Warum ist Trash-Marketing keine gute Idee?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

letzte Woche haben wir uns angesehen, was ich unter Trash-Marketing verstehe. Nun geht es um das Thema, warum ich es für keine gute Idee halte, im Rahmen des Offline-Marketing Müll zu fabrizieren.

Kurze Vorgedanken

Marketing um jeden Preis? Bei manchen scheint das ihr Motto zu sein. Dabei finde ich, dass es sehr gute Gründe gibt, die gegen Trash-Marketing sprechen. Drei Themen halte ich hier besonders für ausschlaggebend. Jedoch bin ich mir sicher, dass Du selbst auch noch ein paar Gedanken dazu hast. Also, warum man Trash-Marketing unterlassen könnte.

Dein Geldbeutel wird es Dir danken

Zwar heißt es in den Kreisen des Marketing sinngemäß, wenn man 1.000 EURO investiert, verbrennt man circa 500 EURO. Man weiß nur nicht, welcher Teil es ist.

Bei Offline-Marketing ist es fast genauso. Wenn ich jetzt Kugelschreiber, Lesezeichen, Leseproben und so weiter anbiete, weiß ich natürlich nicht, was davon wirklich gut ankommt. Zumal einige Leute Leseproben lieben und andere dies sofort aussortieren (das war auch ein Kommentar auf Twitter zu diesem Thema).

Wenn ich aber sinnlos Geld ausgebe, nur um eine breite Palette anbieten zu können, ich bin der festen Überzeugung, dass da durchaus eine Menge Müll anfällt. Denn ich bekomme immer öfters mit, dass viele Menschen in meiner näheren Umgebung ihre Wohnungen ausmisten und minimaler leben wollen. Und in dieser minimalen Welt passen hunderte von Marketingsachen der Lieblingsautorin oder des Lieblingsautor nicht mehr rein.

Daher ist eine zielgerichtete Auswahl von Marketingmittel auf Dauer günstiger. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Umwelt wird es Dir danken

Dass wir ein massives Umweltproblem haben, ist sicherlich kein großes Geheimnis. Eine der vielen Gründe, warum Schüler*innen jeden Freitag auf die Straße gehen, anstatt in die Schule (auch wenn die Nachrichten in letzter Zeit kaum noch darüber berichtet).

In diesem Zusammenhang finde ich es, dass es ein fatales Signal ist, wenn wir dann, im Rahmen des Marketing, auf Umweltbelange keinen Wert legen. Immerhin geht es uns auch etwas an. Dabei kann es durchaus leicht sein, ein paar Hebel zu bewegen, um etwas umweltfreundlicher aufzutreten.

Nehmen wir ein banales Beispiel: den Kugelschreiber. Bei meiner letzten Convention hatte ich einige Kugelschreiber als Geschenk dabei. Dabei gab es zwei unterschiedliche Versionen. Einen Kugelschreiber, bei dem ich die Miene jederzeit austauschen kann und einmal, den ich wegwerfen kann, wenn die Miene leer ist.

Klar, ist der Kugelschreiber, den ich irgendwann wegwerfen muss, nicht gerade umweltfreundlich. Es gibt aber noch ein weiteres Problem, wie ich das mal bezeichnen möchte. Wenn ich den Kugelschreiber irgendwann wegwerfe (je nach Gebrauch mal früher oder mal später), könnte es passieren, dass ich die Person dahinter vergesse.

Das ist gerade bei neuen Autor*innen schade. Nehmen wir an, ich gehe auf eine Messe, treffe auf ein*e neue*n Autor*in und bekomme so einen Einmalkugelschreiber. Bei mir ist es so, dass ich schlimmstenfalls zeitnah vergesse, dass ich die Person getroffen habe. Und fliegt irgendwann der Kugelschreiber aus dem Haus (warum soll ich Müll aufbewahren), vergesse ich definitiv auf Dauer die Person.

Bei Kugelschreibern, wo man die Mienen austauschen kann, ist die Wahrscheinlichkeit durchaus größer, dass man diese öfters benutzt. Gerade, wenn die Miene weich ist (also nicht kratzt). Zumindest ist es bei mir so. Der Vorteil ist dadurch ganz klar, dass die Person dahinter eher im Bewusstsein bleibt. Und das eben jedes Mal, wenn ich den Kugelschreiber in die Hand nehme.

Bei vielen ist es sogar so, dass sie sich an die Person dahinter erinnern, wenn schon die Farbe vom Kugelschreiber ab ist. Denn sie haben eine Art Verbindung dazu aufgebaut. Aus diesem Grund finde ich es gut, wenn auf Dauer eher auf qualitativ hochwertigere Produkte zurückgegriffen wird.

