101 Berufe für Nebencharaktere – 1-20

Hei, hallo und herzlich willkommen,

die Überschrift sagt es schon. Ich hab mir überlegt, welche Berufe Nebencharaktere eigentlich haben können. Im Grunde genommen genau die gleichen, wie die Hauptfiguren. Trotzdem möchte ich mich mal austoben und sehen, ob ich überhaupt 101 Berufe zusammentragen kann, um Dir eine Inspiration zu geben, was für Berufe alles Deine Nebencharaktere haben können. Du kannst Dich gerne bei der Liste bedienen und sehen, was Dir gefällt und was Dir weniger zusagt.

Legen wir los!

1. Gärtnerin / Gärtner

Es gab schon immer Menschen, die sich um Gärten gekümmert haben. Sie besitzen durchaus ein hohes Wissen, mit welchen Pflanzen sie es im Garten zu tun haben und wie man sie gut pflegt. Weiterhin sollten sie durchaus Geduld haben, da Blumen, Sträucher oder auch Bäume nicht innerhalb weniger Tage wachsen, sondern teilweise über Jahre benötigen, um die gewünschte Größe und das Aussehen zu haben.

Es gibt Landschaftsgärtnereien heute und früher hatte durchaus jedes größere Adelshaus (und natürlich das Königshaus) eigene Gärtner (gelegentlich durchaus auch Gärtnerinnen). Sie arbeiten entweder draußen oder in Wintergärten.

Inspiration: Durch ihr Wissen über Pflanzen und Blumen können sie sich natürlich auch Kräuterwissen aneignen. Eventuell eignen sie sich daher als Mörder*innen oder auch als Heiler*innen. Und im Garten neigen manche Menschen dazu zu glauben, sie wären unbeobachtet. Vielleicht sieht aber der Gärtner oder die Gärtnerin doch mehr als es den Personen lieb ist. Denn nicht immer ist der Mörder der Gärtner 🙂

2. Butler

Um den Butler ranken sich durchaus interessante Geschichten. Ein lebenlang dient er treu dem Haushalt und kennt daher die größten Geheimnisse und die schmutzigste Schmutzwäsche. Auch heutzutage gibt es noch Butler in Haushalten. Und das nicht nur beim Adel, sondern auch bei Leuten, die glauben, dass sie unbedingt einen Butler benötigen.

Ein Butler sieht alles, hört alles, weiß alles, sagt aber nichts. Erst recht nicht, wenn von außerhalb jemand was wissen will. Denn seine Treue gehört dem Haushalt. Aber was ist, wenn der Haushalt ihm die Treue kündigt?

Inspiration: Für die Bezeichnung Butler gibt es keine weibliche Bezeichnung, da dieser Beruf nur von Männern ausgeübt wurde (auch wenn die Haushalte durchaus Frauen beschäftigten). Was wäre aber, wenn sich eine Frau als Butler in einen Haushalt schleicht? Oder, wenn er doch seinen Ehrenkodex verletzt und plaudert? Weil er, zum Beispiel, ein Glas zu viel Alkohol getrunken hat? Und vielleicht ist doch der Butler der Mörder?

3. Zofe

Man könnte die Zofe wohl als weibliches Gegenstück zum Butler sehen. Auch wenn sie sich in erster Linie um die Herrin des Hauses gekümmert hat (versuch mal alleine in die Kleider der damaligen Zeit zu kommen).

Die Zofe war aber nicht nur eine Dienerin der Herrin und des Haushaltes, sondern konnte auch als beste Freundin fungieren. Denn wer war häufiger mit der Herrin zusammen als die Zofe? Nicht mal unbedingt der Ehemann. Daher kann es durchaus vorkommen, dass die Herrin ihrer Zofe Dinge anvertraute, von dem der Mann noch nicht einmal etwas wusste.

Inspiration: Was ist, wenn die Herrin ihrer Zofe Dinge anvertraute, die sie niemals jemand hätte sagen dürfen und sie nun um ihren Ruf fürchtet? Oder, wenn die Zofe ihre Stelle vergisst und sich in den Herren verliebt? Oder gar die Herrin? (Und sie die Gefühle erwidert?).

4. Blumenverkäuferin / Blumenverkäufer

Noch heute gibt es Blumenläden auf der ganzen Welt. Und sie haben nicht nur zum Valentinstag oder Muttertag offen. Hier kommen und gehen Menschen, die nicht nur einen Blumenstrauß suchen, sondern auch Ratschläge für die Handhabung ihrer Pflanzen benötigen.

Und da die Verkäuferinnen und Verkäufer durchaus den ganzen Tag im Laden stehen, haben sie die Möglichkeit zu sehen, was in ihrer Umgebung alles passiert. Zumindest in Deiner Geschichte.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Verkäuferin oder Dein Verkäufer einen Mord oder eine Affäre beobachtet? Oder, wenn sie versehentlich eine giftige Blume bekommen und diese weiterverkaufen?

5. Apothekerin / Apotheker

Natürlich können sie die gleiche Funktion wie die Blumenverkäufer*innen haben. Die Umgebung beobachten und Dinge sehen, die für eine Geschichte notwendig sind.

Aber sie haben durchaus medizinische Kenntnisse, die Du Dir für Deine Geschichte zunutze machen kannst. Immerhin sind sie für eine Heilung oder auch einen Giftmord geradezu prädestiniert.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Apothekerin oder Dein Apotheker einem Giftopfer gerade noch das Leben retten konnten? Oder sie das falsche Medikament ausgegeben haben?

6. Taxifahrerin / Taxifahrer

Überall auf der Welt wollen Menschen von A nach B gefahren werden und überall auf der Welt kümmern sich Menschen darum, dass jemand von A nach B kommt. Früher waren es die Kutscher und heute die Taxifahrer*innen.

In einigen Ländern benötigst Du dafür eine Ausbildung und in anderen Ländern nur das Auto dazu. Und in Deiner Fantasywelt kannst Du entscheiden, wie die Ausbildung vonstattengeht.

Inspiration: Was ist, wenn in dem Taxi Deiner Figur jemand stirbt? Deine Taxifahrerin oder Dein Taxifahrer mit der großen Klappe in Schwierigkeiten kommt? Oder das Opfer durch die Gegend fährt?

7. Mechanikerin / Mechaniker

Egal ob Autos, Flugzeuge oder Schiffe, irgendjemand muss dafür Sorgen, dass sie funktionieren und gegebenenfalls reparieren. Dafür sind Deine Mechaniker*innen gut geeignet. Und in der Technik können sie Dinge finden, von denen sie noch nicht einmal geahnt haben, dass es sie geben könnte.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Mechaniker*innen Alientechnologie in der Maschine finden? Eine kleine Elfe? Oder ein Findelkind aus einer anderen Welt?

8. Köchin / Koch

Im Hintergrund der Macht oder eines Restaurant sorgen sie dafür, dass alles funktioniert. Zumindest, wenn es sich um das dreht, was am Ende auf dem Teller landet und an die Gäste rausgeht. Doch müssen sie die Wünsche der Gäste berücksichtigen, die vielleicht eine Erdnussallergie haben.

Köchinnen und Köche können in Großküchen, Kantinen, Restaurants, in privaten Haushalten, in Adelshäusern, auf Schiffen, durchaus in Flugzeugen oder auch bei Mafiabossen arbeiten.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Koch / Deine Köchin versehentlich den Mafiaboss umgebracht haben, weil sie nicht an die Erdnussallergie gedacht haben? Oder sie haben ein Geheimrezept für eine Supersoße, an die alle wollen?

9. Krankenschwester / Krankenpfleger

Ebenfalls ein Beruf mit medizinischen Kenntnissen und durchaus mit der Möglichkeit sich an das Opfer zu nähern, ohne das jemand Verdacht schöpft. Sie können morden, heilen und es bekommt niemand mit (zumindest erst einmal, auf den zweiten Blick sieht das natürlich anders aus).

Und sie können auch in privaten Haushalten arbeiten, wenn die Herrschaften ihre Dienste benötigen. Damit sind sie noch näher an eine einzelne Person und der Familie dran.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Krankenschwester / Dein Krankenpfleger eigentlich eine Ärztin / ein Arzt ist und nicht mehr als solcheR arbeiten darf? Und was passiert, wenn ihr/ihm ein Fehler unterläuft?

10. Heilpraktikerin / Heilpraktiker

In Deutschland dürfen Menschen, wenn sie die Überprüfung zur Heilprakikerin oder Heilpraktiker bestanden haben, Menschen medizinisch unterstützen. Sie sind also ganz kleine Ärztinnen und Ärzte. Und natürlich haben sie medizinisches Wissen, was Du Dir in Deiner Geschichte ebenfalls zunutze machen kannst.

Und vor allem, sie haben es direkt mit Menschen zu tun. Eventuell mit Deinen Täter*innen oder Deinen Opfern?

Inspiration: Was ist, wenn sie eine Patientin oder einen Patienten von einer schweren Krankheit heilen? Oder, wenn sie erkennen, dass das Opfer Gift verschrieben bekommen hat, aber sich nicht traut gegen einen Arzt oder eine Ärztin was zu sagen?

11. Heilpraktikerin / Heilpraktiker für Psychotherapie

Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker für Psychotherapie kümmern sich nicht um den körperlichen Zustand ihrer Patient*innen, sondern um den seelischen Zustand. Auch hier benötigen sie die Erlaubnis der Gesundheitsbehörde.

