Mit Buchblogs in Kontakt treten – für Rezensionen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für viele gehört zum Marketing, dass ihre Bücher auf Bücherblogs rezensiert werden. Doch erfolgreiche Blogs haben ein Problem, ihr SuB (Stapel ungelesener Bücher) ist extrem hoch. Das bedeutet, sie müssen Bücher ablehnen. Aber gibt es doch eine Möglichkeit bei ihnen mit einer Rezension zu erscheinen?

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Kurze Vorgedanken

Vor einiger Zeit hab ich den Beitrag „Wie bringe ich Blogger dazu, mein Buch zu lesen?“ von Stehlblüten gelesen. Ich empfehl Dir, diesen Beitrag durchzulesen, da er aus der Sicht der Buchblogger*innen erklärt, was viele Autor*innen bei der Bewerbung für eine Rezension falsch machen. Beim ersten #litcamphh (2018) wurde diese Ansicht noch einmal von diversen Bloger*innen bestätigt.

Ja, Du hast richtig gelesen, Bewerbung. Viele Blogger*innen, die schon länger dabei sind, haben sehr viele Bücher, die sie lesen sollen, dass sie gar nicht mehr hinterherkommen. Die Bücher stammen nicht nur von einer exzessiven Einkaufstour, es gibt auch viele Verlage, die Rezensionsexemplare verteilen. Letztendlich wollen die auch gelesen und natürlich rezensiert werden.

Daher kann es passieren, dass nach einer gewissen Zeit die Blogger*innen sagen, Schluss, bis hierhin und nicht mehr weiter. Ich lese nur noch Bücher, die mir gefallen oder auch Bücher von Autor*innen, die sich korrekt beworben haben.

Mit anderen Worten, Du konkurrierst also mit anderen Autor*innen um die Zeit der Blogger*innen. Mag vielleicht unfair klingen, aber ist nur logisch. Denn die meisten Blogger*innen betreiben ihre Blogs nicht des Ruhms oder gar des Geldes wegen (sofern sie überhaupt Geld bekommen). Sie betreiben es als Leidenschaft neben ihrem alltäglichen Leben. Und da haben sie nicht Zeit jedes Buch zu lesen, welches ihnen angeboten wird. Das ist leider ein Fakt.

Doch was können wir Autor*innen tun, um bei unserer Bewerbung erfolgreich zu sein? Darüber hab ich mir heute Gedanken gemacht, wie ich die Sache angehen würde.

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Die Suche

Bevor Du eine E-Mail losschickst, um Dein Buch zu bewerben, solltest Du natürlich wissen, welche Blogs überhaupt infrage kommen. Es bringt überhaupt nichts, wenn Du willkürlich Bücherblogs anschreibst, welche gar nicht Dein Genre liest.

Nehmen wir an, Du schreibst einen Thriller. Dann ist es absolute Zeitverschwendung Blogs anzuschreiben, die sich auf Liebesromane oder Fantasy spezialisiert haben. Es mag sein, dass Dein Klappentext und Dein Schreiben so dermaßen interessant klingen, dass sie es probieren werden. Aber viele bleiben ihrem Genre treu und möchten einfach nichts anderes ausprobieren. Und darüber brauchst Du auch erst gar nicht zu diskutieren. Denn die Blogger*innen sitzen am längeren Hebel.

Daher such Bücherblogs, die Rezensionen geschrieben haben, welche Deinem Genre entsprechen. Gerade auch, wenn Du ein eher Selteneres bedienen möchtest (wie ich zum Beispiel mit Steampunk). Dann schau bei Deinem Genre noch einmal genau hin und überprüf, ob er nicht auch andere Genres bedient, wie zum Beispiel dem Krimi oder dem Liebesroman.

Wenn Du einen Blog gefunden hast, schau auch in deren Linklisten nach. Denn häufig vernetzen sich die Buchblogs untereinander. Und über diese findest Du dann weitere Bücherblogs, die Dich vielleicht interessieren könnten.

Vielleicht magst Du Dir auch eine Excel- oder Word-Tabelle anlegen, in denen Du die wichtigsten Eckdaten notierst.

Dazu zähle ich den Namen des Blogs, den Namen der Blogger*innen, die Mailadresse, welche Genres dort gelesen und veröffentlicht werden (markiere auch Dein Genre), wann die Beiträge erscheinen und sonstige für Dich wichtige Informationen.

Übrigens, Du kannst und solltest durchaus anfangen jetzt zu suchen, auch wenn Du noch gar kein Buch veröffentlicht hast. Was Du jetzt schon recherchiert hast, musst Du nachher nicht. Zumal Du dann den nächsten Schritt vornehmen kannst.

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Auf Dich aufmerksam machen

Wenn Du Deine Wunschblogs gefunden hast, wird es Zeit, dass Du auf Dich aufmerksam machst. Du willst was von den Blogger*innen? Kein Problem, dann gib erst einmal etwas. Und zwar Kommentare, Verlinkungen, Likes, was auch immer angesagt ist.

Wie schon erwähnt, am besten fängst Du damit an, wenn Du diesen Beitrag fertig gelesen hast. Mit kommentieren meine ich übrigens nicht nur, dass Du schreibst, toller Beitrag und so weiter. Damit meine ich, dass Du Dich mit dem Beitrag durchaus auseinandersetzt und auf den Inhalt eingehst.

Sicherlich wünschst Du Dir auch eine ausführliche Rezension. Daher ist es durchaus in Ordnung, wenn Du einen ausführlichen Kommentar schreibst. Widme dem Beitrag durchaus einige Minuten und kommentiere ausführlich. Und das bitte von nun an regelmäßig.

Natürlich musst Du nicht jeden Beitrag kommentieren. Gerade, wenn Du nichts zu sagen hast. Aber wenn Du das Bedürfnis hast Dich zu äußern, dann mach es gerne.

