Marketing Buch: Der Titel

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

kommen wir zum letzten Thema bezüglich meiner kleinen Umfrage. Drei Prozent haben sich für etwas anderes entschieden, als die angegebenen Punkte. Und ich muss gestehen, als ich die Umfrage erstellt habe, habe ich nur vorsichtshalber den vierten Punkt angegeben. Auf das Thema Titel bin ich nicht gekommen. Frag mich bitte nicht warum.

Aber zum Glück wurde ich darauf aufmerksam gemacht, sodass ich mich heute auch zu diesem Thema äußern kann. Denn gerade im Selfpublishing ist die Titelsuche sehr wichtig. Denn hier bist Du auf Dich alleine gestellt. Und wenn Du bei einem Verlag untergekommen bist und schon einen tollen Titel mitbringst, dann kannst Du damit durchaus gewinnen.

Kurze Vorgedanken

Mir selbst ist aufgefallen, dass sich die meisten eher um das Cover oder um den Klappentext Gedanken machen. Der Titel selbst ist nicht immer im Fokus der Beschäftigung. Dabei kann manchmal ein Kauf tatsächlich mit dem Titel stehen oder fallen. Wenn der Titel ansprechend ist, dann ist es wahrscheinlich, dass Deine Leser*innen zugreifen. Ist er nichtssagend oder verwirrend oder gar negativ belegt, kann es passieren, dass sie Deiner Geschichte keinen zweiten Blick würdigen.

Wenn Du Dir einen Namen als Schriftsteller*in gemacht hast, dann ist das durchaus eine Menge Wert. Dann kann man nach den Namen in einer Suchmaschine eingeben und die entsprechenden Titel herausfinden. Jedoch macht dass Arbeit. Und man muss ganz ehrlich sein, einige Leser*innen werden sich schlichtweg diese Arbeit nicht machen. Andere hingegen schon.

Daher schauen wir uns heute an, wie man einen Titel nicht sucht und wie man einen finden kann. Zugleich gibt es noch einen kleinen Tipp für die Autor*innen, die Reihen schreiben.

Wie man einen Titel nicht suchen sollte

Achtung, die Überschriften sind natürlich ein wenig ironisch gemeint.

1. Bleib beim ersten Namen

Häufig rast uns ein erster Name für den Roman durch den Kopf, der sich erst einmal sehr prägend anhört. Selbst hat man diesen Titel noch nie gehört und daher könnte man dies doch auch als Buchtitel benutzen?

Die ganze Zeit dachte ich, dass der Titel zu meiner aktuellen Geschichte passend wäre. Jedoch muss ich momentan feststellen, dass der Inhalt sich so verändert hat, dass dieser überhaupt nicht mehr passend ist und daher muss ich den ändern. Ob ich will oder nicht. Hätte ich mein aktuelles Cover mit diesem Titel bestückt, müsste ich meine Designerin bitten, diesen zu ändern. Und das ist natürlich mit Kosten verbunden.

Wenn Du einen Titel hast, benutze ihn als Arbeitstitel. Da kannst Du theoretisch sogar Titel verwenden, die es auf dem Markt schon gibt. Privat ist alles möglich. Aber wenn es dann wirklich dran geht, Deinen Roman zu veröffentlichen, dann solltest Du noch einmal ordentlich drüber schauen. Ist er wirklich einmalig? Oder gibt es schon den? Dann kannst Du entsprechend entscheiden.

2. Recherche ist nicht notwendig

Vor einigen Monaten bin ich über eine Diskussion gestolpert, die mich staunend zurückließ. Eine Autorin stellte fest, dass der Titel ihres letzten Romans nicht einzigartig war. Mit anderen Worten, ihr Titel hatte schon jemand vorher für sich reserviert und darunter einen Roman veröffentlicht. Nun stellte sie sich die Frage, ob sie denn diesen nun ändern muss?

In diesem Fall hat die Autorin keine Recherche betrieben, um festzustellen, ob es den Titel bereits gab. Und das kann sogar ganz einfach sein. Einfach in einer größeren Suchmaschine wie DuckDuckGo den Titel eingeben und die Ergebnisse durchsuchen. Weiterhin solltest Du noch Amazon durchforsten.

Ganz wichtig sind Seiten wie der Börsenverein. Hier findest Du nicht nur die verschiedenen Titel, die veröffentlicht wurden, sondern kannst auch Deinen Wunschtitel schützen. Die wichtigen Informationen kannst Du auf der Seite erfahren.

Aber sich hinstellen und sagen, ich wusste von nichts, bei aller Liebe und noch mehr Respekt, das ist ein Zeichen für Faulheit. Denn gerade als Selfpublisher*in musst Du Dir sehr viel ans Bein binden und recherchieren. Denn im Zweifelsfalle stehst Du alleine da, sollte es mal zu einer Klage kommen. Hier wird sich kein Verlag für Dich in die Schusslinie werfen. Es gibt ja keinen. Allein schon aus diesem Grund empfehle ich, mach vorher die Arbeit, bevor es zu einer unnötigen Klage kommt.

Über den Titelschutz solltest Du nachdenken, wenn Du Deinen Roman bei Agenturen oder Verlagen vorstellst. Denn ich habe die Geschichte erlebt, dass eine mir bekannte Autorin ihren Roman bei einer Agentur unterbringen konnte. Diese boten das Manuskript bei verschiedenen Verlagen an. Und da es keinen Titelschutz gab, übernahm ein Verlag zwar nicht das Manuskript, aber den Titel. Da dieser nicht geschützt war, musste die Agentur und die Autorin in die Röhre schauen. Denn der Verlag hatte sich dann den Titel schützen lassen.

Es kann natürlich sein, dass der Verlag sich dann für einen anderen Titel entscheidet, wenn er auch Dein Manuskript nimmt. Aber solltest Du diesen Titel haben wollen und der Verlag auch, sitzt Du am längeren Hebel.

Hier noch eine kleine Geschichte: Eine Autorin wurde mal von einem großen Verlag angeschrieben, weil diese sich einen Namen für eine Buchreihe schützen lassen wollten (oder es gar getan haben, da bin ich mir jetzt nicht mehr sicher). Jedoch hatte sie unter dem besagten Namen bereits ihre Romane veröffentlicht. Man drohte ihr sogar mit juristischen Schritten, wenn sie nicht den Namen rausrückt und die Bücher unter einem anderen Titel veröffentlicht. Da sie schneller war, herrscht damit automatisch ein Titelschutz. Da kann der Verlag noch so oft mit juristischen Schritten drohen, sie sitzen auf verlorenen Posten.

Hier gilt, wer zuerst kommt, mal zuerst. Und in diesem Fall konnte der Verlag noch so oft mit juristischen Konsequenzen drohen. Sie hatten keine Handhabe. Die Autorin saß in diesem Fall am längeren Hebel. Daher ist es wichtig zu wissen, gibt es Dein Titel schon oder nicht?

3. Du willst nur ein Wort haben

Nein, halt und ein Moment bitte. Das ist natürlich nicht automatisch ein Fehler, den Du machen könntest. Aber er ist zumindest mit Vorsicht zu genießen.

Ein Titel, welcher nur aus einem Wort besteht, hat seine Nach- aber zugleich auch seine Vorteile. Es kommt darauf an, wie Du es umsetzt.

Nehmen wir mal an, Du verwendest „Augenrollen“ als Buchtitel. Das kann passen. Aber es handelt sich hierbei um ein so allgemeines Wort, dass man es nicht ohne Weiteres schützen kann. Denn solche allgemeinen Wörter sind nicht schützenswert. Eventuell musst Du dann mit einem Untertitel arbeiten. In Deutschland ist es so, dass jedes Buch unterscheidbar sein muss. Wollen also zwei Autorinnen den Buchtitel „Augenrollen“ verwenden, muss es mit einem Untertitel ergänzt werden. So wird erreicht, dass die Buchtitel, mehr oder weniger, einmalig bleiben.

