Rund um den Shitstorm

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer sich gerade auf Twitter umtreibt, könnte das Gefühl haben, dass ein sogenannter Shitstorm den anderen folgt. Das wechselt sich manchmal so schnell ab, dass man da gar nicht mehr hinterherkommt. Aber besser wäre es, wenn man selbst erst gar nicht in einen solchen Sturm hineingerät.

Kurze Vorgedanken

Eine unbedachte Äußerung, eine schief gelaufene Provokation, ein falscher Retweet. Das kann schon ausreichen, um einen Shitstorm gegen sich zu entfachen. Erst recht, wenn man bewusst entsprechende Aussagen von sich gibt.

Schon vor zwei oder drei Jahren wurde ich gefragt, ob ich nicht einen Beitrag zu diesem Thema schreiben kann. Ehrlich gesagt, hatte ich mich bisher davor gedrückt. Denn die Mechaniken eines Shitstorms können manchmal erschreckend sein.

Da ich aber in den letzten Tagen und Wochen zwei oder drei Shitstorms beobachtet habe, denke ich, dass es Zeit wird. Also, schauen wir den Sturm ins Auge und überlegen, wie man da heil herauskommen kann. Denn leider ist es so, wir alle können in einem solchen Sturm landen. Selbst, wenn das noch nicht einmal beabsichtigt war.

Ein paar Definitionen

Wie so gut wie alles im Leben, hat auch der Shitstorm einige Wörter hervorgebracht, die sich nicht von selbst erklären. Es sei aber angemerkt, dass diese Liste nicht vollständig ist. Ich nehme Wörter, die mir selbst aufgefallen sind und eben einer Definition bedürfen.

Der Shitstorm

Bei einem Shitstorm (im englischen heißt der übrigens Firestorm) geht es darum, dass Institutionen, Personengruppen oder eine Person im Bereich Social Media mit negativen Kommentaren überhäuft wird. Diese negativen Kommentare sind wirklich herunterziehend oder auch beleidigend.

Wie ein Shitstorm auftritt, ist unterschiedlich. Manchmal kritisiert eine Person jemand oder etwas und niemand nimmt Notiz davon. Und aus irgendwelchen Gründen platzt Wochen später eine Blase und das halbe Internet stürzt sich auf die besagte Person. In anderen Fällen tritt der Shitstorm gleich mit voller Wucht auf und lässt dir keine Luft zum Atmen.

Criticalstorm

Der Criticalstorm ist keine offizielle Bezeichnung, sondern stammt von mir (zumindest hab ich davon bisher noch nie gelesen). Wenn man Glück hat, dann kommt vor dem Shitstorm der Criticalstorm.

Das bedeutet, dass die Menschen zu der Person kommen und erklären, warum sie den Beitrag nicht toll finden (unter Beitrag verstehe ich jetzt alles, was man veröffentlichen kann, von einem Tweet bis zu einem Roman oder Sachbuch).

Häufig kannst Du in dieser Phase noch einen richtigen Shitstorm abwenden, wenn Du richtig reagierst. Mir ist es leider passiert, dass ich einen Tweet mal geteilt habe, über deren Inhalt ich mich nicht wirklich informiert hatte. Da ich der teilenden Person vertraut habe, teilte ich den einfach. Da bekam ich die Kritik, ob ich das wirklich so sehe. Daher hab ich mich informiert und war tatsächlich anderer Meinung, als der Tweet es suggerierte.

In einem verfolgten Fall haben viele Menschen auch zuerst Aufklärung betrieben. Niemand stellte sich hin und beschimpfte die Person, sondern erklärten geduldig, warum die persönliche Einstellung nicht ganz korrekt sei. Daher kann man es als Mythos abtun, dass ohne Vorwarnung ein Shitstorm ausbricht.

In dieser Phase kommt es darauf an, wie Du darauf reagierst. Und je nach Entscheidung wird sich der Sturm entweder legen oder bricht dann erst so richtig aus.

Outcallen

Das sogenannte Outcallen bedeutet, dass man die besagte Person direkt beim Namen nennt. Nehmen wir an, Du hättest einen Tweet veröffentlicht, der nicht ganz sauber ist. Ich könnte nun indirekt von Dir sprechen oder direkt Deinen Namen erwähnen. Letzteres ist eben outcallen. Als alternative Bezeichnung kenne ich noch Prangern.

Viele sehen in dem Outcallen das Problem, dass eine Person bloß gestellt wird. Sie hat einen Fehler gemacht und alle Welt weiß es, weil der Name direkt genannt wurde (oder der Account verlinkt wurde). Damit würde man ihr die Möglichkeit nehmen, neu anzufangen.

Der Umgang mit einem Shitstorm

Wie oben schon geschrieben, kann man schon fast versehentlich einen Shitstorm auslösen. Bei einigen Stürmen, die ich beobachtet habe, bin ich der Meinung, dass nicht alle dies beabsichtigt haben.

Bei ein oder zwei bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass sie nur provozieren wollten. So als Marketinggag. Nur, dass es ordentlich nach hinten losging.

Im folgenden werde ich so tun, als würdest Du einen Shitstorm auslösen. Damit wird die Erklärung ein wenig persönlicher und vor allem konkreter.

Erkenne die Signale

Meistens kündigen sich die Stürme an. Beiträge werden häufiger kritisch kommentiert. Nehmen wir an, Du hast einen Tweet veröffentlicht, der ein wenig kontrovers ist. Dann kann es passieren, dass zuerst der Criticalstorm ausbricht.

Die Leute werden Dich darauf hinweisen, was mit Deinem Tweet nicht stimmt. Wenn Du Glück hast, dann erklären sie Dir auch warum. Auf alle Fälle solltest Du hier mitbekommen, dass sich da was zusammenbraut.

Reagiere zeitnah

Natürlich hocken wir nicht alle 24 Stunden am PC oder dem Handy, um auf alles und jeden zu reagieren. Das ist bei Privatpersonen unmöglich. Und Autorinnen wie Autoren zähle ich dazu.

Doch wahrscheinlich bist Du mindestens einmal täglich Online, um wichtige Nachrichten abzurufen. Und sei es “nur” Deine E-Mails. Da wirst Du vermutlich auch kurz mal bei Twitter oder Facebook reinschauen, um zu sehen, was dort los ist.

Spätestens dann siehst Du, dass da was los ist. Deine Mentions werden sich stark erhöht haben und die Beiträge sprechen ihre eigene Sprache. Daher ist es nun wichtig, dass Du reagierst.

Falls Du so ein emotionaler Mensch bist wie ich, empfehle ich Dir, nicht sofort zu reagieren. Manchmal benötige ich einen gewissen Abstand, um mein Gehirn zu beruhigen. Erst dann bin ich in der Lage, eine halbwegs vernünftige Antwort zu bieten. Aber dieser Abstand sollte in solchen Fällen höchsten Stunden betragen, niemals Tage oder gar noch länger.

Geh zum Sturm direkt hin

Expert*innen empfehlen immer wieder, dass man dort antworten soll, wo der Sturm ausgebrochen ist. Mit anderen Worten, ist der auf Twitter ausgebrochen, antworte auf Twitter. Hat jemand auf Facebook einen Beitrag auf der eigenen Pinnwand geschrieben, antworte in den Kommentaren. Und so weiter.

Natürlich kannst Du Deiner Internetseite oder Deinem Blog eine Antwort schreiben und diesen dann verlinken. Häufig kommt aber so etwas einfach nicht gut an. Denn viele bekommen das Gefühl, dass Du Dich gar nicht mit den kritischen Stimmen auseinandersetzen willst. Daher ziehst Du Dich auf Dein Gebiet zurück (und Dein Blog ist Dein Gebiet).

In Deinem Blog kontrollierst Du die Kommentare (in dem Du sie freischaltest oder löschst). Auf einer fremden Pinnwand hingegen lieferst Du Dich den kritischen Stimmen aus.

Daher geh dorthin, wo die Stimmen sind. Es spricht aber nichts dagegen, auf Deinem Gebiet noch ein Statement zu schreiben, wenn Du das Bedürfnis hast.

Eine Entschuldigung ist immer gut

Schau Dir genau an, was kritisiert wird. Bei manchen Shitstorms frage ich mich durchaus, wo genau das Problem ist. Da wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht (z. B. wenn sich ein Promi nicht meldet, sondern sich eine Auszeit gönnt). Andere hingegen haben ihre Berechtigung.

Wie sieht es in Deinem Fall aus? Wolltest Du etwas ausdrücken und es kam nicht so gut an wie erhofft? Oder meintest Du etwas anderes und dies wurde nur falsch verstanden?

Egal was es war, jemand beschwert sich darüber. Daher ist erst einmal durchatmen angesagt und ja, auch eine Entschuldigung. An dieser Stelle ist es egal, was Du tatsächlich wolltest. Diese Botschaft wurde nicht aufgenommen.

Das bedeutet nicht, dass Du zwangsläufig im Unrecht bist. Jedoch hat jeder Mensch ein Anrecht auf die eigenen Gefühle. Und mit Deinem Beitrag hast Du diese verletzt. Dabei ist es egal, ob dies mit Absicht geschah oder nicht.

Bei der Entschuldigung solltest Du ehrlich sein. Sag, dass es Dir leidtut. Keine Ausreden, keine Drohungen, keine Bedingungen. Eine pure Entschuldigung.

Häufig haben solche Entschuldigungen einen positiven Effekt. Wenn es ehrlich gemeint ist, kommen nicht nur die Kritiker*innen zurück. Sondern auch neue Leute könnten sich durchaus für Dich und Dein Produkt interessieren.

Du bist nicht allein

Wenn man in einen solchen Sturm gerät oder angegriffen wird, hat man das Gefühl, völlig allein zu sein. Zumindest erging es mir mal so. Auf eine Frage wurde ich ziemlich heftig angegriffen. Am Ende stand ich da und hätte fast geheult. Eine ziemlich unangenehme Erfahrung.

Als ich aber dann Unterstützung bekam, baute es mich ziemlich auf. Gerade, weil einige meine persönliche Einschätzung teilten.

Es geht hier übrigens nicht darum, dass Du Leute vorausschicken sollst, damit sie Deinen Kampf kämpfen sollen. Es geht eher darum, dass Du Dich mit ihnen absprichst. Und zwar auch, ob die ganze Kritik berechtigt ist. Denn häufig haben wir keinen Blick dafür, was wir geschrieben haben. In solchen Fällen kann es wichtig sein, wenn eine neutrale Person die Angelegenheit genau unter die Lupe nimmt.

Gelegentlich hat diese Person oder diese Personengruppe auch Ratschläge für Dich, wie Du mit der Sache umgehen kannst. Gerade dann, wenn Du vielleicht eine marginalisierte Gruppe verletzt hast. Seien wir ehrlich, wir können nicht alle Feinheiten kennen. Aber was wir können, ist, entsprechende Personen fragen.

Sei offen, sei ehrlich und hör zu. Was immer diese Personen, die Du um Hilfe bittest, Dir sagen, meistens hat es Hand und Fuß.

Keine Drohungen

Ja, es stimmt. Viele User*innen da draußen rutschen in Sphären hinab, die nicht mehr schön sind. Da wird gepöbelt und beleidigt, was das Zeug hält. Und ja, das kann auch wehtun.

Egal wie sehr es Dir auf die Nerven geht, droh bitte auf keinen Fall mit irgendetwas. Vor allem nicht mit juristischer Unterstützung. Denn erst einmal solltest Du versuchen das auf Augenhöhe zu klären. Ein Anwalt oder eine Anwältin verhindert eine Diskussion auf Augenhöhe.

Versuch daher erst einmal alles alleine zu klären. Gerne mit Unterstützung von Freundschaften. Oder auch mit juristischer Beratung. Aber Du solltest dann in den Fokus treten. Das kommt meistens besser an.

Das soll aber nicht bedeuten, dass Du Deine Anwältin bzw. Deinen Anwalt einschaltest. Sollte es jemand da draußen ZU wild treiben. Dir gar drohen oder was auch immer, dann schalte die Polizei ein. Und dann auch Deinen juristischen Beistand.

Wenn es Dir zu viel wird oder gar unheimlich, oder was auch immer, darfst und sollst Du Dir entsprechende Hilfe suchen. Es geht hier in erster Linie darum, dass Du niemanden mit Klagen mundtot machst. Das bringt auf Dauer nichts.

Keine Zensur, keine Sperrungen

Häufig werden kritische Stimmen sofort mundtot gemacht. Oder entsprechende Beiträge aus dem Netz entfernt. Das Problem ist in der heutigen Zeit, dass das nichts mehr bringt.

Zwischenzeitlich werden sicherheitshalber die Videos heruntergeladen und Screenshots von Beiträgen gemacht. Viele ahnen schon, dass solche Beiträge schnell verschwinden, wenn die ersten kritischen Stimmen auftauchen. Und dann werden diese Sachen hochgeladen und verbreitet sich noch mehr, als man es eigentlich beabsichtigt hat.

Hier spricht man von dem sogenannten Streisand-Effekt. Je mehr Du etwas unterdrücken möchtest, desto eher gelangt es an die Öffentlichkeit. Und vor allem, desto heftiger noch.

Daher ist es besser, sich dem Sturm zu stellen. Zensieren oder löschen hilft hier überhaupt nicht.

Jeder Sturm geht mal zu Ende

Wenn Du selbst einige Shitstorms beobachtest, dann wirst Du feststellen, dass die häufig genauso schnell gehen, wie sie gekommen sind. Meistens so nach ein bis zwei Wochen. Man kann also sagen, es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels.

Mit anderen Worten, hier ist ein gewisses Durchhaltevermögen notwendig. Je eher Du die Kommunikation startest, desto eher ebbt der Sturm ab. Daher finde ich es wichtig, dass Du nicht abwartest und Tee trinkst. Das kann einfach zu viel kaputt machen, was Du Dir vorher aufgebaut hast.

Sollte der Sturm länger dauern, empfehle ich Dir, genauer hinzuschauen. Denn irgendetwas dürfte dann nicht stimmen. Ein Beispiel: Du hast Dich für einen aktuellen Beitrag entschuldigt und diesen danach gelöscht (danach ist es übrigens in Ordnung Posts zu löschen). Aber Du postest weiter Sachen, die eher zweifelhaft sind? Dann wäre es kein Wunder, wenn die Kritik dementsprechend anhält.

Wenn es dem so ist, kann ich Dir nur nahelegen, Deine Art der Kommunikation noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Gegebenenfalls könntest Du hier noch nachbessern.

Ansonsten gibt es eine andere Methode, um herauszufinden, warum der Shitstorm weiter anhält. Schau genau hin, was sie kritisieren. Und wenn Du Dir nicht sicher bist, frag nach. Viele sind auch jetzt noch bereit, Dir zu antworten.

Lös selbst keine Shitstorms aus – auch nicht zur Ablenkung

Vielleicht kennst Du es noch aus der Schulzeit, es war nie cool, wenn man andere versuchte hereinzulegen. Sei es sie zu verpetzen oder hereinzulegen. Spätestens wenn es herauskam, dass Du dahinter steckst, war es sehr wahrscheinlich, dass Du geschnitten wurdest.

Das gilt im Internet noch heute so. Mit anderen Worten, selbst einen Shitstorm auszulösen, weil man irgendwelche Hintergedanken dabei hat, kann in die Hose gehen. Nehmen wir an, Du als Autor*in möchtest die unliebsame Konkurrenz loswerden, weil Du von Gemeinschaft nicht hältst. Was wäre da besser, als einen Shitstorm loszutreten?

Vielleicht funktioniert es am Anfang. Sollte aber herauskommen, dass Du das eingefädelt hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du den Sturm abbekommst. Und schlimmstenfalls wird der heftiger, als der, den Du ausgelöst hast.