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Deine Bewerbung

Dann ist es so weit, Dein Buch ist fertig und bereit veröffentlicht zu werden. Schmeiß Deine Marketingmaschinerie an und bewirb Dich rechtzeitig bei Deinen Wunschblogs.

Denn denk bitte daran, ein Buch will natürlich auch gelesen werden, bevor es rezensiert wird. Daher solltest Du durchaus ein paar Wochen vor der Veröffentlichung die Blogger*innen anschreiben, damit sie auch die Möglichkeit haben, es zu lesen und auf ihre individuelle Art zu besprechen. Manche machen sich nämlich ausführliche Notizen oder haben andere Besonderheiten, mit dem Buch umzugehen.

Bei Stehlblüten hab ich ein Media-Kit entdeckt und überlege mir, ebenfalls ein solches zu erstellen.

Was ist ein Media-Kit

Eigentlich ist es eine Zusammenstellung von Informationen, um zu zeigen, dass es sich lohnt, dem Blog ein Rezensionsexemplar zu Verfügung zu stellen (als Beispiel). Denn Verlage oder auch Autor*innen möchte natürlich eine gewisse Reichweite haben, wenn sie kostenfrei ein Buch stellen. Denn so sollen so viele Leser*innen wie nur möglich erreicht werden, damit sich das Buch entsprechend verkauft.

Mit Deinem eigenen Media-Kit könntest Du theoretisch die Buchblogger*innen kurz und prägnant über Dein Buch informieren. Dazu könnten folgende Elemente gehören:

  • das Cover
  • der Klappentext
  • eine kurze Zusammenfassung der Geschichte
  • Genrezuordnung
  • Seitenzahl / Wortzahl
  • was Du sonst noch liefern würdest
  • Optional (sofern schon vorhanden): Leser*innenstimmen
  • Lektorat und Korrektorat (wichtiger bei SP-Autor*innen)
  • wenn vorhanden: Der Verlag
  • was Dir sonst noch wichtig ist

Zum Cover und Klappentext muss ich sicherlich nichts schreiben. Bei der Zusammenfassung der Geschichte geht es wirklich um eine kurze Übersicht, worum es sich bei der Geschichte handelt, welche Charaktere auftreten und weitere wichtige Informationen. Das darf ausführlicher sein als der Klappentext, aber nicht übertrieben lang.

Bei der Genrezuordnung geht es darum, dass die*den Blogger*in sofort sehen kann, ob es überhaupt zu ihren Interessen passt. Bei der Seitenzahl (Wortzahl ist optional) denke ich in erster Linie daran, dass Du die*den Blogger*in informierst, wie lang es ist, damit sie abschätzen kann, wie lang sie fürs Lesen braucht.

Bei dem „Was Du sonst noch liefern würdest“ denke ich an Interviews, Gewinnspiele, Blogtouren und derartiges. Viele Blogs bestehen nicht nur aus Rezensionen (wie Du sicherlich schon festgestellt hast). Und viele Blogger*innen möchten durchaus, dass die Autor*innen sich ein wenig mehr einbringen, damit der Buchblog etwas präsentieren kann.

Aber Vorsicht. Gleichzeitig schätzen die Bloger*innen es nicht, wenn Du alles fest hast und sie wie Angestellte behandelst. Also, indem Du denen sagst, was sie zu tun haben und sie selbst kein Mitspracherecht mehr haben. Erst recht, wenn es um ihren eigenen Blog geht.

Letztendlich haben beide Seiten etwas davon, weil Du Werbung für Dich machen kannst und dadurch auch neue Leser*innen lockst. Und der Buchblog hat einen weiteren Beitrag, der veröffentlicht werden kann und ebenfalls für sie Werbung bringt. Denn es zeigt, dass die*der Blogger*in sich auch anderweitig mit dem Thema auseinandersetzt.

Wenn Du gar keine Ahnung hast, was Du liefern könntest, erkundige Dich bei anderen Autor*innen, was sie gemacht haben. Oder schau Dir die Blogs an. Und die wenigsten Blogger*innen werden Dich schräg anschauen, wenn Du sie fragst, was sie sich von Dir wünschen. Immer miteinanderreden. Das ist wichtig.

Bei den Leser*innenstimmen denke ich eher an Personen, die bekannt sind. Vielleicht hast Du bereits Kontakt zu einer bekannteren Autorin, die Dein Buch gelesen und eine Meinung kundgetan haben. Warum das nicht für Dich verwenden? Das könnte der*dem Blogger*in zeigen, dass es sich doch lohnt, sich mit Deinem Buch auseinanderzusetzen.

Beim Lektorat und Korrektorat lohnt es sich eher, wenn Du als Selfpublisher*in auftrittst. Denn viele Blogger*innen haben immer noch das Vorurteil, dass beim SP jeder Schund veröffentlicht wird. Zeigst Du aber, dass Du Dir professionelle Hilfe geholt hast, könnte es diese Hürde vielleicht sogar abbauen. Immerhin dürfte Deine Geschichte dann nicht vor lauter Rechtschreibfehler überquellen.

Zum Thema Verlag denke ich mal, dass es selbsterklärend ist. Und zum letzten Punkt, es könnte ja sein, dass Dir noch etwas wichtig ist. Dann füge es ein.

Wobei ich empfehlen würde, dass Dein persönliches Media-Kit entweder als Flyer aufgebaut wird oder nicht länger als zwei DIN-A4-Seiten lang ist. Denn immerhin willst Du Deine Blogger*in nicht erschlagen.

Deine Bewerbung

Auch wenn Du ein Media-Kit erstellt hast, reicht es nicht aus, die Datei einfach anzuhängen und einen Dreizeiler zu verfassen. Ein wenig Mühe sollte schon dabei sein. Wenn Du ein Media-Kit erstellst, kannst Du Dich in der Mail auf andere Dinge konzentrieren.