Die Gefahr besteht aber, wenn zwei oder mehr Bücher mit solchen Titeln auf dem Markt sind, dass die Bücher quasi untergehen. Denn sie sind nicht mehr so einmalig, wie man es gerne hätte. Da muss ich an die historischen Bücher denken, die zwar aus zwei Worten bestehen, aber mehr oder weniger alle sehr ähnlich klingen. Dazu zähle ich “Die Seherin”, “Die Apothekerin” und so weiter.

Anders sieht es bei ausgedachten Bezeichnungen aus. Nehmen wir an, Du willst Dein Buch „Hutzelwutzel“ nennen und bisher wurde kein Buch damit veröffentlicht. Dann kannst Du es schützen lassen. Zudem kannst Du sogar erreichen, dass sonst niemand diesen Titel verwenden darf. Denn gerade bei ausgedachten Bezeichnungen ist es sehr wahrscheinlich, dass es niemand kennt und daher niemand verwendet. Und am Ende kannst Du daraus sogar eine Marke machen.

Bei Titeln, die aus einem Wort bestehen oder im Allgemeinen sehr kurz sind, kann es sein, dass sie sich hervorragend einprägen. Du musst diese Mittel nur geschickt anwenden. Dazu kannst Du Dir die Bücher von Stephen King ansehen. Er ist ein Meister der Ein-Wort-Titel (bzw. sein Verlag). Wer auch immer dafür verantwortlich ist, hat diese Art der Titel auf eine Höhe gebracht, die man erst einmal erreichen muss.

4. Der Titel muss schön lang und/oder richtig kompliziert sein

Auch hier gilt, es kommt immer darauf. Lange Titel müssen nicht unbedingt schlecht sein. Aber es kann damit einige Probleme geben. Je länger und komplizierter ein Titel ist, desto weniger werden sich einige Leute diesen merken. Denn es ist manchmal einfach nicht möglich, das überhaupt zu schaffen.

Vor zwei Jahren etwa hab ich einen Liebesroman gelesen. Der Name der Autorin kenne ich, der hat sich eingeprägt. Aber schon während des Lesens musste ich immer wieder auf das Cover schauen, um zu sehen, wie das Buch hieß. Denn er wollte sich mir einfach nicht einprägen. Vor Kurzem hab ich den Titel gesucht, um zu sehen, ob ich ihn mir jetzt merken kann. Es war eine ganze halbe Stunde.

Natürlich kannst Du auch einen langen und/oder komplizierten Satz verwenden. Damit erreichst Du definitiv, dass niemand sonst Deinen Titel hat oder verwenden würde. Meine Empfehlung ist, dass Du einige Wörter verwendest, die sich einprägen. Vielleicht sagt Dir der Titel “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” von Jonas Jonasson etwas. Zwar ist dieser Titel lang, aber er ist einprägsam. Denn es werden einige Schlagwörter verwendet (Hundertjährige, Fenster und verschwand), die man sich merken kann. Zusätzlich wird in diesem Fall eine kleine Geschichte erzählt.

Solltest Du aber Worte benutzen, die irgendwo im Nebel verschwinden, dann hast Du es durchaus schwerer. Schau Dir mal die Titel von Elizabeth George an (zumindest die Deutschen). Ich kann mir bis heute keine von denen merken. Und noch schlimmer wird es, hier eine Reihenfolge zu erkennen. Da gibt es keine Möglichkeit etwas nachzuvollziehen. Aber dazu komme ich weiter unten.

Auch hier gilt es, dass Du die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen solltest.

5. Der Titel muss schön langweilig sein und darf keine Neugier wecken

Ein Cover kann viel erreichen, wenn man Aufmerksamkeit möchte. Aber definitiv nicht alles. Gerade dann, wenn man zuerst den Titel liest und nicht das Bild sieht. Und wenn es dann noch so langweilig ist, wie die siebzehnte Wiederholung einer überflüssigen Folge, macht es das definitiv nicht besser.

Deine Arbeit ist, mit wenigen Worten dafür zu sorgen, dass die Leute Dein Buch in die Hand nehmen. Das kann passieren, bevor oder nachdem sie das Cover für sich entdeckt haben. Auf alle Fälle musst Du es schaffen, dass sie unbedingt das Buch umdrehen wollen, um Deinen Klappentext zu lesen. Wenn Du das alles geschafft hast, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Du Dein Buch verkaufen kannst.

Egal wie, bitte fessele Deine Leserinnen mit einem spannenden Titel.

6. Feedback ist was für Anfänger*innen

Irgendwann musst Du Dich hinauswagen und Dich bei anderen erkundigen, ob Dein Titel gut ankommt oder er doch eher langweilig ist, zu kurz, zu lang oder was auch immer. Daher ist es wichtig, dass Du andere Personen fragst, wie sie Deinen Buchtitel finden.

Immerhin sind die anderen Personen nicht nur Freund*innen oder Kolleg*innen. Sie sind auch potenzielle Kund*innen. Und daher solltest Du auf sie zurückgreifen. Lass sie ihre ehrliche Meinung sagen, um herauszufinden, ob Du auf dem richtigen Weg bist oder noch etwas nachbessern musst.

Und wer weiß, vielleicht hat jemand von denen Deinen perfekten Titel im Kopf, den Du auch benutzen darfst. Bedank Dich in Deiner Danksagung bei der Person. Aber auf alle Fälle nutz diese Möglichkeit gerne aus.

Jetzt suchen wir einen Titel

Das sind Hinweise, wie Du am besten vorgehst, wenn Du einen schlechten Titel suchen möchtest. Aber wie sollst Du vorgehen, wenn Du einen guten Titel suchst, der am Ende auf Dein Cover stehen soll?

Dein perfekter Buchtitel sollte im Kopf bleiben. Wenn Du nicht weißt, wie der Titel des Buches ist, dass Du gerade liest, dann hat dieser einige Schwächen. Es mag bei E-Books sein, dass es da schneller gehen mag. Immerhin sieht man den Titel nicht mehr, nachdem man die erste Seite umgeblättert hat. Gerade lese ich ein E-Book und kann mich immer noch an den Titel erinnern. Da hatte das Printbuch, was ich oben erwähnte, schon schlechtere Karten.

Weiterhin sollte der Titel auffallen. Wenn Dein Buch “Die Apothekerin” heißt oder “Die Seherin” oder wie auch immer, kann es untergehen. Denn zwischenzeitlich gibt es so viele Bücher nach diesem Muster, dass man glatt den Überblick verlieren kann. Wenn Du jetzt einen Titel wie “Die Katzenfresserin” wählen würdest, der würde sicherlich hängen bleiben.

Dein Titel sollte auch zum Genre passen. Wenn Du einen Fantasyroman schreibst, sollte der Titel auch dazu passen. Genauso wie zu einem Romantasyroman oder was für ein Genre Du auch immer bedienst. “Die Autofahrerin” wird kein spannender Titel für einen Fantasyroman sein (um mal ein blödes Beispiel zu nennen).

Wenn Dein Titel auch noch Gefühle wecken kann, dann dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass sich Deine Leser*innen länger an diesen erinnern. Und dann können sie diesen auch eher weiterreichen. An andere potenzielle Leser*innen.

Es wird sehr, sehr schwer sein, alle diese Punkte mit einem Titel zu befriedigen. In erster Linie empfehle ich, dass der Titel gefällt und zum Inhalt passt. Und wenn man sich den noch merken kann, dann ist in meinen Augen die halbe Miete schon erledigt. Aber kommen wir zu einigen Inspirationen, wie Du einen Titel aussuchen kannst.

