(D)Ein Bullet Journal

Hei, hallo und herzlich willkommen,

heute möchte ich Dir ein Projekt vorstellen, dass man Bullet Journal nennt. Zuerst möchte ich erklären, was das überhaupt ist, welche Materialien Du dafür benötigst und wie Du damit anfangen kannst. Und natürlich ist zu klären, warum Du als Schriftstellerin und Schriftsteller Dir überlegen kannst oder vielleicht sogar solltest, Dir ein Eigenes zu erstellen.

Kurze Vorgedanken

Seit etwa Juni 2016 bin ich auf das Bullet Journal gestoßen. Über einen Onlinekurs bin auf einen interessanten Zeichenstil gestoßen. Als ich mich informierte, fand ich heraus, dass es Sketchnotes sind. Daraufhin recherchierte ich danach. Doch, anstatt mich tiefer mit den Sketchnotes zu beschäftigen, fand ich das Bullet Journal. Und blieb erst einmal dabei.

Zuerst habe ich gar nicht ganz nachvollziehen können, was das genau ist. Aber nach und nach war ich dann so dermaßen begeistert, dass ich selbst eines gestalten wollte. Und das habe ich dann auch gemacht. Doch meine erste Version hat mir überhaupt nicht gefallen. Aus diesem Grund startete ich am 01. September 2016 meine nächste Version.

Am Anfang habe ich mich sehr an die Vorlagen aus dem Internet gehalten. Doch zwischenzeitlich bin ich so weit, dass ich meine eigenen Tracker zeichne und aus dem Bullet Journal meines mache.

Was ist ein Bullet Journal?

Ein Bullet Journal ist das wohl kreativste, vergebenste, freundlichste, individuellste und einzigartigste Kalender, Notizbuch, Kreativbuch, was Du Dir vorstellen kannst. Wobei diese Beschreibung noch nicht einmal komplett ist. Denn Du entscheidest, was ein bzw. Dein Bullet Journal ist. Das bedeutet also, was auch immer Du in Deinem Journal einträgst, das trägst Du ein. Und so entscheidest Du, wie es am Ende aussieht.

Schau Dir mal auf YouTube die verschiedenen Videos zu diesem Thema an. Du wirst sehen, wie unterschiedlich die Menschen ihre Bullet Journale anlegen. Es gibt kein richtig oder kein falsch dabei. Darüber solltest Du Dir immer im Klaren sein. Was Dir gefällt ist auch richtig.

Und vielleicht hast Du sogar Elemente in Deinem Kalender aufgenommen, welche man zwischenzeitlich dem Bullet Journal zuordnen kann, es aber gar nicht wusstest.

Man kann einen Bullet Journal als einen Kalender bezeichnen, den Du mit verschiedenen Tracker auffüllen kannst. Und welche Du verwendest, kannst Du nach Deinen persönlichen Bedürfnissen verwenden.

Aber fangen wir erst einmal klein an.

Welche Materialien benötigst Du?

  • Ein Notizbuch
  • Ein Stift (ich empfehle einen Bleistift und mindestens einen Fineliner)
  • Eventuell ein Lineal

Das Notizbuch

Natürlich benötigst Du ein Notizbuch, um ein Kalender selbst zu erstellen. Theoretisch kannst Du jedes Notizbuch verwenden, welches Dir gefällt. Ich würde sagen, dass Du Dir ein etwas dickeres Notizbuch besorgst, damit Du es einige Wochen und Monate verwenden kannst (wegen den Kalenderteil).

Dabei ist es wichtig, dass Dir das Buch gefällt. So kenne ich Leute, die am liebsten mit kartiertem Papier arbeiten. Andere hingegen wollen nur leere Blätter benutzen. Du kannst mit entsprechenden Blättern mal üben und sehen, was Dir zusagt.