Und hier kommt der Grund, warum Du Dich rechtzeitig bei den Blogs in Form der Kommentare vorstellen könntest, vielleicht sogar solltest. Denn in Deiner E-Mail kannst Du nun schreiben, dass Du schon länger den Blog verfolgst und die Beiträge toll/interessant/kritisch oder was auch immer siehst.

Hast Du unter einem anderen Namen kommentiert, dann erwähne dies auch in Deiner E-Mail, sodass die Bloggerin bzw. der Blogger Dich zuordnen kann.

Das Wichtigste zuerst, schreib bitte nicht als Begrüßung „Hallo Blogger“ oder „Hallo Bloggerin“. Das wirkt unpersönlich und unhöflich. Und vor allem, es zeigt, dass Du Dir wohl gar keine Mühe gemacht hast herauszufinden, mit wem Du es zu tun hast.

Jede Internetseite und jeder Blog muss ein Impressum führen. Wenn Du keine Informationen gesammelt hast, dann solltest Du spätestens jetzt herausfinden, wie der korrekte Name lautet. Dann kopier ihn in Deine E-Mail, falls er doch kompliziert sein sollte. Und kürz bitte auch den Namen nicht ab. Also, aus Samira wird bitte keine Sam. Denn Du weißt nicht, ob sie so genannt werden möchte. Nutz also den vollen Namen. Wenn sie Dir anbietet, dass Du sie Sam nennst, ist das etwas anderes.

Danach kannst Du erwähnen, sofern Du es getan hast, dass Du schon länger den Blog folgst und unter einen bestimmten Internetnamen öfters kommentiert hast. Damit baust Du eine ganz andere Bindung zu der Bloggerin / dem Blogger auf. Von einer fremden Person wirst Du dann zu einer Art Bekannten. Und ich kann mir gut vorstellen, dass man dann ganz anders reagiert.

Zumindest war es bei mir so. Denn die Autorin Nora Bendzko hat auch zuerst auf meinem Blog einige Beiträge kommentiert. Und dann kam sie privat auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte mit ihr etwas onlinemäßig zu unternehmen. Zuerst eine Beitragsreihe und dann eine Blogtour. Da ich sie schon vorher kannte, hatte ich einen ganz anderen Bezug zu ihr, als wenn sie mich spontan angeschrieben hätte.

Dann stellst Du kurz Dein Buch vor, unabhängig, ob Du ein Media-Kit erstellt hast oder nicht. Wiederhol Dich jedoch nicht nur, was in Deinem Kit steht, biete immer völlig eigene, unabhängige Informationen an. Notfalls kannst Du auf Dein Media-Kit verweisen. Und vor allem auch erklärst Du bitte, warum Du glaubst, dass Dein Buch und ihr Blog zusammenarbeiten könnten.

Wenn Du damit fertig bist, schick notfalls Dein Text durch den Duden Korrektor. Der findet zwar nicht alle Fehler, aber die gröbsten. Und das ist mehr, als wenn Du einen fehlerhaften Text losschickst.

Wichtig ist auch, ob es einen bestimmten Stichtag gibt, wann Du gerne die Rezension sehen würdest. Meine Empfehlung, gib es als Wunsch an, nie als Bedingung. Denn Du kannst einfach nicht über die Zeit der Blogger*innen verfügen. Aber wenn sie weiß, wann die Veröffentlichung ist, kann sie*er für sich entscheiden, ob sie*er Dein Buch liest und es sogar vorzieht.

Denn trotz allem, viele Blogger*innen sind durchaus daran interessante Neulinge zu unterstützen. Und das tun sie eben mit einer Rezension.

Ganz wichtig sei noch erwähnt: wie bei einer Bewerbung um eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle solltest Du versuchen immer individuelle Mails zu schreiben. Denn jeder Blog ist individuell und sollte daher auch behandelt werden. Während Du bei einer Stellenbewerbung auf viele Stilmittel achten musst, ist bei dieser Mail doch möglich, lockerer zu sein. Das ist eindeutig der Vorteil.

Aber reine Copy & Paste Mails kommen nicht gut an. Denn das merkt man und die Blogger*innen bekommen das Gefühl, dass Du einfach nur Blogs ausgesucht, Dich nicht weiter mit ihnen beschäftigt hast und einfach nur anschreibst. Merke Dir, das kann zu Ablehnungen führen.

Es gibt durchaus Teile, die Du kopieren kannst, zum Beispiel die Zusammenfassung zu Deiner Geschichte. Warum solltest Du das Rad immer wieder neu erfinden? Aber das Anschreiben selbst sollte im Idealfall individuell sein.

Und noch ganz wichtig, Du bittest um eine Rezension, niemals um eine Rezession. Mit Letzteren können die Buchblogger*innen Dir nicht dienen.

Überwachung der Bewerbungen

In Deiner Liste, die Du vielleicht erstellt hast, kannst Du nun noch einige Spalten hinzufügen. Die Autorin Tanja Hanika hat in ihrem Schreibratgeber “Arbeitsbuch für Schriftsteller” eine entsprechende Vorlage eingefügt. Vielleicht ist dies auch für Dich interessant.

Füge das Datum hinein, wann Du Deine Bewerbung losgeschickt hast. Sollte eine Zwischenmeldung kommen in Form von, ich melde mich, kannst Du das ebenfalls vermerken und sobald eine Antwort gekommen ist. Und natürlich, ob überhaupt eine gekommen ist.

Eins ist Fakt, Du kannst Dir noch so viel Mühe geben, es werden nicht alle Antworten. Natürlich könntest Du jetzt sagen, dass dann die Zeit, die Du in dem Blog investiert hast, umsonst war. Und ich antworte, mag sein. Aber die Wahrscheinlichkeit ist höher, wenn Du Zeit investierst, weil Dich die Blogger*innen kennen.

Auf alle Fälle musst Du herausfinden, was sich für Dich lohnt. Und ob Du dann mit den Blogs, welche Dir nicht geantwortet haben, noch weiter irgendwie zusammenarbeiten möchtest. Auch das musst Du für Dich klären.

