Berufe für Deine “Badlady” Heldinnen

Berufe für Deine “Badlady” Heldinnen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

natürlich müssen Deine Heldinnen nicht zwangsläufig zu der guten Seite gehören. Sie können auch “Böse” sein oder ein Mittelding. Also hilfreich sein, wenn es notwendig ist. Und ansonsten eben nur für sich arbeiten. Als Beispiel.

Kurze Vorgedanken

Mein letzter Beitrag zum Thema konzentriert sich darauf, dass sich die Berufsauswahl für Heldinnen nur auf „positive“ Berufe bezieht. Aber die Rolle der Frauen oder weiblich gelesenen Charaktere müssen nicht zwangsläufig nur positiv sein. Sie können auch negativ besetzt werden. Und diese Badladys, also die bösen Damen brauchen idealerweise auch einen Beruf.

Dabei muss Deine böse Damen Heldin nicht als die absolut Böse auftreten. Es kann einfach sein, dass sie Grau ist. Also eine Mischung aus absolut gut und absolut Böse. Warum sollen Heldinnen nicht einfach mal herrlich egoistisch auftreten? Und in der nächsten Sekunde sind sie dann zugleich herzzerreißend selbstlos, dass man mit ihnen regelrecht leidet.

Letztendlich kommt es nicht darauf an, welche Arbeit sie nachgeht, sondern wie Du sie schreibst. Der Beruf selbst kann sie selbst noch ein Ticken interessanter gestalten.

Der folgende Beitrag ist wieder als Inspiration gedacht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du Deine eigenen Berufe hast, die Du Deiner böse Damen Heldin geben möchtest, sobald Du ein wenig darüber nachgedacht hast, was alles möglich sein kann. Und natürlich kannst Du die Berufe, die ich hier exemplarisch aufliste, auch Deinen Helden geben.

Die Räuberinnen

Von der kleinen Straßenräuberin bis hin zur Piratin, kann hier alles dabei sein. Als Straßenräuberin ist sie eher am unteren Ende der „Nahrungskette“. Sie dürfte aller Wahrscheinlichkeit am Existenzminimum leben und kämpft daher eher ums tägliche Überleben. Ob man sie dann wirklich als eine böse Frau bezeichnen kann, darüber lässt sich diskutieren.

Auf alle Fälle bestiehlt sie Leute, vielleicht ist es ihr sogar egal, dass es denen auch nicht viel besser geht als ihr. Oder sie hält sich daran, nur die zu beklauen, denen es definitiv besser geht. Natürlich kann sie auch in der Mittelschicht oder gar Oberschicht leben und sieht den Diebstahl als eine Art Hobby, eine Herausforderung oder lediglich als eine Ablenkung. Auch das ist möglich.

Als Nächstes könnten wir eine Bandenchefin nehmen, die professionell klaut. Nicht nur Geld, sondern auch Juwelen oder Informationen (je nachdem, wo Deine Geschichte spielt). Sie schickt ihre Leute raus, damit diese mit reicher Beute zurückkehren, welche sie verwaltet.

Natürlich könnte sie auch allein eine professionelle Diebin sein. Das bedeutet, sie ist zwar Solo, befindet sich aber beutetechnisch auf der gleichen Ebene, wie unsere Bandenchefin. Wäre natürlich interessant, wenn solche Figuren dann in einer Geschichte aufeinandertreffen würden.

Für mich an der Spitze ist die Piratin bzw. deren Kapitänin. Das bedeutet, dass sie nicht nur eine Bande von Individuen unter Kontrolle halten muss, sondern ein ganzes Schiff (wenn nicht sogar mehrere) und womöglich mehrere Königreiche (oder auch Königinnenreiche), deren Schiffe sie bestohlen hat.

Käufliche Liebe

Viele denken bei den Worten böse Lady durchaus an eine Gruppe von Damen, deren Liebe (oder zumindest sexuelle Dienste) man käuflich erwerben kann.

Die wohl bekannteste Version ist die Straßenprostituierte. Für viele das schwächste Glied in dieser Gruppe. Denn häufig muss sie sich mit einem Zuhälter auseinandersetzen und gewaltättigen Freier. Und auf der anderen Seite kommt noch das Klischee hinzu, dass sie ein goldenes Herz hat.

Wenn sie in einem Bordell arbeitet, dann geht es ihr häufig besser. Muss sich aber trotzdem umsehen.

Das königliche Gegenstück dürfte wohl die Kurtisane sein. Denn sie weiß nicht nur, wie man jemanden im Bett erfreut, sondern ist auch noch eine hervorragende Gesellschafterin (zumindest sollte sie es sein). Dadurch hat sie die Möglichkeit viel Geld zu verdienen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich mit dem allgemeinen Volk einlässt, darf ruhig als eher gering eingeschätzt werden.

Sie hat durch die Bettwahl auch die Möglichkeit sich mit den mächtigen eines Landes einzulassen und als Spionin zu arbeiten. Eine Kurtisane kommt also an wichtige Informationen heran, kann notfalls jemanden belauschen, an denen andere nicht herankommen und diese Leute auch bestehlen. Und wenn es hart auf hart kommt, dann eignet sie sich auch als Mörderin.

Und ja, es gibt auch die Mätresse. Auch sie kann diese Aufgaben erledigen, ist aber meistens nur bei einem Mann zu finden, während die Kurtisane bei mehreren zu Hause ist.

Wobei ich Dir jetzt ein Geständnis machen möchte: Ich würde gerne über eine männliche Kurtisane und auch Mätresse mal lesen.

Die Todesbringerinnen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man einen Menschen den Tod bringen kann. Die Giftmörderin ist durchaus eine Möglichkeit. Sie kennt sich mit Kräutern aus und weiß, welche gefährlich sind und welche heilen können. Zudem kannst Du Dir noch überlegen, ob sie nicht ein gewisses medizinisches Verständnis hat (Kräuterwissen und medizinisches Verständnis gehören nicht unbedingt zusammen). Zwar gelten Frauen als die Giftmörderinnen schlechthin. Aber ich habe mal einen Beitrag gelesen, indem es hieß, Frauen sind nur deswegen so bekannt, weil man bei Männern nicht daran denkt bzw. glaubt, sie könnten mit Gift morden.

Natürlich kann auch die Attentäterin oder auch die Assassine eine Rolle spielen. Sie tötet bewusst jemanden und kann dadurch auch Krisen auslösen und Reiche stürzen (je nachdem, wer ihr Opfer ist). Häufig sind ihre Attentate politisch, ideologisch oder auch religiös motiviert, gelegentlich kann es aber auch wirtschaftliche Gründe haben. Dabei kann es passieren, dass sie nur eine Person tötet, oder auch eine Gruppe.

Man könnte sagen, dass ihr gegenüber die Auftragsmörderin steht. Sie bekommt Aufträge jemanden zu töten und tut dies gegen einen materiellen Gewinn (meistens Geld, Gold oder welche Währung Du auch wählst). Dabei kann sie einen eigenen ethischen Standard haben, wen sie ermordet. Vielleicht nur Männer, vielleicht nur Frauen, niemals Kinder. Oder es ist ihr egal, wer auf ihrer Liste steht.

Auch wenn das jetzt kein Beruf ist, aber zur Vollständigkeit möchte ich natürlich auch die psychopathische Mörderin aufführen. Statistisch gesehen ist es wahrscheinlicher, dass ein Serienmörder (egal welcher Art) eher männlich ist. Aber diese Statistik gilt in erster Linie für uns Menschen. Wie Du sie einbaust, wäre dann Deiner Fantasie überlassen.

Die Regentinnen

Natürlich kann eine böse Lady Heldin auch auf einen Thron sitzen (oder überhaupt am Kopf irgendeiner Gruppe von Menschen). Dazu gehört natürlich die Königin irgendeines Reiches. In diesem Beitrag (im Gegensatz zu dem der letzten Woche) haben wir es mit einer bösen Königin zu tun, die vielleicht noch nett zu ihren eigenen Leuten ist (das wäre definitiv mal etwas anderes), aber gegenüber ihren Gegnerinnen und Gegnern keine Gnade walten lässt.

Es muss aber nicht gleich ein Königinnenreich sein, über das sie herrscht. Es reicht auch, wenn es eine kleine Gruppe ist. Also eine Gruppenanführerin. Natürlich könnte sie eine Piratin sein (siehe weiter oben), aber auch eine Diebin oder eine Terroristin. Was und warum sie tut, was sie tut, ist natürlich Dir überlassen. Aber dabei muss sie nicht immer die ganze Nette sein.

Abschlussgedanken

Natürlich sind das auch hier wieder nur Inspirationen für die Berufe Deiner bösen Lady Heldinnen. Aber ich denke Mal, dass da doch das eine oder andere dabei ist, was Dir durchaus gefallen könnte.

Ansonsten, sei offen, was es um Dich herum alles gibt und was Du für Deine bösen Lady Heldin interessant finden könntest.

Dabei wünsche ich Dir ganz viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 106

Mögliche Berufe für Deine Fantasyheldinnen

Mögliche Berufe für Deine Fantasyheldinnen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Frauen sind schon häufig Mangelware in diversen Geschichten (also Fantasy, Science-Fiction und so weiter). Zusätzlich sieht es noch einmal mau aus, wenn man Berufe für sie sucht. Daher hatte ich mir vor einigen Jahren Gedanken darum gemacht. Schauen wir uns an, welche Berufe sie in der Fantasywelt so alles übernehmen könnten.

Noch ein kleiner Hinweis. In diesem Beitrag geht es um die Heldin oder andere Protagonistinnen, die man lapidar als Gut bezeichnen könnte. Für die Antagonistin kommt nächste Woche ein eigener Beitrag.

Kurze Vorgedanken

Natürlich haben Frauen in der Geschichte durchaus ihren Weg gefunden. Zumindest im Schatten. In einem Gespräch erfuhr ich mal, dass es bei den Beduinen wohl so ist/war, dass die Frauen nicht alleine das Zelt verlassen dürfen/durften. Daher haben sie ihre Männer auch für Kleinigkeiten aus dem Zelt zum Einkaufen geschickt, damit sie alleine waren. Und über Schleichwege kamen sie zu den anderen Frauen und unterhielten sich. Um ein reales Beispiel zu nennen.

Doch in Fantasygeschichten fehlt mir diese Kreativität häufig. Frauen haben schon immer einen Weg gefunden, um sich zu treffen, ihre Ideen mitzuteilen und ihren Wissensdurst zu stillen. Nicht alle haben es in der Geschichte geschafft, ihre Stimme einen ewigen Wert zu geben. Das ist ein Fakt. Aber viele. Auch das ist ein Fakt.

Aber das ist egal, ich schreibe hier von Fantasygeschichten. Und da können ganz andere Regeln gelten. Warum muss dort unser Gesellschaftssystem immer wieder übernommen werden? Theoretisch könnten dort auch Frauen oder weiblich gelesene Wesen physisch stärker sein, als Männer oder männlich gelesene Wesen. Daher habe ich mir Gedanken gemacht, welche Tätigkeiten Deine Heldinnen nachgehen können.

Und ja, wenn Du willst, kannst Du auch gerne Inspirationen für Deine Helden (also die Männer) mitnehmen.

Die Kaste der Kriegerinnen

In Fantasygeschichten kann der Krieg immer wieder eine wichtige Rolle spielen. Daher spielen zumindest die männlichen Krieger eine Rolle. Warum also nicht auch die Kriegerin?

Es gibt die Möglichkeit, dass wir es mit einer einzelnen Kriegerin in der Armee zu tun haben (wie Mulan). Entweder wird sie ermuntert oder schleicht sich aus eigenem Antrieb heimlich in die Armee ein, um für eine gute Sache zu kämpfen (welche das ist, liegt an Deiner Geschichte). Hier stellt sich die Frage, warum dürfen Deine Frauen nicht in die Armee eintreten. Und welche Konsequenzen es hat, tun sie es doch.

Aber es ist auch möglich, dass mehrere Frauen in die Armee eintreten und ihren Dienst verrichten (wie im Roman von Terry PratchettWeiberregiment„). Es kann offiziell sein oder ebenfalls im Geheimen passieren, weil die Frauen ansonsten bestraft werden würden.

In zwei asiatischen Filmen (deren Titel ich leider nicht mehr weiß), hat sich jeweils die Prinzessin eines Landes gemeldet, sich zur Soldatin ausbilden zu lassen. Also die wahre Kriegerprinzessin. Einmal wollte die Prinzessin eine Soldatin werden, damit sie ihr Land verteidigen und die Sorgen und Nöte ihrer Soldaten besser verstehen lernt. Für die andere Prinzessin war es selbstverständlich, dass sie in den Krieg zieht. Immerhin ist sie die Prinzessin des Reiches. Und als solche hat sie ihr Reich auch mit ihrem Leben zu beschützen.

Interessant war bei den Filmen, dass die Männer kein Problem damit hatten, dass überhaupt eine Frau in den Krieg ziehen wollte. Man bestrafte sie nicht oder sperrte sie ein. Aufgrund ihrer Erfahrungen (die ihr fehlten), war der Grund, warum die Männer ihr rieten, sie solle zu Hause bleiben. Was sie natürlich nicht tat.

Wenn Du über vereinzelte Kriegerinnen oder Soldatinnen schreibst, dann kann man es mit Ausnahmeerscheinungen zu tun haben. Auch wenn sie geduldet werden und an der Seite der Männer kämpfen dürfen.

Alternativ kannst Du auch über Kriegerinnen schreiben, denen man es gestattet, genauso in der Armee zu dienen, wie den Männern. Sie werden also eingezogen und ausgebildet, als gäbe es keine Unterschiede zum anderen Geschlecht.

Gerade Amazonenarmeen speisen sich natürlich aus dem eigenen Geschlecht. Da können sie keine Männer in den Kampf schicken. Amazonenkriegerinnen (die es wirklich gab) bewiesen, dass Frauen durchaus kämpfen können.

Vielleicht wirst Du aber sagen, Frauen sind Männern körperlich unterlegen. Menschenfrauen in unserer Realität haben diesen Nachteil. Da stimme ich Dir sofort zu. Auch wenn viele Frauen durchaus beweisen, dass mit ein paar guten Handgriffen auch ein starker Mann überwältigt werden kann. Aber darauf will ich nicht hinaus.

Wir sind in einer Fantasywelt. Hier reagiert durchaus Deine Fantasie. Warum also bitte schön, sollen Frauen nicht genauso stark wie Männer sein? Oder gar stärker? Nenne mir einen guten Grund? Wir bilden hier nicht zwangsläufig die Realität ab. Und zudem gibt es Fantasyvölker. Das bedeutet, hier müssen nicht die gleichen biologischen Gesetze herrschen, wie bei uns Menschen. Von den sozialen Gesetzen schreibe ich an dieser Stelle mal nicht.

Wenn Du, sagen wir Mal, über ein Orkvolk schreibst, können die Frauen genauso stark sein, wie die Männer. Oder Du teilst auf. Es gibt also Frauen und Männer, die stärker sind, als andere aus dem Volk (also ebenfalls Frauen und Männer). Die Starken gehören zur Kriegskaste und die Schwachen bleiben zu Hause.

Die Kaste der Regentinnen

Gut, jetzt sagst Du Dir, ich will meine Frauen nicht in den Krieg ziehen lassen. Dann setz ihr doch eine Krone auf? So als Beispiel. Oder bring sie anders ins Regierungssystem ein.

Die wohl bekannteste Rolle von Frauen als Regentin ist eben der einer Königin. Oder auch die einer Prinzessin. Auch wenn einige Fantasygeschichten diese Rolle nicht so optimal ausnutzen, wie man es sich wünscht.

Häufig kommt der Königin eher eine Statistinnenrolle zu. Sie darf lächeln, ihren Ehemann unterstützen, aber sobald er stirbt, kommt nicht sie an die Macht, sondern sehr häufig ein anderer Mann.

Wie wäre es, wenn sie aus eigenem Recht her regiert? Sie wird als Prinzessin geboren und darf dann als Königin allein regieren? Ohne, dass ein Mann ihr die Würde in irgendeiner Art und Weise zubilligen muss. Oder, wenn sie verheiratet ist und ihr Gemahl stirbt, dass sie dann selbst regieren darf, bis die nächste Generation dran ist? Wäre zumindest eine schöne Abwechslung.

Aber Frauen müssen nicht nur Prinzessinnen oder Königinnen sein. Wie wäre es denn als Beraterin? Meistens kommt Männern diese Rolle zu. Doch auch Frauen können logisch denken und einen König beraten. Oder ihn in die Irre führen, je nachdem, was Du willst.