1. Ein Wort-Titel

Wie oben schon beschrieben, ein Wort-Titel können in die Hose gehen. Wenn Du aber ein einprägsames Wort nimmst, dann kannst Du damit auch gewinnen. Das Wort muss auffallen und den Leser*innen zeigen, worum es in dem Roman gehen kann.

2. Eine kurze Inhaltsangabe

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” von Jonas Jonasson ist solch eine kurze Inhaltsangabe. Wir lesen, worum es in der Geschichte geht bzw. gehen könnte und wollen wissen, warum ein so alter Mensch aus dem Fenster steigt. Wie schafft dieser es und vor allem, wohin verschwindet er? Hier kannst Du den roten Faden, die Prämisse Deines Romans nehmen und damit arbeiten. Der Titel sollte zugleich nicht zu wenig und vor allem nicht zu viel verraten.

3. Mit den Worten spielen

Alliterationen bedeutet, dass alle Wörter mit dem gleichen Buchstaben anfangen. Schau Dir mal den Titel “Big Bang Theory” an (keine vollständige Alliteration). Die ersten beiden Wörter fangen mit dem Buchstaben B an. Dadurch merkt man sich das leichter. Zumal hier auch ein gewisser Sound beim Aussprechen entsteht. Bei mir ist es so, dass ich Bang nicht aussprechen kann, ohne den Gedanken an einer kleinen Explosion.

4. Ähhhhh … Aussagen

Wenn Du einen Titel wie “Change mich am Arsch” liest (ein Sachbuch von Axel Koch), was würdest Du als erstes tun? Ich würde stehen bleiben und mir zumindest den Untertitel durchlesen (den es hier gibt) und eventuell den Klappentext. Gerade im Bereich Sachbuch können solche Titel für die notwendige Aufmerksamkeit sorgen und den Buchkauf anregen.

Es ist natürlich empfehlenswert, dass der Inhalt dann auch zum Titel passt. Vor etlichen Jahren habe ich ein Sachbuch gelesen, in dem es um grübelnde Frauen ging und wie sie aus dieser Falle entkommen können. So war zumindest die Prämisse des Buches. Das Ende vom Lied war, dass es nur darum ging, warum Frauen grübeln. Mehr auch nicht. Daher sollte das Buch halten, was der Titel verspricht.

5. Der Name als Titel

Im englischsprachigen Raum spielt das durchaus eine gewichtige Rolle. “Dr. House” oder “Rizolli & Isles” kennst Du vielleicht. Diese Titel sagen nichts über den Inhalt aus (aus bei Dr. House bzw. House M.D., da können wir uns denken, dass es sich um eine medizinische Serie handelt).

Aber was sollte ich mir unter “Rizolli & Isles” vorstellen? In dem Fall ist es eine Krimiserie. Aber wenn man nichts davon weiß, dann ahnt man es auch nicht. Und daher kann es passieren, dass sich Deine Leser*innen nicht mit den Charakteren identifizieren und Deine Geschichte links liegen lassen. Bisher ist mir ein deutscher Titel noch nicht untergekommen, der nur aus Namen besteht.

6. Ein Name mit einer Beschreibung

Das kommt eher vor. Die bekannteste Reihe dürfte wohl die mit Harry Potter sein. Also “Harry Potter und der Stein der Weisen”. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei auch um eine Beschreibung des Inhalts. Es geht in diesem Fall um einen Stein der Weisen. Und der Bezug wird zu einem bestimmten Charakter genommen, der sich damit auseinandersetzt.

Hier gilt natürlich auch, dass der Titel etwas mit dem Inhalt zu tun haben sollte. Wenn der Stein der Weisen nur in einem Satz erwähnt wird, dann verwirrt der Titel nur. Und ich selbst würde da ärgerlich reagieren. Und wenn nicht Harry, sondern Hermine sich um den Stein der Weisen kümmern würde, wäre es genauso. Daher meine Empfehlung, schau genau Deine Prämisse an und verwende sie in Deinem Titel.

7. Mit Worten Bilder malen

Hierbei geht es darum, die Worte so miteinander zu verbinden, dass man ein klares Bild vor Augen hat. Wenn Muriel Barbery von “Die Eleganz des Igels” schreibt, sehe ich es irgendwie direkt vor mir. Solche Bilder sollen eine Sehnsucht wecken (zum Beispiel in Liebesromanen) oder bei Thrillern Angst wecken.

8. Genrespezifische Reizwörter benutzen

Jedes Genre hat Wörter, die man schon fast als Reizwörter benutzen kann. Man verbindet sie mit diesem Genre, ohne viel darüber nachzudenken. Zum Liebesroman gehören dazu unter anderem “Liebe”, “Küssen” und ähnliches. Zum Krimi eher Worte wie “Mord”, “Tod” etc.

Wenn Du solche Wörter in Deinem Titel erwähnst, wirst Du eher Aufmerksamkeit generieren, als ohne. Man ahnt dann auch, in welchem Genre sich die Geschichte befindet und greift dann eher zu. Denn ein Krimi wird seltener das Wort Liebe oder Kuss im Titel haben (was aber nicht ausgeschlossen ist, “Todeskuss” zum Beispiel).

Daher kannst Du schauen, welche Wörter für Dein Genre passend ist und dann damit arbeiten. Natürlich kannst Du damit spielen und diese Reizwörter auch für ein anderes Genre nehmen. Wie eben der besagte “Todeskuss”.

9. Englische Begriffe

Über englische Begriffe im Titel scheiden sich die Geister. Die einen finden es lächerlich, die anderen nutzen es ausgiebig. Ein klarer Vorteil ist natürlich, dass man dadurch doch noch den Titel bekommt, den man haben wollte, aber vielleicht vergeben ist. Man muss diesen halt nur ins Englische übersetzen.

Aber Achtung, nicht alle können gut englisch. Und daher kann es passieren, dass sie gar nicht verstehen, was Du mit den Worten sagen möchtest. Nicht lachen, es ist wirklich so. Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin, die sich als Powersellerin beschrieb. Das Problem, eigentlich hätte sie sagen müssen, dass sie eine Powerbuyerin ist. Also, sie kauft sehr gerne ein, verkauft aber nichts. So schnell kann es passieren, wenn man den Unterschied nicht kennt.

Daher meine Empfehlung, keine zu exotischen Wörter benutzen.

Achtung, Reihe!

Vor einiger Zeit habe ich mich über eine Sache ziemlich geärgert. Und zwar so sehr, dass ich mich zu dem folgenden Tweet hab hinreißen lassen.

In diesem Fall war es so, dass ich eine Reihe für mich entdeckt hatte. Und natürlich würde ich sehr gerne mit dem ersten Band anfangen. Hier war es nur so, dass nirgends stand, in welcher Reihenfolge ich die Bücher lesen sollte. Es gab dazu tatsächlich keine Informationen. Weder auf den Verkaufsseiten, noch auf der Verlagsseite. Erst Wikipedia hat mir weitergeholfen.

Natürlich kann es sein, wenn Du eine Reihe schreibst, dass Du noch nicht genau vorhersehen kannst, in welcher Reihenfolge die Bücher letztendlich wirklich erscheinen. Das ist völlig in Ordnung. Daher ist es durchaus gut, wenn Du nicht auf das Cover schreibst, welches Band es ist (außer Du kannst es genau benennen).

Ansonsten empfehle ich Dir ganz klar, zeig mir als Leserin die Reihe, die Du Dir bisher gedacht hast. Sei es in den Beschreibungen oder auf Deiner Homepage. Das ist mir tatsächlich egal. Nur lass mich nicht das halbe Internet durchsuchen, bis ich auf eine Lösung komme. Das ist nicht gerade Leser*innenfreundlich. Und auf Dauer könnte sich das sogar rächen.