Ja klar, auf dem ersten Blick sind sie teurer. Aber ich bin der Überzeugung, dass sie auf Dauer mehr einbringen, als die Billigprodukte. Und immerhin kannst Du auch damit werben, dass Du etwas für die Umwelt tust.

Deine Fans / Leser*innen werden es Dir danken

Bücher haben nicht den gleichen Status wie, sagen wir mal, eines Autos. Im Normalfall kaufst Du Dir ein Auto zur gleichen Zeit (Abweichungen wie, ein Auto für Schatzi oder Autosammlungen, lasse ich mal hier außen vor, denn das wäre jetzt zu speziell). Bei Büchern hingegen sieht es anders aus.

Je nach Budget kannst Du Dir pro Monat mehrere Bücher kaufen (dazu zähle ich auch gebrauchte Bücher oder auch E-Books, die häufig um einiges günstiger sind). Dadurch kann es natürlich passieren, dass Du mehrere Lieblingsautor*innen hast.

Jetzt gehen wir mal davon aus, dass Du drei Lieblingsautor*innen hast (auch wenn das die Autor*innen vielleicht nicht gerne hören, aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man mehr als nur von einer Person sehr, sehr gerne die Bücher liest). Und jetzt stell Dir mal vor, alle drei Autor*innen schenken Dir einen Berg von Marketingsachen.

Und das eben nicht nur einmal (dann würde ich das gar nicht erwähnen), sondern auf jeder Messe oder auf jeder Convention. Dann gibt es ja noch Gewinnspiele und so weiter und so fort. Da kann durchaus was zusammenkommen.

Willst Du alles aufbewahren, dann kann es durchaus viel werden. Schlimmstenfalls landet alles in einer Kiste und Du vergisst es. Dadurch wird Stauraum in Beschlag genommen, welche die Lesenden durchaus für etwas anderes gebrauchen könnten. Aber da sie Dich als Autor*in zu sehr mögen, möchten sie es nicht wegwerfen. Es ist auf Dauer ein Teufelskreislauf.

Wenn Du zielgerichtet Geschenke vorbereitest, bringst Du Deine Lesenden nicht zur Sammelleidenschaft. Und vor allem, Du bleibst selbst eher in Erinnerung.

Du wirst es Dir vielleicht sogar selbst danken

Jetzt kenne ich nicht Dich und Deine Persönlichkeit. Aber wenn Du nur ein wenig wie ich bist, dann würde es Dir vermutlich wehtun zu sehen oder zumindest zu hören, dass Deine Geschenke in der Tonne gelandet sind.

Bei mir wäre es auf alle Fälle so. Seien wir mal ganz ehrlich. Wenn ich mir die ganze Zeit Gedanken mache, was meinen Lesenden gefallen könnte und viel Geld in die Hand nehme, um das alles zu realisieren, ich hätte es schon gerne, wenn es ihnen gefällt. Tut es nicht, mir würde es weh tun.

Klar, das ist eine reine Egosache, aber wir sind halt alle Menschen. Und es tut sicherlich uns allen gut, wenn unsere Arbeit auch auf dieser Ebene wertgeschätzt wird. Wenn nicht, mich würde es durchaus verunsichern. Das ist aber halt meine Persönlichkeit.

Würde aber alles, was ich in die Welt entlasse, gebraucht werden, ja, ich gestehe, meinem Ego würde das sehr, sehr gefallen. Daher wäre eine zielgerichtete Marketingaktion sicherlich um einiges attraktiver als blinder Aktionismus. Allein, für das persönliche Ego. Oder etwa nicht? 😀

Abschlussgedanken

Es gibt mindestens drei große und gute Gründe, warum man, meiner Meinung nach, Trash-Marketing vermeiden sollte. Klar, bei teureren Marketinggeschenken (wie der oben erwähnte Kugelschreiber) kratzen sicherlich an Dein Budget. Aber wenn Du weniger verschenkst, sieht die Sache anders aus.

Auf Dauer könntest Du vielleicht sogar Deinen Geldbeutel entlasten (weil die unendliche Masse wegfällt), die Umwelt wird entlastet (weil nicht jede zweite Sache weggeworfen wird) und letztendlich werden sogar Deine Lesenden entlastet, weil sie sich nicht um die Entsorgung kümmern müssen.

Und ja, wenn das Marketing gut ankommt, dann darf sich das persönliche Ego dabei durchaus wohl fühlen. Muss ja niemand wissen, außer Dir selbst.

Bei Deinem nächsten Marketingschritt wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

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