Sie behandeln keine Psychosen, sondern Neurosen, müssen sich aber in allen Bereichen der psychischen Krankheiten auseinandersetzen und diese kennen und erkennen.

Inspiration: Was ist, wenn jemand mit einer Psychose (zum Beispiel einer Depression oder einer Borderline-Persönlichkeitsstörung) zu ihnen kommt und von ihr/ihm die Behandlung erwartet?

12. Gebäudereinigerin / Gebäudereiniger

Sehr häufig sieht man sie nicht, weil sie nachts, wenn das Büro leer ist, erst anfangen zu arbeiten. Oder nach Feierabend der Mitarbeitenden in einem Gebäude. Alternativ sind sie die ersten am frühen Morgen vor Ort und kümmern sich um die Reinigung. Aber immer häufiger tauchen sie auch tagsüber auf und sorgen dafür, dass alles sauber ist.

Mit ihnen kannst Du aber eine Menge veranstalten. Denn immerhin können sie ja einen Generalschlüssel haben und somit in jedes Büro hereinkommen.

Inspiration: Was ist, wenn sie geheime Pläne für eine Vernichtungswaffe finden? Oder, wenn sie den Chef oder die Chefin in flagranti erwischen?

13. Pförtnerin / Pförtner

Sie sorgen dafür, dass nur die richtigen Personen ins Gebäude dürfen und alle anderen eben nicht. Dafür müssen sie sich die Ausweise ansehen und durchaus das Selbstbewusstsein haben, jemanden der Tür zu verweisen, auch wenn sie ihn oder sie vielleicht kennen und diese mit Nachdruck den Einlass verlangen.

Sie arbeiten nicht nur für Bürogebäude, sondern können auch in Mietshäusern arbeiten. Und sie sind in der Lage ein Alibi zu geben oder dieses zu zerstören. Zumeist sind sie es, die alle Personen kennen, die in ein Gebäude hineindürfen. Gelegentlich sogar persönlich und mit Namen.

Inspiration: Was ist, wenn die Pförtnerin oder der Pförtner ein Doppelleben führt, was niemand erfahren darf? Und aus diesem Grund sind sie erpressbar?

14. Nachtwächterin / Nachtwächter

Sie durchwandern das Gebäude und sorgen dafür, dass nicht die falschen Personen zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Notfalls müssen sie diese kurzfristig festnehmen und die Polizei rufen. Normalerweise ist ihr Beruf ruhig und sicher. Außer natürlich sie arbeiten in Deinem Gebäude oder Dein Museum und es soll ihnen an den Kragen gehen.

Inspiration: Was ist, wenn sie selbst zur falschen Zeit am falschen Ort sind? Oder sie ihre Position missbrauchen, um selbst etwas zu stehlen?

15. Sekretärin / Sekretär

Meistens immer noch ein typischer Frauenberuf, aber auch ein wichtiger. Wer sollte denn sonst die wichtigen Nachrichten, Memos und Briefe schreiben, die Übersicht über die Aktenlage halten, Termine kontrollieren und, ja das auch, den Kaffee für den Besuch kochen?

Sehr häufig ist es auch so, dass man nicht an der Sekretärin oder dem Sekretär vorbeikommt. Daher muss man sie überreden, mal einen Blick in die Akten hineinzuwerfen und nicht den Chef oder die Chefin (zu denen es dann kein Vordringen gibt, wenn die Sekretärin oder der Sekretär es nicht erlaubt).

Inspriation:Wwas ist, wenn die Sekretärin oder der Sekretär die Arbeit so dermaßen an sich gerissen haben, dass der Chef / die Chefin nicht mehr ohne sie auskommt?

16. Straßenreinigerin / Straßenreiniger

Sie sorgen dafür, dass die Straßen sauberer sind, als wenn man uns das überlassen würde. An meiner alten Grundschule gab es eine ältere Dame, die ist immer mit einem Besen durch die Straßen gelaufen und hat sich für sie Sauberkeit gesorgt. Es gibt sie sowohl als Freiwillige und als Angestellte.

Und da man sie gerne übersieht, können sie mehr sehen, als es uns vielleicht lieb ist.

Inspiration: Was ist, wenn sie auf der Straße einen magischen Gegenstand finden und es einstecken? Oder, wenn sie den Verlobungsring unseres Helden aus dem Gulli herausfischen?

17. Müllabfuhr

Die Müllabfuhr ist eigentlich kein Beruf, sondern eher eine Bezeichnung. Aber die Müllleute kümmern sich darum, dass unser Müll schön verschwindet. Natürlich damit auch unliebsame Sachen oder auch schon mal Leichen. Sie schauen sich normalerweise bei der Abholung den Müll nicht genauer an. Aber was ist, wenn es doch jemand tut?

Inspiration: Der Klassiker – die Müllleute finden die Leiche im Müll. Oder Giftstoffe und sie berühren diese, obwohl es drauf steht, dass sie es nicht tun sollen und mutieren am Ende.

18. Straßenmusikantin / Straßenmusikant

Sie stehen oder sitzen auf der Straße, spielen Musik und bitten dafür um eine Spende. Gelegentlich verkaufen sie auch schon selbst erstellte CDs. Zwar konzentrieren sich viele auf ihre Musik und die Leute, die in ihrer näheren Umgebung sind. Aber wer weiß, was sie wirklich sehen und vor allem, welche Geschichten sich hinter ihrer Musik verbirgt.

Inspiration: Was ist wenn ihre Musik magisch ist und sie damit die Menschen beeinflussen? Oder sie Elfen sind und hier nur kurzzeitig haltmachen, bis sie wieder nach Hause dürfen?

19. Straßenverkäuferin / Straßenverkäufer

Sie stehen an Straßenecken oder auf Wochenmärkten und auch Jahrmärkten und verkaufen diverse Dinge. Seien es Lebensmittel oder Gegenstände. Überall, wo es ein Markt gibt, kann man sie finden.

Während einige Waren hochpreisig sind, sind die anderen eher als bescheiden anzusehen. Daher kannst Du Dir überlegen, mit was für Figuren Du es hier zu tun hast und was an ihnen oder den Waren so besonders ist.

Inspiration: Was ist, wenn hinter ihrer Ware mehr ist, als man auf den ersten Blick glaubt zu sehen? Oder, wenn sie gefährlicher sind, als man glauben möchte?

20. Buchhändlerin / Buchhändler

Wieder jemand, die oder der in einem Laden sitzt oder etwas verkauft. Aber hier haben wir das Besondere, dass es Bücher sind. Also haben wir es hier mit Wissen zu tun. Sei es direkt in den Büchern oder im Kopf der Verkäuferin und/oder des Verkäufers.

Und wer weiß, vielleicht sind die Bücher ja mehr, als man auf den ersten Blick zu glauben meint?

Inspiration: Was ist, wenn die Bücher lebendig sind? Oder beim Öffnen eines der alten Werke sich ein uralter Zauber freisetzt? Oder mystische Wesen?

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[Podcast] Becky Chambers – Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten (Wayfarer 1)

[Podcast] Becky Chambers – Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten (Wayfarer 1)

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in der heutigen Podcastfolge stelle ich Dir den Roman von Becky Chamgers “Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten” vor.

Taschenbuch: 544 Seiten

Verlag: FISCHER Tor; Auflage: 3. (27. Oktober 2016)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3596035686

ISBN-13: 978-3596035687

Es handelt sich hierbei um keine Werbung. Und das Lied hab ich legal von hier gekauft.

Viel Spaß beim hören.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Charakter – Bestimmungsfragen für Deine Figur

Hei, hallo und herzlich willkommen,

kennst Du das? Du erstellst einen Plan für Deinen Roman und denkst, der ist gut, also ist alles erledigt. Und dann schaust Du Dir Deine Unterlagen noch einmal an und denkst, ne, war doch nicht das gelbe vom Ei.

Das ist mir häufig mit meinen Charakteren passiert. Anfänglich dachte ich, dass alle ihre Rollen hatten und ihren Part kennen. Doch dann fange ich an zu schreiben und denke mir, nein, so nicht. Aus einer Hauptrolle kann dann ein Nebencharakter werden und aus dem Nebencharakter wird ein*e Antagonist*in und so weiter.

Kurze Vorgedanken

Wenn ich ein Projekt im Kopf habe, sind häufig die Charaktere sehr präsent. Sie zeigen sich mit und ich fühle förmlich, wer von ihnen, welche Rolle innehat. Und selten ist es, dass sich da etwas ändert.

Sobald ich aber anfange zu schreiben, kann es bei dem einen oder anderen Charakter tatsächlich passieren, dass sich die Rolle ändert. Oder es kommen neue Charaktere hinzu. Gelegentlich fallen auch welche über Bord.

Daher hab ich mir vor längerer Zeit überlegt, wie ich gegen diese Sache quasi vorgehen kann.

Muss man überhaupt dagegen vorgehen?

Klar muss man das nicht. Wenn sich die Figuren im Laufe der Geschichte anders entwickeln, dann kannst Du gerne dem ganzen seinen Lauf lassen. Andererseits kann das durchaus auch anstrengend sein. Wenn auf einmal ein Charakter auftaucht, dann sollte das nicht aus dem Nichts geschehen.

Die Figur sollte eine wichtige Rolle spielen. Oder eine Vorgeschichte haben. Und wenn sie eine entscheidende Rolle spielt, dann auch vorher durchaus auftauchen. Mit anderen Worten, den Teil, den Du zuvor geschrieben hast, müsstest Du dann umschreiben.

