Marketing: Warum Visitenkarten lohnen können

Hei, hallo und herzlich willkommen,

egal wie technisch organisiert man ist, wie viele Onlinekanäle man führt, irgendwie gehört es für einige (unter anderem auch für mich) dazu, eine Visitenkarte zu haben.

Als ich vor einiger Zeit davor stand, meine ersten Visitenkarten zu gestalten, war ich tatsächlich ein wenig überfordert. Was könnte rauf und vor allem, wie kriege ich die Daten auf ein Bild, um das drucken zu lassen.

Doch warum solltest Du Dir überhaupt eine Visitenkarte anschaffen? Ist das nicht doch Geldverschwendung? Sind nicht Lesezeichen um einiges cooler?

Kurze Vorgedanken

In der Geschäftswelt sind Visitenkarten sicherlich immer noch wichtig. Und als Autor*in bist Du auch ein Teil eines Geschäftslebens. So knüpfst Du (hoffentlich) Kontakte zu Blogger*innen, Lesenden und (sofern Du möchtest) auch Verlagen oder Agenturen.

Aus diesem Grund kann es sich durchaus lohnen, wenn Du zumindest darüber nachdenkst, Dir Visitenkarten anzuschaffen. Und darum dreht sich der heutige Beitrag.

Was sind Visitenkarten genau?

Vermutlich muss ich nicht wirklich erklären, was Visitenkarten sind. Daher mache ich es hier nur kurz, um den Beitrag vollständig zu halten.

Visitenkarten sind Kontaktkarten. Auf diesen Kärtchen findet man alle wichtigen Daten, um mit der Person, welche diese verteilt hat, in Kontakt zu treten. Man erfährt, wer sie ist, bei welchem Unternehmen sie angestellt ist und welcher Beruf ausgeübt wird, sowie die wichtigen Kontaktdaten. Damit meine ich Telefon, E-Mail-Adresse, Faxnummer und was auch immer man mitteilen möchte.

Bei konservativen Unternehmen wirst Du aller Wahrscheinlichkeit eher die klassischen Angaben finden. Also Telefon, Faxnummer und E-Mail-Adresse. Bei Unternehmen, die sehr viel Wert auf ihre Onlinekanäle legen, könnte es noch sein, dass Du dort Informationen zur Facebookseite, Instagramkanal oder dem Twitteraccount findest.

Dank dieser Angaben, kann die Person, welche die Karte bekommen hat, mit der anderen Person in Kontakt treten. Entweder auf den Kanälen folgen oder einfach mal anrufen bzw. eine E-Mail schreiben.

Wofür brauchst DU eine Visitenkarte?

Es gibt tatsächlich verschiedene Gründe dafür, warum Du eine Visitenkarte gebrauchen könntest. Davon sind einige geschäftlicher Natur, andere hingegen persönlicher. Schauen wir uns einige mögliche Punkte genauer an.

Für Verlage bzw. Agenturen

Das ist für Autor*innen interessant, die nicht im Selfpublishing veröffentlichen möchten. Oder die zwar dort veröffentlichen, aber doch ins Verlagwesen möchten.

Wenn Du auf Messen oder Conventions gehst, dann kann es passieren, dass Du mit Vertreter*innen eines Verlages und*oder Angentur in Kontakt trittst. Man kommt ins Gespräch und dann heißt es, schreib mir doch mal eine E-Mail.

Jetzt könntest Du natürlich Dein Notizbuch nehmen und die Mail-Adresse aufschreiben. Alternativ kannst Du eben nach der Visitenkarte der Person fragen. Oder eben Deine geben (je nach Situation). Das geht schneller und häufig bleibt das Geschehen besser in Erinnerung.

Gegebenenfalls kannst Du auf der Rückseite noch Notizen schreiben, um die Karte zum Gespräch zu zuordnen. Auf alle Fälle hast Du entweder eine Karte bekommen oder eine gegeben, um in Kontakt zu bleiben.

Blogger*innen

Im Grunde genommen könnte ich fast den Text zu den Verlagen und Agenturen hier kopieren. Du triffst ein*e Blogger*in und ihr wollt eine gemeinsame Aktion starten. Klar, da sollte man in Kontakt bleiben.