Sie hat Ja gesagt

Dann sag ich erst einmal, herzlichen Glückwunsch.

Wenn Dein*e Wunschblogger*in ja gesagt hat, heißt das natürlich, dass ihr nun einiges gemeinsam klären müsst. Und vor allem, Du musst zuverlässig sein. Das gilt für die Versendung Deines Buches sowie über das ganze Zusatzmaterial, worüber ihr euch dann einigt.

Klär ab, ob Du ein Printbuch senden sollst oder ein E-Book. Und wenn es ein Printbuch sein darf, ob es signiert sein soll. Bei Gewinnspielen gilt auch, welche Bücher zur Verfügung gestellt werden und ob Du noch Zusatzmaterial hast. Dazu zähle ich Autogrammkarten, Lesezeichen und was auch immer Dich als Autor*in ausmacht.

Dann besorg die Bücher und schick sie rechtzeitig los. Nur so kannst Du garantieren, dass das Buch rechtzeitig ankommt, von der*dem Blogger*in gelesen, individuell betrachtet und dann die Rezension veröffentlicht wird.

Wenn ihr noch andere Themen abgesprochen habt, dann liegt es an Dir, Dich darum zu kümmern. Soll es ein Interview geben, dann füll die Fragen aus. Hier ein kleiner Tipp: Fragen wiederholen sich immer und immer wieder, das kannst Du nicht verhindern. Versuch aber trotzdem jede Frage individuell zu beantworten.

Denn Deine (zukünftige) Leser*innen wollen etwas über Dich erfahren. Und das bedeutet, dass Du ihnen immer wieder etwas Neues bieten solltest. Immerhin machst Du Werbung für Dich, nutz sie also bitte.

Die Veröffentlichung ist da

Wenn dann Dein Buch rezensiert und veröffentlicht wurde, bist Du natürlich noch nicht entlassen. Je nachdem, was ihr zuvor abgemacht habt, geht es natürlich nun zum Gewinnspiel oder zum Interview und so weiter.

Aber es geht natürlich auch um das Teilen des Beitrages auf allen sozialen Netzwerken, an denen Du teilnimmst. Also Facebook, Twitter, Instagram und so weiter. Es geht darum, dass nicht nur der Buchblog für Dich etwas tut, sondern Du auch für den Buchblog. Also wieder gegenseitige Werbung.

Und klar, ein Danke schön sollte natürlich auch drin sein. Persönlich per E-Mail oder wie ihr beide auch immer Kontakt habt. Auch wenn ihr euch auf Augenhöhe getroffen habt, so ist zeugt es von Respekt, wenn Du einfach mal danke sagst.

Keine Rezension

Ja, das kann auch passieren. Du und Deine Bloggerin habt euch gut verstanden und es sah danach aus, dass sie über Dein Buch was schreiben wird. Und dann passiert es, die Rezension bleibt aus.

Was könnte passiert sein?

Es kann eine Menge geschehen sein. Unter anderem, auch wenn das schwer zu glauben ist, dass ihr schlicht Dein Buch nicht gefallen hat. Und einige entscheiden sich, bevor sie eine negative Rezension schreiben, dass sie gar nichts schreiben. Das hab ich tatsächlich schon öfters gelesen.

Bitte merke Dir immer eines, Geschmäcker sind verschieden. Und auch wenn hundert Menschen sagen, dass sie Dein Buch lieben, wird die hundertunderste Person sagen, nein, es ist nicht mein Buch, ich liebe es nicht. Und damit musst Du halt klarkommen. Tut mir leid, das sagen zu müssen. Aber das ist halt ein Fakt.

Wenn die*der Blogger*in sich ein wenig vor der Wahrheit drückt, sprich sie*ihn freundlich an und erkundige Dich, warum es keine Rezension gibt. Und sei fair ihr*ihm gegenüber. Denn sie*er hat wahrscheinlich durchaus Dein Buch gelesen, um sich eine Meinung zu bilden.

Vielleicht könnt ihr euch darauf einigen, dass sie doch eine Rezension schreibt, aber dazu eine neutrale Meinung zum Buch gibt. Dann kann sie*er auch gerne schreiben, warum es ihr*ihm persönlich nicht gefallen hat. Denn denke bitte daran, auch eine negative Rezension kann für Dich gut sein.

Warum?

Viele lesen allein aufgrund einer negativen Rezension doch ein Buch, um zu sehen, ob die Meinung stimmt. Und gelegentlich kann es auch passieren, dass sie ganz anderer Meinung sind und dies auch öffentlich kundtun möchten. Daher lehne eine negative Rezension nicht ab, solange sie offen, ehrlich und fair geschrieben ist.

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An die Blogger*innen

Immer wieder lese ich, dass ihr überlastet seid. Und sicherlich stimmt das auch. Es sind ja nicht nur eure Bücher auf den SuBs, sondern auch viele Verlagsbücher und andere von Autor*innen, die alle darauf warten, dass sie gelesen werden wollen.

Und das ist völlig in Ordnung. Gut, zumindest für die meisten Autor*innen. Wir wissen alle, dass manche ihre gute Kinderstube vergessen und unhöflich werden, wenn es um sie und ihre Babys geht, leider.

Doch leider müsst ihr Blogger*innen auch an die eigene Nase fassen, was die Höflichkeit betrifft. Nicht alle, glücklicherweise, aber es gibt sie, die unhöflichen Bloggerinnen.

Was meine ich damit?

Immer wieder lese ich von Autor*innen, dass sie nicht wissen, was sie machen sollen. Da haben sie einem Blog ein Rezensionsexemplar als Printversion zur Verfügung gestellt und bekommen einfach keine Antwort, was denn nun mit der Rezension ist.

Der Grund der Verzweiflung ist einfach, es kommt nichts. Es gibt weder eine Rezension noch eine E-Mail, was los ist. Und einige der Autor*innen haben sogar öfters nachgefragt.

