Die männerhassende Lesbengruppe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es gibt Ideen, die vielleicht noch keine Klischees sind, aber mich persönlich trotzdem sehr nerven. Und genau über solch eine Idee möchte ich heute schreiben.

Kurze Vorgedanken

Zum ersten Mal ist mir diese Gruppierung in einen meiner liebsten Fantasyreihen aufgefallen (“Das Rad der Zeit” von Robert Jordan). Als ich es damals gelesen habe (das war noch zu meiner Zeit in der Mittelstufe) hab ich das nicht wirklich reflektiert.

Aber irgendwann sehe auch ich hinter den Kulissen und es viel mir auf, dass da etwas nicht stimmt.

Der Inhalt

Eine kleine oder größere Gruppe von Frauen, und zwar nur von Frauen, jagen einzelne Männer oder eine Gruppe von Männern. Diese wollen sie entweder versklaven, unterjochen oder vernichten (manchmal auch alles zusammen). Nichts soll jemals an sie erinnern, wenn es nach dieser Frauengruppe geht.

Diese Gruppe verweigert beinahe schon hysterisch jegliche Unterstützung von Männern, selbst wenn es bei anderen Gruppen der gleichen Organisation es Tradition ist. Sie hassen Männer und wollen dementsprechend kaum, bis gar nichts mit ihnen zu tun haben.

Und um das Klischee zu bedienen, dann sind alle natürlich auch noch Lesben. Ihr Männerhass soll natürlich auf die höchste Spitze getrieben werden. Denn, wenn man keine Männer liebt, muss man sie hassen (so das Vorurteil).

Die Männer sind häufig reine Opfer, die noch nicht einmal wissen, warum diese Frauengruppe sie überhaupt vernichten wollen. Manche von den Männern sind natürlich schlechte Menschen. Das soll zeigen, dass die Arbeit der Frauen durchaus einen wertvollen Beitrag leistet. Aber die anderen sind reine Opfer, die einfach nur überleben wollen. Und eben diese Frauen wollen das verhindern.

Das erste Mal ist mir dieses Klischee oder diese Idee (je nachdem, wie man es benennen möchte) in der oben erwähnten Romanreihe aufgefallen. Dort werden die Frauen, welche die sogenannte Macht beherrschen, in Ajas aufgeteilt. Und die rote Ajah (ob die Farbwahl auch eine Bedeutung hat?), ist eben die männerhassende Gruppierung in dieser Welt.

Normalerweise haben die Aes Sedai (so heißen die Frauen der Ajah) mindestens einen Behüter an der Seite. Also einen Mann, der sie mit dem Schwert beschützt (Frauen können natürlich nicht mit Schwertern umgehen, das nächste Klischee). Nur eben die rote Ajah nicht. Sie weigern sich vollständig, auch nur annähernd auf Männer irgendwie angewiesen zu sein. Und das nimmt schon eigenartige Züge an.

Das Problem

Wo soll ich anfangen, wo das Problem ist. Wie viele Frauengruppen kennst Du, die hinausziehen, um Männer ohne einen ersichtlichen Grund zu vernichten. Es gibt durchaus Frauengruppen, die sich gegen Männer wehren. In Indien zum Beispiel ist das gerade so.

Aber mir fällt jetzt wirklich partout keine Frauengruppe ein, die aus welchen Gründen auch immer, sich aufmachen, um Männer zu vernichten. Das gilt auch im historischen Kontext. Wenn Du was weißt, ich lerne gerne dazu.

Aber da fängt es schon einmal an. Eine Frauengruppe will die armen, armen Männer oder gar die ganze Männerwelt vernichten. Und das aus einer verqueren Ideologie heraus. Und zumeist wissen die Männer noch nicht einmal, warum sie die Opfer dieser Frauengruppe sind.

Zugleich haben wir auch das nächste Problem. Und zwar die vollständige Ablehnung der Unterstützung durch die Männer. Es ist zwar in Ordnung, wenn Frauen erst einmal selbst versuchen, Lösungen für ihre Probleme zu finden. Aber warum soll man vollständig auf die Unterstützung anderer, egal ob Frau oder Mann verzichtet? Denn die Hilfe von Frauen wird ebenfalls abgelehnt, wenn sie deren Ideologie nicht teilen.

Doch wenn man diesen Klischees glaubt, dann würden die Frauen niemals die Hilfe annehmen, weil das schlichtweg schlecht ist. Die Hilfe der Männer ist schlecht. Und Männer können ihnen sowieso nicht helfen. Also braucht man sie sowieso nicht. Manche würden sogar eher sterben, bevor sie einen Mann um Unterstützung bitten. Und das darfst Du übrigens auch wortwörtlich nehmen.

Die Krönung solcher Gruppen ist eben halt auch, dass sie sich auch sexuell nicht für Männer interessieren. Wenn sie also überhaupt sexuelle Interessen haben, dann eben nur für Frauen. An sich ist das nicht schlimm. In diesem Fall ist es der Hintergrund. Frauen sind nur deswegen als sexuelle Partnerinnen interessant, solange sie sich der eigenen Ideologie unterwerfen und eben, weil sie Frauen sind.

Das sind alles im Grunde genommen nur Aneinanderreihungen von Klischees. Frauen, die Männer hassen. Frauen, die Männer jagen. Frauen, die dann eben Lesben sind. Das ist dann die Krönung der Angelegenheit.

Wobei sich mir persönlich die Frage stellt, ob diese Frauen tatsächlich aus sich heraus Lesben sind. Es könnte durchaus sein, dass sie nur ab und an gerne sexuelle Kontakte haben möchten. Da sie sich aber nun einmal keinen Mann suchen können, muss halt die Dame herhalten.

Warum wird das geschrieben?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Männer heftige Vorurteile haben, wenn Frauen sich zu einer Gruppe zusammenschließen. Was könnten Frauen schon machen, wenn sie Männer aussperren, weil sie ein wenig Zeit für sich haben wollen? Natürlich eben die Männer vernichten. So einfach ist das.

Zumindest, wenn man meinem Gefühl folgt.

Eine Gruppe von Frauen, die eben Männer jagen und zugleich auch noch Lesben sind. Das ist irgendwie eine Mischung von allen negativen Vorurteilen, die man in diesem Bereich haben kann.

Denn wenn Frauen sich zusammenschließen und Männer keinen Zugang gewähren, dann planen sie eben deren Vernichtung. Und wenn sie keine Hilfe von Männern wollen und nicht mit ihnen arbeiten und reden oder was auch immer, dann müssen sie zusätzlich Lesben sein.

Irgendwann hat wohl jemand diese Gruppe von Frauen erfunden. Und das hat sich dann über Laufe der Jahre und Romane regelrecht festgefressen und wird bis heute ohne es zu hinterfragen benutzt.

Gerade dann, wenn wir es mit einem männlichen Helden zu tun haben (wie bei „Das Rad der Zeit“ der Fall ist), dann ist es gut, wenn man ihm ine ganze Gruppe entgegensetzen kann, damit er niemals Ruhe findet. Jede Frau, mit dem er sich unterhält, könnte letztendlich einen Strick in ihrer Handtasche haben.

Natürlich kann das schwierig für ihn werden. Gerade dann, wenn er vielleicht noch ein Frauenschwarm ist. Das könnte auch eine interessante Geschichte werden.

Wie Du es anders schreiben kannst

Natürlich könntest Du jetzt eine Männergruppe ins Rennen schicken und diese entweder ebenfalls die Männer jagen oder auch Frauen. Aber das wäre nicht viel besser, als das, was ich oben geschrieben habe. Also lassen wir das.

Nehmen wir mal an, Du willst unbedingt eine Frauengruppe haben, damit sie sich so um die Männer kümmern. Das kann durchaus in Ordnung sein. Aber dazu solltest Du ein paar Punkte ändern. Effektiver können diese Frauen sein, wenn sie eben nicht auf die Unterstützung von Männern verzichten würden. Wie wäre es, wenn sie Männer nutzen, um ihre Ziele erreichen? Aber diese nicht allesamt töten?

Aber wie wäre es, wenn Du aus der reinen Frauengruppe eine Mischgruppe machst, die eben einer Ideologie verfolgen. Warum sollten nur Frauen sich vor einer bestimmten Gruppe fürchten und diese dann zu vernichten versuchen? Das können Männer durchaus auch.

