Bisexuelle, polysexuelle und pansexuelle Fiction

 

Bisexualität, Polysexualität und Pansexualität

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Bisexualität und Pansexualität geht in eine sehr ähnliche Richtung. Daher bespreche ich beide sexuelle Ausrichtungen in einem Beitrag, auch wenn sie grob gesehen, nicht das gleiche sind.

Kurze Vorgedanken

Ursprünglich wollte ich in diesem Beitrag nur über die bisexuellen Charaktere schreiben. Doch dann viel mir ein, dass es, unter anderem, auch noch die Pansexualität gibt. Nein, natürlich gibt es noch viel mehr Ausrichtungen. Aber mit diesen beiden Begriffen dürften die meisten von uns sicherlich etwas anzufangen wissen. Daher schreibe ich in erster Linie darüber.

Du kannst die Informationen als Grundlage für weitere Recherchen verwenden und dann sehen, was Du daraus machst.

Bisexualität

Was bedeutet eigentlich Bisexualität?

Bisexuelle Menschen haben sexuelles Interesse nicht nur in ein Geschlecht, sondern in zwei. Und zwar in Cis-Frauen und Cis-Männer.

Kurze Erklärung: Cis-Menschen sind Menschen deren gefühltes Geschlecht mit dem übereinstimmen, was in der Geburtsurkunde steht.
Das bedeutet, wenn eine Frau oder ein Mann sich auch als solche empfinden und dieses Geschlecht auch in der Geburtsurkunde steht, dann handelt es sich dabei um Cis-Menschen.

Das bedeutet also, dass eine bisexuelle Frau sich sowohl in Frauen als auch in Männern verliebt. Bei Männern ist es auch so, also er verliebt sich in Frauen und Männern. Jedoch nicht in weiteren Geschlechtern. Das bedeutet, sollten bisexuelle Menschen auf einen Mensch treffen, die*der Genderfluid ist, dann würde sie*er sich nicht in diese Person verlieben.

“Bisexuelle lieben nicht das Geschlecht, sondern den Menschen”

Vielleicht kennst Du diesen Spruch, dass bisexuelle nicht das Geschlecht liebt, sondern den Menschen. Dass das Lesben und Schwule sicherlich nicht gerne lesen oder hören, kann ich verstehen. Letztens meinte eine Dame, dass sie sich bestimmt nicht in die Brüste oder in die Vagina ihrer Liebsten verliebt hätte, sondern in den Menschen.

Das stimmt natürlich.

Andererseits kann man auch sagen, würde man das Geschlecht der Person ändern, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Lesbe oder ein Schwuler dann in sie*ihn verliebt? Der Spruch mag nicht fair sein, aber bis zu einem kleinen Grad hat er durchaus seine Daseinsberechtigung. Es wäre aber interessant diesen Spruch in einem Roman zu verwenden und dann die Charaktere darüber diskutieren zu lassen.

Bisexuelle haben mit dem eigenen Geschlecht Spaß und heiraten das andere Geschlecht

Das ist ein Problem, warum bisexuelle Menschen so einen schweren Stand haben. Denn vielen wirft man vor, dass sie mit dem eigenen Geschlecht eben sexuellen Spaß haben. Aber wenn es dann darum geht sich zu binden, entscheiden sie sich für das andere Geschlecht. So wie es die Gesellschaft letztendlich auch erwartet.

Man kann sagen, man weiß nicht, woran man bei ihnen ist. Während Lesben und Schwule sich eindeutig einem Geschlecht sexuell hingezogen fühlen, kann man das bei bisexuellen Menschen nicht sagen. Theoretisch können sie jederzeit sich in das andere Geschlecht verlieben und sind dann womöglich auf und davon und lassen den Schatz sitzen.

Nur sind bisexuelle Menschen genauso treu oder untreu wie alle anderen auch. Die sexuelle Ausrichtung selbst hat nichts damit zu tun.

Wie kann man über bisexuelle Charaktere schreiben?

Tatsächlich habe ich selbst bisher noch kein Buch über einen bisexuellen Charakter gelesen. Dabei gibt es durchaus welche. Dabei werden gerade Frauen zu bisexuellen Charaktere erklärt, damit sie auch wirklich Sex haben können (Stichwort zum Thema Klischee, dass Lesben keinen Sex haben).

Um einen bisexuellen Charakter darzustellen, würde ich selbst darauf zugreifen, dass ich sie*ihn für beide Geschlechter schwärmen lassen. Man muss sie*ihn nicht in eine Beziehung packen. Aber wenn der Charakter auf eine gutaussehende Figur trifft, würde ich meinen Charakter schwärmen lassen. Wie gut die Figur aussieht, was für einen Knackarsch sie hat und so weiter. Und in einem Gespräch oder in einer weiteren Schwärmerei würde ich das für das andere Geschlecht dann klären.