Mit anderen Worten, hier wurde ein Buch abgegriffen und es gab keine Rezension dafür. Natürlich sind Blogger*innen nicht verpflichtet, eine Rezension zu liefern, nur weil sie ein Buch geschenkt bekommen haben. Das will ich nicht sagen.

Aber hei, seien wir doch mal ehrlich, eine kurze E-Mail, dass man das Buch nicht öffentlich rezensieren kann oder das es noch dauert, das tut einfach nicht weh. Damit wissen die Autor*innen Bescheid und können sich entsprechend darauf einstellen.

Aber nichts zu schreiben, keine Reaktion zu zeigen, nichts gar nichts, es tut mir leid, das ist aber alles andere als unhöflich.

Und hier noch ein kleiner Hinweis liebe Blogger*innen. Es heißt, dass ihr sehr gut untereinander vernetzt seid. Und es heißt auch, dass ihr wisst, wenn sich eine Autor*in daneben benimmt. Das Gleiche trifft auch auf Autor*innen zu.

Wenn ich erfahren würde, dass ein Buchblog eher Bücher abgreift und nicht rezensiert (und das auch regelmäßig), ganz unter uns, ich würde um den dann einen ganz schön großen Bogen machen.

Wie geschrieben, Du bist zu keinem Zeitpunkt verpflichtet, eine Rezension zu schreiben. Noch nicht einmal Dich zu melden, wenn Du es nicht willst. Aber auf Dauer wäre das eine gute Idee, damit Du weiterhin guten Kontakt zu den Autor*innen behalten kannst. Zudem, es ist einfach höflich.

Daher meine Bitte melde Dich.

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An die Autor*innen

Es reicht nicht nur aus, einfach ein Buch zur Verfügung zu stellen und dann den Blogger*innen die restliche Arbeit zu überlassen. Es geht auch nicht, dass ihr den Blogger*innen vorschreibt, was sie wann zu bloggen haben.

Es geht um eine Gemeinschaftsaufgabe. Das bedeutet, dass ihr gemeinschaftlich arbeitet. Redet miteinander und schaut euch an, was ihr bieten könnt und was die Blogger*innen sich wünschen. Auf einem Blog zu erscheinen kann eine große Sache sein. Und kann auch eine Aufgabe sein. Respektiert das.

Und ja, es wird Rezensionen geben, die Dir nicht gefallen werden. So ist halt das Leben. Es macht aber keinen guten Eindruck, wenn Du dann den Höllenschlund öffnest und über die entsprechenden Blogger*innen herziehst. Erst recht, wenn Du Selfpublishing betreibst. Damit reißt Du nicht nur Dich in die Misere, sondern gleich alle anderen. Dann gibt es wieder diesen Tenor, dass alle Selfpublisher*innen keine Kritik ertragen können.

Lerne, professionell zu arbeiten und zu handeln. Und das in erster Linie für Dich.

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Abschlussgedanken

Eigentlich ist es einfach, sich bei den Bücherblogs zu bewerben. Mach Dich vorher sichtbar, danach schreib eine persönliche und individuelle Mail und zu guter Letzt versuch ein wenig Geduld mitzubringen. Wenn Du das berücksichtigst, dürfte es wahrscheinlicher sein, dass es mit Deinem Wunschbuchblog eher klappt.

Natürlich ist dieses Vorgehen keine Garantie, dass es wirklich klappt. Wobei, bei mir funktionierte es. Und letztendlich, was hast Du zu verlieren? Probier es aus und mach Deine eigenen Erfahrungen.

Dabei wünsche ich Dir allen Erfolg dieser Welt.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

15 Gedanken zu „Mit Buchblogs in Kontakt treten – für Rezensionen

  • 24. September 2018 um 19:49
    Permalink

    Guten Abend 🙂
    Wow, was für ein genialer Beitrag! Wieviele Gedanken du dir gemacht hast finde ich einfach großartig!

    Das Einzige, was ich so nicht unterschreiben würde ist: “Natürlich sind Blogger*innen nicht verpflichtet, eine Rezension zu liefern, nur weil sie ein Buch geschenkt bekommen haben. Das will ich nicht sagen.” Doch, das würde ich so sagen. Klar kann es immer Gründe geben, warum ich ein Buch nicht rezensieren möchte oder warum es mal länger dauert, aber dann habe ich als Blogger die Pflicht, dies dem Autor von mir aus, ohne Nachfrage seinerseits, mitzuteilen, ihm meine Gründe zu erläutern und um Verständnis zu bitten. Ich bin der Ansicht, dass ich in dem Moment, in dem ich ein Rezensionsexemplar annehme (dies gilt nicht für mir unverlangt zugesandte Bücher), auch die Pflicht habe, dieses Buch in angemessener Zeit zu lesen und die Rezension zu schreiben oder mit dem Autor in Kontakt zu treten. Alles andere ist, wie du ja auch geschrieben hast “abgreifen”. Nicht mehr und nicht weniger.
    LG
    Yvonne

    Antwort
    • 24. September 2018 um 19:57
      Permalink

      Guten Abend liebe Yvonne und danke für Deinen Kommentar und Deine Ansicht.

      Da sieht man es wie unterschiedlich die Menschen die Sache mit dem Rezensionsexemplar sehen. Von vielen hab ich gelesen, dass sie es eben nicht als Pflicht sehen, dass sie eine Rezension schreiben, wenn sie ein Buch bekommen haben. Aber bei eines sind wir uns definitiv einig. Man ist durchaus verpflichtet, sich wenigstens zu melden. Ich finde es absolut unmöglich, wenn man sich für ein Rezensionsexemplar gemeldet hat und dann sich nicht mehr meldet.

