[Toxischer Plot] Schwule und Sex

Hei, hallo und herzlich willkommen,

mitte Oktober 2019 tauchte (mal wieder) die Diskussion auf, ob Dumbledore in den Harry Potter Romanen als schwuler Mann hätte darstellen sollen. Im Grunde hätte man die Uhr danach stellen können, bis der Kommentar kommt, dass das keine gute Idee ist. Denn in Jugendbücher soll es doch bitte keinen Sex geben.

Kurze Vorgedanken

Scheinbar sind schwule Charaktere für einige Menschen wie ein rotes Tuch. Kaum lesen sie, dass eventuell, möglicherweise, vielleicht ein schwuler Charakter in einer Geschichte auftauchen könnte, reagieren sie. Einige positiv, andere sehr, sehr negativ.

Daher möchte ich heute einen Blick riskieren. Übrigens, ja, ich schreibe tatsächlich hier nur über schwule Charaktere in Geschichten. Das soll nicht bedeuten, dass andere nicht Cis-Het-Dudes nicht auch ihre Probleme in Romanen haben. Aber das ist dann ein eigener Beitrag wert.

Wo ist genau das Problem?

In den oben genannten Beispiel erwähnte jemand, dass viele Fans der Harry Potter Reihe es gerne gesehen hätten, dass Dumbledore im Roman seine Homosexualität gezeigt hätte. Bisher ist das eine Behauptung der Autorin, die sich an keiner Szene wirklich ausmachen lässt. Ja, Dumbledore könnte schwul sein, aber eben auch nicht.

Und wie erwähnt, gab es gleich mehrere Personen, die darauf reagierten. Tatsächlich viele, die dagegen waren. Man könne den Kindern nicht zumuten, dass in einem Jugendbuch die Charaktere Sex hätten.

Reduzierung der Charaktere (und der schwulen Menschen)

Faszinierend ist eigentlich das Bild, dass man von schwulen Charakteren (und letztendlich auch von schwulen Menschen) dabei zeichnet. Wobei ich mich im folgenden ausschließlich auf die schwulen Charaktere konzentrieren werde.

Denn scheinbar können sie nichts anderes, als eben ins Bett zu hüpfen. Wenn sie sich sehen, dann setzen ihre fiktiven Gehirnwindungen aus und es kommt, wie es kommen muss, sie müssen miteinander ins Bett und miteinander dann Sex haben. Dabei scheint es am Ende auch egal zu sein, ob sie zueinander passen oder es die Geschichte voranbringt.

Diese Charaktere werden also auf Sex reduziert. Das sie theoretisch das ganze Universum retten könnten ist geschenkt. Denn sie sind ja unterleibsgesteuert.

Und das ist das Traurige an diese Sache. Die Charaktere können noch so schön gezeichnet sein, sie dürfen bei vielen nicht weiter gehen. Denn sie werden eben auf diese eine Sache reduziert. Somit dürften viele Lesende ihnen gar keine Chance geben. Lesen sie, dass ein Charakter schwul ist, dürfte bei vielen das Interesse abgeebt sein.

Doch woher kommen diese Vorurteile?

Zugegeben, ich habe keine empirischen Daten, welche meine folgenden Behauptungen belegen können. Aber ich kann mir einige Gründe zumindest denken, warum das so ist. Und ich befürchte, dass sie nicht ganz unrealistisch sind.

Gedanken über schwulen Sex

Tatsächlich machen sich sehr viele Menschen darüber Gedanken, wie nicht Hetenpaare Sex miteinander haben. Da hab ich schon sehr viele Diskussionen darüber gelesen. Vermutlich ist dieser Gedanke daher sehr präsent bei vielen, wenn sie an schwule Charaktere denken. Wie haben die Sex?

Tauchen dann schwule Charaktere in Geschichten auf, fragen sich einige nicht, wie die Charakterdarstellung ist, sondern es geht eben um das Thema Sex. Vielleicht bemerken das viele noch nicht einmal, ich kann mir aber gut vorstellen, dass dies im Unterbewusstsein gärt.

Gay Romance

Ein weiteres Puzzlestück zu dieser Frage dürften die Gay-Romance Geschichten sein. Liebesromane leben unter anderen von den erotischen Szenen. Somit auch der Gay-Romance. Wobei ich selbst das Gefühl habe, dass es keinen Gay-Romance gibt, in dem die Charaktere nicht miteinander ins Bett gehen.

Bei dem klassischen Liebesroman kann es durchaus noch vorkommen, dass die Cis-Frau und der Cis-Mann nur Händchen halten (unter anderem bei den christlichen Liebesromanen). Da gibt es Alternativen. Doch ich befürchte, bei den Gay-Romances müsste ich sehr, sehr lange suchen, um einen Roman zu finden, in denen die Helden nur Händchen halten.

Vermutlich ist das auch eines der Gründe, warum es schwule Charaktere schwer haben. Wenn man sie mir Gay-Romance in Verbindung bringt (selbst dann, wenn man sie nicht liest), dann hat man eben dieses Bild im Kopf. Schwule Charaktere haben Sex miteinander. Eine Alternative scheint es ja nicht zu geben.

Andere Darstellung

Unglaublich aber wahr, schwule Charaktere sind mehr, als die Sache, die im Bett abläuft. Sie dürfen Tiefen haben, Probleme, einen schwarzen Sinn für Humor, mal gegen die Wand treten, sich verlieben und eben auch keinen Sex haben.

Egal, was für einen Roman Du schreiben möchtest, erschaffe erst einmal einen Charakter. Dieser darf natürlich schwul sein. Aber das soll nicht seinen Charakter definieren, sondern ein Teil davon sein.

Daher dürfen schwule Charaktere auch gerne in Kinder- und Jugendbücher auftauchen. Wenn sie Händchen halten oder sich küssen, ist das immer noch harmlos. Denn schwule Charaktere machen auch mal nur das.

Übrigens …

… zeigen die meisten ihre Ängste davor, dass schwule Charaktere miteinander Sex haben. Wieso machen sie sich keine Gedanken darüber, dass die heterosexuellen Charaktere nicht übereinander herfallen?

Gerade in einer heterosexistischen Welt ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle Charaktere eben heterosexuell sind. Daher sind den Bettgeschichten eigentlich Tor und Tür geöffnet.

Abschlussgedanken

Es ist völlig in Ordnung, auch in Kinder- und Jugendbücher schwule Charaktere, gar schwule Helden auftreten zu lassen. Daran ist nichts Verwerfliches. Und nein, sie müssen noch nicht einmal mit einem anderen schwulen Charakter Händchen halten, gar sich küssen.

Vielleicht magst Du ja als Schreibübung mal eine Kurzgeschichte für Kinder und*oder Jugendliche schreiben. Eben mit einem schwulen Helden. Wenn Du sie veröffentlichst, freue ich mich über eine Rückmeldung. Lesen werde ich sie auf alle Fälle.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg und noch mehr Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Newsletter] Mögliche Anbieter

Hei, hallo und herzlich willkommen,

zugegeben, mit konkreten Angeboten oder Dienstleistern tue ich mich persönlich immer schwer. Denn Anbieter von irgendwelchen Dienstleistungen können heute zweifelhaft sein und morgen weg. Oder sie entsprechen nicht den Richtlinien und bessern nach. Alternativ tauchen sie erst auf, nachdem Beiträge geschrieben sind. Daher möchte ich mich heute eher darauf konzentrieren, worauf Du achten solltest.

Kurze Vorgedanken

Wenn Du Dir einige Newsletters von anderen Autor*innen abonniert hast (was ich Dir bereits empfahl, ansonsten kannst Du es immer noch nachholen), wirst Du sicherlich schon einige Anbieter gesehen haben. Diese kannst Du nach und nach abgrasen und schauen, welche der Anbieter Dir persönlich gefallen.

Im Folgenden schreibe ich Dinge auf, die mir bei der Auswahl immer wichtig sind.

Leichte Arbeit im Hintergrund

Jetzt muss ich Dir ein Geständnis machen, meine Geduld kann sehr, sehr endlich sein. Was ich damit meine? Wenn etwas nicht so funktioniert, wie ich es möchte, kann mich das ziemlich auf die Palme bringen.

Daher möchte ich einen leichten Zugang zu der Technik, zur Software und was auch immer haben, um ganz einfach den Newsletter zu versenden. Wo muss ich was klicken, um meine E-Mail zu schreiben. Wie schaffe ich es, die Bilder hochzuladen und was tue ich, um den Text zu editieren.

Je einfacher für mich der Zugang zu der Technik ist, desto eher bin ich gewillt, mit dem Anbieter zu arbeiten. Oder je mehr Informationen es gibt.

Tatsächlich sind einige Newsletterdienstleister so beliebt, dass es zu deren Funktionalitäten nicht nur Internetseiten gibt, die es erklären. Sondern auch Online-Kurse oder gar Bücher. Wenn es also doch keinen intuitiven Zugang zum Dienstleister gibt, dann können solche Dinge helfen.

Vielleicht magst Du ja im Vorfeld schauen, wie gut die Informationen im Internet sind. Dann weißt Du, dass Du Dir entsprechend Hilfe besorgen kannst. Vor allem, wenn der Dienstleister aus dem englischsprachigen Raum kommt und Du nicht ganz so sicher in dieser Sprache bist.

Der Preis

Gerade, wenn Du noch keine Geschichte veröffentlicht hast, kannst Du vielleicht Hemmungen haben, für solche Dienstleister Geld auszugeben. Immerhin nimmst Du ja noch nichts ein.

