Widmung und Danksagung

Hei, hallo und herzlich willkommen,

eines der eher wenig beachteten Dingen bei der Erstellung eines Buches scheint die Widmung und die Danksagung zu sein. Zumal viele, sehr viele diese noch nicht einmal lesen. Die Widmung vielleicht, doch viele überblättern die Danksagung.

Schauen wir uns diese Punkte genauer an.

Kurze Vorgedanken

Tatsächlich gehöre ich zu den Lesenden, die so gut wie jede Danksagung durchliest. Aber erklären, warum ich das tue, kann ich tatsächlich nicht. Zumal bei Sachbüchern eher eine regelrechte Namenswüste auftaucht, die für mich manchmal zu schwierig ist, zu lesen. Es sind häufig zu viele Namen. Und es ist eben nur eine Auflistung. Namen also, mit denen ich überhaupt nichts anfangen kann.

Die Widmung hingegen lese ich immer und in aller Ruhe. Das liegt einmal an der Länge. Aber auch daran, dass zu der Namensgebung auch häufig steht, wer diese Person ist.

Nun denn, schauen wir uns beide an und wie man sie schreiben kann.

Die Widmung

Die Widmung selbst ist kurz, bündig und häufig – aber nicht immer – am Anfang des Buches zu finden.

Warum eine Widmung?

Eine Widmung ist erst einmal keine Pflicht. Es gibt so viele Bücher allein in meinem Regal, die keine Widmungen haben, dass Du Dir keine Sorgen machen musst. Du kannst Deinem Buch jemanden widmen, musst es aber nicht.

Jedoch ist es häufig eine nette Geste. Es kann ja sein, dass es einen Menschen gibt, die Dich sehr inspiriert hat. Egal wie diese Inspiration ausgesehen haben mag. Daher sagst Du eben nicht nur Danke, sondern widmest dieser Person das Buch.

Wie ich erfahren habe, bekamen früher Autor*innen kein Honorar für ihre Werke. Sie wurden von Mäzen*innen unterstützt. Und als Gegenleistung, für diese edle Tat, wurden sie ausführlich in der Widmung dafür gelobt.

Heutzutage kannst Du eben die inspirierende Person erwähnen. Oder alternativ Personen, die Du liebst, schätzt oder denen Du auf diese Weise ein kleines Geschenk machen möchtest.

Wer wird erwähnt?

Es kann eine einzelne Person sein. Aber es können auch mehrere sein. Das liegt völlig an Dir. Und eine Mindest- oder Maximalzahl möchte ich an dieser Stelle Dir nicht vorschlagen.

Diese Person muss Dir noch nicht einmal bei Deinem Roman irgendwie geholfen haben. Sagen wir, Deine Urgroßmutter hat Dich inspiriert Deinen Weg als Schriftsteller*in zu gehen. Aber sie hat die Veröffentlichung Deines Werkes leider nicht mehr miterlebt. So hat sie Dir zwar nicht beim Roman geholfen. Aber Du kannst ihr trotzdem eine Widmung schreiben, als Beispiel.

Wer letztendlich hier aufgeführt wird, liegt vollständig an Dir selbst.

Wie sieht eine Widmung aus?

Meine Empfehlung am Anfang, schau Dir verschiedene Widmungen aus der Literatur an. Wie machen es die anderen? Was gefällt Dir an diesen Widmungen und was nicht. Dadurch bekommst Du schon einmal ein Gefühl, wie Du Deine schreiben könntest.

Ansonsten kannst Du von ganz banal, bis zu episch alles schreiben, was Dir zusagt. Zum Beispiel “Ich widme dieses Buch Person XY”. Oder auf elbisch (was ich hier nicht schreiben werde, da ich kein elbisch beherrsche).

Bei einer Widmung kannst Du gerne Dein Herz sprechen lassen. Denn darum geht es in meinen Augen. Jemanden auf diese Weise ganz besonders Danke zu sagen.

Die Danksagung

Die Danksagung kann definitiv länger sein, als eine Widmung. Aber rechne damit, dass sie so gut wie niemand liest. Und auch hier gilt, Du kannst eine Schreiben, musst aber nicht.

Der Inhalt

Im Grunde genommen kannst Du hier allen Personen ein öffentliches Danke zukommen lassen, die Dir direkt oder indirekt geholfen haben. Das können Deine Eltern seien, weil sie Dich inspiriert haben. Oder Deine Katze, weil sie öfters über die Tastatur gelaufen ist. Dein Schatz, für den gekochten Kaffee und so weiter.

Es können hier Personen genannt werden, welche Dir direkt oder indirekt geholfen haben. Welche an Dich geglaubt und unterstützt haben. Aber auch, welche Dich scheitern sehen wollten. Manchmal sind diese Leute auch eine Motivation, im Sinne von, Du wolltest, dass ich scheitere, jetzt erst recht. Und die öffentliche Erwähnung kann manchmal eine Genugtuung sein.

Die Personen

Wie Du Dir denken kannst, hier können alle Personen rein, die Du erwähnen möchtest. Meine Empfehlung, fang mit dem Schreiben an Deinem Buch sofort an, eine Liste zu führen. Wer hat Dir bei was geholfen? Notiere Dir den Namen und was die besagte Person getan hat.

