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Podcast für Autor:innen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

der Podcast kann aus verschiedenen Gründen ein gutes Mittel für Autor:innen sein. Als Kommunikations- und Marketingsmittel.

Kurze Vorgedanken

Marketing bedeutet in gewisser Weise, sichtbar zu werden. Man soll sich zeigen, seine Stimme quasi erheben. Aber seien wir ehrlich, nicht alle Autor:innen sind extrovertiert. Eindeutig bin ich das nicht.

In einer Gruppe von Menschen bin ich häufig die Letzte, die das Wort ergreift. Manchmal dauert es Minuten, bis ich mich traue einen Kommentar zu etwas zu geben. Und dann lasse ich es meistens sein, weil das Thema sich eh erledigt hat und das Gespräch weiterging.

Und ehrlich gesagt, zwar habe ich eine konkrete Idee für einen eigenen YouTube Kanal. Aber mich vor die Kamera hinstellen und mich zeigen? Niemals!

Aber ein erster Schritt um sich zeigen, kann die eigene Stimme sein. Und niemand kann Dich sehen. Für mich eine gute Option. Ich bin geschützt und kann mich gleichzeitig zeigen.

Finde DEINE Stimme

Wenn Du einen Podcast aufnimmst, ist eines ganz klar, Du benötigst dafür eine Stimme. Deine Stimme eben.

Vielleicht gehörst Du auch zu denen, die ihre Stimme fürchterlich finden. Ich gehöre eindeutig dazu. Zumal ich auch noch einen Sprechfehler habe. Wie kann man da bitte schön überhaupt auch nur daran denken, zu podcasten?

Sag Dir am besten Folgendes: Mit noch fürchterlichen Stimmen legen andere tolle Musikkarrieren hin. Und Du hast eine einmalige Stimme. Sie macht Dich zu etwas Besonderem. Diese werden sicherlich Leute mögen. So wie tatsächlich einige Leute meine Stimme mögen (unglaublich aber wahr).

Nimm gerne einen Schnipsel auf, oder auch mehrere. Und dann schick es einigen Vertrauten. Was sagen sie dazu? Bestimmt werden sie sagen, dass Du eine tolle Stimme hast.

Ein paar Ideen für Dich als Autor:in

Jetzt kommen wir zu einigen Ideen für Deinen möglichen Podcast. Sicherlich wirst Du noch mehr haben, sobald Du Dich mit dem Thema intensiver beschäftigst.

Nimm daher bitte die folgenden Punkte als das, was sie sind, als Vorschläge.

Vorstellung Deines Buches

Dein Roman ist fertig, Dein Sachbuch, Dein Comic, was auch immer. Sicherlich möchtest Du es vorstellen. Das geht über Deinen Blog, Deine Social Media Kanäle und Deiner Internetseite.

Aber Du kannst natürlich auch darüber sprechen.

Stell Dein Buch vor. Was macht es besonders? Worum geht es? Wie geht es Dir, nachdem es veröffentlicht wurde? Gibt es schon erste Reaktionen?

Sprich über Dein Werk, so wie Du gerne über andere Werke sprechen würdest. Zeig Deinen Potentiellen Lesenden, warum sie unbedingt Dein Werk kaufen sollen, ja sogar müssen. Weil sie ansonsten was verpassen würden.

Zwei Dinge, die ich selbst nie machen würde, sind: Meinem Buch eine Note geben. Das ist absolut nicht möglich. Immerhin ist es mein Baby. Wie könnte ich es schlechter bewerten, als mit mindestens sechs Sternen?

Und Dinge behaupten, die nicht stimmen. Wenn es bei anderen einen Lerneffekt auslöst, um ein Beispiel zu nennen, dann kannst Du es aufgreifen, wenn Du später darüber berichtest. Aber ich würde selbst nie behaupten, dass es genau das auslöst. Wenn es meine Absicht war das zu erreichen, darüber spreche ich. Aber ich selbst würde nie behaupten, dass es definitiv eintrifft.