Klar, darüber kann man diskutieren. Wer nichts ausgibt, kann nichts verdienen. Aber ich kann es verstehen, wenn man erst einmal zögerlich damit umgeht. Das bedeutet jedoch auch, dass Du gewisse Abstriche machen musst. Wer die kostenfreie Variante nutzt, kann durchaus mächtige Tools bekommen. Aber die wirklich wichtigen Tools sind hinter der Bezahlwand versteckt.

Wenn Du damit leben kannst, ist das in Ordnung. Ansonsten heißt es, weiter suchen. Oder eben ein paar Euros in die Hand nehmen und zahlen.

Schau Dir am besten genau an, was Du für welchen Preis bekommst. Häufig bieten Dir die Dienstleister ein gewisses Kontigent an monatlichen E-Mails erst einmal kostenfrei an. Sagen wir mal, Du hast 200 Personen auf Deiner Liste. Und diesen kannst Du einmal im Monat eine E-Mail versenden. Eben kostenfrei.

Gerade fürs Austesten und Probieren ist das erst einmal gut. Wer will schon die Katze im Sack kaufen, wenn man nicht weiß, ob das alles zu mir passt? Ich auf alle Fälle nicht.

Mein Tipp noch, schau Dir auf alle Fälle die Preislisten an. Es kann sein, dass Du eines Tages den kostenfreien Bereich verlassen möchtest oder sogar musst (weil Du die Bedingungen für den kostenfreien Bereich nicht mehr erfüllst). Dann ist es besser, wenn Du nicht überrascht wirst, weil Du auf einmal eine Summe im dreistelligen Bereich bezahlen musst.

Du kannst natürlich auch die kostenfreie Variante nutzen und dann zu einem anderen Dienstleister umziehen. Dafür musst Du nur wissen, wie das geht. Wenn Du Deine Liste einfach so mitnehmen kannst, ist das natürlich besser, als wenn Du diese bitten musst, sich neu anzumelden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du einige dann verlierst, ist groß. Das ist dann leider der Faulheit geschuldet.

Rechtssicher

Wie schon erwähnt, muss Deine E-Mail einige rechtliche Dinge berücksichtigen. Zumindest für den deutschsprachigen bzw. für den EU-Bereich. Tut sie es nicht, kannst Du die Abhmahnung kassierst – sehr unwahrscheinlich, dass die Abmahnung Deinen Dienstleister trifft (gerade, wenn der Sitz im Ausland ist).

Daher ist und bleibt meine Empfehlung, teste vorher auch diese Punkte ausgiebig. Gibt es das Double-Opt-In Verfahren, siehst Du irgendwo das Impressum, kannst Du Dich ohne Probleme abmelden? Und so weiter und alles, was dazu gehört.

Wenn der Dienstleister sich nicht an die DSGVO hält. Oder plant, dieses abzuschaffen, ist meine Empfehlung diesen zu wechseln. Entweder gibt es die Möglichkeit, etwas zu installieren, sodass man diesen weiterhin nutzen kann (oder über den Text zu schreiben oder was auch immer). Oder Du musst Dir einen neuen Anbieter suchen.

Lieber einen angenehmen Dienstleister wechseln, als in einer möglichen Rechtshölle bleiben.

Design

Natürlich darf ein Newsletter auch optisch schön aussehen. Häufig bieten Dienstleister eine Auswahl von Designs an, mit denen Du arbeiten kannst. Oder du kannst sogar ein eigenes erstellen und mit diesen arbeiten.

Natürlich gilt auch hier, die kostenfreie Variante hat häufig eingeschränktere Möglichkeiten. Aber wenn Du ein einziges Design anlegen kannst, ist das schon ausreichend. Denn damit kannst Du Dein Logo hochladen, mit Deinen Farben arbeiten und was auch immer Dich optisch ausmacht.

Meine Empfehlung ist, dass Du darauf achtest, dass alles am Monitor lesbar ist. Blaue Schrift auf grünen Hintergrund ist halt schwer bis gar nicht lesbar. Und auch wenn ich es selbst nicht ausprobiert habe, doch dürfte dies auch für den Monitor gelten (tatsächlich hatte ich ein Buch mit dieser Schriftwahl, es war sehr schwer, den Text zu entziffern).

Und wenn Du ein vorbereitetes Design wählen musst, empfehle ich eines, was zu Dir passt, Dir gefällt und optisch ansprechend ist. Es mag sein, dass es nicht eins zu eins zu Dir und Deinem Branding passen mag, aber wenn es weitgehend Übereinstimmungen gibt, dann denke ich mal, kann man damit durchaus leben.

Ansonsten versuche Dein Design einzustellen, mit dem Du dann längerfristig arbeiten kannst. Das ist durchaus gut für Dein Branding.

Plugins

Für mich persönlich wäre das ein I-Tüpfelchen. Sollte Dein Dienstleister ein Plugin für WordPress oder andere Social-Media-Kanäle haben, erleichtert das durchaus die Arbeit.

Das bedeutet, dass Du das Plugin installierst und die Arbeit im Hintergrund läuft. Häufig musst Du nur noch entscheiden, wo das Plugin in Deinem Design sichtbar ist und der Rest läuft meistens von selbst.

Gibt es kein Plugin, dann ist das auch kein Problem. Es gibt andere Methoden, um Werbung für Deinen Newsletter zu machen (darauf komme ich später noch zurück). Daher ist das eine Kann-Sache, aber keine Muss-Sache.

Trotzdem kannst Du schauen, ob es ein Plugin gibt. Ansonsten, wenn der Rest stimmt, ist der Dienstleister in Ordnung. Auch ohne ein Plugin.

Abschlussgedanken

Am besten machst Du Dir eine Liste, was Dir an einem Anbieter wichtig ist. Arbeite mit meinen Vorschlägen und schau Dir die Newsletter anderer deutschsprachiger Autor*innen an, die Du abonniert hast. Was findest Du dort und was spricht Dich an?

Und denk daran, Du kannst Dir natürlich jederzeit einen anderen Anbieter suchen. Gegebenenfalls musst Du kündigen (wenn Du zahlst). Ansonsten einfach wechseln und weitermachen.

Bei der Suche wünsche ich Dir viel Spaß und Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Podcast] Katiana de Groot mit Wolfskisses: Ankunft der Jäger

[Podcast] Katiana de Groot mit Wolfskisses: Ankunft der Jäger

Hei, hallo und herzlich willkommen,

mit dieser Folge stelle ich Dir die Autorin und Bloggerin Katania de Groot vor. Ihr Erstlingswerk wusste nicht immer zu überzeugen, hat aber ein paar sehr besondere Elemente. Daher war es trotz allem ein Lesegenuss.

  • Dateigröße: 2524 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 211 Seiten
  • Sprache: Deutsch

Es handelt sich hierbei um keine bezahlte Werbung. Das Urheberrecht des Covers liegt bei der*dem Ersteller*in. Der erste Satz wird als Zitat verwendet. Das Lied im Podcast hab ich legal von hier gekauft.

Viel Spaß beim hören.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Toxischer Plot] Fremdouting

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das Thema Fremdouting bezieht sich nicht nur auf Geschichten. Sondern tatsächlich auch auf reale Menschen, die nicht davor zurückschrecken, eben andere zu outen.

Kurze Vorgedanken

Gerade zu Weihnachten, wenn man mit der ach so lieben Familie zusammensitzt, lese ich auf Twitter teilweise sehr erschreckende Nachrichten. Da wird munter fremdgeoutet und dies auch noch gefeiert.

Und das Fremdouten hat auch in Geschichten Einzug gehalten. Daher schauen wir heute mal auf dieses Thema.

Definition

Unter einem Fremdouting verstehe ich, wenn jemand anderes das Outing für mich übernimmt. Nehmen wir mal ein Beispiel.

Frau X und ich sitzen in einem Büro mit anderen Personen. Frau X hat mir anvertraut, dass sie eventuell lesbisch sein könnte. Ein Fremdouting wäre ganz klar, wenn ich nun lauthals verkünde, hei Leute, Frau X ist lesbisch.

Wichtig zu erwähnen ist, dass Frau X mich nicht gebeten hat, dies zu übernehmen. Alternativ habe ich sie nicht gefragt, ob ich das dürfte. Aus irgendwelchen Gründen war ich der Meinung, dies anderen mitteilen zu müssen. Dabei ist es egal, ob es in ihrer Anwesenheit oder in ihrer Abwesenheit geschehen ist.

Übrigens, dass Thema Homosexualität ist zwar das gängigste, aber nicht das Einzige. Jede Sache, die nicht bekannt ist, fällt bei mir unter diesem Thema. Das kann Transsexualität sein, wenn die Person non-binary ist, eine Person mit einer Behinderung ist oder auch einfach, wenn die Person ein Kind hat.

Das Problem

Jetzt könntest Du fragen, wo denn genau das Problem liegt? Immerhin kann es ja sein, dass Frau X einfach nur schüchtern ist und deswegen es gut wäre, wenn sie jemand dabei unterstützt. Dann wäre das Fremdouting ja sogar etwas positives?

Selbst sehe ich zwei Ebenen für dieses Problem.

Die persönliche Ebene

Egal ob Frau X ein Familienmitglied ist oder eine Kollegin, was weiß ich wirklich über sie? Wenn sie sich nicht selbst outet, hat das vermutlich gute Gründe.

Vielleicht ist sich Frau X noch gar nicht sicher, ob sie wirklich lesbisch ist. Daher könnte ein Fremdouting sie verunsichern. Gerade, wenn man entdeckt, dass man eine andere Sexualität hat, als die allgemein anerkannte, oder man transsexuell ist oderoderoder, kann das erst einmal einschüchtern. Immerhin muss man sich nun neu kennenlernen.

