Zum Inhalt springen

Plagiat: Mögliche Konsequenzen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

ein Plagiat ist nichts anderes als Diebstahl. In diesem Fall von geistigem Eigentum. Von daher kann es durchaus passieren, dass es Konsequenzen gibt, wenn man diesen Diebstahl entdeckt.

Kurze Vorgedanken

Worüber sich viele Plagiatsautor:innen vermutlich nicht wirklich Gedanken machen, ist, dass der “geliehene” Satz oder Absatz durchaus Konsequenzen mit sich bringen kann. Dabei gehe ich davon aus, dass vorher nicht gefragt wurde, ob man die Stellen benutzen kann (wofür eine Nutzungsgebühr anfallen kann).

Daher möchte ich auf mögliche Konsequenzen hinweisen, die mir in den letzten Jahren untergekommen sind.

WICHTIGER Hinweis!!!

Der folgende Beitrag wurde von einer Person geschrieben, die KEINE juristische Ausbildung hat und in keiner Weise einen juristischen Rat bzw. Beratung geben darf. In jedem Fall solltest Du immer eine Anwältin bzw. einen Anwalt oder andere Berufsgruppen aufsuchen, welche Dich juristisch beraten dürfen.

Dieser Beitrag kann als Orientierung dienen. Aber verlasse Dich bitte immer auf den Rat juristisch ausgebildeter Personen – Danke schön.

Eine kurze Notiz zu den möglichen Konsequenzen!

Die folgenden Möglichkeiten habe ich in den letzten Jahren mitbekommen. Die wirklichen juristischen Konsequenzen würdest Du selbst erfahren (solltest Du selbst ein Plagiat schreiben und überführt werden), wenn Du vor Gericht ziehst.

Hierbei kommt es durchaus darauf an, wie viel gestohlen wurde, wie es die Richter:innen einschätzen und gegebenenfalls darauf, was Dein:e Anwält:innen verlangen.

Daher kannst Du diesen Beitrag eher als mögliche Orientierung sehen. Was am Ende herauskommt, muss natürlich immer von Fall zu Fall individuell entschieden werden.

Im weiteren Verlauf schreibe ich immer in der Du-Form. Das bedeutet, ich tue beim Schreiben so, als hättest Du ein Plagiat geschrieben. Der Hintergrund ist einfach, da fällt mir persönlich das Schreiben einfacher.

Finanzielle Konsequenzen

Die häufigste Konsequenz ist, dass Geld bezahlt werden muss. Und meistens dürfte das nicht wenig sein. Immerhin hast Du versucht, mit fremden Material selbst Geld zu verdienen. Daher wirst Du dann als Täter:in häufig zur Kasse gebeten.

Klage

Wenn Du ein Plagiat verfasst hast, empfehle ich Dir, immer damit zu rechnen, dass Du am Ende vor Gericht landest. Solltest ein Urteil gegen Dich ergehen, kann es nicht nur passieren, dass Du eine Summe X als Strafe bezahlst. Dazu kommen häufig noch Zinsen, die Gerichtsgebühren und sämtliche Auslagen (also die Kosten für Anwält:innen).

Sagen wir, dass Du zu 5.000 EUR Strafe verurteilt wurdest, ist das noch nicht das Ende. Die oben erwähnten Kosten komme noch hinzu. Und solltest Du nicht sofort zahlen (können), dann erhöhen sich schlimmstenfalls die Kosten. Denn die gegnerische Seite hat ein Urteil, dass dreißig Jahre (normalerweise) gültig ist. Das bedeutet, sie haben genügend Zeit noch weitere Maßnahmen gegen Dich zu erheben.

Bei einem Anerkenntnisurteil könntest Du vielleicht noch mit zwei blauen Augen davon kommen. Häufig einigt man sich auf eine etwas geringere Summe. Trotzdem musst Du mit einer deftigen Strafe rechnen. Das trifft im Grunde auf alle weiteren Urteilsarten zu, die es vor einem Zivilgericht gibt.

Bisher habe ich noch nicht mitbekommen, dass jemand wegen eines Plagiats eine Strafanzeige bekommen hat. Da es aber ein Diebstahl ist, würde ich als Opfer das zumindest prüfen lassen, ob es möglich ist.

