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Wie kann man Twitter (am besten) nutzen?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn man sich für einen Social Media Kanal entscheidet, kommen die ersten Fragen. Wie richte ich etwas ein? Wie arbeite ich damit? Und natürlich, was poste ich überhaupt?

Kurze Vorgedanken

Jeder Kanal hat seine eigenen kleinen Regeln. Ein Beispiel wäre, dass Du auf Facebook niemals neue Freund:inschaften sofort einlädst, Deine Seite zu liken. Zwischenzeitlich ist das für viele ein No Go geworden.

Wenn Du eine Zeitlang angemeldet bist und die anderen beobachtest, wirst Du vieles lernen. Auch die ungeschriebenen Gesetze eines Kanals (neben den Gesetzen des Betreibers selbst).

Aber lass Dich nicht verschrecken. Meistens ist eine offene und ehrliche Kommunikation immer das Beste, was Du tun kannst. Alles andere ergibt sich von selbst.

Wie Du Twitter (nicht) nutzen kannst

Auf Twitter hast Du 280 Zeichen Platz, um Deine Botschaft in die Welt zu schicken. Dabei bleiben mögliche Threads unberücksichtigt.

In diesen 280 Zeichen sollte idealerweise Deine Botschaft zu finden sein. Deine möglichen Tags (also andere User:innen ansprechen), Hashtags und gegebenenfalls Links. Das bedeutet, dass Du effizient schreiben lernen solltest. Oder anders ausgedrückt, Du solltest Deine Botschaft mit wenigen Zeichen vermitteln. Wenn das nicht klappt, bleibt Dir immer noch die Möglichkeit eines Threads.

Im folgenden möchte ich Dir einige Vorschläge machen, worüber Du tweeten kannst. Oder was Du in meinen Augen doch eher lassen solltest. Diese Punkte kannst Du trotzdem machen. Letztendlich werde ich es Dir nicht verbieten. Aber Du solltest damit rechnen, dass andere Leute Dir dafür die Quittung geben und Dir nicht mehr folgen werden.

Umgang mit Links

Vor Jahren passierte mir folgende Geschichte: Ein Account folgte mir zuerst und ich entschied mich sofort zurück zu folgen. In den darauffolgenden Monaten viel mir immer wieder auf, dass dieser Account andauernd einen Link postete.

Zuerst dachte ich mir nichts dabei. Der nächste Gedanke war dann, dass ich Pech gehabt habe, dass ich diesen Account immer dann erwische, wenn die Person dahinter eben diesen Link postet (wohlgemerkt, es war nur ein Link, an den man nicht erkennen konnte, wohin er führte, zudem fehlten auch noch Erklärungen).

Irgendwann reichte es mir dann doch und ich rief den Account auf und durchsuchte die Timeline. Und tatsächlich wurde über Monate hinweg nur dieser eine Link gepostet. Keine Retweets, keine Tweets, kein gar nichts.

Wenn Du Links postest, dann schreib bitte hinzu, was ich sehe, wenn ich diesen aufrufe. Damit verhinderst Du den Gedanken, dass Du ein:e Spammer:in bist, möglicherweise Virenseiten teilst und, dass ich kein Interesse habe, Dir weiter zu folgen. Daher, Link rein und dann einen kurzen Text schreiben, worum es geht. Das reicht schon völlig aus.

Dezente Werbung

Jetzt behaupte ich mal, so gut wie niemand mag Werbung. Zumindest zähle ich mich dazu. Zwar gibt es Werbetrailer, die ich mag, aber die lassen sich an einer Hand abzählen. Und zwar alle, die ich in meinem Leben gesehen habe.

Warum sollte ich mich also in den sozialen Medien aufhalten und dort andauernd mit Werbung belästigt zu werden? Für mich lautet die Antwort ganz klar: gar nicht!

Wenn Du Werbung für Deine Arbeit machst, ist das erst einmal in Ordnung. Solange Deine Tweets nicht ausschließlich aus Werbung besteht. Das ist der feine Unterschied.

Schreib ruhig, wie weit Du mit Deinem Roman bist. Oder auch, dass Du diesen demnächst veröffentlichst. Gerne auch, dass dieser auf Platz 1 der Bestsellerlisten ist. Oder sag einfach plump, dass es Dein Buch zu kaufen gibt.

In meinen Augen ist es aber wichtig, dass Du zwischenzeitlich auch andere Tweets absetzt. Wenn Du eine Katze hast, dann poste etwas über diese (immerhin wurde das Internet nur erfunden, um Katzenbilder und Videos zu teilen). Oder was Du an dem jeweiligen Tag gemacht hast. Und noch vieles mehr.

Zeig einfach zwischendurch Deine Persönlichkeit. Dann fallen Deine Werbetweets nicht so sehr auf.

Respektiere den Originaltweet

Es gibt da draußen so viele geniale Tweets, da werde ich manchmal ganz narrisch, warum mir so etwas nicht eingefallen ist. Diese teile ich dann. Entweder kommentarlos oder mit einer eigenen Interpretation des Tweets. Oder was mir auch gerade dazu einfällt.