Gelegentlich kann das sehr anstrengend sein. Denn wo ein neuer Charakter auftaucht, kann sich durchaus die komplette Geschichte ändern. Kann, nicht muss wohlgemerkt.

Fragenkatalog

Folgenden Fragenkatalog kannst Du Dir stellen, während Du die Charaktere im Brainstorming kennenlernst. Häufig entstehen aus diesen Fragen weitere. Folge ihnen gerne. Aber Vorsicht, verlauf Dich dabei nicht. Denn hier geht es erst einmal darum, dass Du ihre Rollen bestimmst. Das näher kennenlernen kannst Du dann auch später noch machen.

  • Welche Rolle spielt Deine Figur in Deiner Geschichte?
  • Ist sie/er die/der Held*in?
  • Oder eher die/der Antagonist*in?
  • Ist sie/er ein Badass (also eine … sagen wir mal … unhöfliche Person, na gut, ein Arschloch)?
  • Werden die Leser*innen Deine Figur mögen? Wenn ja, wieso? Und wie willst Du das erreichen?
  • Oder ist Deine Figur so unsympathisch, dass sie/ihn niemand leiden kann? Wieso?
  • Wie willst Du zeigen, warum Deine Figur sympathisch oder unsympathisch ist?
  • Ist die Figur eher Hauptperson, Nebenperson oder gar ein Sidekick?

Solltest Du Dir während des Schreibens auf einmal unsicher werden, ob die Rolle für Deine Figur richtig ist, kannst Du immer wieder zu solch einem Fragebogen zurückkehren. Und selbst wenn Du das Gefühl hast, dass Du eine Idee gegen die Wand gefahren hast, Du kannst immer noch Deinen Roman überarbeiten. Das ist nie das Problem.

Doch je mehr Du Deine Charaktere kennst, desto mehr wirst Du von Deinem Plot kennen. Denn häufig schreiben sich gewisse Dinge wie von selbst, wenn Du die Charaktere kennst.

Der Vorteil

Je genauer Du die Rollen für Deine Charaktere definierst, desto eher kannst Du Dich darauf konzentrieren, Deiner Figur eine besondere Art von Leben einzuhauchen.

Nehmen wir mal an, Du möchtest über einen Antihelden wie Dr. House schreiben. Es ist eine gute Idee, wenn Du während Deiner Arbeit an Deiner Figur dies im Hinterkopf schon vorhast. Denn wenn Du weißt, dass Du ein Dr. House Charakter haben möchtest, ist es leichter, die richtigen Fragen zu stellen, um die Figur in die richtige Richtung, ja sagen wir es mal so, zu schubsen.

Daher setz Dich einen ruhigen Nachmittag hin, schnapp Dir ein Blatt Papier und leg einfach mal drauf los. Schreib alles auf, was Du zu Deinem Charakter mitteilen willst und wie sie/er am Ende aussehen soll. Also ob Held*in oder Antiheld*in.

Wenn Du schon weißt, in welche Richtung Deine Figur gehen soll, kannst Du Dir auch überlegen, wie Du diese Richtung darstellen willst. Hier darf es ruhig konkreter werden, in dem Du Dir erste Gedanken zu Szenen machst oder auch Metaphern, die Du verwenden willst. Im Grunde genommen darfst Du Dich an dieser Stelle einfach mal noch so richtig austoben, bevor Du dann mit den Charakteren arbeitest.

Abschlussgedanken

In meinen Augen beginnt jeder Charakter mit einer Idee. Daher finde ich es eine gute Idee, diese Idee auch schriftlich festzuhalten. Was am Ende dabei herauskommt ist jedoch eine andere Sache. Häufig erfahren meine Charaktere eine Evolution ungeahnten Ausmaßes. Und manchmal sind sie von Anfang an perfekt.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß (bei mir ist hier Spaß garantiert).

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Widmung und Danksagung

Hei, hallo und herzlich willkommen,

eines der eher wenig beachteten Dingen bei der Erstellung eines Buches scheint die Widmung und die Danksagung zu sein. Zumal viele, sehr viele diese noch nicht einmal lesen. Die Widmung vielleicht, doch viele überblättern die Danksagung.

Schauen wir uns diese Punkte genauer an.

Kurze Vorgedanken

Tatsächlich gehöre ich zu den Lesenden, die so gut wie jede Danksagung durchliest. Aber erklären, warum ich das tue, kann ich tatsächlich nicht. Zumal bei Sachbüchern eher eine regelrechte Namenswüste auftaucht, die für mich manchmal zu schwierig ist, zu lesen. Es sind häufig zu viele Namen. Und es ist eben nur eine Auflistung. Namen also, mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann.

Die Widmung hingegen lese ich immer und in aller Ruhe. Das liegt einmal an der Länge. Aber auch daran, dass zu der Namensgebung auch häufig steht, wer diese Person ist.

Nun denn, schauen wir uns beide an und wie man sie schreiben kann.

Die Widmung

Die Widmung selbst ist kurz, bündig und häufig – aber nicht immer – am Anfang des Buches zu finden.

Warum eine Widmung?

Eine Widmung ist erst einmal keine Pflicht. Es gibt so viele Bücher allein in meinem Regal, die keine Widmungen haben, dass Du Dir keine Sorgen machen musst. Du kannst Deinem Buch jemanden widmen, musst es aber nicht.

Jedoch ist es häufig eine nette Geste. Es kann ja sein, dass es einen Menschen gibt, die Dich sehr inspiriert hat. Egal wie diese Inspiration ausgesehen haben mag. Daher sagst Du eben nicht nur Danke, sondern widmest dieser Person das Buch.

Wie ich erfahren habe, bekamen früher Autor*innen kein Honorar für ihre Werke. Sie wurden von Mäzen*innen unterstützt. Und als Gegenleistung, für diese edle Tat, wurden sie ausführlich in der Widmung dafür gelobt.

Heutzutage kannst Du eben die inspirierende Person erwähnen. Oder alternativ Personen, die Du liebst, schätzt oder denen Du auf diese Weise ein kleines Geschenk machen möchtest.

Wer wird erwähnt?

Es kann eine einzelne Person sein. Aber es können auch mehrere sein. Das liegt völlig an Dir. Und eine Mindest- oder Maximalzahl möchte ich an dieser Stelle Dir nicht vorschlagen.

Diese Person muss Dir noch nicht einmal bei Deinem Roman irgendwie geholfen haben. Sagen wir, Deine Urgroßmutter hat Dich inspiriert Deinen Weg als Schriftsteller*in zu gehen. Aber sie hat die Veröffentlichung Deines Werkes leider nicht mehr miterlebt. So hat sie Dir zwar nicht beim Roman geholfen. Aber Du kannst ihr trotzdem eine Widmung schreiben, als Beispiel.

Wer letztendlich hier aufgeführt wird, liegt vollständig an Dir selbst.

Wie sieht eine Widmung aus?

Meine Empfehlung am Anfang, schau Dir verschiedene Widmungen aus der Literatur an. Wie machen es die anderen? Was gefällt Dir an diesen Widmungen und was nicht. Dadurch bekommst Du schon einmal ein Gefühl, wie Du Deine schreiben könntest.

Ansonsten kannst Du von ganz banal, bis zu episch alles schreiben, was Dir zusagt. Zum Beispiel “Ich widme dieses Buch Person XY”. Oder auf elbisch (was ich hier nicht schreiben werde, da ich kein elbisch beherrsche).

Bei einer Widmung kannst Du gerne Dein Herz sprechen lassen. Denn darum geht es in meinen Augen. Jemanden auf diese Weise ganz besonders Danke zu sagen.

Die Danksagung

Die Danksagung kann definitiv länger sein, als eine Widmung. Aber rechne damit, dass sie so gut wie niemand liest. Und auch hier gilt, Du kannst eine Schreiben, musst aber nicht.

Der Inhalt

Im Grunde genommen kannst Du hier allen Personen ein öffentliches Danke zukommen lassen, die Dir direkt oder indirekt geholfen haben. Das können Deine Eltern seien, weil sie Dich inspiriert haben. Oder Deine Katze, weil sie öfters über die Tastatur gelaufen ist. Dein Schatz, für den gekochten Kaffee und so weiter.

Es können hier Personen genannt werden, welche Dir direkt oder indirekt geholfen haben. Welche an Dich geglaubt und unterstützt haben. Aber auch, welche Dich scheitern sehen wollten. Manchmal sind diese Leute auch eine Motivation, im Sinne von, Du wolltest, dass ich scheitere, jetzt erst recht. Und die öffentliche Erwähnung kann manchmal eine Genugtuung sein.

Die Personen

Wie Du Dir denken kannst, hier können alle Personen rein, die Du erwähnen möchtest. Meine Empfehlung, fang mit dem Schreiben an Deinem Buch sofort an, eine Liste zu führen. Wer hat Dir bei was geholfen? Notiere Dir den Namen und was die besagte Person getan hat.

Am Ende musst Du nicht alle Personen aufführen. Aber Du hast wenigstens eine Liste, um nicht versehentlich jemanden zu vergessen. Das wäre ärgerlich, wenn das passiert und Dein Buch ist bereits erschienen.

Übrigens, auch Deine liebsten Tiere gehören dazu. Aber auch verstorbene Personen. Oder auch Menschen, die Du selbst (noch) nicht getroffen hast, aber sie Dich inspiriert haben. Zum Beispiel andere berühmte Autor*innen, die Dich ermutigt haben.

