Marketing: Dein Podcast

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Marketing ist ein wichtiges Thema für Autor*innen. Dabei ist es egal, ob Du bei einem Verlag veröffentlicht hast oder Selfpublisher*in bist. Daher möchte ich Dir heute ein mögliches Marketinginstrument vorstellen.

Wichtiger Hinweis: Im folgenden Beitrag werde ich einige Links zum kleinen a setzen. Dabei handelt es sich NICHT um Affiliate Links.

Kurze Vorgedanken

Marketing ist wichtig. Neben den bekannten Sachen, wie auf Twitter aktiv sein oder eine Facebookseite haben, gibt es noch andere Methoden. Über diese möchte ich in diesem Monat etwas schreiben.

Da ich mich heute endlich dazu überreden konnte die erste Folge meines Podcasts aufzunehmen, fange ich damit an.

Grundlagen: Was ist ein Podcast?

Wenn man es ganz grob vereinfacht, dann ist ein Podcast eine eigene Radioshow. Nur hast Du hier mehr Freiheiten, als bei einer wirklichen Radiosendung.

Du setzt Dich vor einem Mikrofon hin, welches an Deinem PC angesteckt ist, startest ein Audioprogramm und startest einfach. Gut, vorher solltest Du Dir vielleicht ein paar Gedanken dazu machen. Aber wenn man es so will, ist ein Podcast aufzunehmen, erst einmal einfach.

Und das, was Du aufnimmst, ist eine Podcastfolge. Du kannst theoretisch über alles reden, was Du willst und Dich interessiert. Das ist sogar empfehlenswert. Denn warum solltest Du über etwas reden, was Dich nicht fesselt. Das wird man merken und irgendwann kann es passieren, dass Du keine Lust mehr hast und Dein Podcast sich verläuft.

Also, ein Podcast ist eine gesprochene Aufnahme, die ohne Bild auskommt. Ein Video von Dir bezeichnet man eher als Vlog.

Grundlagen: Deine Ausrüstung

Jetzt bin ich natürlich noch nicht die Expertin auf diesem Gebiet. Aber für den Anfang reicht im Grunde genommen ein Mikrofon bzw. Kopfhörer und ein Aufnahmeprogramm. Damit hab ich meine Folge gerade aufgenommen und das Ergebnis klingt sogar gut.

Wenn Du noch nicht weißt, ob Du das alles tatsächlich auch längere Zeit durchziehen möchtest, empfiehlt sich erst einmal eine günstige Ausstattung. Mein Mikrofon ist der Samson Meteor Mic. Den musste ich nur in meinen USB-Hub anschließen und schon konnte es losgehen. Nicht erschrecken, eventuell schaltet Dein Computer Deine Boxen aus. Zumindest war es bei mir so. Trotzdem konnte ich meine Aufnahme hören. Kopfhörer brauchte ich nicht.

Als Software benutze ich Audacity. Für eine reine Aufnahme ist das Programm selbsterklärend. Einfach auf Aufnahme drücken und schon kann es losgehen. Notfalls findest Du unzählige Tutorials auf YouTube.

Je weiter und tiefer Du Dich in die Welt des Podcasten bewegst, desto eher wirst Du wohl eine Profiausrüstung haben wollen. Andere hingegen werden weiterhin so minimalistisch sein. Wichtig ist, es muss für Dich arbeiten, für niemanden sonst.

Eine Buchempfehlung von mir ist “Podcasting” von Larissa Vassilian. Dort bekommst Du weitere Erklärungen zu Software, Hardware und so weiter. Im Weiteren konzentriere ich mich eher darauf, wie Du für Dein Marketing den Podcast verwenden kannst.

Warum überhaupt ein Podcast?

Im deutschsprachigen Raum sind Podcasts noch ein Nischenmarketing. Zwar hören viele Menschen durchaus Podcasts, aber es ist nicht so wie Facebook oder Instagram, kein Massenmedium.

Daher ist es meine Empfehlung, erwarte nicht die Massen an Zuhörer*innen. Aber es gibt Menschen, die hören gerne Podcasts. Und die Zielgruppe wird immer jünger. Wenn Du Dich also entsprechend positionieren kannst, werden die Menschen auf Dich aufmerksam. Damit auch auf Deine Bücher.

In diesem Fall geht es also eher um Aufmerksamkeit und um Öffentlichkeitsarbeit. So werden Deine zukünftigen Leser*innen auf Dich aufmerksam und neigen eher mal dazu, sich nach Deiner Arbeit zu erkundigen.

Worüber soll ich reden?

Bevor Du mit der Technik anfängst, solltest Du Dir erst einmal überlegen, worüber Du überhaupt reden möchtest. Nicht, dass Du Dir ein superteures Mikrofon besorgst, eine kostenpflichtige Software und dann hast Du nichts zu sagen.