Es gibt Leser*innen, die sich die Mühe machen und recherchieren. Andere hingegen nicht. Die sagen sich, wenn Du nicht in der Lage bist, mir die korrekte Reihenfolge zu benennen, lese ich eben diese nicht. Und Du hast auf Dauer das nachsehen. Es muss keine große Sache sein. Hauptsache, ich finde etwas, wonach ich mich orientieren kann. Das ist alles. Eigentlich keine große Sache.

Abschlussgedanken

Der Titel kann der Anfang, aber auch das Ende der Reise für das Buchmarketing sein. Mit anderen Worten, es kann sein, dass Du diesen am Anfang suchst und findest oder erst am Ende. Beides ist in Ordnung. Nur kann ich Dir empfehlen, Dich nicht zu sehr auf einen Buchtitel zu versteifen. Notiere ihn Dir, damit Du diesen immer irgendwo zu stehen hast. Aber wenn die Idee nicht mehr passt, dann trenne Dich davon. Es geht um die Bestmöglichste Auswirkung nach außen hin und nicht um ein Ideal. Das kannst Du bei Deinem nächsten Projekt versuchen umzusetzen.

Viel Erfolg bei der Suche nach Deinem perfekten Buchtitel.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

 

Marketing Buch: Die Leseprobe

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

noch 8 Prozent der Teilnehmenden an meiner Umfrage sagten, dass eine Leseprobe ihnen beim Kaufentscheid hilft. Das mag auf dem ersten Blick nicht viel sein. Aber wenn Du Dir den Twitterthread durchliest (das kannst Du machen, auch wenn Du nicht bei Twitter angemeldet bist), dann siehst Du, dass viele eine Reihenfolge haben. Erst lassen sie sich vom Cover ködern, dann vom Titel, dann den Klappentext und dann die Leseprobe. Oder sie haben eine andere Reihenfolge.

Aber man kann sagen, eine Leseprobe sollte, trotz allem, nicht unterschätzt werden.

Kurze Vorgedanken

Es gibt genügend Leute, die Du mit Deinem Cover und Klappentext überzeugen kannst. Die öffnen häufig gar nicht das Buch und machen sich mit dem Schreibstil vertraut. Zu diesen Kamikazeleserinnen gehöre ich übrigens auch. Man hofft irgendwie, dass es schon gut ausgehen wird, und kauft sich das Buch. Zumal sich der Horror eines Buches auch eher hinten befindet.

In letzter Zeit habe ich zwei Bücher abgebrochen, die sich anfänglich gut gelesen haben. Doch dann gab es Elemente, bei denen ich mir dachte, ehrlich jetzt? Das war dann der Grund, die Bücher nicht mehr weiterzulesen. Mit einer Leseprobe hätte ich das wohl nicht herausgefunden. Es bleibt also immer ein gewisses Restrisiko. Zumal es durchaus passieren kann, dass Kapitel 1 hervorragend ist und dann brach die Qualität fast in sich zusammen.

Im folgenden möchte ich daher erklären, wo und wie Du eine Leseprobe veröffentlichen könntest. Und vor allem, was Du bei einem Non-Fiction Buch veröffentlichen solltest. Da gibt es für mich einen gewissen Unterschied.

Kurzdefinition: Leseprobe

Eine Leseprobe ist, ganz klar, ein Ausschnitt aus Deinem Buch, den Du öffentlich machst und kostenfrei zum Lesen anbietest. In einem Buchladen haben die Leser*innen die Möglichkeit das Buch aufzumachen und zu lesen. Im Internet ist dies nicht möglich. Daher sind die Lesenden darauf angewiesen, dass ihnen zumindest ein Ausschnitt angeboten wird.

Die meisten Onlineshops bieten eine Möglichkeit an, damit man die ersten Seiten lesen kann. Zudem kann man auf der eigenen Internetseite eine Leseprobe veröffentlichen.

Die Länge

Wie lang eine Leseprobe sein soll, darüber kann man keine eindeutige Aussage machen. Nehmen wir an, Du würdest zehn Prozent veröffentlichen wollen. Das wäre bei einhundert Seiten zehn Seiten. Bei 400 schon vierzig und bei 1.000 Seiten dann satte 100 Seiten. Das sind schon nicht wenige Seiten. Diese Anzahl könnte man schon fast als XXL-Leseprobe bezeichnen.

In erster Linie empfehle ich Dir, vertrau Deinem Bauchgefühl. Gerade dann, wenn Deine Geschichte eher kurz ist. Bei langen Geschichten kann es sich schon lohnen, wenn Du Kapitel 1 bzw. Dein Prolog veröffentlichst. Aber an pauschalen Vorgaben würde ich mich nicht halten. Auf Dauer bringen die nichts.

Wenn Du auf einem anderen Marktplatz die Leseprobe veröffentlichst, musst Du Dich an deren Regeln halten. Überprüf genau, wie viel von Deiner Geschichte veröffentlicht werden soll. Wenn es noch im humanen Bereich ist, dann solltest Du diese Möglichkeit nutzen. Ansonsten gibt es andere Wege, eine Leseprobe zur Verfügung zu stellen.

Aber gehen wir die einzelnen Möglichkeiten kurz durch.

Onlineshops

Zumindest beim größten Onlinebuchhändler gibt es meistens die Möglichkeit, einen Blick ins Buch zu werfen. Dort werden automatisch eine gewisse Prozentanzahl des anfänglichen Buches veröffentlicht, wenn man es einrichtet. Und dann können die Leser*innen sich einen Eindruck vom Buch machen.

Diese Funktion muss ausgewählt werden, da ich häufig Bücher finde, in die man nicht schauen kann. Auch wenn vielleicht nicht viele diese Möglichkeit nutzen, solltest Du diese trotzdem zur Verfügung stellen. Einfach aus dem Grund, dass auch die Kamikazeleser*innen ab und an einen Blick in Deine Geschichte werfen wollen. Und dann kannst Du sie damit überzeugen.

Daher würde ich auf dieses Marketingmittel nicht verzichten.

Die Beschreibung

Erst vor kurzem hab ich entdeckt, dass jemand einen Blick ins Buch gewährt und trotzdem eine Leseprobe in der Beschreibung zur Verfügung gestellt hat. Das kann tatsächlich nützlich sein, wie ich finde.

Denn einige dürften durchaus den Blick ins Buch meiden. Aber wenn Du eine Leseprobe auf Augenhöhe zum Klappentext anbietest, könnten einige eher neigen, sich diese durchzulesen. Und damit könntest Du tatsächlich die Leute entsprechend noch ködern. Wenn ich aber ehrlich bin, ich würde diese Leseprobe eher kürzer halten. Denn ich kenne mich. Sehr lange möchte ich nicht auf dem Monitor lesen. Und entweder mich fesselt die Leseprobe (wenn ich sie schon mal lese) oder das Buch wird nicht gekauft.

Deine Internetseite

Deine Internetseite bietet sich für eine vernünftige Leseprobe geradezu an. Dort kannst und solltest Du Deine Bücher bewerben. Und neben den Fakten (wie Klappentext oder ISBN-Nummer) kannst Du dort eben einen Textauszug präsentieren. Das Besondere hier ist, dass Du nicht zwangsläufig den Anfang Deiner Geschichte posten musst. Du könntest eine besonders tolle Szene aus Deinem Buch nehmen und kurz vor dem Höhepunkt abbrechen. Also einen bösen Cliffhanger posten.

Wie Du Deine Leseprobe auf der Internetseite präsentierst, ist Dir überlassen. Entweder Du kopierst diesen einfach auf die Seite oder bindest es mit irgendwelchen Spielereien ein. Aber Achtung: Bei den Spielereien könnte es schlimmstenfalls passieren, dass Deine Leser*innen diese gar nicht aufrufen könnten. PDF mag weit verbreitet sein. Aber ich kenne tatsächlich einige Leute, welche den Reader gar nicht auf ihrem PC haben und somit solch eine Datei nicht öffnen können. Nur, um mal ein Beispiel zu nennen.