Das gilt auch, wenn Du einen Shitstorm auslösen möchtest, um von Dir abzulenken. Also, wenn Du mitten in einem steckst. Das könnte auch wieder auf Dich zurückfallen.

Wenn es ein Thema gibt, der kritisiert gehört, kritisiere. Das ist völlig in Ordnung. Aber missbrauche kein Shitstorm, egal aus welchen Gründen. Denn ich befürchte, dass der Rückschlag in solchen Fällen um einiges heftiger ausfällt, als gedacht.

Lerne daraus

Egal warum der Shitstorm über Dich eingebrochen ist, es ist immer eine gute Idee daraus zu lernen. Idealerweise gehst Du gestärkt und motiviert daraus. Vielleicht hast Du auch neue Kommunikationswege und -möglichkeiten gelernt.

Wenn Du Dich für eine offene und ehrliche Kommunikation entschieden hast, kann es sogar passieren, dass Du noch treuere Fans dazu bekommst.

Die Kommunikation

Im Internet läuft nun einmal alles über das schriftliche Wort. Dabei können wir keine Mimik oder Gestik sehen, um zu interpretieren, was Du mit Deiner Aussage meinst.

Daher sehe ich es als wichtig an, gerade in solchen Fällen die richtige Wortwahl zu treffen. Daher ein paar Tipps, die mir in den letzten Tagen aufgefallen sind. Und die ich unter keinen Umständen empfehlen kann.

Beleidigungen

Wenn in einem erklärenden oder gar entschuldigenden Text Beleidigungen jeglicher Art auftauchen, kann ich den Text nicht mehr ernst nehmen. Nur, weil ich Dich kritisiere, heißt das nicht, dass ich dumm, zurückgeblieben, humorlos oder untervögelt bin.

Wenn ich Dich kritisiere, dann wird das alles Wahrscheinlichkeit schon seinen Grund haben. Meine Empfehlung ist daher, such erst einmal den Fehler bei Dir (auch gerne mit Unterstützung). Wenn da alles sauber ist, dann kannst Du auf mich zukommen und fragen, was ich da nicht verstanden habe.

Hast Du mich aber vorher schon beleidigt, würde ich kein Wort mehr mit Dir wechseln. Dann ist der Zug abgefahren.

Ausreden suchen

“Du hast ja recht, aber …”

Häufig fangen Entschuldigungen so an. Natürlich haben die Kritikger*innen recht, erst einmal. Doch dann wird lang und breit erklärt, dass sie am Ende ja eigentlich Unrecht haben. Denn sie haben Dich ja missverstanden.

Vielleicht ist es aber auch so, dass Du Dich selbst missverstanden hast. Weil Du dachtest, dass Du etwas weißt und am Ende da einem Denkfehler unterlagst. Es ist nicht immer so, dass die anderen falsch liegen.

Werbung

Wegen einer Aussage oder einem Marketingbeitrag hast Du einen Shitstorm ausgelöst. Und klar, jetzt hast Du die Aufmerksamkeit sehr vieler Leute. Trotzdem ist es nie gut, wenn Du jetzt noch Werbung für Dich und/oder Dein Produkt machst.

In einem solchen Fall kann es sein, dass viele eine solche Entschuldigung nicht ernst nehmen. Da könnte man sich schon fragen, hast Du den Shitstorm vielleicht nur deswegen ausgelöst, um Werbung zu machen?

Vielleicht klappt das ja sogar. Doch ich hab häufig gesehen, dass dann erst recht zum Boykott aufgerufen wurde.

Provokation

Häufig wird in den Texten nach dem auslösenden Beitrag noch provoziert. Und das manchmal auf eine Art und Weise, wo ich mich frage, geht es noch?

Daher kann ich wirklich nur sagen, mach es nicht. Provoziere nicht die Leute. Bestenfalls ignorieren sie Dich. Schlimmstenfalls löst Du etwas aus, was Du am Ende nicht mehr unter Kontrolle hast.

Abschlussgedanken

Manchmal reicht ein gedankenloser Beitrag aus und schon bist Du mitten in dem Sturm drinnen. Dabei ist es vielleicht noch nicht einmal wirklich von Dir gewollt gewesen.

Daher kann man nicht sagen, lös keinen Shitstorm aus, dann musst Du Dich nicht damit beschäftigen. So einfach ist das nicht. Denn jeder Mensch empfindet eine Sache anders. Und daher kann man sagen, dass jede Äußerung von Dir, theoretisch ein Shitstorm auslösen könnte.

Es ist immer gut, wenn Du Dir einen guten und starken Ruf aufbaust. Dann hast Du in einem entsprechenden Fall auch Unterstützung, falls Du mal daneben greifst. Denn es dürfte sehr wahrscheinlich sein, solange Du nicht unnötig provozierst, dass Deine Base zu Dir steht.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Verlagsautor*innen versus SPautor*innen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

sie sitzen da, Stunde um Stunde, ringen mit den Sätzen, Formulierungen, einzelnen Wörtern. Schauen auf den Kalender, schauen auf die Uhr, denn sie kommt näher, immer näher und näher, die gefürchtete Deadline die tödliche Stunde. Die Nächte, nein, sie sind nicht zum schlafen da, es wird geschrieben, was der Geist und die Finger hergeben. Und doch reicht es nicht. Es reicht ihrem Ego nicht, es reicht ihren hohen Anforderungen nicht, es reicht einfach nicht. Doch irgendwann, irgendwann ist es so weit, irgendwann haben sie es geschafft, irgendwann ist ihre Geschichte fertig. Bereit in die Welt entlassen zu werden, bereit Menschen Freude zu bereiten, bereit veröffentlicht zu werden.

Obwohl sich sicherlich eine Menge Schriftsteller*innen in diesem kleinen Text irgendwie wiederfinden, sind sie doch nicht alle gleich.

Kurze Vorgedanken

Wer sich als (angehende) Autor*in im Netz tummelt, wird früher oder später auf Aussagen stoßen, die bei mir immer wieder kopfschütteln auslösen. Da stößt eine Berufsgruppe aufeinander, die nichts Besseres zu tun hat, als sich das Leben schwer zu machen.

Auf der einen Seite finden wir die Verlagsautor*innen und auf der anderen Seite die SPautor*innen. Obwohl beide letztendlich die gleiche Arbeit leisten, behandeln sie sich nicht gleich. Dass die Gesellschaft beide Wege unterschiedlich behandeln, nun gut, das ist irgendwo verständlich. Aber dass eine Autorin die andere verbal runter zu putzen versucht, das ist dann doch einzigartig. Zumindest empfinde ich es so.

Daher möchte ich auf den Unterschied eingehen, den Beide wirklich trennen und dann, warum sich beide Gruppen nicht leiden können. Zu guter Letzt möchte ich noch darüber schreiben, warum das sinnlose Zeitverschwendung ist, dieses Bashing zu betreiben.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf meinem alten Blog, dem “schreibkasten” am 30. September 2016. Sollte sich etwas geändert haben, passe ich den Beitrag entsprechend an. Ansonsten ist es der Originalbeitrag. Zudem ist er eine Ergänzung zum Beitrag “Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus“.

Was sie trennt

Eigentlich nur der Vertriebsweg. Beide Gruppen schreiben eine Geschichte und sind (hoffentlich) mit Herzblut dabei. Sie lieben das Schreiben, haben sich aber aus individuellen Gründen dafür entschieden, entweder bei einem Verlag oder bei einem Distributor (für Selfpublishing) zu veröffentlichen.

Der Verlag übernimmt sehr viele Arbeiten für die Autor*innen, wenn sie das nötige Geld bereitstellen (können). Natürlich, Lektorat, Korrektorat, Cover und Veröffentlichung gehört bei einem Verlag dazu. Inwiefern die Werbung da eine Rolle spielt, kommt immer auf das Budget an, dass sich ein Verlag einzeln leisten kann.

Wer Selfpublishing betreibt, muss das alles selbst machen und in Vorleistung gehen. Das bedeutet, zuerst muss das Lektorat bezahlt werden, dass Korrektorat, die Coverdesigner*in und so weiter. Und das alles geschieht mit dem Risiko, dass die Kosten nicht durch den Verkauf reingefahren werden.

Natürlich kann das bei einem Verlag passieren. Nur das die ein ganz anderes finanzielles Polster haben. Immerhin veröffentlichen sie nicht nur ein Buch, sondern ein paar Dutzend in einem Jahr (wenn nicht sogar noch mehr). Und auch wenn nicht alle Bestseller werden, so tragen sie meistens die Kosten ein oder decken sich gegenseitig. Natürlich ist es für einen Verlag auch nicht schön, wenn sie Ausgaben haben, die sie nicht einfahren können. Aber wenn es mal passiert, ist es natürlich schlimm. Jedoch kann ein Verlag das anders abfedern, als eine Privatperson. Wenn eine Privatperson 4.000 Euro ausgibt (wie Marah Woolf zum Beispiel hat diese Summe mal angegeben) und die nicht reinkommen, sieht das Ganze anders aus.

Man kann also sagen, es trennt sie die Ansicht, was das Beste für sie und für ihre Geschichte ist. Und das ist in diesem Fall der Vertriebsweg. Denn bei Verlagen hat man ganz andere Möglichkeiten, als, wenn man sich selbst um die Veröffentlichung kümmert.

Bei einem Verlag wird alles übernommen. Unter anderem auch die Auszahlung des Geldes. Wer Selfpublishing betreibt, muss selbst ein Auge darauf werfen, was reinkommt und was für Ausgaben man hat, um das gegeneinander abzuwägen. Wer über einem Verlag veröffentlicht, kann sich in der Tat auf das Schreiben konzentrieren. Die andere Gruppe hingegen muss noch viel hinter der Bühne machen. Da kann man sich leider nicht den ganzen Tag hinsetzen und schreiben. Man muss halt für sich auch werben. Und das massiver, als wenn man sagt, ich habe beim Verlag XYZ veröffentlicht.

Was sie eint

Ganz klar, das Schreiben, die Liebe zum Schreiben und den Wunsch, dass die Geschichte veröffentlicht und gelesen wird. Natürlich, man will dafür auch noch Geld verdienen, idealerweise können die Schriftsteller*innen von ihrer Liebe und ihrer Arbeit sogar leben.

Beide einen, dass sie schreiben wollen und es auch tun. Und beide möchten für ihre Arbeit respektiert werden. Und letztendlich, beide veröffentlichen. Das macht also kein großer Unterschied. Nur eben der Weg. Die einen gehen den Weg des Verlages, die anderen gründen einen Verlag.

Und doch schreiben beide. Ich finde, das ist das Wichtigste.

Der Grund des “Streites”

Ob man das jetzt wirklich einen Streit nennen kann oder will, ich bin mir nicht so ganz sicher. Doch immer wieder fällt es mir auf, dass SPautor*innen häufig wie Schriftsteller*innen zweiter Klasse behandelt werden.

Sie dürfen nicht an einigen Wettbewerben teilnehmen oder bei Vereinigungen mitmachen. Immerhin haben sie kein Verlagsvertrag. Dabei wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass SPautor*innen keine Qualität haben. Und aus diesem Grund dürfen sie nicht mitspielen. Ihre Bücher sind automatisch schlecht. Sonst hätten sie einen Verlag.

Wie ich zwischenzeitlich lesen durfte, sollte man mit solchen Aussagen aber erst einmal vorsichtig sein, da das zu Schadensersatzforderungen eventuell führen könnte (ob das stimmt, ich bin keine Anwältin und kann das nicht verifizieren, daher bei Bedarf eine Anwältin oder einen Anwalt kontaktieren).

Aber immer wieder lese ich, dass SPautor*innen ja keine Qualität veröffentlichen. Und das gilt natürlich für alle. Ausnahmslos. Eine Tatsache, die mich ärgert. Denn ich lese sehr gerne Bücher von Selfpublisher*innen und kann sagen, das stimmt nicht.

Natürlich, halt, stopp, es stimmt teilweise. Klar, wenn man veröffentlichen kann, wie man lustig ist und Laune hat, dann kommen auch Perlen unter die Bücher, die man normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Aber gilt das automatisch für alle SPbücher? Wenn man einigen Kritiker*innen glauben mag, dann ist dem so.

Dass es aber wahrlich Perlen unter den Selfpublishing Titeln gibt, das interessiert viele gar nicht. Und das auch Verlage Schrott veröffentlichen, das kann es natürlich nicht geben. Immerhin gelten noch heute Verlage als Wächter der guten Literatur. Aber ich würde glatt mit Dir Wetten, dass Du mindestens ein Buch, wenn nicht sogar mehrere, gekauft und sicherlich auch gelesen hast, die das Papier nicht Wert waren, auf denen sie gedruckt wurden. Bei mir war es schon öfters so.

Doch werden gleich alle Verlagsautor*innen in einem Topf geworfen, dass Verlage nur noch schlechte Literatur veröffentlichen? Dass man bestimmte Verlage meiden sollte, weil sie einige schlechte Titel veröffentlicht haben? Ich kann man nicht daran erinnern, so etwas gelesen zu haben.

Skandale, die gibt es

Natürlich, es gibt sie, die kleinen und großen Skandale des Selfpublishing. Wenn niemand ein Auge darauf wirft, dann können Plagiate veröffentlicht werden und Bücher, mit minderwertigem Inhalt.

Doch auch wenn es die Wächterfunktion gibt, welche die Verlage für sich beanspruchen, bedeutet das nicht, dass dort niemals Plagiate auftauchen. Dafür gab es auch in den letzten Jahren durchaus beweise.

Niemand zwingt aber die Verlage deswegen an den Pranger. Die Selfpublishingszene hingegen macht sich dann einen Kopf, wie so etwas geschehen und wie man sich distanzieren kann. Man steht dann, mal wieder, unter Generalverdacht.

Sie distanzieren sich öffentlich, dass sie keine Plagiate schreiben, dass sie alles selbst erledigen und was weiß ich. So etwas habe ich von Verlagsautor*innen noch nie erlebt. Und auch unter ihnen gibt es sie, die schwarzen Schafe. Und das nicht nur mit Plagiaten. Was ich in einigen Bücherforen erlebt habe, das möchte ich schon fast gar nicht mehr erzählen.

Die wichtigste Entscheidungsinstanz

Aber letztendlich entscheiden nicht Verlage oder die Autor*innen, was gelesen wird. Es sind die Leser*innen. Immerhin geben sie das Geld aus, um sich die Bücher zu kaufen. Daher entscheiden sie am Ende, was wirklich gut ist und was nicht (auch wenn einige an dieser Entscheidungsgewalt bei bestimmten Büchern wohl verzweifeln).

Und immer mehr Leser*innen entscheiden sich, dass sie Bücher die sowohl von Verlagen als auch im Selfpublishing veröffentlicht werden. Viele machen zwischenzeitlich schon gar keinen Unterschied mehr. Denn sie wollen nur eins, gut unterhalten werden. Wenn das ein Verlagsbuch schafft, toll. Schafft es dagegen ein Selfpublishingbuch, auch gut.

Immerhin können viele Leser*innen etwas, was Autor*innen nicht können, zwei Bücher auf einmal lesen. Versuch mal zwei Romane gleichzeitig zu schreiben. Das wird schwierig. Aber sie können lesen, kaufen und machen, wie es ihnen beliebt.

Ganz simpel ausgedruckt, in dem Warenkorb können sich also sowohl neben einem Verlagsbuch auch ein SPBuch tummeln. Darum brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen. Wenn gute Bücher geschrieben werden, dann werden sie auch gekauft und gelesen.

Ist es daher nicht egal, wie man veröffentlicht? Hauptsache die Leserin oder der Leser ist am Ende glücklich? Ist es nicht das, was wir alle wollen?