Wenn Du Dich mit der, ich nenne es jetzt Mal so, Bullet Journal Szene auseinandersetzt, dann wirst Du feststellen, dass die Notizbücher von Leuchtturm 1917 bevorzugt werden. Das liegt an folgenden Gründen:

  • Dotted Points: Eine sehr lange Zeit hatte nur Leuchtturm 1917 Notizbücher mit gepunkteten Linien. Zwischenzeitlich haben auch andere Anbieter entsprechende Notizbücher. Doch die Leuchttürme waren die Vorreiter und viele halten ihnen deswegen weiter die Treue.
    Durch die gepunkteten Linien kannst Du Linien einzeichnen und Dich an ihnen orientieren, ohne Dich mit Linien oder Kästchen herumzuärgern. Das spricht viele positiv an.
  • Inhaltsverzeichnis: Für viele ist es wichtig, dass ihr Notizbuch auch ein Inhaltsverzeichnis hat. Du kannst es gerne selbst erstellen. Doch Leuchtturm liefert diesen gleich mit.
  • Nummerierte Seiten: Ich denke Mal, das spricht für sich. Du musst Dich nicht darum kümmern, ob die Seiten nummeriert sind oder nicht. Die hast Du bereits.

Auch wenn es sich so liest, als würde ich für Leuchtturm 1917 Werbung machen, tue ich es nicht. Nur bin ich damit zufrieden und werde diese gerne weiter verwenden. Und vor einiger Zeit habe ich herausgefunden, dass Leuchtturm 1917 ein Notizbuch herausgebracht hat, der sich direkt an BuJo’s wendet (damit meine ich die Leute, welche die Bullet Journals erstellen). Nun gibt es ein Notizbuch mit einer Seite für die Keys. Zugegebenermaßen, was es damit auf sich hat, also mit den Schlüsseln, da bin ich noch nicht ganz hintergestiegen. Ich bleib dran.

Stifte

Bleistifte kann ich deswegen empfehlen, damit Du Deine Kalenderseiten und Deine Tracker vorbereiten kannst. Häufig sitze ich da und überlege mir, wie die beste Aufteilung der Doppelseiten ist. Und da finde ich es besser, mit einem Bleistift vorzuzeichnen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Du Fehler ausbessern kannst, wenn Du sie siehst, bevor Du mit Stiften die Sachen dann festigst.

Selbst arbeite ich gerne mit diversen Finelinern, die man in jedem Schreibwarengeschäft bekommt. Zuerst zeichne ich die Vorlage mit Bleistift und danach zeichne ich diese mit den Finelinern nach. Zwar sieht man diese bei den Seiten von Leuchtturm durch, aber es ist nicht so schlimm, dass man mit der dahinter liegenden Seite nicht mehr arbeiten kann.

Es gibt auch farbige Fineliner, mit denen ich dann die Seiten hübsch gestalte, je nachdem, wozu ich letztendlich Lust habe.

Mit Kugelschreibern arbeite ich eher selten, da ich sie nicht so gerne mag. Dafür nutze ich dann lieber meinen Füller. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache.

Lineal

Das ist schon wieder optional. Denn Du kannst alles auch Freihand zeichnen, wenn Dir das lieber ist. Da ich es aber ordentlich mag, das bedeutet gerade Linien und mit gleichmäßigen Abständen, nutze ich lieber ein Lineal.

Weitere Materalien

  • Buntstifte
  • Farbstifte
  • Aquarellstifte
  • verschiedene Tintenfarben (für den Füller, aber auch für den Kugelschreiber)
  • Wolle
  • Glitter
  • Glanzbilder (ich kenne sie als Oblaten)
  • Sticker
  • Zitate
  • Washi-Tapes
  • Schablonen (für Buchstaben, Bilder und so weiter)
  • Stempel
  • verschiedene Stempelfarben
  • etc.

Gut, diese Liste ist übertrieben. Und wenn man es genau nimmt, ist sie noch nicht einmal halbwegs wirklich gefüllt. Aber das soll Dir zeigen, dass Du machen kannst, was Du willst. Ob Du mit Farben und Stempeln oder was auch immer arbeiten möchtest, kannst Du entscheiden. Und wie Dein Bullet Journal am Ende aussieht, ist Deiner Kreativität überlassen.

Wie kann man anfangen?

Häufig zeichnen die Leute ein Deckblatt für das aktuelle Jahr und den Monat, für den sie dann die Kalenderseiten erstellen. Aber das ist optional, und wenn Du Lust hast, dann leg los.

Meine klare Empfehlung ist aber, bevor Du irgendetwas einzeichnest, erstell am besten eine Jahresübersicht. Und zwar für das aktuelle und für das kommende Jahr. Wenn Du gegen Ende des Jahres anfängst, empfehle ich, ein oder zwei Seiten für eine reine Monatsübersicht zu verwenden. Hier findest Du ein Bild für eine Jahresübersicht. So ungefähr sieht auch meine Übersicht aus.