Wir leben in einer Welt, in der das Cis-Geschlecht und Heterosexualität die Norm ist. Alles, was nicht in diesem Bild passt, muss man für sich erst einmal definieren und kennenlernen. Das kann auch manchmal relativ spät geschehen.

Auch wenn ich nur die Vermutung habe, dass Frau X lesbisch sein könnte, dann ist es eben erst einmal nur das, eine Vermutung. Und damit hab ich definitiv nicht das Recht sie zu outen.

Weiterhin kann es sein, dass Frau X schon schlechte Erfahrungen mit dem Outing hat. Häufig liest man, dass Familienmitglieder ihre homosexuellen oder transsexuellen Kinder (als Beispiel) verstoßen. Du bist nicht wie ich? Dann bist Du kein Teil meiner Familie mehr.

Da kann ich mir gut vorstellen, dass Frau X vielleicht Angst hat, dass ihr das in einer freundschaftlichen Umgebung auch passiert. Wenn Dich die Familie schon verstößt, dann kann das natürlich auch mit Freundschaften passieren.

Natürlich kann es noch weitere Gründe geben. Gründe, die bei Frau X liegen. Und die wir nur kennen können, wenn wir Frau X die Möglichkeit geben, dass sie mit uns redet.

Die Umwelt

Kann ich die Umwelt von Frau X wirklich einschätzen? Es gibt häufig Momente, bei denen ich mich regelrecht vor dem Kopf gestoßen fühle. Und zwar, wenn ich von langjährigen Freundschaften mitbekomme, wie sie über ein bestimmtes Thema denken.

Es passiert häufig, dass ich denke, dass sie in bestimmten Themen relativ locker sind. Und dann muss ich durchaus feststellen, dass sie gelegentlich richtig konservative Meinungen haben. Oder einfach Meinungen, die eben anders sind, als ich diese eingeschätzt hätte.

Und das geschieht bei langjährigen Freundschaften. Für Kolleg*innen würde ich niemals meine Hand ins Feuer legen, was ihre Ansichten trifft. Dafür kenne ich sie zu wenig. Bei einigen möchte ich das auch nicht.

Nehmen wir an, Frau X und ich arbeiten für Frau Y, eine sehr konservative Frau. Vielleicht hat sie etwas gegen lesbische Frauen. Und damit hätte sie auch etwas gegen Frau X. Das bedeutet, sollte ich Frau X auch gegen Frau Y fremdouten, könnte diese das als Möglichkeit wahrnehmen, um meine lesbische Kollegin zu mobben und aus der Firma werfen zu lassen.

Aber auch die Kolleg*innen könnten Frau X dann nicht wohlgesonnen sein. Immerhin könnten die Cis-Frauen jetzt denken, Frau X wolle etwas Sexuelles von denen. Leider gibt es ja das Vorurteil, dass homosexuelle Menschen angeblich alles angraben, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist.

Da ich die Umwelt nicht einschätzen kann, könnte ich eventuell Frau X (und alle anderen) sogar einer physischen Gefahr aussetzen. Häufig werden die, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen, sogar körperlich angegangen. Kann ich das vorhersehen?

Kurz gesagt …

Wenn ich erfahre, dass Frau X oder Herr Y oder wer auch immer, homosexuell, transsexuell, non-binary, in einem Rollstuhl sitzt, Kinder hat, ADHS ist, was auch immer, dann kann ich mich freuen, dass ich es in Erfahrung gebracht habe. Oder, es mir sogar direkt mitgeteilt wurde.

Und dann halten wir alle schön unsere Fresse (ja, ich habe dieses Wort mit Absicht benutzt).

Es ist nicht meine Aufgabe, andere fremd zu outen. Wenn sie Hilfe brauchen, werden sie sicherlich auf eine Person zukommen. Ansonsten, sie wissen schon, warum sie sich bei wem outen. Und wann sie schweigen.

Im Plot

Wenn Du nun eine Geschichte schreibst, in der ein Fremdouting ein Thema ist, dann ist das erst einmal in Ordnung. Es kommt natürlich auf die Geschichte an.

Leider hab ich von Geschichten gelesen und gehört, in der es aber als etwas Positives dargestellt wurde. Das ist es nicht. In solchen Fällen werden die Charaktere (oder auch die Menschen, wenn es im realen Leben ist) bevormundet. Sie sind nicht in der Lage, für sich selbst zu sprechen oder zu schweigen. Also muss das jemand anders für sie tun. Gegen ihren Willen.

Daher würde ich selbst das Fremdouting als etwas negatives darstellen. Wenn ich jemanden gegen ihren Willen oute, dann bevormunde ich die Person. Und damit entziehe ich ihr die Macht über die eigene Entscheidung, wann und wo und ob überhaupt diese sich outen möchte.

In meinen Augen kann das einfach nicht positiv dargestellt werden. Selbst, wenn es zur Aufklärung einer Situation beitragen soll.

Gelegentlich wird das Fremdouting benutzt, um Situationen zu klären. Zum Beispiel A kann nicht in B verliebt sein, weil A schwul ist. B ist damit erleichtert, weil C es B gesagt hat. Damit hat C A fremd geoutet. Und damit ist die Sache nicht positiv zu sehen (trotz der Sache, dass A und B nun Freunde werden könnten, aber die Situation hätte auch anders geklärt werden können).

Kurz zusammengefasst

Egal wie, entweder würde ich das Fremdouting negativ darstellen. Oder es sogar ganz lassen.

Also, wenn ich ein Fremdouting beschreiben würde, dann würde ich die besagte Person auf alle Fälle dafür kritisieren lassen. Zwar kenne ich als Autorin meine Charaktere. Und damit weiß ich, wie sie auf das Outing reagieren. Aber meine Charaktere können das nicht sagen und wissen.

Und ich würde auch zeigen, wie sehr man die Entscheidungsgewalt über das eigene Schicksal der Person genommen hat.

Oder eben, ich würde das gar nicht schreiben. Weil ich das selbst nicht gut finde.

Abschlussgedanken

Mein Wunsch ist es, dass Du über dieses Thema mal eingehend nachdenkst. Inwiefern hast Du schon mal Leute fremdgeoutet? Oder inwiefern hast Du mal darüber geschrieben? Würdest Du das heute genauso tun?

Das war ein Vorschlagsbeitrag und eine persönliche Ansicht. Vielleicht stimmen wir überein. Und wenn nicht, dann hast Du Dir hoffentlich Gedanken darüber gemacht, warum wir nicht übereinstimmen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Newsletter] Ein paar rechtliche Dinge

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer einen Newsletter in die Welt entlassen möchte, sollte wissen, auch hier gilt Recht und Ordnung. Oder anders ausgedrückt, auch hier musst Du auf ein paar rechtliche Dinge achten.

Kurze Vorgedanken

Ehrlich gesagt, ich würde mich selbst am liebsten hinsetzen und meinen Beitrag schreiben und es als Newsletter in die Welt entlassen. Dass man sich immer und immer wieder mit dem Rechtskram auseinandersetzen muss, ist ermüdend. Gerade, wenn man nicht vom Fach ist.

Das Problem ist natürlich, mache ich das nicht, kann ich in einen sehr dicken Fettnapf treten. Und die Nachwirkungen könnten schlimmer sein, als wenn ich mich anfänglich mit dem Thema auseinandergesetzt hätte.

Schauen wir uns das Thema aus der Sicht einer Person an, die nicht zu einem rechtsberatendenden Beruf gehört (also mir). Damit will ich sagen, dass ich keine Anwältin bin oder sonst wie befugt bin, eine rechtliche Beratung zu geben. Frage IMMER eine Anwältin oder einen Anwalt, wenn Du etwas zum Thema wissen möchtest. Hier biete ich Dir nur Grundlagenwissen an. Nicht mehr.

Die wichtigen Punkte

Es gibt ein paar Punkte, auf die Du auf alle Fälle achten solltest. Vermutlich ist das nicht abschließend, aber für den Anfang Deiner Recherchereise sind die durchaus wichtig.

Vor der Anmeldung

Fangen wir ganz am Anfang an. Wenn Du jemanden einlädst, sich für Deinen Newsletter anzumelden, empfiehlt es sich, schon hier auf ein paar Dinge zu achten.

Inwiefern das rechtlich Relevant ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aber häufig hab ich schon gelesen, dass man mögliche Abonennt*innen darüber informieren sollte, worum es sich beim Newsletter handelt.

Also, wie oft wird Dein Newsletter versandt? Mit welchen Inhalten? Wird auch etwas verkauft? Und vor allem, was ganz wichtig ist, was machst Du mit den E-Mail-Adressen?

Der letzte Punkt ist sehr wichtig. Denn Du solltest darüber informieren, inwiefern Du mit den Daten arbeitest. In dem Fall reicht die E-Mail-Adresse aus, nur um den Newsletter zu versenden. Meine Empfehlung ist, schreibe definitiv rein, dass Du die Adressen nicht verkaufst. Und natürlich, mach das nicht.

Gerade in einer Zeit, in der es undurchsichtig geworden ist, wer alles meine Adresse hat, sind solche Informationen wichtig. Gerade, weil eine mögliche Abmahnung schlichtweg teuer ist.

Schau Dir andere Seiten an, wo Du Dich für einen Newsletter anmelden kannst, was sie so eingefügt haben. Und überprüfe, ob das ausreichen könnte. Vor allem, ob das für Dich ausreicht. Dementsprechend kannst Du Deine Seite aufbauen.