Was ich mir wünsche

Als ich den Beitrag damals veröffentlichte, war das Bashing noch sehr heftig am Gange. Zwischenzeitlich scheint es zumindest oberflächlich alles ruhig zu sein.

Trotzdem ist noch nicht alles Gold, was ruhig ist. Es gibt weiterhin Vereinigungen, welche Selfpublisher*innen nicht in ihren Reihen sehen wollen. Dort gelten sie immer noch als Autor*innen zweiter Klasse. Oder man bekommt einen Knochen hingeworfen, im Sinne von, wir sind dann mal gnädig und nehmen euch mal auf.

Zwischen den Autor*innen scheint es aktuell ruhig zu sein. Jetzt dürfen gerne noch die Vereinigungen nachziehen. Das ist mein Wunsch. Öffnet eure Türen für tolle Autorinnen und Autoren. Ihr werdet sehen, sie bereichern euren Kreis auf wunderbare Art und Weise.

Abschlussgedanken

Autor*innen sind Autor*innen. Dabei ist es absolut egal, wie sie veröffentlichen. Hauptsache sie tun es und erfreuen letztendlich ihre Leser*innen. Das darum jetzt ein Aufstand gemacht ist, wer nun in der ersten Klasse oder in der Zweiten sitzen darf, ich finde das unnötige Zeitverschwendung.

Dass die Presse und die Gesellschaft eventuell Probleme damit hat und immer wieder den Untergang des Selfpublishing beschwört, sollen sie. Aber wenigstens die Autor*innen sollten, meiner Meinung nach, sich respektieren und sich gegenseitig unterstützen. Oder wenigstens in Ruhe lassen.

Daher, veröffentliche tolle Geschichten. Und, meine Empfehlung, sollten wieder Grabenkämpfe entstehen, einfach nicht mitmachen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Kolumne: Von Selbstzweifeln

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nichtsahnend sitzt man am PC oder unterhält sich mit jemanden oder sitzt herum und träumt vor sich hin. Doch dann nähert es sich, lauernd, gefährlich und unbahmherzig. Und ehe wir uns versehen, hat dieses gefährliche Monster zugepackt.

Kurze Vorgedanken

Dieses gefährliche Monster überfällt die Menschen häufig völlig unerwartet. Wenn es so weit ist, hat man dann Selbstzweifel. Die zeigen sich dann, dass man an sich und die eigene Arbeit zweifelt und der festen Überzeugung ist, niemals etwas von Wert zu schaffen.

Daher möchte ich heute ein wenig darüber schreiben. Und vor allem, wie man mit den Selbstzweifeln umgehen kann.

Achtung! Wichtig!

Vorneweg möchte ich erwähnen, wenn ich hier von Selbstzweifeln rede, dann meine ich das, was uns gelegentlich überfällt, wenn wir die Erfolge anderer sehen. Als Beispiel. Oder wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Arbeit nicht den Wert hat, den wir uns erhoffen.

Worüber ich nicht schreibe, ist, wenn die Selbstzweifel als Teil einer psychischen Erkrankung ist. Oder sich daraus eine entwickeln könnte.

Solltest Du das Gefühl haben, zumindest Unterstützung zu benötigen, such sie Dir bitte. Erst recht, wenn Du befürchtest, dass Du eine psychische Erkrankung hast. Suche mindestens Deine Hausärztin oder Deinen Hausarzt auf.

Wichtig ist, dass Du Dich um Deine Gesundheit kümmerst. Oder jemanden bittest, der Dir dabei hilft (wenn Du es selbst nicht mehr schaffen solltest).

Danke!

Was sehe ich als Selbstzweifel an?

Letztens hab ich gelesen, wie vier Nornenschwestern für den Seraph nominiert wurden. Klar, ich habe mich wahnsinnig gefreut. Denn tatsächlich gehöre ich zu den Menschen, die kein Neid kennt. Wenn tolle Literatur veröffentlicht wird, darf und soll es entsprechend gewürdigt werden.

Doch sofort nagten die Selbstzweifel an mir (siehe auch obigen Tweet). Damals tauchte die Frage in mir auf, ob ich jemals solch eine Anerkennung erhalten werde.

Tatsächlich geht es mir nicht um einen Preis (auch wenn so etwas natürlich immer toll ist). Es geht mir eher um die Frage, ob es da draußen Personen geben wird, die mein Schreiben nett finden. An mögen oder gar lieben denke ich in solchen Momenten gar nicht mehr. Dazu bin ich selbst nicht in der Lage.

In solchen Momenten zerfetzt der Selbstzweifel all meine positive Energie. Dann ist mein Schreiben schlecht, meine Ideen Schrott und meine Existenz nichtig. Ja, wenn das Monster mich mal packt, dann bitte richtig oder gar nicht.

Für mich bedeutet Selbstzweifel zu haben, Zweifel an der eigenen Arbeit zu besitzen.

Woher kommen die Selbstzweifel?

Eins vorneweg, ich bin keine Psychologin oder Psychiaterin. Daher kann ich keine wissenschaftlich fundierte Antwort auf diese Frage geben. Zumal es vermutlich auch so viele antworten darauf geben kann, wie es Menschen gibt. Denn jeder Mensch kann aus anderen Gründen Selbstzweifel bekommen. Daher werde ich mal meine Geschichte als Beispiel aufführen.

Bei mir ist es so, dass ich von diversen Seiten regelmäßig negativ bewertet werde. Selbst, wenn ich etwas richtig mache, finden einige Leute immer das berühmte Haar in der Suppe. Positive Unterstützung hab ich selbst eher selten erlebt. Und wenn doch, dann erinnere ich mich daran, verzweifelt beinahe schon, weil es nur wenige Augenblicke davon gibt.

Wenn Du in einen solchen Teufelskreis steckst, ist es schwer, sich eine positive Haltung zu bewahren. Dass ich diese trotzdem habe, darüber wundere ich mich. Klar, ich sitze auch schon mal auf meinem Bett und heule vor mich hin. Doch dann sage ich mir, jetzt erst recht und mache weiter. Aber ja, das ist eine durchaus schwere Angelegenheit.

Leider ist es dann so, dass positive Rückmeldungen untergehen. Die negativen Kommentare bleiben eher im Gehirn hängen, als wenn jemand sagt, hei, das hast Du toll gemacht.

Wie mit dem Monster umgehen?

Wichtig ist, dass Du Deine Methode findest, mit diesem Monster umzugehen. Daher kann ich Dir nur ein paar Inspirationen bieten, welche ich teilweise ausprobiert habe. Oder die ich ausprobieren möchte.

Akzeptieren

Es mag sich jetzt ein wenig komisch anhören, aber ich meine das tatsächlich ernst. Wenn wir unterdrücken, dass das Monster uns gerade gepackt hat, dann ist es schwerer, damit umzugehen. Denn ignorieren lässt sich das Monster nicht. Also lassen wir es in unser Leben und können sagen, okay, da bist du ja wieder.

Darüber schreiben

Sei es in den sozialen Medien oder in Dein Tagebuch, schreib darüber. Wenn Du es in Worte fasst, was Dir gerade Kopfzerbrechen bereitet, verliert es häufig seine Angst. Zweifel und Ängste haben nur dann Macht über Dich, wenn Du Dich ihnen verweigerst.

Analysieren

Was genau bereitet Dir jetzt Angst, worüber zweifelst Du? Wenn Du es genau benennen kannst, kannst Du dem auch aktiv entgegenwirken. Zum Beispiel habe ich Angst, dass mein Werk nicht ankommen könnte. Daher könnte ich Auszüge an andere Leute schicken und fragen, was sie davon halten. Kommt es bei denen gut an, könnte es sehr wahrscheinlich sein, dass auch Fremde es gut finden werden. Wichtig hierbei ist, dass Du freundlich kritische Menschen findest.

Erfolgstagebuch

Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich den ganzen Tag am PC sitze und am Ende nichts geschafft habe. Dabei stimmt das nicht immer. Daher führe ich seit dem 1. Januar 2019 ein Erfolgstagebuch.

Für mich habe ich entschieden, dass ich jeden Tag mindestens fünf Dinge aufschreibe, die ich am Tag geschafft habe. Das kann vom Lesen, bis hin zum Schreiben und was auch immer.

Wenn ich dann mal wieder am Boden bin, kann ich dann in dem Erfolgstagebuch lesen und sehen, was ich geschafft habe. Das kann dann aufbauend sein.

Lobtagebuch

Für jedes kreative Projekt würde ich ein eigenes Lobtagebuch erstellen. Jedes Mal, wenn Du etwas Positives zu Deinen Geschichten bekommst, druckst Du es aus oder notierst Dir es in Dein Lobtagebuch.

Das können tolle Rezensionen sein, direkte Nachrichten an Dich, welche Dein Buch loben oder Kommentare aus dem Internet. Was auch immer es ist, kleb es ein. Und wenn es Dir nicht gut geht, lies darin. Andere Menschen lieben Dein Werk, Du hast die Beweise.

Abschlussgedanken

Jeder Mensch hat eigene Gründe, warum das Monster Selbstzweifel bei ihr oder ihm zupackt. Und eigene Methoden, mit diesem klar zu kommen. Wichtig finde ich, wenn Du das Gefühl hast, nicht alleine damit fertig zu werden, hol Dir Hilfe.

Manchmal reicht es, wenn Du eine Freundin oder einen Freund darum bittest. Und gelegentlich müssen schärfere Geschütze aufgefahren werden (also medizinische Hilfe und so weiter).

Wichtig finde ich, dass Du Deinen Weg zur Lösung findest. Egal, wie dieser auch aussehen mag.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Nach der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nun ist es soweit, die Messe ist vorbei. Zwei oder manchmal auch mehr anstrengende Tage liegen hinter uns. Jetzt ist es Zeit für den #Messeblues.

Kurze Vorgedanken

Auch die schönste Zeit ist irgendwann mal zu Ende. Und ich persönlich finde Convention- oder Messetage immer schön. Weil ich endlich mit Leuten zusammen bin, die genauso verrückt sind, wie ich (gefühlt). Und vor allem, ich fühle mich dann verbunden. Sei es, dass wir ähnliche Leseinteressen haben. Oder, dass man sich mit den Leuten über diverse Schreibthemen unterhalten kann.

Daher kann für viele ein #Messeblues eintreten, dass sie die Menschen vermissen. Und vor allem, dass sie sich schon auf die nächste Messe freuen.

Doch wie beendet man eine Messe am besten? Darüber mache ich mir heute ein paar Gedanken.

Kurzer Urlaub

Für mich habe ich entdeckt, dass es immer besser ist, wenn ich nach einer Messe mindestens einen oder sogar zwei bis drei Tage Urlaub habe. Denn eine Messe kann physisch durchaus anstrengend sein. Selbst als Besuchende.

Wenn Du aber den ganzen Tag am Stand stehst, immer bewusst da sein musst und Kontakte pflegst, das ist Hochleistungsarbeit. Das Stehen ist eben physische anstrengend (für Füße und auch Deinen Rücken). Der Rest kann Dich physisch beanspruchen.

Daher kann ich Dir nur ans Herz legen, dass Du Dir danach eine kleine Auszeit gönnst. Der erste Tag könnte sogar für die Heimfahrt in Anspruch genommen werden. Und der zweite Tag, um Dich zu erholen und auszuruhen.

Danach kannst Du Dich auf die Arbeit stürzen. Denn nach der Messe ist vor der Messe.

Inventur und Bilanz

Wenn Du Dich erholt hast, solltest Du Dir ein wenig Zeit nehmen und eine Inventur machen.

Was hattest Du auf die Messe mitgenommen (da solltest Du Dir im Vorfeld notieren, wie hoch die Anzahl von Deinen Mitbringseln sind) und was hast Du wieder nach Hause gebracht.

Das gilt natürlich für alle Medien. Von Büchern, über Merchandising was Du verkauft hast oder auch Deine Lesezeichen und was auch immer. Wie viel hast Du am Ende noch vorrätig. Wobei ich Dir wünsche, dass Du bei Deinen Büchern eine fette 0 schreibst.

Bei der Inventur geht es mir um zwei Dinge:

  • Feststellen, was Du beim nächsten Mal nachbestellen musst. Denn die nächste Messe kommt bestimmt. Daher ist es immer gut zu wissen, was Du noch vorrätig hast und was nicht.
  • Herausfinden, was gut lief. Manche Sachen kommen gut bei Standbesuchenden gut an, andere hingegen nicht. Ein Beispiel: Wenn Du zwei Lesezeichen hattest und einer ging gut weg, während der andere nicht angerührt wurde, weißt Du fürs nächste Mal Bescheid, dass Du den anderen neu designen könntest.

Deine Finanzen

Natürlich ist es auch wichtig, dass Du Dir einen Überblick über Deine Finanzen schaffst. Rechne nicht damit, dass Du die Ausgaben mit dem Verkauf von Büchern und anderen Sachen decken kannst. Falls doch, Glückwunsch dazu. Aber Messen sind eher dafür da, dass Du Werbung für Dich machst.

Die Autorin Tina Folsom sagte einmal auf einer LoveLetter Convention, dass sie für eine Teilnahme viel bezahlen muss. Danach gehen aber häufig ihre Bücherverkäufe hoch. Dadurch finanziert sich das häufig, daran teilzunehmen. Rechne daher eher, dass Du danach einen Anschub an Verkäufen verzeichnen kannst.

Bis dahin solltest Du schauen, was Du eingenommen hast (unter anderem auch für die Steuer, auch wenn ich Dir an dieser Stelle dazu keine Informationen geben kann). Und ja, wenn Du eine ordentliche Summe erreicht hast, darfst Du Dich auch gerne feiern. Das ist durchaus eine Leistung.

Ein Rücbklick

Nachdem Du die harten Fakten notiert hast, kannst Du noch einen weiteren Schritt gehen. Denn wie oben schon erwähnt, nach einer Messe ist immer vor einer Messe. Und mit jedem Messebesuch kannst Du für Dich lernen, wie die nächste besser aussehen kann.

Was war gut?

Am besten nimmst Du Dir dafür etwas Zeit und Papier, sowie ein Stift. Dann notiere Dir alles, was Du für gut befunden hast. Wie war Dein Auftritt, wie haben die anderen auf Dich reagiert und so weiter.

Tatsächlich kann es passieren, dass die Besuchenden direkt eine Rückmeldung geben, was sie an Deinem Stand und/oder Auftritt toll fanden. Schreib das unbedingt auf. Das wäre eventuell ein Thema für Deine nächste Messe. Also, dass Du das wieder anwendest, was gut bewertet wurde.

Aber auch alle Punkte, bei denen Du Dich wohlgefühlt hast und was die Leute positiv aufgenommen haben könnten. Damit meine ich Aktionen, die letztendlich dazu geführt haben, dass Du mit den Besuchenden ins Gespräch gekommen bist. Oder welche sie an Deinen Stand gelockt haben. Eben alles, was Du als positiv bewertest.

Das können auch ganz banale Punkte sein. War es besser zu stehen oder zu sitzen? Wie kam Deine Standdeko an? Oder der Aufbau der Bücher und den dazugehörigen Sachen? Schreib einfach auf, was Dir dazu einfällt.

Was war nicht so gut?

Gerade, wenn Du es die erste oder eine der ersten Messen in Deinem Leben war, war vermutlich nicht alles gut. Das ist völlig normal und keine Katastrophe. Vor allem, wenn die Besuchenden Dich positiv in Erinnerung behalten haben.

Trotzdem empfehle ich Dir, dass Du alles notierst, was Du nicht mehr machen willst. Vielleicht war der Aufbau Deines Standes nicht optimal. Dann kannst Du das nächste Mal das anpassen.

