Marginalisierte Gruppen: Warum überhaupt über sie schreiben?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du ein wenig auf Twitter aktiv bist, wirst Du vielleicht mitbekommen haben, dass in letzter Zeit viele über Diversität und Inklusion schreiben. Man könnte meinen, dass dieses Thema von allen Seiten auftaucht, regelrecht auf die Autor*innen einprügelt und einige stehen da und fühlen sich regelrecht bedroht.

Tatsächlich meinte eine Autorin zu mir, wenn man nicht über marginalisierte Gruppen schreibt, dann würde man von einigen Seiten schon angegriffen werden.

Daher dreht sich dieser Monat um das Thema, wie und warum man über sie schreiben kann und vielleicht auch sollte.

Kurz erklärt: Was sind marginalisierte Gruppen?

Bei bei marginalisierte Gruppen handelt es sich um Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Sie können weder am politischen, sozialen oder kulturellen Leben teilnehmen.

In dem oben verlinkten Wiki-Beitrag wurde ein Bild eines Obdachlosen in Paris gezeigt. Auch sie gehören zu den marginalisierten Gruppen. Aktuell wird aber auf Twitter und auf vielen Blogs (wie diesen hier) jedoch über andere Menschengruppen geschrieben.

Auf eine Liste gehe ich nächste Woche ein. Daher hier die kurze Version. Marginalisierte Gruppen werden hier als Gruppen von Menschen bezeichnet, die nicht weiß, nicht Cis, nicht Heterosexuell und nicht männlich sind.

Also alles, was Hollywood und die anderen Massenmedien uns gerne als Helden und als Vorbild vorsetzen.

Warum über sie schreiben?

Auf dem #litcampHH 2018 gab es zwei Runden, zum Thema “Marginalisierte Gruppen und warum man über sie schreiben” sollte (wenn auch mit anderen Überschriften).

Jetzt weiß ich nicht mehr die Namen, aber bei einem Vortrag erzählte eine Dame eine Anekdote aus ihrem Leben:

Sie war in der Schule eine typische Streberin. Man hatte sich über sie lustig gemacht, weil sie eben gerne gelernt hatte und gute Noten nach Hause brachte. Jedoch machte sie das nicht so fertig, wie man es hätte meinen können. Denn sie hatte ein starkes Vorbild: Hermine Granger.

Zumindest in den Filmen und in den Köpfen der meisten Leser*innen war (und ist) Hermine ein weißes Mädchen. Das bedeutet, dass für weiße Streberinnen sie ein perfektes Vorbild ist. Aber was ist mit WoC? Also Woman bzw. Women of Color?

Jetzt könnte man sagen (und vermutlich reden sich damit auch einige raus), dass auch WoC bzw. PoC sich mit Hermine identifizieren können. Denn es käme wohl nicht auf die Hautfarbe, sondern auf die Person an.

Doch warum sollten sie? Warum sollten sich PoC sich damit begnügen, Vorbilder zu haben, die sie gar nicht repräsentieren? Da sehe ich selbst keinen einzigen Grund.

Wäre es nämlich anders herum, also wenn es nur PoC als Vorbilder gäbe, würden wir Weiße uns sicherlich wünschen, dass es auch weiße Vorbilder gäbe.

Eine BWoC als Nerdin: Prinzessin Shuri

Als ich am Anfang des Jahres “Black Panther” gesehen habe, war ich sehr beeindruckt. Endlich hatten afrikanischstämmige Menschen Vorbilder, die selbstbewusst, stark und schön waren (äußerlich, wie innerlich). Sie hatten Stärken und auch ihre Schwächen.

Und seien wir mal ganz ehrlich, Prinzessin Shuri ist mehr als nur eine Konkurrentin für Hermine Granger. Durch ihre freche Art, finde ich sie um einiges cooler. Oder würdest Du Hermine als jemand sehen, die den Mittelfinger zeigt?

Der Film inspirierte zu einer Bilderreihe, in denen Kinder die Heldinnen und Helden des Films (einschließlich des Antagonisten) nachbilden durften. Das ist einer der Gründe, warum man alle Gruppen repräsentieren sollte. Nicht nur weiße Kinder brauchen Vorbilder. Alle Menschen (egal ob groß oder klein) brauchen sie. 

Darstellung ist wichtig – und dankbar

Auf dem #litcampHH wurde erwähnt, dass viele Ostasiat*innen dankbar waren, dass es Cho Chang gab. Und das, obwohl sie ein wandelndes Klischee war.

Das fand ich persönlich sehr traurig. Da ist sie schon keine gute Darstellung und trotzdem sind Menschen dankbar dafür, dass es sie überhaupt gab.

Aus diesem Grund finde ich es wichtig, dass mehr diverse Gruppen dargestellt werden. Idealerweise auch noch vernünftig. Keine Klischees, keine Stereotypen. Warum auch? Die haben in einer Geschichte sowieso nichts zu suchen. Dazu gehören auch die marginalisierten Gruppen.

Abschlussgedanken

Eigentlich ist es einfach, so wie man selbst als Weißer, Cis-Het-Dude dargestellt werden möchte, möchten auch alle anderen Gruppen dargestellt werden – vernünftig. Mehr ist das nicht.

Alle Gruppen möchten dargestellt werden und sie möchten so dargestellt werden, wie sie sich selbst sehen. Und wie sie eben sind.

Legen wir also los. Dafür wünsche ich uns allen viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

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