Ja, ich empfehle hier tatsächlich, eine eigene Unterseite aufzubauen. Dort kannst Du Dich entsprechend austoben und gegebenenfalls direkt darauf verlinken. Zum Beispiel in Büchern, wenn Du dafür Werbung machst. Oder, wenn Du andere Leute auf Deinen Newsletter aufmerksam machen möchtest. Es lohnt sich in meinen Augen in mehrerer Art und Weise.

Daten, Daten, Daten

So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Das sollte Dein Credo bei der Sammlung von Daten sein.

Was benötigst Du also, um Deinen Newsletter zu versenden? Genau, nur die E-Mail-Adresse. Mehr nicht.

Wenn Du also die Felder vorbereitetst, mit denen die Leute sich für Deinen Newsletter anmelden können, solltest Du nur die E-Mail-Adresse als Pflichtfeld angeben. Natürlich kannst Du auch nach dem Vornamen fragen, damit Du die Leute persönlich anschreiben kannst. Aber mach bitte niemals daraus ein Pflichtfeld. Das bringt nur unnötigen Ärger.

Und mehr Daten solltest Du nicht sammeln. Denn, wofür brauchst Du die Privatadresse der Person? Bei einem möglichen Gewinnspiel kannst Du immer noch danach fragen.

Double-Opt-In

Um zu verhindern, dass ein paar Leute einfach so E-Mail-Adressen in einen Verteiler packen (das ist nur unter bestimmten Umständen möglich, aber geh am besten davon aus, dass Du als Einzelperson nicht von diesen Umständen betroffen bist), gibt es das Double-Opt-In Verfahren.

Das bedeutet, dass eine Person sich für Deinen Newsletter anmeldet. Sie oder er gibt die E-Mail-Adresse ein und bekommt dann eine Information. Danke für Deine Adresse, geh jetzt bitte in Dein E-Mail-Fach und bestätige die Anmeldung.

Erst, wenn ein Link in einer Extra zugesandten E-Mail bestätigt wird, bekommen sie zukünftig Deine E-Mails. Nicht vorher. So soll verhindert werden, dass man willkürlich E-Mails einfügt und dann an irgendwelche Leute, die vielleicht noch nie von Dir gehört haben, E-Mails versenden darf.

Das bedeutet auch, sollte die Person diese E-Mail löschen, wird sie nicht auf Deine Liste eingetragen. Dies habe ich selbst erfolgreich ausprobiert (nachdem ich mich gegen die Eintragung auf eine Liste entschieden habe).

Die meisten Anbieter von Newsletter stellen diese Funktion automatisch zur Verfügung. So musst Du Dir normalerweise keine Gedanken diesbezüglich machen.

Meine Empfehlung ist aber: Teste diese Funktion vorab selbst. Damit kannst Du sicher sein, dass alles so funktioniert, wie es eben funktionieren soll.

Das Impressum

Tatsächlich musst Du auch in Deinem Newsletter Dein Impressum zur Verfügung stellen. Meistens in dem Fußbereich. Bisher gibt es auch hier noch kein Urteil, aber sicherlich ist auch ein Impressumsdienst möglich.

Meine Empfehlung: Auch hier Augen und Ohren offen halten, ob sich daran etwas ändert. Und vor allem, sprich das mit Deinem Impressumsdienst ab, ob das in Ordnung geht oder weitere Kosten auf Dich zukommen.

Der Abmeldelink

In jeder E-Mail, die Du versendest, muss ein Abmeldelink zur Verfügung stehen. Oder zumindest einen Hinweis, wie Du aus dem Verteiler herauskommst. Du musst den Personen auf Deiner Liste die Möglichkeit geben, ohne viel Aufwand, sich abmelden zu können. Unterlässt Du es, kann es natürlich wieder Ärger geben.

Auch dieser wird normalerweise automatisch von Deinem Anbieter generiert. Und ja, auch hier gilt, immer prüfen.

Hier noch ein kleiner Hinweis: Vor Jahren hatte ich mich für einen Newsletter angemeldet, den ich kaum bis gar nicht gelesen habe. Irgendwann schaute ich mir den dann doch genauer an und fand, dass der doch nicht so interessant war. Daher hab ich mal nach dem Abmeldelink gesucht.

Zuerst hab ich diesen nicht gefunden. Beim genaueren hinsehen hab ich dann entdeckt, dass der Autor sowohl sein Impressum, als auch den Abmeldelink in weißer Schrift auf weißem Hintergrund eingefügt hat.

Zugegeben, vorher hätte ich mir noch überlegt, ob ich mich wirklich abmelde oder nicht. Als ich das gesehen habe, hatte ich mich in diesem Augenblick geärgert, weil ich es frech fand. Immerhin will er mir die schnelle Möglichkeit nehmen, mich abzumelden, wann ich es will. Da hab ich mich aus Prinzip abgemeldet.

Unabhängig der Tatsache, dass das rechtlich sehr fragwürdig sein dürfte, empfehle ich Dir, lass die Finger von solchen Spielereien. Einerseits, wie schon geschrieben, finde ich das frech. Und schlimmstenfalls melden sich die Leute einfach aus Prinzip ab. Andererseits kann es halt auch sein, dass Du mit solch einer Aktion rechtliche Probleme bekommen kannst.

Der Inhalt

Erst einmal ist beim Inhalt alles erlaubt, was nicht gegen irgendwelche Gesetze verstößt. Sobald Du das aber tust, kann es natürlich haarig werden.

Hate Spech und ähnliches

Die Wahrscheinlichkeit, dass Du das machst, zumindest behaupte ich das Mal hier, dürfte wohl eher geringer sein. Daher nur zur Vollständigkeit.

Zwar haben wir in Deutschland die Meinungsfreiheit. Das bedeutet aber nicht, dass Du gegen die Menschenwürde einer anderen Person vorgehen darfst. Solltest Du also Deine Liste dafür missbrauchen, um gegen jemanden zu wettern (zum Beispiel einen Shitstorm auszulösen) oder derartiges, könntest Du Dich unter Umständen strafbar machen.

Vor allem kann es aber passieren, dass Du Dich unbeliebt machst. Und das ist manchmal schlimmer als alles andere. Selbst dann, wenn keine rechtlichen Konsequenzen drohen. Denn, wer unbeliebt ist, wird schlimmstenfalls nicht mehr gekauft.

Urheberrecht

Wenn Du kein Urheberrecht an einem Text oder Bild oder derartiges hast, würde ich erst einmal niemals in meinem Newsletter aufnehmen.

Bei meinem ersten Newsletter war ich einmal so begeistert von einem Bild, dass ich diesen verlinkt habe. Darüber hatte ich die Person dann auch informiert.

Natürlich ist es in Ordnung, zu fragen, ob man die Materialien verwenden darf. Aber ohne Erlaubnis würde ich nie eine Urheberrechtsverletzung begehen. Denn auch ein Newsletter ist kein rechtsfreier Raum.

Das Freebie oder sonstige Geschenke

Vor einiger Zeit kamst Du nicht an das Thema Newsletter vorbei, ohne mit dem Thema Freebie konfrontiert zu werden. Da ich dazu noch einen gesonderten Beitrag schreiben werde, möchte ich mich hier nur auf den rechtlichen Aspekt beschränken.

Tatsächlich hab ich gelesen, dass man keinen Verlust erleiden darf, wenn man sich gegen eine Anmeldung entscheidet. Oder anders ausgerückt, ich darf nicht mit Geschenken beworben werden.

Das bedeutet also, dass eigentlich nichts angeboten werden darf, damit die Leute sich genau deswegen anmelden. Oder auch, dass sie eben dieses besondere Geschenk nicht bekommen, nur weil sie sich eben nicht anmelden (der erwähnte Verlust).

Jedoch sehe ich immer wieder Newsletteranbietende, die eben genau das tun. Bei Online-Shops bieten sie entweder einen Gutschein oder ein Rabatt auf den ersten Einkauf an. Alternativ werden auch Kurzgeschichten bei Autor*innen mitgeschickt.

Entweder war meine Information nicht richtig, oder die Leute setzen sich darüber hinweg und hoffen, dass es schon schief gehen wird. Ganz ehrlich? Ich werde zukünftig auf ein Freebie als Geschenk für die Anmeldung verzichten. Damit dürfte ich wohl auf der sicheren Seite sein. Alles andere erfährst Du dann in dem entsprechenden Beitrag.

Abschlussgedanken

Wie schon geschrieben, habe ich keinen rechtsberatenden Beruf und darf damit eben keinerlei Rechtsberatungen geben. Daher kann es natürlich auch sein, dass ich Punkte (wie das mit dem Freebie) falsch interpretiere.

Aber es gibt, in meinen Augen, auch Dinge, die man vorsichtshalber tun kann. Das bedeutet eben auch mal auf etwas zu verzichten. Egal wie, Du solltest Dich auf alle Fälle immer informieren, wie die aktuelle Rechtslage ist. Damit bist Du definitiv auf der sicheren Seite. Dann macht das Newsletter versenden entsprechend Spaß.

Und den wünsche ich Dir mit Deinem Newsletter.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Podcast] Dreadnought von April Daniels

[Podcast] Dreadnought von April Daniels

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in der heutigen Geschichte lernen wir eine ungewöhnliche Superheldin kennen. Folgt ihr durch eine aufregende Zeit und begleitet sie an der Seite von Menschen, die ihr gut tun. Und die sie nicht respektieren.