Misch also die Menschengruppen miteinander und lasse sie nicht nur Männer verfolgen, sondern auch Frauen und Kinder. Vielleicht willst Du, dass die Männer besondere Fähigkeiten haben? Dann ist das in Ordnung. Aber sie sind Söhne ihrer Eltern, vielleicht Brüder oder auch Ehemänner und Väter. Warum sollte diese ihren Sohn, Bruder, Vater oder wer auch immer verraten und verlassen?

Daher könnte sich die Familie schuldig machen, weil sie den gesuchten Mann unterstützen. Und aus diesem Grund könnten auch sie verfolgt werden. Es gibt also genügend Gründe, wie Du die Gruppendynamik verändern kannst.

Und denk daran, es gibt noch weitere Geschlechter. Auch diese können in Deiner Geschichte eine wichtige Rolle einnehmen. Es muss nicht immer nur Frau gegen Mann oder Mann gegen Frau sein.

Abschlussgedanken

Der Kampf der binären Geschlechter scheint bei vielen immer noch in den Köpfen festzustecken. Dabei könnte man gerade in fiktionalen Texten darüber hinausgehen.

Natürlich können Gruppen gegeneinander arbeiten. Aber warum muss das immer am Geschlecht festgemacht werden? Gibt es nicht mehr Möglichkeiten? Und ich bin mir sicher, wenn Dich das interessiert und Du darüber schreiben möchtest, findest Du gute Alternativen.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg und noch mehr Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Formen Deiner Visitenkarte

Hei, hallo und herzlich willkommen,

die Überschrift mag vielleicht verwirrend klingen, daher hier die kurze Erklärung. Es geht um das Aussehen der Karte. Also das, was Du oder die empfangende Person am Ende in den Händen halten wird. Um genau zu sein, um mögliche Sonderformen.

Kurze Vorgedanken

Schließ mal kurz die Augen und stell Dir eine Visitenkarte vor. Wie sieht sie aus? Die Wahrscheinlichkeit, dass Du diese handgroßen Karten siehst, dürfte sehr groß sein. Das ist halt der Standard, den so gut wie alle nutzen.

In der Businesswelt kann es sehr wichtig sein, dass die Standardgröße eingehalten wird. Denn viele haben diese Visitenkartenhalter oder in ihren Kalender entsprechende Einlegezusatzdingens (ja, ich bin heute sehr wortgewandt 😀 ). Da kann es wichtig sein, nicht aus dem Rahmen zu fallen.

Aber Du willst aller Wahrscheinlichkeit keine Industriell*innen beeindrucken, sondern kreative Menschen. Daher darf Deine Karte auch gerne kreativ sein.

Die Standardform

Die Standardform (84mm x 55mm) hat sich nicht ohne Grund durchgesetzt. Und auch wenn wir im kreativen Bereich zu Hause sind, darfst Du gerne die Standardform benutzen.

Und es kann sich durchaus lohnen, darüber nachzudenken, diese zu wählen.

Gute Gründe für den Standard

Wenn Du Dich mit Agenturen, Verlagen oder Dienstleistern in Verbindung setzen möchtest, könnte es besser sein, diese mit einer Standardvisitenkarte zu versorgen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie regelmäßig Dutzende von Karten bekommen. Und um diese ordentlich zu verstauen, dürften sie entsprechende Taschen haben (sei es einen Kartenhalter, Visitenseiten für ihre Kalender, was auch immer).

Natürlich könntest Du hier argumentieren und sagen, wenn ich mit einer Sondergröße aus dem Rahmen falle, dann falle ich ja auf. Und das stimmt. Hier sehe ich nur das Problem, dass sie Deine Karte in ihren Haltern nicht aufbewahren können (welche sie auch immer verwenden). Bestenfalls landet Deine Karte da, wo die anderen sind. Schlimmstenfalls irgendwo in eine Tasche und dann könnte diese verloren gehen.

Natürlich könnte Deine Visitenkarte neben den anderen auch untergehen. Da helfen besondere Farben und Schrifttypen, um aufzufallen. Aber auf alle Fälle landet Deine Karte neben den anderen. Sofern diese Leute so arbeiten, wie ich es tun würde.

Eine kleine Auflage reicht völlig aus

Je nachdem, mit wie vielen Leute Du in Kontakt treten möchtest, kann eine kleine Auflage völlig ausreichen. Und ich rede hier von 50 Karten (mehr oder weniger, je nachdem). Denn hier geht es um Dein Business (und auch Schreiben kann ein Business sein).

Häufig sind kleinere Auflagen durchaus teurer, das stimmt. Aber wenn Du schon Geld in die Hand nimmst, dann kannst Du hier so richtig klotzen. Mit Farben, Schrifttypen und Papierdicke. Damit besteht die Hoffnung, dass Du eher in Erinnerung bleibst, als bei normalen Karten.

Vor etwa zwei oder drei Jahren habe ich eine Visitenkarte von Ally J. Stone bekommen. Sie hatte als Idee ihre Werwolfreihe in ihrem Design einfließen lassen. So waren Krallenspuren darauf, die eine leichte Erhöhung auf der Karte hatten. Und bis heute erinnere ich mich daran, weil das eher selten ist.

Such nach diesem einen besonderen Element in Deiner Arbeit oder Deiner Idee oder was auch immer. Und dann füge sie in Deine Karte ein (lass Dir gegebenenfalls von einer*einem Designer*in helfen). Mit solchen kleinen Elementen kannst Du für Aufsehen erregen.

Sonderformate

Natürlich kannst Du auch Sonderformate an Agenturen, Verlagen oder auch Distributoren ausgeben, wenn Du möchtest. Diese Karten können aber eher für Deine Lesenden interessant sein.

Zum einen kannst Du hier viel mehr mit Farben, Formen oder Aussehen spielen. Durch das Sonderformat musst Du nicht zwangsläufig klotzen. Denn allein durch eine andere Größe kann es passieren, dass Du eher in Erinnerung bleibst. Deine Visitenkarte kann größer sein, als die Standardgröße.

Austoben

Du kannst Dich bei einer größeren Karte austoben. Zum einen mit Farben und Formen. Andererseits auch mit Deinen Daten. Zwar bin ich der Meinung, dass Deine Internetseite als Dein Hauptbahnhof dienen darf. Aber das bedeutet nicht, dass Du diesen Gedanken folgen musst. Gerne kannst Du jede Seite, die Du hast, auf Deine Karte aufführen.

Groß, größer, besser?

Große Visitenkarten haben mehrere Vorteile. Zum einen fallen sie eindeutig auf. Du kannst Dich auf verschiedene Art und Weise dort austoben (siehe oben). Zudem kannst Du Dein Logo prominent in Szene setzen. Und außerdem einen Bereich für ein Autogramm nutzen.

Das Beste wäre aber auch, dass Deine Visitenkarte als Lesezeichen benutzt werden könnte. Damit bleibst Du vielleicht sogar noch eher in Erinnerung, als wenn Du in irgendeine Visitenkartentasche landest.

Was ist richtig für Dich?

Letztendlich ist es Deine Visitenkarte. Du musst für Dich entscheiden, was sich gut anfühlt. Und natürlich auch, was Dir gefällt. Immerhin darfst*musst Du die Karte übergeben. Wenn Du Dich dabei nicht wohlfühlst, dann ist es nicht die richtige.

Daher hier eine kleine Hausaufgabe für Dich. Beim nächsten Zusammentreffen mit Schreibenden sammele Visitenkarten. Damit meine ich Buchmessen, Conventions und was auch immer.

Wenn Du dann Zeit hast (und das Treffen überlebt hast), schau Dir die Karten an. Analysiere sie. Was gefällt Dir und was nicht? Und vor allem, welche Elemente würdest Du auf Deiner Karte gerne sehen?

Zusätzlich schau Dir an, was die Anbieter von Visitenkarten für Druckmöglichkeiten haben. Es kann sein, dass Du etwas haben möchtest, aber es die meisten Anbieter nicht drucken können. Oder sie haben etwas auf Lager, woran Du nicht gedacht hast.

So kommst Du Stück für Stück zu Deiner Visitenkarte.

Abschlussgedanken

Du kannst natürlich komplizierte Recherchen betreiben. Oder Du druckst einfach drauf los. Denn eines ist sicher, mit jeder gestalteten Visitenkarte wirst Du an Erfahrung sammeln. Und damit wird diese immer besser und ausgefeilter.

Schau Dich um, schau Dir andere Visitenkarten an, was die Druckerei möglich machen und leg los. Und freue Dich, wenn Du die ersten Visitenkarten in den Händen hältst (behalte die erste ruhig).