Hier kannst Du gleichzeitig aber auch sehen, wie viele Follower*innen die*der Blogger*in hat. Sofern die Kanäle auf der Karte zu finden sind. Damit kannst Du schon im Vorfeld schauen, wie die*der Blogger*in arbeitet und was für Aktionen sie*er bisher schon durchgeführt hat.

Dich bei anderen in Erinnerung halten

Du hast jemanden getroffen die*der sich für Deine Bücher interessiert? Aber sie*er kann gerade keines kaufen? Dann halt Dich in Erinnerung, mit einer Visistenkarte.

Dort sollte idealerweise auch die Adresse zu Deiner Webseite stehen, sodass Du online gefunden werden kannst. Damit bietest Du der lesenden Person die Möglichkeit an, Deine Bücher zu finden und neue zu entdecken (je nachdem, wie viele Du bisher geschrieben hast und was noch dazu kommt).

Ego streicheln

Seien wir doch mal ganz ehrlich. Allein schon der Gedanke eine Visitenkarte zu haben, ist doch irgendwie genial. Als ich meine Ersten bestellt habe, fühlte ich mich schon richtig gut. Dann durfte ich diese einige Tage später in den Händen halten und es war einfach nur genial.

Selbst wenn Du noch kein Buch veröffentlicht hast, kannst Du Dir ruhig Deine Visitenkarte gönnen. Das puscht weitaus mehr, als man es sich vorstellen mag. Jetzt möchte ich unbedingt das Buch zur Visitenkarte quasi schreiben.

Kurz geschrieben: Es darf, kann und soll ruhig Dein Ego streicheln. Damit kannst Du für den Kick sorgen, um Deine Geschichte zu schreiben, zu Ende zu schreiben, zu überarbeiten und zu veröffentlichen. Da lohnen sich in meinen Augen alle Kosten dafür.

Visitenkarten vs. Lesezeichen

Jetzt könntest Du vielleicht sagen, dass Du mit einem Lesezeichen doch beides vereinigen kannst: Deine Visitenkarten und eben Werbung für Dein Buch.

Per se kann das tatsächlich eine gute Idee sein. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die meisten Büchermenschen auch Bücher lesen (also Verlagsmenschen, Agenturmenschen, Blogmenschen und so weiter). Wenn sie also Dein Lesezeichen in ihr aktuelles Buch stecken, dann werden sie eher an Dich erinnert, als an eine Visistenkarte.

Gleichzeitig fällst Du erst einmal aus den Rahmen. Die meisten Visitenkarten haben eine gewisse Form. Das sind die kleinen Kärtchen, die durchaus auf die Handfläche passen. Dieses Bild hat sich bei den Meisten eingeprägt.

Allein, wenn Du eine andere Größe wählst, fällst Du auf. Und ein Lesezeichen erst recht.

Meine Empfehlung ist, dass Du nicht zu viel auf ein Lesezeichen packst. Entweder Du wirbst für Dich als Autor*in, oder für Dein aktuelles Buch. Beides auf ein Medium, schlimmstenfalls kann das zu viel werden.

Wenn wir die Visitenkarte gestalten, schauen wir uns dieses Thema noch einmal genauer an. Aktuell empfehle ich Dir, Du entscheidest Dich für die Werbung für Dich oder für Dein Buch.

Für die Tonne drucken?

Fakt ist, nicht alle Visitenkarten, die Du ausgibst, werden am Ende ihren Zweck erfüllen. Einige davon landen über kurz oder lang im Papiereimer. Wie die Zahlen tatsächlich sind, kann ich nicht sagen. Aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dürfte das durchaus im zweistelligen Prozentbereich sein.

Seien wir mal ehrlich, wie oft siehst Du Dir die Visitenkarten an, wenn Du welche bekommst. Einige werden es sicherlich sein, andere hingegen nicht. Somit dürfte das mit Deinen Visitenkarten auch nicht anders aussehen.

Das Schreibe ich nicht, damit Du am Ende keine Visitenkarten druckst. Sondern einfach, um Dich darauf vorzubereiten. Natürlich gönne ich Dir, dass Deine Karten zu einhundert Prozent verwendet werden. Aber ich befürchte, die Realität sieht anders aus.

