Hei, hallo und herzlich willkommen,

“I love deadlines.

I love the whooshing noise they make as they go by.”
― Douglas Adams,

The Salmon of Doubt

das Zitat sagt es schon. Deadlines können toll sein, erst recht, wenn sie an uns vorbeirennen. Daher möchte ich heute darüber schreiben, warum wir Deadlines setzen sollten und wie wir damit arbeiten können.

Kurze Vorgedanken

Katrin Ils – Jahresplanung für Autor*innen

Als Deadline wird eine Zeit bestimmt, an dem normalerweise etwas beendet werden soll. Wenn Du Romane schreibst und diese in einem Verlag veröffentlichen möchtest, werden sie Dir aller Wahrscheinlichkeit einen Termin setzen, bis wann Du das Manuskript abzuliefern hast. Tust Du das nicht, kann es sein, dass es schlimmstenfalls sogar Vertragsstrafen geben könnte.

Bei einem Erstlingswerk oder wenn Du im Selfpublishing Deine Romane veröffentlichst, setzt Dir niemand eine Deadline. Daher ist das Dein Job, um Dich darum zu kümmern.

Ein Beispiel aus der Praxis

Seit einiger Zeit versuche ich meinen aktuellen Roman fertig zu kriegen und zu überarbeiten. Tatsächlich sollte März 2018 dieser ins Lektorat gehen, damit der August 2018 veröffentlicht werden könnte.

Während ich diesen Beitrag schreibe, haben wir Dezember 2018 und stehen kurz vor 2019. Der Roman ist tatsächlich immer noch nicht fertig.

Was ist hier passiert?

An der Faulheit kann es nicht liegen. Denn ich war durchaus fleißig im letzten Jahr. Vielleicht nicht so, wie ich es gerne hätte. Aber faul war ich definitiv auch nicht.

Jedoch hatte ich gar keinen Plan gehabt, wie ich vorgehen soll. Und wenn ich mir etwas vorgenommen habe, habe ich es nicht schriftlich festgehalten. Bei Dir mag es sein, dass Du auch ohne schriftliche Fixierung auskommst. In meinem Fall nicht.

Zudem hatte ich für diverse Unterpunkte mir nie eine Deadline gesetzt. Zu keinem Zeitpunkt hab ich mir gesagt, bis dann und dann hast Du dieses Kapitel fertig. Und dann geht es in die nächste Runde. Und so weiter.

Und das ist letztendlich eine der vielen Gründe, warum ich nie einen Schlussstrich ziehen konnte.

Der Sinn einer Deadline

Eine Deadline soll in erster Linie einen Zeitpunkt in Deinem Kalender markieren, zu dem Du etwas zu erledigen hast. Dabei ist es egal, um was es sich letztendlich handelt.

Nehmen wir an, Du hast ein Projekt auf Arbeit. Dann kann es sein, dass Du eine Frist gesetzt bekommst, bis wann Du dieses Projekt zu beenden hast. Diese Fristen – eben Deadlines genannt – kannst Du auch auf alle privaten Projekte anwenden.

Bis zum Tag X hast Du Dein Zimmer aufgeräumt. Tag Y markiert die Beendigung Deiner Plotarbeit. Und Tag Z ist der letzte Tag, an dem Du Deinen Roman fertig geschrieben hast.

Ohne eine Deadline kann es passieren, dass Du trotzdem fertig bist. Es kommt darauf an, wie Du arbeitest. In solchen Beiträgen gehe ich von mir aus. Und bei mir passiert es, dass ich ohne eine Deadline nie etwas zu Ende kriege.

Wenn Du Dir Deadlines setzt, dann hast Du eine Art Stundenplan, mit dem Du arbeiten kannst. Gerade wenn Du alleine arbeitest, benötigst Du einen solchen Stundenplan.

Schreibst Du mit jemanden an einem Roman, dann werdet ihr euch gegenseitig anstupsen und sagen, bis wann Du Deinen Teil erledigt hast. Hast Du einen Verlagsvertrag, wird von dort jemand Dir auf die Füße treten. Bist Du alleine, musst Du Dir in den Popo treten.

Wie setzt Du Dir Deadlines?

Realistisch!

Egal für was Du Dir eine Deadline setzt, sei bitte realistisch dabei. Denn es bringt nichts, wenn Du Dich unter Druck setzt und am Ende ein schlechtes Gewissen hast, weil Du zehn Deadlines an einem Tag nicht geschafft hast.

Überlege Dir, was Du im kommenden Jahr erreichen möchtest.

Sagen wir, Du willst vier Romane schreiben (und im Weiteren werde ich mich darauf konzentrieren, unabhängig, wie Deine Planung tatsächlich aussieht). Das bedeutet, dass Du pro Roman drei Monate Zeit hast. Im ersten Monat könntest Du die Charaktere erarbeiten, den Plot und gegebenenfalls den Weltenbau. Und natürlich die Recherche und alles andere.