Andere Portale

Es gibt unzählige andere Portale, bei denen Du eine Leseprobe hochladen kannst. Während Du auf Deiner Internetseite noch eine alternative Szene posten kannst, würde ich nicht zu viele verschiedene Szenen überall posten. Nicht, dass am Ende Deine Leser*innen sich dadurch das Buch zusammenreimen können. Dann müssen sie es nicht mehr kaufen. Und das wäre doch schade.

Daher entscheide Dich für eine einheitliche Leseprobe und veröffentliche diese. Sofern nicht eine besondere Seite aus Deinem Buch verlangt wird. Seite 99 zum Beispiel möchte Deine, wie der Name schon verrät, 99 Seite haben. Das wäre dann eine Ausnahme. Oder Du arbeitest eben mit dieser Seite auf den anderen Portalen.

Hier schau Dir genau an, was die Portale verlangen und entscheide dann. Notfalls kannst Du Dich auch mit anderen Autor*innen beratschlagen, wie sie es handhaben bzw. handhaben würden. Über solche Kontakte kannst Du mehr erfahren, als über jede FAQ-Seite.

Dein Buch

Wenn Du Deinen ersten Roman veröffentlichst, dann hat sich dieses Thema erst einmal für Dich erledigt. Aber spätestens beim zweiten Roman solltest Du diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Oder auch bei Reihen.

Am Ende Deines Romans kannst Du gerne ein Nachwort schreiben. Und dann das erste Kapitel eines anderen Romans veröffentlichen. Manche machen es sogar so, dass sie aus mehreren Romanen Kapitel 1 dazu packen. Kann man machen, man sollte es nur nicht übertreiben.

Auf alle Fälle solltest Du Dich entscheiden, ob Du genreähnliche Kapitel veröffentlichst. Oder sogar genrefremde Kapitel. Also, wenn Du eine Fantasiegeschichte geschrieben hast, könntest Du natürlich die ersten Kapitel aus anderen Fantasiegeschichten reinpacken. Alternativ wäre es auch möglich, aus Deinem Krimi was zu nehmen. Damit könntest Du Deine Leser*innen darauf aufmerksam machen, dass Du mehr schreibst, als eben nur Fantasie. Vorausgesetzt natürlich, Du veröffentlichst in verschiedenen Genres.

Bei einer Reihe kann es sich durchaus lohnen, Kapitel 1 des Nachfolgebandes mit zu veröffentlichen. Damit sorgst Du dafür, dass Deine Leser*innen weiterhin in der Welt gefangen bleiben und bekommen Lust auf mehr. Und das bietest Du ihnen. Damit besteht die Möglichkeit, dass sie unbedingt das nächste Band wollen und es kaufen wollen.

Solltest Du bei der Veröffentlichung des aktuellen Bandes die Nachfolgegeschichte noch nicht fertig haben, ist das kein Problem. Zum einen kannst Du es auch auf Deiner Internetseite bewerben. Und beim Selfpublishing kannst Du die Datei entsprechend anpassen. Oder Du veröffentlichst erst die Geschichte, wenn Du den Anfang des Nachfolgebandes sicher fertig hast. Das kann natürlich ein Risiko sein, wenn Du es doch veränderst, aber so kannst Du Lust auf mehr machen. Oder Du schreibst die Geschichte komplett und veröffentlichst dann die Vorgeschichte.

Achtung: Non-Fiction

Zu den Non-Fiction Büchern zähle ich Ratgeber, Sachbücher un Fachbücher. Hier herrscht ein anderes Gesetz, als bei den Romanen. Diese kannst Du verkaufen, auch ohne eine Leseprobe, aber mit einem sehr guten Klappentext. Bei Non-Fiction Büchern sieht das ein wenig anders aus.

Denn diese sollen ein Problem lösen. Entweder, indem sie Dir Wissen anbieten oder auf eine Lebensfrage einen konkreten Rat anbieten. Daher kaufen die meisten Lesenden ein Buch, um dieses Problem zu lösen. Und schlimmstenfalls nur eines, damit sie das Problem gelöst bekommen.

Daher finde ich es hier sehr wichtig, dass Du das Inhaltsverzeichnis veröffentlichst. Und zwar das komplette Inhaltsverzeichnis wohlgemerkt. Dort kann ich als Leserin dann sehen, worum es sich bei Deinem Non-Fiction Buch handelt und entscheiden, ob mich diese Themen ansprechen. Finde ich nicht im Inhaltsverzeichnis das, was mein Problem löst, könnte es sein, dass ich das Buch nicht kaufe. Wenn doch, kann allein das schon ein Kaufargument sein. Ohne das Buch weiter zu lesen.

So hab ich auch schon Non-Fiction Bücher nicht gekauft, weil ich nicht nachvollziehen konnte, um was es sich dabei handelte. Also, ich konnte nicht ins Inhaltsverzeichnis schauen. Man sollte sich dabei immer bewusst sein, jemand anderes wird dieses Thema auch aufgreifen. Vielleicht Schlechter. Aber diese Person wird vielleicht das Inhaltsverzeichnis zur Verfügung stellen und damit das Buch verkaufen.

Abschlussgedanken

Bei Leseproben kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Außer vielleicht, gar keine anzubieten. Daher kann ich Dir empfehlen, Dir Gedanken zu machen, wo, wie und welchen Teil Deiner Geschichte Du als Leseprobe anbietest. Und dann kann es schon losgehen.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

 

 

 

Marketing Buch: Das Klappentext

Hei, hallo und herzlich willkommen,

immerhin haben 33 Prozent der Teilnehmende gesagt, dass bei einem Buchkauf der Klappentext für sie wichtig ist. Und ich bin da völlig dabei. Jedes Mal, wenn ich mich für ein Buch interessiere, weil mich das Cover gefangen hat, kommt als Nächstes der Klappentext. Und da kann man mich als Leserin gewinnen oder verlieren. Andererseits, mit einem Klappentext kann man auch sehr, sehr vieles falsch machen.

Kurze Vorgedanken

Als Indieautorin oder Indieautor ist das Thema Klappentext spätestens dann ein Thema für Dich, wenn Dein Buch fertig ist und Du bereit bist, diesen zu veröffentlichen. Aber wenn Du noch ganz am Anfang bist, also in der groben Planung oder beim Plotten und planen, dann kannst Du Dich auch schon mit diesem Thema beschäftigen.

Dein fertiges Projekt

Bist Du fertig, willst Du es sicherlich richtig präsentieren. Das Cover ist ein erster und wichtiger Anreiz. Das stimmt. Hast Du Deine potenziellen Leserinnen und Leser dazu gebracht, Dein Baby in die Hand zu nehmen oder online anzuklicken, reicht das bei Weitem nicht aus. Du musst sie nun mit Deinem Klappentext überzeugen und dazu verführen, dass sie die ersten drei Seiten lesen (wenn Du erlaubst, in Dein Buch zu schauen). Oder das Buch sofort in den Warenkorb zu legen, um damit zur Kasse zu gehen.

Und dafür hast Du gerade mal 150 bis 200 Wörter Zeit (mehr dazu unten). Länger sollte ein Klappentext nicht sein. Wobei ich hierbei den Klappentext auf dem Rücken Deines Buches meine. Wenn Du ein Umschlag hast, dann kannst Du Dir mehr Zeit bzw. Zeilen nehmen. Das Problem hierbei ist jedoch, wie bringst Du die potenziellen Leserinnen und Leser überhaupt, so weit zu gehen. Sofern Du überhaupt ein Umschlag hast.

Dein Klappentext solltest Du nicht unterschätzen.

Du stehst noch am Anfang

Dir leuchtet sicherlich ein, warum es wichtig ist, am Ende Deines Projektes Dich mit diesem Thema zu beschäftigen. Auch wenn für viele Autorinnen und Autoren das Thema Klappentext ein rotes Tuch ist. Und ich kann es verstehen. Denn ich habe für meine Novelle auch versucht ein Klappentext zu schreiben, es ist nicht leicht. Um es mal nett auszudrücken.