Oder sie könnte auch als Botschafterin arbeiten. Man sagt doch Frauen zu (wenn wir die Klischees bedienen), dass sie sehr einfühlsam sind und darauf bedacht, die Harmonie zu erhalten.

Die Kaste der Wissenschaft

Gehen wir mal aus dem Schloss, wo wir die Kriegerin und die Königin am ehesten finden, weg und schauen uns mal in den Universitäten oder im Leben um. Dort finden wir sicherlich auch Frauen, die etwas Interessantes zu erzählen haben.

Wissenschaftlerinnen können herausfinden, wie die Welt funktioniert oder auch neue Waffensysteme entwickeln, damit die Soldatinnen sie nutzen können. Oder von mir aus, sie erfinden etwas, um die körperlichen Schwächen der Frauen zu kompensieren.

Frauen können zum Beispiel als Physikerinnen oder Chemikerinnen arbeiten, gerne auch als Mathematikerinnen. Aber auch als Biologinnen und hei, wie wäre es denn mit einer Alchimistin?

Natürlich könnte sie an einer Universität lernen und lehren. Aber auch in ihrer kleinen Stube unter dem Dach eines Hauses. Egal welche Widrigkeiten Du sie aussetzt, solange sie eine Liebe zu der Wissenschaft hat, wird sie einen Weg finden, um ihre Forschungen zu betreiben. Und vielleicht hast Du eine Lieblingswissenschaftlerin, die Du hier als Vorbild nehmen kannst.

Kaste der Magie

Was wäre eine Fantasygeschichte ohne Magie? Gut, eine Fantasygeschichte. Aber in vielen ist die Magie durchaus ein wichtiges Thema. Und meistens haben die Männer eine gewisse Hoheit darüber. Sie sind entweder der Oberguru, haben den besseren Zugang dazu oder sind sonst wie begünstigt.

Warum sollte nicht eine Frau die Oberhoheit über die Magie haben, so als Obermagierin? Natürlich gibt es Geschichten dazu, aber meistens sind immer noch die Männer, welche auch die magische Führung innehaben.

Häufig sind Frauen, welche die Magie anwenden gefürchtet, verachtet oder gehören schlichtweg zum Lager der Schurkinnen. Sie sind die bösen Hexen, welche das Reich vernichten wollen. Nicht immer, aber immer wieder. Hexen können gerne die Beraterinnen von Königinnen und Königen sein. Sie können das Reich retten, die Heldin oder den Helden anweisen. Du hast mit ihnen eine Menge Möglichkeiten.

Kaste der Heilerinnen

Und eines der wohl weiblichsten Rollen in der Geschichte. Die Frau als Hebamme und als Heilerin. Natürlich kann sie auch eine Ärztin sein, eine Kräuterhexe oder was auch immer es so gibt oder Deine Geschichte benötigt.

Oder Du nutzt einen Beruf aus der Gegenwart und transportierst ihn in Deine Fantasywelt. Das wäre auch noch eine Möglichkeit (auch für die anderen Bereiche). So könnte es eine Gerichtsmedizinerin geben, die mithilfe von Telepathie die Mordursache herausfindet. Nur, um ein Beispiel zu nennen.

Kaste der Händlerinnen

Frauen haben schon immer Handel betrieben. Sie haben Waren hergestellt und verkauft, sie haben eingekauft und weitergekauft.

Sie könnte eine Handelskapitänin sein und eine Flotte besitzen, mit der sie um die Welt reist, um die Waren anzubieten oder einzukaufen. Oder sie besitzt einen Laden, ein Kontor oder was auch immer wichtig ist. Und darüber baut sie sich nach und nach ihr Weltreich auf (hei, man kann auch träumen).

Abschlussgedanken

Das soll nur eine kleine Übersicht darüber bieten, was Deine Fantasyheldinnen theoretisch alles machen können. Sicherlich fallen Dir noch mehr Punkte bzw. Berufe ein, die Du nutzen könntest. Hier findest Du lediglich einen Startpunkt.

Sei kreativ, denk außerhalb des Rahmens und trau Dich. Sicherlich wirst Du ein paar tolle Ideen haben, die Du umsetzen kannst. Auf die Ergebnisse von Dir freue ich mich schon einmal.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 222

Frauen in Fantasyromanen und in der Geschichte

Frauen in Fantasyromanen und in der Geschichte

als dieser Beitrag ursprünglich auf meinem alten Blog erschien, hatte ich relativ frisch den Film „Warcraft – The Beginning„ gesehen. Ein durchaus sehenswerter Popcornfilm, wie ich immer noch finde. Den dazugehörigen Beitrag hab ich nun aus dem Keller geholt und möchte ihn Dir im neuen Gewand präsentieren.

Kurze Vorgedanken

Es gibt Zeiten, da möchte ich gar nicht so kritisch sein, wie ich es dann doch bin. Als ich diesen Beitrag schrieb, kam ich direkt aus dem Kino. Und an sich war „Warcraft – The Beginning“ durchaus ein sehenswerter, kurzweiliger Film. Doch es gab ein Punkt, der mich doch sehr gestört hatte: meine eigene kritische Brille, der es mir zwischenzeitlich um einiges schwerer macht, diverse Filme zu sehen oder Bücher zu lesen.

Das bedeutet nicht, dass mir der Film keinen Spaß gemacht. Doch es gibt Punkte, bei denen ich mir denke, es hätte um einiges besser werden können, hätte man die eingehalten. Und wie die Überschrift schon vermuten lässt, ja, es geht mal wieder um die Rolle der Frau.

Ein paar Gedanken rund um das Genre Fantasy

Sicherlich können wir uns darauf einigen, dass die meisten Fantasyromane von unserer eigenen Geschichte inspiriert sind. Vornehmlich dem Mittelalter. Wenn wir einen Fantasyroman lesen, dann haben einige vielleicht das Gefühl, so ähnlich könnte es im Mittelalter unserer Welt ausgesehen haben. Auch wenn dieser Gedankengang nicht realistisch ist, so kann es durchaus passieren, dass wir viele Ideen, wie unser Mittealter einst aussah, aus Fantasyromanen übernommen haben.

Unabhängig, ob manche von uns unbewusst verführt werden, Fantasy für ein wenig ZU real zu halten, oder nicht, basiert dieses Genre auf unsere Geschichte. Manche stärker, andere weniger. Und bei einigen Romanen hat man durchaus das Gefühl, reale Länder aus unserer Geschichte direkt eins zu eins zu erleben und nachvollziehen zu können.

Und doch dürfen wir von den meisten Büchern und auch Filmen aus diesem Genre gerne enttäuscht sein. Nun gut, ich kann es. Wie es bei Dir aussieht, will ich nicht entscheiden. Doch die Rolle der Frau in diesem Genre ist für mich schlicht enttäuschend.

Dabei bin ich eine leidenschaftliche Hobbyhistorikerin. Das bedeutet, dass ich gerne historische Sachbücher aller Art lese. Besonders gerne aus der Zeit des viktorianischen Englands (Steampunk lässt grüßen). Aber auch einfach mal so ein Buch über die Steinzeit und dem Mittelalter. Vor einigen Jahren habe ich auch, ohne große Intention, ein Buch über die Geschichte Indiens gelesen. Um ein weiteres Beispiel zu nennen.

Was das alles zu bedeuten hat? Geschichte und Fantasy schließen sich nicht aus, obwohl sie es tun.

Frauen in der realen Geschichte – unserer Geschichte

Wenn wir in historischen Büchern lesen, dann lesen wir meistens Bücher, welche die Geschichte der Männer erzählt. Und meistens wurden und werden sie auch noch von Männern geschrieben. Das bedeutet, dass die Taten von Männern mehr oder weniger in epischer Bandbreite erzählt wurden. Egal wie bedeutend die Angelegenheit wirklich für die Geschichte war, sie wurde erzählt.

So kann es durchaus vorkommen, dass ein unscheinbarer Mann so einer beachtlichen Größe gefunden hat, nur weil seine Geschichte immer und immer wieder erzählt wurde. Und dadurch wurde ihm mehr Bedeutung zuerkannt, als es letztendlich stimmte.

In den Geschichtsbüchern dieser Männer haben Frauen eine untergeordnete Rolle gespielt. Sofern sie überhaupt erwähnt wurden. Denn Frauen spielten in der Welt der Männer nicht unbedingt die Rolle, die sie eigentlich hätten einnehmen sollen.

Und diese sexistische Brille tragen viele Historikerinnen und Historiker noch heute. Und das bringt zwei Probleme mit sich. Zum einen, es wird teilweise den Berichten von damals geglaubt. Zwar gibt es heute durchaus kritische Beobachtungen. So hat man zwischenzeitlich anerkannt, dass es bei den Wikingern auch Wikingerinnen gab, die an vorderster Front gekämpft hatten. Aber wenn ich mir zwei Beiträge im Fernsehen zu einem Thema ansehe, dann bekomme ich mindestens drei verschiedene Ansichten der gleichen Ereignisse.

Denn wir sehen die Ereignisse von damals mit einer Brille der Gegenwart (oder zumindest die Historikerinnen und Historiker). Das bedeutet, was wir heute erleben und heute kennen, wird auf die Vergangenheit angewandt (das zweite Problem). Und zwar ohne Rücksicht darauf, dass damals ganz andere Verhältnisse vorherrschten und somit die Dinge ganz anders bewertet werden müssten.

So werden Dinge, die Frauen getan haben, in einem ganz anderen Licht betrachtet. Wurden sie nicht erwähnt oder in einem Kontext, der heute eher als unschön gilt, wurde dies einfach übernommen und nicht weiter kritisch hinterfragt.

So gibt es den Dienst an die Göttin. Das bedeutete, dass Frauen mit fremden Männern eine Nacht verbrachten. Das gilt heute in einigen historischen Berichten als reine Prostitution. Denn was sind Frauen, die mit Männern schlafen und dafür Geld bekommen? Damals war das aber vielleicht (und mit großer Wahrscheinlichkeit war es wohl so) eine völlig andere Sache. Wir wissen es nicht und betrachten diese Angelegenheit in einem völlig falschen Kontext.

Eine andere Sicht der Dinge erlauben sich nicht alle Historikerinnen und Historiker. Leider. Denn dazu müsste man aus der Box springen und über den eigenen Tellerrand schauen. Und noch wagen das nicht alle. Und wenn, dann kann das durchaus zu Anfeindungen führen.

Fakt ist, unsere Geschichte bzw. die Männer hatten zu den verschiedenen Zeiten einen unterschiedlichen Stand zu den Frauen. Vor zwei oder drei Jahren habe ich die Biografie des Großen Kurfürsten gelesen. Unter anderem blieb mir eine Szene im Kopf. Und zwar, dass es geheißen haben soll, dass der wehrte Kurfürst seinen Kurfürstenhut (wohl das Äquivalent zu der Krone eines Königs) seiner Ehefrau Luise Henriette von Oranien zu den Füßen warf. Danach soll er gesagt haben, dass sie doch bitte die Regierungsgeschäfte übernehmen solle, wenn sie doch alles besser wisse.

Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen, was bitte schön der Blödsinn soll. Denn zu Zeiten des Großen Kurfürsten hörte dieser noch auf den Rat seiner Mutter, seiner Schwester und seiner ersten Ehefrau (bei seiner zweiten Ehefrau bin ich mir nicht mehr so sicher).

Erst später wurde der Rat einer klugen Frau nicht mehr geschätzt, ganz im Gegenteil. Dieser wurde abgelehnt und die Frauen sogar misstrauisch beäugt, wenn sie klüger war, als ein Mann.

Und vor allem, sie waren immer ein Teil der Geschichte. Sie waren Töchter, die man verheiraten konnte, Schwestern die gelegentlich was Eigenes auf die Beine stellte und auch Mütter, welche sich um ihre Kinder kümmerten (sowohl Söhne als auch Töchter). Sie waren Ehefrauen von berühmten Männern, unterstützten diese oder kümmerten sich um ihre eigene Sachen.

Frauen waren in der Geschichte immer zugegen. Vielleicht nicht so aktiv, wie ich es mir gewünscht hätte (auch, weil sie es nicht durften). Und doch hatten sie ihren Wert und waren vorhanden. Zwar waren die Männer durchaus die aktiveren. Zudem vergessen so manche Historikerinnen und Historiker, dass es Frauen gab. Aber man kann nicht um sie herumkommen. Das ist so gut wie unmöglich. Und das sollten wir niemals vergessen.

Die Rolle der Frau in der Fantasy

Wenn man sich das durchliest und sich dann anschaut, wie die Rolle der Frau in den Fantasyromanen ist, dann findet man einen gewaltigen Unterschied. Während in der Geschichte die Frau eine entscheidende Rolle spielen konnte, scheint dies in den Fantasyromanen schlichtweg vergessen zu werden.

Schauen wir uns die großen, epischen Fantasyromane an, dann sind die häufigsten Themen Krieg, Politik und die Macht. In der historischen Welt war das nicht unbedingt das Spielfeld von Frauen. Oder kennst Du eine große historische Kriegsherrin. Ja, es hat sie gegeben. Aber jetzt ganz spontan eine zu benennen, das ist durchaus schwierig, ich gebe das gerne zu. Trotzdem haben wir zum Beispiel die Kriegerkönigin Boudicca. Sie gab nicht nur Befehle, sondern kämpfte sogar an vorderster Front.

Aber muss das bedeuten, dass wir deswegen die Frau in den Fantasyromanen einfach vor der Tür lassen müssen? Das war in dem Warcraftfilm nämlich so. Menschenfrauen spielten als Ehefrauen oder Königin eine Rolle. Aber wer war die Kriegerin? Keine Menschenfrau (und sonst kamen keine vor, die man näher hätte betrachten können).

Ich meine, wir haben es hier mit einer Fantasygeschichte zu tun. Und Fantasy entspricht nicht der Realität. Auch wenn wir vielleicht bei manchen Geschichten das Gefühl haben. Oder die Geschichten ein Teil unseres Denkens werden. Sie sind und bleiben fiktionale Geschichten.

Man kann also eine Frau durchaus in Rollen stecken, welche historische Frauen niemals hätten annehmen können oder dürfen. Gerne offen und legal oder auch unter der Hand (wie es Mulan getan hat).

Oder, wenn Du Deine Frauen nicht in den Krieg schicken möchtest, was ist mit der Magie? Physisch gesehen besteht ein Unterschied zwischen Männern und Frauen. Darüber können wir uns einig sein (warum das auch bei anderen Völkern gilt, will sich mir aber nicht erschließen, da könntest Du diese Unterschiede tatsächlich aufheben). Aber warum sollte das für die Magie gelten? Oder in der Politik? Oder in anderen Bereichen?

Es gibt keinen rationalen Grund, warum das nicht in Fantasyromanen gelten soll. Natürlich, in historischen Romanen ist dies eher schwerlich möglich. Doch dort finden wir immer und immer wieder starke Frauencharaktere (das ist bei vielen historischen Romane auch der Grundtenor). Aber Fantasyromane sind einfach keine historischen Romane. Also, warum bitte schön, sollten wir nicht die Möglichkeit nutzen und weniger sexistische Elemente in diese Geschichten einzubauen? Ich sehe einfach keinen Grund.

Abschlussgedanken: Was können wir daraus lernen?

Aus der Geschichte und den historischen Romanen können wir folgendes lernen:

  1. Die Geschichte ist interessant. Sowohl für Fantasyautorinnen und -autoren als auch für alle anderen. Denn sie bietet eine Fülle an Material für Deine Romane.
    Lies ruhig einige Bücher zur Geschichte, die sich auch kritisch mit dem Thema auseinandersetzt. Lies Dir auch gerne Bücher über das soziale Umfeld der damaligen Zeit und nicht nur über die großen Männer der Geschichte. Dort findest Du sicherlich auch interessante Frauenfiguren und damit auch Vorbilder für Dich und Deine Figuren.
  2. Gib den Frauen durchaus größere Rollen in Deinem Fantasyroman. Gerne an der Front, aber auch hinter dem Kampfgetümmel. Gib den Frauen interessante Rollen und interessante Geschichten.
    Damit werden diese Geschichten für Deine Leserinnen und Leser interessanter. Nicht nur für Frauen, sondern im allgemein für alle, die nach Deinem Buch greifen. Denn die meisten von uns wollen interessante Charaktere lesen. Gib sie uns also.
  3. Schreib einfach bessere Bücher. Dazu gehört eine Menge. Aber ich bin mir sicher, Du schaffst das schon.