Im zweiten Monat schreibst Du dann Deinen Roman. Theoretisch kannst Du noch weiter an den Charakteren, dem Plot und besonders dem Weltenbau arbeiten. Das verbietet Dir natürlich niemand. Aber der Fokus liegt dann hier beim Schreiben.

Und im dritten Monat überarbeitest Du dann Deinen Roman. Und wenn Du möchtest, kannst Du schon den nächsten Roman anfangen zu planen.

Du schaust Dir dann an, bis wann Du was erledigt haben möchtest. Nehmen wir an, Du hast drei Hauptcharaktere. Wie genau möchtest Du sie bearbeiten? Tun wir mal so, als würden Dir vier Tage für einen Charakter ausreichen.

Dann nimmst Du Dir Deinen Kalender und schreibst rein, dass Du vom 02.01.2019 bis zum 05.01.2019 an Charakter A arbeitest (den ersten Januar lasse ich mal außen vor, damit wir alle Zeit haben, um auszuschlafen). Danach geht es weiter mit Charakter B und so weiter. Dann hättest Du nach 12 Tagen Deine wichtigen Charaktere zusammengetragen.

Und so gehst Du weiter. Schritt für Schritt.

Schnapp Dir Deinen Kalender für das kommende Jahr und notier Dir die ersten Schritte zu Deinem nächsten Roman. Es reicht auch erst einmal aus, wenn Du nur die erste Deadline setzt. Zum Beispiel für Charakter A.

Und wenn Du diese geschafft hast, dann schaust Du, wann Du Charakter B bearbeiten kannst.

Vorsicht: Das reale Leben

Vielleicht kennst Du den Spruch: Erstes kommt es anders und zweitens als man denkt.

Um es kurz zu machen, es kann immer wieder was dazwischen kommen, was Dir die Füße wegreißt. Ende Oktober 2018 ist mir so etwas passiert. Denn beim besten Willen hätte ich nicht gedacht, dass ich einen kleinen Unfall haben werde. Drei Wochen war ich ausgeschaltet und konnte nicht schreiben oder sonst irgendetwas tun.

So etwas kann immer passieren (auch wenn ich Dir das nicht wünsche). Alternativen dazu sind, dass Schatzi oder die lieben Kiddies krank werden. Die Arbeit ruft oder Freund*innen benötigen Deine Hilfe.

Und schon kann es passieren, dass Du eine Deadline nicht einhalten kannst. Wichtig finde ich, dass man so etwas immer einplant und sich auf keinen Fall davon irgendwie abhalten lässt, weiter an den eigenen Träumen und Zielen zu arbeiten.

Jedoch ist es wichtig, immer realistisch zu bleiben. Was schaffst Du in welchem Zeitraum. Dabei ist es wichtig, dass Du Deine Arbeitsweise kennst.

Wie arbeitest Du?

Oben hab ich das Beispiel angeführt, dass wir für einen Charakter vier Tage benötigen. Aber weißt Du auch, was Du dafür alles benötigst? Reicht eine Charakterbeschreibung? Oder möchtest Du einen Charakterbogen erstellen? Was alles gehört für Dich dazu?

Daher kann ich Dir empfehlen, alles zusammenzutragen, mit dem Du überhaupt arbeiten möchtest. Und dann schaust Du auch, wie vie Zeit Du benötigst, um die notwendigen Informationen zusammenzutragen.

Damit meine ich nicht, die Vorlagen, sondern um den Charakter zu entwickeln. Oder den Plot. Oder was auch immer Du benötigst. Sondern, wie lange Du brauchst, um diese zu füllen. Denn es reicht ja nicht aus, ein Fakt nach dem anderen aneinanderzureihen. Es soll ja auch mit Leben gefüllt werden.

Wie lange brauchst Du also, um die ganzen Arbeiten zu erledigen. Wenn Du für den Prozess Charaktererarbeiten sieben Stunden benötigst, kannst Du das besser auf die einzelnen Tage aufteilen. Beim ersten Projekt kann das natürlich noch unübersichtlich sein. Daher nimm Dir einen Wert und überprüfen dann, ob Du mit diesem klar gekommen bist. Eventuell musst Du beim nächsten Mal nach justieren.

Wenn Du diese Werte hast, weißt Du, wie Du zukünfitg arbeiten und Deine Zeit einteilen kannst.

Und der ganze Rest?

Natürlich kommen noch Sachen wie Recherche und Derartiges dazu. Mein aktueller Roman benötigt durchaus einige Recherchen, damit ich diesen realistisch darstellen kann. Aber häufig kann man das nebenbei machen.

Zumindest dann, wenn Du innerhalb kürzester Zeit einen Roman schreiben möchtest. Ansonsten ist es natürlich auch in Ordnung, dass Du dafür einen Monat aufwendest.

Denn häufig ist Recherche auch ein anderes Wort für “Prokrastination”. Man möchte zwar am Roman arbeiten, aber man kann ja nicht. Immerhin muss man noch etwas recherchieren.

