Zum Inhalt springen

Vor- und Nachteile der Chosen One Geschichte

Hei, hallo und herzlich willkommen,

eine Chosen One Geschichte hat natürlich seine Vorteile. Aber auch sofort gewisse Nachteile. Schauen wir uns einige davon an.

Kurze Vorgedanken

Eine:n Chosen One zu wählen hat gewisse Vorteile. Du hast automatisch einen Charakter, den wir folgen können. Zudem kommst Du, und am Ende auch wir Lesenden schneller in die Geschichte hinein. Und noch einige Punkte mehr, die wir uns gleich ansehen werden.

Doch im gleichen Atemzug hat es auch gewisse Nachteile. Wobei vielleicht meine Sicht der Nachteile auch Vorteile sein könnten.

Die (möglichen) Vorteile

Fangen wir erst einmal mit den Vorteilen an. Und die liegen, in meinen Augen bei der Chosen One Geschichte durchaus auf der Hand.

Die Hauptfigur steht fest

In eigentlich allen Geschichten, die einen Chosen One haben, sind sie auch automatisch die Hauptfigur. Bei anderen Geschichten überlegen viele Autor:innen, wer die:der Held:in ist. Bei diesen Romanen hingegen ist die Sache klar. Wer auserwählt ist, erzählt auch die Geschichte.

Damit musst Du Dir nur noch Gedanken über den Charakter machen. Und das ist schon Arbeit genug.

Leichterer Einstieg in die Geschichte

Wo beginnen wir mit der Geschichte? Das ist häufig eine der Fragen, die wir uns alle stellen. Und der Tipp mitten im Geschehen ist nicht immer hilfreich.

Haben wir eine:n Chosen One, fangen wir bei diesem Charakter an. Wo finden wir sie:ihn? Was macht diese Figur? Und wie kommt dieser Charakter in die Geschichte hinein? Entweder wird die:der Chosen One von anderen Figuren aus der Geschichte gesucht. Oder wir fangen dort an, wo unser:er Chosen One lebt.

Kommt schneller an die richtigen Orte

Nehmen wir an, Du schreibst einen High-Fantasy Roman. Wahrscheinlich wird es dort eine kriegerische Auseinandersetzung geben. Ist Deine Hauptfigur ein normaler Charakter, wird xier sich langsam hocharbeiten müssen, um an den spannenden Orten zu sein.

Da häufig die Chosen One’s den Endkampf übernehmen dürfen/müssen, landen sie automatisch dort, wo es spannend ist. Vor allem für uns Lesende natürlich.

Damit umgehen wir möglicherweise längere Geschichten, wie aus einem einfachen Hauptcharakter am Ende ein “Superstar” der Geschichte wird.

Haben die coolsten Fähigkeiten bzw. Utensilien

Meistens hat ein:e Chosen One die coolsten Fähigkeiten, weil xier der mächtigste Charakter in der fiktiven Welt ist. Sei es die Fähigkeit alleine durch die Zeit zu reisen, den höchsten Grad der magischen Fähigkeiten zu haben oder alle Fertigkeiten zu besitzen, die man am Ende besitzen muss, um das ewig Böse zu besiegen.

Alternativ bekommt unser Hauptcharakter natürlich auch noch die Dinge, die xier braucht, um die Sache zu klären. Ist ein magisches Artefakt notwendig? Unsere Hauptfigur hat es. Ein cooles technisches Gadget? Kein Problem, nur unser Hauptcharakter wird am Ende diese Sache beherrschen.

Unser:er Chosen One hat alles, um die Sache am Ende zu regeln.

Am Ende folgen alle der:dem Chosen One

Vielleicht gibt es einem Charakter, welche:r überzeugt werden muss, um in die Schlacht zu ziehen. Es kann auch sein, dass dieser Charakter niemanden leiden kann, auch nicht der:dem Chosen One. Und trotzdem wird gerade diese Figur unserem Grummelbärchen überzeugen können, in die Welt hinauszugehen.

Das gilt übrigens bei Bedarf auch für ganze Völker. Immerhin braucht der Chosen One alle Kräfte, um das ewig Böse zu besiegen.

