Hei, hallo und herzlich willkommen,

seit ich im Internet aktiv bin, dürfte wohl kein Thema so kontrovers diskutiert worden sein, wie das eigene Impressum. Schauen wir uns das Thema genauer an.

Kurze Vorgedanken

Als ich anfing, im Internet meine Spuren zu hinterlassen, fing es mit der Diskussion an, brauche ich ein Impressum. Und was soll ich sagen, diese Diskussionen gibt es heute noch.

Meistens geht es bei der Diskussion darum, brauche ich ein Impressum? Und ab wann ist es notwendig?

Schauen wir uns das Thema aus der Sicht einer Person an, die nicht zu einem rechtsberatendenden Beruf gehört (also mir). Damit will ich sagen, dass ich keine Anwältin bin oder sonst wie befugt bin, eine rechtliche Beratung zu geben. Frage IMMER eine Anwältin oder einen Anwalt, wenn Du etwas zum Thema wissen möchtest. Hier biete ich Dir nur Grundlagenwissen an. Nicht mehr.

Was ist ein Impressum?

Kurz geschrieben, ein Impressum ist eine Adresse. Und zwar eine ladungsfähige Adresse, an die zum Beispiel eine gerichtliche Vorladung hingesandt werden kann. Aber auch die Information, wer sich hinter einer Seite befindet.

Die Verpflichtung ein Impressum zu veröffentlichen ergibt sich aus § 5 TMG sowie § 55 RStV.

Der Verstoß gegen die Pflicht

Wenn Du kein oder ein unvollständiges Impressum veröffentlichst, bist Du zumindest theoretisch abmahnungsfähig. Theoretisch deswegen, weil Du erst einmal gefunden werden musst. Und dann kommt es auch darauf an, wie das Gericht die Sache handhabt.

So hab ich gelesen, dass es Gerichte gab, die sehr hart mit Personen umgegangen sind, die kein Impressum hatten. Andere hingegen waren milder gestimmt. Meine Empfehlung ist ganz klar, rechne immer damit, dass Du es mit strengen Richter*innen zu tun hast.

Das bedeutet eine Klage, ein Urteil und eine Strafe. Und ob sich das lohnt, musst Du mit Deinen Anwält*innen besprechen.

Wer braucht überhaupt ein Impressum?

Das ist eine Frage, über die schon seit Jahren gestritten wird. In meiner Internetanfangszeit hieß es immer, rein private Seiten brauchen kein Impressum. Doch was ist das genau?

Wenn Deine Seite nicht öffentlich zugänglich ist, weil diese zum Beispiel mit einem Passwort geschützt ist, benötigst Du kein Impressum. Doch sobald diese öffentlich zugänglich ist, kann das schon wieder heikel werden.

Auf alle Fälle benötigst Du eines, wenn Du mit Deiner Seite in irgendeiner Art und Weise Geld verdienen möchtest. Da musst Du sogar noch mehr Daten angeben, als wenn Du einfach nur Beiträge online stellst (wie zum Beispiel eine Rufnummer).

Doch heißt es auch schon seit Jahren, sobald Du redaktionelle Texte veröffentlichst, brauchst Du ebenfalls ein Impressum. Was darunter fällt, darüber scheiden sich die Geister und die Gerichte.

Daher empfehlen viele als Vorsichtsmaßnahme, dass Du prinzipiell ein Impressum auf Deiner Seite hast. Sobald Du Dir unsicher ob Du eines brauchst oder nicht, veröffentliche eines.

Aus welchen Teilen besteht ein Impressum?

Es kommt natürlich immer darauf an, was für eine Seite Du betreibst. Ist eine private Seite (ich gehe davon aus, dass Du ein Impressum prinzipiell veröffentlichst), dann soll es wohl ausreichen, wenn Du Dein Name, deine Adresse und eine E-Mailadresse veröffentlichst.

Sobald Du Geld verdienen möchtest, musst Du weitere Daten veröffentlichen. Dazu gehört Deine Rechtsform, Deine Steuernummer oder auch eine Telefonnummer. Da solltest Du Dich tatsächlich bei Anwält*innen erkundigen oder Deiner Kammer (es gibt Kammern, da bist Du automatisch Zwangsmitglied, von daher nutze deren Beratungsmöglichkeiten).