Vorher fragen

Bisher habe ich noch nie davon gehört, dass ein*e Autor*in verklagt wurde, weil xier jemanden in der Danksagung erwähnte. Aber nur, weil es bisher nicht passiert ist, könnte es nicht in der Zukunft theoretisch passieren. Daher würde ich vorher fragen, ob es in Ordnung ist, wenn Du den Namen der Person öffentlich erwähnst. Oder, ob Du ein Pseudonym wählen sollst.

Jemand nicht erwähnen?

Wenn jemand nicht erwähnt werden möchte, respektiere diesen Wunsch. Damit bleibt die Freund*inschaft definitiv länger erhalten. Du kannst dann solche Personen unter einem Satz wie “An alle, die ich hier vergessen habe, ihr wisst schon, wer gemeint ist” zusammenfassen (oder etwas in der Richtung).

Vor etlichen Jahren hatte ich mal ein Buch in der Hand, in dem die Autorin einer Frau eigentlich nicht danken wollte, weil sie für ihre Arbeit bezahlt wurde. Damals hatte die Autorin per Hand alles geschrieben und die Frau tippte alles ab. Und da sie nichts Besonderes geleistet habe und zudem für die Arbeit entsprechend entlohnt wurde, hätte sich das alles erledigt.

Jetzt könnte man sagen, dass Dein Lektorat und Korrektorat auch nur ihre Arbeit leisten. Aber diese werden sehr häufig in der Danksagung besonders erwähnt.

Ganz ehrlich? Vermutlich würde ich Personen, die nur ihre Arbeit nach der Regel macht, auch nicht überschwänglich danken. Erwähnen ja, aber keinen überschwänglichen Dank. Hat die besagte Person aber alles getan, damit aus dem Roman das Beste werden kann, wozu wir beide in der Lage sind, dann ja, dann hat die Person einen fetten Dank verdient.

Wie Du das hanhaben möchtest, das überlasse ich natürlich Dir.

Wie eine Danksagung schreiben?

Der Klassiker ist und bleibt, die Namen zu erwähnen und kurz zu erklären, warum man dieser Person dankbar ist. So liest man so gut wie alle Danksagungen.

Jetzt könnte ich Dir verschiedene Alternativen aufführen. Doch das hat Alice Högner vom Author Wing bereits getan. Daher verlinke ich ihren Beitrag an dieser Stelle: Klick.

Niemand verbietet Dir, Deine Danksagung genauso kreativ zu gestalten, wie Deinen Roman. Im Gegenteil, vielleicht ist das dann so spannend, dass alle diesen lesen werden. Und vor allem, dass man diesen positiv erwähnt.

Was noch reinkann

Während Selfpublishing-Autor*innen freie Hand haben, ob sie nicht noch Bücherempfehlungen reinpacken, sieht es bei Verlagsautor*innen anders aus.

Nehmen wir an, Du findest einige Bücher total toll. Und Du bist der Meinung, wer Deine Bücher gelesen hat, sollte unbedingt auch diese lesen. Mit Deinem Selfpublishing-Buch kannst Du diese einfach aufführen. Da musst Du Dir keine Gedanken machen, ob Du jemanden auf die Füße trittst.

Bei Deinem Verlagsbuch hat eben der Verlag ein ordentliches Wort mitzusprechen. Erst recht, wenn die Bücher, die Du gerne empfehlen würdest, in einem anderen Verlag erschienen sind. Nicht alle würden erlauben, dass Du für diesen Verlag Werbung machst.

Daher könntest Du diese Bücher in der Danksagung einfügen. Inwiefern hier der Verlag Dir reinreden wird, es zu löschen, musst Du sehen. Aber theoretisch ist es möglich, hier auch auf andere, tolle Werke aufmerksam zu machen.

Vielleicht magst Du darüber nachdenken.

Abschlussgedanken

Wie so oft, bei der Widmung und der Danksagung ist es wichtig, dass Du Dich am Ende damit wohlfühlst. Ob du überhaupt eine Widmung/Danksagung schreibst, ist eine Sache. Wie diese aussieht, dann eine andere.

Mach es Dir zur Aufgabe, jedes Mal, wenn Du einen Roman oder Sachbuch liest, definitiv auch die Widmungen/Danksagungen zu lesen. Und dann überlegst Du Dir, wie Du Deine schreiben möchtest. So lernst Du am besten.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und viele kreative Eingebungen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Podcast] Katrin Ils – Unstern

[Podcast] Katrin Ils – Unstern

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in der heutigen Podcastfolge stelle ich Dir den Roman von Katrin Ils “Unstern” vor.

Taschenbuch: 310 Seiten

Verlag: K Sprohar; Auflage: 1 (7. Mai 2017)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3950446109

ISBN-13: 978-3950446104

Es handelt sich hierbei um keine Werbung. Und das Lied hab ich legal von hier gekauft.

Viel Spaß beim hören.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Charakterbögen, Steckbriefe … und so weiter

Hei, hallo und herzlich willkommen,

einer der Klassiker unter den Schreibtipps sind wohl Charakterbögen oder auch Steckbriefe zu verwenden. Damit ist in der Tat ein Bogen gemeint, wo Du die wichtigen Eckdaten zu Deinen Figuren eintragen kannst. Schauen wir uns dies doch ein wenig genauer an.

Kurze Vorgedanken

Früher hatte ich eine Brieffreundin, die leidenschaftlich Rollenspiele betrieb. Dort gibt es auch Steckbriefe, damit man weiß, mit wem man es zu tun hat, welche Stärken, Schwächen man hat, Eigenschaften, Fähigkeiten und so weiter. Beim Rollenspiel kommen ja noch irgendwelche Angriffs- und Schadenspunkte hinzu. Da ich mich nie damit richtig beschäftigt habe, kann ich darauf nicht tiefer eingehen. Aber bei meinen damaligen Recherchen habe ich immer wieder mal Eingaben gesehen wie +2 oder auch -3 und Ähnliches.

Wer also Rollenspiele betreibt, weiß sicherlich, worauf ich mit diesen Beitrag hinaus möchte.

Alle anderen erkläre ich es hier.

Wofür Steckbriefe und etc.?

Im Grunde genommen geht es hierbei um die Quintessenz der wichtigen Daten. Du sollst jederzeit die Möglichkeit haben, wenn Du etwas suchst, dies im Überblick zu finden, so dass Du jederzeit schnell zu den gewünschten Informationen kommst.

Natürlich ist es möglich ausführliche Texte zu schreiben (also ein Aufsatz eines Steckbriefes). Aber nehmen wir mal an, Du suchst nach einer bestimmten Information. Zum Beispiel den Autotypen, welche Deine Figur fährt. Du hast es Dir vor Wochen überlegt und danach recherchiert. Nun willst Du die Marke, die Farbe, und was weiß ich, erwähnen und es will Dir partout nicht einfallen (und hei, dass ist möglich, mir fallen noch nicht einmal die Namen von wichtigen Nebencharakteren ein).

Du könntest jetzt Deinen Text durchsuchen und schauen, wo Du die Information versteckt hast. Wenn Du wenig geschrieben hast, wird es vielleicht nur ein paar Minuten dauern. Aber wehe Du bist nur halb so schlimm wie ich, dann wirst Du einen Haufen Seiten haben, die Du nun durchforsten darfst. Wenn Du aber unter der Überschrift „Persönlicher Besitz“ (oder wie immer Du das auch sortierst) schaust, dann wirst Du voraussichtlich schneller an die Information kommen.

Natürlich brauchst und eventuell sollst Du nicht auf die ausführlichen Texte verzichten. Im Gegenteil, sie können wichtig sein, wenn Du ein Gefühl für Deine Figuren bekommen möchtest. Die Charakterbögen sind nur die Kurzversion davon, welche die wichtigen Informationen schnell zur Verfügung stellen.

Der Inhalt

Welche Punkte Du für Deinen Charakterbogen benötigst, liegt letztendlich an der Geschichte, die Du schreibst. Wenn Du eine Fantasygeschichte verfasst, wirst Du Dich wohl weniger mit aktuellen Marken jeglicher Art beschäftigen. Das Gleiche gilt für historische Romane.

Aber es gibt gewisse Eckdaten, die Du immer aufführen kannst. Dazu gehört der Name, das Alter, Geburtsdatum und Ort. Natürlich die Daten zum Aussehen: Augenfarbe, Haarfarbe, Hautfarbe, Größe, Statur und so weiter.

Dann gibt es spezielle Daten wie Waffen, Kleider, magische Fähigkeiten, Pferde, Kutschen, Hauspersonal und so weiter. Auch die Adresse kann wichtig sein oder der Besitz.

Für Deinen persönlichen Charakterbogen kannst Du Dir andere anschauen und das übernehmen, was für Dich und Deine Geschichte wichtig ist. Alles andere schmeißt Du schlichtweg raus.