      Wenn die Autor*innen sich nicht melden (ist mir schon passiert), nun gut, dann muss man damit leben. Aber wenn die sich schon melden, tun und machen und so, dann sollte man wenigstens Popo in der Hose haben und eine kurze Rückmeldung schicken 🙂

      Liebe Grüße zurück

      Antwort
      • 24. September 2018 um 20:44
        Permalink

        Ja, das kenne ich auch, dass entweder doch kein Buch kommt oder auf einen Beleglink keine Antwort mehr. Das ist aber okay, damit kann ich leben.

        Was übrigens (für mich) auch ein absolutes No-Go von Autorenseite aus ist, ist um die Rezension bzw. das, was darin steht feilschen zu wollen. Eine Autorin hat mir mal eine heftige Mail geschrieben, dass ich ihr Buch ja gar nicht richtig verstanden hätte. Das wäre ja alles ganz anders gemeint gewesen, als ich es in meiner Rezensions ausgelegt hätte. Sie forderte mich auf, meine Rezension zu löschen, wenn ich ihr Buch nicht verstehen würde, dürfte ich es auch nicht rezensieren.
        Ich bin durchaus bereit, mich mit Kritik auseinander zu setzen und eine Rezension ggfls. zu korrigieren, wenn ich wirklich daneben liege. Ich habe mir die Stellen dann nochmal angeschaut und selbst mit ihrer Erklärung fiel es mir schwer, das so zu verstehen, wie sie es wohl gemeint hat. Ich habe ihr dann geschrieben, dass ich bei meiner Rezension bleibe, da ihre Anmerkungen anhand des Buches für mich nicht nachvollziehbar sind. Sie drohte mit rechtlichen Schritten, woraufhin ich ihr schrieb, dass ich dem gelassen entgegen sehe. Es ist nie wieder was gekommen. Dabei hatte ich nichtmal schlecht bewertet, es waren 3 Federn. Keine Ahnung, was das sollte.
        LG
        Yvonne

        Antwort
        • 30. September 2018 um 16:27
          Permalink

          Hallo Yvonne,

          Dein absolutes No-Go kann ich komplett nachvollziehen. Daher hatte ich das auch in dem Beitrag aufgenommen.
          Wenn ich das Gefühl hätte, ein*e Blogger*in hat meine Geschichte missverstanden, ja, dann würde ich mit ihr*ihm in Kontakt treten und mit der Person reden – vernünftig wohlgemerkt. Es bringt absolut nichts, jemand anzugreifen und sogar mit juristischen Schritten zu drohen. Das finde ich absolut lächerlich.
          Zumal ich mich als Autorin dann auch fragen müsste, wenn ein*e Blogger*in meine Geschichte anders versteht, als es meine Intention war, was habe ich dann geschrieben? Dann scheinen sich meine Vorstellung und das, was ich geschrieben habe, ganz schön auseinanderzubewegen. Anders könnte ich es mir dann nicht erklären.

          Dazu muss man aber auch eine gewisse Selbstreflektion haben. Dass man diese nicht sofort hat, wenn man eine nicht ganz so positive Rezension liest, finde ich in Ordnung. Denn wir sind alles nur Menschen. Und da können auch mal unsere Gefühle munter Achterbahn spielen. Daher auch meine Empfehlung, dass man erst einmal einen gewissen Abstand gewinnt, um sich selbst zu ordnen.

          Das scheint hier nicht ganz geschehen zu sein. Zumal sie selbst einsehen musste, dass das drohen mit juristischen Schritten absolut albern war. Nun ja.

          Für viele scheinen aber drei Federn zwischenzeitlich eine Katastrophe zu sein. Letztens hatte sich auch auf Twitter jemand aufgeregt, dass sie*er nur drei Sterne bekommen hatte. Vier ist das neue “mindestens”. Find ich schade. Klar, drei Federn sind nicht vier. Aber ich finde, sie sind noch sehr gut.

          Liebe Grüße

          Antwort
    • 5. Oktober 2018 um 21:56
      Permalink

      Moralisch gehe ich mit dir mit – man sollte sich melden, wenn man es nich schafft, das Buch zu lesen. Und ich rezensiere (fast) jedes Buch, das ich als Rezi-Exemplar anfordere. Aber “Pflicht” klingt nach Arbeit – und das sollte ein Hobby nicht sein.

      Und ich finde es als Rezensent wiederum wichtig, dass der Autor nachfragt. Manchmal vergisst man ne Frist.

      Dennoch: Was Blogger und Autoren leisten, ist enorm 🙂

      Antwort
      • 7. Oktober 2018 um 17:47
        Permalink

        Ich hab Buchbahnhof auf Twitter angeschrieben, dass Du ihr geantwortet hast, so dass sie die Chance hat, auf Dein Kommentar zu reagieren 🙂

        Antwort
      • 7. Oktober 2018 um 18:06
        Permalink

        Hallo Evy,

        klar, dass der Blog Hobby ist auch und auch bleiben sollte, das sehe ich auch so. Aber, wenn mir das Hobby zu arbeitsintensiv werden sollte, dann würde ich als erstes keine Rezensionsexemplare mehr annehmen, denn wenn ich alle meine Bücher selbst kaufe kann ich tun und lassen, was ich will.

        Für mich hat das Thema ehrlich gesagt mehr als eine moralische Komponente. Aus meiner Sicht gehe in ich den Moment, in dem ich ein Buch aktiv anfrage eine Art “Vertrag” mit dem Autor ein. Er hat das Recht auf eine Rezension oder eine Erklärung, warum keine Rezension erfolgt. Ein Buch anfragen und dann nicht reagieren finde ich absolut nicht redlich. Wenn ich das nicht möchte, dann würde ich eben keine Rezensionsexemplare mehr anfragen, sondern kaufe mir meine Bücher.
        Aber, wie gesagt, das ist nur meine Meinung. Jeder kann das selbstverständlich handhaben, wie er es für richtig hält. Das ist ja nur meine Art des Umgangs mit Rezensionsexeplaren. Hat für mich irgendwie auch etwas mit Respekt und Anstand zu tun.

