Buch oder E-Book: Veröffentlichungsarten

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn man dem Internet glauben kann, dann besteht unter den Leserinnen und Lesern, bedingt aber auch unter den Verlagen, zwei Lager. Einmal die, welche die Bücher lieben und damit die E-Books ablehnen. Und dann die andere Seite, welche sich lieber auf die E-Books stürzen und die Bücher aus dem Haushalt verbannen. Daher möchte ich heute mal den einen oder anderen Gedanken dazu niederschreiben.

Natürlich ist es vor allem interessant, wie sich das auf Deine Veröffentlichungsart auswirken könnte.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 23. September 2016 auf meinem alten Blog. Das ist nun eine aktualisierte Version davon.

Kurze Vorgedanken

Was ein Buch (Print) bzw. ein E-Book ist, werde ich nicht erklären. Ich gehe davon aus, dass Du die beiden Medien kennst und damit auch den Unterschied. Daher möchte ich auf die Vor- und Nachteile eingehen. Und dann, warum Du als Autorin bzw. als Autorin Dich mit beiden auseinandersetzen solltest. Es soll ein Plädoyer dafür sein, beide Medien niemals aus den Augen zu verlieren.

Deine Entscheidung – Beides ist gut

Egal ob Du Bücher kaufst oder diese veröffentlichen möchtest, Du hast heute die Wahl zwischen einem normalen Buch (also der Printversion) und dem E-Book. Beim Letzteren ist es nur notwendig zu wissen, in welchem Format Du das Buch brauchst. Denn nicht jeder Reader ist in der Lage alle Dateien zu lesen. Und einige Reader haben sogar ein eigenes Format.

Es gibt aber legale Portale, die werden im Bezug auf die E-Books um einiges häufiger aufgerufen, als die Konkurrenz. Und bei hartem DRM (also der Schutz, dass das E-Book nicht kopiert wird) kann es passieren, dass man das E-Book nur auf einem einzigen Reader lesen kann.

Fehlt aber das harte DRM, dann kannst Du das E-Book entsprechend formatieren und auf andere Reader lesen. Und zwischenzeitlich verzichten die meisten Autorinnen und Autoren auf das harte DRM, bzw. überhaupt auf jegliche Art von Schutz. Denn sie wissen eines, ihre Bücher können jederzeit geknackt werden (von den Piratinnen und Piraten), wenn sich die Leute anstrengen. Und die ehrlichen Käuferinnen und Käufer werden mit dieser Methode nur bestraft.

Du als Käuferin bzw. Käufer kannst Du zwischen dem E-Book und Buch beim Kauf entscheiden, wenn Du einen entsprechenden Reader zur Verfügung hast. Bücher kannst Du natürlich jederzeit kaufen. Beim Veröffentlichen Deiner Bücher solltest Du Dir überlegen, immer auf beides zu setzen. Warum, das möchte ich Dir weiter unten erklären.

Die Vor- und Nachteile beider Medien

Die Vorteile des Printbuches

Das Buch hat einen Vertrauensvorteil, da es seit einigen Jahrhunderten schon existiert und wir damit auch groß geworden sind. Ich selbst habe mit einem Hardcoverbuch lesen und schreiben gelernt. Und ich behaupte jetzt, dass die meisten Leserinnen und Leser dieses Blogs das gleiche gemacht haben. Sagt Dir das Wort „Fibel“ noch etwas?

Zudem hast Du etwas Materielles in der Hand. Wenn Du in einem Buchladen gehst oder die Bücher online kaufst, dann bekommst Du ein Gegenstand in die Hand, mit dem Du aus dem Laden gehen kannst oder aus dem Paket auspackt. Da wir damit größtenteils groß geworden sind, ist bei einigen das eine gewisse Form der Beruhigung. Für mein Geld kriege ich etwas.

Weiterhin finde ich es immer ein schönes Gefühl, wenn ich sehe, wie die linke Seite des Buches zunimmt, wenn man die Seiten durchgelesen hat. Und die rechte Seite nimmt immer mehr und mehr dabei ab. Immer wenn ich aufhöre zu lesen (weil ich aus der Bahn zum Beispiel raus muss), dann schaue ich schon gerne, wo mein Lesezeichen ist und wie weit ich schon gekommen bin.