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Männer, noch mehr Männer – Männerüberschuss

Hei, hallo und herzlcih willkommen,

möchtest Du ein Spiel spielen? Schnapp Dir ein Film oder eine Serie, welche nicht auf Diversität, Vielfalt, Inklusion oder derartiges achtet (also gut über 90 Prozent der Veröffentlichungen). Und jedes Mal, wenn Du einen Mann siehst, darfst Du was trinken.

Wenn Du Dich nicht für ein alkoholfreies Getränk entschieden hast, könnte das Spiel böse enden. Also lassen wir es vielleicht doch lieber 😀

Kurze Vorgedanken

Schon als Kind ist mir aufgefallen, dass in so gut wie allen Serien meistens nur eine Frau auftaucht und ein Man of Color. Und tatsächlich war mir schon damals klar, dass sie damit nur irgendwelche Quoten erfüllt haben.

Nur hatte ich nicht die Zusammenhänge verstanden. Schauen wir uns die nun mal genauer an.

Der Inhalt

Wenn wir es mit einer Gruppe zu tun haben, sei es auf einem Segelschiff, einem Raumschiff oder eine Abenteuergruppe, dann fällt mir persönlich ab einer Anzahl von drei Personen Folgendes auf: Zwei davon sind Männer, mindestens. Und der Rest sind Frauen bzw. eine Frau.

Du kannst fast jede beliebige Serie, jeden Film oder auch jeden Roman nehmen, den Du gerade zur Hand hast. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du zu neunzig Prozent dort mehr Männer finden wirst, als Frauen. Viel mehr Männer wohlgemerkt. Es ist sogar so, dass es egal ist, wie groß die Gruppe letztendlich ist, meistens haben wir es, zwischenzeitlich immerhin, mit zwei Frauen im Hauptteam zu tun.

Wobei ich natürlich von den Serien, Filmen und Büchern der Gegenwart spreche. Je weiter wir in der Zeit zurück reisen, desto schlimmer wird es. Oder wie viele Frauen in der Hauptbesetzung gibt es bei Stark Trek Classic? Klar, Uhura. Die noch nicht einmal offiziell einen Vornamen hat. Zwischenzeitlich gewährt man ihr den Namen Nyota. Aber dieser ist in der Ursprungsserie nie aufgetaucht und ist eigentlich umstritten.

Und „Der Herr der Ringe“ setzt sowieso der ganzen Angelegenheit die Krone auf. Als Hauptfigur finden wir dort gar keine Frau (ich rede von den Büchern, nicht vom Film, wo Arwen doch eine etwas größere Rolle hat). Oder wie viele Frauen finden wir in der Ringgemeinschaft? Nicht einmal die Quotenfrau ist dort zu finden, im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Deswegen habe ich oben auch nur von neunzig Prozent geschrieben. Aber solange man diese Geschichten als Ausnahmen bezeichnet, solange sehe ich darin auch ein Problem.

Wenn Du nicht mein Trinkspiel mit einem alkoholfreien Getränk spielen möchtest, kannst Du auch mal eine Strichliste führen. Wie viele Männer und wie viele Frauen tauchen auf? Und wie viele davon sind weiß und wie viele PoC? Tatsächlich brauchen wir gar nicht anzufangen, wie viele davon keine Cis-Menschen sind. Die Wahrscheinlichkeit ist aktuell, dass es 0 sind. Auch da haben wir noch einen sehr langen Weg vor uns.

Das Problem

Im ursprünglichen Beitrag führte ich auf, dass die Weltbevölkerung sich in zwei Geschlechtern aufteilte. Davon würden zwischen 48 bis 52 Prozent die Cis-Frauen ausmachen (je nach Statistik, die man befragt). Zwischenzeitlich sehe ich diesen Punkt kritischer, da ich die non-binären Geschlechter dazu zählen würde. Leider gibt es hierzu keine gesicherten Zahlen.

Wenn wir aber allein bei der klassischen Statistik bleiben würden, dann würden Cis-Frauen circa 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Das zeigt sich aber nicht in ihrer Darstellung der Serien, Filme und Bücher (außer es handelt sich um die sogenannten Frauenfilme – was auch immer das letztendlich ist).

Schaut man sich die Serien/Filme/Bücher an, dann könnte man meinen, dass Cis-Frauen gerade mal zwanzig Prozent ausmachen (und weniger). Und alle anderen Geschlechter gar nicht existent sind. Im weiteren Verlauf belasse ich es bei der Cis-Frau.

Früher hatte man eine Quotenfrau in einer Gruppe von unzähligen Männern. Zwischenzeitlich hat die Quotenfrau Unterstützung bekommen, sodass wir es immerhin schon mit zweien zu tun haben. Selten, sehr selten sogar mal mit einer dritten Frau. Aber ich müsste ernsthaft nachdenken, wenn ich jetzt ein Film mit drei Frauen benennen sollte.

Dieses Ungleichgewicht spiegelt nicht die realen Tatsachen wieder, die wir auf diesen Planeten haben. Es gibt nun einmal mehr Frauen auf dem Planeten. Warum dann nicht in den Filmen oder Serien? Von der Rolle innerhalb dieser Serien, Bücher oder Filme möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, das würde schlicht zu weit führen. Also ob die Rolle gut ausbalanciert ist oder eigentlich ein wandelndes Klischee ist.

Und natürlich schreibe ich auch nicht von den Statistinnen, die einmal durch das Bild laufen dürfen, um das Gefühl zu vermitteln, es gibt doch mehr Frauen dort, solange die Hauptmannschaft nur aus maximal zwei Frauen besteht.

Warum wird das geschrieben?

Früher saßen auf dem Regiestuhl fast ausnahmslos nur Männer. Ich glaube, auf alle Regisseure der früheren Zeiten (wo in den Filmen unter anderem nur eine Frau mitspielen durfte) kamen gut und gerne ein Dutzend Frauen. Und ich rede schon von so um die 100 und mehr Regisseure. Heute sieht es immer noch nicht anders aus.

Dadurch hat sich natürlich ein starkes männliches Bild etabliert und leider auch bis heute durchgesetzt. Vor Jahren habe ich mal eine Rezension zu einem Buch gelesen (leider weiß ich nicht mehr den Titel). Da beschwerte sich, ich glaube, es war eine Frau, darüber, dass alle wichtigen Rollen in diesem Buch mit Frauen besetzt waren. Wenn es genau andersherum läuft, also die wichtigsten Rollen von Männern besetzt werden, danach schreit kein Hahn. Leider. Denn es fällt schon gar nicht mehr auf. Nur wenn es in die andere Richtung geht, bemerkt man das und schon ist es eine Katastrophe.

Und heute hat sich dieses Bild nicht nur in Hollywood festgefressen, sondern auch bei der schreibenden Zunft. Nicht umsonst gibt es immer und immer wieder Diskussionen darüber, wie wenig Frauen in den Filmen zu finden sind. Oder darüber, dass viele Filme den Bechdel-Test nicht bestehen oder über viele andere Themen.

Marvel erklärte, dass sie nicht glauben, dass Frauen wirklich als Titelheldin funktionieren könnten. Doch schon damals glaubte die heutige Nummer 2 bei der MCU Kevin Feige daran, dass es funktionieren kann. Und 2019 haben wir Captain Marvel bekommen. Zwar hat es über 20 Filme gebraucht, aber am Ende hat sich eine weibliche Titelheldin durchgesetzt. Immerhin.

Wie Du es anders schreiben könntest

Ganz klar, die Hälfte Deiner Rollen besetzt Du mit Frauen. Punkt! So einfach kann das gehen.

Schauen wir uns das ein wenig detaillierter an. Wie viele Rollen hast Du überhaupt in Deinem Buch zu vergeben. Wenn es eine gerade Zahl ist, dann kannst Du in der Tat 50:50 die Rollen aufteilen. Bei einer ungeraden Zahl kannst Du auch mutig sein und die letzte Rolle mit einer Frau besetzen. Dann wäre in der Tat mal ein Überschuss an Frauen zu finden.

Wenn Du jetzt sagst, aber es gibt doch Rollen, die eher männlich geprägt sind. Dazu zählt der Mechaniker oder der Krieger. Dann sage ich nur, es gibt die Möglichkeit, schlichtweg solche Rollen prinzipiell mit Frauen zu besetzen. Du wirst überrascht sein, wie sich die Sicht Deiner Geschichte danach ändert.

Und ein kleiner Hinweis noch: Wie wäre es denn auch mal mit einer Titelheldin? Gerade in der Literatur gibt es viele tolle Bücher, die eine Heldin haben und keinen Helden. Gerade in der Literatur kann das sehr gut funktionieren.