Dafür wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 78

Die männerhassende Lesbengruppe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es gibt Ideen, die vielleicht noch keine Klischees sind, aber mich persönlich trotzdem sehr nerven. Und genau über solch eine Idee möchte ich heute schreiben.

Kurze Vorgedanken

Zum ersten Mal ist mir diese Gruppierung in einen meiner liebsten Fantasyreihen aufgefallen (“Das Rad der Zeit” von Robert Jordan). Als ich es damals gelesen habe (das war noch zu meiner Zeit in der Mittelstufe) hab ich das nicht wirklich reflektiert.

Aber irgendwann sehe auch ich hinter den Kulissen und es viel mir auf, dass da etwas nicht stimmt.

Der Inhalt

Eine kleine oder größere Gruppe von Frauen, und zwar nur von Frauen, jagen einzelne Männer oder eine Gruppe von Männern. Diese wollen sie entweder versklaven, unterjochen oder vernichten (manchmal auch alles zusammen). Nichts soll jemals an sie erinnern, wenn es nach dieser Frauengruppe geht.

Diese Gruppe verweigert beinahe schon hysterisch jegliche Unterstützung von Männern, selbst wenn es bei anderen Gruppen der gleichen Organisation es Tradition ist. Sie hassen Männer und wollen dementsprechend kaum, bis gar nichts mit ihnen zu tun haben.

Und um das Klischee zu bedienen, dann sind alle natürlich auch noch Lesben. Ihr Männerhass soll natürlich auf die höchste Spitze getrieben werden. Denn, wenn man keine Männer liebt, muss man sie hassen (so das Vorurteil).

Die Männer sind häufig reine Opfer, die noch nicht einmal wissen, warum diese Frauengruppe sie überhaupt vernichten wollen. Manche von den Männern sind natürlich schlechte Menschen. Das soll zeigen, dass die Arbeit der Frauen durchaus einen wertvollen Beitrag leistet. Aber die anderen sind reine Opfer, die einfach nur überleben wollen. Und eben diese Frauen wollen das verhindern.

Das erste Mal ist mir dieses Klischee oder diese Idee (je nachdem, wie man es benennen möchte) in der oben erwähnten Romanreihe aufgefallen. Dort werden die Frauen, welche die sogenannte Macht beherrschen, in Ajas aufgeteilt. Und die rote Ajah (ob die Farbwahl auch eine Bedeutung hat?), ist eben die männerhassende Gruppierung in dieser Welt.

Normalerweise haben die Aes Sedai (so heißen die Frauen der Ajah) mindestens einen Behüter an der Seite. Also einen Mann, der sie mit dem Schwert beschützt (Frauen können natürlich nicht mit Schwertern umgehen, das nächste Klischee). Nur eben die rote Ajah nicht. Sie weigern sich vollständig, auch nur annähernd auf Männer irgendwie angewiesen zu sein. Und das nimmt schon eigenartige Züge an.

Das Problem

Wo soll ich anfangen, wo das Problem ist. Wie viele Frauengruppen kennst Du, die hinausziehen, um Männer ohne einen ersichtlichen Grund zu vernichten. Es gibt durchaus Frauengruppen, die sich gegen Männer wehren. In Indien zum Beispiel ist das gerade so.

Aber mir fällt jetzt wirklich partout keine Frauengruppe ein, die aus welchen Gründen auch immer, sich aufmachen, um Männer zu vernichten. Das gilt auch im historischen Kontext. Wenn Du was weißt, ich lerne gerne dazu.

Aber da fängt es schon einmal an. Eine Frauengruppe will die armen, armen Männer oder gar die ganze Männerwelt vernichten. Und das aus einer verqueren Ideologie heraus. Und zumeist wissen die Männer noch nicht einmal, warum sie die Opfer dieser Frauengruppe sind.

Zugleich haben wir auch das nächste Problem. Und zwar die vollständige Ablehnung der Unterstützung durch die Männer. Es ist zwar in Ordnung, wenn Frauen erst einmal selbst versuchen, Lösungen für ihre Probleme zu finden. Aber warum soll man vollständig auf die Unterstützung anderer, egal ob Frau oder Mann verzichtet? Denn die Hilfe von Frauen wird ebenfalls abgelehnt, wenn sie deren Ideologie nicht teilen.

Doch wenn man diesen Klischees glaubt, dann würden die Frauen niemals die Hilfe annehmen, weil das schlichtweg schlecht ist. Die Hilfe der Männer ist schlecht. Und Männer können ihnen sowieso nicht helfen. Also braucht man sie sowieso nicht. Manche würden sogar eher sterben, bevor sie einen Mann um Unterstützung bitten. Und das darfst Du übrigens auch wortwörtlich nehmen.

Die Krönung solcher Gruppen ist eben halt auch, dass sie sich auch sexuell nicht für Männer interessieren. Wenn sie also überhaupt sexuelle Interessen haben, dann eben nur für Frauen. An sich ist das nicht schlimm. In diesem Fall ist es der Hintergrund. Frauen sind nur deswegen als sexuelle Partnerinnen interessant, solange sie sich der eigenen Ideologie unterwerfen und eben, weil sie Frauen sind.

Das sind alles im Grunde genommen nur Aneinanderreihungen von Klischees. Frauen, die Männer hassen. Frauen, die Männer jagen. Frauen, die dann eben Lesben sind. Das ist dann die Krönung der Angelegenheit.

Wobei sich mir persönlich die Frage stellt, ob diese Frauen tatsächlich aus sich heraus Lesben sind. Es könnte durchaus sein, dass sie nur ab und an gerne sexuelle Kontakte haben möchten. Da sie sich aber nun einmal keinen Mann suchen können, muss halt die Dame herhalten.

Warum wird das geschrieben?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass einige Männer heftige Vorurteile haben, wenn Frauen sich zu einer Gruppe zusammenschließen. Was könnten Frauen schon machen, wenn sie Männer aussperren, weil sie ein wenig Zeit für sich haben wollen? Natürlich eben die Männer vernichten. So einfach ist das.

Zumindest, wenn man meinem Gefühl folgt.

Eine Gruppe von Frauen, die eben Männer jagen und zugleich auch noch Lesben sind. Das ist irgendwie eine Mischung von allen negativen Vorurteilen, die man in diesem Bereich haben kann.

Denn wenn Frauen sich zusammenschließen und Männer keinen Zugang gewähren, dann planen sie eben deren Vernichtung. Und wenn sie keine Hilfe von Männern wollen und nicht mit ihnen arbeiten und reden oder was auch immer, dann müssen sie zusätzlich Lesben sein.

Irgendwann hat wohl jemand diese Gruppe von Frauen erfunden. Und das hat sich dann über Laufe der Jahre und Romane regelrecht festgefressen und wird bis heute ohne es zu hinterfragen benutzt.

Gerade dann, wenn wir es mit einem männlichen Helden zu tun haben (wie bei „Das Rad der Zeit“ der Fall ist), dann ist es gut, wenn man ihm ine ganze Gruppe entgegensetzen kann, damit er niemals Ruhe findet. Jede Frau, mit dem er sich unterhält, könnte letztendlich einen Strick in ihrer Handtasche haben.

Natürlich kann das schwierig für ihn werden. Gerade dann, wenn er vielleicht noch ein Frauenschwarm ist. Das könnte auch eine interessante Geschichte werden.

Wie Du es anders schreiben kannst

Natürlich könntest Du jetzt eine Männergruppe ins Rennen schicken und diese entweder ebenfalls die Männer jagen oder auch Frauen. Aber das wäre nicht viel besser, als das, was ich oben geschrieben habe. Also lassen wir das.

Nehmen wir mal an, Du willst unbedingt eine Frauengruppe haben, damit sie sich so um die Männer kümmern. Das kann durchaus in Ordnung sein. Aber dazu solltest Du ein paar Punkte ändern. Effektiver können diese Frauen sein, wenn sie eben nicht auf die Unterstützung von Männern verzichten würden. Wie wäre es, wenn sie Männer nutzen, um ihre Ziele erreichen? Aber diese nicht allesamt töten?

Aber wie wäre es, wenn Du aus der reinen Frauengruppe eine Mischgruppe machst, die eben einer Ideologie verfolgen. Warum sollten nur Frauen sich vor einer bestimmten Gruppe fürchten und diese dann zu vernichten versuchen? Das können Männer durchaus auch.

Misch also die Menschengruppen miteinander und lasse sie nicht nur Männer verfolgen, sondern auch Frauen und Kinder. Vielleicht willst Du, dass die Männer besondere Fähigkeiten haben? Dann ist das in Ordnung. Aber sie sind Söhne ihrer Eltern, vielleicht Brüder oder auch Ehemänner und Väter. Warum sollte diese ihren Sohn, Bruder, Vater oder wer auch immer verraten und verlassen?

Daher könnte sich die Familie schuldig machen, weil sie den gesuchten Mann unterstützen. Und aus diesem Grund könnten auch sie verfolgt werden. Es gibt also genügend Gründe, wie Du die Gruppendynamik verändern kannst.

Und denk daran, es gibt noch weitere Geschlechter. Auch diese können in Deiner Geschichte eine wichtige Rolle einnehmen. Es muss nicht immer nur Frau gegen Mann oder Mann gegen Frau sein.

Abschlussgedanken

Der Kampf der binären Geschlechter scheint bei vielen immer noch in den Köpfen festzustecken. Dabei könnte man gerade in fiktionalen Texten darüber hinausgehen.

Natürlich können Gruppen gegeneinander arbeiten. Aber warum muss das immer am Geschlecht festgemacht werden? Gibt es nicht mehr Möglichkeiten? Und ich bin mir sicher, wenn Dich das interessiert und Du darüber schreiben möchtest, findest Du gute Alternativen.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg und noch mehr Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 425

Männer, noch mehr Männer – Männerüberschuss

Hei, hallo und herzlcih willkommen,

möchtest Du ein Spiel spielen? Schnapp Dir ein Film oder eine Serie, welche nicht auf Diversität, Vielfalt, Inklusion oder derartiges achtet (also gut über 90 Prozent der Veröffentlichungen). Und jedes Mal, wenn Du einen Mann siehst, darfst Du was trinken.

Wenn Du Dich nicht für ein alkoholfreies Getränk entschieden hast, könnte das Spiel böse enden. Also lassen wir es vielleicht doch lieber 😀

Kurze Vorgedanken

Schon als Kind ist mir aufgefallen, dass in so gut wie allen Serien meistens nur eine Frau auftaucht und ein Man of Color. Und tatsächlich war mir schon damals klar, dass sie damit nur irgendwelche Quoten erfüllt haben.

Nur hatte ich nicht die Zusammenhänge verstanden. Schauen wir uns die nun mal genauer an.

Der Inhalt

Wenn wir es mit einer Gruppe zu tun haben, sei es auf einem Segelschiff, einem Raumschiff oder eine Abenteuergruppe, dann fällt mir persönlich ab einer Anzahl von drei Personen Folgendes auf: Zwei davon sind Männer, mindestens. Und der Rest sind Frauen bzw. eine Frau.

Du kannst fast jede beliebige Serie, jeden Film oder auch jeden Roman nehmen, den Du gerade zur Hand hast. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du zu neunzig Prozent dort mehr Männer finden wirst, als Frauen. Viel mehr Männer wohlgemerkt. Es ist sogar so, dass es egal ist, wie groß die Gruppe letztendlich ist, meistens haben wir es, zwischenzeitlich immerhin, mit zwei Frauen im Hauptteam zu tun.

Wobei ich natürlich von den Serien, Filmen und Büchern der Gegenwart spreche. Je weiter wir in der Zeit zurück reisen, desto schlimmer wird es. Oder wie viele Frauen in der Hauptbesetzung gibt es bei Stark Trek Classic? Klar, Uhura. Die noch nicht einmal offiziell einen Vornamen hat. Zwischenzeitlich gewährt man ihr den Namen Nyota. Aber dieser ist in der Ursprungsserie nie aufgetaucht und ist eigentlich umstritten.

Und „Der Herr der Ringe“ setzt sowieso der ganzen Angelegenheit die Krone auf. Als Hauptfigur finden wir dort gar keine Frau (ich rede von den Büchern, nicht vom Film, wo Arwen doch eine etwas größere Rolle hat). Oder wie viele Frauen finden wir in der Ringgemeinschaft? Nicht einmal die Quotenfrau ist dort zu finden, im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Deswegen habe ich oben auch nur von neunzig Prozent geschrieben. Aber solange man diese Geschichten als Ausnahmen bezeichnet, solange sehe ich darin auch ein Problem.

Wenn Du nicht mein Trinkspiel mit einem alkoholfreien Getränk spielen möchtest, kannst Du auch mal eine Strichliste führen. Wie viele Männer und wie viele Frauen tauchen auf? Und wie viele davon sind weiß und wie viele PoC? Tatsächlich brauchen wir gar nicht anzufangen, wie viele davon keine Cis-Menschen sind. Die Wahrscheinlichkeit ist aktuell, dass es 0 sind. Auch da haben wir noch einen sehr langen Weg vor uns.

Das Problem

Im ursprünglichen Beitrag führte ich auf, dass die Weltbevölkerung sich in zwei Geschlechtern aufteilte. Davon würden zwischen 48 bis 52 Prozent die Cis-Frauen ausmachen (je nach Statistik, die man befragt). Zwischenzeitlich sehe ich diesen Punkt kritischer, da ich die non-binären Geschlechter dazu zählen würde. Leider gibt es hierzu keine gesicherten Zahlen.

Wenn wir aber allein bei der klassischen Statistik bleiben würden, dann würden Cis-Frauen circa 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Das zeigt sich aber nicht in ihrer Darstellung der Serien, Filme und Bücher (außer es handelt sich um die sogenannten Frauenfilme – was auch immer das letztendlich ist).

Schaut man sich die Serien/Filme/Bücher an, dann könnte man meinen, dass Cis-Frauen gerade mal zwanzig Prozent ausmachen (und weniger). Und alle anderen Geschlechter gar nicht existent sind. Im weiteren Verlauf belasse ich es bei der Cis-Frau.

Früher hatte man eine Quotenfrau in einer Gruppe von unzähligen Männern. Zwischenzeitlich hat die Quotenfrau Unterstützung bekommen, sodass wir es immerhin schon mit zweien zu tun haben. Selten, sehr selten sogar mal mit einer dritten Frau. Aber ich müsste ernsthaft nachdenken, wenn ich jetzt ein Film mit drei Frauen benennen sollte.

Dieses Ungleichgewicht spiegelt nicht die realen Tatsachen wieder, die wir auf diesen Planeten haben. Es gibt nun einmal mehr Frauen auf dem Planeten. Warum dann nicht in den Filmen oder Serien? Von der Rolle innerhalb dieser Serien, Bücher oder Filme möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, das würde schlicht zu weit führen. Also ob die Rolle gut ausbalanciert ist oder eigentlich ein wandelndes Klischee ist.

Und natürlich schreibe ich auch nicht von den Statistinnen, die einmal durch das Bild laufen dürfen, um das Gefühl zu vermitteln, es gibt doch mehr Frauen dort, solange die Hauptmannschaft nur aus maximal zwei Frauen besteht.

Warum wird das geschrieben?

Früher saßen auf dem Regiestuhl fast ausnahmslos nur Männer. Ich glaube, auf alle Regisseure der früheren Zeiten (wo in den Filmen unter anderem nur eine Frau mitspielen durfte) kamen gut und gerne ein Dutzend Frauen. Und ich rede schon von so um die 100 und mehr Regisseure. Heute sieht es immer noch nicht anders aus.

Dadurch hat sich natürlich ein starkes männliches Bild etabliert und leider auch bis heute durchgesetzt. Vor Jahren habe ich mal eine Rezension zu einem Buch gelesen (leider weiß ich nicht mehr den Titel). Da beschwerte sich, ich glaube, es war eine Frau, darüber, dass alle wichtigen Rollen in diesem Buch mit Frauen besetzt waren. Wenn es genau andersherum läuft, also die wichtigsten Rollen von Männern besetzt werden, danach schreit kein Hahn. Leider. Denn es fällt schon gar nicht mehr auf. Nur wenn es in die andere Richtung geht, bemerkt man das und schon ist es eine Katastrophe.

Und heute hat sich dieses Bild nicht nur in Hollywood festgefressen, sondern auch bei der schreibenden Zunft. Nicht umsonst gibt es immer und immer wieder Diskussionen darüber, wie wenig Frauen in den Filmen zu finden sind. Oder darüber, dass viele Filme den Bechdel-Test nicht bestehen oder über viele andere Themen.