Warum solltest Du Dich gleich am Anfang Deines Projektes dann bitte schön darum bemühen? Einige könnte es entmutigen.

Erst einmal bitte ich Dich, nimm am Anfang Deines Projektes den Klappentext nicht ZU ernst. Das ist nicht Sinn dieses Beitrages. Sinn ist, dass Du eine Orientierung hast, wohin sich genau Dein Roman hinbewegen soll. Wenn Du jetzt schon den roten Faden hast, dann wird es leichter sein, Deine Geschichte zu planen und zu plotten. Und am Ende kannst Du Deinen Klappentext sogar nutzen, um die finale Version zu schreiben.

Deswegen siehe bitte in diesem Stadion den Klappentext als Mittel für Deinen Plot und nicht als Folterinstrument an. Auch wenn es sich sicherlich so anfühlt. Es ist eine Unterstützung. Und er muss noch nicht einmal perfekt sein. Ganz im Gegenteil. Am Ende wirst Du ihn sicherlich noch einmal überarbeiten oder vielleicht sogar völlig neu schreiben. Das ist in Ordnung. Aber nutz ruhig die Möglichkeiten, welche Dir der Klappentext ermöglicht.

Und damit Du weißt, wie man einen schreiben kann, kommen hier meine Vorschläge dazu.

Wie kann ich einen Klappentext schreiben?

Die fünf Elemente in Deinem Klappentext

Gute Klappentexte haben fünf Elemente, mit denen Du die Leserinnen und Leser anziehen kannst. Wenn Du diese Elemente aufführst, kannst Du zugleich Deinen Plot überprüfen, ob Du diesbezüglich an alles Wichtige gedacht hast. Wenn nicht, dann ist es spätestens jetzt Zeit Dich daran zu machen und Dein Plot und Deine Charakterarbeit zu überprüfen. Ein guter Grund, warum Du Dich also schon am Anfang mit Deinem Klappentext beschäftigen kannst.

Doch welche fünf Elemente sind das nun?

Du hast eine Heldin oder einen Helden. Dieser befindet sich in einer Situation, aus dieser will sie oder er sich befreien, um das eigene Ziel zu erreichen. Der Antagonist oder die Antagonistin will unsere Heldin bzw. unseren Helden natürlich davon abhalten dieses Ziel zu erreichen. Sollte unser Antagonist oder unsere Antagonistin gewinnen, endet die Reise für unseren Helden oder unsere Heldin am Ende in einer Katastrophe.

Wenn man das so liest, dann ist dieses Monstrum Klappentext mit einem Mal nicht mehr so monströs, oder? Aber schauen wir uns jedes Element noch einmal in aller Ruhe an. Dann wird dieses ganze Thema noch einmal kleiner und klarer.

Die Heldin oder der Held

Wer ist nun wirklich Deine Heldin oder Dein Held. Diese Frage ist durchaus ernst gemeint. Gerade bei Liebesromanen kann das schon mal ein wenig verwirrend werden. Muss ich beide in meinen Klappentext nehmen, oder reicht nur die Heldin? Und wenn ich einen ganzen Blumenstrauß an Figuren habe, wen muss ich da nun wirklich nehmen? Da nenne ich als Beispiel einen Fantasyroman.

Finde heraus, wer am wichtigsten ist und lasse dann diese Figur am Ende in Deinem Klappentext auftauchen. Alle anderen Figuren sind natürlich auch wichtig, aber Dein Klappentext soll am Ende nicht von Figuren überquellen und Deine Leserinnen und Leser verwirren. Immerhin willst Du sie ja zum Kauf anregen und nicht dazu, dass sie das Buch wieder weglegen.

Die Situation

Am Anfang der Geschichte befindet sich Deine Heldin oder Dein Held in irgendeiner Situation, aus die sie/er sich befreien möchte. Beschreibe sie an dieser Stelle genau, damit ich als Leserin überhaupt Interesse habe, mich näher mit Deiner Geschichte zu beschäftigen. Schau also genau hin, wo sich gerade Deine Hauptfigur befindet und was es mit ihr/ihm macht.

Das Ziel

Deine Hauptfigur hat ein Ziel. Und dieses Ziel hilft ihr oder ihm, sich aus dieser Situation zu befreien. Welches ist dieses Ziel? Es sollte groß genug sein, damit man es nicht ZU leicht erreichen kann. Aber es sollte auch nicht zu groß sein, sodass man es überhaupt nicht erreichen kann oder nur mit einem Trick, der mich als Leserin dann nicht mehr überzeugt.

Und leider gibt es solche Geschichten wirklich.

Die Antagonistin oder der Antagonist

Es gibt immer etwas oder jemanden, die unserer Hauptfigur im Weg steht. In vielen Geschichten ist diese Figur ein Mensch. Das muss aber nicht sein. Als antagonistische Kraft kommen auch gesellschaftliche Konventionen oder Naturkatastrophen in Betracht, um zwei Beispiele zu nennen. Bestimme, wer oder was Deiner Hauptfigur im Weg ist.

Und definiere auch, warum diese Person oder diese Kraft überhaupt will, dass unsere Heldin oder unser Held nicht ans Ziel kommt.

Die Katastrophe

Deine Heldin oder Dein Held erreicht nicht das angestrebte Ziel, um aus der Situation herauszukommen. Was für uns normale Menschen nicht allzu schlimm ist, ist für eine Romanfigur eben eine Katastrophe und muss irgendwelche Konsequenzen haben. Und jetzt stellt sich natürlich die Frage, was ist die Katastrophe für Deine Figur, wenn sie ihr Ziel nicht erreicht?

Bearbeitungstipp

Schreib alle fünf Elemente erst einmal einzeln auf. Wie viele Wörter Du dafür brauchst, ist egal. Es geht um die Grundlage. Wenn Du bei einem oder anderen Punkt stockst oder stolperst, dann hat das vermutlich einen guten Grund. Denn es könnte sein, dass Du hier noch nicht genug weißt. Daher schau Dir die Punkte an und überlege, warum Du da gestockt hast. Weißt Du schon genug oder fehlt noch etwas? Notfalls arbeite genau da noch einmal ordentlich daran.

Noch ein paar Tipps für Dich und Deinem Klappentext

Mit den oben genannten Punkten kannst Du schon einmal einen Klappentext schreiben. Aber vielleicht sagst Du Dir, dass Du gerne noch ein paar Ratschläge hättest. Einfach, um ganz sicher zu sein, dass Du auch alles richtig machst. Oder auch nur deswegen, weil Du eine Initialzündung brauchst, um überhaupt anfangen zu können.

Gut schauen wir mal, ob ich Dir da weiterhelfen kann.

Bring es auf den Punkt

Wie oben schon geschrieben, mehr als 150 bis 200 Wörter sollte Dein Klappentext nicht sein. Das ist schon heftig. Und das gilt für alle Romanlängen. Also, egal ob Dein Roman 100 Seiten oder 1.000 Seiten hat.

Versuche daher Deinen Roman auf einen einzigen Kernsatz zu bringen. Was macht Deine Geschichte aus, warum hast Du Dich entschieden überhaupt diesen Roman zu schreiben?

Ein Beispiel wäre „Der Herr der Ringe“: Frodo Beutlin, ein Hobbit aus dem Auenland, muss seine Heimat verlassen, um den einen Ring zu vernichten. Dabei trifft er auf viele Verbündete und Feinde.

All die liebenswerten Details, welche aus einer einfachen Geschichte das Buch machen, welches wir kennen, gehören hier nicht rein. Sie sind wichtig für die Geschichte, aber nicht für Deinen Klappentext.