Es reicht häufig aus klar zu machen, dass Dein Charakter mehr als nur ein Geschlecht sexuell attraktiv und anziehend findet. Dann muss sie*er noch nicht einmal mit beiden Geschlechtern am Ende ins Bett gehen. Das ist eben kein muss.

Was kann man über sie schreiben?

Eigentlich stellt sich diese Frage schon gar nicht. Bisexuelle Charaktere entsprechen natürlich einem Menschen. Mit anderen Worten, Du kannst über alles Schreiben, über was Du auch immer möchtest. Es gibt keine Grenzen. Erst recht, da es kaum Bücher mit sehr aktiven bisexuellen Charakteren geben. Zwar werden häufig Frauen als bisexuelle Charaktere eingeführt, damit sie keine Lesben sein müssen. Aber selbst das ist eher mager.

Das bedeutet also, dass Du noch sehr viele Möglichkeiten hast, um tolle Geschichten mit bisexuellen Charakteren zu schreiben. Hier steht Dir also eine Menge Potenzial offen.

Polysexualität

Was ist die Polysexualität?

Das bedeutet, dass sich ein Mensch zu mehr als nur zwei Geschlechtern hingezogen fühlen. Also mindestens drei müssen es sein. Jedoch betrifft das nicht alle Geschlechter, die es gibt (Facebook stellt zum Beispiel 60 Möglichkeiten zur Verfügung, aus denen man das eigene Geschlecht wählen kann).

Die literarische Bearbeitung

Um Polysexualität darzustellen, müsste man mehr als nur die Cis-Frau und den Cis-Mann in Geschichten vorstellen. Gelegentlich gibt es noch transsexuelle Charaktere. Aber da wird es schon selten. Bei meiner kleinen Spontanrecherche nach entsprechenden Büchern bin ich auf einige Sachbücher gestoßen, die aber auch schon etwas älter sind.

Um eine Geschichte mit einem polysexuellen aktiven Charakter zu schreiben, benötigt man tatsächlich ein wenig mehr. Selbst dann, wenn Du die Sexualität nur im Kopf Deines Charakters abspielen lassen möchtest. Und zwar die Akzeptanz in der Geschichte, dass es eben mehr als nur das Cis-Geschlecht gibt. Wenn das fehlt, wird es schwierig sein, diesen Charakter überzeugend umzusetzen.

Meine Empfehlung ist daher, recherchiere nach den verschiedenen Geschlechtern und baue sie zumindest in der Theorie ein. Dann kannst Du über einen solchen Charakter schreiben. Und vielleicht bist Du auch so mutig und schreibst über diese verschiedenen Geschlechter. Und ja, heutzutage muss man tatsächlich schreiben, dass dazu viel Mut gehört.

Pansexualität

Was bedeutet nun Pansexualität?

Man könnte fast, aber auch nur fast, sagen, dass pansexuelle Menschen es auf die Spitze treiben. Denn sie machen gar keinen Unterschied bezüglich des Geschlechtes ihrer romantischen oder auch sexuellen Partner*innen. Sie können also theoretisch mit allen der oben erwähnten sechzig Geschlechtern eine Beziehung eingehen.

Pansexuelle Charaktere sind mir persönlich noch nicht untergekommen. Aber auch hier gilt, wenn Du über sie schreiben möchtest, ist über kurz oder lang die Akzeptanz anderer biologischer Geschlechter notwendig. Bleibst Du bei zwei Geschlechtern, bringt es nicht viel, den Charakter pansexuell zu nennen. Diese*r wäre schlichtweg bisexuell. Und schlimmstenfalls würden Leute, welche die Unterschiede kennen, das auch entsprechend anprangern.

Eine Geschichte schreiben

Wie schon öfters erwähnt (daher halte ich mich hier tatsächlich etwas kürzer), Du kannst über diese Charaktertypen genauso schreiben, wie über alle anderen. Nur wäre es schön, wenn Du uns zeigst, dass sie eben eine andere sexuelle Orientierung haben. Damit hat es sich auch schon. Und natürlich ist es überlegenswert, mehr als nur die Cis-Geschlechter darzustellen.

Abschlussgedanken

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wenn Du über Charaktere schreibst, die zumindest bisexuell sind. Zwar kann Dein Charakter monogam leben. Aber das ist nicht zwangsläufig notwendig. Was ich damit genau meine, das wirst Du in den nächsten beiden Wochen noch genau lesen. Du hast aber hier durchaus Möglichkeiten interessante Geschichten zu schreiben.

Bei der Planung Deiner Geschichte und vor allem Deiner Charaktere viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

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