Marvel erklärte, dass sie nicht glauben, dass Frauen wirklich als Titelheldin funktionieren könnten. Doch schon damals glaubte die heutige Nummer 2 bei der MCU Kevin Feige daran, dass es funktionieren kann. Und 2019 haben wir Captain Marvel bekommen. Zwar hat es über 20 Filme gebraucht, aber am Ende hat sich eine weibliche Titelheldin durchgesetzt. Immerhin.

Wie Du es anders schreiben könntest

Ganz klar, die Hälfte Deiner Rollen besetzt Du mit Frauen. Punkt! So einfach kann das gehen.

Schauen wir uns das ein wenig detaillierter an. Wie viele Rollen hast Du überhaupt in Deinem Buch zu vergeben. Wenn es eine gerade Zahl ist, dann kannst Du in der Tat 50:50 die Rollen aufteilen. Bei einer ungeraden Zahl kannst Du auch mutig sein und die letzte Rolle mit einer Frau besetzen. Dann wäre in der Tat mal ein Überschuss an Frauen zu finden.

Wenn Du jetzt sagst, aber es gibt doch Rollen, die eher männlich geprägt sind. Dazu zählt der Mechaniker oder der Krieger. Dann sage ich nur, es gibt die Möglichkeit, schlichtweg solche Rollen prinzipiell mit Frauen zu besetzen. Du wirst überrascht sein, wie sich die Sicht Deiner Geschichte danach ändert.

Und ein kleiner Hinweis noch: Wie wäre es denn auch mal mit einer Titelheldin? Gerade in der Literatur gibt es viele tolle Bücher, die eine Heldin haben und keinen Helden. Gerade in der Literatur kann das sehr gut funktionieren.

Natürlich bleibt bei dieser Empfehlung non-binäre Charaktere außen vor. Daher kann ich nur sagen, trau Dich und recherchiere. Und dann teile die Gruppe auf. Ein Teil darf gerne von Cis-Männern geprägt sein, der andere Teil von Cis-Frauen. Und der Rest gerne von non-binären Menschen. Und wenn Du ganz mutig bist, ist die dritte Gruppe die Größte.

Abschlussgedanken

Wie geschrieben, der ursprüngliche Beitrag richtete sich nur an Cis-Menschen. Zwischenzeitlich bin ich da gedanklich weiter (auch, weil ich weiß, dass ich selbst nicht Cis bin).

Doch der Gedanke dahinter ist deswegen nicht weniger richtig. Es gibt einen übermäßigen Überschuss an Cis-Männern in den meisten Serien und Filmen. Und Cis-Frauen erfüllen meistens nur eine Quote. Ist die erledigt, dann scheinen sich einige zu denken, wie sie den Rest der Rollen mit Männern auffüllen können.

Daher mein Aufruf, mehr Cis-Frauen und non-binäre Menschen in die Geschichte. So wie die Welt eben ist.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 141

Sexismus: Schöne Frauen – Starke Männer

Hei, hallo und herzlich willkommen,

bei Romanen und besonders in Filmen ist dieses Bild zu oft zu sehen. Frauen sind in irgendeiner Art und Weise hübsch. Und selbst wenn sie nicht hübsch sind, sind sie hübsch.

Und Männer bringen die Muskeln mit. Alternativ beherrschen sie irgendwelche Kampftechniken oder was auch immer gerade gefordert wird.

Kurze Vorgedanken

Sagt Dir der Film “Mortal Engines – Krieg der Städte” (Roman von Philip Reeve) etwas? Die Geschichte werde ich nicht Spoilern, sondern nur die Heldin erwähnen.

Und zwar hat sie ein sehr vernarbtes Gesicht. So schlimm, dass sie ein Tuch übers Gesicht trägt. In diesem englischsprachigen Beitrag hat man ihr “wahres” Gesicht abgebildet, wie er im Roman vorkommt.

ACHTUNG: Der Link ist nichts für sensible Personen – Link zum Beitrag.

Das zeigt, dass selbst eine Frau mit einem entstellten Gesicht immer noch hübsch sein muss. Oder Wonder Woman (ich rede nicht vom Film selbst, sondern nur vom Körper der Schauspielerin). Man sollte meinen, dass eine Kriegerin, die etliche Jahre des Trainings hinter sich hat, doch ein paar Muskeln mehr hat. Hier leider eine Fehlanzeige.

Dann schauen wir uns das doch mal ein wenig genauer an.

Der Inhalt

Ursprünglich fiel mir dieses Klischee oft bei Robert Jordans „Das Rad der Zeit“ auf. Aber auch bei anderen Romanen oder eben Filmen und Serien. Und sehr häufig läuft es gleich ab.

Häufig werden die Figuren mit einfachsten Mitteln beschrieben. Die Frau ist atemberaubend schön und häufig zugleich dumm. Und der Mann hat so viele Muskeln, dass er schon fast gar nicht mehr laufen kann. Mit der Intelligenz sieht es bei ihm häufig besser aus, aber es kommt darauf an.

Aber überhaupt werden hübsche Menschen als hohl bzw. als dumm dargestellt. Als würde es sich automatisch ausschließen, dass schöne Menschen auch einen normalen IQ haben könnten. Gerade dann, wenn sie noch blond sind. Dabei gibt es eine Studie, die erklärt, dass Blondinen nicht dümmer sind, als Frauen mit anderen Haarfarben (auch wenn man diese Studie durchaus mit Vorsicht genießen sollte).

Aber überhaupt müssen Frauen hübsch sein. Dabei schweben den meisten Autor*innen immer noch die berühmten Maße 90*60*90 vor. Sogenannte Plus Size Models tauchen erst in den letzten Jahren auf. Wobei ich gestehen muss, dass einige dieser Plus Size Models nicht einmal annähernd diese Bezeichnung verdienen. Und in Filmen oder Bücher dürfen sie eher selten dick sein. Falls doch, dann versuchen sie verzweifelt abzunehmen.

Selbst wenn sie dick ist, ist sie immer noch hübsch (was auch immer am Ende unter dieser Definition fällt). Normal aussehende Menschen (also Menschen, die man nicht mit Models verwechseln könnte) findet man selten in Roman und noch weniger in Filmen.

Bei Männern hingegen sieht das ein wenig anders aus. Selbst wenn sie einen Waschbärbauch haben, sind sie immer noch süß. Zudem dürfen sie häufig nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechen.

Jedoch dürfen sie einiges auch nicht sein. Zu dick dürfen sie nicht sein, keine Halbglatze (eine ganze ist wieder herum in Ordnung) oder auch zu klein. In Komödien geht das noch durch. Dort kriegen sie sogar die superscharfe Braut. Aber in anderen Genres ist das ein No-Go.

Was mir beim schauen von Musikvideos mit Ausschnitten aus Computerspielen aufgefallen ist, ist der – sagen wir mal – ungewöhnliche Kleidungsstil. Frauen haben prinzipiell kaum etwas an. Aber ihre Schuhe bzw. Stiefel haben sehr hohe Absätze. Selbst im tiefsten Winter darf frau sehr, sehr wenig Kleidung anhaben (Achtung: Ironie).

Das Problem

Als ich mal vor Jahren ein Jugendbuch schreiben wollte, durfte meine Heldin auf keinen Fall hübsch sein. Intelligent ja, aber aufs Verrecken durfte sie nicht schön sein. Warum eigentlich nicht? Weil Schönheit und Intelligenz sich zwischenzeitlich in unserer Gesellschaft ausschließen.

Oder zumindest in den meisten Büchern.

Es kann nicht sein, dass jemand schön ist und dann auch noch was im Kopf hat. Damit wären diese Leute ja doppelt belohnt. Natürlich, ja, es gibt auch Leute, die wirklich schön sind und selbst eine Stulle mehr Intelligenz hat als sie. Das will ich nicht unter dem Tisch fallen lassen. Aber es gibt auch schöne Menschen, die eben auch was im Kopf haben.

Menschen werden hier in Rollen gedrängt, die viele nicht erfüllen können oder wollen. Sicherlich kennst Du die Bezeichnung Mannsweib. Das sind Frauen, die nicht dem weiblichen Schönheitsideal entsprechen. Sie irritieren, verstören einige sogar, wenn sie anders aussehen, als man es selbst gewohnt ist. Und leider ist es tatsächlich so, dass einige Menschen dann aggressiv werden. Entweder verbal, seltener auch körperlich.

Anstatt das Individuum zu feiern, werden diese ausgeschlossen, weil sie in keine Schablone passen. Und selbst wenn man sich immer und immer wieder sagt, dass jeder Mensch anders aussehen darf, fällt es genauso oft schwer, dass zu verinnerlichen. Gerade dann, wenn man selbst nicht der aktuell anerkannten Schablone entspricht.

Warum wird das geschrieben?

Vermutlich, weil es zwischenzeitlich einfach ein gängiges Klischee ist. Wir haben uns so dermaßen gewöhnt, dass die unscheinbare Maus eine Intelligenzbestie ist und nur darauf wartet, ihr Talent zu zeigen. Und die Schönheitskönigin oder der Frauenschwarm siegen vielleicht in der Schlacht, aber den Krieg verlieren sie. Eben, weil ihre Intelligenz zu wünschen übrig lässt. Aber nur so kann man sich ja ihrer Gemeinheit erwehren, weil sie die Schablone repräsentieren.

Ich könnte mir auch denken, dass viele gar nicht mehr darüber nachdenken. Wir schalten den Fernseher ein und sehen, wie schöne Menschen dumme Dinge tun, und sehen uns einfach in unseren Vorurteilen bestätigt. Und wenn sie mal was Intelligentes tun, nun, dann hatten sie mal Glück gehabt. Aber sobald sie wieder was Dummes tun, ist die vorherige Tat wieder vergessen.

Bei den meisten dürfte es wohl aber auch sein, dass es einfacher ist. Zwischenzeitlich entspricht es dem Klischee, wie die Menschen auszusehen zu haben. Wenn nicht, dann irritiert es uns. Einfach nur deswegen, weil wir es nicht gewohnt sind.

Das zeigt die Diskussion um “Mortal Engine” (siehe den Anfang). Selbst wenn es eine gute Vorlage gibt, wird diese abgewandelt, damit wir nicht geschockt sind.

Und da wir es nicht gewohnt sind, mit anderen Menschen zu arbeiten bzw. sie zu sehen, wollen wir sie nicht sehen. Zumindest viele von uns. Daraus entwickelt sich dann die Überzeugung, dass wir als Publikum solche Menschen nicht sehen wollen. Daher wird weiter der Druck erhöht und so weiter.

Wie Du es anders schreiben könntest

Du könntest Dir überlegen, keinen Wert auf das Äußere zu legen, sondern die Figuren einfach so beschreiben, wie sie sind. Hier ist natürlich Charakterarbeit notwendig. Es wäre durchaus eine Überlegung wert, dass Du die erste Fassung schreibst, ohne dabei die Figuren zu beschreiben. Und erst in der zweiten Fassung dies hinzufügst. Sofern Du es möchtest. Denn es gibt auch Romane, wo dieser Teil schlichtweg weggelassen wird.

Im ersten Schritt kümmerst Du Dich nur um den Charakter. Und erst im zweiten Schritt um das Optische. Im Internet kannst Du Dich dann inspirieren lassen, wie unterschiedlich die Menschen aussehen können. Oder auch bei historischen Personen. Schau Dir die Bilder an und dann erschaffe Deine eigenen Charaktere.

Abschlussgedanken

Es ist bei den meisten so, dass wir sehr visuelle Menschen sind. Das bedeutet, dass wir ziemlich viel mit den Augen aufnehmen und dann das verarbeiten. Und wenn wir immer ein paar Typen von Menschen sehen, empfinden wir sie als schön. Dagegen andere Menschen als hässlich.

Mir ist bewusst, dass die Änderung des Bildes dauern wird. Aber wenn wir nicht damit anfangen, kommen wir am Ende nie an.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 96

Fat Shaming in der Literatur

Hei, hallo und herzlich willkommen,

hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wie viel Deine Charaktere auf die Waage bringen? Ganz ehrlich? Ich nicht.

Kurze Vorgedanken

Der Beitrag stammt vom 17. November 2017. Damals war das Internet, gefühlt, voll von Beiträgen zu diesem Thema. Damals entdeckte ich auch einen Beitrag einer Weltreisenden, die etwas mehr auf den Hüften hat/hatte. Und sie berichtete über die Probleme, die ihr Übergewicht mit sich bringt.

Zugegeben, während ich meine Bücher so las, hab ich mir nie wirklich darüber Gedanken gemacht, wie schwer die Heldinnen oder Helden sind. Vermutlich, weil sie auf dem Papier stehen und letztendlich ich sie mir vorstellen kann, wie ich es möchte (trotz der Beschreibungen). Aber wenn ich ernsthaft darüber nachdenke, dann kann ich nur zwei Bücher benennen, in denen eine übergewichtige Heldin beschrieben wurde.

Daher möchte ich heute darüber schreiben, welche Gründe zum Übergewicht führen können, wie sie aktuell in der Literatur dargestellt werden und wie man sie darstellen könnte.

Was bedeutet eigentlich Fat Shaming?

Fat Shaming bedeutet im Grunde genommen, dass Menschen, die nicht dem aktuellen Schlankeitstypus entsprechen erst einmal als dick oder sogar als fett gelten. Darüber hinaus werden sie dafür angeprangert, beleidigt und öffentlich sogar gedemütigt. Mobbing in Reinkultur also.

Vor Jahren habe ich einen Beitrag über die Krankenkassen und Gesundheit und Derartiges im TV gesehen. Da meinte tatsächlich ein Mann, warum es in Ordnung sei, die Raucher*innen zu diskriminieren, aber nicht die Dicken. Da ist mir, ehrlich gesagt, richtig die Hutschnur geplatzt. Die Gründe dafür werde ich Dir weiter unten erklären.

Mit anderen Worten, auf Menschen mit Übergewicht, sei dieser leicht oder schwer, kann man herabsehen. Und einige fordern halt auch die öffentliche und legale Diskriminierung.

Warum werden übergewichtige Menschen diskriminiert?

Aktuell ist das Schlanksein sehr in Mode. Schau Dir die Catwalks dieser Welt an, dann weißt Du, wovon ich spreche. Wer schlank ist, kümmert sich um den eigenen Körper, die Gesundheit und eben um sich selbst. Wer also nicht schlank ist, tut eben das Beschriebene nicht. Denn wie kann man sich um die eigene Gesundheit oder den Körper kümmern, wenn man dick ist? So zumindest die Vorstellung in vielen Köpfen.

Zudem herrscht ja auch aktuell der Drang, perfekt zu sein. Und wer nicht schlank ist, was zwischenzeitlich ein Synonym für den Perfektionismus ist, ist nicht perfekt. Sie oder er lässt sich gehen und achtet nicht auf sich. Also ist diese Person natürlich automatisch nicht perfekt.

Das dürften einige der Gründe sein, warum übergewichtigere Menschen in der Gesellschaft einen ganz anderen Stand haben, als schlanke Personen.

Wie sieht dies in den Medien aus?

Vielleicht kennst Du die Bücher und Hörspielreihe von TKKG. An dieser Stelle geht es mir nicht um die Kritik um die Serie. Dazu gibt es durchaus einige Beiträge im Internet, die das besser beschreiben. Es geht mir eher um die Rolle von Klößchen.

Auch wenn ich die Serie nicht so aufmerksam verfolgt habe, wie andere, so hatte ich schon damals einen Hals bekommen, wenn unser Dickerchen mal wieder nur Hunger hat. Und natürlich auf Schokolade. Daher kann er auch nicht mit den anderen mithalten und wird deswegen gemobbt. Da er unser Dickerchen ist, wehrt er sich auch nicht. Denn der Standard ist ja unser Tim (früher Tarzan genannt).

In vielen, sehr vielen anderen Serien habe ich auch beobachtet, dass die übergewichtigen Charaktere nur als faule, willensschwache und essende Figuren dargestellt wurden. Selten werden diese Charaktere mit normaler Intelligenz ausgestattet, geschweige denn, dass sie sogar intelligenter sind, als der Rest des Casts. Normale Intelligenz wäre sicherlich schon ein kleines Wunder (zumindest bei den Serien oder Filmen, die ich gesehen habe).

