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Plagiat: Mögliche Reaktionen der Beteiligten

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer ein Plagiat schreibt, macht sich ja nicht nur strafbar. Mit einem Plagiat ziehen diese (ich nenne sie aus Einfachheit mal so) Autor:innen mehrere Parteien mit hinein. Und das ohne alle Beteiligten es letztendlich wollen.

Kurze Vorgedanken

Nicht nur die Autor:innen sind involviert, wenn ein Plagiat veröffentlicht wird. Sondern auch die Lesenden. Daher möchte ich schauen, wie die Beteiligten in der Vergangenheit reagiert haben und, wie sie reagieren können. Gerade für die Opferseite könnte das vielleicht interessant sein.

WICHTIGER Hinweis!!!

Der folgende Beitrag wurde von einer Person geschrieben, die KEINE juristische Ausbildung hat und in keiner Weise einen juristischen Rat bzw. Beratung geben darf. In jedem Fall solltest Du immer eine Anwältin bzw. einen Anwalt oder andere Berufsgruppen aufsuchen, welche Dich juristisch beraten dürfen.

Dieser Beitrag kann als Orientierung dienen. Aber verlasse Dich bitte immer auf den Rat juristisch ausgebildeter Personen – Danke schön.

Die Täter:innen

Damit sind ganz klar die Plagiatsautor:innen gemeint. Immerhin hat deren Tat dieses ganzen Probleme überhaupt ausgelöst. Ohne diese Leute, würde es letztendlich diese Beitragsreihe nicht geben. Und weniger Ärger.

Daher würde ich hier gerne schauen, wie diese Autor:innen häufig reagieren. Und dann, wie sich viele Lesende und andere Autor:innen wünschten, wie sie reagiert hätten.

Wie sie meistens reagieren

Zuerst denken die meisten Plagiatsautor:innen, dass sie schlau genug sind, um nicht entdeckt zu werden. Und vermutlich trifft das auf viele sogar zu. Ehrlich gesagt, ich möchte nicht wissen, wie viele Plagiate veröffentlicht wurden, ohne das es herausgekommen ist.

Bei den meisten kommt es aber doch heraus. Und dann geht es los.

Zuerst wird häufig geleugnet, dass man ein Plagiat geschrieben hat. Alles sei reiner Zufall. Und man habe noch nicht einmal die Vorlage gelesen, von der man nicht abgeschrieben hat. Von daher könne das Plagiat eben kein Plagiat sein.

Dann werde man das prüfen, was an den Vorwürfen dran ist. Dabei wissen sie ganz genau, dass das Werk nicht aus der eigenen Feder stammt. Was gibt es da zu prüfen?

Wenn der Druck dann zu groß ist, weil die Beweise erdrückend sind, dann müssen sie eingestehen, dass sie doch ein Plagiat geschrieben haben. Bei den meisten geht es dann jetzt los.

Viele finden Ausreden, warum sie stehlen mussten. Oder, dass es ein Unfall, weil man Sätze als Inspiration genutzt hat. Man hat den Roman als Quelle für den eigenen Roman verwendet und ist dann durcheinander gekommen, weil man am Ende dachte, dass es aus der eigenen Feder stammt (kein Witz, so etwas gab es wirklich).

Dazu möchte ich selbst einwerfen, dass ich nicht glaube, dass man sich nicht an das eigene Werk erinnern kann. Immerhin ist das ja kein Einkaufszettel. Vor einiger Zeit habe ich mal ältere Beiträge auf meinem alten Blog gelesen. Diese waren mir tatsächlich ein wenig fremd. Aber irgendwann hab ich mich erinnert, dass die tatsächlich von mir stammen.

Immerhin habe ich es geschrieben. Und irgendwann erinnert man sich doch, dass die Texte von uns stammen.

Wenn dann die Kritikwelle losbricht (nicht zu verwechseln mit einer Hatewelle), dann bringen sie sich selbst in die Opferrolle. Zufällig bin ich über eine Geschichte aus dem englischsprachigen Raum gestolpert. Dort hat eine Person massiv Urheberrechtsverletzungen begangen und wird dafür von diversen Seiten kritisiert.

Anstatt dazu zu stehen, hat die Person sich vollständig in die Opferrolle und alle andere Jagen diese Person und mobben sie. Zumindest ist das die Aussage und die Sicht der Dinge von der Person. Dabei versteht die Person den Unterschied zwischen Kritik und Hate nicht. Oder will diese nicht verstehen.