Natürlich bleibt bei dieser Empfehlung non-binäre Charaktere außen vor. Daher kann ich nur sagen, trau Dich und recherchiere. Und dann teile die Gruppe auf. Ein Teil darf gerne von Cis-Männern geprägt sein, der andere Teil von Cis-Frauen. Und der Rest gerne von non-binären Menschen. Und wenn Du ganz mutig bist, ist die dritte Gruppe die Größte.

Abschlussgedanken

Wie geschrieben, der ursprüngliche Beitrag richtete sich nur an Cis-Menschen. Zwischenzeitlich bin ich da gedanklich weiter (auch, weil ich weiß, dass ich selbst nicht Cis bin).

Doch der Gedanke dahinter ist deswegen nicht weniger richtig. Es gibt einen übermäßigen Überschuss an Cis-Männern in den meisten Serien und Filmen. Und Cis-Frauen erfüllen meistens nur eine Quote. Ist die erledigt, dann scheinen sich einige zu denken, wie sie den Rest der Rollen mit Männern auffüllen können.

Daher mein Aufruf, mehr Cis-Frauen und non-binäre Menschen in die Geschichte. So wie die Welt eben ist.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Sexismus: Schöne Frauen – Starke Männer

Hei, hallo und herzlich willkommen,

bei Romanen und besonders in Filmen ist dieses Bild zu oft zu sehen. Frauen sind in irgendeiner Art und Weise hübsch. Und selbst wenn sie nicht hübsch sind, sind sie hübsch.

Und Männer bringen die Muskeln mit. Alternativ beherrschen sie irgendwelche Kampftechniken oder was auch immer gerade gefordert wird.

Kurze Vorgedanken

Sagt Dir der Film “Mortal Engines – Krieg der Städte” (Roman von Philip Reeve) etwas? Die Geschichte werde ich nicht Spoilern, sondern nur die Heldin erwähnen.

Und zwar hat sie ein sehr vernarbtes Gesicht. So schlimm, dass sie ein Tuch übers Gesicht trägt. In diesem englischsprachigen Beitrag hat man ihr “wahres” Gesicht abgebildet, wie er im Roman vorkommt.

ACHTUNG: Der Link ist nichts für sensible Personen – Link zum Beitrag.

Das zeigt, dass selbst eine Frau mit einem entstellten Gesicht immer noch hübsch sein muss. Oder Wonder Woman (ich rede nicht vom Film selbst, sondern nur vom Körper der Schauspielerin). Man sollte meinen, dass eine Kriegerin, die etliche Jahre des Trainings hinter sich hat, doch ein paar Muskeln mehr hat. Hier leider eine Fehlanzeige.

Dann schauen wir uns das doch mal ein wenig genauer an.

Der Inhalt

Ursprünglich fiel mir dieses Klischee oft bei Robert Jordans „Das Rad der Zeit“ auf. Aber auch bei anderen Romanen oder eben Filmen und Serien. Und sehr häufig läuft es gleich ab.

Häufig werden die Figuren mit einfachsten Mitteln beschrieben. Die Frau ist atemberaubend schön und häufig zugleich dumm. Und der Mann hat so viele Muskeln, dass er schon fast gar nicht mehr laufen kann. Mit der Intelligenz sieht es bei ihm häufig besser aus, aber es kommt darauf an.

Aber überhaupt werden hübsche Menschen als hohl bzw. als dumm dargestellt. Als würde es sich automatisch ausschließen, dass schöne Menschen auch einen normalen IQ haben könnten. Gerade dann, wenn sie noch blond sind. Dabei gibt es eine Studie, die erklärt, dass Blondinen nicht dümmer sind, als Frauen mit anderen Haarfarben (auch wenn man diese Studie durchaus mit Vorsicht genießen sollte).

Aber überhaupt müssen Frauen hübsch sein. Dabei schweben den meisten Autor*innen immer noch die berühmten Maße 90*60*90 vor. Sogenannte Plus Size Models tauchen erst in den letzten Jahren auf. Wobei ich gestehen muss, dass einige dieser Plus Size Models nicht einmal annähernd diese Bezeichnung verdienen. Und in Filmen oder Bücher dürfen sie eher selten dick sein. Falls doch, dann versuchen sie verzweifelt abzunehmen.

Selbst wenn sie dick ist, ist sie immer noch hübsch (was auch immer am Ende unter dieser Definition fällt). Normal aussehende Menschen (also Menschen, die man nicht mit Models verwechseln könnte) findet man selten in Roman und noch weniger in Filmen.

Bei Männern hingegen sieht das ein wenig anders aus. Selbst wenn sie einen Waschbärbauch haben, sind sie immer noch süß. Zudem dürfen sie häufig nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechen.

Jedoch dürfen sie einiges auch nicht sein. Zu dick dürfen sie nicht sein, keine Halbglatze (eine ganze ist wieder herum in Ordnung) oder auch zu klein. In Komödien geht das noch durch. Dort kriegen sie sogar die superscharfe Braut. Aber in anderen Genres ist das ein No-Go.

Was mir beim schauen von Musikvideos mit Ausschnitten aus Computerspielen aufgefallen ist, ist der – sagen wir mal – ungewöhnliche Kleidungsstil. Frauen haben prinzipiell kaum etwas an. Aber ihre Schuhe bzw. Stiefel haben sehr hohe Absätze. Selbst im tiefsten Winter darf frau sehr, sehr wenig Kleidung anhaben (Achtung: Ironie).

Das Problem

Als ich mal vor Jahren ein Jugendbuch schreiben wollte, durfte meine Heldin auf keinen Fall hübsch sein. Intelligent ja, aber aufs Verrecken durfte sie nicht schön sein. Warum eigentlich nicht? Weil Schönheit und Intelligenz sich zwischenzeitlich in unserer Gesellschaft ausschließen.

Oder zumindest in den meisten Büchern.

Es kann nicht sein, dass jemand schön ist und dann auch noch was im Kopf hat. Damit wären diese Leute ja doppelt belohnt. Natürlich, ja, es gibt auch Leute, die wirklich schön sind und selbst eine Stulle mehr Intelligenz hat als sie. Das will ich nicht unter dem Tisch fallen lassen. Aber es gibt auch schöne Menschen, die eben auch was im Kopf haben.

Menschen werden hier in Rollen gedrängt, die viele nicht erfüllen können oder wollen. Sicherlich kennst Du die Bezeichnung Mannsweib. Das sind Frauen, die nicht dem weiblichen Schönheitsideal entsprechen. Sie irritieren, verstören einige sogar, wenn sie anders aussehen, als man es selbst gewohnt ist. Und leider ist es tatsächlich so, dass einige Menschen dann aggressiv werden. Entweder verbal, seltener auch körperlich.

Anstatt das Individuum zu feiern, werden diese ausgeschlossen, weil sie in keine Schablone passen. Und selbst wenn man sich immer und immer wieder sagt, dass jeder Mensch anders aussehen darf, fällt es genauso oft schwer, dass zu verinnerlichen. Gerade dann, wenn man selbst nicht der aktuell anerkannten Schablone entspricht.

Warum wird das geschrieben?

Vermutlich, weil es zwischenzeitlich einfach ein gängiges Klischee ist. Wir haben uns so dermaßen gewöhnt, dass die unscheinbare Maus eine Intelligenzbestie ist und nur darauf wartet, ihr Talent zu zeigen. Und die Schönheitskönigin oder der Frauenschwarm siegen vielleicht in der Schlacht, aber den Krieg verlieren sie. Eben, weil ihre Intelligenz zu wünschen übrig lässt. Aber nur so kann man sich ja ihrer Gemeinheit erwehren, weil sie die Schablone repräsentieren.

Ich könnte mir auch denken, dass viele gar nicht mehr darüber nachdenken. Wir schalten den Fernseher ein und sehen, wie schöne Menschen dumme Dinge tun, und sehen uns einfach in unseren Vorurteilen bestätigt. Und wenn sie mal was Intelligentes tun, nun, dann hatten sie mal Glück gehabt. Aber sobald sie wieder was Dummes tun, ist die vorherige Tat wieder vergessen.

Bei den meisten dürfte es wohl aber auch sein, dass es einfacher ist. Zwischenzeitlich entspricht es dem Klischee, wie die Menschen auszusehen zu haben. Wenn nicht, dann irritiert es uns. Einfach nur deswegen, weil wir es nicht gewohnt sind.