Als Nächstes würde ich Dir noch empfehlen, eine Monatsübersicht zu erstellen. Damit meine ich so etwas, wie bei diesem verlinkten Bild. Damit hast Du Deine monatlichen Termine immer übersichtlich geordnet und zudem kannst Du wichtige Termine jederzeit eintragen. Natürlich könntest Du dafür auch Deine Jahresübersicht nehmen. Aber dort würde ich nur ganz wichtige Termine eintragen. In die Monatsübersicht gehen auch Termine, die jetzt nicht ganz so wichtig sind.

Die Wochenübersichten erstelle ich immer relativ zeitnah. Das bedeutet, dass viele sich am Wochenende wirklich hinsetzen und überlegen, wie die nächste Woche in deren Journalen aussehen soll. Aus diesem Grund ist es durchaus eine gute Idee immer eine Monatsübersicht zu haben.

Und je nachdem wie viele Termine Du hast, kannst Du entsprechend den Platz einplanen. Du wirst am besten wissen, wie viele Termine Du ungefähr pro Monat haben wirst. Dann ist es egal, ob Du auch mal eine Woche vergisst, bei Deiner Planung (und das kann durchaus passieren, zumindest ist es bei mir schon öfters geschehen). Du hast alles in der Übersicht. Und benötigst keinen zweiten Kalender.

Nicht lachen, ich habe mir ursprünglich wirklich überlegt, erst einmal einen zweiten Kalender anzuschaffen, bis ich mit der ganzen Sache klarkomme. Oder um einfach auf Nummer sicher zu gehen. Auf alle Fälle kannst Du mit solch einer Übersicht Dir einen Kalender sparen. Und alles andere auf Dich zukommen lassen.

Wie Du dann letztendlich Deine Wochenübersicht gestaltest, ist Dir überlassen. Es gibt Leute (zu denen ich aktuell noch gehöre), welche die komplette Woche auf einer Doppelseite gestalten. Andere hingegen setzen sich jeden Tag aufs Neue hin und kreieren ihren Kalender.

Du kannst Dich im Internet umschauen oder meine Pinterestwand (auf dem noch einige Sketchnotesachen zu finden sind) durchwühlen. Sicherlich wirst Du fündig werden.

Die ersten Schritte

Für den Anfang ist es völlig in Ordnung, wenn Du Dich von anderen, erfahreneren BuJo’s inspirieren lässt. Schau Dir an, was sie veröffentlichen und übernimm es erst einmal. Du wirst schnell merken, was zu Dir und Deinem Leben passt und was nicht.

So habe ich festgestellt, dass viele einen Mahlzeitenplaner aufnehmen. Ob das daran liegt, dass die meisten Bilder aus Amerika stammen, wo man gerne außerhalb isst (also Restaurants), lasse ich einfach mal im Raum stehen. Wenn Du das nicht brauchst, weil Du immer weißt, was bei Dir auf dem Tisch kommt, kannst Du diesen Platz für etwas anderes verwenden.

Lass Dich also inspirieren. Denn solange es in Deinem Kalender bleibt, ist es egal, woher Du die Bilder hast. Und nach und nach wirst Du Deine eigenen Wochentracker erschaffen. In dem Sinne sei für alles offen.

Die Tracker

Neben dem Wochen-, Monats- und Jahreskalender, kannst Du noch verschiedene Tracker in Deinem Bullet Journal einzeichnen. Und das Thema ist absolut egal.

Was sind jetzt Tracker?

Ein Tracker ist eine individuelle Übersicht über Themen, die Dich interessieren. Aber werden wir einfach Mal praktisch, dann wirst Du vielleicht verstehen, was ich damit meine.

Nehmen wir Mal an, Du siehst eine Serie gerne. Dann könntest Du Dir eine Seite für diese Serie nehmen und eine Staffelübersicht gestalten. Diese Serie hat sieben Staffeln mit jeweils 13 Folgen (ich vereinfache das jetzt). Dann zeichnest Du jeweils eine Leiste für die jeweiligen Staffeln ein und unterteilst diese dann mit den jeweiligen Folgen. Und immer wenn Du eine Folge gesehen hast, malst Du deren Position in Deinem Tracker aus.

Diese Seite kannst Du dann noch gestalten. Zum Beispiel selbst ein Bild Deiner Lieblingsfigur zeichnen. Oder es ausdrucken und einkleben. Zitate aufschreiben, was auch immer Du gerne auf dieser Seite siehst.