Verlass Dich nicht allein auf Impressumsgeneratoren. Sicher bist Du dann, wenn Du Dich beraten hast.

Wo gehört das Impressum hin

Natürlich auf Deiner Internetseite. Und zwar dauerhaft und präsent. Das bedeutet, dass Du Dein Impressum nicht nach Lust und Laune entfernen darfst. Oder in einem Pop-Up einbinden kannst. Wenn ich Deine Seite besuche, muss ich jederzeit auf dieses zugreifen können, sollte ich das Bedürfnis danach haben.

Es soll die sogenannte Zwei-Klick-Regel geben. Das bedeutet, dass man maximal auf zwei Links klicken soll, um ans Impressum ranzukommen. Benötigt man einen dritten Klick, soll es schon schwierig werden.

Ob das stimmt oder Urban Myth ist, keine Ahnung. Aber das soll auch mit den Sozialen Kanälen zu tun haben. Also, dass man das Impressum auch dort schnell aufrufen kann.

Neben einer entsprechenden Beratung kann ich Dir nur ans Herz legen, sorg dafür, dass Deine Besuchenden tatsächlich sehr schnell und offensichtlich Dein Impressum aufrufen können. Damit solltest Du auf der sicheren Seite sein.

Braucht mein Buch auch ein Impressum?

Um es kurz zu machen: JA!

Ein Buch ist eine Veröffentlichung. Und letztendlich auch ein Mittel, um Geld zu verdienen. Darüber sind wir uns sicherlich einig. Aus diesem Grund benötigst Du ein Impressum.

Wenn Du einen Verlag hast, musst Du Dir darüber keine Gedanken machen. Als Impressum wird der Verlag seine Büroadresse angeben. Damit bist Du fein raus.

Auch wenn Du einen Distributor hast, kannst Du häufig deren Adresse übernehmen (notfalls fragen). Doch sobald Du keine fremde Adresse als Impressum nehmen darfst, musst Du eine eigene angeben.

Das bedeutet, auch wenn Du einen Hardcore Horrorroman schreibst oder den berühmt-berüchtigten Erotik-BDSM-Roman, ja, es muss ein Impressum rein. Da kommst Du nicht herum. Gegebenenfalls musst Du geladen werden können.

Abschlussgedanken

Du fährst definitiv sicher, wenn Du ein Impressum hast. Das ist ein Fakt. Daher gewöhne Dich schon mal an den Gedanken, eines zu verwenden, wenn Du noch keine Internetpräsenz hast oder bereits etwas veröffentlicht wurde.

In den kommenden Wochen schauen wir uns noch folgende Punkte dazu an:

Bis dahin wünsche ich Dir eine schöne Zeit.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Die Impressumspflicht
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2 Gedanken zu „Die Impressumspflicht

  • 1. September 2019 um 15:41
    Permalink

    Huhu!

    Da ich gerade genau das Problem habe – nämlich “BDSM-Erotikroman” und unter Pseudonym veröffentliche, wäre es hier vielleicht eine Ergänzung, zu erwähnen, dass es auch die Möglichkeit gibt, einen Impressumsservice zu beantragen.
    Ich zahle nichts, weil es bei meinem Schreibprogramm in der Lizenz enthalten ist, sowas nutzen zu können bzw. zahle ich erst, wenn mir an diese Adresse tatsächlich Post zuschicken würde, weil ich dann eine Aufwandsentschädigung für die Briefe zahlen muss.
    Aber ladungsfähig bin ich damit und das Pseudonym ist geschützt.

    Antworten
    • 3. September 2019 um 14:47
      Permalink

      Hallo June,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Das Thema Impressumsservice habe ich bewusst HIER ausgelassen, weil es dazu noch einen eigenen Beitrag geben wird. Ansonsten, ja, Du hast vollkommen Recht, die gibt es auch. Und wird demnächst behandelt 😀

      Liebe Grüße
      frau schreibseele

      Antworten

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