Oder vielleicht hast Du versehentlich im falschen Moment mit dem Handy gespielt (weil es privat was zu klären gab oder Du Deine SoMe Accounts gepflegt hattest). Vielleicht gibt es für das nächste Mal einen Plan, wie Du diese Sachen besser organisieren kannst.

Zwar behaupte ich, wer mit Herzblut dabei ist, wird eher in kleinen Bereichen Fehler machen. Und diese Fehler sind sogar eher kleine Schnitzer. Aber es kann sein, dass die Dir nicht gefallen. Daher schau ruhig mal über diese Punkte. Es kann alles nur charmanter werden.

Was hast Du gelernt?

Mit jeder Messe wirst Du etwas lernen. Sei es, weil Du achtsam die Tage beobachtet hast. Oder auch, weil Du die anderen Stände genauer betrachtet hast.

Seien wir ehrlich, die anderen Autor*innen haben ihre genialen Ideen. Und bei manchen stehe ich da und denke mir, boah ist das geil. Darauf wäre ich selbst nie gekommen.

Schreib alles auf, was Du von den anderen gelernt hast und Du zumindest theoretisch übernehmen möchtest. Gerne auch erst einmal so, wie Du es gesehen hast.

Bei Deiner nächsten Messeplanung kannst Du diese Ideen dann näher betrachten. Meine Empfehlung ist, dass Du diese Sachen nicht eins zu eins übernimmst. Wandle es so ab, dass es individuell wird und zu Dir persönlich passt. Alles andere ist nur eine billige Kopie des Originals.

Mach aus einer anderen Idee etwas Eigenes. Immerhin willst Du Dich ja in den Mittelpunkt setzen. Daher sollte jede Marketingidee auch zu Dir passen.

Nach der Messe … ist vor der Messe

Wenn Du für Dich entschieden hast, bei der letzten von Dir besuchten Messe wieder teilzunehmen, dann ist es durchaus in Ordnung, ein paar Termine zu setzen.

Natürlich ist es nicht notwendig, ein Jahr im Voraus alles zu planen. Aber ich kann Dir empfehlen, trotzdem ein paar Dinge rechtzeitig im Auge zu behalten.

Der nächste Termin

Einige Messeveranstaltende können Dir für die nächsten Jahre im Voraus oder zumindest kurz nach der Messe den nächsten Termin sagen. Notier Dir diesen in Deinen Notizkalender.

Sollte der nächste Termin noch nicht feststehen, empfehle ich Dir, regelmäßig auf der offiziellen Seite zu schauen. Irgendwann wird die Ankündigung kommen. Wenn Du die Möglichkeit hast, die Unterlagen im Vorfeld zu bekommen, fordere sie schon an. Dann bist Du wenigstens da einen Schritt weiter.

Datum der Planung

Irgendwann wird es dann soweit sein. Die nächste Messe will geplant sein. Überlege Dir, wie viel Zeit Du das letzte Mal genommen hast. Und vor allem, ob die Zeit für Dich gereicht hat. Wenn ja, dann setz Dir einen Termin, um diese Zeit entsprechend abzudecken.

Wenn Du also das letzte Mal drei Monate für alles gebraucht hast, notier Dir drei Monate vor der nächsten Messe den Termin. Und halt diesen auch ein. Sonst wird es vielleicht für Dich eng.

War es für Dich zu eng, überleg Dir, wie viel Zeit Du das letzte Mal mehr Dir gewünscht hast. Trag das dann entsprechend ein und erhöh ruhig um eine Woche. Sicher ist sicher. Besser ist es, wenn Du kurz vor der Messe alles erledigt hast und nicht mehr hetzen musst.

Alles weitere …

Wenn Du im Vorfeld schon weißt, bis wann Du etwas anmelden kannst, notier es Dir. Lerne von Deinen bisherigen Erfahrungen. Und ansonsten, genieß die planungsfreie Zeit und schreibe an Deinen nächsten Roman. Dann hast Du auf der nächsten Messe was Neues anzubieten.

Abschlussgedanken

Messen sind einerseits ein Erlebnis. Für introvertierte und schüchterne Messen vielleicht anstrengend (für mich auf alle Fälle). Aber sie bereichern sehr.

Häufig hab ich nach einer Messe- oder Conventionsbesuch den Wunsch, noch mehr und härter an meinen Geschichten zu arbeiten. Denn ich will sie auch endlich auf die große Bühne bringen.

Daher kann ich Dir empfehlen, besuch eine Messe in Deiner Nähe. Nimm die Energie auf (auch als Besuchende kannst Du sehr davon profitieren) und schreib dann an Deinen Geschichten. Du wirst es nicht bereuen.

Und wenn Du selbst zu den Ausstellenden gehörst, mach Dir nicht zu viel Druck für den perfekten Auftritt. Den gibt es nicht. Sorg dafür, dass es Dein Auftritt wird. Der ist dann perfekt – für Dich.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Triggerwarnung

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vielleicht hast Du es mitbekommen, in den letzten Tagen ist im Internet (vornehmlich auf Twitter) eine rege Diskussion zum Thema Trigger ausgebrochen. Daher möchte ich heute darüber mit Dir reden.

Kurze Vorgedanken

Trigger oder auch Triggerwarnungen haben scheinbar bei einigen einen sehr, sehr schlechten Ruf. Tatsächlich wurde in der Diskussion von Zensur gesprochen. Aber auch, man kann ja nicht auf alle Rücksicht nehmen. Alternativ, alle anderen machen es so und so.

Daher möchte ich heute darüber schreiben, was ein Trigger ist, was es mal mit mir gemacht hat (also ein praktisches Beispiel), wovor man warnen kann und auch sollte, sowie wo man die Triggerwarnungen hin packen kann. Und ja, ich werde auch auf eine mögliche Marketingverwendung hinweisen. Denn es ist nicht immer alles schlecht, was eine Warnung enthält.

Achtung: Zwar versuche ich selbst, mögliche Trigger zu vermeiden. Wenn ich aber denke, dass ein Absatz einen möglichen Trigger enthält, bekommst Du eine Warnung und den Absatz schreibe ich in kursiv. Du musst dann für Dich entscheiden, ob Du es dann lesen kannst oder nicht. Aber wie geschrieben, auf unnötige Trigger werde ich versuchen zu verzichten, sofern sie nicht notwendig sind.

Was ist ein Trigger überhaupt?

Tatsächlich gibt es im medizinischen Bereich für viele Ebenen eine mögliche Erklärung, was ein Trigger ist. In der Psychiatrie und Psychologie (was uns hier am meisten interessiert) bedeutet das, dass man etwas sieht, hört oder riecht und ein Flashback hervorrufen kann.

Das bedeutet, wenn man mit einem Trigger konfrontiert wurde, dass man sich dann an etwas negatives aus der Vergangenheit (un)bewusst erinnert und das noch einmal erleben muss. Alternativ kann es auch sein, wenn man über ein Thema liest, dass man in ein Loch fällt und schlimmstenfalls etwas unüberlegtes tut.

Natürlich bin ich selbst keine Psychologin oder Psychiaterin. Daher werde ich hier auf keinen Fall in die Tiefe gehen, weil ich dazu nicht das nötige Fachwissen habe. Nur so viel, es kann negativ enden, wenn man ohne Vorwarnung getriggert wird. Das wirst Du gleich im Beispiel sehen.

Ein reales Beispiel zum Thema Trigger

Vor etlichen Jahren hatte ich einen Kurs im Rahmen meiner Berufsfindung besucht. Und dort freundete ich mich mit einer Person an (das Geschlecht und weitere individuellen Informationen halte ich im folgenden Text heraus).

In dem etwa achtmonatigen Kurs hatte besagte Person viele, sehr viele Geschichten erzählt. Und im Laufe der Zeit konnte ich herausfinden, dass gut die Hälfte davon gelogen waren. Bei dem Rest kann ich mich nur vorstellen, was davon wahr oder falsch war. Aus diesem Grund war ich sowieso irgendwann misstrauisch. Nur war ich damals ein ganz anderer Mensch als heute und sprach das nicht an.

Jetzt muss ich noch was kurz erzählen, damit Du meine Reaktion verstehst. Und ACHTUNG, es könnte im folgenden Text den einen oder anderen Trigger enthalten. Daher schreibe ich ihn in kursiv. Eventuell überspringst Du diesen.

In meiner Kindheit und Jugendzeit gab es ein Familienmitglied (Verwandtschaftsgrad ist egal), welche meine direkte Familie, gelinde gesagt, terorrisiert hatte. Es waren Selbsttötungsgeschichten und Selbstverletzungen dabei. Und es hat mich auch sehr belastet, nur konnte ich es damals nicht in Worten fassen. Noch weniger hat man mir in irgendeiner Art und Weise Hilfe angeboten. Denn ich war immer ein ruhiges, in sich gekehrtes Kind. Der Rest ist Geschichte.

Die besagte Person aus dem Kurs kam dann eines Tages zu mir und meinte, mir etwas erzählen zu wollen. Zugegeben, ich dachte, es wäre wieder eine ihrer Geschichten. Zudem hatte die Person dieses verschwörerische Grinsen drauf. Achtung, gleich kommt wieder ein Triggerabsatz.

Dann erzählte die Person mir, wie sie*er mit einem Messer spielte, um sich selbst zu verletzen.

BOOM! Das war ein heftiger Trigger für mich, aufgrund meiner Erfahrungen, die ich eigentlich bis heute nicht verarbeitet habe. Da hab ich die Person entsprechend angeschnauzt und emotional mit ihr gebrochen und mehr oder minder auch persönlich keinen Kontakt mehr zu ihr gesucht.

Heute weiß ich es besser. Wenn mir heute das passiert wäre, ich wäre zu der Kursleitung gegangen, hätte es denen erzählt und ihnen klar gesagt, dass sie sich um die besagte Person kümmern sollen. Damals war ich nicht in der Lage. Zumal ich auch kein Wissen um Trigger und um meinen seelischen Zustand hatte.

Und ehrlich gesagt, ich hab mich wirklich selbst erschrocken, wie ich damals reagiert hatte. Es brach einfach aus mir heraus. Nun ist es mir verständlich, damals konnte ich es halt nicht einordnen.

Warum also Triggerwarnungen?

In erster Linie geht es um den Schutz der Menschen. Wir machen alle unterschiedliche Erfahrungen. Und manche davon sind nicht gut. Andere hingegen sogar katastrophal.

Natürlich reagiert jeder Mensch anders auf eine gleiche Situation. Wäre jemand anders in meiner Situation und hätte alles so durchlebt wie ich, hätte die besagte Person aus dem Kurs vielleicht nur ausgelacht. Eine andere Person hätte ihr*ihm eine Ohrfeige gegeben. Und eine dritte Person wäre zur Kursleitung gegangen, um mit denen darüber zu sprechen.

Das können wir natürlich nicht vorhersehen. Aber wir können es Menschen leichter machen selbst zu entscheiden, ob sie sich mit einer bestimmten Situation auseinandersetzen wollen. Das bedeutet, ihnen eine Triggerwarnung zu geben.

Wenn Du also über ein besonderes Thema schreibst, sagen wir Mord. Und dabei sehr grafisch vorgehst, dann kann das durchaus sein, dass jemand dadurch getriggert wird. Warnst Du diese Person, kann sie entscheiden, ob sie das überhaupt lesen möchte.

Schreibst Du keine Triggerwarnung hin, dann kann es passieren, dass Du die Person dadurch getriggert wird (wie das auch immer individuell aussehen mag). In diesem Fall hatte diese Person keine Möglichkeit gehabt, eine Entscheidung zu treffen, ob sie Deine Geschichte lesen möchte oder nicht.

Eigenverantwortung zählt

Vielleicht kennst Du ja die Warnungen vor Serien oder Filmen, die meistens ab 22 Uhr laufen. Vorher kommt immer der Hinweis, dass das folgende Programm für Personen ab 16 oder 18 Jahren ist. Alternativ (und bisher nur einmal gesehen), dass das Programm nicht für sensible Personen gedacht ist.

Damit wissen wir alle, dass das Programm was nun läuft, entweder Gewaltdarstellungen und/oder Erotikszenen enthalten dürften. Es ist daher meine persönliche Entscheidung, ob ich das mir anschauen möchte, da ich selbst 18+ bin. Für alle anderen ist es ein Hinweis, ich muss jetzt abschalten (wie die Realität aussieht, ist hier nicht von Belang).

In diesem Fall muss ich eine Entscheidung treffen, ob ich mir das folgende Programm anschauen will. Jedoch kann ich das auch treffen. Denn ich wurde darauf hingewiesen, dass nun etwas läuft, was mir eventuell nicht gefallen könnte. Die freiwillige Selbstkontrolle (kurz FSK) gibt mir diese Möglichkeit. Es ist also auch eine Art von Triggerwarnung. Nur nicht sehr spezifisch. Das ist der kleine Unterschied.

Was ich dann damit mache, liegt an mir. Denn ich bin eine Freundin davon, wenn ich die Informationen zur Verfügung habe, dass ich dann für mich selbst entscheiden kann. Also, dass ich Eigenverantwortung übernehme.

Ablehnung der Triggerwarnung

Wenn Du die Diskussionen zu der Triggerwarnung verfolgst, wirst Du wahrscheinlich fünf Gründe dafür finden, warum einige Autor*innen einen solchen nicht setzen wollen. Die möchte ich hier kurz erläutern.

Zensur

Tatsächlich hat eine Person aufgeführt, dass Triggerwarnung einer Zensur gleichkommt. Zwischenzeitlich wurde hier zurückgerudert, was auch richtig ist. Denn eine Triggerwarnung ist keine Zensur. Denn es wird ja nicht verboten, dass man über ein Thema schreiben darf. Oder das man die Geschichte lesen soll.

Vermutlich haben hier Autor*innen Angst, dass dann ihre Geschichten nicht gelesen werden, wenn sie über bestimmte Themen schreiben. Klar, die eine oder der andere Lesende wird dann nicht zum Buch greifen. Aber diese Gruppe dürfte sehr wahrscheinlich an der Hand abzuzählen sein.

Spoiler

Wenn ich reinschreibe, was möglicherweise jemand triggern könnte, klar, dann ist vielleicht ein oder zwei Elemente dabei, die man als Spoiler werten könnte. Aber das ist nicht immer der Fall.

Es geht ja nur um die Nennung möglicher Trigger in der Geschichte. Bestenfalls hast Du diese Elemente sogar schon in Deinem Klappentext irgendwie verarbeitet. In der Warnung schreibst Du das nur noch genauer hin. Das ist alles.

Und es gibt durchaus einige Leute, welche diese Warnungen noch nicht einmal lesen (Stichwort: Eigenverantwortung). Meistens wissen sie, dass sie keinen Trigger haben. Alle anderen, die ahnen, dass da was ist, informieren sich dann halt darüber.

Welche Warnungen setzen?

Dann gibt es gerne die Argumentation, dass man ja vor allem und jeden warnen müsste, fängt man erst einmal damit an. Es gibt eine Liste von Syndromen, an die Du Dich eventuell orientieren kannst. Wenn jemand bestimmte Ängste hat und Du bedienst sie, dann kannst Du das erwähnen. Und ich zweifle sehr, dass Du mehr als eine handvoll Themen in Deiner Geschichte aufführst, einfach wegen der Lesbarkeit.

Leute, die vor bestimmten Dingen Angst haben, wissen häufig davon. Diese Menschen haben Strategien entwickelt, um sich davor zu schützen. Daher denke ich, dass wir hier nicht in die Breite gehen müssen, sondern uns an die großen Themen halten können (siehe weiter unten).