Unterlassungsverfügung

Eine Unterlassungsverfügung ist ein rechtlicher Vertrag. Wenn Du ein Plagiat geschrieben hast und vertreibst, könnte es passieren, dass Du so etwas zugeschickt bekommst. Unterschreibst Du diesen, bestätigst Du, dass Du dem Inhalt der Unterlassung zustimmst.

Wäre ein Punkt (als Beispiel), dass Du das Buch mit dem Plagiat nicht mehr vertreibst, musst Du diesen von sämtlichen Plattformen entfernen. Tust Du das nach der Unterschrift nicht, können die Inhalte der Unterlassungsverfügung zum tragen kommen.

Verstößt Du also gegen unser Beispiel (Du verkaufst das Buch weiterhin, ohne die Stellen entfernt zu haben), könnte es eine Strafe geben. Wenn im Vertrag steht, dass dann 250.000 EUR (also Beispiel) zu zahlen sind, kannst Du schon einmal anfangen zu sparen.

Außergerichtliche Einigung

Häufig kommt es auch zu außergerichtlichen Einigungen. Das bedeutet, dass Du und die Opferseite zusammenkommen und klären, was mit dem Plagiatsbuch bzw. mit den Plagiatsbüchern nun passieren soll.

Was genau in diesen außergerichtlichen Einigungen vereinbart wurde, kam nie heraus. Beide Seiten vereinbaren häufig, dass darüber geschwiegen wird. Warum genau, darüber kann ich selbst nur spekulieren. Aber vielleicht ist die Summe, die gezahlt werden muss, geringer, als wenn man vor Gericht gezogen wäre. Und schweigen beide Seiten darüber, sollen Nachahmende davon abgehalten werden, ein Plagiat zu schreiben. Immerhin könnten die ja sagen, Autor:in XY hat ja nur einen Klatscher auf die Hände bekommen (eine geringe Strafe zahlen müssen), das lohnt sich.

Schadensersatz

Ab wann Du als Opfer eines Plagiats Anspruch auf Schadensersatz hast, müsstest Du juristisch klären lassen. Aber gegebenenfalls könnte das noch einmal Extra auf die Plagiatsautor:innen kommen.

Materielle Konsequenzen

Neben den finanziellen Konsequenzen, können auch weitere drohen. Und einige von diesen gehen häufig auch ins Geld.

Vernichtung der gedruckten Bücher

Wenn Du eine Auflage gedruckt hast, könnte ein Teil des Urteils oder der Einigung sein, dass diese vernichtet werden. Sagen wir, dass Du 1.000 Bücher gedruckt hast. Bei einem Verkaufspreis von 9,99 EUR hattest Du dann vermutlich Druckkosten von circa 6 EUR (brutto). Das habe ich gerade mit einem Druckkalkulator auf einer Selfpublishingseite errechnet.

Das bedeutet, dass Du für diesen Druck 6.000 EUR ausgegeben hast. Oder Dein Verlag, wenn Du einen hattest. Und dieser Druck muss nun vernichtet werden, wenn das so abgesprochen wurde.

Weder die Druckerei, noch der Verlag wollen auf ihre Kosten sitzenbleiben. Das bedeutet, sie reichen natürlich die Rechnung an die Person weiter, welche die Vernichtung verursacht hast. Also an Dich. Weil Du eben der Meinung warst, ein Plagiat zu schreiben.

Möglicher Schadensersatz an den Verlag?

Häufig arbeitet ein Verlag nicht nur kurz an Deinem Roman. Dieser bekommt ein Lektorat, ein Korrektorat, ein Cover, Marketing und einiges mehr. Das alles verursacht Kosten.

Zwar wurde dies bisher nie offiziell irgendwo erwähnt, aber ich würde als Verleger:in selbst auf den Kosten nicht sitzenbleiben wollen. Daher wäre einer meiner To-Dos in einem solchen Fall, dass ich prüfe, wie ich die Kosten an Dich weiterleite. Eben, weil Du das verursacht hast.

Gut, das kann auch eine finanzielle Konsequenz sein. Aber letztendlich kann sich Beides, in meinen Augen, auf Dauer nicht wirklich unterschieden werden.