        Und zum Thema Fristen einhalten. Ich will nicht behaupten, dass mir nicht auch mal was durchrutscht und dann ist es super, wenn Autor oder Verlag nochmal erinnern. Aber in erster Linie halte ich mich dafür verantwortlich, gesetzte Fristen einzuhalten. Auch mir ist schonmal passiert, dass mir etwas dazwischen kam und ich ein Rezensionsexmeplar nicht zeitnah lesen konnte. Einfach eine Mail an Autor/ Verlag und niemand reißt einem den Kopf ab. Und das zu tun finde ich nicht zu viel verlangt.

        Aber wie gesagt, dass ist nur mein Umgang damit bzw. meine Meinung zu dem Thema, das kann selbstverständlich jeder handhaben, wie er oder sie das möchte.
        LG
        Yvonne

        Antwort
      • 7. Oktober 2018 um 18:14
        Permalink

        Hallo Evy,

        warum nimmt Du ein Buch dann an, wenn Du es nicht rezensieren willst?
        Außer der Autor sagt im Vorfelt: Brauchst Du nicht rezensieren.
        Ich finde, man geht einen mündlichen Vertrag ein, wenn man miteinander abspricht, dass man ein Rezensionsexemplar annimmt. Das steckt ja schon im Wort drin. Es heißt ja nicht Geschenkbuch. Wenn Du bei einem Verlag nicht rezensieren würdest, würdest Du aus dem Register fliegen.
        Ich finde es nicht fair, gerade bei Selfpublishing-Autor*innen anders damit umzugehen. Für die ist das eine finanzielle Einbuße, während ein Verlag das ganz anders wegstecken kann.

        Viele Grüße
        Petrissa

        Antwort
  • 5. Oktober 2018 um 21:48
    Permalink

    Die Autorenwelt hat dich geteilt. Ein sehr ausführlicher Artikel, der sogar die Blogger einbezieht – toll!

    Meine Gedanken:

    Welche Möglichkeiten siehst du für Autoren, denen die “klassische” Werbung nicht liegt? Welche Kreativen “Bewerbungen” gefallen dir besonders gut, wo sind die Grenzen? Hat jemand schonmal nen Trailer geschickt?

    Schwierig finde ich “Kommentieren” – denn auch das liegt nich jedem. Selbst als leidenschaftliche Kommentar-Schreiberin fehlen mir zu manchen Beiträgen einfach die Worte. Und wenn es verkrampft klingt, ist das auch nich toll. Vielleicht ist ein simples “Ich mag den Tonfall deiner Rezis, weil …” auch gut?

    Tipp von mir: Kümmere dich gut um die Blogger, die du hast – denn sie können dich weiterempfehlen. Und: Behalte auch die negativen, konstruktiven Rezensenten, denn diese können sehr treu sein.

    Wichtig finde ich deinen Vergleich mit den Angestellten, denn das ist eine Gefahr – dass man Rezensenten, wenn man sie mal hat, überlastet. Man sollte nicht erwarten, dass ein Rezensent jedes Buch liest.

    Und: Konzentrier dich nicht nur auf Blogger – es gibt viele, viele Rezensenten, die auf LB usw. tätig sind, ohne einen Blog zu haben. Manche sind auch oft in Buchgruppen unterwegs oder sind tolle Netzwerker.

    Bzgl. der Namen: Sprich den Blogger mit den Namen an, den er auf dem Blog verwendet – viele “unterschreiben” ihre Beiträge.

    Und last but not least: Bring dem Blogger die Leidenschaft für den Buch bei und gib ihm alle Infos, damit er das Buch gut eintakten und rezensieren kann. Den Rest kann man nur wenig beeinflussen.

    Antwort
    • 7. Oktober 2018 um 17:46
      Permalink

      Hallo Evy,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Wichtig finde ich, dass man sich immer und zu jedem Zeitpunkt Respekt entgegen bringt. Erst gestern musste ich lesen, wie eine liebe Seele auf Twitter schräg angemacht wurde, weil sie öffentlich zu ihrer Leidenschaft steht. Sry, geht gar nicht.

      Aber es stimmt, auch Blogger*innen, die negative Rezensionen schreiben, kann man sich warm halten. Denn negativ bedeutet nicht automatisch einen Verriss oder ein vernichtendes Urteil im besten Sinne. Sondern eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Buch und daher hoffentlich viele wertvolle Einblicke.

      Ansonsten danke ich Dir für die vielen tollen Hinweise. Da ich selbst nur von der einen Seite mit Autor*innen gearbeitet habe, kenne ich natürlich noch nicht alle Geheimnisse. Daher werde ich mir Deinen Kommentar sehr zu Herzen nehmen.

      Liebe Grüße

      Antwort
  • 6. Oktober 2018 um 13:14
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    Hallo Frau Schreibseele,

    ein toller Beitrag!!
    Besonders hat mir der Punkt gefallen, einfach schon mal vorher mit Blogger_innen in Kontakt zu gehen. Und sich nach dem Genre erkundigen. Ich höre immer wieder, wie schief das läuft. Und ja, das lohnt sich! Selbst wenn ich ein Buch nicht annehme, so kenne ich doch dann andere Bloggerinnen, die ähnliches lesen und die ich dann frage: Habe da gerade eine Anfrage bekommen, hättest du nicht Lust…

    Ich stimme Yvonne total zu. Wenn ich ein “Rezensionsexemplar” bekomme, bin ich verpflichtet, auch eine Rezension zu schreiben. Steckt in dem Wort Rezensionsexemplar ja eigentlich schon drinnen. Klar, man kann krank werden oder sonst was, aber dann hat man das zu kommunizieren. Und wenn ich das Buch so schlecht finde, dass ich nicht weiter lesen will oder vielleicht nur 1 Stern vergeben würde, finde ich auch, das dies zu kommunizieren ist. Ich habe dann so Bücher schon verlost.
    Ich kenne unter meinen engeren Bloggerfreundinnen auch niemand, die das anders sieht.