Hier stelle ich Dir mal einen möglichen Charakterbogen vor:

1. Allgemeines:

– Vorname / Nachname / Spitzname(n):
– Geschlecht (denk daran, es gibt nicht nur weiblich / männlich):
– Geburtsdatum / Sternzeichen (sofern Du mit solchen Daten arbeiten möchtest) / Alter / Geburtsort:
– Wohnort (sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart und der Zukunft):
– Nationalität (auch für Sci-Fi und Fantasygeschichten, Achtung bei historischen Romanen, hier haben sich Ländernamen häufig im Laufe der Geschichte geändert):
– Religion (sowohl monotheistisch, polytheistisch oder auch atheistisch) / Weltanschauung (philosophisch gesehen):
– Rang / Adelstitel (natürlich macht es einen Unterschied, wenn Du es mit einer/einem Chef*in eines Unternehmens zu tun hast oder mit einer / einem Angstellte*n, Adelsränge haben noch eine größere Bedeutung im Rahmen der Ansprache (Majestät, Eure Lordschaft, etc.) oder auch welche Rechten und Pflichten die Person hatte):

2. Äußeres:

– Größe – Gewicht / Statur – Körperbau:
– Gesicht (Kinn, Stirn, Nase, Besonderheiten …):
– Haut & Haarfarbe / Augenfarbe:
– Mimik/Gestik:
– Sprache/Stimme (auch: Akzente, Dialekte, auffällige Betonungen, Sprachfehler, Redewedungen …):
– Bewegungen / Körperhaltungen:
– Kleidungsstil (kann natürlich besonders interessant sein, wenn die Geschichte nicht in unserer Gegenwart spielt) / Schmuck / Accesoires:
– Auffälligkeiten (Tattoos, Narben …):
-Gesundheitszustand
– Allergien (sowohl auf Pollen als auch auf Lebensmittel, um mal zwei Beispiele zu nennen):

3. Umfeld:

– Gesellschaftliche Schicht (kann besonders für historische Romane interessant sein):
– Geburtsfamilie (Beziehung zu den Eltern, Geschwistern etc) / Aktuelle Familie (Beziehung/Kinderwunsch etc):
Hinweis: Es gibt einen Unterschied zwischen der Geburtsfamilie und der Familie, für die man sich entscheidet – die Geburtsfamilie prägt die Figur so wie sie ist (daher kann es auch vorkommen, dass man den Kontakt zum Beispiel zu ihr komplett abbricht, wenn das so ist, schreib auch auf wieso, die aktuelle Familie ist die, für die sich Deine Figur letztendlich entscheidet)
– Freunde / Feinde (sofern vorhanden) / Bekannte / Informanten (z. B. bei Krimis) / Leute die man so trifft (die Kaffeeverkäuferin) etc:
– Vereine / Soziales Engagement:
– Wohnung/Haus/Wunschhaus (sagt auch etwas über die Persönlichkeit aus):
– Ansehen/Ruf:
– Beruf (Stellung, Vorgesetzte, Kollegen, Aufgaben, etc.) – bei historischen Romanen oder auch bei Fantasygeschichten könnten hier noch Innungen hinzukommen:

4. Besonderheiten, Gewohnheiten:

– Hervorstechender Charakterzug / zurückhaltender Charakterzug:
– Hobbys / Freizeitgestaltung / Was er/sie tut, wenn er/sie allein ist:
– Angewohnheiten:
– Talente:
– Ticks / Marotten:
– Intelligenz (nicht nur IQ oder EQ, sondern auch alles worüber Deine Figur Bescheid weiß):
– Interessen:
– Einstellungen:
– Geschmack (Bücher, Musik, Filme, Farben, Kleidung, Essen und Trinken, etc.):
– Vorlieben / Abneigungen:
– Moralvorstellungen:
– Phobien:
– Stärken / Schwächen:
– Art des Humors:
– Wie steht sie / er zum putzen – Du kannst weiter solche Fragen stellen um zu sehen, mit was für eine Art Charakter Du es hier zu tun hast.

5. (An-) Triebe:

– Motivation:
– Ziele:
– Wünsche:
– (Tag-, Wunsch-) Träume:
– Emotionen:
– Traumata:
– Schmerzliche Erlebnisse/Rückschläge:
– Erfreuliche Erlebnisse:
– Besonders aufschlussreiche/bedeutungsvolle Erfahrungen:
– Wie steht sie / er zum Leben:
– Wie steht sie / er zum Tod (auch zur Selbsttötung, Tötung auf Verlangen, etc):
– Persönliche Konflikte (wie zum Beispiel zum Beruf, zur Liebe, zur Familie, zu den Ängsten, etc., was hält Deine Figur auf):

6. Vorgeschichte und charakterbetreffende Details:

– Entscheidendes Erlebnis in der Kindheit/Vergangenheit:
– Was ist die erste Erinnerung Deiner Figur:
– Was am meisten bereut wird:
– Worüber freut sich die Figur am meisten im Leben (Heirat, Geburt des Kindes):
– Folgenschwerste Entscheidung (sowohl positiv als auch negativ):
– Das Schlimmste, das je getan wurde:
– Das Beste, das je getan wurde:
– Das peinlichste Erlebnis:
– Das positivste Erlebnis:
– Stärkste Beeinflussung durch (Person / Ereignis / Fähigkeit):
– Wem soll etwas bewiesen werden und warum:
– Was würde er/sie niemals tun und warum:
– Das größte Geheimnis:

7. Stellung in der Geschichte:

– Wichtigkeit, Stellung (Hauptperson, Nebencharakter …):
– Funktion in der Geschichte:
– Erster/letzter Auftritt:
– Entwicklung, Veränderung der Ansichten (Zustand am Anfang / Zustand in der Mitte / Zustand am Ende):
– Gegner*innen und Widersacher*innen:
– Verbindung zur / zum Antagonist*in:
– Helfer*innen und Verbündete:
– Verhältnis zu den anderen Charakteren (hier reichen durchaus einige Worte, zu wichtigen Figuren kannst Du auch ein kleines Exposè schreiben):
– Allgemeiner Eindruck, der erweckt werden soll (also wie soll die Figur auf die Leser_innen wirken, positiv, negativ, neutral und wie willst Du das erreichen?):

Das ist ein möglicher Charakterbogen, mit dem Du arbeiten kannst. Eine Empfehlung wäre noch, dass Du daraus noch einmal die wichtigsten Daten ziehst, mit denen Du permanent arbeitest und auf maximal eine Din-A4 Seite reduzierst. Damit könntest Du (sofern Du es ausdruckst und in einen Ordner packst) am Anfang Deiner Informationen einfügen. Und jedes Mal wenn Du etwas wichtiges suchst, findest Du es am Anfang.

Erstelle bei Bedarf auch Deinen eigenen Charakterbogen, ergänze diesen, kopiere Dir aus mehreren einen zusammen, was auch immer Du tust, es sollte am Ende Dein Charakterbogen werden.

Abschlussgedanken

Charakterbögen sollen Dir die Arbeit erleichtern. Daher empfehle ich immer, dass Du diese auch so spartanisch wie nur möglich erstellst. Was Du brauchst, nutzt Du. Was nicht, fliegt konsequent raus.

Wichtig ist aber auch, diese immer aktuell zu halten. Wenn sich irgendwelche Daten ergeben, weil Du diese im Laufe des Schreibens entdeckt hast, oder ändern, dann füge sie zeitnah in Deinem Charakterbogen ein. Nur so verhinderst Du, dass sich inkonsequente Strukturen in Deine Geschichte festfressen.

Ein banales Beispiel. Wenn Du entschieden hast, dass Dein Charakter grüne Augen hat, dann notierst Du das in Deinem Charakterbogen. Sollten sich diese aber in Blau ändern, natürlich änderst Du das in Deiner Geschichte. Aber auch in Deinem Charakterbogen. Denn, wenn Du einige Zeit später die Datei aufrufst (aus welchen Gründen auch immer Du eine längere Pause benötigt hast), könnte es sein, dass Du die Augenfarbe vergessen hast. Dein Charakterbogen aber nicht.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Alles rund ums Kapitel

Alles rund ums Kapitel

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im Internet und auch bei Facebook verfolge ich gerne die eine oder andere Diskussion. Und dabei habe ich festgestellt, dass sich viele Autorinnen und Autoren nicht nur die Frage stellen, wie sie ein magisches System erstellen oder Genres mixen können. Es geht ihnen auch um einfache grundlegende Fragen. Fragen, welche bei einigen vielleicht ein Runzeln auf der Stirn verursacht, für andere aber essenziell sind. Wie zum Beispiel die Länge eines Kapitels.

Kurze Vorgedanken

Es mag bei einigen eher ein Augenrollen herbeiführen, wenn sie die Frage lesen, wie lang soll denn bitte schön ein Kapitel sein. Andere hingegen machen sich darüber ernsthafte Gedanken, damit sie auch nichts falsch machen. Und ich finde, daran ist nichts Verwerfliches.

Daher möchte ich heute mal einen Überblick zum Thema liefern, welche sich mit einigen Fragen beschäftigt. Zum Beispiel, wofür man überhaupt Kapitel benötigt, bis hin zu der Länge und wie man die Kapitel auch bezeichnen könnte.

Sollte es notwendig sein, eine Personengruppe anzusprechen, werde ich die rein weibliche Form verwenden, damit der Satzbau einheitlich ist. Die Herren sind dabei immer und zu jederzeit mitgemeint.

Was ist ein Kapitel?

Man kann sagen, dass ein Kapitel eine (hoffentlich) logische Aufteilung eines Romans in mehreren Unterteilen ist. Man kann ein Buch also in mehrere Sinneinheiten aufteilen (eben die Kapitel), sodass sich die Leserinnen an ihnen orientieren können.

Manchmal bezeichne ich die Kapitel als ganz kleine Romane innerhalb eines Romans. Oder auch als Kurzgeschichten, auch wenn das so nicht stimmt. Denn ein Roman sollte die Einteilung „Einleitung, Hauptteil und Schluss haben“. Das gilt aber nicht für das Kapitel.

Von der Wortanzahl her hast Du unzählige Möglichkeiten, wie viele Du in einem Kapitel verwenden kannst. Daher kommt es eher auf den Inhalt an, als auf die Wortzahl.

