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[Ideen] Andere Ideen aufgreifen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nehmen wir an, Du und zwei andere Autor:innen bekommen eine Idee, aus der ihr eine Geschichte schreiben sollt. Wie schätzt Du die Wahrscheinlichkeit ein, dass ihr alle eine ähnliche Geschichte am Ende habt?

Kurze Vorgedanken

Gebe drei Autor:innen eine Geschichtsidee und Du bekommst mindestens fünf verschiedene Versionen am Ende. Daraus könnte am Ende vielleicht sogar ein Sprichwort werden. Das bedeutet, dass Ideen von Autor:innen individuell interpretiert werden. Und damit ähneln sich sehr wahrscheinlich keine der möglichen Geschichten.

Daher finden es viele als überflüssig, nicht über Ideen zu sprechen. Aber das ist ein anderes Thema.

Jedoch ist dieser Gedanke die Grundlage für die heutige Ideenfindung. Ideen nutzen.

Die Idee und das Urheberrecht

Erst einmal das Wichtige vorneweg: Eine Idee selbst unterliegt keinem Urheberrecht. Das Ergebnis, was mit der Idee am Ende geschrieben bzw. erschaffen wurde, dass unterliegt automatisch dem Urheberrecht (zumindest nach der aktuellen Rechtslage).

Solltest Du also über ein Kind schreiben wollen, dass auf ein magisches Internat geht, ist das in Ordnung. Sowohl “Eine lausige Hexe” als auch “Harry Potter” haben dieses Thema. Per se ist das in Ordnung.

Sobald aber Dein Charakter eine Blitznarbe auf der Stirn hat und Harry Potter heißt, wird die Sache heikel. So etwas könnte schlimmstenfalls als Plagiat durchgehen und das bedeutet schlichtweg eine Klage.

Welche Idee gefällt?

Es gibt sie sicherlich bei Dir, Geschichten, Romane oder auch Filme, die Du einfach nur gut findest. Vielleicht nicht alle Elemente, aber eines reicht ja völlig aus. Welche sind das? Und warum?

Am besten notierst Du Dir die Punkte, welche Dir gefallen haben. Vielleicht ist es hier genauer weniger der Charakter selbst, der Dir gefällt. Sondern Charakterzüge. Und was würdest Du ändern, um den Charakter so zu schaffen, dass Du sie oder ihn wirklich lieben würdest?

Während Du die Sache aufschreibst, könnte es schon sein, dass die ersten Ideen bei Dir auftauchen. Notiere sie Dir ebenfalls. Dadurch wird auf Dauer eine individuelle Idee entstehen, die mit dem Original nichts zu tun hat.

Welche Idee gefällt nicht?

Vermutlich wirst Du hier noch mehr auf Deinem Zettel haben, als bei der Liste, was Dir gefällt. Notiere Dir alles, was Dir nicht zusagt. Und wenn Du möchtest, kannst Du gleich aufschreiben, warum es so ist und wie Du es besser schreiben würdest.

Wenn Dir Elemente aus einer Geschichte nicht gefallen, wie würdest Du es anders schreiben? Oder was wäre, wenn der Held eine Heldin wäre? Oder der Ort in einer fernen Galaxy zu finden wäre?

Gerade bei Geschichten, die man als schwierig einstufen könnte, wäre es interessant, was aus ihr alles hätte werden können. Damit meine ich durchaus Geschichten, die nur aus weißen Cis-Het-Dudes bestehen. Oder in denen Vergewaltigungen als positive Wandlung für die weiblichen Charaktere stehen. Oder auch bei Geschichten, die ihr ganzes Potential nicht ausgespielt haben.

Alles gut mischen

Nun gilt es aus allen Ideen und Überlegungen ein eigenes Konzept zu basteln. Denn ich gehe davon aus, dass Du am Ende etwas eigenes schaffen möchtest. Plagiate oder Nacherzählungen wären nicht mein Ziel.

Überlege Dir, wie Du aus Deinen Notizen was komplett Neues machen könntest. Eben Deine Geschichte. Wie Du sie schon immer gern gesehen oder gelesen hättest.

Unsicher? Fragen!

Jetzt könnte es sein, dass Du das Gefühl hast, Deine Endidee ist dem Original noch zu ähnlich. Oder es ist nicht nur ein Gefühl, sondern tatsächlich so. Dann ist es am besten, dass Du mit jemanden redest die oder der das Original kennt.

Sprich mit der Person Deine Geschichte durch. Gerne auch mit einer Zweiten oder Dritten. Wenn sie sagen, dass man die Originale nicht erkennt, dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass Du ein Unikat erschaffst. Wenn nicht, versuch es, beim Schreiben entsprechend zu ändern. Spätestens dort dürfte sich Deine Einzigartigkeit zeigen.

Abschlussgedanken

Das inspirieren lassen von Ideen ist definitiv nicht neu. Schon Goethe hat mit Faust eine alte Idee übernommen und etwas Eigenes daraus gemacht. Und wenn Du genau hinschaust, wirst Du bei vielen Geschichten Elemente entdecken, die es woanders schon gab.

Daher ist das nicht schlimm. Schlimm ist es, wenn Du am Ende ein Plagiat veröffenlichst. Aber sobald Du Elemente veränderst und daraus etwas eigenes machst, dürfte die Wahrscheinlichkeit geringer sein.

Beim suchen, finden und ändern wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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