Alle anderen …

Eines meiner absoluten Lieblingsargumente ist, dass alle anderen auch keine Triggerwarnungen gesetzt haben. Und die haben noch viel schlimmere Trigger in ihren Geschichten als ich.

Ganz ehrlich? Solchen Personen würde ich gerne folgendes schreiben (und vermutlich kennst Du diese Sprüche auch aus Deiner Kindheit, oder?):

  • Alle Affen machen nach.
  • Wenn alle anderen aus dem Fenster springen, springst Du hinterher?

Wenn ich nach Deinem Buch greife und Deine Geschichte lese, ist es mir doch egal, was die anderen machen. Als ich oben diese heftige Reaktion hatte, war es mir in dem Moment egal, wie andere darauf reagieren würden oder ob andere vorher gewarnt waren. In dem Augenblick war ich auf mich gestellt, völlig allein, wütend und verletzt.

Hätte mir dann jemand gesagt, ja aber die anderen, ich hätte mich und mein Gefühlsleben nicht ernst genommen. Mir scheint es so, dass solche Menschen gerne nach einer Ausrede suchen, nur um nicht eine Warnung schreiben zu müssen. Als ob man ihnen etwas wegnehmen würde. Dabei sehe ich genau das Gegenteil.

Du gibst den Menschen sogar etwas. Und zwar die Möglichkeit einer Entscheidung. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, Du zeigst Respekt vor den Menschen und bietest ihnen an, dass sie sich entscheiden können. Und ich bin der festen Überzeugung, dass sich dieser Respekt in irgendeiner Art und Weise bezahlt machen wird. Zumindest auf der emotionalen Ebene.

Mir doch egal

Und ja, es gibt auch Leute, denen es egal ist, ob sie andere ins Messer laufen lassen. Entweder es juckt sie nicht, oder, was ich noch schlimmer finde, sie nehmen es bewusst in Kauf.

Gerade diese Menschen geben mir das Gefühl, als ob man ihnen was wegnehmen würde, wenn sie eine Warnung setzen sollen. Das liegt an ihrer Argumentation.

Häufig (nicht immer) sind diese Personen dann die Ersten, die dann aufschreien, wenn sie mal getriggert werden sollten.

Was gehört auf so eine Triggerliste?

Während ich diesen Beitrag schreibe, habe ich auch einiges im Internet recherchiert. Leider gibt es keine vollständige Liste mit Empfehlungen, was man als Triggerwarnung einsetzen kann. Daher werde ich selbst nach und nach eine entsprechende Liste erstellen (also her mit Deinen Empfehlungen in den Kommentaren, ich bedanke mich jetzt schon).

Man kann aber sagen, dass Phobien ein guter Ansatz ist. Wovor können Menschen Angst haben? Zum Beispiel Clowns oder Spinnen. Das kann auf die Liste gesetzt werden. Zwar haben diese Menschen eine Strategie entwickelt, um damit klar zu kommen, aber hier geht es wieder um die freie Entscheidungsmöglichkeit.

Diese Liste (empfohlen von Evanesca Feuerblut) kannst Du auch als Empfehlung nehmen. Sie ist auf Englisch, kann aber auch weiterhelfen.

Ansonsten gehören die Klassiker auf die Liste, die wir alle vermuten. Diese werde ich in einem Absatz schreiben und in kursiv setzen, das bedeutet, dass es mögliche Triggerinhalte haben könnte.

Sex, Erotik, BDSM, Bondage, Gewalt, Vergewaltigung, Misshandlung von Erwachsenen, Gewalt an Kindern, Tierquälerei, Blut, Selbsttötung, Selbstverletzung …

Mit dieser Liste bekommst Du hoffentlich ein Gefühl, was auf eine entsprechende Liste kommen könnte. Es geht in erster Linie darum, dass ich empfehle, Dinge in die Warnung zu schreiben, bei denen Dritte verletzt werden oder sich selbst dabei verletzt.

Das kann sowohl physisch als auch psychisch sein. Und ich denke, wenn Du ein wenig sensibel bist, wirst Du wissen, welche Punkte in Deiner Geschichte ein Trigger sein könnte. Bist Du Dir nicht sicher, dann gibt es eine sehr, sehr gute Methode, um das trotzdem zu schaffen: FRAGEN!

Frag jemanden, die oder der sich mit Deinem Thema auskennt, ob Elemente aus Deiner Geschichte Trigger sein könnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Dir eine Antwort geben kann, ist sehr groß.

Wohin mit der Warnung?

Vielleicht hab ich Dich überzeugt, eine Warnung zu setzen. Oder Du hast aufgegeben, zuckst mit den Schultern und meinst, nun gut, wenn es sein muss. Egal warum, es gibt einige Orte, an dene ich auf alle Fälle meine Triggerwarnungen schreiben werde. Vielleicht möchtest Du sie auch übernehmen.

Deine Internetseite

Egal ob Du in einem Verlag oder im Selfpublishing veröffentlichst, über Deine Internetseite hast Du immer die oberste Hoheit. Da würde ich Dir empfehlen, für jedes Buch eine eigene Seite einzurichten, wo Du alles, was Du zum Buch hast, veröffentlichst (Links zu tollen Rezensionen, Meinungen, Kritiken, die Eckdaten, Klappentext und das Cover natürlich).

In meinem Fall würde ich es wie folgt aussehen lassen. Den Titel der Geschichte, links das Cover (in einer schönen Größe) und der erste Text wäre in Fett die Triggerwarnung. Erst danach würde ich wohl den Rest aufbauen.

Auf alle Fälle würde ich es so positionieren, dass die Besuchenden keine andere Möglichkeit haben, da herumzukommen.

Evanesca Feuerblut – Beispiel

Während ich an diesem Beitrag schreibe, hat Katherina Ushachov für ihren Kurzroman “Zarin Saltan” eine Seite für die Triggerwarnung erstellt. Diese Idee finde ich zwischenzeitlich so viel besser, dass ich eher diese umsetzen möchte. Zur Vollständigkeit behalte ich hier beide Ideen.

Amazon und Co.

Ab hier kann es sein, dass Du als Verlagsautor*in um Erlaubnis bitten musst, um diese Punkte umzusetzen. Meine Empfehlung, sprich Deinen Verlag aktiv an, dass entweder Du das machst oder sie es umsetzen sollen.

Der Aufbau ist normalerweise so, dass links das Cover zu sehen ist, dann kommt ja der Klappentext und dann kann man noch einiges dazu schreiben. Eben die Warnungen. Hier wäre der Platz für die Triggerwarnung.

Also ganz oben, damit die Leute sofort die Möglichkeit haben, diese zu lesen und zu entscheiden, ob sie sich damit beschäftigen wollen.

Unter dem Klappentext

Hier muss definitiv der Verlag eingespannt werden. Bei mir stehen einige Bücher, die unter dem Klappentext noch eine Warnung für das Buch enthalten. In diesem Fall war es keine Triggerwarnung, sondern man könnte es schon fast als Marketing bezeichnen (siehe weiter unten). Aber es wurde entsprechend notiert, was für bestimmte Themen in dem Buch vorkommt.

Im Buch

Und auch hier müsstest Du Dein Verlag ins Boot holen.

Egal ob E-Book oder Printbuch, ich würde da tatsächlich ein wenig übertreiben. Und zwar eine ganze Seite für den Trigger widmen. Dort steht dann als Überschrift Triggerwarnung und darunter die Themen, die in diesem Buch auftauchen. Oder zumindest Warnung.

Alles auflisten

Madita Sternberg möchte noch einen Schritt weitergehen. Und zwar will sie vorne im Buch auflisten, wo mögliche Triggerwarnungen zu finden sein könnten. Also richtig mit Kapitel und Seitenzahl.

Den Twitterthread findest Du hier:

Der Rest liegt beim Lesenden

Es ist vermutlich für die einen oder den anderen übertrieben, was ich hier aufgelistet habe. Daher betone ich gerne noch einmal, es ist meine Liste, die ich abarbeiten würde. Was Du davon übernimmst, liegt an Dir.

So gehe ich aber sicher, dass die Lesenden die Möglichkeit der Kenntnisnahme haben. Was sie daraus machen, das liegt dann in der Eigenverantwortung der jeweiligen Person. Sie müssen damit rechnen, wenn sie einen Krimi lesen, dass es dort eine Leiche gibt. Oder bei einem Horrorroman es sehr krude zugehen kann.

Jedoch haben sie die Möglichkeit erhalten, eine eigenverantwortliche Entscheidung zu treffen. Und eines garantiere ich Dir, es wird trotzdem Leute geben, die sich beschweren. Das ist das Gesetz der Lesenden.

Warnung und Marketing

Jetzt wirst Du vielleicht verwirrt sein. Wieso sollte etwas, was einige Menschen davon abhält ein Buch zu kaufen, als Marketingmittel genutzt werden?

Neugier

Nehmen wir mal an, Du schreibst in Deiner Warnung etwas von Krankenhäusern und Insekten (wie oben bei der “Zarin Saltan”). Dann werden einige Menschen Abstand nehmen, weil sie damit nicht klar kommen.

Andere hingegen könnten genau darauf neugierig werden. Was hat es denn mit diesem Krankenhaus auf sich? Oder wie werden die Insekten eingebaut? Sie wollen dann erst recht wissen, was es damit auf sich hat.

Mit den richtigen Schlagwörtern kannst Du die Neugier wecken und einige eher zum Kauf bewegen.

Positionierung

Mit der Warnung setzt Du auch eine gewisse Positionierung für Deine Geschichte. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass jemand danach sucht.

Nehmen wir an, Du hast einen Roman über einen Menschen mit der Borderline Persönlichkeitsstörung geschrieben. Und das vermerkst Du auch in der Warnung. Einige werden davon die Finger lassen. Aber wenn jemand, wie ich zum Beispiel, für die Prüfung zur Heilprakikerin für Psychotherapie macht, könnte das wiederherum interessant werden.

Ein anderes Szenario sind erotische Romane. Es gibt Menschen, die bestimmte Romane mit besonderen Themen suchen (sagen wir BDSM). Erwähnst Du es, weil Du die Leute schützen möchtest, kann genau DAS dazu führen, dass sie es eher kaufen.

Abschlussgedanken

Um es noch einmal klar zu schreiben: NIEMAND verbietet Dir, über bestimmte Themen zu schreiben. Es ist keine Zensur oder sonstiges.

Es geht lediglich darum, dass Du die Leute davor warnst, dass in Deiner Geschichte einen möglichen Trigger enthalten sein könnte. Das bedeutet nur, dass Du den Lesenden Respekt entgegen bringst und ihnen die Entscheidung überlässt.

Auch wenn die Diskussion vielleicht aktuell die Twitterblase beschäftigt, es werden vielleicht nur wenige Menschen tatsächlich betroffen sein. Aber es lohnt sich, eben genau die zu schützen. Auf Dauer, davon bin ich überzeugt, wird sich das in irgendeiner Art und Weise für Dich lohnen.

Und viel Aufwand ist das letztendlich auch nicht. Evanesca hat die oben verlinkte Seite innerhalb von wenigen Minuten erstellt. Also schaffen wir alle anderen das auch.

Dafür bedanke ich mich bei Dir schon einmal.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Auf der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du auf Deine Wunschmesse angekommen bist, hast Du den wichtigsten Teil geschafft. Die Anmeldung hat geklappt, Du bist heil angereist und nun vor Ort. Jetzt geht es erst richtig los.

Kurze Vorgedanken

Selbst auf der Messe zu sein kann sehr viel Spaß machen. Und zugleich auch unheimlich anstrengend sein. Denn so ein Messebesuch bedeutet nicht nur, dass man da steht und mit den Lesenden spricht. Es ist harter Marketingalltag. Daher gibt es heute einige Hinweise, wie Du alles überleben kannst. Ohne Garantie auf Vollständigkeit.

Der Aufbau

Jede Messe bietet ihren Ausstellenden ein Zeitfenster an, wann sie ihren Stand aufbauen kann. Das kann am Messetag ein paar Stunden vor der Eröffnung sein. Alternativ einen Tag vorher. Da ist es wichtig, dass Du das im Vorfeld in Erfahrung bringst.

Und im Idealfall hast Du Dir schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, wie Dein Stand aussieht. Nun ist es an der Zeit, das alles auf den realen Stand zu übertragen.

Hier ein paar Hinweise:

Es geht um Deine Bücher

Denk daran, es geht bei einer Buchmesse um Deine Bücher. Unglaublich aber wahr 😉 . Das bedeutet, dass Du Deine Werke in den Mittelpunkt stellst und nicht andere Dinge.

Daher sollte jedes Dekomaterial nur dafür genutzt werden, um die Bücher hervorzuheben. Und nicht, um so viel Dekomaterial wie nur möglich auf Deinen Tisch zu bringen. Wenn Du etwas unter dem Tisch verstecken musst, weil es zu viel war, mach das lieber.

Setz also Deine Werke in den Mittelpunkt und sorg dafür, dass die Interessierten diese auch sofort sehen. Alles andere ist dann schönes Beiwerk.

Ansichtsexemplar oder Buchverkauf?

Auf den meisten Messen geht es auch um den Buchverkauf. Mit anderen Worten, Du möchtest aller Wahrscheinlichkeit, dass die Lesenden zu Dir kommen und ein Buch kaufen. Es geht ja hier um den Kontakt und eventuell auch um die Erfüllung von Wünschen (wie ein Autogramm).

Aus diesem Grund empfehle ich Dir, mindestens zwei oder drei Bücher eines Titels auf dem Tisch zu haben. Ein Buch selbst könnte so wirken, als wäre es nur ein Ansichtsexemplar. Einige werden Dich fragen, ob sie das Buch kaufen können. Andere hingegen werden sich das vielleicht nicht trauen. Daher ist es immer eine gute Idee, es ihnen zu erleichtern.

Mit anderen Worten, wenn Du mehrere Bücher eines Titels auf dem Tisch hast, gibts Du den Interessierten die Möglichkeit das Buch zu kaufen. Ohne danach fragen zu müssen.

Vermeide unnötigen Chaos

Die Betonung liegt auf unnötig.

Stell Dir folgende Situation vor: Die Besuchende kommen an Deinen Stand und scannen Dein Angebot. Wenn es halbwegs übersichtlich ist, sehen sie was es gibt und kommen näher. Ist dort Chaos ausgebrochen und sie wissen nicht wieso, werden sie bestenfalls näher kommen und Dir eine zweite Chance geben. Schlimmstenfalls wenden Sie sich ab und geben ihrs Geld woanders aus.

Biete den Augen also ein paar Ruhepole an, damit sie wissen, was Du ihnen bietest.

Der Anfang der Messe

Wenn die Messe aufgemacht hat, dann musst Du erst einmal Geduld haben. Erst recht, wenn Du Dich im hinteren Teil befindest. Immerhin wollen die Besuchenden alles sehen. Und das in aller Ruhe.

Sie fangen also aller Wahrscheinlichkeit von vorne an und arbeiten sich dann nach hinten durch. Einige wenige drehen das entsprechend um. Alles im allen ist es immer gut, wenn Du hier Geduld hast.

Dein Auftritt

Irgendwann ist es aber dann soweit, die ersten Interessierten kommen an Deinen Stand. Nun liegt es an Dir, wie Du sie begrüßt.

Stehen oder sitzen

Tatsächlich fängt das schon an, ob Du sitzt oder stehst. Am Anfang des Tages sind Deine Füße noch sehr fit. Gegen Ende des Tages kann dies anders aussehen. Versuch daher, durchaus einige Pausen einzulegen, damit Du die Zeit überstehst.

Ansonsten kann es durchaus ansprechender wirken, wenn Du stehend die Leute begrüßt. Unterschreibst Du gerade etwas, oder packst etwas ein, ist es völlig in Ordnung, dass Du dies sitzend machst.