Brauche ich überhaupt Kapitel?

Um es mal klar zu sagen: Nein!

Theoretisch könnte Dein ganzer Roman ein einziges Kapitel sein. Mit anderen Worten, Du machst keine Aufteilung. Und ich hatte in der Tat ein Buch in der Hand gehabt, welche keine Kapitel hatte. Aber auch keine Absätze. Was so dermaßen anstrengend zu lesen war, dass ich es aufgab.

Das andere Extrem wäre, wenn Du nach ein paar Sätzen ein neues Kapitel einfügen würdest. Wobei ich behaupte, dass das sicherlich auch anstrengend wäre zu lesen. Bisher ist mir jedoch solch ein Werk noch nie untergekommen. Aber durchaus Romane, bei denen ab und an solch kurze Kapitel aufgetaucht sind.

Es gibt aber ein ungeschriebenes Gesetz, dass die meisten Romane in Kapitel aufgeteilt sind. Und zwar nach einer gewissen Anzahl von Seiten wird der Schnitt gemacht, damit das nächste Kapitel kommen kann.

Möglich ist es auch, dass man in einem Roman mir gar keinen Kapiteln arbeitet und im nächsten mit ganz vielen. Hier kommt es auch darauf an, was Du erzählen möchtest und vor allem auch, wie Du es tun willst. Das ist völlig Dir überlassen.

Was ist der Sinn eines Kapitels?

In meinen Augen gibt es nicht den einen Sinn, sondern mehrere.

Sinneinheit

Innerhalb eines Kapitels empfehle ich, dass es ein einheitlicher Sinn zu finden ist. Was ich damit meine? Es sollte in sich ein geschlossenes Thema sein. Wenn Du anfängst, von der Bestimmung der Heldin zu sprechen, dann über die Macht dieser Heldin und womöglich noch über die Pläne des Bösen, das wäre auf Dauer doch zu viel. Aber Du kannst das alles, zum Beispiel, in drei Kapiteln unterbringen.

So überforderst Du weder Dich beim Schreiben noch Deine Leserinnen beim Lesen. Und es macht die ganze Angelegenheit angenehmer.

Kleine Etappen

Wenn Deine Leserinnen ein wenig so sind wie ich, dann werden sie aller Wahrscheinlichkeit von Kapitel zu Kapitel lesen. Das macht mir persönlich mehr Spaß, wenn ich ein Buch beiseitelegen kann, und weiß, dass ich ein kleines Ziel erreicht habe, eben das Ende des Kapitels.

Nicht alle Romane lassen sich innerhalb eines Tages lesen (gerade wenn der Roman um die 1.000 Seiten hat). Aber ein Kapitel ist meistens zu schaffen. Das sorgt bei mir für eine gewisse Beruhigung. Ich hab was gelesen. Und mit dem neuen Kapitel kommt eine neue Etappe.

Unterstützung der Geschichte

Wichtig ist natürlich auch, dass Kapitel die Geschichte unterstützen können. So kann man bei dem Wechsel der Kapitel auch die Perspektive der Charaktere wechseln. So kann man aus der Perspektive der Heldin schreiben, dann des Helden, dann eines anderen Charakters. Je nachdem, was gerade notwendig ist.

Weiterhin kann man von Ort zu Ort springen, wenn dies notwendig ist. Aber auch zwischen verschiedenen Zeitperioden, wenn das ein Teil der Geschichte ist. Natürlich ist das innerhalb eines Kapitels auch möglich. Aber eventuell könnte das hier Deine Leserinnen verwirren, weil sie sich nicht darauf einstellen können. Bei einem Kapitelwechsel sind sie dafür eher empfänglicher. Denn hier kann man eher erwarten, dass man sich ganz woanders befindet. Eben aus der Erfahrung heraus.

Wie lang sollte so ein Kapitel sein?

Das ist der Pudelkern und letztendlich auch der wahre Grund für diesen Beitrag. Aber ich kann Dir jetzt schon mal sagen, dass Du mit der Antwort nicht sonderlich zufrieden sein wirst. Denn es gibt keine Regelung dafür, wie lang oder wie kurz ein Kapitel sein sollte. Genauso wenig, wie Du eine Antwort bekommen kannst, wie lang Dein Roman überhaupt sein soll.

Es gibt einige, die entscheiden, dass ihre Kapitel zwischen 2.000 bis 5.000 Wörter lang sind. Danach versuchen sie, ihr Kapitel zu einem Ende zu bringen und einen Neuen anzufangen. Aber ich lese gerne die Romane von Anne Perry. Und ihre Kapitel sind durchaus bis zu 30 Seiten lang und länger. Und ich behaupte mal, ohne es nachgezählt zu haben, dass das mehr als 5.000 Wörter sind.

Theoretisch könnte Dein Kapitel auch aus einem einzigen Wort bestehen. Nehmen wir an, dass etwas aus der Gefangenschaft befreit wurde (sei es ein Mensch, Monster, was auch immer). Dann könntest Du mit einem Kapitel das Wort „Freiheit“ schreiben. Wenn Du vorher dieses etwas erwähnt und in kursiv über ihn oder sie geschrieben hast, werden sich Deine Leserinnen denken können, was damit gemeint ist.

Es kommt also nicht auf die Wortzahl an, sondern auf den Inhalt. Meine Empfehlung ist ganz klar, konzentriere Dich lieber auf den Inhalt. Wenn Du diesen mit zweihundert Wörtern erzählen kannst, ist das in Ordnung. Benötigst Du dafür 2.000 oder sogar 20.000 Wörter, dann ist das auch in Ordnung.

Natürlich kannst Du mit Unterkapiteln arbeiten. Aber darum geht es nicht. Arbeite so, dass Deine Leserinnen Lust haben, Deinen Roman zu lesen. Alles andere ist Zeitverschwendung, finde ich. Auf den Inhalt kommt es an. Und wenn Deine Leserinnen merken, dass Du Dich damit beschäftigt hast, werden sie kurze oder auch lange Kapitel hinnehmen.

Der Inhalt Deines Kapitels

Wie oben schon erwähnt, hat idealerweise Dein Kapitel einen inhaltlichen Sinn. Das bedeutet, dass Du mit einem Kapitel eine bestimmte Aussage machst und dadurch klar ist, wenn Deine Leserinnen und Leser das Kapitel beendet hat, dass auch die Sinneinheit beendet ist.

Ein Beispiel, damit Du verstehst, was ich meine:

Wenn Du einen Krimi schreibst, könntest Du ein Kapitel dafür benutzen, die Leiche zu finden (oder eine Leiche von mehreren). Dann wäre ein weiterer dafür geeignet, wie die ersten Zeugen und Zeuginnen vernommen werden. Und dann wie der Fall aufgeklärt wird. Und so weiter.

Aber das ist kein Muss.

Wichtig finde ich persönlich, dass Du weißt, was Du in einem Kapitel einfügst. Wenn Du Dir sagst, dass Du diese und jene Informationen einfügen möchtest, dann notiere Dir alles in Deinen Roman.

Wobei ich gelernt habe, dass es immer gut ist, wenn Du mit kleinen Cliffhangern arbeiten kannst. Innerhalb eines Kapitels kannst Du ein Ende des roten Fadens aufklären. Gleichzeitig bindest Du ein neues Teilstück an den roten Faden, sodass Du das Kapitel mit einem kleinen offenen Ende aufhörst. So sorgst Du dafür, dass Deine Leserinnen weiterhin am Ball bleiben und weiterlesen. Das ist es ja letztendlich, was wir Autorinnen wollen.

Wobei ich persönlich es gut finde, wenn ab und an mal ein Kapitel ohne nervige Cliffhanger auskommen. Gelegentlich darf ruhig mal ein Faden beendet werden, solange das große Ganze dabei nicht verloren geht.

Definiere Dein Inhalt

Egal was Du in Deinem Kapitel einfügen möchtest, mache Dir den Inhalt klar. Es kann ja sein, dass Du nur ein paar Sachen schreiben möchtest, aber der Inhalt nicht innerhalb eines Kapitels erledigt ist, ist das völlig in Ordnung.

Damit meine ich Folgendes: Deine Polizistin vernimmt gerade eine Zeugin und Du endest die Vernehmung an einer spannenden Stelle. Die Vernehmung kann aber in einem späteren Kapitel fortgesetzt werden. Ich würde das zwar nicht zu häufig machen, aber das ist eine legitime Möglichkeit. Die Angelegenheit muss nicht zwingend innerhalb eines Kapitels abgeschlossen sein. Stichwort: Cliffhanger.

Definiere Deine Länge

Es kann aber auch sein, dass es Dir mehr Sicherheit gibt, wenn Du eine gewisse Wortlänge schreibst, um Dein Kapitel zu beenden. Hast Du die Wortzahl erreicht, dann musst Du Dir halt überlegen, wie Du die Angelegenheit beendest, egal wo Du gerade bist oder was Du noch schreiben möchtest.

Wenn Du für Dich entschieden hast, dass Deine Kapitel maximal 5.000 Zeichen lang werden, dann musst Du Dich daran halten (es ist ja Deine Entscheidung). Das bedeutet, wenn Du siehst, wie sich die Wortzahl immer mehr und mehr an Deine Wunschwortzahl annähert, liegt es an Dir, das Kapitel auf eine sinnvolle Art und Weise abzuschließen. Eben mit einem Cliffhanger oder mit einem runden Ende. Das liegt an Dir und wo Deine Geschichte gerade ist.