Buchgeburtstage feiern

Viele Autor:innen feiern die Buchgeburtstage. Zumindest den Ersten. Alle Weitere kannst Du dann sehen.

In einem Podcast kannst Du darüber berichten, wie es Dir im vergangenen Jahr ergangen ist. Was hast Du erlebt, seit Dein Baby erschienen ist? Warst Du auf Buchmessen? Wie waren die Reaktionen Deiner Lesenden? Oder Deines Fans (Lesende sind nicht automatisch Fans)? Was hast Du gelernt? Würdest Du vielleicht etwas anderes machen? Oder bist Du zufrieden, wie alles verlaufen ist?

Was auch immer Dir wichtig ist, rede darüber. Klar könntest Du das alles auch in einem Blogbeitrag verfassen. Aber seien wir ehrlich, zu reden kann für viele leichter sein. Reden geht doch schneller als schreiben.

Lesungen

Für viele Autor:innen gehört das unbedingt zum Autor:innendasein dazu. Andere hingegen, so wie ich, empfinden es absolut als Albtraum, eine Lesung vor echtem Publikum.

Du kannst im Internet Dir einige Lesungen von anderen Autor:innen anhören. Oder frage sie, wie sie so etwas abhalten. Das ist ganz wichtig, wenn Du noch nie eine Lesung selbst gehalten oder bei einer dabei warst.

Alternativ kannst Du auch ein ganz eigenes Konzept einer Lesung aufziehen. Dazu sind Deine kreativen Ideen und Deine Fähigkeiten gefragt.

Und dann halte Deine Lesung ab. Es gibt einige Online-Anbieter, die so etwas auch Live anbieten. Dann wird das aufgenommen, so dass Du es irgendwo hochladen und veröffentlichen kannst. Vielleicht nicht unbedingt etwas für das erste Mal. Aber vielleicht für eine spätere Lesung?

Deine Welt vorstellen

Manchmal können wir uns einige Dinge in einem Roman nicht vorstellen. Oder haben etwas nicht verstanden. Warum nicht einen FAQ aufnehmen?

Wichtig finde ich hierbei, dass Du nichts erfindest, was nie erwähnt wurde. Das kommt bei vielen nicht gut an. Hierbei geht es darum, dass Du das erklärst, was Du eigentlich geschrieben hast. Aber manchmal überlesen Leute etwas. Oder sie haben etwas missverstanden. Dann können sie sich das noch einmal anhören, um die Angelegenheit besser zu verstehen.

Blick hinter die Kulissen

Viele Lesende möchten gerne viel über die Autor:innen oder die Charaktere bzw. die Geschichte erfahren. Daher suchen sie durchaus jede Möglichkeit, um das in Erfahrung zu bringen.

Warum ihnen das nicht einfach liefern?

Du könntest zum Beispiel einen Tag aus dem Leben Deiner Charaktere berichten. Oder wie Du auf die Idee zu Deinem Roman gekommen bist. Mit welchen Hindernissen hattest Du zu kämpfen? Und wer hat Dich besonders unterstützt?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wirklich alles bei Dir rund lief, ist eher gering. Das Wissen auch Deine Hörenden, Deine Fans. Daher empfehle ich Dir, mit den negativen Seiten ehrlich umzugehen. Sie waren da, warum also nicht erwähnen?

Fanfragen beantworten

Wieso nicht auch in regelmäßigen Abständen eine Question and Answer Folge aufnehmen? Erkundige Dich, was Deine Lesenden von Dir und/oder Deinem Werk wissen möchten. Frage, ob Du deren Namen im Podcast erwähnen oder die Frage annonym vorstellen darfst und dann geht der Spaß los.

Du kannst dann alle Fragen beantworten, die Du bekommst. Oder alternativ zu bestimmten Themen. Zum Beispiel zu Deinem Leben als Autor:in. Zu Deinem Schreibprozess. Oder zu Deinem Roman.