Während meiner letzten Messe hab ich die anderen Ausstellenden beobachtet. Und ich muss gestehen, es wirkt wirklich ansprechender, wenn man steht. Überlege Dir daher, ob Du das auch machen möchtest.

Handyverbot

Natürlich ist es wichtig, auch während der Messe Werbung auf den eigenen Kanälen im Internet zu machen. Jedoch kann es passieren, dass das nicht wirklich attraktiv aussieht.

Wenn Du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, schau Dich ab und an mal um. Gerade, wenn die Menschen auf ihre Handydisplays starren. Wie wirkt das auf Dich? Positiv oder negativ?

Und jetzt stell Dir mal vor, Du gehst zu einem Stand und alle Ausstellenden starren ebenfalls auf ihr Handy. Wie würde das auf Dich wirken?

Jetzt wirst Du vielleicht sagen, dass das niemand macht. Darauf antworte ich ganz lapidar, doch. Das hab ich mit eigenen Augen gesehen. Sonst wäre ich wohl gar nicht auf die Idee gekommen, darüber zu schreiben.

Und auch hier kann ich Dir empfehlen: Lass es lieber, es sieht nicht attraktiv aus. Wenn Du mit anderen Personen am Tisch bist, kann eine*r von euch mal aufs Handy schauen. Je nach Anzahl auch mal zwei. Aber bitte, bitte, vermeidet es, dass gleichzeitig alle mit dem Handy spielen.

Aktiv ansprechen oder warten?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um mit möglichen Interessierten umzugehen. Wenn sie in der Nähe sind, könntest Du sie höflich begrüßen. Manchmal reicht ein freundliches Hallo durchaus aus.

Introvertierte oder schüchterne Menschen könnten vielleicht ablehnend darauf reagieren. Andererseits bietest Du ihnen die Möglichkeit, mit Dir ins Gespräch zu kommen.

Es besteht auch die Möglichkeit, zu warten, bis die Leute auf Dich zukommen. Einige werden es machen. Andere hingegen benötigen eben eine aktive Einladung (also das Ansprechen).

Wenn Du Dir nicht sicher bist, dann probiere einfach verschiedene Varianten aus. Und die beste benutzt Du weiterhin.

Kleine Hilfsmittel

Wenn Du gerade mit jemanden im Gespräch bist, ist es unhöflich und zumeist auch unmöglich, mit einer zweiten Person noch zu sprechen. Es kann sein, dass das, was Du erzählt jemand anderen interessiert. Aber rechne erst einmal nicht damit.

Daher ist es gut, wenn die zweite Person dann die Möglichkeit hat, sich soweit zu informieren, dass sie zielgerichtete Fragen an Dich hat. Auch dafür gibt es kleine Hilfsmittel.

Preise

Wir sind zumeist Folgendes gewohnt: Da ist ein interessantes Buch, wir drehen es um und sehen neben dem Klappentext auch irgendwo den Preis. Bei Bücher aus dem Selfpublishing kann das manchmal fehlen.

Daher ist es gut, wenn Du für Deine Titel, bei denen der Preis nicht irgendwo vermerkt ist, diesen zumindest auf einen Kleber zu schreiben. Oder auf einer Liste oder wie auch immer Du es handhaben möchtest. Auf alle Fälle ist es gut, wenn Interessierte sehen können, wie viel Dein Buch kostet.

Und ja, das gilt auch für alle andere Sachen, die Du verkaufst.

Genre und Stichworte

Natürlich können sich die Leute den Klappentext durchlesen und sehen, ob das Buch was für sie wäre. Aber gerade, wenn Du alleine oder Du mit Deiner Gruppe verschiedene Genres bedient, ist Unterstützung immer gut. Und zwar, indem ihr notiert, in welchen Genres ihr die Bücher anbietet.

Das könnt ihr machen, indem ihr alles entsprechend sortiert. Oder die Deko so abstimmt, dass man es von selbst erkennt. Oder was auch immer Deine kreative Phantasie da alles hergibt.

Mit den Stichworten meine ich, dass Du ein paar Eckdaten zu den Titeln aufschreibst und ausstellst. Zum Beispiel die wichtigen #Hashtags zu Deinen Romanen. Die Interessierten sehen die Eckdaten und wissen ganz genau, ob das Buch sie anspricht oder nicht.

Umsonst und kostenpflichtig

Es ist auch gut, dass Du deutlich zeigst, was kostenpflichtig ist und was die Leute so mitnehmen können. Zumeist wissen erfahrende Besuchende, was sie so mitnehmen können. Daher ist es besonders wichtig, dass Du die kostenpflichtigen Angebote deutlich kennzeichnest.

So ersparst Du Dir die Frage am Ende, wieso Du von einem kostenpflichtigen Angebot nichts mehr hast, aber dafür kein Geld erhalten hast. Die Leute könnten es einfach mitgenommen haben. Und das war vielleicht noch nicht einmal mit böser Absicht.

Kleine Lebensretter

So ein Messetag kann lang sein. Daher sind schon einmal richtige Schuhe extrem wichtig. Noch wichtiger sind die kleinen Lebensretter.

Trinken

Schlimmstenfalls kann es in der Messehalle so trocken sein, dass Du da halb verdurstest. Sorg daher, dass Du immer genug zu trinken dabei hast. Selbst bevorzuge ich immer Wasser. Zuckerwasser jeglicher Art hilft mir persönlich nicht. Alternativ geht auch Tee oder Kaffee in Kannen.

Kleine Snacks

Zur Mittagszeit kann es ruhiger auf der Messe werden. Denn viele Besuchende ziehen sich zurück und essen etwas. Entweder was kleines oder eine richtige Mahlzeit. Aus psychologischen oder tatsächlichen Gründen kann es dann passieren, dass auch Dein Magen sich meldet.

Wenn Du möchtest und zugleich die Möglichkeit hast, kannst Du Dir ebenfalls eine Mittagspause gönnen. Wenn nicht, ist es immer eine gute Idee, was dabei zu haben. Zum Beispiel belegte Brötchen oder einen selbstgemachten Salat.

Alternativ können auch Nüsse helfen. Zum einen machen die satt. Und sie bieten sehr viel Energie.

Nervennahrung

Auf einer Messe würde ich nicht auf mein Gewicht achten, sondern immer was zu naschen dabei haben. Denn es kann halt sehr anstrengend sein vor Ort. Daher ist es völlig in Ordnung, zwischendurch mal ein bisschen Schokolade zu sich zu nehmen, als Beispiel.

Am besten ist immer das, was Du schnell in den Mund stecken kannst. Und womit Deine Finger dreckig werden. Chips würde ich selbst, als Beispiel, nie auf der Messe essen. Falls mir jemand die Hand reichen möchte, bekommt die Person eine Chipshand zurück.

Die Finanzübersicht

Jemand ist zu Dir gekommen und hat was gekauft? Herzlichen Glückwunsch. Doch es reicht nicht aus, das Geld zu nehmen und sich zu freuen. Notizen müssen nun her.

Die Geldkassette

Du solltest eine Geldkassette dabei haben, welche Du jederzeit transportieren kannst. Dort packst Du nicht nur das eingenommene Geld rein, sondern auch Wechselgeld. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass Du die Summe für Dein Buch nicht passend kriegst.

Ob Du bargeldlose Bezahlungen anbietest, müsstest Du prüfen. Damit meine ich die Technik und die Kosten.

Das Geldbuch

Egal, ob Du alleine am Stand bist oder diesen mit anderen teilst, es ist immer gut zu wissen, was Du verkauft hast. Gerade dann, wenn die Messe pro verkauftest Buch einen Anteil möchte. Und natürlich müsstest Du auch Steuern zahlen.

Daher solltest Du nach jedem Verkauf diesen sofort in Deinem Finanzbuch notieren. Dazu gehört der Titel des Buches, den Preis und die Menge. Du kannst auch ein entsprechendes Buch vorab kaufen und nur die Felder füllen.

Wenn Du noch andere Dinge verkaufst, notiere Dir auch da jeden Verkauf. Entweder die genau Bezeichnung oder Du kannst alternativ einen Code verwenden. Also anstatt “Eine Tasse mit Titel X” notierst Du Dir nur “Tasse A” oder “Tasse B”. Schreib aber auch irgendwo auf, was sich hinter diesen Codes verbergen. Dann entsteht am Ende keine Verwirrung diesbezüglich.

Und geht es an die Abrechnung, könnt ihr genau aufteilen, wer welches Geld kriegt.

Der zweite Tag

Wenn Du bei einer Messe bist, die über das Wochenende geht, dann läuft es meistens ähnlich ab. Besuchende, die über das ganze Wochenende da sind, werden sich häufig am Samstag umschauen. Was für Bücher gibt es und welche möchten sie mitnehmen.

Und am Sonntag schlagen dann die meisten zu. Sie wissen, was es gibt und wo auch die Autor*innen zu finden sind. Dann besorgen sie sich das Buch und, sofern möglich, auch noch ein Autogramm.

Natürlich kann es auch andersherum laufen (wie mir auf der Buchmesse Berlin von einem anderen Stand berichtet wurde). Aber die Wahrscheinlichkeit ist jedoch, dass es in diese Reihenfolge geht.

Trotzdem ist es immer gut, dass Du überprüfst, wie Du immer besser werden kannst. Denn manchmal ist der Stand nicht attraktiv aufgebaut oder die Ausstellenden zu zurückhaltend, um Interessierte anzulocken. Das Ganze ist also auch immer ein Versuch und Irrtum. Variiere also, um mehr Besuchende anzulocken.

Aktionen

Aber wie kann man die Leute anlocken? Dazu kannst Du Dir noch ein paar Aktionen ausdenken und starten.

Eigene Aktionen

Du kannst natürlich für Deinen Stand auch eigene Aktionen planen und starten. Sei es eine Verlosung oder indem Du Dich mitten in den Gang stellst und die Leute freundliche begrüßt und ihnen etwas in die Hand gibst (das haben wir Nornen auf der Buchmesse Berlin gemacht).

Natürlich sollte das mit den Regeln der Messe übereinstimmen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, bitte im Vorfeld fragen. Aber häufig haben die Messen nichts gegen Aktionen, solange sie andere nicht stören.

Mit anderen Aktionen planen

Die tolle Elenor Avelle hat recht, wenn sie sagt, dass man Aktionen durchaus zusammen planen und durchführen kann, vielleicht sogar sollte. Wir alle wollen ja letztendlich das Gleiche, Lesende glücklich machen. Und dies kann man erreichen, wenn sie tolle Bücher kriegen.

Wenn Du mit anderen eine Aktion planst, dann solltest Du die Regeln genau definieren. Was müssen die anderen Teilnehmenden alles machen. Was sind die Bedingungen, um mitzumachen. Und was passiert, wenn sie sich nicht daran halten.

Sorg am besten dafür, dass alle ihren Teil beitragen. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch bei den Gewinnen. Glaub mir, das ist besser.

Spaß haben

Bei der ganzen Planung und Beachtung von Kleinigkeiten und was weiß ich, solltest Du bitte eines nicht vergessen: Hab Spaß.

Du hast die Möglichkeit mit Deinen Lesenden in Kontakt zu treten. Daher ist es immer schön, wenn Du ihnen zeigst, dass Du Dich auch auf sie freust. Und je offener und positiver Du an die Sache herangehst, desto besser werden sie Dich in Erinnerung haben.

Dabei musst Du noch nicht einmal eine Quatschtante oder Quatschonkel sein. Ein Lächeln macht viel aus. Und wenn die Leute Dich anreden, reagiere darauf. Damit ist eine Menge gewonnen.

Also, hab viel Spaß auf Deiner Messe.

Abschlussgedanken

Vermutlich hab ich noch nicht einmal alle Punkte besprochen, auf die man Rücksicht nehmen kann oder vielleicht sollte. Wichtig ist aber, dass Du Deine eigenen Erfahrungen machst. Dadurch lernst Du am meisten.

Daher, sei offen und wirf Dich ins Getümmel. Und nächste Woche sehen wir, was Du nach der Messe machst.

Bis dahin wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele



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Vor der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nehmen wir an, Du hast Dich entschieden, auf eine oder mehrere Messen und/oder eine oder mehrere Conventions zu gehen. Erst einmal Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Nun fängt die Arbeit an.

Kurze Vorgedanken

Es gibt, über das Jahr verteilt, Dutzende von Veranstaltungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du an allen teilnehmen kannst, ist da schon einmal gering. Daher finde ich es persönlich wichtiger, meine Energie auf die Veranstaltungen zu konzentrieren, die mich am meisten interessieren.

Zumal das ganze auch Zeit und Geld kostet. Besonders Letzteres ist ein durchaus ernstzunehmender Punkt. Aber gehen wir Schritt für Schritt durch.

Katrin Ils: Buchmessen – Ein eigener Stand

Die wichtige Vorarbeit

Bevor Du Dir Gedanken machen kannst, was Du auf der Messe alles machst, gehören meiner Meinung nach, einige wichtige Vorgedanken und Vorarbeit dazu. Hier sind meine Ideen.

Recherche

Neben den drei großen Messen (Leipziger Buchmesse, Frankfurter Buchmesse und die Buchmesse Berlin) gibt es noch viele, viele kleine Messen. Vermutlich auch in Deiner Nähe etwas. Recherchiere das oder frag mal in den sozialen Medien nach. Bestimmt gibt es Leute, die Dir da Auskunft geben können.

Nebenbei gibt es noch diverse Convention, die sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren. Oder auch Branchentreffen und so weiter. Daher, betreib erst einmal Recherche, was es gibt. Und noch wichtiger, was Dich interessieren könnte.

Deine Auswahl

Wenn Du fertig bist, hast Du eine Auswahl von möglichen Messen und/oder Convention, die Dich interessieren könnten. Wenn es nur wenige sind, vielleicht schaffst Du es ja, alle zu besuchen. Bei einer größeren Anzahl von Möglichkeiten, könnte es nun wichtig sein, eine Auswahl zu treffen.

Überlege Dir, was Dir persönlich und auch marketingtechnisch am meisten bringt. Denn Messen bzw. Convention sind nicht nur zum privaten Vergnügen da. Es ist eine Art Arbeitsplatz. Du machst dort ja Werbung für Dich und Deine Werke.

Eine weitere Überlegung sollte dann die Kosten sein. Wenn die Messe (ich bleibe bei dem Wort Messe, meine damit aber alle anderen Formen der literarischen Zusammenkunft mit) nicht gerade um die Ecke ist, musst Du einiges planen. Dazu zähle ich die Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten und eventuell Kosten für die Anfahrt von dem Ort Deiner Übernachtung zur Messe.

Natürlich kannst Du kostengünstiger wegkommen, wenn Du in einer Gemeinschaft anfährst, übernachtest und jemand ein Auto hat. Aber das ist nicht immer gegeben. Und manchmal ist es auch viel angenehmer, wenn man alleine sein kann. Dann hast Du immer die Möglichkeit, Dich zurückzuziehen. Gerade dann, wenn Gemeinschaften Dich psychisch anstrengen.

Rechtzeitig buchen

Egal ob Du als Besucher*in oder als Aussteller*in dort auftauchst. Es ist wichtig, dass Du alles rechtzeitig buchst. Zum einen gibt es häufig auf Frühbuchungen kleine oder größere Rabatte. Zudem kannst Du so verhindern, dass zum Beispiel Hotelzimmer ausgebucht sind, wenn Du zu spät kommst.

Notfalls trag die wichtigen Termine in Deinem Kalender ein und Deine Deadline, bis wann Du alles geklärt und gebucht haben solltest. Dann verpasst Du keine wichtigen Termine mehr.