  • Dateigröße: 4090 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Diversion Books (24. Januar 2017)
  • Sprache: Englisch

Es handelt sich hierbei um keine bezahlte Werbung. Das Urheberrecht des Covers liegt bei der*dem Ersteller*in. Der erste Satz wird als Zitat verwendet. Das Lied im Podcast hab ich legal von hier gekauft.

Viel Spaß beim hören.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Toxischer Plot] Die Dreiecksbeziehung

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es gibt unzählige Klischees in Romanen. Und gefühlt scheinen sich sehr viele davon im Young-Adult Bereich zu befinden. Schauen wir uns heute einen Klassiker an.

Kurze Vorgedanken

Gefühlt gibt es wohl kein Klischee, das bei den meisten Lesenden für mehr Augenrollen verursacht, als die Dreiecksbeziehung. Das dürfte aber nicht nur daran liegen, dass die Geschichte jedes Mal fast gleich abläuft.

Noch ein Hinweis: Da die beteiligten meisten Cis-Geschlechter sind, werde ich mich im folgenden auf die Cis-Frau (bzw. Cis-Mädchen) und den Cis-Mann (bzw. Cis-Jungen) beziehen. Mit anderen Gendern taucht dieses Problem zwangsläufig nicht auf, da über sie selten ein Young-Adult geschrieben wird.

Kurze Zusammenfassung – Worum geht es?

Meistens ist das Zentrum der Geschichte ein junges Mädchen bzw. eine Frau. Sie ist entweder in einen Jungen verliebt oder sogar mit diesem liiert. Dabei wirkt der Junge gut bürgerlich. Vernünftig, bodenständig, mit Plänen für die Zukunft.

Und dann kommt er, der Bad Boy. Häufig weigert sich unsere Heldin, überhaupt mit ihm zu reden. Doch dann findet sie ihn interessant. Eben, weil er solch ein bööööser Bad Boy ist. Am Ende kommen sie zusammen und unser guter Junge geht leer aus.

Und wo ist das Problem?

In meinen Augen gibt es sogar zwei Probleme.

Der Good Guy ist nie genug

Egal was der Good Guy tut, es wird niemals gut genug sein, damit die Heldin an seiner Seite bleibt. Diese findet ja nicht umsonst den Bad Guy interessanter. Man könnte sagen, selbst wenn der Good Guy die Welt rettet, der Bad Guy hat ein Motorrad. Und damit ist dieser interessanter.

Sie, das Fähnchen im Wind

Aber auch sie steht in keinem guten Licht. Denn seien wir mal ehrlich. Gerade eben hatte sie nur Augen für den Good Guy. Ein paar Seiten später sind ihre Gefühle für ihn vergessen, weil der Bad Guy auftauchte. Das wirkt auf mich, als wäre er für sie nur ein Lückenfüller.

Was sagt das über sie aus? Dass sie sich mit dem erstbesten Mann in ihrem Leben zufriedengibt. Wieso sollte sie sonst ihm den Rücken zukehren, sobald ein heißerer Typ ihren Weg kreuzt?

Nicht gerade eine Person, die ich als Vorbild sehen würde.

Schreiben wir es anders

Wenn Du Dich ein wenig in diesem Bereich bewegst, kennst Du sicherlich genügend solcher Geschichten. Daher möchte ich Dir einige mögliche Alternativen vorschlagen, wie Du es anders schreiben könntest. Wohlgemerkt, es sind nur einige Vorschläge. Vermutlich hast Du auch schon eine Idee, wie Du es anders schreiben könntest. Daher, lass Dich inspirieren und leg gerne los.

Geschlechtertausch

Häufig kann man manchen Klischees das Wasser abtragen, wenn man die Geschlechter tauscht. Also, aus dem Mädchen, die sich zwischen zwei Jungs entscheiden muss, wird ein Jung. Und damit die andere Seite zu einem Good Girl und einem Bad Girl.

Dadurch können völlig andere Geschichten entstehen. Und manche machen sich dann Gedanken über die Dynamiken der Charaktere. Am Ende wird das Gift aus dieser Erzählung herausgefiltert. So entwickelt sich vielleicht eine neue Geschichtsart.

Der Good Guy gewinnt

Irgendetwas dürfte an dem Good Guy toll gewesen sein. Warum sonst hätte sich unsere Heldin auf ihn eingelassen? Besonders dann, wenn sie tatsächlich die Wahl hat und nicht nur bei ihm bleibt, weil er der einzige Typ auf dem Planeten ist.

Zeig ihn als ein tollen Typen, der es Wert ist, geliebt zu werden. Damit kannst Du ihre Entscheidung nachvollziehbar machen, warum sie bei ihm bleibt.

Alternative Beziehungsformen

In so gut wie allen Young-Adult Romanen kommt die klassische monogame Beziehung vor. Also eine Frau und ein Mann. Gelegentlich dürfen die Charaktere noch homosexuell sein. Seltener vielleicht noch Bisexuell.

Zwischenzeitlich entscheiden sich aber immer mehr und mehr Menschen für alternative Beziehungsformen. Und diese sind auch völlig in Ordnung, solange sie auf Augenhöhe entstehen.

So könnte unsere Heldin mit beiden Herren eine Beziehung eingehen. Das bedeutet, dass sie sich in beide verliebt und sie mit beiden geht. Aber die Herren müssen nicht zwangsläufig etwas miteinander anfangen (dadurch könnten zwei Brüder mit einer Frau etwas anfangen). Aber theoretisch ist das auch möglich.

Das soll zeigen, dass monogame Beziehungen nicht die einzige Form ist, mit der ein Mensch glücklich werden kann.

Der zweite Typ fliegt raus

Eine sehr mutige Entscheidung wäre, wenn es nur eine Person gäbe, mit der unsere Heldin eine theoretische Beziehung eingehen könnte. Dabei kannst Du entscheiden, ob der Love Interest ein langjähriger Freund ist oder der neue Typ in ihrem Leben.

Allein das wäre schon für viele eine sehr angenehme Abwechslung.

Deine Idee

Vielleicht bist Du jetzt schon an einem Punkt angelangt, an denen sich weitere Ideen entwickeln. Notiere sie Dir gerne und vielleicht magst Du sie in Deiner nächsten Geschichte erwähnen. Auf alle Fälle wird es Zeit, dass neue Geschichten das Land bereichern.

Abschlussgedanken

Es kann durchaus Spaß machen, wenn man über Dreiecksbeziehungen schreibt. Nur leider hat sich das Thema, dass sich die Heldin für den Bad Boy entscheidet, totgelaufen.

Daher fände ich es schön, wenn es neue Geschichten mit innovativen Möglichkeiten gäbe. Aus diesem Grund sind wir gefragt. Legen wir los und schreiben etwas völlig Neues.

Dabei wünsche ich uns viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Mögliche Inhalte für Deinen Newsletter

Mögliche Inhalte für Deinen Newsletter

Beitragsübersicht

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer mit einem Newsletter anfangen möchte, wird sich vielleicht am ehesten Fragen, welchen Anbieter man nehmen soll. Diese Frage halte ich persönlich für viel zu verfrüht. Daher machen wir uns um die wichtigen Fragen heute Gedanken: zum Inhalt.

Kurze Vorgedanken

Idealerweise erscheint ein Newsletter regelmäßig mit spannenden Inhalten. Was regelmäßig ist, entscheidest übrigens Du allein. Und ja, es kann auch sein, dass regelmäßig bedeutet, dass Dein Newsletter nur einmal im Quartal erscheint. Aber dafür erscheint er einmal im Quartal.

Wer aber noch keine Bücher veröffentlicht hat, oder zu den Autor*innen gehört, die eine kleine Bücherliste ihr*sein eigen nennt, könnte etwas verunsichert sein. Worüber soll im Newsletter berichtet werden?

Vorarbeit ist wichtig

Idealerweise erscheint Dein Newsletter nicht nur für die kommenden Monate, sondern über einen längeren Zeitraum hinaus. Und zwar für Deine komplette schriftstellerische Karierre.

Viele Autor*innen erklären, dass sie über den Newsletter mehr Bücher verkaufen, als mit vielen anderen Werbemitteln. Eben, weil die E-Mail in den Postfach kommt. Und häufig so eine völlig andere Beziehung zu den Lesenden aufgebaut werden kann.

Und diese will natürlich gepflegt werden.

Nichts ist selbstverständlich

Vielleicht hast Du es schon mitbekommen. In vielen Bereichen wird um Neukund*innen einen erheblichen Aufwand betrieben. Doch kaum sind sie Kund*innen geworden, werden sie links liegen gelassen.

Darin sehe ich einen gewaltigen Fehler.

Denk immer daran, im Bereich des Newsletters reicht ein Klick und sie werden nie wieder eine E-Mail von Dir empfangen. Das abmelden geht sogar schneller, als das anmelden. Daher kann ich Dir nur empfehlen, pflege Deine sogenannte Liste (damit sind die Menschen gemeint, denen Du Deinen Newsletter senden darfst).

Daher kann ich Dir nur ans Herz legen, respektiere jede einzelne Person auf Deiner Liste. Nein, Du musst jetzt nicht alle per Namen nennen oder derartiges. Aber sorge dafür, dass sie sich so wohl wie nur möglich fühlen.

Der Wohlfühlfaktor

Das bedeutet natürlich, dass Du mit jeder E-Mail, die Du versendest, immer Dein Bestes gibst. Es soll einfach nicht dahin gerotzt werden, nur weil Du jetzt einen Newsletter aussenden musst. Das werden die Leute irgendwann merken und Dir den Rücken zukehren.