Am Ende musst Du nicht alle Personen aufführen. Aber Du hast wenigstens eine Liste, um nicht versehentlich jemanden zu vergessen. Das wäre ärgerlich, wenn das passiert und Dein Buch ist bereits erschienen.

Übrigens, auch Deine liebsten Tiere gehören dazu. Aber auch verstorbene Personen. Oder auch Menschen, die Du selbst (noch) nicht getroffen hast, aber sie Dich inspiriert haben. Zum Beispiel andere berühmte Autor*innen, die Dich ermutigt haben.

Vorher fragen

Bisher habe ich noch nie davon gehört, dass ein*e Autor*in verklagt wurde, weil xier jemanden in der Danksagung erwähnte. Aber nur, weil es bisher nicht passiert ist, könnte es nicht in der Zukunft theoretisch passieren. Daher würde ich vorher fragen, ob es in Ordnung ist, wenn Du den Namen der Person öffentlich erwähnst. Oder, ob Du ein Pseudonym wählen sollst.

Jemand nicht erwähnen?

Wenn jemand nicht erwähnt werden möchte, respektiere diesen Wunsch. Damit bleibt die Freund*inschaft definitiv länger erhalten. Du kannst dann solche Personen unter einem Satz wie “An alle, die ich hier vergessen habe, ihr wisst schon, wer gemeint ist” zusammenfassen (oder etwas in der Richtung).

Vor etlichen Jahren hatte ich mal ein Buch in der Hand, in dem die Autorin einer Frau eigentlich nicht danken wollte, weil sie für ihre Arbeit bezahlt wurde. Damals hatte die Autorin per Hand alles geschrieben und die Frau tippte alles ab. Und da sie nichts Besonderes geleistet habe und zudem für die Arbeit entsprechend entlohnt wurde, hätte sich das alles erledigt.

Jetzt könnte man sagen, dass Dein Lektorat und Korrektorat auch nur ihre Arbeit leisten. Aber diese werden sehr häufig in der Danksagung besonders erwähnt.

Ganz ehrlich? Vermutlich würde ich Personen, die nur ihre Arbeit nach der Regel macht, auch nicht überschwänglich danken. Erwähnen ja, aber keinen überschwänglichen Dank. Hat die besagte Person aber alles getan, damit aus dem Roman das Beste werden kann, wozu wir beide in der Lage sind, dann ja, dann hat die Person einen fetten Dank verdient.

Wie Du das hanhaben möchtest, das überlasse ich natürlich Dir.

Wie eine Danksagung schreiben?

Der Klassiker ist und bleibt, die Namen zu erwähnen und kurz zu erklären, warum man dieser Person dankbar ist. So liest man so gut wie alle Danksagungen.

Jetzt könnte ich Dir verschiedene Alternativen aufführen. Doch das hat Alice Högner vom Author Wing bereits getan. Daher verlinke ich ihren Beitrag an dieser Stelle: Klick.

Niemand verbietet Dir, Deine Danksagung genauso kreativ zu gestalten, wie Deinen Roman. Im Gegenteil, vielleicht ist das dann so spannend, dass alle diesen lesen werden. Und vor allem, dass man diesen positiv erwähnt.

Was noch reinkann

Während Selfpublishing-Autor*innen freie Hand haben, ob sie nicht noch Bücherempfehlungen reinpacken, sieht es bei Verlagsautor*innen anders aus.

Nehmen wir an, Du findest einige Bücher total toll. Und Du bist der Meinung, wer Deine Bücher gelesen hat, sollte unbedingt auch diese lesen. Mit Deinem Selfpublishing-Buch kannst Du diese einfach aufführen. Da musst Du Dir keine Gedanken machen, ob Du jemanden auf die Füße trittst.

Bei Deinem Verlagsbuch hat eben der Verlag ein ordentliches Wort mitzusprechen. Erst recht, wenn die Bücher, die Du gerne empfehlen würdest, in einem anderen Verlag erschienen sind. Nicht alle würden erlauben, dass Du für diesen Verlag Werbung machst.

Daher könntest Du diese Bücher in der Danksagung einfügen. Inwiefern hier der Verlag Dir reinreden wird, es zu löschen, musst Du sehen. Aber theoretisch ist es möglich, hier auch auf andere, tolle Werke aufmerksam zu machen.

Vielleicht magst Du darüber nachdenken.

Abschlussgedanken

Wie so oft, bei der Widmung und der Danksagung ist es wichtig, dass Du Dich am Ende damit wohlfühlst. Ob du überhaupt eine Widmung/Danksagung schreibst, ist eine Sache. Wie diese aussieht, dann eine andere.

Mach es Dir zur Aufgabe, jedes Mal, wenn Du einen Roman oder Sachbuch liest, definitiv auch die Widmungen/Danksagungen zu lesen. Und dann überlegst Du Dir, wie Du Deine schreiben möchtest. So lernst Du am besten.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und viele kreative Eingebungen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

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