Was ist also die Kernaussage Deiner Geschichte?

Aus der Praxis!

Als ich nach der maximalen Wortanzahl für den Klappentext recherchiert habe, erhielt ich die oben genannte Angabe von 150 bis 200 Wörter. Und erst einmal habe ich es so hingekommen, weil ich mir dachte, das ist ja nicht viel. Das kommt gerade so hin.

Pustekuchen!

Als ich meine ersten Klappentexte schrieb, hatte meine erste Version 52 Wörter und die zweite Version 99 Wörter. Und bei der zweiten Version hatte ich das Gefühl, dass da sehr viel BlaBla herauskommt.

Dann habe ich einige Bücher genommen und die Wortanzahl der Klappentexte gezählt. Zwischen 42 und 172 Wörter war alles dabei. Und ich gestehe, da war ich dann doch ein wenig überrascht.

Mein Vorschlag ist daher, wenn Du den Klappentext als Vorübung schreibst, um damit Deine Geschichte zu plotten, kannst Du mehr als 150 Wörter benutzen. Ist das die finale Version, mit der Du am Ende Deine Geschichte bewerben willst, kannst Du unter 150 Wörter bleiben (mit Ausnahmen natürlich).

Was ist die Hauptgeschichte?

„Der Herr der Ringe“ hat viele Nebengeschichten und noch mehr Nebencharaktere (auch wenn andere Geschichten diesen Roman schon lange in den Schatten stellen). Das ist nicht nur bei diesem Roman so, sondern bei so gut wie allen Geschichten (einige Ausnahmen gibt es immer).

Schaue also genau nach, was die Hauptgeschichte Deines Romans ist. Was ist also der Kern Deiner Geschichte? Geht es um Liebe, geht es um die Geschichte einer Auserwählten oder worum genau? Je genauer Du das Benennen kannst, desto eher wirst Du die richtigen Leute anziehen. Denn Du willst ja keine falschen Hoffnungen wecken.

Wenn sie eine bestimmte Geschichte erwarten, dann wollen sie diese auch lesen, eben aufgrund Deines Klappentextes. Und wenn sie enttäuscht werden, kann sich das gelegentlich auch in einer negativen Rezension niederschlagen. Zumindest kann es bedeuten, dass die Leute bei Deinem nächsten Roman durchaus vorsichtiger sind.

Mir ist das jetzt tatsächlich mehrere Male passiert. Der Klappentext bot mir eine wirklich tolle Geschichte. Da dachte ich mir, wenn Du das Buch nicht kaufst, dann verpasst Du etwas. Also hab ich es gekauft. Und hab es bedauert. Denn der Klappentext hat mir mehr verkauft, als es letztendlich halten konnte. Und dementsprechend werde ich tatsächlich gegenüber den Autor*innen vorsichtiger sein. Also werde ich eher dazu neigen, da nicht unbedingt blind das Buch zu kaufen.

Die Zeitform Deines Textes

Egal, in welcher Zeitform Du Deinen Roman schreibst, es gibt die Regel, dass der Klappentext selbst immer in der dritten Person Präsens verfasst wird. Du kannst Dir also vorstellen, dass der Klappentext mit mir als Leserin sprechen soll. Es erzählt mir grob, was der Inhalt ist und will mich zum Kauf ermutigen. Und diese Erzählung geschieht eben in der Gegenwartsform.

Die Sprache des Klappentextes

Idealerweise passt sich die Sprache des Klappentextes Deiner Geschichte an. Wenn Du also ein Kinderbuch geschrieben hast, sollte es natürlich nicht in hochtrabendes Juristendeutsch geschrieben sein. Und wenn Du einen Historical geschrieben hast, warum nicht ein wenig die Sprache der entsprechenden Zeit anpassen?

Hier kannst Du ein wenig spielen und schauen, was letztendlich gut ankommt.

Marketing! Marketing!

Wenn Du Dich entscheidest, Deine Geschichte in einem Verlag zu veröffentlichen, kümmert sich dieser um Deinen Klappentext. In diesem Zusammenhang wäre das also kein Thema für Dich (außer als Vorübung). Wenn Du zu den Indies gehören möchtest, dann kannst Du von den Verlagen lernen.

Dazu gehört unter anderem auch, dass Du gerne Vorabrezensionen nutzen kannst, um Werbung für Dich zu machen. Vielleicht hast Du ja Dein Buch einem großen Rezensionsblog gegeben, damit dieser es sich schon einmal durchlesen kann, um rechtzeitig einen Beitrag darüber zu verfassen. Vielleicht könntest Du auch eine berühmte Kollegin oder einen berühmten Kollegen bitten, ein Kommentar zu Deinem Buch zu verfassen.

Wenn Du solch ein Zitat hast, warum dann nicht nutzen? Das ist durchaus Gold Wert. Jedoch kommt dann die Frage, wie viele Zitate dürfen es denn sein?

Vielleicht hast Du ja schon einmal ein amerikanisches Buch gelesen. Viele von denen fangen mit vielen, teilweise sehr vielen Zitaten an. Das nennt sich „Praise for the Book“, also „Lob für das Buch“. Die amerikanischen Verlage kleckern nicht, sie klotzen. Da kann es schon sein, dass ein oder zwei Seiten voller Zitate von bekannten oder auch weniger bekannten Autorinnen und Autoren dort stehen, die sich das Buch durchgelesen haben. Ich bin sogar der Meinung ein Buch in den Händen gehabt zu haben, wo es vier Seiten gab.

In Deutschland ist man in dieser Hinsicht zurückhaltender. Wenn geklotzt wird, dann übertreibt man schlichtweg. Zumindest sind viele der Meinung, dass man niemals übertreiben darf. Unter gar keinen Umständen. Ein oder zwei Zitate sind genug, manchen ist das schon zu viel. Wenn Du also ein paar Zitate hast, such Dir die aus, die am stärksten für Dich und Deine Geschichte stehen. Oder entscheide Dich dafür, wie bekannt die Verfasserin oder der Verfasser des Zitats ist.

Oder Du wagst es doch zu klotzen.

Wecke Gefühle

Häufig kaufen wir nicht deshalb ein Buch, weil uns der Klappentext von der logischen Seite her überzeugt hat, sondern weil es unsere Gefühlsebene ansprach. Und das ist durchaus ein gutes Mittel für Dich (siehe das Beispiel oben).

Schau Dir noch einmal Deinen Hauptplot an und überlege Dir, welche Adjektive zu dieser Geschichte passen könnte. Denn nicht alle Adjektive passen logischerweise zu allen Arten der Geschichten. Wenn Du gerade gar keine Idee hast, welche Du verwenden könntest, im Internet gibt es genügend Listen mit Adjektiven, die Du durchsuchen kannst. Du wirst in dieser Hinsicht also nicht allein gelassen.

Bei einem Text von 150 Wörtern kannst Du durchaus acht bis zwölf emotionale Adjektive verwenden. Je kürzer Dein Text am Ende werden sollte, desto mehr musst Du auch bei den Adjektiven streichen.

„Ich brauche Hilfe!“

Bevor Du die Flinte in den Korn wirst, weil Du das Gefühl hast, dass da so viel zu beachten gibt, versuche Dich noch heute an den Klappentext zu Deinem Roman. Denn Übung macht die Meisterin und auch den Meister. Wenn Du aber das Gefühl hast, dass Du absolut nicht weiter kommst, keine Sorge. Für den einen oder anderen Euro bekommst Du professionelle Hilfe.

Häufig sind das Leute, die das schon länger machen und durchaus wissen, was sie tun. Setze Dich mit denen in Verbindung und lasse Dir helfen bzw. Dir von denen Deinen Klappentext schreiben. Das kann aber schon um die 100 Euro oder auch mehr an Geld verschlingen. Aber bevor Du einen halb garen Klappentext in die Welt setzt, eventuell wäre diese Hilfe nicht ganz unnütz.