Du musst nicht bis in alle Ewigkeit Deinen Podcast führen. Es kann auch sein, dass Du nur eine bestimmte Anzahl von Folgen produzieren möchtest und dann die Reihe (oder das Projekt) beendest. Alternativ kannst Du auch wöchentlich eine Folge aufnehmen und es online stellen.

Als Themen kannst Du alles nehmen, wofür Du brennst. Wenn es eine historische Epoche ist, dann sprich darüber. Oder Dein Schreiben. Du kannst natürlich auch Häppchen aus Deinen Büchern vorlesen. Oder Du erzählst über Deinen Autor*innenalltag.

Das wichtige ist hier, dass Du an dem Thema Spaß hast. Denn das wird man hören und vor allem, Du wirst Dich eher hinsetzen und darüber reden. Und Letzteres ist wichtig, damit Du regelmäßig etwas postest.

Wer hört Dir zu?

Bestimmt hast Du schon mal was von Werbepersonas gehört. Das sind fiktive Kund*innen einer Marke, über die sich Unternehmen, aber auch Autor*innen im Vorfeld Gedanken machen. Und auf diese fiktiven Personen richten sie dann ihre Werbung aus.

Auch für Dich kann es interessant sein, Dir Gedanken darüber zu machen, wer Dir zuhören könnte. Wenn Du Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahre als Publikum haben möchtest, wirst Du aller Wahrscheinlichkeit andere Themen auswählen und anders sprechen, als wenn es eine Personengruppe zwischen 40 und 60 ist.

Wer Dir im Endeffekt zuhören wird, darauf hast Du keinen Einfluss. Aber Du kannst es ein wenig steuern, indem Du Dir Gedanken darüber machst und Deine Folge entsprechend aufbaust.

Deine erste Aufnahme

Vielleicht wirst Du jetzt lachen, aber ich mach Dir ein Geständnis. Heute saß ich gut und gerne über eine halbe Stunde da und hab mich immer und immer wieder motiviert eine erste Aufnahme zu machen. Und rate mal, wer sich immer wieder davor gedrückt hat.

Selbst wenn Du keine Probleme hast öffentlich zu reden, eine Aufnahme kann durchaus erste Hemmungen aufbauen. Das ist normal und völlig in Ordnung. Sag Dir immer und immer wieder, dass die erste Aufnahme niemand, wirklich niemand hören muss und wird. Zumal es noch nicht einmal live ist.

Und dann kann es passieren, dass Du den ersten Satz sagst und Dir denkst, was für ein … Fiep … Auch das ist normal. In meinem Fall war es so, dass ich mindestens sechs oder sieben Mal angefangen habe, bis ich es dann wirklich durchgezogen habe.

Du kannst das alles mit einem Script abfedern. Mein Tipp, schreib keinen Text vor (außer es handelt sich dabei um einen wissenschaftlichen Podcast, da kann es wichtig sein), sondern mach Dir lieber Notizen. Das hört sich nicht so an, als würdest Du nur ablesen und willst die Leute einschläfern.

Ansonsten kann ich Dir empfehlen, dass Du einfach mal drauf losredest. Steck Dein Mikrofon ein, starte Dein Programm und rede drauf los. Es geht hier nur darum, dass Du Deine Angst vor dem Mikrofon und der Aufnahme verlierst. Und danach hör Dir Deine Aufnahme an.

Das meine ich ernst, hör Dir Deine Aufnahme an. Du wirst sehen, dass das gar nicht wehgetan hat. Und vor allem, dass es sich sogar gut anhören kann. Bei mir war ich überrascht, dass ich sehr flüssig gesprochen habe und das es sogar gut klingt. Und das alles ohne Nachbearbeitung.

Sprachfehler und Akzent

Auch wenn wir es wissen, auf der Aufnahme wirst Du es hören, mögliche Sprachfehler und ein Akzent. Ich hab beides. So kann ich nicht das ch vernünftig aussprechen. Es ist immer ein sch. Und durch meine Mutter (sie kommt aus dem Ausland) hab ich wohl einen Akzent mitgenommen. Das ist nun einmal so.

Jetzt könnte ich mich verstecken und niemals eine Aufnahme machen. Oder es als meine sprachliche Note verwenden. Die liebe Nornenschwester Anne Zandt meinte, dass es meine sprachliche Note ist, es macht meine Aufnahme individuell und einzigartig. Und was soll ich sagen, sie hat vollkommen recht.

Eine individuelle Aussprache sorgt dafür, dass Du eine individuelle Aufnahme hast. Und das unterscheidet Dich am Ende von allen anderen. Du kannst also sogar stolz auf Deine Aussprache sein. Wichtig ist nicht Dein Sprachfehler oder Dein Akzent, sondern dass Du nicht monoton sprichst. Tust Du das, wird es sehr anstrengend sein Dir zuzuhören. Und schlimmstenfalls wird man Deine Folge nicht zu Ende hören.