Du kannst Dich mit Deinem Newsletter natürlich austoben. Aber hab auch immer Deine Lesende im Blick. Was könnte sie interessieren und warum haben sie sich für Deine Liste angemeldet. Je mehr Du Dich um sie kümmerst, desto eher wird auch etwas zurückkommen.

Vorab ein paar Gedanken

Um Deine Lesenden bei Laune zu halten, kann ich Dir nur ans Herz legen, vorab eine grobe Planung zu machen. Das bedeutet nicht, dass Du auf ewig an diesen ersten Plan festhalten musst. Es heißt lediglich, dass Du Dir erst einmal überlegst, worüber Du am Anfang schreiben kannst.

Je mehr Bücher Du veröffentlicht hast, auf je mehr Messen Du gehst und an je mehr Projekten Du teilnehmen möchtest, wird sich der Inhalt Deines Newsletters immer wieder ändern. Daher geht es nur um den Anfang.

Werbung, Werbung, Werbung.

Worum sollte es in einem Newsletter von Autor*innen gehen? Natürlich um ihre Bücher. Das ist ja der Sinn und Zweck der ganzen Geschichten. Oder etwa nicht?

Klar, Dein Newsletter, Deine Werbung. Du hast jedes nur erdenkliche Recht, Deine Bücher und Deine Produkte zu bewerben. Dafür machst Du Dir ja die Mühe.

Trotzdem kann ich Dir nur raten, es nicht zu übertreiben.

Wenn Du öfters fernseh schaust, dann wirst Du die massige Werbeflut sicherlich mitbekommen haben. Was passiert, wenn ein Werbeblock ewig lange dauert? Ganz klar, wie alle schalten irgendwann weg. Auf einem anderen Sende läuft hoffentlich was interessantes, dass die Zeit überbrücken kann (oder wir gehen aufs Klo).

Es kann also passieren, wenn Du zu viel Werbung versendest, dass die Leute ebenfalls wegschalten und sich abmelden. Daher ist in meinen Augen die gesunde Mischung sehr entscheidend.

Dein Blog

Das gilt auch für Deinen Blog. Vor einiger Zeit hatte ich einige Newsletter von Autor*innen und Bloger*innen empfangen. Was mich persönlich genervt hat, war, wenn sie in einem Newsletter nur ihren aktuellen Blogbeitrag empfohlen habe.

Solltest Du einmal in der Woche einen Blogbeitrag schreiben, bekomme ich von Dir also vier E-Mails mit den Hinweis, hei Leute, ich hab mal wieder gebloggt. Und da ich, zum Beispiel, nicht immer schaffe, die E-Mails sofort zu lesen, bekomme ich vier Nachrichten, die für mich keinen Mehrwert bieten.

Mit Mehrwert meine ich, dass die E-Mail mir mehr bieten sollte, als das ich über einen RSS-Feader bekomme. Klar, Du darfst und sollst für Deine Blogbeiträge Werbung machen. Aber biete Deinen Lesenden auch Beiträge innerhalb Deines Newsletters an, die sie niemals auf Deinen Blog lesen werden.

So hab ich bei meinem letzten Newsletter Beiträge zum Thema “Weltenbau” angeboten. Diese haben sie nur in meinem Newsletter bekommen und nirgends sonst. Und gleichzeitig hab ich ihnen noch geschrieben, was sich sonst auf meinem Blog so getan hat. Das war eine Win:Win Situation.

Daher sage ich ganz klar, die Mischung macht den Gewinn aus.

Worüber schreiben?

So, Werbung ist ja schön und gut. Doch wenn Du, so wie ich, noch keine Veröffentlichung hast, dann ist das Thema schon einmal vom Tisch. Und wenn Du nicht bloggst, sowieso. Worüber könntest Du also schreiben?

Zumal wir ja auf Dauer es hinbekommen wollen, dass Du Deine Bücher bewerben kannst. Das ist am Ende unser oberstes Ziel.

Ein Blick auf Deine Leidenschaft

Worüber schreibst Du in Deinen unveröffentlichten Werken? Oder welche Themen interessieren Dich? Was sind die Topics, über die Du in einer Dauerschleife schreiben und reden könntest?

Überlege Dir dann, wie Du diese Leidenschaft vermitteln kannst, ohne dass Du die falschen Leute anziehst (wir möchten ja Deine zukünftigen Leser*innen anlocken).

Nehmen wir eine zweite Liebe von mir, Wrestling. Jetzt könnte ich natürlich einen Newsletter aufsetzen und darüber schreiben. Welche Promotion plant was und welche Wrestler*innen sind dort überhaupt unterwegs.

Würde mich das als Autorin weiterbringen? Vermutlich im Bereich Recherche. Aber in meiner Liste könnten sich am Ende eher Leute befinden, die sich mehr fürs Wrestling interessieren, als für meine Bücher (selbst wenn sich das eine oder andere Wrestlingbuch darunter befände, die anderen wären vermutlich uninteressant).

Daher wäre es gut, wenn ich dieses Thema im Zusammenhang mit meinem Schreiben angehe. Zum Beispiel, wenn mich das Thema Wrestling vom Schreiben abgehalten hat. Oder, wenn ich aufgrund einer Sache in einer Promotion eine Idee für meine Geschichte habe (was mir tatsächlich vor kurzem passiert ist).

Blick über die Schulter

Was aber die Meisten am ehesten interessieren dürfte, ist sicherlich ein Blick über Deine Schulter. Also über den Blick einer*eines Autor*in.

So kannst Du mal aus einem Tag Deines Lebens berichten. Wie leicht oder wie schwer war es, mal den ganzen Tag zu schreiben? Oder hast Du mal versucht, an einem Tag 10.000 Wörter zu verfassen? Und wie sieht es mit Schreibblockaden aus? Wie gehst Du mit ihnen um?

Übrigens, Du musst keinen Bericht schreiben, als würdest Du einen Blogbeitrag verfassen. Schreib einfach drauf los, als würdest Du einem vertrauten Menschen über Dich erzählen. Natürlich kannst Du gerne die ganz peinlichen Dinge weglassen.

Outtakes, Schnipsel und einen Blick in Dein Buch

Hat es eine Szene nicht in Dein Buch geschafft, dann kannst Du diesen gerne mit Deinen Lesenden teilen. Gerade, wenn Dein Roman veröffentlicht wurde. Dann kann man sehen, wie sehr sich die Idee von Dir mit dem Ergebnis unterscheidet.

Aber auch wenn Deine Geschichte noch nicht das Licht der Welt gesehen hat, können solche Schmankerl versendet werden. So machst Du Deine Lesende heiß auf Deine Geschichte. Wenn sie sehen, was Du rausgeworfen hast, wollen sie vielleicht am Ende sehen, was dafür in Deine Geschichte gekommen ist.

Schnipsel sind ganz kleine Ausschnitte aus Deiner Geschichte, die am Ende Deine Lesende auch in den Händen halten können. Damit soll der Heißhunger geschürt werden. Wenn ihnen ein Satz oder ein Absatz so gut gefällt, dass sie Lust auf mehr haben, werden sie hoffentlich Deinen Roman kaufen.

Kleine Geschenke

Du kennst sicherlich den Spruch “Kleine Geschenke erhalten die Freund*inschaft”. Das gilt natürlich auch für Menschen, die Du vielleicht niemals im realen Leben treffen wirst. Also die Lesenden Deiner Newsletter.

Wie wäre es, wenn Du ihnen mal eine Kurzgeschichte schickst, die Du nur für sie geschrieben hast? Diese darf dann natürlich nirgends anders erscheinen. Gut, erst einmal. Wenn Du möchtest, kannst Du nach einigen Jahren diese Geschichten nehmen und daraus eine Anthologie machen. Aber das würde ich selbst erst machen, wenn sich die Meisten auf Deiner Liste gar nicht mehr an die Geschichte erinnern.

Ergänzend könntest Du auch von Deiner Neuerscheinung das erste Kapitel versenden. Also eine Leseprobe. Damit lockst Du Mögliche Lesende an. Das Ziel ist nicht nur, dass Du ihnen etwas gibst, sondern sie hoffentlich am Ende so neugierig auf Deine Arbeit sind, dass sie das Ergebnis unbedingt haben wollen.

Sicherlich fallen Dir hier noch ein paar Ideen ein, die Du umsetzen könntest. Leg los.

Außerhalb Deiner Welt?

Damit meine ich alles, was Du selbst nicht kontrollieren kannst. Also andere Autor*innen, andere Blogs, eben andere Personen.

Wie sieht es aus, wenn Du andere Personen in Deinem Blog empfiehlst, weil Du sie gut findest? Könnte das ein Problem werden? Oder geht das in Ordnung?

Wenn wir zum Beitrag über die möglichen Fallstricke im rechtlichen Sinne kommen, werde ich noch auf ein paar Punkte eingehen. Daher möchte ich mich hier eher kurz äußern.

Natürlich kannst Du erst einmal alles empfehlen, was Dir gefallen hat. Dabei ist es immer wichtig, dass Du das Urheberrecht berücksichtigst. Also keine Kopien aus dem Werk, die mehr als über das zitieren hinausgeht.

Suchst Du bei Bücherempfehlungen nach Hinweisen, kann ich Dir nur die Bücherblogs ans Herz legen. Dort siehst Du, wie weit sie gehen und wann genug ist. Auch wenn das kein rechtlicher Rat ist (weil das keiner sein kann, weil ich diesen nicht geben darf), so orientiere ich mich schon daran. Ansonsten, such Dir für alle Fälle juristischen Rat.