Mit anderen Worten, übergewichtige Charaktere werden zumeist sehr negativ dargestellt. Vielleicht gibt es das eine oder andere positive Beispiel da draußen. Nur erinnere ich mich gerade nicht daran, egal wie sehr ich mich bemühe. Daher kann ich wohl sagen, dass es sich hierbei dann um eine Rarität handeln dürfte. Leider.

Doch warum sind Menschen eigentlich dick?

Wenn Menschen in der Realität diskriminiert und in den Medien negativ dargestellt werden, dann sollte man doch meinen, dass sie etwas ändern? Zum Beispiel abnehmen? Dann wäre zumindest dieses Problem gelöst, oder etwa nicht?

Um es kurz zu machen, so einfach ist das nicht. Und das aus diversen Gründen.

Physische Gründe

Auch wenn manche es nicht gerne hören möchten, doch es gibt Krankheiten, welche für das Übergewicht verantwortlich sind. Eine Fehlfunktion der Schilddrüse zum Beispiel gehört dazu. Wenn ich richtig informiert bin, dann auch das Hashimotosyndrom. Und noch eine Menge anderer Krankheiten.

Zudem kann es auch sein, dass manche Menschen Medikamente einnehmen müssen und dann an Gewicht zulegen. Dazu gehören auch einige psychische Erkrankungen. Tatsächlich kenne ich einen Fall, da hat die Frau die Pille genommen und sie überhaupt nicht vertragen. Durch die Hormone hat sie stark zugenommen und bis heute hält das an.

Diese Menschen ernähren sich größtenteils gesund (Ausnahmen bestätigen immer die Regel) und können trotzdem nicht abnehmen. Weil der Körper oder die Medikamente es nicht zulassen. Sie sind also nicht faul oder dumm, sondern sie sind schlichtweg krank. Daher ist es ein Fehler ihnen irgendeine Schuld zu zusprechen.

Psychische Gründe

Neben der Magersucht und er Bulimie gibt es noch eine dritte Essstörung. Diese nennt sich Binge Eating Disorder. Hierbei handelt es sich um eine psychische Störung, welche ein unkontrolliertes Essverhalten mit sich bringt. Nach solch einer Attacke werden jedoch keine Gegenmaßnahmen ergriffen, um das Essen wieder loszuwerden. Also, wie bei der Bulimie. Daher nehmen die Leute zwangsläufig zu.

Häufig wird das Essen als ein Ersatz für Drogen und Alkohol genommen. Wenn man also Stress hat, dann könnte man sich ja zudröhnen oder volllaufen lassen. Diese Menschen handeln anders und Essen halt. Mit anderen Worten, sie sind ebenfalls psychisch krank. Nur meines Wissens nach, ist das Binge Eating Disorder in Deutschland noch nicht anerkannt.

Mit anderen Worten, auch diese Menschen können nichts für ihre Situation. Hier wäre eher Hilfe angesagt.

Aber es gibt sicherlich auch noch andere Gründe, warum Menschen aus psychischen Gründen essen. In letzter Zeit beschäftige ich mich sehr mit dem Thema AD(H)S. Und ich vermute ja, dass ich ebenfalls das bin. Dadurch bemerke ich, dass Zucker (egal in welcher Form) mich beruhigt. Mein Gehirn sagt schon fast, ja, da ist Zucker, jetzt geht es mir besser. Und rate mal, wer dieses beruhigende Gefühl immer wieder haben möchte?

Das Gebiet ist sehr weitläufig. Daher möchte ich es an dieser Stelle belassen. Wenn Du merkst, dass Du eventuell esssüchtig sein könntest, bitte hol Dir Hilfe. Du bist nicht alleine damit.

Leidenschaftlich beim Essen

Es gibt auch einige Menschen, die eben gerne essen. Das will ich nicht verschweigen. Vor einigen Jahren kannte ich jemand, die gerne gegessen hat. Eine Tüte Gummitiere waren innerhalb einer Stunde weg (sie konnte sehr langsam essen). Nach und nach hab ich herausgefunden, dass ihr Ehemann auf dicke Frauen stand. Es war ein Fetisch von ihm.

Fazit

Man kann also sagen, dass es durchaus übergewichtige Menschen gibt, die sich dafür entscheiden, dick zu sein. Weil sie gerne essen, weil sie sich gehen lassen und so weiter. Aber es gibt auch Menschen, die schlichtweg nichts dafür können. Und diese dann zu verurteilen ist schlichtweg der falsche Weg.

Positive Beispiele

Oben erwähnte ich, dass es zwei Bücher gibt, welche von übergewichtigen Heldinnen handelt. Und in denen es halbwegs positiv beschrieben wurde.

Es ist einmal das Buch „Verliebt in der Nachspielzeit“ der Autorin Poppy J. Anderson. Die Heldin ist übergewichtig und wird deswegen von überall schräg angesehen. Zwar versucht sie abzunehmen, weil der Druck doch sehr stark ist. Aber wenigstens steht der Held zu ihr. Und am Ende kommt sie mit ihrem eigenen Körper durchaus zurecht.

Aber auch „Die Frau des Kodiakbären“ von Eva Langlais ist dick. Doch im Gegensatz zu Poppys Heldin, kommt sie damit sehr gut klar. Im Gegenteil, im Buch darf sie sogar mal ordentlich in ein Sandwich beißen. Mit ihrem Körper und ihrem Leben steht sie im Einklang.

Nur schade, dass man das nicht auf dem Cover sieht.

Wie Du über übergewichtige Menschen schreiben könntest

Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Wie würdest Du über einen schlanken Menschen schreiben? Als ganz normale Person, oder? Warum sich dann über dicke Charaktere Gedanken machen? Sie sind nicht anders, als andere Menschen auch.

Du kannst Dir natürlich Gedanken machen, warum Dein Charakter übergewichtig ist. Zugleich kannst Du Dir aber auch Gedanken machen, warum Dein schlanker Charakter eben nicht übergewichtig ist.

Eine einfache Sache. Erschaff einen interessanten Charakter und gib ihr oder ihm ein paar Kilos mehr auf den Hüften. Und damit hat es sich eigentlich schon.

Abschlussgedanken

Fat Shaming kommt nicht nur in der Presse, sondern auch in anderen Medien vor. Dabei vergessen sehr viele, dass hinter der Figur auch ein Mensch steckt. Und dieser Mensch hat Gefühle und kann verletzt werden, wenn man diesen immer wieder angreift und beleidigt.

Daher wäre es schön, wenn übergewichtige Menschen in der Literatur positiver besetzt werden würden. Natürlich dürfen sie auch auf der bösen Seite stehen. Das verbietet niemand. Nur eben nicht so klischeehaft, wie es bisher war.

An dieser Stelle noch eine kleine Bitte. Auch wenn ich es gerne sehe, dass gegen Fatshaming angegangen wird, so bringt es nichts, dünne Menschen als Hungerhacken zu bezeichnen. Auch das ist eine Form von Bodyshaming. Es wäre daher schön, wenn wir lernen würden, alle Menschen und ihre Körperformen zu respektieren.

In dem Sinne, fröhliches erschaffen (Memo an mich, übergewichtigen Charakter schreiben).

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 225

[Charaktere] Mary Sue und Gary Stu

[Charaktere] Mary Sue und Gary Stu

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für Fanfictionautor*innen ist es die schlimmste Ehre, wenn man die Charaktere als Mary Sue oder als Gary Stu bezeichnet. Dabei handelt es sich um Charaktertypen, hinter denen sich die Autorin bzw. der Autor versteckt und ihre geheimsten Wünsche über sie ausleben lassen kann.

Doch schon lange ist dieser Charaktertyp nicht nur auf den Fanfictionbereich reduziert. Denn auch in veröffentlichten Romanen findet man sie zwischenzeitlich sehr häufig. Daher schauen wir uns diesen Charaktertyp doch mal genauer an.

Kurze Vorgedanken

Zuerst tauchte Mary Sue auf. Und zuerst war sie ein Charakter wie jeder andere. Doch zwischenzeitlich hat sich diese Bezeichnung als ein Synonym für Figuren entwickelt, die eher eindimensional sind und überquellen von Klischees.

Daher fürchten einige AutorInnen durchaus das Urteil, ihr Charakter erinnere doch sehr an Mary Sue. Oder dieser sei eben eine Mary Sue. Im Laufe der Jahre hat sich noch ihr Zwillingsbruder Gary Stu hinzugesellt. Bei ihm gelten fast die gleichen Regeln wie bei Mary Sue.

Doch während FanfictionautorInnen durchaus wissen, wer Mary Sue ist, scheinen das RomanautorInnen nicht immer zu wissen. Deren LeserInnen übrigens auch nicht immer. Ansonsten gäbe es nicht auf Goodreads eine Liste mit Büchern, welche von Mary Sue Charakteren nur so wimmelt. Für mich überraschend ist durchaus, dass dabei Namen wie Laurell K. Hamilton oder auch (ja, Du liest richtig) Stephen King dabei sind. Aber auch Bücher, die verfilmt wurden. Man kann durchaus sagen, sogar die Großen der Literaturbranche laden sich diesen Charaktertyp in ihre Geschichten ein.

Vor einigen Monaten las ich eine englischsprachige Rezension zu einem Mary Sue Buch durch das ich mich immer noch kämpfe. Die Rezensentin merkte zurecht an, dass dieses Buch neben endlosen Fehlern auch eben eine Mary Sue als Hauptcharakter habe. Eine Userin schrieb darauf, dass eben dieser Charakter doch so wundervoll sei, und zählte dann gerade ihre Mary Sue Qualitäten auf. Nun, auch LeserInnen wissen nicht immer, wer sie eigentlich ist.

Daher möchte ich Dir heute einen sehr umfangreichen Beitrag dazu bieten, wer diese Zwillinge überhaupt sind, wie man sie verhindern kann, oder retten, sofern Du einen erschaffen hast und auch einige Beispiele nennen.

Wer ist eigentlich Mary Sue?

Mary Sue war eine Halbvulkanierin, die auf dem Schiff der U.S.S. Enterprise unter Captain Kirk diente. Sie war sowohl ihm als auch Mr. Spock und auch Dr. McCoy in jeder erdenklichen Lage überlegen, wunderschön, tapfer und alle drehten sich nach ihr um. Während eines Einsatzes war sie es dann, die am Ende der Crew und das Schiff rettete. Dabei opferte sie ihr eigenes Leben.

Wenn Du jetzt das Bedürfnis hast, schreiend wegzurennen, dann hast Du das grundlegende Problem von Mary Sue Charakteren erfasst. Denn ihre Charakter ist nicht dafür geschaffen, sie auf Dauer sympathisch zu finden, auch wenn man eigentlich versucht, das mit ihr zu erreichen.

Die perfekte Mary Sue

Mary Sue ist in allen Bereichen perfekt. Sie ist wunderschön, hat die richtigen Kurven an den richtigen Stellen, schöne lange Haare, tolle Augen und einen süßen Schmollmund sowie eine Stupsnase. Zudem ist sie intelligent und brillant zugleich. Aller Wahrscheinlichkeit hat sie sogar einen Doktortitel, und zwar als jüngste Frau in ihrem Fachgebiet, wo sie natürlich zur Weltspitze gehört. Alternativ kann sie auch der jüngste Detective sein, die jemals den Polizeidienst angetreten hat und so weiter.

Zugleich ist sie unglaublich zäh. Wenn sich ihr etwas in die Quere stellt, kann es ihr zwar den Teppich unter den Füßen wegziehen. Doch sie ist es dann, die sich alleine aufrappelt und die ganze Angelegenheit klärt. Und nebenbei reißt sie mit ihrer Leidenschaft noch ihre Umgebung mit, die ansonsten aufgegeben hätten. Gerade in brenzligen Situationen ist sie es dann, die alle Menschen rettet, die ihr wichtig sind.

Alle Menschen, die sich in der Geschichte als positiv herausstellen, lieben Mary Sue. Das gilt sowohl für die Männer als auch die Frauen. Natürlich finden sie Mary Sue auch sexuell attraktiv. Und je nach Geschichte kann sie sich aussuchen, mit wem sie ins Bett geht.

Jedoch wollen sie auch alle retten, wenn sie sich zurückzieht und es ihr schlecht geht. Und ist Mary Sue in Gefahr, dann werden ganze Planeten riskiert, damit sie überleben kann. Denn alle lieben sie und alle stehen fest hinter ihr.

Leider keine Parodie

Wenn Du das Gefühl hast, dass diese Aufzählung eine Parodie sei, dann muss ich Dich leider enttäuschen. Denn es gibt in der Tat Figuren, die nach diesem Muster gestrickt sind. Das Buch, durch das ich mich immer noch kämpfe ist „Kushiel – Das Zeichen“ von Jacqueline Carey. Und Phédre, die Heldin der Geschichte, ist eine Mary Sue. Ich will nicht zu viel verraten, für den Fall, dass Du Dir das Buch bzw. die Reihe selbst durchlesen möchtest. Auf alle Fälle scheint sie irgendwie alles zu können, auch wenn die Autorin das manchmal relativiert. Also ihr in den Mund legt, dass sie in gewissen Dingen doch nicht so bewandert sei. Und zugleich ist sie die Einzige, die selbst in schweren Zeiten einen Überlebenswillen hat, während ihre Umgebung, wohlgemerkt, darunter befindet sich auch ein Krieger, dass schon lange aufgegeben haben.

Trotzdem wurde dieses Buch in Amerika, so wie ich gelesen habe, zum Bestseller. Und in Deutschland haben auch sehr viele Leute die drei übersetzten Bücher gelesen (von insgesamt sechs). Aber auch in anderen Büchern findest Du Mary Sue Charaktere wie „Twilight“, „Harry Potter“ und auch „James Bond“.

Kritik zu Mary Sue

Mary Sue ist der Albtraum einer jeden kritischen Leserin und eines jeden kritischen Lesers. Sie möchten nicht mit einem zu perfekten Charakter belästigt werden, wo man alle paar Seiten (oder alle paar Filminuten) die Augen verdreht und sich fragt, was das bitte sein soll. Natürlich ist die Heldin im Mittelpunkt des Geschehens, das ist ein Fakt. Ansonsten wäre sie keine Heldin. Jedoch ist es immer eine gute Idee ihr Schwächen zu geben, die sie menschlich erscheinen lässt. Mary Sue ist davon jedoch Lichtjahre entfernt (um mal auf ihren Ursprung zurückzukommen).

Weitere Bezeichnungen für Mary Sue

  • Einstein Sue – wenn sie besonders intelligent ist (im Bereich Genie)
  • Jerk Sue – bezeichnet ein Charakter, die sehr schnell ausflippt
  • Sympathetic Sue – sie will unbedingt Deine Sympathie als Figur

Ihr Bruder Gary Stu

Kurz vorab, Gary Stu hat nicht auf der U.S.S. Enterprise als Bruder von Mary Sue gedient. Ich habe mir nur angewöhnt, die beiden als Geschwister zu bezeichnen. Denn sie haben die gleiche, unheilige Aufgabe (uns Leserinnen und Leser auf die Nerven zu gehen) und ähnelt ihr sehr.

Doch er ist ein Kind der späteren Generation. Man könnte ihn also als kleinen Bruder von Mary Sue bezeichnen, auch wenn es ihn schon länger gibt. Wie eben James Bond, den es durchaus schon einige Jahrzehnte gibt.

Wer oder was ist genau Gary Stu

Kurz gesagt, Gary Stu ist der männliche Gegenpart von Mary Sue. Er ist gut aussehend, hat perfekte Manieren, ist ein ausgezeichneter Kämpfer und alle Frauen und auch die Männer, fliegen auf ihn. Er kann jedes Gefährt steuern, kennt sich mit Waffen aus und ist in mindestens drei verschiedenen Kampfkünsten unterwiesen.

enn er auf dem Plan tritt, dann drehen sich alle nach ihm um und wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Er erregt alle Aufmerksamkeit. Denn er ist jung, intelligent und hat einiges auf dem Kasten. Und wenn er Feinde hat, dann aber so richtig. Man will ihn nicht nur töten, man will ihn regelrecht vernichten. Seine Erinnerung aus den Analen der Geschichte löschen, auch wenn er dort noch nicht einmal angekommen ist. Aber das ist egal.

Ein Beispiel

Das wohl bekannteste Beispiel ist immer noch Wesley Crusher von der U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von Captain Jean Luc Picard. Es ist nicht nur so, dass er das Schiff rettet, wenn alle anderen versagen (Deus ex Machina lässt hier eindeutig grüßen), sondern darf auch das Schiff fliegen, obwohl er die Akademie noch gar nicht abgeschlossen hatte. Kein Wunder, dass alle diesen Charakter nicht mögen. Noch nicht einmal der Schauspieler selbst kann mit ihm etwas anfangen.