Aussteller*in

Wenn Du nicht als Autor*in auf der Messe erscheinst, sondern als Aussteller*in, gibt es noch einige Punkte, die Du beachten musst.

Anmeldung

Die Stände bei einer Messe sind meistens sehr heiß begehrt. Daher ist es wichtig, dass Du Dich rechtzeitig anmeldest. Das bedeutet natürlich auch, dass Du Kosten zu tragen hast.

Wie viel kostet ein Stand und wie groß ist er. Möchtest Du den alleine führen oder hast Du Mitstreitende, die auch mit Dir die Kosten tragen. Wenn Du in einer Gruppe bist, ist es immer gut, dass ein bestimmter Tag geklärt wird, bis wann die Kosten der anderen überwiesen wird. Dann trägt die Person, welche die Anmeldung vornimmt, nicht die Kosten alleine (im schlimmstenfall, weil andere abspringen).

Rechte und Pflichten

Wenn Du bei einer Messe mitmachst, hast Du nicht nur Rechte, sondern auch gewisse Pflichten. Erkundige Dich genau, was Du alles berücksichtigen musst.

Hier ein paar Beispiele: Ab wann darfst Du aufbauen? Bis wann musst Du alles abgebaut haben? Darfst Du Deine Bücher ohne Kosten an die Messe abzutreten verkaufen? Und wenn nicht, wie hoch sind sie? Wie sieht es mit einer Haftpflichtversicherung aus (bei Unfällen bei Deinem Stand)? Und so weiter und noch viel mehr.

Die meisten Messen haben einen FAQ Bereich dafür. Denn sie sind es gewohnt, dass man mit solchen Fragen auf sie zukommt. Studiere diese und wenn noch was offen ist, frag vor einer Anmeldung am besten nach.

Der spaßige Teil

Wenn Du Dir noch nicht sicher bist, was Du alles brauchst, erkundige Dich bei erfahrenen Ausstellenden. Viele von ihnen werden Dir sicherlich mit zumindest dem einen oder anderen Rat beiseitestehen.

Hast Du den Arbeitsteil hinter Dich gebracht, kommt der spaßige Teil eben dran. Wer kommt denn da auf die Messe?

Deine Bücher

Je nachdem, wie Du dort auftrittst (alleine oder mit einer Gruppe), ist es natürlich nun wichtig zu überlegen, welche Bücher Du mitnimmst. Bei einem Erstlingswerk oder wenigen Büchern mag es noch übersichtlich sein. Hast Du aber schon viele geschrieben, ist eine Entscheidung wichtig.

Selbst würde ich mich immer für mein letztes Werk entscheiden. Und dann kommt es darauf an, wie viel Platz ich bekomme. Aber das letzte und eventuell vorletzte Werk sollte immer dabei sein. Oder auch die Premiere, die Du auf der Messe vorstellen möchtest.

Eventuell möchtest Du auch eine Sonderauflage drucken, welche nur auf der Messe verkauft wird. Meine Empfehlung wäre dann, dass Du Dir etwas Besonderes einfallen lässt. Also einen Grund lieferst, warum ich als Besuchende gerade Dein Werk auf der Messe kaufen soll. Denk dabei, dass Du um den Platz in der Tasche der Kaufenden kämpfst. Bücher sind schwer und viele überlegen vorher genau, wie viele sie kaufen. Und manche sogar von wem (wegen den Autogrammen und so weiter).

Etwas Besonderes könnte ein Hardcoverbuch sein. Oder Dein Buch mit einer Landkarte. Oder mit farbigen Bildern. Einem Variantcover. Und was auch immer Dir einfallen mag.

Merchandising

Vielleicht kannst Du irgendetwas aus Deinem Buch nehmen und daraus ein Produkt zaubern, welche Du verkaufen könntest. Oder zu Deinem Buchverkauf beifügst.

Vermutlich hast Du schon was im Kopf, was Du mitbringen könntest. Wenn nicht, frag Deine Lesende, was sie sich wünschen. Kannst Du es umsetzen, mach es ruhig. Schaffst Du es nicht, überleg Dir eine Alternative. Ansonsten frag andere Autor*innen, was sie so anbieten. Und dann überleg Dir, wie Du das für Dich abwandeln und umsetzen kannst.

Lesezeichen, Visitenkarten und andere Papiersachen

Sehr viele Lesende lieben es, wenn sie Lesezeichen bekommen. Und das ist auch ein gutes Marketingmittel. Denn mit einigen einfachen Methoden, kannst Du Dich im Idealfall immer wieder in Erinnerung rufen (zum Thema Lesezeichen gibt es noch einmal einen eigenen Beitrag, daher gehe ich hier nicht in die Tiefe).

Ein Lesezeichen passt meistens in ein Buch hinein und kann daher für verschiedene Werke benutzt werden. Und wenn es besonders hübsch aussieht, machen es auch viele.

Visitenkarten können dann interessant sein, damit die Leute Dich im Netz finden können. Daher empfehle ich Dir, dass Deine Karten Deinen individuellen Stil wiederspiegeln und Du Deine wichtigen Onlinpräsenzen dort finden. Zumindest Deine Internetseite.

Bestenfalls wird Deine Visitenkarte auch als Lesezeichen verwendet. Dann erinnern sie sich auch so an Dich.

Schau Dich noch auf Seiten um, welche solche Printprodukte anbieten, um zu sehen, was Du noch mitnehmen könntest. Zum Beispiel einen Flyer mit Deinen Geschichten. Oder eine Leseprobe anderer Bücher, die Du nicht mitgebracht hast und so weiter.

Bedenk aber bitte zwei Dinge: Zum einen, dass alles kostet Geld und muss finanziert werden. Daher überlege Dir genau, was Du wirklich mitnehmen willst und was Dir gefällt. Zumal Du das ganze Zeug auch noch schleppen musst (zum Ort und zum Stand). Und zweitens, wie viel Platz hast Du und was benötigen die anderen für Raum (sofern Du mit anderen Deinen Stand teilst).

Deko und Sonstiges

Um Deinen Stand eine individuelle Note zu verleihen, kann es interessant sein, das mit Deko zu tun. Wenn Du alleine bist, kannst Du die Stimmung Deiner Romane aufnehmen.

Als Horrorautor*in könntest Du zum Beispiel mit Kunstblut arbeiten oder den Waffen aus Deiner Geschichte. Ist Steampunk Dein Thema, wäre es möglich mit Zahnräder zu arbeiten. Und so weiter und so fort.

Die Dekosachen sollten jedoch nicht Deine Bücher verdrängen. Und ich würde Dir empfehlen, dass es so händelbar ist, dass Du es leicht transportieren kannst.

Bei einer Gruppe ist es etwas leichter. Ihr sprecht euch ab, was ihr wollt und besorgt gemeinsam die Sachen. Und vor allem, ihr bringt es gemeinsam dorthin und nehmt es dann entsprechend wieder mit.

Du als Autor*in

Nun kommen wir zu der wichtigsten Person auf der Messe. Und zwar Du selbst. Immerhin trittst Du dort auf. Also machen wir uns noch ein paar Gedanken, wie Du dort erscheinen könntest.

Passendes Schuhwerk

Egal wie Du dort erscheinst, ich empfehle Dir ganz bequeme Schuhe zu tragen. Glaub mir, das ist tatsächlich das A und O dort.

Schlimmstenfalls wirst Du dort den ganzen Tag stehen. Und wenn Du falsche Schuhe hast, hältst Du es schwerlich durch. Am zweiten Tag der Buchmesse Berlin 2018 konnte ich kaum noch stehen. Dabei hatte ich schon bequeme Schuhe angehabt. Was wäre gewesen, wenn ich irgendwelche Mörderschuhe anhätte. Irgendwann wäre ich wohl barfuß gelaufen.

Kleidungsstil

Auf Messen hast Du die Möglichkeit, Dich mit einem bestimmten Kleidungsstil in Szene zu setzen. Wenn Du Fantasy schreibst, kannst Du entsprechend Kleidung aus dieser Welt tragen. Oder Steampunkt eignet sich besonders dafür.

Alternativ kannst Du auch besonders bunte Kleidung tragen. Oder nur schwarze. Klar, Alltagskleidung geht auch. Da könnte es aber passieren, dass Du vielleicht untergehst. Daher mein Hinweis zum Kleidungsstil.

Hier aber der wichtigste Hinweis überhaupt: Wenn Du Dich in der Kleidung überhaupt nicht wohlfühlst, wird man das mitbekommen. Das bedeutet, dass man Dich mit anderen Augen sehen wird. Daher ist es besser, wenn Du mit Alltagskleidung kommst, als wenn Du eine hübsche Gewandung wählst, mit dem Du nicht klarkommst. Das ist unnötig hinderlich.

Accessoires

Wenn Du Dich nicht über die Kleidung in Szene setzen möchtest, eventuell geht es über Accessoires. Elenor Avelle zum Beispiel ist zwischenzeitlich wegen ihrem roten Hut bekannt. Vielleicht gibt es ja etwas, womit Du Dich einzigartig machen könntest.

Sonstiges

Wenn Du das erste Mal ausstellst, kann es durchaus passieren, dass Du noch ein paar Fehler machst. Das Wichtige, wie ich finde, ist, dass Du dabei Spaß hast. Dann wirst Du und Deine Besuchenden darüber hinweg sehen können.

Mach Dir gerne Notizen, wie Du dort auftauchen möchtest. Mit welchen Materialien und so weiter. Und dann arbeite alles nach und nach ab. Und wenn etwas nicht so ganz klappt, krieg keine Panik. Irgendwie wird sich das alles richten.

Abschlussgedanken

Die allerste Messe kann sehr aufregend sein. Und noch wichtiger, sie kann sehr toll werden. Sei einfach offen für alles. Denn egal wie sehr es nach Arbeit klingt (und ein Messeauftritt kann sehr arbeitsreich sein), wenn Du einfach keinen Spaß daran hast, dann macht das alles keinen Sinn.

Daher wünsche ich Dir auf Deinen Messen nicht nur Erfolg, sondern ganz, ganz viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele


Hits: 43

Meine Pläne für 2019

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das ist er also, der letzte Beitrag in diesem Jahr. Und mit diesem möchte ich für mich einige Ziele definieren, die ich im kommenden Jahr erreichen möchte. Natürlich ist es ein Unterschied, ob man sich etwas vornimmt und es am Ende tatsächlich erreicht. Aber ich werde versuchen, diese Ziele am Ende tatsächlich zu erreichen.

Kurze Vorgedanken

In den letzten Tagen eines Jahres geht es los. Viele machen Pläne, was sie im kommenden Jahr anders machen möchten oder erreichen wollen. Klar, ich gehöre auch dazu. Dabei möchte ich nicht viel umsetzen, aber dafür haben diese kleine Ziele es doch in sich.

Doch was genau ist das?

Mein Blog

Die Beiträge

Im kommenden Jahr werde ich nicht mehr am Montag die Beiträge veröffentlichen, sondern Richtung Wochenende wandern.

Warum Beiträge (also Mehrzahl)?

Weil ich dazu tendiere, erst einmal mit zwei Beiträgen im kommenden Jahr weiterzumachen. Am Samstag werde ich erst einmal weiter an einer monatlichen Reihe arbeiten. Ob das dauerhaft klappt, kann ich jetzt noch nicht sagen. Eventuell werde ich da noch einiges anpassen. Aber das sehe ich im Laufe des Jahres.

Der Sonntag ist dann für die Beiträge aus meinem alten Blog reserviert. Das bedeutet, dass ich dort dann Beiträge herausnehme, diese überarbeite, eventuell ergänze und dann poste. Es kann auch sein, wenn es passt, dass Samstag alte Beiträge auftauchen. Aber bevorzugt wird es am Sonntag passieren.

Weiterhin gibt es unregelmäßig am Freitag Beiträge. Einmal im Monat plane ich eine Kolumne, zu diversen Themen, zu veröffentlichen. Hier wird gnadenlos meine Meinung zu Sachen veröffentlicht, die mich aktuell beschäftigen. Da es häufig keine Schreibtipps enthält, ist es kein Wochenendbeitrag.

Ansonsten werde ich da eher Buchtipps veröffentlichen. Mal eine Rezension zu einem Buch oder eine Buchtippreihe. Das wird aber eher unregelmäßig sein. Denn ich plane noch einiges andere. Und daher werde ich mich hier nicht festlegen, sondern schauen, wann ich es schaffe und dann eben entsprechend die Beiträge schreiben und veröffentlichen.

Podcast

Zugegeben, ich plane meinen Podcast schon seit zwei oder drei Jahren. Im kommenden Jahr versuche ich dann, ab Juli, endlich diesen zu starten. Daher werde ich bis dahin mir das notwendige Material besorgen (Hard- wie Software) und dann die Aufnahmen beginnen. Zudem natürlich auch Covers und Jingles und alles, was dazu gehört, besorgen.

Geplant ist erst einmal einen Beitrag im Monat einen zu veröffentlichen. Zuerst hatte ich mir überlegt, eine Zusammenfassung der Beiträge im Monat einzusprechen. Also nicht reines ablesen der Beiträge, sondern den Inhalt mit neuen Worten wiederzugeben.

Aktuell bin ich aber doch eher am überlegen, eigenständige Beiträge einzusprechen. Eventuell als Ergänzung zu den Wochenendbeiträgen. Oder anstelle etwas schriftliches, dann eben einen Podcast. Dazu hab ich ja noch sechs Monate Zeit zum überlegen.

Optisch

Eigentlich war das schon für dieses Jahr geplant. Da ich aber meine Finanzen ein wenig aus den Augen verloren habe, verschiebt es sich auf nächstes Jahr. Denn ich möchte ein neues Theme für meinen Blog haben. Und das bedeutet, dass ich dafür einige Euronen in die Hand nehme.

Mit anderen Worten, es wird hoffentlich nächstes Jahr hier ein wenig anders aussehen.

Romane

Schreiben

Ob das klappt, wird sich zeigen. Aber ich plane im kommenden Jahr mindestens sechs Romane zu schreiben. Das bedeutet, alle zwei Monate will ich einen Roman fertig haben.

Wenn man so viele Ideen wie ich hat, dann muss ich irgendwie zum Schluss kommen. Das bedeutet, jeden Tag schreiben und plotten. Am Ende habe ich dann hoffentlich was in der Hand, was ich dann auch veröffentlichen kann (nach der ganzen Überarbeitung und so weiter).

Über die Organisation und den Erfolgen und Misserfolgen, werde ich Dich auf meinen ganzen Kanälen informieren.

Veröffentlichung

Vor der Veröffentlichung gehört natürlich noch so einiges. Steuern, mich bei meinem Arbeitgeber melden und so weiter. Trotz allem will ich nächstes Jahr mindestens zwei Romane veröffentlichen.

Als ersten Termin werde ich mal Ende Juni anvisieren. Der zweite Termin kurz vor den Feiertagen im Dezember. Ob das klappt? Ich gebe mir Mühe.

Sachbuch

Klar, ein Sachbuch ist letztendlich auch ein Buch. Aber ich möchte versuchen, neben den sechs Romanen im gesamten Jahr noch an einem Sachbuch zu arbeiten. Mal sehen, wie mir das gelingt.

Privat

Fernkurse / Studium

Durch meine Krankheiten und Fehlplanungen hab ich dieses Jahr die Sache mit den Kursen und Studium nicht so hinbekommen, wie ich es wollte. Daher werde ich es nächstes Jahr neu angehen.

Den einen Kurs will ich endgültig abschließen (Social Media Management). Und bei meinem Studium will ich das erste Semester schaffen. Da ich zudem noch einen Schreibkurs für Mai vorgemerkt habe, den natürlich auch entsprechend schaffen. Bis dahin soll der SOMM Kurs fertig sein.