    Gerade gestern habe ich gelesen, dass Autor*innen Angst haben, Blogger*innen anzuschreiben. Kannst Du das bestätigen?

    Liebe Grüße
    Petrissa

    Antwort
    • 7. Oktober 2018 um 18:01
      Permalink

      Hallo liebe Petrissa,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Bevor man einen Roman veröffentlicht, muss man halt schon sehr, sehr viel Marketing machen. Wobei ich es toll finde, dass Du quasi die Anfrage weiterreichst, wenn Dich das Buch nicht interessiert oder Du keine Zeit hast, es zu lesen. Damit bleibst Du ja letztendlich auch in Erinnerung und eventuell kann man sich in der Zukunft eine Zusammenarbeit vorstellen.

      Schön wäre es, wenn die Blogger*innen, sofern sie Rezensionsexemplare annehmen, auch genau schreiben, was sie lesen möchten. Das dürfte sicherlich für beide Seiten entlastend sein, anstatt anzufragen, mmh, liest Du dieses Buch?

      Und ich finde es interessant, da könnte ich glatt mal wieder eine Umfrage starten. Denn ich kenne einige, die es nicht so sehen, dass sie verpflichtet sind, eine Rezensin zu schreiben. Andere hingegen schon. Das würde mich jetzt doch interessieren.

      Aus meiner Sicht kann ich es nicht bestätigen, dass Autor*innen Angst haben, Blogger*innen anzuschreiben. Aber wenn ich bei einigen Blogs lese, dass sie überhaupt keine Selfpublishingbücher lesen (und das in einer Sprache, dass mir die Hutschnur platzt), dann kann ich mir aber vorstellen, dass einige zurückhaltender sind.

      Danke Dir für den Input, ich werde mal recherchieren 🙂

      Liebe Grüße

      Antwort
      • 7. Oktober 2018 um 18:15
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        Hallo Petrissa,
        ich habe das inzwischen auch schon öfter gehört, dass gerade Debüt-Selfpublisher (kann man das so sagen?) sich nicht trauen, Blogger anzuschreiben. Sehr schade, denn es können da ja durchaus tolle Kontakte entstehen. Ich kann es aber auch nachvollziehen, dass sich einige nicht trauen, wenn ich manchmal lese, wie einige Blogger über Selfpublisher denken und schreiben.
        Für solche Autoren hätte ich den Tipp, ein bisschen auf dem Blog zu stöbern, um zu schauen, ob der Blogger Selfpublishern gegenüber aufgeschlossen ist. Wenn ja. Mir reicht eigentlich, wenn das Genre stimmt (und mir kein Krimi angeboten wird) und die richtige Ansprache ist auch immer sehr nett. Mehr muss es gar nicht sein, damit von mir eine nette Antwort (egal, ob nun positiv oder negativ in Bezug auf die Annahme des Rezensionsexeplares) zurück kommt.
        LG
        Yvonne

        Antwort
      • 7. Oktober 2018 um 18:28
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        Hallo liebe Schreibseele,

        also das hätte ich echt nicht gedacht, dass manche eine Rezension nicht für notwendig halten. Selbst wenn ein Autor zu mir sagen würde, ich brauche es auch nicht zu rezensieren (ist mir schon passiert), wäre für mich klar, ich nehme es nur an, wenn ich es wirklich lesen und rezensieren will.

        Ach! Ich habe bisher immer nur Werbung für Selfpublishing bei den Blogs, denen ich folge, gelesen. Und muss dann immer verschämt sagen, dass ich meist nur Bücher vom Verlag lese. Aber nicht, weil ich denke, Selfpublishingbücher wären schlecht!
        Zum einen lese ich keine ebooks, da falls natürlich schon mal viele raus. Es gibt einige, die ich gerne lesen würde, aber bekomme es einfach nicht hin.
        Zum anderen, das ist allein mein Problem, hätte ich Schwierigkeiten, einem Autor direkt zu sagen, dass mir sein Buch nicht gefällt. Ich schreibe durchaus negative Rezensionen, aber ich quäle mich damit immer.
        Der dritte Grund ist, dass ich Angst vor direktem Streß mit dem Autor habe. Eine Freundin wurde mal von einem Autor “bedroht”. Also er hat mehrmals damit gedroht, sie anzuzeigen und das war eine elendige Sache. Ich weiß, das ist nur einer von vielen. Und gerade in diesem Jahr versuche ich mich mehr von den positiven Erfahrungen leiten zu lassen, die andere machen.
        Momentan ist es noch so, dass ich mir das Buch dann lieber selber kaufe.

        Auf eine Umfrage wäre ich jedenfalls gespannt.

        Liebe Grüße
        Petrissa

        Antwort
        • 7. Oktober 2018 um 18:33
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          Hallo Petrissa,

          glücklicherweise sind nicht alle SPAutor*innen so garstig, wie der Autor von Deiner Freundin. Die meisten SPler*innen die ich kenne, sind nett, umgänglich und sogar kritikfähig. Schau Dir ruhig mal Nora Bendzko oder Nike Leonhard an. Beide sind Selfpublisher*innen und total nett. Nora wurde mal von einer Bloggerin ziemlich in die Mangel genommen. Und ich kann mir vorstellen, dass es an ihr genagt hat. Aber sie hat wie eine Profi darauf reagiert und sich der Bloggerin gestellt. In meinen Augen beweist das durchaus Größe.

          Aber gut, dass Du keine E-Books liest, ist natürlich ein anderes Thema. Wobei ich durchaus empfehle, Bücher auch immer als Printtitel zu veröffentlichen, da es sich auf Dauer auch lohnt. Aber dazu werde ich mir noch einmal was einfallen lassen, also Beitragsmäßig 🙂

          Liebe Grüße

          Antwort

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