Gary Stu ist …

Entweder ist Gary Stu ein durchtrainierter Athlet oder so schwach gebaut, dass er zierlich und beinahe feminin wirkt. Vermutlich soll er damit einer Frau sehr ähneln. Auf alle Fälle zeigen sich hier die vielen Idealbilder der Frau gegenüber einem Mann. Also Waschbrettbauch anstelle eines Bierbauches. Oder lange Haare, damit diese schön das Gesicht verdecken können. All diese Dinge halt.

Natürlich drehen sich auch bei Gary Stu alle anderen Figuren nach ihm um. Und sehr häufig darf er schwul sein. Entweder ist er es, der erkennt, dass der andere Held schwul ist oder er muss davon überzeugt werden. Und Gary Stu schafft es auch, dass sich zwei Helden in ihn verlieben. Und wenn es eine sogenannte polyamore Geschichte handelt (wo drei Personen eine gemeinsame Beziehung führen), dann bleiben alle am Ende miteinander zusammen, weil sie sich verstehen.

Weitere Bezeichnungen von Gary Stu

  • Larry Stu
  • Marty Stu
  • Mary Joe
  • Marty Sam

Zwischengedanken

Diese Informationen sollten Dir helfen zu sehen, wer oder was genau eine Mary Sue bzw. ein Gary Stu ist. Doch wie identifiziert man sie jetzt eigentlich?

Mary Sue

Fangen wir mit der Schwester an. Immerhin ist sie auch um einiges älter als Gary Stu und zwischenzeitlich gibt es genaue Identifizierungsmerkmale, wie man sie erkennen kann.

Physische Erscheinung

Sehr häufig haben wir es mit einer absoluten Schönheit zu tun, die auch einen, sagen wir mal, exotischen Touch hat. Entweder hat sie eine ungewöhnliche Haarfarbe oder Augenfarbe, die sie dann als besonders, einmalig, einzigartig kennzeichnet.

Dazu gehören zum Beispiel goldene, rote oder violette Augen, brünette Frauen mit heller Haut, wunderschöne Mädchen aus der ärmeren Schicht (also Bauernmädchen, Bettlerinnen und so weiter) und Mädchen bzw. Frauen, deren Äußeres besonders detailliert beschrieben wird.

Überlassen die Autorinnen und Autoren die Selbstbeschreibung dem Charakter, dann kommt so etwas heraus wie, dass zu dünn seien, dass die Augen oder der Mund zu groß sei. Also körperliche Makel, die keine sind. Damit wird wohl der Versuch gestartet, sie doch irgendwie menschlich und liebenswürdig zu gestalten. Immerhin haben sie ja auch Probleme mit ihrem Äußeren.

Ihre Talente und/oder Fähigkeiten

Hier kann in zwei extreme Richtungen gehen.

Die erste Richtung ist, dass sie ein weit gefächertes Repertoire an Fähigkeiten und Talenten hat. Mehr, als die Realität erlaubt. Das kann also sein, dass sie besonders athletisch ist, dass sie ein hohes Maß an akademisches Wissen hat, natürlich auf verschiedensten Ebenen, sie ist künstlerisch begabt und was es noch geben kann, damit die Geschichte eine Mary Sue hervorbringt.

Häufig ist sie ihren Altersgenossinnen und Altersgenossen weitaus überlegen. Und meistens gibt es dafür noch nicht einmal einen guten Grund. Es ist halt so. Zu allem Überfluss kann es noch dazu kommen, dass sie göttliche Macht haben kann. Besonders in Geschichten, wo es um Magie geht oder wenn Menschen von Geburt auf an übernatürliche Fähigkeiten haben. Sie ist natürlich die Königin dieser Gruppe.

Das andere Extrem ist, sie ist absolut nutzlos. Sie kann nichts, rein gar nichts. Also keine besonderen Talente oder Fähigkeiten. Man könnte sich schon fragen, wie sie es überhaupt schafft, in der Geschichte zu überleben. Aber da gibt es natürlich den Helden. Er findet sie so wundervoll, attraktiv und noch so einiges mehr, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat, sie zu retten. Und wenn er dafür sein eigenes Leben dafür opfern muss. Nun, Problem gelöst würde ich sagen. Zumindest für Mary Sue.

Ihr Hintergrund

Ihre Hintergrundgeschichte kann übertrieben dramatisch oder tragisch sein. Damit soll eigentlich garantiert werden, dass wir beim Lesen sagen, oh, dieses arme, arme Mädchen. Das kann sein, dass sie aus einer extrem glücklichen Familie kommt, wo sie geliebt wurde, wo alles in Ordnung war, wo alles einfach nur erdrückend war. Zumindest für uns. Denn es gab kein Grund mal die Eltern anzuschnauzen, weil sie einfach perfekt waren und der Tochter alles erlaubt haben und auch kein Grund, um einfach mal auf dem Tisch zu hauen. Gerade in dem Alter wo Kinder nun einmal auf den Tisch hauen und zeigen wollen, dass sie erwachsen sind (oder es zumindest glauben).

Die Alternative ist hier (ja, auch hier gibt es zwei Extremen), dass sie aus einer Familie kommt, wo sie und ihre Besonderheit unterdrückt wurden. Niemand verstand sie, niemand liebte sie und es kann sogar zu Misshandlungen gekommen sein, aus denen sie als Siegerin hervorging. Immerhin hat sie ihre Kindheit überlebt. Aber das ist natürlich dann auch ein Grund, warum es ihr schwer fällt, anderen zu vertrauen und die dann darum kämpfen müssen, dass sie dann zum erlesenen Zirkel der Heldinnen und Helden gehören. Oder anders ausgedrückt, dass die anderen zu ihrem erlesenen Zirkel gehören.

Zu der zweiten Hintergrundgeschichte ist der berühmteste Vertreter der Gary Stu Fraktion immer noch Harry Potter.

Sehr häufig kommt es auch vor, dass Mary Sue nicht in ihrer Ursprungsfamilie aufwächst. Das bedeutet, dass diese sie entweder weggegeben, verkauft oder einfach vor der Tür irgendeiner seltsamen Familie ausgesetzt wurde. Doch eigentlich entstammt sie einer königlichen Familie oder ist die Tochter einer supermächtigen Hexe oder eines supergeheimen Zauberers. Also von jemanden die oder der was in der Geschichte zu sagen hat. Sie kann natürlich auch ein Halbling sein. Also, sie ist nur zur Hälfte ein Mensch. Die andere Hälfte kann eben die Hexe sein, eine Elbin, eine Vampirin, such es Dir einfach aus.

Ihre Aufgabe, ihr Zweck, ihr Schicksal

Ich denke nicht, dass ich noch erwähnen muss, dass sie „Die Auserwählte” ist. Die Person, die den Tag rettet, dass Volk vor der Sklaverei und was auch immer in der Geschichte gerettet werden muss. Sie schafft das schon. Dabei hat sie noch nicht einmal irgendeine Autorität, um irgendetwas zu erreichen oder jemanden zu befehligen. Aber sie rettet alle. Und auch dann, wenn sie eigentlich gar keine besonderen Fähigkeiten hat, um das zu schaffen (siehe weiter oben).

Ihre Persönlichkeit

Ihre Charakterschwäche soll darüber hinwegtäuschen, dass sie gar keinen Charakter hat. Zumindest keinen Realistischen. Das bedeutet, dass sie halt schnell ärgerlich wird, stur ist oder feindselig reagieren kann. Aber sie kann auch tollpatschig sein. Doch all diese Charakterschwächen haben über lange Hinsicht keine Auswirkung auf sie, auf die Umgebung oder auf die Geschichte. Denn letztendlich, sie ist perfekt und hat daher keine Charakterschwächen. Oder man kann ihr diese vergeben.

Ergo, egal wie mies sie sich auch benehmen mag, man ist ihr vielleicht ein paar Tage böse und man bestraft sie auch, aber über längere Zeit vergibt man ihr, dass sie sich mies benommen haben mag. Man verträgt sich, man versteht ihre Handlungen oder warum sie so reagiert hat, wie sie reagierte.

Ihre (romantischen) Beziehungen

Die Beziehungen zu anderen kann man sich nicht immer erklären. Denn diese gehen von ganz unten bis ganz oben. Aus allen Gesellschaftsschichten hat sie Freundschaften, die ihr gerne alles beibringen, was diese können und gerne mit ihr Zeit verbringen.

Das bedeutet natürlich auch, dass selbst mächtige Menschen wie Könige oder Königinnen, Hexen oder Zauberer, Präsidentinnen oder Minister ihr die Gunst schenken. Und wenn sie deren Hilfe braucht, bekommt sie diese sofort und ohne zu zögern und natürlich auch zeitnah. Wo kämen wir ansonsten hin.

Und egal wie sehr sie sich spinnefeind mit jemandem war, bzw. die Person sie nicht leiden konnte oder diese einander egal waren, am Ende empfinden sie etwas füreinander. Es gibt eigentlich keinen guten Grund, warum beide sich ineinander verlieben. Sie tun es aber trotzdem und am Ende wird aus den unwahrscheinlichsten zwei Figuren des Romans ein romantisches Traumpaar.

Gary Stu

Im Grunde genommen unterscheidet sich Gary Stu nicht von Mary Sue. Wenn Du Dir die oben aufgeführten Beschreibungen durchliest und sie auf einen Mann ummünzt, dann hast Du die Beschreibung für ihren Bruder.

Es gibt jedoch eine Besonderheit, die nur ein Gary haben kann. Eben, weil er ein Mann ist. Und zwar die Anzahl seiner Bauchmuskeln. Denn es gibt eine Form von Gary Stu, der ist genau richtig muskulös. Also Bauchmuskeln, Armmuskeln und natürlich der Knackarsch darf hier auch nicht fehlen.

Seinem Pendant fehlen genau diese sexy Muskeln. Er wirkt daher ein wenig androgyn. Manchmal hat er auch lange Haare, natürlich schwarz und sein Pony fällt ihm ins Gesicht. Er wirkt daher auch hilflos und man möchte ihn halt beschützen.

Aber ansonsten kannst Du die Liste oben auch für Gary Stu verwenden und fährst damit durchaus gut.

Zwischengedanken

Mit dieser Liste kannst Du Dich eigentlich schon auf die Suche machen, um Mary Sues in Geschichten zu identifizieren. Doch ich möchte Dir gerne ein, zwei Beispiele vorstellen, um Dir die Liste noch einmal deutlich vorzustellen.

Mary Sue Charaktere

Usagi „Bunny“ Tsukino aus Sailor Moon

In Deutschland ist sie unter den Namen Bunny Tsukino bekannt, ihr japanischer Name ist jedoch Usagi. Sie ist die Heldin der Serie Sailor Moon und kämpft unter diesen Namen gegen allerlei böse Kreaturen, welche die Welt und das ganze Universum erobern oder vernichten wollen (je nach Staffel). Ihr zur Seite stehen weitere Kriegerinnen (auch Senshis genannt), welche die erdnahen Planeten repräsentieren. Also um genau zu sein Merkur, Mars, Jupiter und Venus. Ihre Aufgabe ist es Prinzessin Serenity (die wahre Identität von Usagi) zu beschützen. Die Kriegerinnen der Planeten Saturn, Neptun, Uranus und Pluto hingegen sollen das ganze Sonnensystem beschützen.

Und sagen wir mal so, während der Animeserie (den Manga habe ich zwar hier zu Hause, hab ihn aber noch nicht komplett gelesen), macht sie eine Menge Verwandlungen durch.

Physische Erscheinung

Sailor Moon hat zwei Besonderheiten. Einmal ihre blonden Haare (aus japanischer Sicht natürlich gesehen) und dann ihre Frisur (die beiden Kugeln an ihrem Kopf). Niemand sonst in ihrer Umgebung trägt die Haare auf diese ungewöhnliche Art und Weise.

Weiterhin ist sie durchaus als extrem schlank zu bezeichnen (auch wenn sie selbst der Meinung ist, zu dick zu sein und daher eine Diät braucht, ein Typisches Mary Sue Phänomen).

Ihre Talente und/oder Fähigkeiten

Usagi gehört zu der Sorte „nutzloser Mary Sue“. Denn sie hat eigentlich keine wirklichen Talente. Weder ist sie in der Schule gut, noch kann sie sich wirklich als Hausfrau behaupten (sei es das Kochen oder Handarbeiten oder was auch immer), auch wenn sie es mehrere Male versucht.

Jedoch beherrscht sie zwei Dinge doch sehr gut. Und zwar einmal das Werfen des Frisbees (das liegt daran, dass ihr Diadem dann zu einer Waffe werden kann) und dann ihr ungewöhnliches Talent mit der ganzen Welt Freundschaft zu schließen.

Selbst als Sailor Moon ist sie eigentlich eher nutzlos. Denn die anderen Senshis kümmern sich darum, dass die Dämoninnen und Dämonen geschwächt werden und sie sahnt dann den Sieg ab. Sie ist es nämlich, die verschiedenste Variationen von Mondstäben hat (die meiner Meinung nach immer üppiger und immer alberner Aussehen) und allein in der Lage ist, die Gegnerinnen und Gegner zu vernichten oder gegebenenfalls zu heilen.

ber sie kann keine Feuerbälle (Mars), Wasserstrahl (Merkur), Blitzschläge (Jupiter) oder eine Feuerherzenkette (ja, Du hast richtig gelesen, dass ist Venus) durch die Gegend schleudern. Trotzdem gilt sie als mächtigste der Sailor Kriegerinnen.

Ihr Hintergrund

Usagi ist die wiedergeborene Prinzessin Serenity. Sie war die Tochter der Königin des Mondreiches, welches von Königin Perilia vernichtet wurde. Durch die Macht der Mondkönigin wurden sie und ihre Kriegerinnen gerettet und auf die Erde gebracht, damit sie dort als normale Mädchen wiedergeboren werden können.

Und auf der Erde ist sie die Tochter ihrer menschlichen Eltern und die ältere Schwester eines nervigen Bruders. Also wenn man es so will, sie lebt unter ihrem Stand.

Ihre Aufgabe, ihr Zweck, ihr Schicksal

Ihre Aufgabe ist keine geringere, als regelmäßig die Welt zu retten. Dabei muss sie auch regelmäßig ihr Leben riskieren und opfern. Denn sie ist die Einzige, welche den Mondkristall verwenden kann. Der ist aber so mächtig, dass sie diesen nur unter Einsatz ihres Lebens verwenden darf. Wobei das mit dem Einsatz des Lebens keine dauerhafte Angelegenheit ist.

Ansonsten ist sie die Anführerin der Inner Senshis (also der Sailor Kriegerinnen, die ich oben aufgeführt habe). Warum auch immer, denn als Anführerin eignet sie sich nicht unbedingt (im Manga und in der Realserie ist das Venus übrigens).

Ihre Persönlichkeit

Die Anime-Usagi geht mir persönlich teilweise sehr auf die Nerven. Denn sie heult permanent. Immerhin ist sie so einsichtig, dass sie selbst erkennt, dass sie eine Heulsuse (OT) ist.

Ansonsten wird sie immer wieder von anderen gelobt, dass sie eigentlich ein herzensguter Mensch ist (von den Guten) und zugleich hasst das Böse sie abgrundtief. Nicht einmal die anderen, aktiveren Senshis ziehen so viel Hass auf sich, wie sie es tut.

Ihre (romantischen) Beziehungen

Mary Sues liebt man oder hasst man. Das trifft bei Usagi ebenfalls zu. Ehrlich gesagt, ich frage mich, warum Mamoru Chiba (Tuxedo Mask, der schon ihr Geliebter im vorherigen Leben war), sich überhaupt mit ihr abgibt. Und das fragt er sich manchmal auch. Immerhin ist der Altersunterschied ziemlich groß (er ist Student, sie geht noch in die Mittelstufe) und auch sonst haben sie eigentlich wenig gemeinsam. Außer ihrer Vergangenheit.

Und auch sonst schafft sie sogar die bösesten der Bösen auf die gute Seite der Macht … äh, falscher Film … auf die gute Seite zu ziehen. Und das allein aufgrund der erwähnten Herzensgüte.