Deine Pläne – Deine Ziele – Deine Deadlines

Egal wie Du es handhaben möchtest, es sind immer noch Deine Pläne, welche Dich zu Deinen Zielen bringen sollen. Und am Ende setzt Du Deine Deadlines. Lass Dich nicht von anderen (auch nicht von mir) irgendwie verrückt machen.

Schau Dir mal dieses Video an, damit Du verstehst, was ich meine.

Ziele nicht geschafft

Es kann natürlich leicht passieren, dass die Deadline an einem vorbeirauscht, ohne, dass wir es wirklich bemerkt haben. In einem solchen Fall ist das erst einmal keine Katastrophe (außer Du warst vertraglich verpflichtet, diese einzuhalten).

Denn tatsächlich geht die Welt nicht unter, wenn wir die Deadline nicht einhalten. Zumindest offiziell nicht. Häufig fühlt es sich aber bei mir so an. Dann geht die Selbstbeschimpfung los. Eben, dass ich so faul bin, unorganisiert und so weiter (wenn ich einen guten Tag habe).

Wichtiger wäre es, nun herauszufinden, warum man die Deadline nicht produktiv erreicht hat. Also, warum man die Ziele nicht geschafft hat. Daher finde ich es wichtig, mir alles zu notieren, was ich am Tag so gemacht habe (Stichwort: Bullet Journal).

Dadurch lässt sich leichter herausfinden, was Du gemacht hast und wieso Du keine Zeit hattest. Und wenn Du das für Dich geklärt hast, geht es in die nächste Runde. Immer ein Schritt nach dem anderen. Am Ende hast Du dann Deinen Roman, welchen Du dann auch veröffentlichen kannst.

Wenn Du Strafen möchtest / brauchst

Wenn Du aber möchtest, kannst Du Dir gerne überlegen, welche Vertragsstrafe Du Dir auferlegst, wenn Du Deine Deadline nicht erreichst. Damit meine ich nicht die ganzen Kleinen.

Wenn Du Deinen Charakter B nicht in der vorgegebenen Zeit geschafft hast, ist Dein Projekt nicht in Gefahr. Wenn Du einen Roman in drei Monate schreiben möchtest und Ende März den nicht geschafft hast, da wäre eine Strafe denkbar.

Überlege Dir daher, was Du Dir wirklich wünschst und Dir gönnen würdest, wenn Du Dein Ziel erreichst. Es könnte ja sein, dass Du Dir einen Wochenendtrip wünschst. Oder am Ende eine längere Reise herauskommen soll.

Egal was es ist. Wenn Du Dein Ziel erreicht hast, bekommst Du Deine Belohnung. Hast Du es nicht geschafft, dann gibt es die Strafe. Und das würde ich selbst durchaus schriftlich festhalten, sowie den Hinweis darauf irgendwo hinhängen, wo Du es regelmäßig siehst.

Noch ein Tipp

Aber egal, welche Belohnung oder Bestrafungen Du Dir überlegst, denk immer daran, was Du am Ende willst. Sicherlich möchtest Du einen fertigen Roman haben, welche die Leute auch lesen. Das bedeutet, dass Du immer darauf hinarbeitest, Deinen Roman zu schreiben.

Das sollte die wichtigste Motivation sein, die Du hast. Alles andere ist ein wenig Druck, wenn Du denn diesen brauchst.

Abschlussgedanken

Das Schreiben ist ein lebenslanger Lernprozess. Mit jedem Roman wirst Du immer besser und besser. Du lernst dazu und wirst herausfinden, was für Dich klappt und was nicht.

Das gilt auch für alles drum herum. Heute planst Du Deinen Roman auf eine Weise und das nächste Mal komplett neu. Deadlines setzen helfen Dir dabei, dass Du Dich nicht in unwichtigen verzettelst.

Denn ich werde Dir jetzt ein kleines Geheimnis verraten. Dieser Beitrag hier, an dem habe ich jetzt ungefähr vier Stunden gesessen. Warum? Weil ich ungefähr zwei davon auf Twitter und YouTube verbracht habe.

Hätte ich mir eine Deadline gesetzt, bis wann dieser Beitrag fertig ist, sähe das sicherlich anders aus. Auch solch kurzfristige Deadlines kannst Du setzen. Bis zwanzig Uhr arbeite ich an dem Roman und schreibe so und so viele Wörter.

Dann gilt das. In dieser Zeit sind Ablenkungen tabu. Und wenn Du dies mit Dir ausmachst, hilft es meistens auch. Zumindest bei mir.

Probiere es jetzt aus. Du hast den Beitrag zu Ende gelesen. Öffne Dein Dokument und erkläre, dass Du die nächste halbe Stunde schreibst. Und dann schau, wie es bei Dir funktioniert hast. Mal wird es gut laufen, mal nicht. Bleib dran.

Und dafür wünsche ich Dir eine Menge Energie und alles Liebe.

Deine frau schreibseele


Aufrufe: 117

Deadlines können toll sein
Markiert in:             

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um unsere Webseite für Dich optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwende ich Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

Informiere Dich weiter.