Andere hingegen wandeln den Tweet ab und geben die Idee dahinter dann als eigene aus. Natürlich kann das durchgehen. Aber häufig habe ich schon gesehen, dass User:innen wissen, woher die Originalidee stammt. Und es kam bisher nicht wirklich gut an, wenn jemand das getan hat.

Auf Dauer kann ich Dir empfehlen, dass Du lieber den Originaltweet zitierst und etwas Neues lustiges dazu schreibst. Oder erfinde etwas Eigenes. Und setze das in die Welt. Nur Mut, ein wenig Übung und dann klappt das schon.

Sei offen – aber nicht ZU offen

Du gehst ins Kino? Schreib lieber darüber, in welchem Film Du gehst, anstatt in welches Kino. Du kochst in einem VHS-Kurs? Dann doch lieber Bilder von dem Rezept, als von den anderen Teilnehmer:innen.

Persönlich halte ich es immer so, dass ich zwar sage, dass ich unterwegs bin, aber nicht immer wohin genau. Vielleicht bin ich ein wenig paranoid. Aber ich möchte halt nicht, dass jemand dort steht und mich begrüßt. Oder ich schreibe erst, dass ich an einem Ort war, nachdem ich schon lange wieder zu Hause bin.

Meine Empfehlung ist, achte auf Deinen Datenschutz und auch auf den der Anderen. Auch wenn die Daten überall gesammelt werden, ich versuche wenigstens, den Anderen das Leben schwer zu machen.

Linktipp (kein Affiliatelink): Sicherheit im Internet

Bilder und Gifs und Videos

Du kannst selbsterstellte oder selbstgemachte Bilder hochladen oder aus Twitter Gifs auswählen und diese mit der Welt teilen. Natürlich gilt dies auch für Videos.

Bei Bildern und seit Kurzem auch bei Gifs, kannst Du einen Text einfügen, was dort gesehen werden kann. Für sehende Menschen spielt es keinen Unterschied, ob da was steht oder nicht. Aber für Menschen, die schlecht oder gar nicht sehen können, ist das unheimlich wichtig.

Sie arbeiten mit einem Programm, der für sie Tweets und eben solche Texte ausliest. Damit können sie nachvollziehen, was auf dem Bild steht. Eben, wenn Du es schreibst.

Selbst gehöre ich zu den sehenden Personen. Aber ich habe immer wieder Probleme mit meinen Augen. Bis hin zu Entzündungen, bei denen ich tagelang nicht die Augen öffnen konnte. Daher kann ich zumindest im Hauch nachvollziehen, wie es ist, auf solche Technik angewiesen zu sein.

Sei daher fair und ermögliche nicht sehenden Menschen ein barrierefreies Internet. Danke.

Fülle Dein Autor:innenkarma

Du hast Dir ein Buch gekauft? Schreib darüber. Dir hat ein Buch gefallen? Schreib auch darüber. Du magst ein:e Autor:in? Tagge sie und schreib darüber.

Es ist jederzeit völlig in Ordnung, für andere Autor:innen Werbung zu machen. Du musst sie auch nicht taggen, wenn es Dir noch unangenehm ist. Bei deutschsprachigen Autor:innen habe ich selbst wenig bis gar keine Hemmungen. Bei englischsprachigen hingegen schon.

Jedoch ist es in Ordnung, wenn Du über ihre Bücher schreibst und den Autor:innennamen als Hashtag benutzt (mehr zu Hashtags in einem späteren Beitrag). Aber mach ruhig Werbung für sie.

Es werden niemals alle sich an Dich erinnern und Dein Buch empfehlen. Das kannst Du vergessen. Aber wenn andere Autor:innen sehen, dass Du fleißig für sie Werbung machst, werden sie eher geneigt sein, Dich mal zu retweeten.

Daher fang an, nachdem Du diesen Beitrag zu Ende gelesen hast, und empfehle allen, die Dir folgen, Deinen Lieblingsroman.

Und alles, was Dir so einfällt

Du kannst natürlich über alles tweeten, was Dir wichtig ist und einfällt. Daher empfehle ich Dir, einige Accounts zu folgen, um von ihnen zu lernen. Natürlich besonders Menschen, die Deiner Leidenschaft folgen. In unserem Fall also Autor:innen und Lektor:innen und alle, die in dieser Bubble zu finden sind.

Das Wichtigste ist, leg einfach los.

Abschlussgedanken

Du wirst nach und nach die Sprache von Twitter mitbekommen, wenn Du Twitter aktiv benutzt. Nach einiger Zeit findest Du Deinen eigenen Ton und Deine Besonderheit. Dann kannst Du einen Satz twittern und die Leute verstehen Dich. Und dementsprechend werden sie Deinen Tweet liken.

Manchmal reicht es bei mir zwischenzeitlich, dass ich tweete, dass ich eine Idee habe. Meine tollen Follower:innen kennen einige meiner Macken zwischenzeitlich und wissen, wie sie damit umgehen sollen. Und das färbt sogar auf die Eine oder den Anderen sogar ab.

Sei Du selbst und finde Deine Stimme. Dann wird Twitter sicherlich toll für Dich werden.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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