Wenn Du ein Buch empfiehlst, dann sei nicht nur ehrlich, warum es Dir gefallen hat. Sondern auch, solltest Du dieses Werk als Rezensionsexemplar bekommen oder dafür eine finanzielle Entschädigung erhalten haben. Damit zeigst Du nicht nur Transparenz für Deine Lesende, sondern kommst damit auch rechtliche Erfordernissen nach.

Bei Linkempfehlungen rate ich Dir, genau hinzusehen. Ist der Blog oder die Internetseite wirklich zu empfehlen? Oder kommt Dir etwas seltsam vor? Bei Letzteren sage ich klar, Finger weg. Lieber noch einmal drüber schauen, als dass Du etwas verbreitest, was nicht verbreitet gehört. Und im nächsten Newsletter ist sicherlich noch Platz für die Empfehlung.

Rund um die*den Autor*in

Es möge schnell geschehen, aber egal wann, eines Tages ist es soweit, Du bist ein*e veröffentlichte*r Autor*in. Das bedeutet natürlich, dass Du vor der Veröffentlichung gerne mal sehr ausführlich über Deinen Roman berichten darfst.

Das bedeutet, dass Du den Klappentext einstellen darfst, Ausschnitte aus Deinem Roman oder auch das Cover. Gerne kannst Du das auch über mehrere Newsletter machen, um die Leute heiß zu machen.

Eventuell möchtest Du auch Leute einladen, die Dich als Betaleser*innen unterstützen. Oder denen Du ein Rezensionsexemplar zukommen lassen willst. Auch das ist natürlich möglich.

Ein Beispielnewsletter

An dieser Stelle möchte ich diesen Beispielnewsletter beschreiben. Natürlich für einen Newsletter. Der nächste könnte völlig anders aussehen. Und tun wir so, als würde ich diesen Newsletter versenden.

Anfangen könnte ich damit, dass ich über meinen Schreibprozess des letzten Monats schreibe (sofern ich den Newsletter einmal im Monat veröffentliche). Dazu würde ich erwähnen, wie ein Wrestlingmatch mich zu einem Charakter inspiriert hat. Dabei würde ich aber eher kurz auf dieses Wrestlingmatch eingehen, da ich nicht davon ausgehen kann, dass alle Lesende meine Leidenschaft fürs Wrestling so intensiv teilen.

Dann würde ich vielleicht noch auf ein Thema eingehen, über das ich in meinen Newsletter verarbeiten möchte (das Thema enthülle ich hier noch, sobald es konkret wird). Danach würde ich erzählen, was auf meinem Blog passiert ist (als Zusammenfassung und mit den Links direkt zu den entsprechenden Beiträgen).

Als Nächstes wäre dann die Buchwerbung dran (entweder für mich oder für andere). Und zu guter Letzt, sofern da was wäre, wo ich mal real zu treffen wäre (zum Beispiel auf einer Buchmesse).

Von anderen Autor*innen lernen

Ganz klar, lerne von denen, die schon vor Dir einen Newsletter veröffentlicht haben. Am besten von deutschsprachigen Autor*innen, weil sie sich an die gleichen gesetzlichen Grundlagen halten müssen, wie Du.

Schau Dir genau an, was sie schreiben und was sie veröffentlichen. Und vor allem, was Dir gefällt und Du auf Deine Art und Weise übernehmen möchtest. Natürlich sollst Du nicht kopieren, Du sollst Dich am besten inspirieren lassen.

Natürlich kannst Du auch die Newsletter von englischsprachige Autor*innen empfangen. Solltest Du vielleicht sogar, einfach, um zu sehen, was sie so machen. Doch sehe das, was sie schreiben, mit einem etwas kritischeren Blick. Denn in Ländern außerhalb der EU herrschen andere Gesetze. Und das zeigt sich auch in den Newslettern.

Abschlussgedanken

Mein Wunsch war es Dir zu zeigen, dass Du auch ohne ein veröffentlichtes Werk einen Newsletter anbieten kannst. Denn es geht letztendlich auch darum, eine Liste aufzubauen. Und wenn Du mit diesen Menschen dann Deine erste Veröffentlichung feierst, dann kann es passieren, dass Dein Werk in den Online-Shops eher zu sehen ist.

Deswegen, fang doch gleich mit der Planung an. Was würdest Du anbieten wollen? Und wie würdest Du einen Blick über Deine Schulter ermöglichen. Vielleicht magst Du sogar schon Deinen ersten Newsletter schreiben?

Auf alle Fälle wünsche ich Dir dabei viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Toxischer Plot] Mobbing als romantischer Aufhänger

Hei, hallo und herzlich willkommen,

zugegeben, einer meiner Lieblingsmethoden, um zu prokrastinieren ist es, die 1-Stern-Rezensionen auf einem gewissen Portal zu lesen. Denn häufig kann ich mich darüber gut amüsieren. Doch dort finden sich auch sehr gut und ausführliche Rezensionen, die viel über ein Buch aussagen können. Und einer dieser Rezensionen hat mich zu diesem Beitrag inspiriert.

Kurze Vorgedanken

In Liebesromanen zwei Menschen zueinander zu führen, damit sie sich verlieben und dann eine spannende Story entsteht, kann durchaus schwierig sein. Immerhin muss man sich ja als Autor*in überlegen, wie das geht und vor allem, dass es nicht sofort klappt. Die Spannung soll ja bis zum Schluss bleiben, kommen sie zusammen oder nicht.

Aber es gibt Wege, wie zwei Menschen zueinanderfinden sollen, bei denen ich, gelinde gesagt, nur den Kopf schütteln kann. Bei einen der Rezensionen, die ich durchgelesen habe, wurde tatsächlich Mobbing als Weg gewählt.

Daher möchte ich heute darüber schreiben, warum ich das, gelinde gesagt, nicht lustig oder gar romantisch finde.

Noch eines vorneweg, bei diesem Beitrag möchte ich nicht gegen die*den Autor*in bashen. Daher werde ich weder den Namen der schreibenden Person noch den Titel des Buches nennen. Es handelt sich hierbei um einen Beitrag, der sich um das Thema dreht, in der Hoffnung, dass sich das nicht verbreitet.

Und es sei noch erwähnt, es handelt sich hierbei nicht um einen psychologischen Beitrag. Solltest Du Hilfe benötigen, dann klicke HIER und HIER (für Österreich) und ruf die entsprechenden Nummern an. Und ja, ich werde in diesem Beitrag auch einige psychologische Themen ansprechen, das als Triggerwarnung.

Allgemeines zum Thema

Bevor wir uns dem Thema für eine Geschichte widmen, möchte ich erst einmal Mobbing kurz betrachten. Also, was ist das, wer mobbt, wer wird gemobbt und welche Konsequenzen kann es am Ende geben.

Was ist jetzt eigentlich Mobbing?

Mobbing bedeutet, grob beschrieben, dass eine Person von einer oder mehreren anderen Personen (also einer Gruppe) zumeist psychisch, aber auch physisch beleidigt, angegangen, verletzt oder gedemütigt wird.

Selten handelt es sich dabei um eine einmalige Aktion. Das kann manchmal über Jahre und noch länger hinweg gehen. Dabei kann es sein, dass die Täter*innen sich regelrecht auf ein Opfer fokussieren und es mobben, bis sich die Wege trennen. Oder sie langweilen sich und suchen sich dann ein neues Opfer.

Die Bandbreite des Mobbings ist extrem weit. Von subtilen Bemerkungen, bis hin zu Lästereien, sogenannten Scherzen (die für das Opfer nie lustig sind) und sogar physische Gewalt. Das Opfer kann tatsächlich verprügelt werden.

In Serien, Filmen und meistens Young Adult Geschichten ist Mobbing als negative Erfahrung durchaus ein Thema. Daher denke ich, dass Du Dir davon durchaus ein Bild machen kannst, wenn Du nicht selbst mal ein Mobbingopfer geworden bist.

Wer mobbt eigentlich?

Es gibt noch nicht ausreichende Studien, die das Thema Mobbing erschöpfend analysiert haben. Daher kann man (und erst recht ich) keine zufriedenstellende Antwort geben.

Die Vermutung geht dahin, dass die mobbenden Personen eher Selbstzweifel an sich und der eigenen Person haben. Im privaten Bereich vielleicht nichts zu sagen haben und sich daher einer Gruppe anschließen. Dort fühlen sie sich stark und sicher. Und dementsprechend kommen sie so zur Macht, die sie sonst vielleicht nicht haben.

Wer wird gemobbt?

In einen dieser Studien wird erklärt, dass Mobbingopfer schüchtern, zurückhaltend und sich eher in die Opferstellung begeben. Kritiker*innen dieser Aussage meinen jedoch, dass das nicht die Auslöser für das Mobbing sind, sondern eher das Ergebnis.

Und aus persönlichen Erfahrungen kann ich den kritischen Stimmen nur zustimmen. Mobbingopfer können die sein, die neu auf eine Schule oder Arbeitstelle kommen. Sie können sich mal gewehrt haben, weil sie unfair behandelt wurden. Oder sie machen ihre Arbeit besser als die anderen. Sie können sportlich oder auch unsportlich sein. Vielleicht sind sie nicht vermögend genug oder haben mehr Geld als die anderen aus der Klasse.

Für die mobbende Person gibt es natürlich irgendeinen Grund, warum sie*er sich genau diese Person ausgesucht hat. Aus der objektiven Sicht würde ich sagen, egal was man macht, in den Augen der mobbenden Personen macht man es sowieso falsch.