Trotzdem kann ich Dir nur empfehlen, sehr viel Liebe und Energie in die Produktion Deiner Karten zu stecken. Und zwar aus einem einfachen Grund: Je einmaliger sie aussehen, desto eher wird man sie anschauen. Das schauen wir uns aber in einem späteren Beitrag genauer an.

Abschlussgedanken

Visitenkarten haben ihre Vorteile. Und sei es am Ende nur, dass sie Dein Ego streicheln. Das ist durchaus legitim, wie ich persönlich finde. Aber spätestens um Kontakte zu knüpfen können sie Dich dabei unterstützen.

Daher empfehle ich Dir, darüber nachzudenken, ob Du nicht Deine eigenen Karten erstellen möchtest.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 410

Marketing: Warum Visitenkarten lohnen können
Markiert in:                                             

2 Gedanken zu „Marketing: Warum Visitenkarten lohnen können

  • 13. April 2019 um 12:50
    Permalink

    Visitenkarten sind eine Notwendigkeit. Wer sich als Autor allerdings viel davon verspricht, sollte es schnell wieder vergessen! Der erste Fehler, den ich begangen habe, war, dass ich die damals gerade von mir erschienen Kurzgeschichten für Alte damit beworben habe. Vorderseite na klar die üblichen Kontaktdaten. Rückseite die Werbung für die Kurzgeschichten. Mit dem zweiten und dritten und vierten Buch waren die Visitenkarten Makulatur.
    Seitdem habe ich lediglich auf der Rückseite meine Webseite und den Vermerk, dass ich Autor bin. Auch ein Foto, z.B. von einer Lesung, lässt sich dort gut platzieren.
    Nicht zu vergessen: Man gibt die Visitenkarten unter Umständen vielen Leuten und bekommt von vielen Leuten Visitenkarten. Kannst du dich noch erinnern, von wem die Visitenkarte war? Ich nicht. OK, OK … in meinem Alter, ja, ich weiß. Da ich aber dennoch davon ausgehe, dass es vielen so geht wie mir, habe ich bei den Kontaktdaten auch ein Foto von mir. Hinzufügen muss ich noch, dass ich mich für dieses Foto routinemäßig entschuldige und die Gründe nenne.
    Habe ich etwas verkauft durch Visitenkarten? Das eine oder andere Exemplar sicher. Die Kosten für die Visitenkarten hat das nie im Leben gedeckt. Also wie gesagt: Man braucht Visitenkarten, vielleicht wird ein Autor dadurch entdeckt und bekommt den Literaturnobelpreis – den hat schließlich auch Bob Dylan bekommen … also nur die Hoffnung nicht verlieren 🙂

    Antworten
    • 13. April 2019 um 15:10
      Permalink

      Hallo Peter,

      vielen Dank für Deine Sicht der Dinge. Visitenkarten sehe ich persönlich weniger als eine reine Verkaufsmöglichkeit (jetzt müsste ich noch mal nachschauen, ob das im Beitrag auch so rübergekommen ist :D). Es ist eher so, dass man damit in Erinnerung bleibt. Zumindest besteht bei mir die Hoffnung.
      Andererseits könnte man sich die Visitenkarten schnappen und dann durcharbeiten, so in Sinne von “wer war das noch einmal?”. Werden sicherlich nicht alle machen, aber vielleicht ein oder zwei.

      Aber ich bin ganz bei Dir, die Kosten werden niemals reingetragen. Dafür müsste mit jeder Visitenkarte ein Buch verkauft werden (oder mit jeder zweiten). Dann könnte man darüber diskutieren.
      Doch gerade, wenn man sich mit Verlagen und*oder Agenturen in Verbindung setzen möchte, sind sie unersetzlich. Denn ich glaube durchaus, dass Leser*innen damit etwas weniger anfangen können. Es ist also eine mischrechnung, wie ich finde. Irgendwie braucht man sie und zugleich sind sie überflüssig.

      Komische Aussage, ich weiß 😀

      Liebe Grüße
      frau schreibseele

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um unsere Webseite für Dich optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwende ich Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

Informiere Dich weiter.