Und Du kannst immer lesen. Ein Buch hat kein Akku und kann daher nie ausgehen. Solange es halbwegs hell genug ist, kannst Du also immer lesen.

Die Nachteile des Buches

Du musst ein Medium immer mitnehmen. Egal ob das Buch dünn oder dick ist, Du musst es immer mitnehmen und letztendlich Platz in Deinem Rucksack oder Tasche haben, um es zu tragen. Gerade, wenn Du viel dabei hast, kann das am Ende ein wenig schwer werden.

Weiterhin kann es durchaus nervig sein, wenn man glaubt, dass das Buch noch über den Tag reicht und man es doch schneller ausgelesen hat. Mir ist das schon einige Male passiert, dass ich den ganzen Tag ein ausgelesenes Buch tragen musste. Oder, wenn ich gar nicht zum Lesen komme, dann muss ich trotzdem das manchmal schwere Buch mitnehmen.

Und auf Reisen kann es durchaus schwer sein, sich zu entscheiden, welches Buch man mitnimmt. Zumal sich die Frage stellt, ob man überhaupt so viel Gepäck mitnehmen kann und am Ende überhaupt zum Lesen kommt.

Wenn man da Buch ausgelesen hat und man sich definitiv sicher ist, dass man das Buch nie wieder lesen wird, hat man es im Regal. Und ich selbst weiß nie, wie ich es am besten los werde. Daher muss man sich darum kümmern. Sofern man sich überhaupt davon trennen kann.

Und wenn man in Regen kommt, dann kann das Buch kaputt gehen. Oder die Ecken werden angeknickt. Oder die Schutzfolie geht ab. Mir selbst geht das total auf die Nerven.

Die Vorteile des E-Books

Man kann, theoretisch, Hunderte von Büchern mitnehmen und hat nur einige Hundert Gramm mehr Gewicht dabei. Immerhin muss man nur den Reader tragen und hat eine ganze Bibliothek dabei. Und wenn Du einen Computer mit Internetzugang in der Nähe hast, kannst Du immer neue Bücher kaufen.

Das bedeutet auch, dass Du den Reader auch in den Urlaub mitnehmen kannst. Die oben genannten Vorteile klappen dort auch total gut. Und auch wenn Du mal nicht zum Lesen kommst, dann tut das nicht so weh. Du trägst nicht so viel Gewicht mit Dir.

Wenn Du das Buch danach nie wieder lesen möchtest, dann kannst Du es von Deinem Reader löschen. Gegebenenfalls hast Du es noch auf Deiner Festplatte oder in Deinem Onlineshop, wo Du es bei Bedarf noch einmal herunterladen kannst.

Die Nachteile des E-Books

Du hast kein Medium in der Hand, also kein Buch. Und dadurch fehlt auch der gewisse Bezug dazu. Vielen fehlt sogar so dermaßen der Bezug zum Buch, dass sie manchmal noch nicht einmal benennen können, welches sie gerade lesen.

Weiterhin ist durch den fehlenden Bezug dazu auch das Problem, dass der Respekt vor diesem Medium fehlen kann. Daher kann es natürlich passieren, dass man es nicht als richtiges Buch anerkennt und daher dementsprechend nicht so wahrnimmt, wie es verdient hat.

Und natürlich der größte Gau. Wenn der Akku alle ist, trägst Du eben einen Reader mit Dir, ohne lesen zu können. Das ist genauso, als ob Du ein ausgelesenes Buch mit Dir herumträgst.

Warum sollte Dich als Autorin / Autor dieses Thema interessieren?

Vor einigen Jahren habe ich auf der LoveLetter Convention von Tina Folsom Folgendes gelernt. Und damals sagte sie einen Satz, der mich indirekt bis heute prägt: Deutsche lieben Printbücher. Das bedeutet, dass Du für die deutschsprachigen Leserinnen und Leser immer das Taschenbuch durchaus anbieten solltest.

Wenn Du Dir die Umfrage von Anfang 2018 anschaust (und die dazugehörigen Kommentare, ganz oben am Anfang des Beitrages), siehst Du, dass die meisten beides gleichzeitig veröffentlichen. Doch welche Gründe könnte es noch geben, neben dem E-Book auch noch eine Printversion zu veröffentlichen?