Trotzdem empfehle ich Dir, halt Dich nicht sklavisch daran. Manchmal ist es nun einmal so, dass ein Kapitel mehr oder weniger Worte verlangt, als veranschlagt. Das ist auch kein Beinbruch.

Der Vorteil, der bestimmten Wortzahl

Es kann durchaus Vorteile haben, wenn Du eine bestimmte Anzahl von Worten für Dein Kapitel wählst. Auf diese Art und Weise machst Du Dir Gedanken, wie Du die wichtigen Informationen innerhalb der selbst gesteckten Wortzahl sinnvoll unterbringen kannst.

Denn häufig ist es gut, wenn man sich darauf konzentriert, alles klar und strukturiert darzustellen und sich nicht in ewigen Erzählungen auslässt. Es kann nämlich passieren, dass Du das Bedürfnis hast, noch das zu schreiben und dann kommt noch eine wichtige Information und dann ist Dein Kapitel vollgestopft mit irgendwelchen Sachen, die zwar nett zu lesen sind, aber nichts zur Geschichte zu sagen haben.

Und leider kann ich das aus eigener Erfahrung schreiben.

Wie viele Kapitel braucht so ein Roman eigentlich?

Auch dazu gibt es keine einheitliche Regelung. Anne Perry schreibt zum Beispiel Romane mit ca. 500 Seiten. Trotzdem hat sie häufig in ihren Büchern um die 12 Kapitel (mal etwas mehr, mal weniger).

Andere Bücher haben bei 500 Seiten die doppelte oder dreifache Anzahl an Kapiteln. Es kommt halt darauf an, was Du sagen möchtest. Und beide Methoden funktionieren gut (also wenige Kapitel oder viele).

Aber ich kann Dir eines sagen, egal, für welche Länge oder für welche Anzahl von Kapitel Du Dich entscheidest. Es wird immer Menschen geben, die sich trotzdem beschweren. Mal sind die Kapitel zu kurz und mal zu lang. Also in dem Sinne entscheide Dich für Deine eigene Länge. Du wirst sowieso Kritik erhalten (ich weiß, das klingt sehr ermutigend).

Kapitelüberschriften

Wenn Du einen Roman aufschlägst, dann wirst Du aller Wahrscheinlichkeit dort eine Kapiteleinteilung finden. Natürlich gibt es Ausnahmen. Doch bei den populären Büchern ist mir das noch nicht untergekommen, dass es fehlt. Gehen wir kurz durch, was Du theoretisch nehmen könntest.

Gar keine Einteilung

Das bedeutet, dass jedes neue Kapitel mit einer Einrückung des Textes anfängt. Oder das die erste Zeile nicht ganz oben ist, sondern das erste Drittel der Seite frei bleibt und dann erst die erste Zeile kommt. Habe ich bisher ein oder zwei Mal gesehen. Ist meiner Meinung nach selten. Aber es funktioniert.

Kapitel 1, Erster Kapitel, 1. Kapitel oder auch 1 und I

Meinen Erfahrungen nach ist die Einteilung der Kapitel anhand ihrer Anzahl vorzunehmen, die wohl am weit verbreitetste. Es dürfte wahrscheinlich sein, wenn Du ein X-beliebiges Buch aufschlägst und dort schaust, wie die Einteilung ist, eine der obigen Varianten findest.

Und warum auch nicht? Sie funktioniert.

Wenn Dir also nichts Extravagantes einfällt oder etwas Entsprechendes einfach nicht zum Stil Deines Romans passt, dann verwende eine dieser Möglichkeiten.

Ort, Datum oder auch die Perspektive

Es gibt auch Möglichkeiten, dass Du den Ort erwähnst, wo sich Deine Figuren gerade aufhalten, das Datum oder auch, dass Du immer schreibst, aus welcher Perspektive wir die Geschichte gerade erleben.

Das hat Vor- und natürlich auch Nachteile. Die Orte solltest Du nur dann verwenden, wenn sich der Ort ändert. Sagen wir mal, Deine Figuren bleiben die ganze Zeit in Dublin, Irland. Und ein Ortswechsel findet zu keinem Zeitpunkt statt. Warum dann bei jedem Kapitel erwähnen? Da reicht es aus, wenn Du es bei Kapitel 1 machst, damit die Leute sofort wissen, wo sie sich befinden und dann lasse es am besten. Wenn sie aber doch mal den Ort wechseln, dann kannst Du das dann gerne erwähnen.

Das gilt auch für die Zeitangaben. Gerade wenn Du einen historischen Roman schreibst, kann es gut sein, dass Du zumindest das Jahr erwähnst. Ansonsten dann nur noch, wenn das Datum sich ändert oder auch große Zeitsprünge stattgefunden haben. Ansonsten können sich Deine Leserinnen und Leser denken, dass es zeitnah alles spielt oder es immer noch der gleiche Tag ist.

Wenn Du die Namen der Personen am Anfang schreiben willst, aus deren Perspektive Du gerade schreibst, müssen natürlich mindestens zwei Perspektiven dran kommen. Ansonsten lohnt es sich nicht. Du kannst jedes Kapitel mit den Namen der Person einleiten, aus deren Sicht wir die Geschichte erleben. Dann musst Du auch nicht am Anfang irgendwie deutlich machen, bei welcher Figur wir gerade sind. Das hat also durchaus gewisse Vorteile.

Gedichte, Zitate, Prophezeiungen, kleine Einleitungssätze

Auch das ist möglich. Ich habe schon Romane gelesen, bei dem jedes Kapitel mit einem Zitat, das zum Thema passte, anfing.

Wichtiger Hinweis: Immer auf das Urheberrecht achten!

WICHTIG!!!

Du kannst Dir aber auch Prophezeiungen, die in Deiner Welt eine Bedeutung haben, schreiben und dann als Anfang nehmen. Oder wie bei Jules Vernes „Reise um die Welt in achtzig Tagen“ das Kapitel in einem Satz zusammenfassen.

Kleiner Tipp: Verrate nicht zu viel, sonst macht das Lesen keinen Spaß mehr.

HINWEIS!!!

Weitere Möglichkeiten

Sicherlich fallen Dir spontan noch weitere Möglichkeiten ein, wie Du Deine Kapitel einleiten kannst. Probiere sie aus, lasse Testleserinnen darüber schauen, was sie davon halten. Und dann wirst Du schon sehen, ob es gut ist. Und wichtig ist natürlich, es darf gerne zum Roman passen und sollte am Ende Dir gefallen.

Weitere Ideen

Du kannst auch eine kleine Pause einlegen, indem Du die Hauptfigur zu Deinen Leserinnen und Leser sprechen lässt (zum Beispiel Marion Zimmer-Bradley „Die Nebel von Avalon“). Oder, indem Du eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählst. Oder ein Brief einfügst. Oder, eine Prophezeiung, eine Legende oder was auch immer zu Deiner Geschichte passt.

In diesem Fall darfst Du Deiner Kreativität gerne freien Lauf lassen. Doch sorge dafür, dass Deine Geschichte am Ende geschrieben wird. Ansonsten kannst Du Dir Deine tolle Kapitelübersicht und Deine herzzerreißende Prophezeiung leider nur an der Wand hängen, aber leitet nichts an Deine Leserinnen und Leser weiter.

Abschlussgedanken

Es kommt immer darauf an, dass Du Dich wohlfühlst mit dem Ergebnis, niemand sonst. Wenn das passt, dann ist alles andere in Ordnung. Mach Dir also keine Gedanken, wie lang oder wie kurz ein Kapitel sein sollte. Schreib ihn einfach und sieh zu, was am Ende daraus wird.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Podcast] Ela Bellcut – Aderunita: Das Seelenband

[Podcast] Ela Bellcut – Aderunita: Das Seelenband

Taschenbuch: 356 Seiten
Verlag: TWENTYSIX; Auflage: 1 (22. Mai 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3740762098
ISBN-13: 978-3740762094
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre

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Die Krux mit den Nebencharakteren

vor einiger Zeit hatte ich eine Fragerunde rund um das Thema Nebencharaktere gestellt. Dabei kristallisierte sich damals heraus, dass ich scheinbar eine andere Definition von Nebencharakter habe, als viele andere. Daher hatte ich dazu einen Beitrag geschrieben, über Nebencharaktere und deren (möglichen Rolle) in einem Roman.

Diesen habe ich nun wieder hervorgeholt, überarbeitet und präsentiere ihn Dir hier im neuen Licht.

Eines möchte ich jedoch vorneweg stellen. Sicherlich gibt es offizielle Definitionen, was ein Nebencharakter ist und was nicht. Doch trotzdem kam es zu kleinen Diskussionen auf der Seite. Daher möchte ich Dir im Folgenden meine Interpretation, zu diesem Thema, vorstellen. Sie hat natürlich keinen Anspruch auf eine allgemeingültige Wahrheit (wer hat das schon im Bereich Kreativität). Das möchte ich vorab zu Deiner Info hier mal einfach so stehen lassen.

Nebencharakter vs. Nebencharakter

Ich bin der Meinung, im Deutschen ist es doch sehr verwirrend das Wort Nebencharakter zu verwenden. Denn es klingt schlichtweg abwertend. Ein Nebencharakter ist, zumindest kommt es bei mir so an, eine Figur, die eben nebenher läuft. Sie kann durchaus eine wichtige Rolle spielen, aber wenn sie verschwindet, ist das auch kein großer Verlust.