Sport und Gewicht

Aus gesundheitlichen Gründen möchte ich dann auch mit dem Sport anfangen. Und zugleich auch mein Gewicht um ein paar Kilos reduzieren.

Kunst

Und ich möchte mich mehr mit meinen künstlerischen Projekten beschäftigen. Vornehmlich dem Art Journaling. Denn das liegt mir am meisten. Aber, na wer hätte das gedacht, es gibt noch einige Ideen, die ich nach und nach umsetzen möchte.

Abschlussgedanken

Wie oben schon geschrieben, ich hab keine Ahnung, ob ich das alles erreichen werde. Zumal einiges auch nebenbei geschehen wird (zum Beispiel die optische Veränderung des Blogs). Andere Ziele verlangen hingegen eine sehr ordentliche Planung.

Jetzt hab ich meine Ziele definiert. Nun heißt es, sie auch erreichen.

Was sind Deine Ziele? Und wie willst Du sie schaffen? Aber egal wie und was, dabei wünsche ich Dir viel Erfolg und noch mehr Spaß.

Alles Liebe und einen gesunden Rutsch ins neue Jahr.

Deine frau schreibseele.


Hits: 105

Deadlines können toll sein

Hei, hallo und herzlich willkommen,

“I love deadlines.

I love the whooshing noise they make as they go by.”
― Douglas Adams,

The Salmon of Doubt

das Zitat sagt es schon. Deadlines können toll sein, erst recht, wenn sie an uns vorbeirennen. Daher möchte ich heute darüber schreiben, warum wir Deadlines setzen sollten und wie wir damit arbeiten können.

Kurze Vorgedanken

Katrin Ils – Jahresplanung für Autor*innen

Als Deadline wird eine Zeit bestimmt, an dem normalerweise etwas beendet werden soll. Wenn Du Romane schreibst und diese in einem Verlag veröffentlichen möchtest, werden sie Dir aller Wahrscheinlichkeit einen Termin setzen, bis wann Du das Manuskript abzuliefern hast. Tust Du das nicht, kann es sein, dass es schlimmstenfalls sogar Vertragsstrafen geben könnte.

Bei einem Erstlingswerk oder wenn Du im Selfpublishing Deine Romane veröffentlichst, setzt Dir niemand eine Deadline. Daher ist das Dein Job, um Dich darum zu kümmern.

Ein Beispiel aus der Praxis

Seit einiger Zeit versuche ich meinen aktuellen Roman fertig zu kriegen und zu überarbeiten. Tatsächlich sollte März 2018 dieser ins Lektorat gehen, damit der August 2018 veröffentlicht werden könnte.

Während ich diesen Beitrag schreibe, haben wir Dezember 2018 und stehen kurz vor 2019. Der Roman ist tatsächlich immer noch nicht fertig.

Was ist hier passiert?

An der Faulheit kann es nicht liegen. Denn ich war durchaus fleißig im letzten Jahr. Vielleicht nicht so, wie ich es gerne hätte. Aber faul war ich definitiv auch nicht.

Jedoch hatte ich gar keinen Plan gehabt, wie ich vorgehen soll. Und wenn ich mir etwas vorgenommen habe, habe ich es nicht schriftlich festgehalten. Bei Dir mag es sein, dass Du auch ohne schriftliche Fixierung auskommst. In meinem Fall nicht.

Zudem hatte ich für diverse Unterpunkte mir nie eine Deadline gesetzt. Zu keinem Zeitpunkt hab ich mir gesagt, bis dann und dann hast Du dieses Kapitel fertig. Und dann geht es in die nächste Runde. Und so weiter.

Und das ist letztendlich eine der vielen Gründe, warum ich nie einen Schlussstrich ziehen konnte.

Der Sinn einer Deadline

Eine Deadline soll in erster Linie einen Zeitpunkt in Deinem Kalender markieren, zu dem Du etwas zu erledigen hast. Dabei ist es egal, um was es sich letztendlich handelt.

Nehmen wir an, Du hast ein Projekt auf Arbeit. Dann kann es sein, dass Du eine Frist gesetzt bekommst, bis wann Du dieses Projekt zu beenden hast. Diese Fristen – eben Deadlines genannt – kannst Du auch auf alle privaten Projekte anwenden.

Bis zum Tag X hast Du Dein Zimmer aufgeräumt. Tag Y markiert die Beendigung Deiner Plotarbeit. Und Tag Z ist der letzte Tag, an dem Du Deinen Roman fertig geschrieben hast.

Ohne eine Deadline kann es passieren, dass Du trotzdem fertig bist. Es kommt darauf an, wie Du arbeitest. In solchen Beiträgen gehe ich von mir aus. Und bei mir passiert es, dass ich ohne eine Deadline nie etwas zu Ende kriege.

Wenn Du Dir Deadlines setzt, dann hast Du eine Art Stundenplan, mit dem Du arbeiten kannst. Gerade wenn Du alleine arbeitest, benötigst Du einen solchen Stundenplan.

Schreibst Du mit jemanden an einem Roman, dann werdet ihr euch gegenseitig anstupsen und sagen, bis wann Du Deinen Teil erledigt hast. Hast Du einen Verlagsvertrag, wird von dort jemand Dir auf die Füße treten. Bist Du alleine, musst Du Dir in den Popo treten.

Wie setzt Du Dir Deadlines?

Realistisch!

Egal für was Du Dir eine Deadline setzt, sei bitte realistisch dabei. Denn es bringt nichts, wenn Du Dich unter Druck setzt und am Ende ein schlechtes Gewissen hast, weil Du zehn Deadlines an einem Tag nicht geschafft hast.

Überlege Dir, was Du im kommenden Jahr erreichen möchtest.

Sagen wir, Du willst vier Romane schreiben (und im Weiteren werde ich mich darauf konzentrieren, unabhängig, wie Deine Planung tatsächlich aussieht). Das bedeutet, dass Du pro Roman drei Monate Zeit hast. Im ersten Monat könntest Du die Charaktere erarbeiten, den Plot und gegebenenfalls den Weltenbau. Und natürlich die Recherche und alles andere.

Im zweiten Monat schreibst Du dann Deinen Roman. Theoretisch kannst Du noch weiter an den Charakteren, dem Plot und besonders dem Weltenbau arbeiten. Das verbietet Dir natürlich niemand. Aber der Fokus liegt dann hier beim Schreiben.

Und im dritten Monat überarbeitest Du dann Deinen Roman. Und wenn Du möchtest, kannst Du schon den nächsten Roman anfangen zu planen.

Du schaust Dir dann an, bis wann Du was erledigt haben möchtest. Nehmen wir an, Du hast drei Hauptcharaktere. Wie genau möchtest Du sie bearbeiten? Tun wir mal so, als würden Dir vier Tage für einen Charakter ausreichen.

Dann nimmst Du Dir Deinen Kalender und schreibst rein, dass Du vom 02.01.2019 bis zum 05.01.2019 an Charakter A arbeitest (den ersten Januar lasse ich mal außen vor, damit wir alle Zeit haben, um auszuschlafen). Danach geht es weiter mit Charakter B und so weiter. Dann hättest Du nach 12 Tagen Deine wichtigen Charaktere zusammengetragen.

Und so gehst Du weiter. Schritt für Schritt.

Schnapp Dir Deinen Kalender für das kommende Jahr und notier Dir die ersten Schritte zu Deinem nächsten Roman. Es reicht auch erst einmal aus, wenn Du nur die erste Deadline setzt. Zum Beispiel für Charakter A.

Und wenn Du diese geschafft hast, dann schaust Du, wann Du Charakter B bearbeiten kannst.

Vorsicht: Das reale Leben

Vielleicht kennst Du den Spruch: Erstes kommt es anders und zweitens als man denkt.

Um es kurz zu machen, es kann immer wieder was dazwischen kommen, was Dir die Füße wegreißt. Ende Oktober 2018 ist mir so etwas passiert. Denn beim besten Willen hätte ich nicht gedacht, dass ich einen kleinen Unfall haben werde. Drei Wochen war ich ausgeschaltet und konnte nicht schreiben oder sonst irgendetwas tun.

So etwas kann immer passieren (auch wenn ich Dir das nicht wünsche). Alternativen dazu sind, dass Schatzi oder die lieben Kiddies krank werden. Die Arbeit ruft oder Freund*innen benötigen Deine Hilfe.

Und schon kann es passieren, dass Du eine Deadline nicht einhalten kannst. Wichtig finde ich, dass man so etwas immer einplant und sich auf keinen Fall davon irgendwie abhalten lässt, weiter an den eigenen Träumen und Zielen zu arbeiten.

Jedoch ist es wichtig, immer realistisch zu bleiben. Was schaffst Du in welchem Zeitraum. Dabei ist es wichtig, dass Du Deine Arbeitsweise kennst.

Wie arbeitest Du?

Oben hab ich das Beispiel angeführt, dass wir für einen Charakter vier Tage benötigen. Aber weißt Du auch, was Du dafür alles benötigst? Reicht eine Charakterbeschreibung? Oder möchtest Du einen Charakterbogen erstellen? Was alles gehört für Dich dazu?

Daher kann ich Dir empfehlen, alles zusammenzutragen, mit dem Du überhaupt arbeiten möchtest. Und dann schaust Du auch, wie vie Zeit Du benötigst, um die notwendigen Informationen zusammenzutragen.

Damit meine ich nicht, die Vorlagen, sondern um den Charakter zu entwickeln. Oder den Plot. Oder was auch immer Du benötigst. Sondern, wie lange Du brauchst, um diese zu füllen. Denn es reicht ja nicht aus, ein Fakt nach dem anderen aneinanderzureihen. Es soll ja auch mit Leben gefüllt werden.

Wie lange brauchst Du also, um die ganzen Arbeiten zu erledigen. Wenn Du für den Prozess Charaktererarbeiten sieben Stunden benötigst, kannst Du das besser auf die einzelnen Tage aufteilen. Beim ersten Projekt kann das natürlich noch unübersichtlich sein. Daher nimm Dir einen Wert und überprüfen dann, ob Du mit diesem klar gekommen bist. Eventuell musst Du beim nächsten Mal nach justieren.

Wenn Du diese Werte hast, weißt Du, wie Du zukünfitg arbeiten und Deine Zeit einteilen kannst.

Und der ganze Rest?

Natürlich kommen noch Sachen wie Recherche und Derartiges dazu. Mein aktueller Roman benötigt durchaus einige Recherchen, damit ich diesen realistisch darstellen kann. Aber häufig kann man das nebenbei machen.

Zumindest dann, wenn Du innerhalb kürzester Zeit einen Roman schreiben möchtest. Ansonsten ist es natürlich auch in Ordnung, dass Du dafür einen Monat aufwendest.

Denn häufig ist Recherche auch ein anderes Wort für “Prokrastination”. Man möchte zwar am Roman arbeiten, aber man kann ja nicht. Immerhin muss man noch etwas recherchieren.

Deine Pläne – Deine Ziele – Deine Deadlines

Egal wie Du es handhaben möchtest, es sind immer noch Deine Pläne, welche Dich zu Deinen Zielen bringen sollen. Und am Ende setzt Du Deine Deadlines. Lass Dich nicht von anderen (auch nicht von mir) irgendwie verrückt machen.

Schau Dir mal dieses Video an, damit Du verstehst, was ich meine.

Ziele nicht geschafft

Es kann natürlich leicht passieren, dass die Deadline an einem vorbeirauscht, ohne, dass wir es wirklich bemerkt haben. In einem solchen Fall ist das erst einmal keine Katastrophe (außer Du warst vertraglich verpflichtet, diese einzuhalten).

Denn tatsächlich geht die Welt nicht unter, wenn wir die Deadline nicht einhalten. Zumindest offiziell nicht. Häufig fühlt es sich aber bei mir so an. Dann geht die Selbstbeschimpfung los. Eben, dass ich so faul bin, unorganisiert und so weiter (wenn ich einen guten Tag habe).

Wichtiger wäre es, nun herauszufinden, warum man die Deadline nicht produktiv erreicht hat. Also, warum man die Ziele nicht geschafft hat. Daher finde ich es wichtig, mir alles zu notieren, was ich am Tag so gemacht habe (Stichwort: Bullet Journal).

Dadurch lässt sich leichter herausfinden, was Du gemacht hast und wieso Du keine Zeit hattest. Und wenn Du das für Dich geklärt hast, geht es in die nächste Runde. Immer ein Schritt nach dem anderen. Am Ende hast Du dann Deinen Roman, welchen Du dann auch veröffentlichen kannst.

Wenn Du Strafen möchtest / brauchst

Wenn Du aber möchtest, kannst Du Dir gerne überlegen, welche Vertragsstrafe Du Dir auferlegst, wenn Du Deine Deadline nicht erreichst. Damit meine ich nicht die ganzen Kleinen.

Wenn Du Deinen Charakter B nicht in der vorgegebenen Zeit geschafft hast, ist Dein Projekt nicht in Gefahr. Wenn Du einen Roman in drei Monate schreiben möchtest und Ende März den nicht geschafft hast, da wäre eine Strafe denkbar.

Überlege Dir daher, was Du Dir wirklich wünschst und Dir gönnen würdest, wenn Du Dein Ziel erreichst. Es könnte ja sein, dass Du Dir einen Wochenendtrip wünschst. Oder am Ende eine längere Reise herauskommen soll.

Egal was es ist. Wenn Du Dein Ziel erreicht hast, bekommst Du Deine Belohnung. Hast Du es nicht geschafft, dann gibt es die Strafe. Und das würde ich selbst durchaus schriftlich festhalten, sowie den Hinweis darauf irgendwo hinhängen, wo Du es regelmäßig siehst.

Noch ein Tipp

Aber egal, welche Belohnung oder Bestrafungen Du Dir überlegst, denk immer daran, was Du am Ende willst. Sicherlich möchtest Du einen fertigen Roman haben, welche die Leute auch lesen. Das bedeutet, dass Du immer darauf hinarbeitest, Deinen Roman zu schreiben.

Das sollte die wichtigste Motivation sein, die Du hast. Alles andere ist ein wenig Druck, wenn Du denn diesen brauchst.

Abschlussgedanken

Das Schreiben ist ein lebenslanger Lernprozess. Mit jedem Roman wirst Du immer besser und besser. Du lernst dazu und wirst herausfinden, was für Dich klappt und was nicht.

Das gilt auch für alles drum herum. Heute planst Du Deinen Roman auf eine Weise und das nächste Mal komplett neu. Deadlines setzen helfen Dir dabei, dass Du Dich nicht in unwichtigen verzettelst.

Denn ich werde Dir jetzt ein kleines Geheimnis verraten. Dieser Beitrag hier, an dem habe ich jetzt ungefähr vier Stunden gesessen. Warum? Weil ich ungefähr zwei davon auf Twitter und YouTube verbracht habe.

Hätte ich mir eine Deadline gesetzt, bis wann dieser Beitrag fertig ist, sähe das sicherlich anders aus. Auch solch kurzfristige Deadlines kannst Du setzen. Bis zwanzig Uhr arbeite ich an dem Roman und schreibe so und so viele Wörter.

Dann gilt das. In dieser Zeit sind Ablenkungen tabu. Und wenn Du dies mit Dir ausmachst, hilft es meistens auch. Zumindest bei mir.

Probiere es jetzt aus. Du hast den Beitrag zu Ende gelesen. Öffne Dein Dokument und erkläre, dass Du die nächste halbe Stunde schreibst. Und dann schau, wie es bei Dir funktioniert hast. Mal wird es gut laufen, mal nicht. Bleib dran.

Und dafür wünsche ich Dir eine Menge Energie und alles Liebe.

Deine frau schreibseele


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