Einen sehr guten Beitrag findest Du auf der Selfpublisher-Bibel. Die für mich interessantesten hab ich hier aufbereitet. Der Rest berührt mich aktuell noch nicht. Das bedeutet aber nicht, dass sie deswegen nicht genauso wichtig sind.

Preispsychologie

Gerade im Gay-Romance Bereich entscheiden sich immer mehr Autor*innen und Verlage dafür, nur noch die E-Bookversion zu veröffentlichen. Eine Printversion wird vielleicht mal als Sonderedition zur Verfügung gestellt. Oder bei Lesungen.

Bei vielen ist es jedoch wie folgt: Sehen sie ein E-Book für (sagen wir mal) 5,99 €, dann ist das ein durchaus hoher Preis. Steht daneben aber die Printversion für 10,99 € (als Beispiel), relativiert sich der Preis für das elektronische Buch automatisch. Man spart immerhin ein paar Euros.

Mit anderen Worten, es kann wahrscheinlich sein, dass man dann eher dazu neigt, Dein Buch zu kaufen. Und häufig ist es so, dass Du mit E-Books mehr verdienst, als mit Printbüchern.

Verschenken / Vorzeigen/Verkaufen

Irgendwo gehören diese Punkte für mich zusammen, daher möchte ich sie entsprechend hier gemeinsam aufführen.

Wenn Du jemanden eine Freude bereiten möchtest, zeigen willst, was Du geschrieben hast oder bei Lesungen und*oder Messen Deine Bücher verkaufen kannst, dann sind Printbücher die bessere Wahl.

Meinen beiden tollen Alphaleserinnen würde ich lieber eine Printversion mit einer schönen Widmung schenken, anstatt eines E-Books. Es mag teuerer sein, aber mir ist es wert. Genauso, wenn mich jemand fragt, was ich geschrieben habe. Dann kann ich in meine Tasche greifen und mein Buch herzeigen. Bei Bedarf könnte die Person es sich auch ausleihen. Und klar, auf Messen oder bei Lesungen können die Leute in das Buch reinlesen und es dann kaufen.

Weiter Verkäufe

Wie schon oben mit Tina Folsom geschrieben, Deutsche scheinen Printbücher zu lieben. Auf alle Fälle lieben Leser*innen gerade dann diese, wenn sie keinen Reader haben.

Bietest Du nur die E-Bookversion an, schließt Du einen Teil Deiner Leser*innen aus. Denn viele weigern sich sogar regelrecht sich einen Reader zu kaufen. Und damit Dir am Ende Geld zu geben.

Der Buchhandel

Ganz ehrlich? Ja, ich träume davon, in eine gut sortierte Buchhandlung zu gehen, nach meinem Buch zu fragen (ganz annonym natürlich) und die Antwort zu bekommen, ja, wir haben es, ich bringe Sie dorthin. Und ich behaupte mal, dass es den meisten von uns so geht.

Mit einem Printbuch (und einigen Bedingungen, die ich an dieser Stelle nicht aufführe) ist das möglich. Inwiefern sich die Investition bei Selfpublisher*innen lohnt, ist eine andere Frage. Aber nur wenn Du ein Printbuch hast, kannst Du zumindest theoretisch in einer Buchhandlung landen.

Wie Du siehst, spricht durchaus einiges für die Entscheidung, ein Printbuch zusätzlich zu veröffentlichen. Natürlich musst Du dafür erst einmal investieren. So benötigst Du ein entsprechendes Cover mit Buchrücken und Rückseite.

Solltest Du dabei sein, Dein erstes Buch zu veröffentlichen, empfehle ich Dir bei Unsicherheiten Autor*innen zu fragen, die damit bereits Erfahrungen haben. Die Meisten von ihnen sind total nett und helfen gerne. Alternativ gibt es zwischenzeitlich sicherlich viele Tutorials im Internet, die Dich dabie auch unterstützen.

Die Preisproblematik

Sicherlich ist Dir schon aufgefallen, dass die meisten E-Books von Verlagen um den 1 Euro günstiger sind (bei den größeren). Die kleineren Verlage gehen sogar noch weiter mit dem Preis runter. Ich habe schon Preisunterschieden zwischen Buch und E-Book bis zu 50 Prozent gesehen.