Solche Leute gehen nicht umsonst in die Opferrolle. Zwar werden sie häufig trotzdem dafür belangt. Aber wenn sie von dem ganzen Sturm überrollt werden, dann können sie so die Sympathie von vielen Lesenden erringen. Immerhin ist es doch unfair, wie sie behandelt werden. Das geht ja schon fast Richtung Cybermobbing. Da könne man doch nicht einfach zusehen.

Zumindest sehen dann viele Lesende und Fans es so.

Es wäre schön, wenn sie SO reagieren würden

Es wäre schön, wenn sie einfach sagen oder schreiben würden, ja, ich habe Mist gebaut, es tut mir einfach richtig leid. Es tut mir leid, dass ich euch getäuscht habe, es tut mir Leid, dass ich gestohlen habe, es tut mir bei den anderen Autor:innen (gegebenenfalls bei dem Verlag), es tut mir einfach Leid.

Klar, dafür braucht man extrem viel Mut. Denn stehlen ist einfach, dazu zu stehen hingegen nicht. Trotzdem, wenn Du jetzt zu denen gehörst, die Mist gebaut haben, steh dazu.

Von vielen habe ich schon gelesen oder gehört, dass vieles vergeben wird, wenn die Täter:innen sich entschuldigen. Und zwar richtig.

Also keine Ausreden im Sinne von, dass Du Dich zwar entschuldigst, aber immer noch nach einer Hintertür suchst. Sag einfach wirklich Entschuldigung. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Du dann von vorne anfangen kannst, wächst bei Deinen Kritiker:innen.

Die Lesenden

Eine sehr gewichtige Rolle bei der Geschichte spielen auch die Lesenden. Einerseits sind sie auch Opfer in dieser ganzen Sache. Aber gleichzeitig können sie die Täter:innen schützen und unterstützen. Was viele tun.

Es ist natürlich völlig in Ordnung, wenn Du ein Fan von Autor:innen bist, welche ein Plagiat veröffentlicht haben. Darüber will ich nicht urteilen. Du solltest Dir nur bitte bewusst sein, was dahinter steckt.

Die Plagiatsautor:innen stellen sich als Autor:innen hin und haben so getan, dass sie das Werk mit eigener Energie und Arbeit hergestellt haben. Letztendlich haben sie sich nur an der Arbeit von jemand anderen bereichert. Und das völlig skrupellos.

Damit haben sie letztendlich den echten Autor:innen dieser Werke nicht nur die Aufmerksamkeit genommen, sondern letztendlich auch das Geld. Wie würdest Du das finden, wenn man Dir einfach Geld für Deine Arbeit wegnimmt. Und dafür nichts, aber überhaupt nichts leistet?

Seien wir ehrlich, das würde vermutlich den wenigsten von uns gefallen. Warum sollen dann die Opfer von Plagiaten das einfach hinnehmen? Und warum willst Du das wirklich unterstützen?

Die Opfer

Natürlich gibt es auch sie, die Autor:innen, die bestohlen werden. Und gelinde gesagt, das ist nicht lustig. Von mir wurde mal eine Rezension geklaut. Eine harmlose Sache, wenn man das so nimmt. Schön fand ich das nicht.

Wie solltest Du also reagieren, wenn Dein Werk von jemand anderen übernommen und dann als Plagiat veröffentlicht wurde? Hier gibt es ein paar Tipps dazu.

Sichere die Beweise

Behaupten kann man viel, aber Beweise sprechen für sich. Daher ist es wichtig, dass Du sämtliche Beweise, derer Du habhaft werden kannst, sicherst. Notfalls kauf das Buch oder die Bücher sowohl als E-Book sowie als Printbuch.

Denk nicht darüber nach, dass Du jemanden Geld in den Rachen wirst, die oder der das nicht verdient hast. Es stimmt, aber die Beweissicherung ist hier wichtiger.

Am besten schweigst Du Dich über Deinen Verdacht aus. Sollte jemand anderes auf Dich zukommen, dann bitte die Person ebenfalls, nicht darüber zu sprechen bzw. zu schreiben. Schlimmstenfalls könnte die Person das Plagiatsbuch von den Plattformen nehmen und Du kannst die Beweise nicht sichern.

Wer ist dafür verantwortlich?

Autor:innen können Pseudonyme verwenden. Daher ist es nicht unbedingt sofort offensichtlich, wer sich hinter dem Plagiat befindet. Versuch daher erst einmal herauszufinden, mit wem Du es zu tun hast. Notfalls hol Dir von erfahrenen Leuten Hilfe, die sich damit auskennen.