Vernichtung Deiner Merch-Produkte

Eine Buchmesse stand an? Du hast etwas für eine Convention geplant? Vermutlich hast Du dafür einiges drucken lassen. Lesezeichen zum Beispiel. Also etwas, was Du nicht mehr nutzen kannst. Immerhin hast Du ja das Buch nicht mehr zur Vermarktung.

Das bedeutet also, dass Du hier nicht nur Geld verbrannt hast, sondern auch Dinge, die für Deine Fans gedacht waren. Diese kannst Du nun vernichten.

Immaterielle Konsequenzen

Bei diesem Punkt kann es (wieder) zu Überschneidungen zu den materiellen Konsequenzen kommen.

Verlust eines Vertrages

Wenn Du bei einem Verlag mit Deinem Plagiatswerk untergekommen bist, kannst Du Dir denken, dass der Vertrag nicht mehr lange bestand hat. Sollte also herauskommen, dass Dein Werk nicht zu 100 Prozent von Dir ist, verlierst Du aller Wahrscheinlichkeit den Verlagsvertrag.

Dass Du bei diesem Verlag noch einmal Fuß fassen kannst, ich würde nicht darauf wetten.

Dein Name ist verbrannt?

Für viele Verlage kann das stimmen. Sobald sie sehen, dass ein neues Manuskript erschienen ist und bei ihnen auf dem Tisch liegt, könnte es passieren, dass sie es prinzipiell ablehnen. Vielleicht, weil sie keine Lust haben zu überprüfen, ob es ebenfalls ein Plagiat ist. Oder weil sie die schlechten Verkaufszahlen befürchten, weil viele aus Prinzip nicht Dein Buch kaufen werden.

Aus meiner Sicht würde ich sagen, Du könntest es zumindest schwerer haben.

Aber auch Fans können sich von Dir abwenden. Immerhin haben sie Dir vertraut, dass Du ehrlich zu ihnen bist. Und das Dein Buch nicht komplett aus Deiner Feder stammt und Du das nicht zugegeben hast, ist nicht ehrlich.

Somit wird letztendlich auch Deine finanzielle Basis wegbrechen. Immerhin wollen Deine Ex-Fans ja nichts mit Dir zu tun haben. Und werden somit nicht mehr Deine zukünftigen Bücher kaufen.

Aber Achtung: Diese Aussage wurde auch schon widerlegt.

So gab es ein:e Plagiatsautor:in, welche nachweislich überführt wurde, die:der dann einen Verlagsvertrag von einem großen Verlag bekommen hat. Da ich die Geschichte nicht weiter verfolgt habe, kann ich nicht sagen, was daraus geworden ist. Doch ich habe mitbekommen, wie die Person bei Twitter erwähnt wurde.

Ein:e andere:r Plagiatsautor:in hat Glück. Der Person folgen weiterhin viele Fans. Und die neuen Bücher verkaufen sich weiterhin.

Warum das so gelaufen ist, schauen wir uns mal kommende Woche an.

Nachtragende Kritiken

Solltest Du mit Deinem Plagiat überführt worden sein, hast Du Dich vielleicht danach zurückgezogen. Irgendwann entscheidest Du Dich, dann doch wieder aufzutauchen. Und vielleicht auch etwas zu veröffentlichen. Oder auf Messen zu erscheinen.

Je nachdem, wie Du Dich zuvor verhalten hast (mehr dazu nächste Woche) können die Reaktionen darauf unterschiedlich sein. Die einen werden Dich mit offenen Armen empfangen. Andere hingegen werden dieses Verhalten kritisieren (was ich übrigens als etwas anderes als reines Haten sehe).

Häufig werden diese Kritiken dann laut, wenn Du Dich zuvor nicht “richtig” verhalten hast (neben der Tatsache, dass Du ein Plagiat geschrieben hast). Das kann also bedeuten, dass Dir diese Geschichte noch Jahre später nachhängen wird.

Abschlussgedanken

Wie oben schon geschrieben, das sind nur mögliche Konsequenzen. Am Ende muss jeder Fall individuell entschieden werden.

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, solltest Du erst gar kein Plagiat schreiben. Damit allein ersparst Du Dir eine Menge unnötigen Ärger.

Beim Schreiben Deines Werkes wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Um unsere Webseite für Dich optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwende ich Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

    Informiere Dich weiter.