Testaufnahmen

Bevor Du richtig loslegst, empfehle ich Dir, die eine oder andere Testaufnahme zu machen. Zum einen natürlich, damit Du Deine Angst vor der Sache verlierst. Denn es bringt überhaupt nichts, wenn Du solch eine Panik kriegst eine Aufnahme zu starten, dass Du gar nichts sagst.

Eine Testaufnahme ist eben genau das, ein Test. Sag Dir, dass Du diese Datei danach nie wieder anhören wirst. Und erst recht wirst Du sie niemals hochladen. Aber das ist die vielleicht wichtigste Aufnahme in Deinem Podcastleben. Denn mit ihr hast Du die wichtigste Hürde genommen. Du hast eine Aufnahme gesprochen.

Zudem kannst Du auch testen, wie laut Du sprechen musst, um eine vernünftige Aufnahme zu kriegen. Oder wie Du Deine Umgebung einrichten solltest (dazu gibt es schon philosophische Debatten).

Die Länge

Du hast also nun Dein Thema, Deine Testaufnahmen, Du kommst mit Deiner Stimme klar und bist bereit. Doch wie lang soll denn solch eine Aufnahme werden?

Auch darüber wird heftigst diskutiert. Und was soll ich sagen, es gibt keine einheitliche Antwort. Zwischen ein paar Minuten und ein paar Stunden ist alles dabei. Wichtiger ist am Ende Dein Inhalt.

Wenn Du in zehn Minuten alles gesagt hast, ohne dabei zu wirken, als würdest Du durch den Podcast rennen, ist es in Ordnung. Wenn Du zwei Stunden brauchst, dann ist auch das in Ordnung.

Versuche, unnötige Wiederholungen zu vermeiden, genauso wie ellenlange Sätze, die am Ende mehr verwirren, als helfen. Nimm Deine Folge auf und fasse am Ende notfalls zusammen, was man gehört hat. Sprich langsam und deutlich (hier ist es nicht möglich, den Satz noch einmal durchzulesen, idealerweise versteht man alles beim ersten Mal).

Und natürlich hör Dir Deine eigene Folge an. Auch wenn wir unsere eigene Stimme nicht mögen, wichtig ist es trotzdem. Notfalls kannst Du überflüßiges rausschneiden. Nur, weil Du die Datei abgespeichert hast, bedeutet das noch lange nicht, dass Du sie nicht bearbeiten darfst. Ganz im Gegenteil.

Jede Datei kann, darf und manchmal soll überarbeitet werden. Und schlimmstenfalls kannst Du diese löschen und noch einmal vollkommen von vorne anfangen.

Es gibt ja noch viel mehr zu beachten

Jetzt wirst Du sicherlich die Überarbeitung der Datei vermissen, wie man sie hochlädt und so weiter. Versprochen, das kommt noch alles. In diesem Beitrag ging es mir erst einmal um die Grundlage. Sobald ich mehr zu berichten habe, eben auch wegen der Erfahrung und so weiter, werde ich weitere Beiträge dazu schreiben.

Meine Empfehlung ist, fang an. Nimm Dir heute ein Blatt Papier und mach Dir die ersten Notizen. Wenn Du Kopfhörer hast, mit denen Du auch etwas aufnehmen kannst, lad Dir Audacity herunter und mach eine erste Aufnahme.

Übung macht nicht nur den Meister, sondern auch die Meisterin. Daher überlege Dir, jeden Tag ein oder zwei Minuten aufzunehmen. Einfach, um das Sprechen zu üben und mit der Software umzugehen. Das ist dann eine gute Idee, wenn Du noch nicht weißt, was Dein Thema ist.

Abschlussgedanken

Betrachte diesen Beitrag als einen Einstieg. Es werden auf alle Fälle noch weitere Folgen. Wichtig ist, wenn Du Dich für dieses Thema interesierst, dass Du einfach anfängst. Du wirst niemals gut werden, wenn Du nicht übst und sprichst.

Außer Dir muss niemand Deine Dateien hören. Behandele es wie ein Tagebuch. Sprich jeden Tag und speichere es ab. Und dann geh einfach weiter. Die nächste Aufnahme (im Sinne von der nächsten Tagebuchseite) wartet auf Dich.

Wenn Du spezielle Fragen hast, die ich zukünftig beantworten soll, dann freue ich mich über einen Kommentar. Ansonsten, ich melde mich definitiv noch einige Male dazu.

Bis dahin wünsche ich Dir tolle Aufnahmen und viel Mut.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

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