Öffentlichkeit suchen (?)

Diesen Schritt solltest Du nur dann gehen, wenn Du Hieb- und stichfeste Beweise hast. Ansonsten kann man Dir vorwerfen, dass Du eine unliebsame Konkurrenz loswerden willst.

Bist Du Dir aber sicher, dass Deine Beweise ausreichen, kannst Du die entsprechende Person mit diesen konfrontieren. Und das eben öffentlich. Zeig genau, wo das Plagiat besteht. Damit kannst Du einen Shitstorm auslösen und die Person und gegebenenfalls den Verlag unter Druck setzen.

Abmahnungen sind eine Sache. Wenn aber die Öffentlichkeit darauf aufmerksam wird, kann das für mehr Schaden sorgen, als sich manch eine:r bewusst ist.

Juristische Unterstützung suchen

Fakt ist, ein:e Anwältin:Anwalt zu beauftragen kostet Geld. Und das manchmal nicht wenig. Nicht alle Autor:innen sind damit gesegnet. Daher kann dieser Schritt für Kopfzerbrechen sorgen.

Trotzdem solltest Du diese Möglichkeit nicht ungeprüft beiseitelegen. Rede mit den Anwält:innen über die Bezahlung. Ratenzahlung ist vermutlich bei vielen möglich. Solltest Du dann von der Beklagtenseite (also den Plagiatsautor:innen) Gelder bekommen, kannst Du diese an Dein:e Anwältin:Anwalt weiterleiten.

Doch es ist natürlich so, dass Dein:e Anwältin:Anwalt eine juristische Ausbildung genossen haben. Daher kennen sie sich mit den ganzen Feinheiten besser aus als Du. Warum dann auf ihr Wissen verzichten?

Einstweilige Verfügung

Hier kannst Du einiges zum Thema lesen (keine Haftung für den Inhalt der Seite). Das ist auf alle Fälle eine Möglichkeit, zu Deinen Rechten zu kommen. Bei der Zustellung solltest Du die Kosten von den Gerichtsvollzieher:innen auf alle Fälle tragen. Das hat einen anderen Wert, als wenn Du die einstweilige Verfügung selbst per Post zustellst.

Zwar kannst Du das alles durchaus selbst machen, aber hier wäre juristischer Rat besser. Vor allem, Gerichtsvollzieher:innen werden Dir keine juristische Beratung geben. Das dürfen sie nicht und das werden sie nicht. Ansonsten machen sie sich haftbar.

Klage vor Gericht

Das muss nicht sein, wenn sich die Seiten im Vorfeld einigen können. Sollte es aber dazu kommen, wäre juristische Begleitung sicherlich gut. Vor dem Amtsgericht besteht noch keine Anwalts:Anwältinpflicht. Aber beim Landgericht.

Je nach finanzieller Lage kannst Du prüfen, ob man Dir nicht Prozesskostenhilfe gewährt. Dazu gibt es im Internet entsprechende Anträge. Dazu gibt es aber einige Bedingungen. Unter anderem darf Deine Klage nicht mutwillig sein (was in diesem Fall nicht sein dürfte).

Aber Vorsicht, so eine Klage kann sich über eine längere Zeit hinziehen. Teilweise sogar über Jahre hinweg. Erst recht, wenn die entsprechenden Instanzen ausgeschöpft werden. Und leider ist es häufig so, dass die Beklagtenseite nicht immer das Geld hat, um dann die festgesetzte Strafe zu zahlen. Damit würdest Du am Ende auf den Kosten sitzen bleiben. Denn Du bist als Kläger:in verpflichtet, die Kosten im Voraus zu zahlen.

Solltest Du Dich entscheiden vor Gericht zu gehen, ja, frag bitte ein:e Anwältin:Anwalt. Diese können Dir sagen, wie realistisch Deine Chancen sind. Oder ob es nicht andere Wege gibt, um zu Deinem Recht zu kommen.

Abschlussgedanken

Die beste Lösung in der Geschichte wäre natürlich, dass es keine Plagiate gäbe. Doch wo eine Möglichkeit gibt, gibt es letztendlich auch Dieb:innen.

Leider gibt es diese Probleme. Und dementsprechend müssen wir in uns gehen und schauen, wie wir reagieren. Unterstützen wir als Lesende solche Autor:innen (die eigentlich keine sind)? Oder was machen wir?

Auf das Dir so etwas nie passieren möge.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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