Interviews

Eine der bekanntesten Formate beim Podcast ist sicherlich das Interview. Du kannst entweder ein fiktives Interview mit einem Deiner Charaktere vornehmen. Dafür brauchst Du nur eine zweite Person, welche in die Rolle schlüpft. Oder mit Kolleg:innen oder Expert:innen zu einem Thema.

Du kannst die Antworten getrennt aufnehmen und alles dann zusammenschneiden. Oder ihr macht alles Live. Das kann auch interessant werden, wenn sich jemand verspricht. Es wirkt definitiv lebendiger. Denn vor Jahren hatte ich eine sehr sterile Aufnahme gehört. Und ich hörte, dass es ein Zusammenschnitt war.

Snpisel

Snipsel sind kleine Ausschnitte aus Deinem Buch oder Deinem Romanprojekt, welches noch nicht veröffentlicht wurde. Diese werden normalerweise gepostet, um Neugier auf Dein Werk zu wecken.

Du kannst dies auch gerne mit einer Podcastfolge machen. Da wäre die Möglichkeit, dass Du die Verwandlungen einer Szene zeigst. Dafür ist es natürlich wichtig, dass Du sämtliche Versionen speicherst.

Dann kannst Du die erste Version vorlesen, dann die zweite oder siebte. Je nachdem, was Dir persönlich zusagt. Interessant kann natürlich die Version sein, die sich stark verändert hat. Und am Ende auch gerne die Version, die es in Deinen Roman schafft.

Wenn Du magst, kannst Du die Versionen auch kommentieren. Oder Du lässt die Texte einfach für sich stehen.

Kurzgeschichten vorlesen

Es gibt die Möglichkeit Kurzgeschichten als Geschenk in einem Newsletter zu versenden, diesen über einen Distributor zu veröffentlichen, auf Deinem Blog oder Internetseite. Warum diesen nicht auch vorlesen?

Meine Empfehlung ist, dass Du das Vorlesen übst. Das alles ist immerhin wie ein Hörbuch. Und sicherlich möchtest Du, dass Deine Lesende mitkommen möchten. Lausche also andere Hörbücher, wie sie es machen und lerne von den Sprechenden. Und bevor Du es veröffentlichst, kannst Du andere drüber hören lassen.

Nicht besser schriftlich?

Das waren einige mögliche Ideen, mit denen Du Deinen Podcast als Autor:in befüllen könntest. Aber vielleicht fragst Du Dich, ob nicht einige Ideen doch besser in Schriftform aufgehoben wäre.

Um es kurz zu machen, das eine schließt das andere definitiv nicht aus. Wenn Du etwas schriftlich haben möchtest, kannst Du es immer noch als Podcastfolge veröffentlichen. Und anders herum.

Der Vorteil eines Podcasts ist, dass man diesen auch beim Autofahren hören kann. Da verliert Dein Blog ganz klar. Und Menschen, die nicht sehen können, können sich zwar die Seiten vorlesen lassen. Aber mit einem Podcast ist das alles etwas anderes. Sie hören Deine Stimme.

Beide Formate haben ihre Vorteile. Und Du musst auf keines verzichten. Doch ich lege Dir nur ans Herz, die Sache mit dem Podcast eine Chance zu geben.

Abschlussgedanken

Ein Podcast ist in Deinen Händen eine Möglichkeit Dich individuell zu zeigen. Du musst dabei nicht auf die schriftliche Form verzichten. Kannst aber damit ein neues Format dazugewinnen.

Zur Übung kannst Du andere Podcasts hören. Sie werden nicht unbedingt die oben aufgeführten Punkte haben. Aber Du kannst hören, wie in einem Interview die Leute miteinander agieren. Wie sie sprechen, schnell oder langsam. Und bei einigen kannst Du auch hören, wie sie mit Sprechpatzern umgehen (wie ich zum Beispiel).

Von daher, lass uns Deine Stimme hören.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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