Welche Konsequenzen kann Mobbing haben?

Vor einiger Zeit twitterte eine Person, dass sie mit Mitte zwanzig immer noch verunsichert ist, wenn andere hinter ihrem Rücken lachen. Damit wollte sie ausdrücken, dass sie zwar aus der Schule raus ist, aber sie immer noch unter dem Mobbing leidet.

Daraufhin erwiderte ich, dass ich mit Ende dreißig ebenfalls diese Verunsicherung verspüre. Eine andere Person erklärte, dass es ihr*ihm mit sechzig ebenso ergeht.

Kurz geschrieben, Mobbing kann nicht nur den Tag versauen, in einigen Leben sogar das ganze Leben. Die Persönlichkeit kann sich verändern, man wird ängstlicher, traut sich nicht mehr viel zu (wenn überhaupt), hat Versagensängste, verliert die Stelle im Beruf und igelt sich ein. In ganz schlimmen Fällen sehen Mobbingopfer keinen Ausweg und beenden sogar ihr Leben.

Das ist bei Weitem nicht alles, aber ich denke, Du kannst Dir ein Bild machen. Mobbing ist also nicht lustig oder sonstwie.

Mobbing in der Literatur

Da Mobbing durchaus ein Thema für viele junge Menschen ist (aber nicht nur), ist es auch häufig ein wiederkehrendes Thema in den Young Adult Geschichten. Meistens kommt unsere Heldin neu an eine Schule und wird gemobbt.

Bisher wurde das aber eher negativ betrachtet. Also, dass Mobbing schlecht ist (was es ja auch ist). Nun gibt es tatsächlich zumindest einen Roman, der Mobbing romantisiert. Daher möchte ich beide Elemente aufführen und erklären, warum ich das für keine gute Idee halte.

Mobbing als romantische Annäherung

Als Liebesromanautorin ist es wichtig, dass ich mir Gedanken mache, wie mein Paar zusammenfindet. Wie treffen sie sich, wie finden sie zueinander und wo ist der Konflikt, damit das Happy End nicht sofort da ist. Dazu gehört durchaus ein wenig Kreativität.

Wenn Du als Liebesromanautor*in Dich dafür entscheidest, dass eine Gruppe auf den Love Interest verbal oder gar physisch einschlägt, was für eine romantische Basis hat dann die Liebe? Ehrlich gesagt, ich verstehe das nicht.

Auf Twitter fragte mal jemand nach, ob Mobbingopfer sich mit den Täter*innen unterhalten würden, um nach deren Gründen zu fragen. Und auch, ob sie deren Entschuldigung annehmen würden.

Nicht alle, aber sehr viele meinten, dass sie den Täter*innen nicht die Genugtuung einer reinen Seele gewähren möchten. Das bedeutet, dass die Täter*innen nach diesem Gespräch sich besser fühlen würden. Immerhin haben sie ihre Situation erklärt und entschuldigt. Damit ist ja normalerweise für sie die Sache erledigt.

Die Opfer hingegen bleiben mit ihren Erinnerungen, ihren Ängsten und ihrem Leid zurück. Häufig kann solch eine Entschuldigung sogar alte Wunden aufreißen, sodass alles wieder hochkommt. Und dann müssen sie erneut mit sich ins Reine kommen.

Auch ich gehöre dazu, dass ich meine Mobber*innen nie wieder sehen will. Geschweige denn, dass ich mit denen eine Freundschaft oder gar eine Beziehung aufbauen möchte. Da würden mit Sicherheit ebenfalls all die Wunden auftauchen, die ich bisher erfolgreich verdrängen konnte.

Natürlich, es gibt Ausnahmen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass die gemobbte Person und die mobbende Gruppe weiterhin etwas miteinander zu tun haben wollen, schätze ich als eher gering ein.

Daher frage ich mich, wie man solch eine Geschichte als romantisch verkaufen kann? In meinen Augen ist es nicht romantisch gemobbt zu werden. Und wenn sich daraus eine Beziehung entwickelt, für mich hat es einen eher negativen Beigeschmack. Und zwar, dass sich die gemobbte Person noch nicht aus ihrer Opferhaltung befreit hat.

Wie kann man es anders schreiben?

In meinen Augen gehört Mobbing dahin, wo es wirklich hingehört: in die Tonne. Und das als romantische Geschichtsunterstützung, als auch in der realen Welt.

Doch noch ist Mobbing ein reales Thema. Und ja, ich finde es durchaus wichtig, es vernünftig zu thematisieren. Sollte also Dein Love Interest ein Mobbingopfer sein, dann ist das per se nicht schlimm. Es kommt dann auf die Umsetzung.

Befindet sich die andere Hälfte des Paares (ich gehe jetzt von einer monogamen Beziehung aus) in der Gruppe der Mobbenden, sehe ich das als schwierig an.

Bevor Du anfängst daran zu schreiben, bitte ich Dich, frag Dich selbst, warum genau das sein muss. Warum muss eine der Charaktere aus der Gruppe der Mobbenden stammen? Gibt es nicht eine andere Möglichkeit?

In der Geschichte “Fessel mich” von der Autorin Norah Wolff geht es auch um Mobbing. Doch die Auflösung für den Love Interest wurde hier um einiges besser gewählt.

An dieser Stelle möchte ich nicht zu sehr Spoilern. Aber ich kann Dir das Buch empfehlen. Gerade, weil es auch die Konsequenzen des Mobbings zeigt, die Jahre später bei einem der Charaktere immer noch aktuell sind.

Natürlich kann einer der beiden Charaktere ein Mobbingopfer sein. Aber der andere Teil könnte eine neutrale Person sein. Vielleicht unterstützt sie*er das Mobbingopfer. Oder weiß selbst nicht, wie sie*er darauf reagieren soll. Alternativ hat sie*er nichts damit zu tun und kommt erst später dazu.

Meine Bitte an dieser Stelle: Wenn Du unbedingt Mobbing als romantischen Aufhänger benutzen möchtest, bitte hinterfrage das. Warum muss das genauso sein? Und kann man es nicht anders schreiben? Danke schon einmal.

Dem Opfer die Schuld geben

Nein!

Nein!

Nein! Nein! Nein!!!

Es gibt Dinge, mit denen ich selbst nicht klar komme. Das sogenannte Victim Blaming gehört eindeutig dazu.

Unter Victim Blaming versteht man, dass man dem Opfer einer Straftat die Schuld daran gibt, eben Opfer dieser Straftat geworden zu sein. Zum Beispiel, warum ist Person X bei so später Stunde noch rausgegangen. Wäre sie oder er zu Hause geblieben, wäre Person X nicht Opfer dieser Tat geworden. Dass der Täter bzw. die Täterin die Tat begangen hat, wird dadurch relativiert und manchmal sogar entschuldigt.

In dem besagten Fall wurde dem Opfer des Mobbings die Schuld zugeschoben. Sprich, die Person sei ja Schuld, dass sie*er gemobbt wurde.

Um es noch einmal ganz deutlich zu schreiben, ein Opfer hat erst einmal keine Schuld. Wenn es der Meinung ist, ohne Fallschirm aus einem Flugzeug in 10 km Höhe zu springen, dann ist das was anderes (um mal eines dieser schlechten Beispiele zu nehmen). Aber ansonsten ist ein Opfer (oder auch Überlebende, je nach persönlicher Präferenz) nie Schuld daran, in eine entsprechende Situation gelandet zu sein. Das gilt eben auch fürs Mobbing.

Warum das so geschrieben wurde oder wird, will sich mir nicht ganz erschließen. Vielleicht eine Art Erpessung, damit sie*er in die Beziehung einwilligt? So im Sinne von, Du hast doch selbst Schuld, dass Du gemobbt wurde, jetzt küsse mich.

Wie kann man es anders schreiben?

Aus diesem Grund, ich würde dieses Thema niemals so aufgreifen. Wenn die besagte Person das über sich selbst sagt, dann kann das leider auf realen Emotionen basieren. Denn Überlebende können das tatsächlich über sich sagen, wenn sie dieses oder jenes (nicht) getan hätten, wären sie nicht in die Situation gelandet. Weiterhin gilt dies auch für die Täter*innen, damit erklären sie ihre Unschuld. Andere sind Schuld, aber nicht sie.

Wenn Du das so beschreibst, dann gehört das zum Charakter. Aber in meinen Augen sollte das niemals die Prämisse einer Geschichte sein: Das (Mobbing-)Opfer hat Schuld.

Daher meine klare Empfehlung: Als Charaktereigenschaft kann das gehen, aber nicht als Geschichtsprämisse. Und wenn ich mir noch was wünschen darf, dann wäre es schön, wenn Dein Charakter erkennt, dass sie*er eben nicht Schuld daran ist.

Abschlussgedanken

Mobbing kann durchaus ein heikles Thema sein. Daher empfehle ich, bevor Du darüber schreibst, erst einmal zu recherchieren. Und gegebenenfalls mit gemobbten Personen als Sensitive Readers zusammen zu arbeiten.

Niemand sagt, dass Du nicht über Mobbing schreiben darfst oder sollst. Mein Wunsch ist es, dass Du damit kritischer umgehst. Denn Mobbing ist keine lustige Angelegenheit. Erst recht nicht für die gemobbte Person. Und für die Meisten ist es zudem ein Schlag ins Gesicht, wenn das noch romantisiert wird.

Daher noch einmal meine Bitte, wenn Du das verwenden möchtest, hinterfrage Deine Motivation. Und dann gehe kritisch an die Sache heran.

Danke dafür.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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