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Warum einen Chosen One wählen?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

ehrlich gesagt, ich hab das Gefühl, dass in so gut wie jedem Young Adult ein Chosen One auftaucht. Doch warum nutzt man die Chosen One Möglichkeit?

Kurze Vorgedanken

Kurz geschrieben, in diesem Beitrag geht es nicht um eine Analyse, ob tatsächlich in gefühlt jedem Young Adult Roman ein Chosen One vorkommt. Vermutlich ist es dem nicht so.

Es geht mir eher um die Frage, warum es überhaupt die Rolle einer auserwählten Person gibt. Und ob es sich lohnt, darüber nachzudenken, diese Rolle selbst zu besetzen.

Kurz erklärt: Was ist ein Chosen One?

Ein:e Chosen One ist die:der Auserwählte in einem Roman. Als der Charakter, die:der am Ende die fiktionale Welt retten soll. Sei es mit einer besonderen Fähigkeit oder einem besonderen Talent, welche dieser Charakter erlernen soll.

Häufig muss nach diesem Charakter gesucht werden, damit das ewig Böse vernichtet und die Welt sicher gemacht wird. Dann heißt es, bis zum Bossfight den Charakter am Leben erhalten und dann muss unser:er Chosen One alleine gegen das ewige Böse ran. Alle anderen Charaktere einer Geschichte können nicht das Böse besiegen. Aus welchen Gründen auch immer.

Mit der:dem Chosen One steht und fällt die Geschichte.

Warum werden die Chosen One’s gewählt?

Es gibt sicherlich viele Gründe für die jeweiligen Autor:innen eine Chosen One Geschichte zu schreiben. Eine dürfte vermutlich die sein, dass man mit solch einem Charakter leichter in die Geschichte kommt.

Eine grobe Struktur dieser Geschichten

Die Chosen One’s wachsen zumeist fernab von den Geschehnissen auf. Häufig ahnen sie noch nicht einmal, dass sie etwas besonderes sein könnten. Wenn die Familie ahnt, dass ihr Kind eine einzigartige Geschichte hat, dann wird dies verschwiegen. Selbst dann, wenn es für die Person gefährlich werden könnte.

Gelegentlich wachsen die Chosen One’s auch unter ärmlichen Bedingungen auf. Damit wird ihre Verbundenheit mit den einfachen Leuten unterstrichen. Was dann (hoffentlich) auch bestehen bleibt, selbst dann, wenn unsere Figur am Ende eine Krone auf dem Kopf trägt.

Häufig suchen Charaktere, die irgendwelche wichtigen Rollen in der Geschichte übernehmen, ihre:n Chosen One. Damit kann die Geschichte schon einmal eingeleitet werden. Und wenn sie die Figur gefunden haben, heißt es, Unterricht, um die angeborenen Fähigkeiten zu nutzen. Das alles mit dem Ziel, das ewig Böse zu vernichten.

Während oder nach dem Training werden kleinere Kämpfe ausgestanden, damit es zum Bossfight kommt. Dabei sollte es im Idealfall immer zur Sache gehen (was nicht alle Filme und Romane unbedingt schaffen). Sollten die Chosen One’s das überleben, dürfen sie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende leben.

Ein roter Faden

Natürlich gibt es individuelle Unterschiede zu den einzelnen Geschichten. Aber grob orientieren sich die Geschichten durchaus an dieser Struktur. Damit hast Du als Autor:in schon einmal einen roten Faden.

Du musst Dir nicht zwangsläufig was ganz tolles Neues ausdenken. Innerhalb eines Rahmens, welche die meisten Lesenden bekannt sein dürfte, kannst Du Dich austoben.

Gleichzeitig kannst Du in diesem bekannten Rahmen auch neue Ideen ausprobieren. Mit einem roten Faden fällt das Plotten und das Experimentieren durchaus leichter.

Leichterer Einstieg

Wenn wir es mit einer:einem Chosen One zu tun haben, dann ist der Einstieg in der Geschichte leichter. Manchmal haben wir Autor:innen die Frage, wie wir wichtige Charaktere in die Geschichte kriegen. Als Chosen One stellt sich die Frage nicht.

Immerhin müssen die Chosen One’s in die Geschichte. Anders können die anderen Charaktere nicht das ewig Böse vernichten. Daher muss irgendwie Dein:e Chosen One eintauchen.

Du musst Dir also keine Gedanken machen, wie Du Deinen Charakter in die richtige Gesellschaft und an die richtigen Orte kriegst. Ohne die Chosen One Sache musst Du Dir was einfallen lassen, wie Du einen Charakter von unten nach ganz oben kriegst. Die Chosen One’s hingegen werden dort hingebracht, weil sie Teil der Lösung sein sollten.

Bekannte Strukturen

Viele von uns kennen die Struktur der Chosen One’s. Daher fällt es den Lesenden auch leichter in die Geschichte hineinzukommen. Und das Gehirn mag es durchaus, wenn es mit vertrauten Dingen zu tun bekommt.

Lesen wir also eine vertraute Struktur, dann tauchen wir schneller ein. Wir kennen es und wissen, worauf wir uns da einlassen. Damit haben wir häufig ein völlig anderes Lesegefühl, als wenn wir mit einer völlig neuen Geschichtsstruktur beschäftigen müssten.

Abschlussgedanken

Im kommenden Monat werde ich noch auf die Vor- und Nachteile der Chosen One’s eingehen. Auf alle Fälle kann der Einstieg in eine Geschichte leichter sein. Zugleich könnte es auch sein, dass es einschränken kann. Immerhin gibt es Strukturen, die sich etabliert haben. Diese aufzubrechen kann schwieriger werden.

Aber das schauen wir uns noch genauer an.

Bis dahin wünsche ich Dir alles Liebe.

Deine frau schreibseele

2 Kommentare

  1. Leonora

    Ja, zum Glück sind Geschmäcker verschieden. Eine (allzu) “vertraute Struktur” lässt mich nicht leichter eintauchen in eine Geschichte, sondern vergrault mich ganz schnell. Ich habe schon einige, für mein Empfinden zu viele, “chosen one”-Geschichten gelesen bzw. als Film gesehen, und es langweilt mich nur noch, da ich in Bücher immer das Unvertraute, Neue, Unerwartete, den (für mich neuen) geistigen Horizont zur Erweiterung suche. Das ist da kaum gegeben.

    • frau-schreibseele

      Hallo Leonora,

      danke für Deinen Kommentar.

      Genau das ist häufig das Problem. Viele empfinden es beruhigend, wenn sie sich mit etwas vertrautem beschäftigen können. Und genau daran hapert es häufig. Schlimmstenfalls entstehen keine neuen Geschichten, keine Möglichkeiten, neue Strukturen.
      In den nächsten beiden Wochen schaue ich mir mögliche Alternativen an, wie man die Geschichten anders schreiben kann. Vielleicht greift ja jemand das auf 😀

      Liebe Grüße

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