Tauriel aus Der Hobbit (Film)

Tauriel ist ein erfundener Charakter von Peter Jackson für den Dreiteiler „Der Hobbit“. Da die Buchvorlage keine weibliche Figur vorgesehen hat, erfand er sie wohl, um auch Zuschauerinnen ins Kino zu locken. Leider zeigte sich schnell, dass die arme Tauriel, obwohl sie eigentlich das Talent hatte, ein guter Charakter zu werden, einfach eine klassische Mary Sue Figur ist.

Physische Erscheinung

Tauriel selbst sieht aus, wie alle anderen Elbinnen und Elben. Ihre Besonderheit ist, dass sie rostbraunes Haar hat. Ich selbst bezeichne sie als rothaarig. Alle anderen Elbinnen und Elben um sie herum haben jedoch entweder blondes bis weißes Haar oder schwarzes Haar. Damit sticht sie eindeutig sehr stark hervor.

Ihre Talente und/oder Fähigkeiten

Sie ist eine sehr talentierte Bogenschützin, kämpft gegen übermächtige Gegner und ist als Einzige in der Lage Kili von seiner tödlichen Verwundung zu heilen. Und mir fallen gerade keine Beispiele ein, was sie eigentlich nicht kann.

Ihr Hintergrund

Sie ist die Anführerin der Grenz- und Palastwache. Hat also einen sehr hohen Posten im Reiche Thranduil (der Vater von Legolas) inne. Und ich kann mir gut vorstellen, dass dieser sie auch dazu ernannt hat (viel über ihre Biografie konnte ich nicht finden).

Und im Film kann man deutlich sehen, dass Prinz Legolas das eine oder andere Auge auf sie geworfen hat.

Ihre Aufgabe, ihr Zweck, ihr Schicksal

Eigentlich soll Tauriel die Grenzen des Düsterwaldes (das Königreich Thranduils) beschützen. Das bedeutet unter anderem auch der ewige Kampf gegen irgendwelche Riesenspinnen. Und natürlich ist sie in der Lage, diese Aufgabe hervorragend zu erledigen.

Aber ansonsten scheint sie immer dann aufzutauchen, wenn man ihre besonderen Fähigkeiten benötigt (Legolas wird von einem Ork angegriffen, sie besiegt ihn, Kili stirbt fast, sie kann ihn heilen).

Ihre Persönlichkeit

Einerseits ist Tauriel eine tapfere Kriegerin und zum anderen wirkt sie auf mich ein wenig naiv. Leider kann ich das nicht genauer erklären. Aber das zeigt, dass sie zwischen Genie und nutzlos gefangen ist.

Doch wenn sie eine Niederlage erleidet, dann leidet sie so richtig. Und zwar so sehr, dass sie am liebsten nie mehr etwas fühlen würde.

Ihre (romantischen) Beziehungen

Natürlich hat der Sohn des Königs, Prinz Legolas, ein Auge auf sie geworfen. Und sie liebt ihn ebenfalls. Das Thranduil, dass Ganze nicht gut findet, macht er ihr auch deutlich. Das ist der eine Beziehungsstrang. Doch es scheint, dass sie den hübschen Prinzen gleich vergisst, als sie den hübschen Zwerg Kili entdeckt. Da kann man ihr durchaus vorwerfen, dass sie Legolas nicht wirklich geliebt hat. Immerhin hat er sein Reich für sie riskiert (indem er es, entgegen dem Befehl seines Vaters, verlassen hat) um sie zu beschützen.

Und als Thranduil ihr wahres Leid und ihre wahren Gefühle erkennt, erweicht sie damit sein Herz.

Abschlussgedanken zu den Mary Sues

Wie Du siehst, können Mary Sues nicht nur Einzug in Filme, Serien oder Bücher haben (wie Tauriel), sie schaffen es sogar, Kultstatus zu erlangen (wie Usagi als Sailor Moon). Das bedeutet aber nicht, dass Du dem nachmachen musst. Denn diese Figuren hatten letztendlich auch Glück (Sailor Moon war der erste Manga und Anime, der in Deutschland groß rausgebracht wurde) oder waren schmückendes Beiwerk (Tauriel war nicht die Hauptfigur).

Doch wie sieht es mit Gary Stu aus?

Gary Stu Charaktere

Bond, James Bond aus Diversen Filmen und Bücher (Ian Fleming)

Vermutlich muss ich zu unserem berühmtesten Geheimagenten Ihrer Majestät nichts mehr sagen. In den letzten über fünfzig Jahren haben verschiedene britische und irische Schauspieler diesem Agenten verkörpert. Dabei geht man von genial bis hin zu man-ist-das-albern.

Physische Erscheinung

Natürlich ist James Bond ein attraktiver Mann. Und auch wenn er in die Jahre gekommen ist (gerade bei den ersten Darstellern), ist er immer noch attraktiv genug, damit die Frauen (und gerade die Bondgirls) ihm reihenweise um den Hals fallen.

Besonderheiten, wie seltsame Augen oder besondere Haarfarbe fehlt hier (außer vielleicht beim ersten blonden Bond). Aber das macht er mit seiner Sexyness definitiv wett.

Seine Talente und/oder Fähigkeiten

Bond hat die Lizenz zu töten. Muss man dazu noch mehr sagen? Er ist ein guter Kämpfer, kann mit den verschiedensten Waffentypen umgehen, auch mit den verschiedensten Fortbewegungsmitteln. Und was noch ganz wichtig ist, während die Ladys bei einer leichten Ohrfeige schon für mindestens drei Wochen ins Koma fallen, Bond kann man durch einen ganzen Zug prügeln und er ist nur ordentlich außer Atem, mehr nicht (siehe Spectre).

Und, ganz wichtig, er kriegt die Bondgirls ins Bett. Sein wichtigstes Talent (tut mir leid, aber darauf werde ich jetzt ein wenig herumreiten).

Sein Hintergrund

Das ist von Bond zu Bond verschieden. Denn früher haben die Agenten lediglich den Namen angenommen. Daniel Craig verkörpert den ersten Bond, der diesen Namen sogar in seiner Geburtsurkunde hat. Und dieser Bond ist natürlich der beste Agent aufgrund der Tatsache, dass er ein Waise ist. Soweit ich in Skyfall gesehen habe, hatte er auch keine allzu glückliche Kindheit.

Na, kommt uns das nicht bekannt vor?

Seine Aufgabe, sein Zweck, sein Schicksal

Natürlich soll er die Welt vor dem Bösen retten, egal, in welcher Form dieses gerade in Erscheinung tritt. Dabei ist es dem britischen Geheimdienst auch egal, ob Bond dabei ums Leben kommt. Hauptsache er erfüllt seinen Auftrag. Immerhin hat er einen entsprechenden Vertrag unterschrieben und wurde dafür ausgebildet.

In den früheren Filmen hat das Bond auch immer hingenommen und keine Zweifel an seinen Auftrag gehabt. Daniel Craig brachte durchaus das menschliche in Bond hervor, was ihn für mich als durchaus Interessante Alternative aufweist.

Seine Persönlichkeit

Cool, smart und ein Wodka Martini, nicht geschüttelt, sondern gerührt in der Hand. Das war Bond bisher immer. Man merkte ihn nie an, ob ihm ein Auftrag zu schwer erschien, ob er Selbstzweifel hatte oder er an die Grenze seiner Belastbarkeit gebracht wurde. Das ist wenigstens mit Daniel Craig anders.

Aber auch wenn er Zweifel oder Angst hat, so ist er doch immer in der Lage Unmenschliches zu erreichen, damit er seinen Auftrag erfüllen kann. Das glaubst Du nicht, dann schau Dir Spectre an, als er in den Händen seines Erzfeindes ist.

Seine (romantischen) Beziehungen

Zu den Bondgirls muss ich natürlich nichts sagen. Selbst wenn sie sich weigert, mit ihm ins Bett zu gehen, die starke Frau im Film ist, ihm das Leben rettet, selbst eine Agentin ist und die Welt retten kann, sie landet am Ende mit Bond im Bett. Natürlich gehört das zu den Filmen dazu, aber es ist halt zugleich auch ein absolutes Klischee. Egal wie alt Bond ist, er wird jedes Bondgirl um den Finger wickeln können. Und er ist natürlich auch eine Granate im Bett.

Und die Gegner hassen Bond so richtig. Sie haben schon die wildesten Pläne geschmiedet, um Bond nicht nur zu töten. Sie wollen ihn aus der Geschichte tilgen, ihn vernichten. Anstatt eine Waffe zu nehmen, um ihm eine Kugel durch den Kopf zu jagen, spielen sie mit ihm Katz und Maus, sodass er jederzeit die Möglichkeit hat zu entkommen.

Bruce Wayne alias Batman aus Diversen Batman Serien, Filmen, Comicbüchern

Egal ob wir hier Bruce Wayne oder auch Clark Kent nehmen, beide sind typische Gary Stus. Da aber Clark ein Alien ist und Bruce nicht, habe ich mich hier für ihn entschieden. Denn der Rächer der Nacht ist, wenn man genauer hinsieht, ein Gary Stu. Seltsam, dass es mir nicht vorher aufgefallen ist.

Physische Erscheinung

Er ist muskulös, ist sportlich und ein gut aussehender Milliardär (auch ein Bankkonto kann über die Attraktivität entscheiden). Da er nicht nur ein Milliardär ist, sondern auch eine Person des öffentlichen Lebens, hat er natürlich eine gute Auswahl an Anzügen, die ihn ins beste Licht rücken sollen.

Seine Talente und/oder Fähigkeiten

Puh, wo soll ich hier anfangen? Vielleicht kennst Du das Bild auf Facebook, wo Tony Stark (IronMan) sagt, dass er ein Milliardär, Philanthrop und Playboy sei. Und ein Bild drunter ist dann Bruce Wayne zu sehen, wo er auflistet, wie viele Sprachen er kann, welche Kampfsportarten er beherrscht und vieles mehr.

Und dann schauen wir uns seinen Gürtel an, wo er für jede Situation natürlich die richtige Waffe besitzt (ach ja, er verwendet natürlich keine Schusswaffen). Und wenn er sich für den Endkampf vorbereitet, dann weiß er auch genau, was er mitnehmen muss, um zu überleben.

Kurz geschrieben, er kann alles, schafft alles und rettet den Tag. Nun gut, die Nacht.

Sein Hintergrund

Als er noch ein Junge war, wurden seine Eltern in einer Gasse ermordet. Soweit ich mich erinnern kann, lag es daran, dass sie im Theater waren  und er herumjammerte, dass er nach Hause möchte. Sie taten ihm den Gefallen und wurden dann vom Joker (zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht unser bekannter Joker) erschossen. Er war der Einzige, der leben durfte.

Er reiste dann um die Welt, um dann zu der Waffe zu werden, den wir heute kennen (ich glaube, dazu reichten gerade Mal zehn Jahre aus). Dann schneiderte er sich ein Kostüm (sehr naheliegend) und wurde zum Rächer der Nacht.

Seine Aufgabe, sein Zweck, sein Schicksal

Er muss nicht unbedingt die Welt retten, es reicht bei ihm Gotham City. Batman sieht sich als Einzigen, der dem Wahnsinn, der in der Stadt herrscht (ausgelöst durch den Joker, Pinguin, dem Riddler, Catwoman und all die anderen Bösewichter), zu besiegen. Und natürlich ist sein Zweck zu leiden. Immerhin sind seine Eltern tot (durch seine Schuld) und niemand kann ihm diese Bürde abnehmen.

Es ist halt sein Schicksal einsam zu sein, niemanden lieben zu können (ansonsten könnte sie oder das gemeinsame Kind sterben) und eben der Schatten der Nacht zu sein. Ach ja, wie vorhersehbar.

Seine Persönlichkeit

Er ist höfflich, nett und verschlossen. Bis auf seinem Diener/Butler/Lehrer Alfred, kennt niemand sein Geheimnis (okay, bis auf die ganzen anderen Superheldinnen und Superhelden am Ende, aber ich gehe jetzt von seiner eigenen Serie aus). Bruce ist der typische Einzelgänger, der niemand an sich heranlässt. Einerseits, weil er Angst hat, dass man ihn verletzt und zum anderen will er nicht zulassen, dass jemand anderes die Menschen, die er liebt, verletzten könnte.

Im Grunde genommen ist er der Charakter, den man aus der Ecke hervorlocken muss, damit er lernt, dass das Leben wunderschön sein kann.

Seine (romantischen) Beziehungen

Die meisten wollen mit dem Milliardär befreundet sein und seine Firma übernehmen. Gleichzeitig will jeder Bösewicht Batman regelrecht vernichten. Gerade der Joker hat es auf Batman (auch liebevoll Batsi genannt) abgesehen.

Und in den ganzen Comicheften, Serien und Filmen hat er eigentlich so richtig als Love Interest nur Selina Kyle alias Catwoman wirklich an sich herangelassen. Und je nachdem in welchem DC Universum wir uns befinden klappt es mal mit der Beziehung und klappt es mal nicht.

Abschlussgedanken zu den Gary Stus

Wie Du siehst, gibt es auch gute Beispiele für Gary  Stus. Sie tauchen überall auf, in Filmen, in Büchern und auch Comicheften. Batman und James Bond haben schon einige Jahrzehnte auf den Buckel und man kann hier erklären, dass zur Zeit ihrer Erfindung die Welt ein wenig anders war. Andere Charaktere (die ich hier nicht weiter aufgeführt habe) hingegen sind jung und dementsprechend kann das also nicht als Entschuldigung benutzt werden. Dazu zähle ich Harry Potter.

Zwischengedanken

So, jetzt weißt Du, was Mary Sues sind und Gary Stus. Du kennst die Liste, wie man sie genau identifizieren kann, und hast anhand von zwei Beispielen gesehen, dass sie in der populären Literatur bzw. Filmwelt ihren Eingang gefunden haben und finden. Doch wie kann man einen solchen Charakter verhindern bzw. retten, wenn man solch eine Figur erschaffen hat?

Wie vermeide ich diesen Charaktertyp?

Erster Schritt: Kenne Deine Geschichte

Viele Romane mit Mary Sues können durchaus unnötige Längen haben. Der oben aufgeführte Roman ist gut 900 Seiten lang. Würde man die unnötigen Längen rauslassen, käme man wohl auf 500 bis 600 Seiten. Hier kann man durchaus das Gefühl gewinnen, dass die Autorin ohne Rücksicht auf Verluste einfach einen unglaublich dicken Roman schreiben wollte.

Ein guter Roman ist ein Wechselspiel zwischen den Charakteren und dem Plot. Zwar gibt es durchaus charaktergetriebene Geschichten (wie Liebesromane) und plotgetriebene Geschichten (wie Krimis). Aber dieses Wechselspiel muss gegeben sein. Ansonsten hast Du nur etwas Langes, was behauptet ein Roman zu sein.

Setz Dich also hin und schau Dir Deinen Plot noch einmal ganz genau an. Und sei jetzt mal wirklich ehrlich zu Dir. Hast Du einen Plot oder eher nur eine lange Reihe von Szenen, die Deinem Charakter eher schmeicheln oder die Geschichte in die Länge ziehen soll? Es lohnt sich auf alle Fälle, hier noch einmal ordentlich Arbeit zu investieren. Denn das ist der erste Schritt, um zu verhindern, überhaupt eine Mary Sue bzw. einen Gary Stu zu erschaffen. Denn die werden erst notwendig, wenn Du keine Geschichte hast. Und wenn Du sie doch schon haben solltest, dann überarbeite den Plot und sie werden unnötig.

Zweiter Schritt: Sorge für eine logische Verbindung der Charaktere

Eine Schwäche der Mary Sue und des Gary Stu ist ihre Beziehung. Häufig neigen sie dazu mit irgendwelchen Charakteren Beziehungen zu haben, die schlichtweg nicht logisch sind. Bei Romanen kann man das noch umgehen, indem man von vornherein plant, dass Mary Sue oder Gary Stu die Schwester oder der Onkel einer der Figuren ist. Wobei diese Gefahr in Fanfiction besonders groß ist. Dort haben sie zu den wichtigen Figuren dann Beziehungen, bei denen es absolut unlogisch ist.

Überlege Dir daher Folgendes:

  • Welche Charaktere kennen sich schon vor der Geschichte?
  • Wer lernt sich erst innerhalb der Geschichte kennen?
  • Welcher der Charaktere sind miteinander verwandt?
  • Wie sind die emotionalen Beziehungen der Charaktere untereinander?

Wenn Du die Beziehungen untereinander kennst, dann kann es Dir nicht passieren, dass eine Figur auftaucht und auf einmal eine besondere Beziehung zu Deiner Mary Sue oder Deinem Gary Stu hat.