Das zeigt die Diskussion um “Mortal Engine” (siehe den Anfang). Selbst wenn es eine gute Vorlage gibt, wird diese abgewandelt, damit wir nicht geschockt sind.

Und da wir es nicht gewohnt sind, mit anderen Menschen zu arbeiten bzw. sie zu sehen, wollen wir sie nicht sehen. Zumindest viele von uns. Daraus entwickelt sich dann die Überzeugung, dass wir als Publikum solche Menschen nicht sehen wollen. Daher wird weiter der Druck erhöht und so weiter.

Wie Du es anders schreiben könntest

Du könntest Dir überlegen, keinen Wert auf das Äußere zu legen, sondern die Figuren einfach so beschreiben, wie sie sind. Hier ist natürlich Charakterarbeit notwendig. Es wäre durchaus eine Überlegung wert, dass Du die erste Fassung schreibst, ohne dabei die Figuren zu beschreiben. Und erst in der zweiten Fassung dies hinzufügst. Sofern Du es möchtest. Denn es gibt auch Romane, wo dieser Teil schlichtweg weggelassen wird.

Im ersten Schritt kümmerst Du Dich nur um den Charakter. Und erst im zweiten Schritt um das Optische. Im Internet kannst Du Dich dann inspirieren lassen, wie unterschiedlich die Menschen aussehen können. Oder auch bei historischen Personen. Schau Dir die Bilder an und dann erschaffe Deine eigenen Charaktere.

Abschlussgedanken

Es ist bei den meisten so, dass wir sehr visuelle Menschen sind. Das bedeutet, dass wir ziemlich viel mit den Augen aufnehmen und dann das verarbeiten. Und wenn wir immer ein paar Typen von Menschen sehen, empfinden wir sie als schön. Dagegen andere Menschen als hässlich.

Mir ist bewusst, dass die Änderung des Bildes dauern wird. Aber wenn wir nicht damit anfangen, kommen wir am Ende nie an.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Daten auf Deiner Visitenkarte

Hei, hallo und herzlich willkommen,

eine Visitenkarte ohne Daten, das bringt natürlich überhaupt nichts. Daher schauen wir uns heute an, was auf Deine Visitenkarte gehören können und, meiner Meinung nach, müssen.

Kurze Vorgedanken

Es gibt Daten, die gehören eindeutig auf eine Visitenkarte. Zugleich gibt es Daten, die würde ich niemals im Leben veröffentlichen. Und das auch aus guten Gründen. Zugleich ist es vielleicht gar keine gute Idee, wenn diese fehlen.

Daher möchte ich schauen, was rauf kommt. Und vielleicht lohnt es sich ja, zwei Karten zu erstellen?

Zwei verschiedene Karten?

Aufgrund der Tatsache, dass ich nicht alle Daten auf meine öffentliche Visistenkarte packen würde (darunter verstehe ich die Karte, die an alle gehen darf), könnte ich auf den Gedanken kommen, zwei anzuschaffen.

Eine dieser Karten könnte für eine Agentur, einem Verlag oder einem Distributor sein, mit denen man im Gespräch bleiben möchte. Immerhin könnte sich daraus auch eine Geschäftsbeziehung entwickeln.

In solchen Fällen könnte es sich lohnen, privatere Daten aufzuführen. So könnte die andere Seite mit Dir in Kontakt treten, um direkt mit Dir zu sprechen. Dazu zähle ich Deine Privatadresse und*oder Deine Telefon- bzw. Handynummer.

Hier kommt es definitiv darauf an, welche Daten Du veröffentlichen möchtest. Und mit wem Du planst in Kontakt zu treten.

Deine Daten

Schauen wir uns nun ein paar Punkte an, die auf Deine Visitenkarte auftauchen könnte. Dabei möchte ich vorneweg erwähnen, dass, was ich hier aufschreibe, sind nur Vorschläge. Schaue genau hin, was DU brauchst.

Kleiner Tipp: Sammele auf Messen oder Conventions ruhig ein paar Visitenkarten und schau sie Dir genau an. Was findest Du dort und was fehlt? Und vor allem, was gefällt Dir und was nicht? Dadurch kannst Du eine Menge lernen.

Bei der Auflistung werde ich noch darauf hinweisen, was ich selbst auf eine Fanvisitenkarte setzen würde und was auf eine Geschäftskarte. Denn nicht auf jeder Karte gehören alle Daten.

Der Name

Dein Autor*innenname ist quasi der Titel Deiner Visitenkarte. Der gehört definitiv darauf. Nur so ist die Person, die Deine Karte bekommen hat, überhaupt noch in der Lage, halbwegs zu zuordnen, zu welcher Person die Karte gehört.

Dabei kann man den Unterschied zwischen dem realen Namen und dem Pseudonym machen. Wenn Du unter einem Pseudonym veröffentlichst, würde ich diesen konsequent verwenden. Selbst dann, wenn es sich dabei um ein öffentliches Pseudonym handelt. Immerhin werden Dich die meisten mit dem Pseudonym in Verbindung bringen, da dieser auf den Covern Deiner Romane steht.

Selbst für mögliche Geschäftspartner*innen würde ich nur meinen Pseudonym wählen. Auch die werden mich wahrscheinlich darunter kennen. Sollte es zu am Ende zu einem Vertrag kommen, kommt der reale Name sowieso in die Papiere.

Den realen Namen würde ich persönlich nie auf meine Visitenkarte schreiben lassen. Wenn jemand den wissen will, kann mich gerne fragen.

  • Geschäftskarte
  • Fankarte

Eine E-Mail-Adresse

Egal welche Daten am Ende noch auf Deine Visitenkarte landet, Eine E-Mail-Adresse sollte immer dabei sein. Denn es ist meistens so, dass E-Mails so gut wie täglich abgerufen werden.

Ich kenne einige, die (Online-)Nachrichten (über Facebook, WhatsApp oder sogar SMS) nicht täglich anschauen oder ignorieren. Bei E-Mails scheint es jedoch häufig (nicht immer) anders zu sein. Daher lohnt es sich, wenn Du eine Adresse angibst. Und vor allem, dann auch regelmäßig das Postfach zu kontrollieren.

Bei einer offiziellen Karte würde ich auch eine halbwegs seriöse E-Mail-Adresse wählen. Also zum Beispiel info@frau-schreibseele.de (was tatsächlich meine E-Mail-Adresse ist). Und nicht zum Beispiel sweetlittledragonangel@anbieter.de.

Wenn Du Dich fragst, wer solch einen naiven Namen für eine E-Mail-Adresse wählen würde, antworte ich nur mit … hüstel (ich war damals noch sehr, sehr jung 😀 ).

Wenn Du keine eigene Domain hast, kannst Du auch bei einem Anbieter eine Adresse registrieren. Für den Anfang nimmst Du einfach Deinen Autor*innenname.

Natürlich kannst Du auch den Namen Deiner Reihe wählen. Aus einem einfachen Grund würde ich selbst das nie machen. In meinem Kopf schwirren mindestens drei mögliche Reihen. Welcher Reihe sollte ich jetzt auf meine Visitenkarte als Name wählen? Und vor allem, wenn ich diese Bücher parallel veröffentliche, müsste ich dann mehrere Karten drucken lassen?

Titel von einzelnen Büchern oder Namen von Buchreihen können kommen und gehen. Im Idealfall bleibt aber Dein Pseudonym Dir über die Jahre treu an Deiner Seite. Meine klare Empfehlung ist, dass Du eher Dein Pseudonym oder Deinen realen Namen als Mail-Adresse wählst. Das dürfte sich eher rechnen.

  • Geschäftskarte
  • Fankarte

Webadresse(n)

Wenn Du eine oder mehrere Webadressen hast, kannst Du diese auch auf Deiner Karte notieren. Meine Empfehlung ist, dass Du Deine Autor*innenseite nimmst und nicht Seiten für Deine Bücher oder Buchreihen (sofern Du welche hast).

Dadurch verhinderst Du, dass Deine Karte mit den ganzen Netzadressen überfüllst. Lock Deine möglichen Besucher*innen auf Deine Hauptseite. Und von dort kannst Du sie auf Deine Projektseiten lotsen. Vorausgesetzt natürlich, dass Du überhaupt welche pflegst.

Kleiner Tipp: Auch wenn Du Deine Seite über kostenfreie Anbieter hostest (was durchaus möglich und natürlich legitim ist), kann ich Dir nur eine professionelle Webadresse ans Herz legen. Also keine Name@anbieter.de (oder welche Kombinationen es auch immer geben mag), sondern www.frau-schreibseele.de. Damit hast Du eine weitaus besser merkbare und eintippbare Seite.

