Hei, hallo und herzlich willkommen,

kennst Du das? Du erstellst einen Plan für Deinen Roman und denkst, der ist gut, also ist alles erledigt. Und dann schaust Du Dir Deine Unterlagen noch einmal an und denkst, ne, war doch nicht das gelbe vom Ei.

Das ist mir häufig mit meinen Charakteren passiert. Anfänglich dachte ich, dass alle ihre Rollen hatten und ihren Part kennen. Doch dann fange ich an zu schreiben und denke mir, nein, so nicht. Aus einer Hauptrolle kann dann ein Nebencharakter werden und aus dem Nebencharakter wird ein*e Antagonist*in und so weiter.

Kurze Vorgedanken

Wenn ich ein Projekt im Kopf habe, sind häufig die Charaktere sehr präsent. Sie zeigen sich mit und ich fühle förmlich, wer von ihnen, welche Rolle innehat. Und selten ist es, dass sich da etwas ändert.

Sobald ich aber anfange zu schreiben, kann es bei dem einen oder anderen Charakter tatsächlich passieren, dass sich die Rolle ändert. Oder es kommen neue Charaktere hinzu. Gelegentlich fallen auch welche über Bord.

Daher hab ich mir vor längerer Zeit überlegt, wie ich gegen diese Sache quasi vorgehen kann.

Muss man überhaupt dagegen vorgehen?

Klar muss man das nicht. Wenn sich die Figuren im Laufe der Geschichte anders entwickeln, dann kannst Du gerne dem ganzen seinen Lauf lassen. Andererseits kann das durchaus auch anstrengend sein. Wenn auf einmal ein Charakter auftaucht, dann sollte das nicht aus dem Nichts geschehen.

Die Figur sollte eine wichtige Rolle spielen. Oder eine Vorgeschichte haben. Und wenn sie eine entscheidende Rolle spielt, dann auch vorher durchaus auftauchen. Mit anderen Worten, den Teil, den Du zuvor geschrieben hast, müsstest Du dann umschreiben.

Gelegentlich kann das sehr anstrengend sein. Denn wo ein neuer Charakter auftaucht, kann sich durchaus die komplette Geschichte ändern. Kann, nicht muss wohlgemerkt.

Fragenkatalog

Folgenden Fragenkatalog kannst Du Dir stellen, während Du die Charaktere im Brainstorming kennenlernst. Häufig entstehen aus diesen Fragen weitere. Folge ihnen gerne. Aber Vorsicht, verlauf Dich dabei nicht. Denn hier geht es erst einmal darum, dass Du ihre Rollen bestimmst. Das näher kennenlernen kannst Du dann auch später noch machen.

  • Welche Rolle spielt Deine Figur in Deiner Geschichte?
  • Ist sie/er die/der Held*in?
  • Oder eher die/der Antagonist*in?
  • Ist sie/er ein Badass (also eine … sagen wir mal … unhöfliche Person, na gut, ein Arschloch)?
  • Werden die Leser*innen Deine Figur mögen? Wenn ja, wieso? Und wie willst Du das erreichen?
  • Oder ist Deine Figur so unsympathisch, dass sie/ihn niemand leiden kann? Wieso?
  • Wie willst Du zeigen, warum Deine Figur sympathisch oder unsympathisch ist?
  • Ist die Figur eher Hauptperson, Nebenperson oder gar ein Sidekick?

Solltest Du Dir während des Schreibens auf einmal unsicher werden, ob die Rolle für Deine Figur richtig ist, kannst Du immer wieder zu solch einem Fragebogen zurückkehren. Und selbst wenn Du das Gefühl hast, dass Du eine Idee gegen die Wand gefahren hast, Du kannst immer noch Deinen Roman überarbeiten. Das ist nie das Problem.

Doch je mehr Du Deine Charaktere kennst, desto mehr wirst Du von Deinem Plot kennen. Denn häufig schreiben sich gewisse Dinge wie von selbst, wenn Du die Charaktere kennst.

Der Vorteil

Je genauer Du die Rollen für Deine Charaktere definierst, desto eher kannst Du Dich darauf konzentrieren, Deiner Figur eine besondere Art von Leben einzuhauchen.

Nehmen wir mal an, Du möchtest über einen Antihelden wie Dr. House schreiben. Es ist eine gute Idee, wenn Du während Deiner Arbeit an Deiner Figur dies im Hinterkopf schon vorhast. Denn wenn Du weißt, dass Du ein Dr. House Charakter haben möchtest, ist es leichter, die richtigen Fragen zu stellen, um die Figur in die richtige Richtung, ja sagen wir es mal so, zu schubsen.

Daher setz Dich einen ruhigen Nachmittag hin, schnapp Dir ein Blatt Papier und leg einfach mal drauf los. Schreib alles auf, was Du zu Deinem Charakter mitteilen willst und wie sie/er am Ende aussehen soll. Also ob Held*in oder Antiheld*in.

Wenn Du schon weißt, in welche Richtung Deine Figur gehen soll, kannst Du Dir auch überlegen, wie Du diese Richtung darstellen willst. Hier darf es ruhig konkreter werden, in dem Du Dir erste Gedanken zu Szenen machst oder auch Metaphern, die Du verwenden willst. Im Grunde genommen darfst Du Dich an dieser Stelle einfach mal noch so richtig austoben, bevor Du dann mit den Charakteren arbeitest.

Abschlussgedanken

In meinen Augen beginnt jeder Charakter mit einer Idee. Daher finde ich es eine gute Idee, diese Idee auch schriftlich festzuhalten. Was am Ende dabei herauskommt ist jedoch eine andere Sache. Häufig erfahren meine Charaktere eine Evolution ungeahnten Ausmaßes. Und manchmal sind sie von Anfang an perfekt.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß (bei mir ist hier Spaß garantiert).

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Charakter – Bestimmungsfragen für Deine Figur
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