Dritter Schritt: Alle haben ihre besondere Rolle

Jetzt halte mal Deiner Mary Sue oder Deinem Gary Stu kurz die Ohren zu. Denn folgende Wahrheit könnte denen nicht schmecken. Aber eines ist sicher, sie sind nicht das Zentrum des Universums. Und somit auch nicht das Zentrum Deines Romans.

Schreibst Du über mindestens zwei Figuren oder gar über eine Gruppe, dann solltest Du bedenken, dass sie alle ihre besondere Rolle in Deiner Geschichte haben. Deine Hauptfigur kann natürlich ein wenig besser sein, als der Rest der Gruppe. Aber sie überragen niemals alle. Das ist einfach nicht glaubwürdig.

Vierter Schritt: Jede und jeder darf mal ins Rampenlicht

Wenn Du eine Gruppe um Deine Hauptfigur herum entwickelst, dann sollten alle eine bestimmte Anzahl von Seiten und Szenen bekommen, wo sie ihre Geschichte erzählen können. Eine kleine Ausnahme wäre bei der Ich-Perspektive zu erwähnen. Da ist es natürlich nicht möglich, dass andere Charaktere die Perspektive einnehmen können. Aber sie tragen trotzdem, durch ihre Arbeit, ihren Teil zur Lösung des Plots bei.

Sorge also für ein etwas ausgewogeneres Verhältnis zwischen den Charakteren, auch wenn Deine Hauptfigur natürlich ein wenig mehr im Mittelpunkt stehen darf.

Fünfter Schritt: Ein realistischer Name tut wirklich gut

Häufig erkennt man eine Mary Sue oder einen Gary Stu an ihren ungewöhnlichen Namen (und nicht nur am Aussehen). In Büchern, welche die Realwelt darstellen, kann es sein, dass sie keltisch geprägte Namen haben. Oder Namen, die eher unaussprechlich sind (in Fantasy oder Science-Fiction Geschichten).

Schau Dir alle anderen Namen an, die Du für Deinen Roman verwendet hast und überlege, wie Deine Hauptfigur namentlich da reinpassen kann. Natürlich darf er ein wenig hervorstechen. Aber nicht so dermaßen, dass sie Deine Leserinnen und Leser regelrecht überfallen und anbrüllen, dass sie es hier mit einer Mary Sue oder einem Gary Stu zu tun haben.

Sechster Schritt: Gib Deiner Figur wirkliche Schwächen

Sehr häufig bekommt dieser Charaktertyp folgende Schwäche: Sie oder er kümmert sich zu sehr um die anderen. Oder liebt zu sehr. Alternativ, sie versucht einfach perfekt zu sein. Was für eine Schwäche.

Das Besondere hierbei ist, dass sie keine Konsequenz für Deine Figur hat, wenn sie sich zu sehr um die anderen kümmert. Denen geht es gut und die Hauptfigur leidet vielleicht ein wenig an Schlafmangel.

Wäre sie arrogant, uneinsichtig ihrer eigenen Fehler gegenüber, wenigstens nachtblind oder was auch immer in dieser Richtung alles gehen kann, sähe die Geschichte anders aus. Das würde diesem Charaktertyp eine menschlichere Note geben und zudem sie interessanter machen.

Überlege Dir daher, was für Schwächen Deiner Figuren haben können, die auch realistisch sind. Notfalls nimm Dir die großen Charaktere der Weltliteratur als Vorlage (Jane Eyre, Huckleberry Finn und ähnliche Figuren).

Siebter Schritt: Am Anfang darf es ruhig schwierig für sie oder ihn sein

Sehr häufig können Mary Sues und Gary Stus Dinge von Anfang an sehr gut oder sie lernen neue Fertigkeiten innerhalb einer Rekordzeit. Jetzt sei mal ehrlich, wie schnell hast Du etwas völlig Neues gelernt? Fahrrad fahren, Häkeln, ein Musikinstrument? Ich gehe davon aus, dass Du dafür mehr als ein paar Stunden gebraucht hast. Und einige Fertigkeiten werden wir ein ganzes Leben lang schulen. Wie realistisch ist es dann, wenn Deine Figur dafür nur ein paar Stunden, Wochen oder innerhalb von einigen Jahren mehr lernt, als andere in ihrem Leben es schaffen? (Ich erwähne an dieser Stelle Bruce Wayne.)

Am besten ist es also, dass Deine Figur nicht alles kann. Und wenn sie etwas Neues lernt, dann brauch sie ihre Zeit, macht Fehler, macht auch Fortschritte und erst nach einer gewissen Lehrzeit darf sie ihre Fertigkeiten gerne vorführen.

Achter Schritt: Dein Charakter sollte Dir nicht ähneln

Eine große Schwäche von Mary Sue und Gary Stu ist, dass sie der Autorin bzw. dem Autor ähneln. Oder sie sind so, wie Autorin / Autor gerne sein möchte. Vermutlich ist das auch der wahre Geburtsgrund für diesen Charaktertyp. Man sieht sich selbst an und entdeckt dabei all diese Schwächen. Sie sind nicht immer nett, aber vorhanden. Und anstatt uns aufzuraffen, um mal ein wenig Sport zu machen, gesünder zu leben oder sich mit anderen Menschen in Verbindung zu setzen, projizieren wir unsere Wünsche und Träume in diesen Charakter. Sie oder er soll unser Leben führen. Und wir schreiben darüber.

Akzeptiere Dich, wie Du bist und versuche die besten Seiten an Dir hervorzukitzeln (damit werden Deine schlechten Seiten nach und nach schwächer und verschwinden dann auch). Und zwischenzeitlich schreibst Du über realistische Charaktere, die nicht Dein, sondern ihr eigenes Leben führen. Denn Dein Leben kannst sowieso nur Du leben.

Neunter Schritt: Jeder Charakter darf und soll anderes reagieren

Es mag manchmal unglaublich klingen, aber jeder Mensch reagiert auf eine Situation auf unterschiedliche Art und Weise. Das gilt auch für Deine Charaktere. Zwei Charaktere reagieren auf eine Situation oder auch auf eine Person völlig anders. Natürlich können sie sich ähneln, werden aber niemals gleich sein.

Wenn also Deine Hauptfigur zu einer bestehenden Gruppe hinzukommt, werden aller Wahrscheinlichkeit nicht alle vor lauter Freude aus dem Häuschen sein. Die einen mögen sich freuen, dass sie Unterstützung bekommen. Die anderen können aber reservierter reagieren. Und die Dritten sogar ablehnend.

Auch wenn Du Deine Hauptfigur liebst, gestehe Deinen anderen Figuren ihre eigene Gefühlswelt zu und lasse zu, dass diese Deinen kleinen Liebling auch nicht leiden können. Ja sie dürfen Deine Figur sogar hassen. Wenn Du willst, dass am Ende alle anderen Deine Hauptfigur mögen, dann lasse sie dafür arbeiten. Denn Respekt und Liebe können auch verdient werden. Dafür ist auch Deine Geschichte da.

Zehnter Schritt: Lasse zu, dass alle etwas zur Lösung beitragen

Wir sind uns sicherlich zwischenzeitlich einig, dass Deine Hauptfigur nicht alle Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzt, welche Du brauchst, um Deinen Roman zum Ende zu bringen. Das bedeutet auch, dass sie nicht jedes einzelne Rätsel Deines Romans lösen kann, darf oder gar muss.

Das bedeutet natürlich, dass jemand anderes die Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen muss, welcher Deiner Hauptfigur fehlt. Und das bedeutet wieder herum, dass Deine Hauptfigur ab und an mal zur Seite treten darf, damit andere im Rampenlicht stehen, um zum Ziel der Geschichte zu kommen.

Sorge dafür, dass alle ihre eigene Rätsel lösen dürfen und für einige Seiten die Heldin oder der Held der Geschichte sein darf. Das letzte Rätsel oder auch die letzte große Schlacht ist dann für Deine Heldin oder Deinem Helden vorbehalten. Aber um das zu erreichen, ist Teamwork gefragt.

Elfter Schritt: Vorsicht mit der Romantik

Einer der Schwächen von Mary Sue und Gary Stu ist, dass alle anderen Charaktere sie ablehnen, oder noch schlimmer, sich in sie verlieben. Es ist realistisch, dass sich ein Charakter in sie verliebt, vielleicht auch ein Zweiter oder Dritter. Darüber können wir gerne diskutieren. Aber bei Mary Sue und Gary Stu verlieben sich alle wichtigen Charaktere in sie. Und das ist wieder herum nicht realistisch.

Wenn Du willst, dass Deine Hauptfigur eine Partnerin oder Partner bekommt, dann belasse es auch bei einer (außer Deine Geschichte verlangt etwas anderes, also zwei oder drei Partnerinnen bzw. Partner). Eventuell darf auch noch jemand dabei sein, der oder die sich in Deine Hauptfigur verliebt. Alles andere ist dann nur noch mit einem Liebeszauber zu erklären.

Und hier noch etwas Wagemutiges als Inspiration. Wie wäre es, wenn Deine Hauptfigur eventuell Single bleibt?

Zwölfter Schritt: Lass Dir Zeit

Einer der größten Schwächen bei der Erschaffung eines Charakters ist, wenn wir diesen nicht erschaffen, sondern eher zusammenschustern. Wir nehmen uns keine Zeit, ihr oder ihm Höhen und Tiefen zu geben. Daher bleiben wir an der Oberfläche und dabei kann es passieren, dass am Ende eben einer Mary Sue oder ein Gary Stu herauskommt.

Nimm Dir also Zeit, wenn Du Deine Charaktere erarbeitest, sie kennenlernst und über ihre Stärken, Schwächen, Ziele, Wünsche und alles andere schreibst. Das ist der beste Ratschlag, den Du befolgen solltest, wenn Du verhindern willst, dass Dein Charakter den Stempel einer Mary Sue oder eines Gary Stus bekommt.

Abschlussgedanken

Eigentlich gehört nicht viel, um einen guten Charakter zu erschaffen. Aber es braucht eben sehr viel Zeit. Du hast mit diesem Beitrag hoffentlich alle Werkzeuge erhalten, um Mary Sue und Gary Stu Charaktere zu vermeiden. Zum Training kannst Du Dir einige Bücher durchlesen, die gerade solche Charaktere in den Mittelpunkt gesetzt haben. Dann wirst Du verstehen, warum diese Figuren nervig sind.

Recherche ist gut, Übung ist gut und ein wenig Zeit investieren ist gut. Und dann wirst Du sicherlich interessante und vielseitige Charaktere erschaffen. Davon bin ich überzeugt.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe Deine frau schreibseele

Hinweis: Dieser Beitrag ist ursprünglich auf meinem alten Blog, dem schreibkasten, veröffentlicht worden. Hierbei handelt es sich um eine direkte Übernahme des alten Beitrages.

Aufrufe: 507

Über marginalisierte Gruppen schreiben: “Ich traue mich nicht.”

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer über marginalisierte Gruppen schreiben möchte, benötigt nicht nur Wissen, sondern tatsächlich auch eine Portion Mut.

Kurze Vorgedanken

Es gibt Menschen, die stürzen sich in ein neues Projekt und machen keine Gefangene. Dann wird über alles und jede*n geschrieben, wer ihnen unter die Feder kommt.

Andere hingegen sind da etwas vorsichtiger. Ist ihr Plot in Ordnung? Sind die Charaktere lebendig? Und vor allem, darf ich das überhaupt schreiben?

Über die Einstellung zur letzten Frage dreht sich der heutige Beitrag.

Keine Erfahrungen

Auf dem #litcampHH 2018 hatte eine Teilnehmerin ganz klar gesagt, dass sie einfach keine Erfahrungen mit marginalisierte Gruppen hat. Sie kommt von einem Dorf, wo über 90 Prozent der Menschen dort eben weiße Cis-Het Dudes sind. Wie könne sie dann wagen, über jemand anderen zu schreiben, als eben über weiße Cis-Het Dudes?

Ganz ehrlich? Mir ist eine solche Meinung lieber, als wenn man mit dem Kopf durch die Wand rennt und über alles schreibt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. In einem solchen Fall kann man durchaus damit rechnen, sollte sich die Teilnehmerin entscheiden, doch über marginalisierte Gruppen zu schreiben, sie mit mehr Respekt rangeht.

Schätze ich mich selbst als eine Person ein, die einfach zu wenig Kontakte mit marginalisierte Gruppen habe, sehe ich das als eine realistische Größe an. Mit anderen Worten, in einem solchen Fall kenne ich meine Grenzen. Und von daher bin ich vorsichtiger, wenn ich versuche diese zu übertreten.

Aber selbst wenn Du keine Menschen marginalisierter Gruppen kennst, bedeutet das noch lange nicht, dass Du nicht loslegen darfst. Es gibt immer Möglichkeiten.

Angst, etwas falsch zu machen

Wenn man über jemanden oder etwas schreibt, die oder das man nicht kennt, haben viele Angst, es falsch zu machen. Sie wollen sich nicht im Ton vergreifen und etwas schreiben, was andere verletzt.

In meinen Augen ist auch das erst einmal sehr löblich. Immerhin zeigt auch das, dass man sich Gedanken macht. Die Menschen möchten nicht durch die Wand preschen und auf Teufel komm raus, etwas schreiben. Sie machen sich Gedanken zu diesem Thema.

Jedoch finde ich, dass man keine Angst haben sollte. Angst lähmt und sorgt nur dafür, dass Du am Ende gar nichts mehr schreibst. Respekt sollte hier die richtige Antwort sein. Hab Respekt vor den Menschen, den Tieren, dem Leben selbst.

Natürlich kann es immer noch passieren, dass Du Dich in die Nesseln setzt. Vielleicht sogar ordentlich. Aber die Wahrscheinlichkeit dürfte geringer sein. Viel geringer, als wenn Du Dir gar keine Gedanken darum machst.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob der Text, den Du geschrieben hast, respektvoll ist, dann bitte sogenannte Sensitve Readers darum, diesen zu lesen. Sie kennen sich mit der Thematik bestens aus, weil sie häufig das leben, worüber Du schreiben möchtest.

Rede mit ihnen und Du wirst sehr viel erfahren, was Du vorher nicht wusstest. Zum Beispiel möchte ich eine Geschichte rund um eine Band schreiben (das ist jetzt nur ein Beispiel). Glücklicherweise hab ich in meiner Sphäre eine tolle Musikerin. Diese hab ich angefragt, ob sie für mich Zeit hat, um mir ein paar Fragen zu beantworten. Und glücklicherweise hat sie ja gesagt.

Bleib immer nett und höflich und sag offen, was Du möchtest und warum Du die Hilfe brauchst. Und wenn Du nicht weißt, wie Du die Menschen anschreiben sollst, dann schreib genau das. Entschuldige Dich in diesem Fall im Vorfeld, wenn Du selbst das Gefühl hast, dass Du die falschen Worte wählen könntest. Das ist besser, als wenn Du das tatsächlich tust und damit andere verletzt.

Ich will gar nicht über sie schreiben!

Tatsächlich hab ich einen Beitrag gelesen, in der die Verfasserin oder der Verfasser (daran kann ich mich leider nicht mehr genau erinnern) erklärte, warum die Person niemals über marginalisierte Gruppen schreiben würde.

Es ging bei der Argumentation nicht darum, dass die Person Angst hatte oder nicht wusste, wie sie*er das Thema angehen sollte. Schön wäre es. In dem Beitrag stand, dass die Person es nervig fand, dass scheinbar überall Diverse Romane aus dem Boden schossen.

Ganz ehrlich, in solchem Fall kann man nichts machen. Wenn Menschen sich weigern über den Tellerrand zu schauen, dann ist es halt so. Man kann ihnen nur anbieten, ihnen zu helfen. Büchertipps geben, ist auch noch möglich. Oder erklären, warum es wichtig sein kann. Aber ich würde nicht zu viel Energie in diese Diskussionen stecken.

In diesem Fall würde ich lieber meine Energie Personen schenken, die offen für dieses Thema ist. Und wo ich genau weiß, dass ich da etwas bewirken kann.

Abschlussgedanken

Eine kleine Portion Mut, ein Haufen Respekt und Kontakt mit Sensitive Readers und die Wahrscheinlichkeit ist gut, dass Du eine bessere Geschichte schreiben kannst. Natürlich neben Plot und Charakterarbeit und so weiter.

Daher, hab keine Angst vor dem, was Du gerne schreiben möchtest. Leg los und schau dann, dass ihr gemeinsam eine tolle Geschichte daraus macht.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 142