  • Geschäftskarte – Optional
  • Fankarte – Optional

Die Social-Media Kanäle

Facebook, Twitter, YouTube, MeWe oder welche Kanäle es noch gibt, könnten theoretisch auf Deine Visitenkarte landen.

Jetzt zähl mal auf, wie viele Kanäle Du hast und pflegst (das könnte unterschiedlich sein, da man sich überall registrieren kann, aber nicht zwangsläufig pflegt). Auf wie viele Kanäle kommst Du so?

Spontan kann ich sechs Kanäle aufzählen, die ich pflege. Und es gibt Weitere, die ich habe, aber mir gerade spontan nicht eingefallen sind. Würde ich diese alle auf meine Visitenkarte packen, wäre die ganz schön voll.

Daher würde ich das nicht mehr machen. Sondern diese ganzen Kanäle auf meiner Webseite einpflegen und dann die möglichen Besuchenden auf meine Seite locken. Und dort sehen sie dann, wo man mich noch so finden kann.

Zukünftig möchte ich es so handhaben, dass meine Webseite die zentrale Anlaufstelle ist. Von dort geht dann alles ab. Meine Social-Media Kanäle, meine Buchseiten oder Buchinformationen. Oder wie ich das alles aufbauen werde.

Stell Dir das wie ein Hauptbahnhof vor. Das ist Deine Autor*innenseite. Und jeder Gleis führt dann zu den verschiedenen Unterseiten. Daher ist meine klare Empfehlung, sorg für einen gut funktionierenden Hauptbahnhof. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Leute auch Deine Seite aufrufen, um zu sehen, wo sie Dich noch finden können.

  • Geschäftskarte – weniger bis gar nicht
  • Fankarte – weniger bis gar nicht

Die letzte veröffentliche Geschichte

Theoretisch könntest Du Deinen letzten Roman auf Deine Visitenkarte schreiben (lassen). Damit machst Du immerhin Werbung für Dich und Deine Arbeit.

Aber aus einem guten Grund habe ich das bisher auf keine Visitenkarte gefunden. Wenn Du im Selfpublishing veröffentlichst, könntest Du theoretisch alle paar Monate einen Roman publizieren. Damit wären Deine Visitenkarten schneller veraltet, als Du diese gedruckt hast.

Meine Empfehlung, ich würde Dir davon abraten. Ohne Buchtitel haben Deine Karten eine längere Aktualität.

  • Geschäftskarte – keine Empfehlung
  • Fankarte – keine Empfehlung

Eine Telefon- bzw. Handynummer

Bis auf einige Ausnahmen, dürfte wohl so gut wie jeder Mensch in Europa ein Handy oder einen Telefonanschluss besitzen. So kommt man schneller in Kontakt mit den Menschen, als wenn man ihnen eine E-Mail schreibt. Denn gerade bei Handys kann man davon ausgehen, dass die Menschen das Gerät immer in der Nähe hat und durchaus schnell auf einen Anruf reagiert.

Ein Beispiel soll Dir zeigen, warum ich selbst niemals meine Rufnummer auf eine Fankarte schreiben würde:

In meiner Internetanfangszeit hatte ich mal ein Treffen mit einigen Personen organisiert. Um uns zu erreichen (falls wir uns am Treffpunkt verpassen), hatten wir die Handynummern ausgetauscht. Das Treffen fand statt, war nett, alles in Ordnung.

Einige Wochen später fing dann jemand an, mich immer und immer wieder anzurufen. Jedes Mal, wenn ich rangegangen bin, legte die Person auf. Irgendwann war ich nervlich ziemlich fertig. Und leider war die Nummer unterdrückt, sodass ich auch nicht zurückrufen konnte.

Irgendwann fiel mir das Treffen ein (ich hatte hier erst einmal nicht den Zusammenhang erkannt, frag mich bitte nicht wieso) und ahnte schon, wer dahinter stecken könnte. Daraufhin schrieb ich eine Person an, von der ich ausging, dass diese dahinter stecken könnte.

Auf meine freundliche, aber doch sehr bestimmende E-Mail kam nur als Antwort, dass die besagte Person mit der Freundin sprechen würde. Denn diese habe die Nummer heimlich aus dem Handy geklaut (nun ja, tun wir mal so, als würden wir es glauben). In dem Fall hörten die Anrufe aber auf.

Was ich Dir damit erklären möchte, ist, dass Du nie weißt, wer Deine Nummer bekommt. Es können die nettesten Menschen auf der Welt sein. Oder Leute, die sich einen Spaß daraus machen, Dich zu ärgern. Von Stalker*innen möchte ich noch nicht einmal sprechen.

In meinem Fall konnte ich nachvollziehen, wer es war und dem ganzen ein Ende bereiten. Wenn Du aber gar keine Möglichkeit hast herauszufinden, wer Dich ärgern möchte, kannst Du nur die Handynummer wechseln, um das Ganze zu beenden. Daher würde ich auf Fankarten niemals meine Handynummer verwenden. Die Festnetznummer sogar noch weniger.

Auf Geschäftskarten sehe ich das ein wenig anders. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass Dich Agenturen, Verlage oder Distributoren ärgern wollen, halte ich für geringer. In diesem Fall gehe ich davon aus, dass sie Dich zu vernünftigen Zeiten anrufen und nur dann, wenn ihr das auch aktiv besprochen habt. Und wenn es zu keiner geschäftlichen Beziehung kommt, werden sie Dich wohl weniger nerven und permanent anrufen.

Natürlich könnte es passieren. Aber die Wahrscheinlichkeit sehe ich in einem sehr, sehr, sehr niedrigen Prozentbereich.

  • Geschäftskarte – Optional
  • Fankarte – kann ich nicht empfehlen

Die Adresse

Egal ob Du Deine reale Hausadresse oder die Adresse eines Impressumsdienstes angibst, ich würde das selbst niemals machen. Und das definitiv nicht auf der Fankarte.

Auf einer Geschäftskarte könnte durchaus Deine Adresse stehen. Stellt sich mir nur die Frage, warum? Zum einen muss auf Deiner Internetseite ein Impressum stehen. Deine Geschäftspartner*innen können sich notfalls von dort die Informationen holen. Und wenn ihr ins Geschäft kommt, kannst Du Deine Daten auch direkt mitteilen, damit ein Vertrag aufgesetzt werden kann.

Und warum sollten sich deine Fans für Deine private Adresse interessieren? Aller Wahrscheinlichkeit werden sie sich eher für Deinen Auftritt im Internet interessieren. Und dafür kannst Du ihnen eine schöne Plattform bieten (eben Deine Webseite).

Daher sehe ich keinen Sinn, außer das Deine Visitenkarte voller wird, Deine Adresse anzugeben. Aus diesem Grund würde ich das machen. Zumal es Dich vor irgendwelche Chaot*innen auch schützt.

  • Geschäftskarte – sehe ich keinen Sinn
  • Fankarte – würde ich nicht machen

Abschlussgedanken

Wie Du siehst, es gibt Daten, die meiner Meinung nach, auf Deine Visitenkarten gehören. Wobei es nur zwei sind, die ich als Pflicht ansehe. Das ist ein Name und eine E-Mail-Adresse. Der ganze Rest ist eher optional.

Schnapp Dir jetzt ein Blatt Papier und überlege, was Du gerne angeben möchtest und was Du nicht brauchst. Und dann kreiere Deine persönliche Visitenkarte.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

P.S. Das Design der Rückseite meiner Visitenkarte stammt von Anna Kleve. Vielen Dank Dir noch einmal.

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Sexismus: Die Komaohrfeige

Hei, hallo und herzlich willkommen,

am 08. April 2016 habe ich auf meinem alten Blog einen ersten Beitrag zum Thema “Sexistische Elemente für Deine Geschichte – Teil 1” veröffentlicht. Damals fing ich an, mehrere Themen in einem Beitrag zu sammeln.

Wie die Überschrift schon ahnen lässt, ging es mir damals, diverse sexistische Themen aufzugreifen und darüber zu schreiben. Und vor allem zu zeigen, wie man sie eben nicht verwendet bzw. mit Alternativen.

Da ich die Beiträge weiterhin für wichtig halte, hole ich diese nach und nach heraus und überarbeite sie. Das bedeutet, dass die nächsten Wochen am Sonntag alle meine alten Beiträge zu dieser Thematik kommen.

