine Charaktere erleben und nicht erklären. Er fühlte sich schlecht, wäre ein tell. Dass er sich gerade übergeben hat, zeigt, dass es ihm schlecht geht. Um ein Beispiel zu nennen.

Jedoch kann man nicht immer alles zeigen. Wenn Deine Figuren zehn Jahre lang durch das All gereist sind und nichts erlebt haben, ist hier ein Tell durchaus angebracht. Erklär mir in einem Absatz oder, von mir aus, in einem Kapitel, was in den zehn Jahren passierte. Und dann geht es mit der Geschichte weiter. Hier ein Show anzubieten, wäre Wahnsinn.

Überprüf also genau, wo Du mir als Leserin etwas zeigen kannst und wo Du doch nur beschreiben solltest. Und dann ändere diese Textstellen in Deinem Manuskript.

Laut vorlesen

Während ein Text im Kopf logisch klingt, kann es anders sein, wenn Du es laut vorliest. Da kann sich ein vermeintlich toller Satz auf einmal ziemlich schräg anhören. Daher lies Deinen Text ruhig laut vor und überprüf, wie sich dieser anhört.

Kleine Alternative für Technikfreaks: Es gibt dafür auch Programme. Du fügst Deinen Text ein und dann liest eine vorher festgelegte Stimme (meistens bei kostenfreien Programmen) oder eine ausgewählte Stimme (bei kostenpflichtigen Programme) den Text vor. Dann kannst Du Dich auf die Überarbeitung konzentrieren und jemand anderes macht für Dich die Arbeit.

Wenn Du Dich dafür interessierst, dann kann ich Dir nur eine Suche bei diversen Onlinehändlern oder Deiner Lieblingssuchemaschine empfehlen. Es gibt da wirklich sehr viel zur Auswahl.

Sagen oder nicht sagen?

Wie leitet man ein Dialog ein oder beendet diesen? Darüber scheiden sich die Geister. Darf man sagen benutzen? Oder ist das zu viel? Sollte man Abwechslungen einbauen oder soll man das flüstern, das betteln oder was auch immer herauslesen?

Du wirst hier auf verschiedene Meinungen stoßen. Die einen sind der Meinung, dass sagen völlig ausreicht. Die anderen hingegen nicht. Schau genau hin, was Dir zusagt und wozu Du stehst. Und dann ändere das in Deiner Geschichte.

Vorsicht bei den Beschreibungen

Man kann Beschreibungen untertreiben, indem man nichts beschreibt. Das ist definitiv nicht gut. Man kann es auch übertreiben, indem man jedes Staubkorn erwähnt. Besonders dann, wenn dieses Staubkorn keine relevante Bedeutung für die Geschichte hat. Überprüf also genau, welche Beschreibungen Du in Deiner Geschichte hast und überarbeite sie gegebenenfalls noch einmal.

Vorsicht: Adverb!

Adverben ist ein Thema für sich. Die einen verwenden sie zu oft und die anderen wissen noch nicht einmal genau, was das ist. Daher meine Empfehlung, informier Dich, was Adverben sind (und ja, das meine ich ernst), wenn Du nicht weißt, was das ist. Und dann überprüf Deinen Text daraufhin, diese zu löschen und durch stärkere Wörter auszutauschen.

Aktiv vs. passiv

Wenn jemand beißt oder gebissen wird, da ist ein gewaltiger Unterschied. Achte daher darauf, dass Du dann immer aktive Sätze und Beschreibungen einbaust, wo es notwendig ist. Es kann ja auch sein, dass man ein passiver Satzbau wichtig ist, um zu zeigen, dass der Charakter eben nicht aktiv ist. Da ist es in Ordnung. Ansonsten sind aktive Sätze immer ein Gewinn für Deine Geschichte.

Die liebe Rechtschreibung

Natürlich ist es wichtig, sich mit der Rechtschreibung auseinanderzusetzen. Wenn Du nicht zu den Rechtschreibkönig*innen gehörst, dann ist hier Hilfe notwendig. Es gibt Programme, die Du dafür benutzen kannst. Notfalls kauf sie Dir und arbeite mit denen. Hier ist es auch wichtig, dass andere darüber schauen, die sicherer in der Rechtschreibung sind.

Über den Geschmack einer Geschichte kann man streiten und wird auch häufig gestritten. Aber noch nie habe ich von jemanden gelesen, dass sie*r sich über Rechtschreibfehler gefreut hat. Da kommst Du also nicht drum herum, Dich damit zu beschäftigen.

Arbeite mit Menschen zusammen, denen Du vertrauen kannst

Damit meine ich nicht nur, dass sie Dir nicht Deine Geschichte klauen. Sondern, dass sie Dich respektieren und Dein bestes wollen. Von einigen habe ich schon gehört, dass ihre Schreibfreundschaften sie solange manipulieren wollten, bis sie deren Geschichte schreiben sollten. Das ist nie gut. Es ist Deine Geschichte und nicht deren.

Such Dir Autor*innen, mit denen Du darüber reden kannst. Und idealerweise könnte ihr euch auch austauschen.

Wo bleiben die Inhalte?

Wo bleiben die Figuren? Der Plot? Und diese Dinge? Natürlich kannst und sollst Du auch diese Punkte überarbeiten. Schau genau hin, handeln Deine Figuren durchgehend einheitlich? Ist jeder rote Faden abgeschlossen? Das alles gehört ebenfalls zu der Überarbeitung einer Geschichte.

Abschlussgedanken

Niemand hat behauptet, dass die Überarbeitung eines Manuskripts einfach ist. Du musst Dich dahinter setzen und hart daran arbeiten. Aber auf alle Fälle lohnt es sich, weil Du am Ende ein Ergebnis in den Händen hältst. Und hoffentlich auch eines, worauf Du stolz sein kannst.

In dem Sinne, viel Erfolg bei Deiner Überarbeitung und alles Liebe

Deine frau schreibseele

frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

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