Dabei stimmt das nicht. Es gibt Figuren in einer Geschichte, die in der Tat keine große Rolle spielen. Sie kommen und gehen. Und hat noch nicht einmal eine richtige Charakterisierung. Und es gibt Figuren die sogar eine Entwicklung durch machen. Trotzdem sind sie nicht die Hauptfiguren, sondern Nebenfiguren.

Obwohl ich kein Fan von unnötigen Anglizismen bin (oder anders ausgedrückt, ich mag kein denglisch), finde ich die Bezeichnung Supporting Character hier durchaus passend. Das englische Wort „support“ steht ja für „Unterstützung“. Also übersetzte ich die Bezeichnung gerne mit „Unterstützender Charakter“ und nicht, wie es normalerweise geschieht, Nebencharakter.

Für mich gibt es also sowohl den „Unterstützenden Charakter“ und den Nebencharakter.

Meine Definition für den unterstützenden Charakter (samt eines Beispiels – mir gefällt er)

Ich sehe einen Supporting Charakter als eine Figur an, der eine größere Rolle spielt. Sie oder er hat natürlich nicht die Hauptrolle inne, aber steht durchaus im Fokus der Geschichte. Diese Figur kann auch eine Entwicklung durchmachen. Eine kleine, aber sie/er macht eine Entwicklung durch.

Stell Dir bitte folgende Situation vor: Deine Hauptfigur reist durch Deine Welt und erlebt ein Abenteuer nach dem anderen. Natürlich wächst diese Figur am meisten. Doch an der Seite ist ein Supporting Charakter. (Da mein Beispiel männlich ist, bleibe ich hier auch mal bei der männlichen Bezeichnung.)

Der Freund kämpft mit der Hauptfigur, verliebt sich und muss dem Tod ins Auge sehen. Aber die Welt rettet nicht er, sondern eben die Hauptfigur. Aber was wäre gewesen, wenn es den Supporting Charakter nicht gäbe? Nicht die Hauptfigur unterstützen würde? Dann könnte es sein, dass die Hauptfigur am Ende aufgäbe und die Geschichte damit ein jähes Ende nähme.

Mein Beispiel ist Kirk Lazarus aus dem Film „Tropic Thunder„. Robert Downey Jr. spielt in dem Film einen australischen Schauspieler, der für die Rolle eines Afroamerikaners ausgewählt wurde (obwohl er selbst ein weißer Australier ist, es handelt sich hierbei um eine Kritik an das System Hollywood). Für diese Rolle wurde RDJr 2009 sogar für den Oscar nominiert. Aber eben als Nebendarsteller, obwohl sein Name sogar auf dem Filmplakat erschienen ist. Wie passt das alles zusammen?

Wenn Du Dir den Film ansiehst (und das empfehle ich Dir durchaus), siehst Du, dass Tugg Speedman die Hauptrolle spielt. Er ist es letztendlich, der an einen schwachem Ego leidet. Er ist es, der über sich hinaus wachsen muss und er ist es, der den Tag rettet. Wir verfolgen nicht Kirk Lazarus durch die Geschichte, sondern Tugg Speedman. Es ist seine Geschichte (und ja, auch die von Ben Stiller, immerhin hat er unter anderem das Drehbuch geschrieben).

Doch auch bei Kirk Lazarus sehen wir eine Entwicklung. Die ganze Zeit kommt er sehr selbstsicher daher. Der mehrfache Oscargewinner (nicht RDJr, sondern wirklich Kirk Lazarus), der geniale Schauspieler und der Faker. Ich will hier nicht zu viel verraten, denn ich kann den Film nur empfehlen. Deine Lachmuskeln werden Dich dafür hassen.

Schau Dir mal den Trailer auf den bekannten Videoplattformen an. Dann stellst Du fest, dass Tugg Speedman und Kirk Lazarus (und die Figur von Jack Black, nein, ich bin keine Freundin seiner schauspielerischen Leistungen) auftauchen. Da könnte man schon fast darauf kommen, dass sie sogar Hauptcharaktere sind. Aber die Oscarnominierung spricht dem entgegen. Denn die beiden (also Downey und Black) retten eben nicht den Tag. Und das ist dieser kleine, aber doch sehr feine Unterschied.

Wechseln wir mal kurz zu dem Nebencharakter

In Tropic Thunder kommen natürlich einige richtige Nebencharaktere vor. Dazu gehört unter anderem die Figur Alpa Chino (ja, der wird wirklich so geschrieben). Er spielt ebenfalls einen der Soldaten und ist nebenbei auch ein Rapper (mit allen Klischees, die man sich nur vorstellen kann).

Doch während der ganzen Geschichte bleibt er mehr oder weniger statisch. Im Gegensatz zu den meisten anderen Nebenfiguren (von denen ja einige vorkommen), hat er fast ganz am Ende (also im Schlusskampf – hier sogar mal wörtlich zu nehmen) eine nennenswerte Entwicklung. Aber ansonsten bleibt er statisch. Er ist eben Alpa Chino und niemand rüttelt an seinem Status als Nebencharakter.

Da ich nicht weiß, ob Du Dir den Film ansehen willst, verrate ich nicht, was die Entwicklung ist.

Supporting Charakter vs. Nebencharakter (bzw. Kirk Lazarus vs. Alpa Chino)

Wenn wir uns die beiden Charakter anschauen, dann fällt uns eines auf: Kirk Lazarus hat schon einmal mehr Screentime. Er taucht also um einiges länger vor der Kamera auf, als Alpa Chino. Und ich denke schon, dass man das sogar als ein Zeichen für einen Supporting Charakter sehen kann. Je länger eine Figur auftaucht (dabei ist es egal ob Serie, Film oder Roman), desto wichtiger wird sie.

Weiterhin macht Kirk eine größere innere Entwicklung durch. Alpa Chino ändert quasi nur seine Sicht auf sich. Doch Kirk ändert fast sein Wesen, seine innere Haltung. Und das ist bezeichnend für die Rollen.

Ich sehe Nebenfiguren sowieso als sehr statisch auf. Sie sind die Taxifahrer/Taxifahrerinnen, Pizzaleute und Postbotinnen/Postboten der Geschichte. Sicherlich siehst Du das öfters in Serien, wo eine Figur den sprechenden Charakteren etwas reinreicht, sie nicken sich zu und dann gehen beide ihren Weg. Alpa Chino ist ein solcher Aktenreinreicher auf einem Polizeirevier. Oder die brüllende Frau, die eine Leiche entdeckt (Klischee lässt grüßen).

Falls es jetzt etwas zu unübersichtlich geworden ist, hier eine kurze Liste, wie ich die Figuren sehe:

Nebencharakter

  • tritt im Verhältnis wenig auf (wenig Screentime bzw. Seiten)
  • hat eine schwache Charakterentwicklung (wenn überhaupt)
  • häufig erfüllt sie/er Klischees
  • ist in erster Linie da, um die Hauptfiguren und durchaus auch die Supporting Charakters zu unterstützen
    dazu zählen: Die Charakterisierung darzustellen, ihnen wichtige Hinweise zu geben oder ein Spiegel deren Entwicklung zu sein
  • sie können durchaus die Charaktere sein, welche am Anfang einen Hinweis auf die Geschichte finden (in Krimis zum Beispiel die Leiche), die Akten in Revieren herumreichen oder auch wichtige Hinweise bei Befragungen geben
  • natürlich können sie auch die Täterin oder der Täter sein (in Krimis oder Thrillers, sofern sie “nur” entdectkt, aber ansonsten keine Rolle spielen)
  • sie dürfen während einer Geschichte definitiv sterben (zwischenzeitlich gilt dies ja auch für Hauptcharaktere)

Supporting Charakter

  • sie tauchen verstärkt neben der Hauptfigur auf
  • sie können die beste Freundin oder der beste Freund der Hauptfigur sein und helfen dabei, diese zu charakterisieren (so dass wir uns ein Bild von der Figur machen)
  • der Supporting Charakter macht auch eine emotionale und charakterlische Entwicklung selbst durch und zeigt nicht nur, wie sich die Hauptfigur ändert
  • sie oder er unterstützt die Hauptfigur dabei den Tag zu retten, tun dies aber nie selbst (das ist schlicht nicht ihre Aufgabe in der Geschichte)
  • diese Figuren gehen mit der Hauptfigur bis zu den Toren der Hölle (um es mal dramatisch darzustellen), gehen aber nicht selbst hindurch (erinnerst Du Dich vielleicht an den Endkampf in „Harry Potter und der Stein der Weisen“? – Hermine und Ron begleiten Harry bis fast zum Schluss, den Endkampf muss Harry alleine bestreiten)
  • Supporting Charakters können ebenfalls sterben, bei ihnen blutet uns aber eher das Herz als bei Nebencharakteren.

Zusammenfassung

Ich sage natürlich nicht, dass meine Definition korrekt ist. Vielleicht schlägt jetzt die eine Autorin oder der Autor die Hände über den Kopf zusammen und denkt sich ihre/seinen Teil. Jedoch habe ich begonnen, für mich diese Unterscheidung zu machen.

Das ist auch wichtig, wegen der entsprechenden Arbeitsverteilung. Nebencharaktere benötigen vielleicht nur ein paar Stunden Arbeit, bis Du mit ihnen fertig bist. Supporting Charaktere hingegen können fast so viel Zeit verschlingen, wie eine Hauptfigur. Denn sie haben durchaus eine ähnliche Wichtigkeitsgewichtung.

Beim Entdecken Deiner Nebencharaktere und Supporting Characters wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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