Wenn Du noch weitere sexistische Themen kennst, freue ich mich über Deinen Kommentar. Darüber werde ich dann recherchieren und gerne einen Beitrag dazu verfassen.

Vielen Dank schon einmal.

Kurze Vorgedanken

In diesem Beitrag möchte ich über etwas schreiben, was ich selbst “Die Komaohrfeige” nenne. Ob es dafür eine bessere*offiziellere Bezeichnung gibt, bisher konnte ich es nicht in Erfahrung bringen. Daher bleibe ich weiterhin bei dieser Bezeichnung.

Das erste Mal wurde ich mir bewusst, dass da etwas nicht stimmte, als ich einen Film aus China sah. Ihn verprügelte man mit dem halben Mobiliar und er konnte immer noch stehen. Ihr gab man eine Ohrfeige und sie war sofort außer Gefecht.

Daher schauen wir uns diese Komaohrfeige doch etwas genauer an.

Die Komaohrfeige

Der Inhalt

Sicherlich hast Du dieses Klischee schon das eine oder andere Mal im Fernsehen gesehen. Dieses Klischee richtet sich eindeutig gegen alle Geschlechter.

Meistens kommt die Komaohrfeige in einem Kampf zu tragen. Ein Gegner oder eine Gruppe von Gegnern trifft auf eine Frau und einen Mann (wobei es durchaus auch andere Paarungen geben kann, aber aus Einfachheit bleibe ich mal dabei). Der Bösewicht muss bei dem Mann alle Register ziehen, zu denen er in der Lage ist. Dazu zählen unter anderem durch Wände schleudern, ihm einen Toaster auf dem Kopf zerschlagen, ein Stuhl zur Hilfe nehmen und aus dem Fenster werfen. Doch dieser kann immer noch aufstehen und dem Gegner einem ordentlichen Kinnhaken geben, um diesen auszuschalten.

Trifft der Gegner auf die Frau, dann reicht häufig eine ordentliche Ohrfeige und sie ist mindestens für drei Wochen im Koma. Nun gut, zwischenzeitlich darf es auch ein Kinnhaken sein. Vielleicht auch zwei.

Auf alle Fälle ist zwischen den Aktivitäten bei beiden Personen ein enormer Unterschied zu sehen. Alles, was als feminin oder weiblich eingestuft wird, kann man sehr schnell überwinden. Hingegen sind die Personen, die als männlich betrachtet werden, schwerer zu überwinden (das gilt dann auch für die sogenannten Mannsweiber).

Das Problem

Das Problem an der Komaohrfeige ist, dass es gegenüber beiden Geschlechtern unfair ist. Auch wenn die obige Beschreibung natürlich übertrieben ist, so habe ich eine abgeschwächte Version davon bei „Spectre“ (James Bond) gesehen. Nur das es hier die Holzwände eines Zuges als Mittel der Überwältigung benutzt wurde.

Wenn wir dieses Bild immer und immer wieder aufwärmen, da kann man doch nur ein falsches Bild von dem starken Mann zeigen. Egal wie der Gegner mit ihm umspringt, er hat aufzustehen und ihn doch noch in den Hintern zu treten, weil es die Filmhelden ja auch schaffen. Nur das die realen Männer eben keine Filmhelden sind. Sie sind Menschen. Und auch denen kann eine Ohrfeige ordentlich wehtun.

Und zugleich sind nicht alle Frauen schwache, hilflose Wesen, die man nur schräg angucken muss und sie fallen ins Koma. Wenn das so wäre, dann sähe die Gegenwart definitiv anders aus. Und die Weltgeschichte ebenfalls. Frauen sind physisch nicht genauso stark wie ein Mann. Das ist ein biologischer Fakt (zumindest für unsere Welt, in einer Fantasywelt könnte das natürlich völlig anders aussehen). Darüber diskutiere ich nicht. Aber das bedeutet nicht, dass sie deswegen schwach sind.

Anders sieht es aber dann aus, wenn die Frau maskuliner auftritt. Als Beispiel nehme ich mal den Charakter Lara Croft. Wenn sie auf die Antagonist*innen trifft, dann reicht es nicht aus, ihr eine Ohrfeige zu geben, um sie auszuschalten. Denn sie tritt als starker, wie ich finde, maskuliner Charakter auf. Und als solche muss sie natürlich mehr wegstecken können. Immerhin spielt sie in der Liga der Männer mit.

Warum wird das geschrieben?

Ich glaube, dass es aus den Zeiten stammt, wo Frauen wirklich noch als das schwache Geschlecht galten. Also in den Anfängen der Filmindustrie. Da galt ein Mann noch was und musste natürlich seine zukünftige Ehefrau und die Mutter seiner Kinder beschützen. Das stilisierte den Mann als Helden des Alltages und die Frau als schützenswertes Daueropfer.

Zwischenzeitlich hat sich die Sicht auf die Geschlechter doch ein wenig geändert. Der Mann kann gerne eine Frau beschützen. Dagegen sagt niemand etwas. Aber eine Frau kann auch gerne einen Mann beschützen (und sämtliche Mischungen, die es noch so geben kann). Warum letztendlich nicht?

Interessanterweise ist es aber so, dass Frauen durchaus auch Männer ohrfeigen dürfen und sie darunter leiden – in Komödien. Manchmal geht es sogar so weit, dass Männer schon fast gefoltert werden, nur damit es angeblich witzig wird. Hier zeigt sich dann häufig wieder dieses gewisse feminine Verhalten. Er ist kein richtiger Mann (was auch immer das wirklich ist), also kann er aus Spaß misshandelt werden (Achtung, das ist NICHT meine Meinung, sondern solche Filme suggerieren diese Meinung).

Wie Du es anders schreiben könntest

Jetzt würde ich lügen, wenn ich Dir jetzt versuchen würde zu erklären, wie das Ganze medizinisch korrekt abläuft. Also, wie stark ein Schlag sein müsste, damit ein Mensch (egal welches Geschlecht sie haben) ohnmächtig wird.

Natürlich dürfen Deine Figuren auch den einen oder anderen Schlag abbekommen. Aber versuche es durchaus realistisch zu gestalten. Notfalls erkundige Dich im Internet oder bei richtigen Ärztinnen oder Ärzten, wie stark man eben zuschlagen müsste, um jemanden k.o. zu schlagen.

Kleiner Tipp an dieser Stelle, sag am besten vorher, dass es für Deine Romanrecherche ist und Du nicht vorhast, wirklich jemanden zu verprügeln. Sicher ist sicher.

In der Serie „Agents of S.H.I.E.L.D“ ist die Agentin Melinda May eine durchaus geübte Kämpferin. In der folgenden Szene siehst Du, wie sie gegen Giyera kämpft. Es geht für beide ziemlich hart zur Sache und trotzdem fällt sie nach einem wirklich ordentlichen Tritt nicht gleich ins Koma. Ja, sie trägt Verletzungen davon. Aber sie steht auf und kann weitermachen.

Natürlich zeigt es hier, dass May durchaus maskulin auftritt. Mein Vorschlag für Deine Charaktere ist, zeig sie menschlich. Dann spielt das Geschlecht keine Rolle.

Alternativ könntest Du, sofern Dein Plot es hergibt, die Ohrfeige komplett auslassen. Wie könnte sich dann Deine Geschichte entwickeln?

Abschlussgedanken

Es mag einigen vielleicht übertrieben vorkommen, dass so viel Wind um eine kleine Ohrfeige gemacht wird. Aber schau Dir mal ältere Filme an. Also mindestens aus den achtzigern oder noch früher. Du wirst sehen, dass sie dort immer noch eine entscheidende Rolle spielt.

Oder schau Dir die Rolle der Männer in diversen Komödien an (Du kannst die entsprechenden Filme an den Plakaten erkennen, mit denen Werbung gemacht wurde). Auch da hat die Ohrfeige (bzw. die Gewalt überhaupt) eine Rolle, derer man sich meiner Meinung nach nicht bedienen sollte.

Auf alle Fälle wünsche ich Dir einen tollen Plot ohne dieses Klischee.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Marketing: Warum Visitenkarten lohnen können

Marketing: Warum Visitenkarten lohnen können

Hei, hallo und herzlich willkommen,

egal wie technisch organisiert man ist, wie viele Onlinekanäle man führt, irgendwie gehört es für einige (unter anderem auch für mich) dazu, eine Visitenkarte zu haben.

Als ich vor einiger Zeit davor stand, meine ersten Visitenkarten zu gestalten, war ich tatsächlich ein wenig überfordert. Was könnte rauf und vor allem, wie kriege ich die Daten auf ein Bild, um das drucken zu lassen.

