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Charakter Casting mit dem Tarot

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer mit dem Tarot arbeitet, hat durchaus verschiedene Möglichkeiten, dieses zu nutzen. Eine weitere Methode möchte ich Dir heute vorstellen.

Kurze Vorgedanken

Das Set der großen Arkana besteht aus 22 Karten. Also von 0 Dem Narren oder Der Närrin bis zu 21 Der Welt. Die Reise durch die 22 Karten wird auch die Reise des Narren bzw. der Närrin genannt.

Diese Reise können natürlich auch Deine Charaktere gehen. Aber für den Anfang kannst Du auch jede der Karten nehmen und einen Charakter entsprechend zuordnen.

Warum das machen?

Manchmal sitze ich da und denke mir, mmh, da fehlt noch ein Charakter. Oder ich könnte da noch jemanden gebrauchen. Da ich leider beim Schreiben durchaus zu schnell bin, also erst schreiben, dann plotten, kann das natürlich mal passieren.

Da kann es manchmal hilfreich sein, wenn ich mich an einen roten Faden halten kann und mit diesem arbeite. In dem Fall die 22 Karten der großen Arkana.

Das ist natürlich kein Muss, aber eine Möglichkeit eine Grundstruktur in die Charakterliste hineinzubringen. Ein wenig Vorarbeit ist aber notwendig.

Die Praxis

Bevor wir uns lange mit der Theorie beschäftigen, tauchen wir doch gleich in die mögliche Praxis hinein. Die Theorie selbst kommt mit der Praxisarbeit.

Sortiere die 22 Karten aus dem Deck

Wenn Du schon mit Deinem Deck gearbeitet hast, sollten die Karten ordentlich vermischt sein. Daher suche die Karten mit den römischen Zahlen heraus, also die große Arkana. Außer Du hast Dir ein Deck gegönnt, welches nur aus der großen Arkana besteht. Und ja, solche gibt es, wenn auch eher vereinzelt.

Hast Du diese, kannst Du sie in die richtige Reihenfolge bringen. Denn wir arbeiten sie nach und nach ab.

Bedeutungen der Karten grob kennen

Meistens wird mit jedem Tarotdeck zumindest das kleine weiße Büchlein mitgeliefert (im englischen liebevoll LWB also Little White Book genannt). Dort findest Du die Bedeutungen der Karten in der Übersicht. Mit wenigen Stichworten also.

Während der Arbeit mit den einzelnen Karten kannst Du gerne das LWB zumindest in der Nähe haben.

Die erste Karte

In über 95 Prozent der Tarotdecks ist die erste Karte die 0, also Die Närrin oder Der Narr. Schau in Deinem LWB, ob es auch hier so ist und fange dann mit dieser Karte an.

Schau Dir zuerst die Karte an und überleg Dir, wen Du dort siehst. Hast Du schon eine Idee, welche Figur durch die Karte 0 repräsentiert wird? Wenn ja, notiere Dir den Namen und weitere Punkte, sofern Du dies möchtest.

Häufig sagen die Bilder schon, was Du bereits weißt.

Hast Du aber gar keine Idee, wer sich hinter dem Bild verbergen könnte, schau Dir die Bedeutung an. Vielleicht sagt Dir das etwas, was Du als Idee für Deine Geschichte verwenden kannst.

Selbst gehe ich davon aus, dass Du tief in Deinem Inneren schon weißt, wer der Charakter ist. Es muss nur herausgekitzelt werden.

Du kommst nicht weiter?

Manchmal kann es aber sein, dass Du wirklich nicht weißt, wen die Karte repräsentiert. Das ist völlig in Ordnung. Und bevor Du Charaktere erschaffst, mit denen Du nicht arbeitest, überspringe sie einfach.

Karten ohne Personen

Die Karte X, welche für das Schicksalsrad steht. Oder die Karte XXI, also die Welt, sind Tarotkarten, die keine Personen repräsentieren. Du musst auch hier keine Person nehmen.

Bei der Welt ist es eigentlich einfach, was Du nimmst. Eben die Umgebung, in der Deine Geschichte spielt. Hier kannst Du Dir auch gerne Gedanken machen, wie Deine Welt aussieht. Erst einmal Stichworte, oder Du stürzt Dich sofort in die Arbeit hinein.

Bei den anderen Karten kannst Du Dich wieder auf das Bild konzentrieren. Was siehst Du und was will Dir das Bild sagen? Und was für ein Gefühl hast Du dabei? Da werde ich Dir nicht mit irgendwelchen Möglichen Deutungen hineinsprechen, um Dich nicht zu beeinflussen. Arbeite mit der Karte, mit der Bedeutung und vor allem, mit Deinem Bauchgefühl.

Wie geht es dann weiter?

Wenn Du damit fertig bist, hast Du erst einmal eine ordentliche Übersicht, über alle wichtigen Charaktere. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du nicht weitere Charaktere hinzufügen kannst, auch wichtige Hauptcharaktere. Aber mit dieser Liste hast Du eine wichtige Grundlage geschaffen.

Gerade dann, wenn Du noch keinen Weg siehst, wohin Deine Geschichte geht, kann so etwas hilfreich sein. Von daher, probiere es einfach mal aus. Am Ende kannst Du natürlich auch Charaktere auslagern. Aber ein Anfang ist gemacht.

Abschlussgedanken

Häufig bietet diese Methode eine Struktur für Deine Charaktere. Manchmal aber auch ein Durchbruch für mögliche Blockaden. Oder einfach auch nur die Chance anzufangen.

Daher meine Empfehlung, einfach mal ausprobieren. Du wirst sehen, was Du am Ende dabei gewinnen kannst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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