Der Chosen One wird beschützt

Wenn der Chosen One in Gefahr ist, werden alle anderen alles tun, um diesen Charakter zu beschützen. Selbst wenn sie dabei sterben müssen, Hauptsache der Chosen One bleibt am Ende am Leben.

Dadurch können durchaus spannende Sub-Plots erzählt werden. Zum Beispiel auch vom Verrat einzelner Begleiter:innen. Oder wie der Chosen One darunter leidet, dass andere für xier sterben.

Die (möglichen) Nachteile

Die möglichen Nachteile von einer Chosen One Geschichte können sich teilweise schon aus den Vorteilen ergeben. Aber schauen wir uns die an, die mir dabei einfallen.

Es dreht sich alles um die:den Chosen One

Leider übertreiben viele Autor:innen es mit dem Mittelpunkt dieses Charakters. Am Ende drehen sich alle Sub-Plots um diese Figur. Es gibt zehn Prophezeiungen, die erfüllt werden müssen? Unsere:r Chosen One erfüllt sogar elf davon.

Es gibt einen Romance Sub-Plot? Definitiv ist der Chosen One daran beteiligt. Und so weiter.

Durch diesem Übermaß an Beteiligung dieses Charakters kann es ermüdend sein, dieser Figur zu folgen. Als Lesende weiß ich irgendwann genau, dass es sich nur noch um diesen Charakter dreht. Und alle andere sind dagegen nur reine Schatten.

Der Chosen One ist häufig ZU mächtig

Das mächtigste Wesen in der fiktiven Welt? Das kann natürlich nur der Chosen One sein. Es gibt sieben Elemente zu beherrschen? Der Chosen One tut genau das. Und so weiter und so fort.

Im englischsprachigen Raum nennt man das wohl, zu viel Spinat haben (von dem Cartoon-Charakter Popeye). Das wird am Ende so übertrieben, dass man eine realistische Geschichte nur noch schwer verkaufen kann.

Der besondere Chosen One

Häufig kann es passieren, dass wir bei dem Charakter der:des Chosen One mit einer Mary Sue oder einem Harry Stu zu tun haben. Sie sehen ungewöhnlich aus, sie haben eben die besonderen Fähigkeiten und alle drehen sich um diesen Charakter (mehr in dem verlinkten Beitrag).

Wie oben erwähnt, kann das durchaus anstrengend sein. Während alle anderen Charaktere nur mitlaufen, reißt die Hauptfigur letztendlich alles an sich. Eigentlich verwunderlich, dass die anderen Figuren da mitmachen.

Gefahr von Klischee-Plots

Natürlich trifft das auch auf alle anderen Plottypen zu (wie Krimis oder Liebesromane). Aber häufig läuft alles nach einem gewissen roten Faden ab. Und nur wenige wagen es wirklich, sich davon zu distanzieren.

Das kann natürlich auch von Vorteil sein (daher hätte ich es oben durchaus erwähnen können). Immerhin befinden wir uns auf vertrautem Gebiet. Und manche mögen das, weil es sie beruhigt.

Gleichzeitig fehlen da die Innovationen. Es gibt kaum eine neue Geschichte, die erzählt wird. Und dadurch kann auch Langeweile entstehen.

Zu leichter Weg

Manchmal habe ich das Gefühl, dass der Weg zum Bossfight für die:den Chosen One zu leicht ist. Zwar gibt es durchaus Steine, die dem Charakter in den Weg gelegt werden. Aber irgendwie schaffen sie es, mehr oder weniger, sehr leicht zu umgehen.

Und wenn es doch hart wird, löst sich am Ende immer alles so in Wohlgefallen auf, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass es trotzdem ein leichter Spaziergang war.

Abschlussgedanken

Das waren die Vor- und Nachteile, die mir selbst so ins Auge gefallen sind. Vermutlich gibt es noch mehr (welche ich dann hier ergänzen werde). Aber damit hast Du vermutlich eine Vorstellung, wo die Stärken und die Gefahren bestehen, welche das Schreiben dieser Geschichten mit sich bringt.

Beim Schreiben solcher Geschichten, vielleicht auch auf eine andere Weise, wünsche ich Dir schon einmal viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    Um unsere Webseite für Dich optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwende ich Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

    Informiere Dich weiter.