Doch warum solltest Du Dir überhaupt eine Visitenkarte anschaffen? Ist das nicht doch Geldverschwendung? Sind nicht Lesezeichen um einiges cooler?

Kurze Vorgedanken

In der Geschäftswelt sind Visitenkarten sicherlich immer noch wichtig. Und als Autor*in bist Du auch ein Teil eines Geschäftslebens. So knüpfst Du (hoffentlich) Kontakte zu Blogger*innen, Lesenden und (sofern Du möchtest) auch Verlagen oder Agenturen.

Aus diesem Grund kann es sich durchaus lohnen, wenn Du zumindest darüber nachdenkst, Dir Visitenkarten anzuschaffen. Und darum dreht sich der heutige Beitrag.

Was sind Visitenkarten genau?

Vermutlich muss ich nicht wirklich erklären, was Visitenkarten sind. Daher mache ich es hier nur kurz, um den Beitrag vollständig zu halten.

Visitenkarten sind Kontaktkarten. Auf diesen Kärtchen findet man alle wichtigen Daten, um mit der Person, welche diese verteilt hat, in Kontakt zu treten. Man erfährt, wer sie ist, bei welchem Unternehmen sie angestellt ist und welcher Beruf ausgeübt wird, sowie die wichtigen Kontaktdaten. Damit meine ich Telefon, E-Mail-Adresse, Faxnummer und was auch immer man mitteilen möchte.

Bei konservativen Unternehmen wirst Du aller Wahrscheinlichkeit eher die klassischen Angaben finden. Also Telefon, Faxnummer und E-Mail-Adresse. Bei Unternehmen, die sehr viel Wert auf ihre Onlinekanäle legen, könnte es noch sein, dass Du dort Informationen zur Facebookseite, Instagramkanal oder dem Twitteraccount findest.

Dank dieser Angaben, kann die Person, welche die Karte bekommen hat, mit der anderen Person in Kontakt treten. Entweder auf den Kanälen folgen oder einfach mal anrufen bzw. eine E-Mail schreiben.

Wofür brauchst DU eine Visitenkarte?

Es gibt tatsächlich verschiedene Gründe dafür, warum Du eine Visitenkarte gebrauchen könntest. Davon sind einige geschäftlicher Natur, andere hingegen persönlicher. Schauen wir uns einige mögliche Punkte genauer an.

Für Verlage bzw. Agenturen

Das ist für Autor*innen interessant, die nicht im Selfpublishing veröffentlichen möchten. Oder die zwar dort veröffentlichen, aber doch ins Verlagwesen möchten.

Wenn Du auf Messen oder Conventions gehst, dann kann es passieren, dass Du mit Vertreter*innen eines Verlages und*oder Angentur in Kontakt trittst. Man kommt ins Gespräch und dann heißt es, schreib mir doch mal eine E-Mail.

Jetzt könntest Du natürlich Dein Notizbuch nehmen und die Mail-Adresse aufschreiben. Alternativ kannst Du eben nach der Visitenkarte der Person fragen. Oder eben Deine geben (je nach Situation). Das geht schneller und häufig bleibt das Geschehen besser in Erinnerung.

Gegebenenfalls kannst Du auf der Rückseite noch Notizen schreiben, um die Karte zum Gespräch zu zuordnen. Auf alle Fälle hast Du entweder eine Karte bekommen oder eine gegeben, um in Kontakt zu bleiben.

Blogger*innen

Im Grunde genommen könnte ich fast den Text zu den Verlagen und Agenturen hier kopieren. Du triffst ein*e Blogger*in und ihr wollt eine gemeinsame Aktion starten. Klar, da sollte man in Kontakt bleiben.

Hier kannst Du gleichzeitig aber auch sehen, wie viele Follower*innen die*der Blogger*in hat. Sofern die Kanäle auf der Karte zu finden sind. Damit kannst Du schon im Vorfeld schauen, wie die*der Blogger*in arbeitet und was für Aktionen sie*er bisher schon durchgeführt hat.

Dich bei anderen in Erinnerung halten

Du hast jemanden getroffen die*der sich für Deine Bücher interessiert? Aber sie*er kann gerade keines kaufen? Dann halt Dich in Erinnerung, mit einer Visistenkarte.

Dort sollte idealerweise auch die Adresse zu Deiner Webseite stehen, sodass Du online gefunden werden kannst. Damit bietest Du der lesenden Person die Möglichkeit an, Deine Bücher zu finden und neue zu entdecken (je nachdem, wie viele Du bisher geschrieben hast und was noch dazu kommt).

Ego streicheln

Seien wir doch mal ganz ehrlich. Allein schon der Gedanke eine Visitenkarte zu haben, ist doch irgendwie genial. Als ich meine Ersten bestellt habe, fühlte ich mich schon richtig gut. Dann durfte ich diese einige Tage später in den Händen halten und es war einfach nur genial.

Selbst wenn Du noch kein Buch veröffentlicht hast, kannst Du Dir ruhig Deine Visitenkarte gönnen. Das puscht weitaus mehr, als man es sich vorstellen mag. Jetzt möchte ich unbedingt das Buch zur Visitenkarte quasi schreiben.

Kurz geschrieben: Es darf, kann und soll ruhig Dein Ego streicheln. Damit kannst Du für den Kick sorgen, um Deine Geschichte zu schreiben, zu Ende zu schreiben, zu überarbeiten und zu veröffentlichen. Da lohnen sich in meinen Augen alle Kosten dafür.

Visitenkarten vs. Lesezeichen

Jetzt könntest Du vielleicht sagen, dass Du mit einem Lesezeichen doch beides vereinigen kannst: Deine Visitenkarten und eben Werbung für Dein Buch.

Per se kann das tatsächlich eine gute Idee sein. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die meisten Büchermenschen auch Bücher lesen (also Verlagsmenschen, Agenturmenschen, Blogmenschen und so weiter). Wenn sie also Dein Lesezeichen in ihr aktuelles Buch stecken, dann werden sie eher an Dich erinnert, als an eine Visistenkarte.

Gleichzeitig fällst Du erst einmal aus den Rahmen. Die meisten Visitenkarten haben eine gewisse Form. Das sind die kleinen Kärtchen, die durchaus auf die Handfläche passen. Dieses Bild hat sich bei den Meisten eingeprägt.

Allein, wenn Du eine andere Größe wählst, fällst Du auf. Und ein Lesezeichen erst recht.

Meine Empfehlung ist, dass Du nicht zu viel auf ein Lesezeichen packst. Entweder Du wirbst für Dich als Autor*in, oder für Dein aktuelles Buch. Beides auf ein Medium, schlimmstenfalls kann das zu viel werden.

Wenn wir die Visitenkarte gestalten, schauen wir uns dieses Thema noch einmal genauer an. Aktuell empfehle ich Dir, Du entscheidest Dich für die Werbung für Dich oder für Dein Buch.

Für die Tonne drucken?

Fakt ist, nicht alle Visitenkarten, die Du ausgibst, werden am Ende ihren Zweck erfüllen. Einige davon landen über kurz oder lang im Papiereimer. Wie die Zahlen tatsächlich sind, kann ich nicht sagen. Aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dürfte das durchaus im zweistelligen Prozentbereich sein.

Seien wir mal ehrlich, wie oft siehst Du Dir die Visitenkarten an, wenn Du welche bekommst. Einige werden es sicherlich sein, andere hingegen nicht. Somit dürfte das mit Deinen Visitenkarten auch nicht anders aussehen.

Das Schreibe ich nicht, damit Du am Ende keine Visitenkarten druckst. Sondern einfach, um Dich darauf vorzubereiten. Natürlich gönne ich Dir, dass Deine Karten zu einhundert Prozent verwendet werden. Aber ich befürchte, die Realität sieht anders aus.

Trotzdem kann ich Dir nur empfehlen, sehr viel Liebe und Energie in die Produktion Deiner Karten zu stecken. Und zwar aus einem einfachen Grund: Je einmaliger sie aussehen, desto eher wird man sie anschauen. Das schauen wir uns aber in einem späteren Beitrag genauer an.

Abschlussgedanken

Visitenkarten haben ihre Vorteile. Und sei es am Ende nur, dass sie Dein Ego streicheln. Das ist durchaus legitim, wie ich persönlich finde. Aber spätestens um Kontakte zu knüpfen können sie Dich dabei unterstützen.

Daher empfehle ich Dir, darüber nachzudenken, ob Du nicht Deine eigenen Karten erstellen möchtest.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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