Oder Du zeichnest ein Regal ein (ein sehr beliebtes Motiv, wie ich in einigen Facebook-Gruppen gesehen habe), der einige Bücher mit leeren Rücken hat. Du kannst Dir sicherlich vorstellen, dass dort dann die Titel eingetragen werden, von den Büchern, die Du gelesen hast.

Das sind nur zwei Beispiele. Recherchiere im Internet nach weiteren Ideen, was Du alles aufnehmen kannst, um noch mehr Inspirationen zu bekommen.

Und warum?

Wenn Du das Gefühl hast, dass das eine Art Hobbyübersicht ist, dann kann ich sagen, stimmt. Viele benutzen ihr Bullet Journal als eine Übersicht und Kontrollmöglichkeit ihrer vielen Interessen und Hobbys.

Andere benutzen ihr Bullet Journal auch dafür, um eine Übersicht über ihre Finanzen zu bekommen. Sei es, dass sie Geld sparen oder wissen wollen, wo es andauernd hin verschwindet.

Aber sie nutzen ihr Bullet Journal auch für ihr Business. Du musst nicht mit drei, vier oder sieben verschiedenen Notizbüchern herumrennen, sondern trägst alles nun in Deinem Bullet Journal. Das bedeutet, die Tracker sind nur der Anfang. Du kannst also richtig weiter gehen, wenn Du das Bedürfnis hast.

Ein Bullet Journal für Schriftstellerinnen und Schrifsteller?

Bisher habe ich Dir vorgeschlagen ein Notizbuch, ein Kreativbuch und ein Ideenbuch zu führen. Nun kommen wir halt zum Bullet Journal, also einem Kalenderbuch (um es so weiterzuführen). Man könnte meinen, dass das nicht gerade wenige Bücher sind, die Du andauernd mit Dir führen oder füllen sollst.

Das tolle hierbei ist, dass Du theoretisch alle drei aufgeführten Notiz- und Tagebucharten in Deinem Bullet Journal zusammenführen kannst. Wenn Du ein Projekt abgeschlossen hast, kannst Du theoretisch Dein Erfolgstagebuch nehmen und dazu etwas schreiben. Oder Du schreibst dazu etwas in Deinem Bullet Journal.

Natürlich gibt es auch Möglichkeiten, Dein aktuelles Projekt direkt in Deinem Bullet Journal zu integrieren. So kannst Du eine Seite reservieren, um die Eckdaten für Dein aktuelles Projekt zu reservieren. Und dann schreibst Du alles dazu auf, was Dir wichtig ist.

Alternativ kannst Du auch Deine ganzen Ideen, die Dir so spontan einfallen, dort notieren. Einfach eine Doppelseite freihalten und alles aufschreiben, was Dir einfällt. Wenn Du mehr Platz brauchst, schreibst Du einfach weiter.

Zudem kannst Du Dich auch motivieren, um regelmäßig zu schreiben. So hab ich eine Übersicht erstellt, in die ich jeden Tag eintrage, an dem ich geschrieben habe. Und irgendwann war es dann so weit, dass ich auf gar keinen Fall einen Tag auslassen möchte. Daher gebe ich mir Mühe und Sorge dafür, dass ich tatsächlich jeden Tag was schreibe. Egal wie viel oder wie wenig es am Ende ist.

Aber vielleicht hast Du jetzt schon Deine ersten Ideen, wie Du Dein persönliches Bullet Journal führen kannst. Vielleicht möchtest Du es ja mit einem dünnen Heft erst einmal probieren und sehen, ob es Dir gefällt. Oder Du legst Dich gleich richtig ins Zeug und besorgst Dir ein dickes Notizbuch.

Abschlussgedanken

Du kannst natürlich auch einen einfachen Kalender benutzen und diesen ein wenig abändern. Aber ich muss gestehen, die kreative Freiheit, die man mit einem Bullet Journal hat, spricht mich sehr an. Aus diesem Grund kann ich Dir nur empfehlen, es zumindest auszuprobieren.

Vielleicht sagst Du danach, dass es absolut nicht Dein Ding ist. Das ist völlig in Ordnung. Oder Du bist genauso begeistert wie ich und kommst nicht mehr davon los.

Und zukünftig werde ich auf meiner Instagramseite meine Seiten posten. Vielleicht ist auch etwas für Dich dabei.

Auf alle Fälle wünsche ich Dir dabei viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

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