Das Tarot und die Legemethoden

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du mit dem Tarot arbeiten möchtest, gibt es viele Möglichkeiten. Du kannst theoretisch für jedes Kapitel, gar für jeden Absatz eine Karte ziehen. Dann deutest Du entweder das Bild oder arbeitest mit der Bedeutung und schaust, wie es Deiner Geschichte hilft.

Oder Du arbeitest kontrollierter und vorhersehbarer.

Kurze Vorgedanken

Legemethoden werden zwar in erster Linie dazu verwendet, um zu einer bestimmten Frage oder Thematik die Antworten zu bekommen. Zum Beispiel soll ich die Stelle wechseln, werde ich mich bald verlieben oder wie sieht meine Zukunft aus.

Jedoch kannst Du solche Legemethoden entweder direkt oder auch abgewandelt für Deine Geschichte benutzen. Wie wäre es mit einer Legemethode aus dem Bereich “Beruf und Jobs”, um zu sehen, was Dein Charakter beruflich macht? Oder wir treffen sich Deine Charaktere zum ersten Mal in einem Liebesroman?

Was sind Legemethoden genau?

Eine Legemethode ist ein Bild mit verschiedenen Positionen, die jeweils eine Bedeutung haben. Ein einfaches Bild wäre:

  • Vergangenheit
  • Gegenwart
  • Zukunft

Für diese Legemethode ziehst Du drei Karten und legst sie nebeneinander. Dann drehst Du die Vergangenheit um und deutest die Vergangenheit (entweder Deine oder von einer anderen Person oder Charakter). Das machst Du dann auch mit der Gegenwart und der Zukunft.

Die leichteste Legemethode ist, wenn Du eine Karte ziehst. Das kann eine Tageskarte sein oder für eine Ja-Nein-Legung. Aber es soll auch Legemethoden geben, die tatsächlich alle 78 Karten des Tarotdecks verwenden. Doch ehrlich gesagt, diese ist mir noch nie untergekommen.

Mit den Legemethoden kannst Du dafür Sorgen, dass eine Sitzung in geordnete Bahnen gelenkt wird. Das bedeutet, wenn jemand mit einer Frage zu mir käme, dann könnte ich anhand der Legung herausfinden, wie die wahrscheinlichste Antwort ist. Natürlich geht es auch ohne, nur brauchen viele die Ordnung. Daher ist ein Muster immer das Beste, um auch nichts zu vergessen.

Wie arbeite ich an einem Roman mit einer Legemethode?

Zwischenzeitlich gibt es verschiedene Legemethoden in Büchern und Internet, die sich direkt für das arbeiten an einem Roman eignen. Der einzige Nachteil wäre wohl, dass bisher so gut wie alle Beiträge dazu nur auf englisch sind.

Für den Anfang kannst Du die verschiedenen Plotmethoden nehmen und damit arbeiten. Ein Beispiel wäre:

  • Erster Akt
  • Zweiter Akt
  • Dritter Akt

Beim klassischen Drei-Akter ziehst Du für jeden Punkt mindestens eine Karte (bei Bedarf empfehle ich persönlich maximal drei Zusatzkarten zu wählen, mehr könnte am Ende eher verwirren).

Dann deutest Du die Karten und erarbeitest Dir darüber den entsprechenden Plot. Natürlich kannst Du dann tiefer und tiefer gehen, je nachdem, wie Deine Arbeitsmethode ist.

Bestehende Legemethoden umarbeiten

Es gibt bereits bestehende Legemethoden, mit denen Du arbeiten kannst. Für den Start habe ich einige herausgesucht. Jedoch übernehme ich für die Links oder deren Inhalt keine Gewährleistung.

Such Dir eine Methode heraus, die Deiner offenen Frage am nächsten kommt. Und schau Dir an, welche Positionen dort belegt sind. Eventuell reicht Dir das sogar schon aus. Dann musst Du nichts weiter machen, als Karten ziehen und mit denen arbeiten.

Alternativ streichst Du alle Punkte heraus, die Dir nicht weiterhelfen. Dafür notierst Du Dir die Punkte, die Du benötigst. Du kannst dabei so spezifisch sein, wie Du möchtest. Sprich, so spezifisch, wie Dein Romanprojekt es benötigt. Oder Du bist so allgemein, dass Du die Methode für andere Romane ebenfalls benutzen kannst.

Dann fügst Du alles zusammen und testest es aus. Es kann sein, dass Du das noch einmal nachbessern müsstest. Oder es klappt gleich von Anfang an gut. Das alles ist halt eine Try and Error Nummer.

Komplett eigene Legemethoden erfinden

Sagt Dir gar keine der Legemethoden zu und es hilft auch nichts, diese abzuändern, schreibst Du einfach Deine eigene.

Notiere Dir alle Punkte, die Du beantwortet haben möchtest. Daraus erstellst Du dann eine Frage, die Du dann mit einer Tarotkarte beantwortet bekommen möchtest.

Schreibe lieber zwei oder drei Legemethoden, bevor Du zu viel in eines hineinquetscht. Am Ende könnte es Dich eher verwirren, als Dir helfen.

frau schreibseeles Tipp

Dann kannst Du Dir noch überlegen, ob es in einem Muster bearbeitet werden soll. Oder ob Du das alles nach und nach ziehen möchtest. Und dann testest Du dieses Muster.

Warum ein Muster?

Wenn Du Dir einige der oben aufgeführten Links schon angeschaut hast oder tun wirst, dann siehst Du, dass die Karten in einem bestimmten Bild aufgebaut sind.

Theoretisch musst Du das nicht. Du kannst eine Karte nach der anderen ziehen und diese deuten. Aber bei vielen kann es durchaus gut sein, wenn man mit einem Bild arbeitet.

Denn häufig werden Karten, die sehr nahe beieinander liegen, auch zusammen gedeutet. Solltest Du ein Buch mit den Bedeutungen zur Hand haben, könnte es sein, dass dort steht, dass eine Karte eine Bedeutung hat. Diese wird aber verstärkt, wenn eine andere Karte in der Nähe ist.

Schau Dir daher die Originallegemethoden an, ob da irgendwelche Karten zusammen gedeutet werden sollen. Vielleicht möchtest Du das auch machen. Oder Du findest, dass zwei Positionen, die Du Dir selbst überlegt hast, zusammengehören. Also müssen auch diese zusammen gedeutet werden.

Abschlussgedanken

Mit den Legemethoden kannst Du häufig sehr tief in die Geschichte, in Deine Charaktere oder auch in die Umgebung der Szene eintauchen. Es kommt darauf an, für was Du die Legemethode verwendest bzw. geschrieben hast.

Meine Empfehlung, probier es einfach aus. Am Ende wirst Du sehen, ob es Dir hilft. Wobei ich der Meinung bin, ja, wird es. Eben, weil ich davon überzeugt bin.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erkenntnisse.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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frau-schreibseele

Mein Thema ist das geschriebene Wort. Das gilt sowohl für Romantexte als auch fürs Lettering, Sketchnote, Bullet Journals und was man noch schreiben kann. Aktuell arbeite ich an meinem ersten Roman, der 2018 veröffentlicht werden soll.

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