Der Grund kann wohl an folgende Problematik liegen:

Vor Jahren habe ich eine Erklärung zum Kaffee in Burn Notice gesehen, die mich überrascht hat. Zumindest kann diese Kaffee-Problematik als Erklärung durchaus Anwendung finden. Und zwar gibt es ja Kaffe mit und ohne Koffein. Normalerweise ist Koffein ein natürlicher Bestandteil beim Kaffee. Wenn man diesen entfernt, dann muss man dafür mehr Aufwand betreiben. Und dadurch sollte der Kaffee eigentlich teurer sein.

Da aber der Kaffee weniger hat, also eben kein Koffein, erleiden wir irgendwo einen Verlust. Und aus diesem Grund weigern sich die meisten Leute, mehr für entkoffeinierten Kaffee zu bezahlen. Da ist ja weniger drin.

Das gleiche Problem sehe ich auch bei den E-Books. Da fehlt ja das Medium Buch, wenn Du ein E-Book kaufst. Und aus diesem Grund weigern sich viele für ein E-Book das gleiche zu bezahlen, wie für ein Printbuch.

Zumal viele sich sagen, dass man dafür kein Papier braucht, keine Druckerei, keine Logistik, keine Lagerkosten und so weiter. Hier benötigt man nur einen Server, er muss einmal formatiert werden und dann noch ein funktionierendes Onlineshopsystem. Und dann kann man dieses Buch einige Millionen Male herunterladen. Das völlig ohne Verlust des Mediums.

Der Aufwand für beide Formen des Buches ist im Vorfeld gleich. Damit meine ich Lektorat, Korrektorat und so weiter. Die Formatierung beider Bücherarten wäre da eher als unterschiedlich zu betrachten. Zumindest werden das die Leute sagen, die sich damit (noch) nicht auskennen.

Daher solltest Du Dir überlegen, Dein E-Book mindestens einen Euro günstiger zu verkaufen. Den gleichen Preis wie ein Buch oder gar mehr zu verlange, ich halte das für keine gute Idee. Außer Dir ist der E-Book-Markt egal und willst, dass Deine Leserinnen und Leser nur die Taschenbücher kaufen.

Abschlussgedanken

Wer Bücher veröffentlicht, sollte durchaus immer beide Medien im Blick haben. Mit E-Books kannst Du auch Experimente wagen. Denn es geht um einiges schneller mit dem veröffentlichen und Du kannst damit weniger Verlust machen.

Auf alle Fälle kann ich Dir nur empfehlen, mit beiden Medien zu arbeiten. Damit machst Du Deine Leserinnen und Leser auf alle Fälle glücklich. Und das ist es, was wir Autorinnen und Autoren letztendlich wollen. Oder?

Trotzdem ist es immer noch Deine Entscheidung. Und dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Buch oder E-Book: Veröffentlichungsarten
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2 Gedanken zu „Buch oder E-Book: Veröffentlichungsarten

  • 19. April 2019 um 13:23
    Permalink

    Erstaunlich – durch den Dienstleister kommt das gedruckte Buch zwar eher heraus, aber das eBook kurz danach, weil es noch formatiert werden muss. Der Buchblock wird hochgeladen, kann bestellt werden – also für die Druckversion. Das elektronische Buch dauert noch ein bis zwei Wochen nach Auftragsvergabe. Die Leser bevorzugen in dem Genre, das ich betreue, eh eher gedruckte Bücher, zumeist die TB-Version. Trotzdem wird beides angeboten, weil es eben auch viele Freunde elektronischer Bücher gibt.

    Antworten
    • 20. April 2019 um 20:16
      Permalink

      Hallo Klara,

      ich denke mal, es könnte hier auch auf den Dienstleister ankommen. Da kenne ich mich noch nicht so aus.
      Aber ich finde gut, dass Du/Ihr beides anbietet. Eben, um die Wahl zu lassen. Denn ich kenne zwischenzeitlich einige Leute (Verlag und Autor*in), die nur noch auf E-Book setzen, weil sich da die Printversion wohl finanziell nicht lohnt. Kann man machen, aber auch wenn es nur ein paar Leute sind, es schließt halt die Leute aus, die keinen Reader hat.

      Liebe Grüße
      frau schreibseele

      Antworten

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