Ansonsten lerne von den Großen. Also von Büchern, die in Deinem Regal stehen und die Du aufgrund der Klappentexte gekauft hast. Warum waren es gerade diese Texte, die Dich angesprochen haben?

Und im Internet gibt es viele Leute, die bereit sind, Dir zu helfen (also Freundschaften, Laien und so weiter). Du bist also nicht alleine auf diesen Weg. Ich würde Dir aber wirklich empfehlen, es erst einmal zu versuchen. Du musst es ja nicht sofort veröffentlichen.

Abschlussgedanken

Der Klappentext kann ein gutes Instrument für die Arbeit an Deinen Roman sein. Und zugleich ist es eines der wichtigsten Marketingmittel, wenn Du Dich dran machst, Werbung für Deine Geschichte zu machen. Denn je besser es ist, desto eher wird es eine Leserin oder Leser auch kaufen, auch wenn diese Person nur zufällig über Deine Geschichte stolpert.

Daher ist es durchaus in Ordnung, wenn Du für diesen wichtigen Punkt die eine oder andere Stunde investierst. Hauptsache das Endergebnis lässt mir als Leserin das Wasser im Mund zusammenlaufen und den Wunsch entstehen, ich muss das Buch unbedingt haben. Unter allen Umständen.

Wenn dann noch Dein Buch überzeugen kann, geschieht es häufig, dass Du Dir so treue Leserinnen und Leser erarbeitest. Und das ist das wichtigste Marketingmittel, was Du haben kannst.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg und noch mehr Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

Marketing Buch: Das Cover

Hei, hallo und herzlich willkommen,

bei meiner Umfrage gaben 56 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie als erstes auf das Cover achten. Mit anderen Worten, mehr als die Hälfte orientieren sich visuell beim Kauf eines Buches. Wenn ich bei der Umfrage hätte abstimmen können, mein Klick wäre auch beim Cover gelandet. Daher fangen wir die Buchmarketingreihe auch mit dem Cover an.

Zuerst möchte ich kurz mit einigen Vorgedanken zum Thema Cover anfangen. Danach geht es weiter, welche unterschiedlichen Typen es gibt, samt ihrer Vor- und Nachteile. Dann gibt es ein paar Hinweise, was Du beim Coverkauf beachten und wie Du es am besten gestalten lassen kannst.

Vorgedanken

Irgendwann ist es (hoffentlich) soweit. Du hast Deine Geschichte beendet und möchtest es veröffentlichen. Es gehören durchaus noch einige Punkte vor der Veröffentlichung dazu, die noch zu beachten gilt. Die Wahl, ob Du ein Lektorat oder ein Korrektorat möchtest, bei welchen Distributoren Du veröffentlichen möchtest oder auch zu welchem Preis.

Früher oder später kommt dann das Thema Cover auf Deinen Schirm. Und dann heißt es die Qual der Wahl zu haben, was man letztendlich auf dem Buchdeckel packt, um das eigene Baby zu präsentieren.

Wenn ich aber von einem sehr persönlichen Gefühl sprechen darf, dann ist es der, dass in Deutschland sich die Autorinnen und Autoren eher wenig Gedanken um die Hülle gemacht wird. Also um das Cover. Da wird wochenlang, monatelang, manchmal sogar über Jahre hinweg an einer Geschichte geschrieben. Häufig auch Geld dafür ausgegeben (zum Beispiel für Schreibkurse, Programme und was weiß ich) und vor allem viel Zeit investiert. Und dann wird beim Cover gesparrt.

Einige von diesen Autorinnen und Autoren erstellen ihre eigenen Covers. Und für die lohnt es sich. Denn sie können das sehr gut. Sie brauchen keinen professionellen Coverdesigns, weil sie es selbst schaffen. Andere hingegen nehmen ein Bild, am besten aus einer Datenbank, wo sie sich nicht sicher sein können, ob die Quelle wirklich legal ist, klatschen den Namen rauf und fertig.

Und das sieht man diese Covers durchaus an. Oder man gönnt sich durchaus etwas und bezahlt für das Grundlagenbild (zum Beispiel von einer der verschiedenen Bilddatenbanken) und verschandelt es dann mit der eigenen Überarbeitung. Irgendwann schaut man sich dann die Verkaufszahlen an und wundert sich, warum das Buch ein Ladenhüter ist. Natürlich gibt es auch die Profis unter den Autor*innen, die wissen, was sie tun. Aber das sind eher wenige unter uns, die das wirklich können.

Kleiner Hinweis

Bei diesem Beitrag müssen wir jedoch eine Einschränkung machen. Nicht alle Autor*innen können sich ihr Cover selbst aussuchen. Willst Du bei einem großen Verlag unterkommen, musst Du erst einmal damit leben, was für ein Cover Dir präsentiert wird. Natürlich hast Du gewisse Mitsprachemöglichkeiten. Aber in erster Linie entscheidet der Verlag. Und sie meinen, zumindest zu wissen, was sich gut verkauft. Ob das letztendlich stimmt, ist etwas anderes.

Bei kleinen Verlagen oder auch Indie-Verlagen kann das anders aussehen. Hier kommt es auf die Verlagsleitung an. Hier hab ich häufiger gelesen, dass die Autor*innen sehr viel Mitspracherecht haben. Gegebenenfalls darfst Du Dich auch selbst komplett um das Cover kümmern. Da musst Du natürlich mit Deinem Verlag sprechen.

Wenn Du Dich für den Weg des Selfpublishing entscheidest, darfst Du alles machen, was Du willst. Du kannst das Cover selbst basteln oder auch eines kaufen. Du entscheidest, wie es aussieht und wer es für Dich designen darf. Beim Selfpublishing hast Du die größte Freiheit, was dieses Thema betrifft.

Meine persönliche Ansicht zu diesem Thema

Wenn ich in Onlinebuchladen oder auch in realen Buchläden nach Büchern Ausschau halte, gehe ich dabei unterschiedlich vor. Entweder ich suche gezielt nach einem bestimmten Buch oder ich schaue wahllos herum und entdecke dabei durchaus interessante Bücher und kleine Perlen. Am Ende kann es passieren, dass ich dann wieder neue Bücher auf meiner Wunschliste habe, die ich vorher gar nicht auf dem Schirm hatte (oder in meinem Bücherbeutel).

Dabei ist mir irgendwann Mal aufgefallen, nach welchen Kriterien ich online oder in einem Buchladen nach Büchern direkt schaue. Es geht, ganz simpel geschrieben, nach den Covern.

Dein erster Satz kann noch so spannend oder Dein Klappentext noch so gut geschrieben worden sein, wenn Deine potenziellen Leserinnen und Leser nicht zum Buch greifen, liest das niemand. Das bedeutet für Dich also, dass Du sie irgendwie einladen musst, Dein Buch faszinierend zu finden, es anklicken oder hochheben und dann anfangen zu lesen.

Gerade dann, wenn Du ganze Listen durchsuchst (wie es bei Goodreads möglich ist), kannst Du kein Klappentext durchlesen oder die erste Seite. Da ist es zwangsläufig so, dass das Cover hier ein wichtiges Kaufargument wird.

Bewerte nie ein Buch nach dem Cover

Natürlich sollte man das nicht machen. Wie oft habe ich kleine Perlen entdeckt, obwohl das Cover, gelinde gesagt, Schrott war. Natürlich kann auch ein ganz mieses Cover ein Anreiz sein, um zu einem Buch zu greifen. Aber ich würde nicht damit rechnen. Nicht mehr. Da gehört mehr dazu, damit ein schlechtes Cover überzeugen kann.

Denn wir sind alles nur Menschen. Und dementsprechend hat die visuelle Aufnahme ein ordentliches Wörtchen mitzureden. Damit will ich sagen, wenn uns etwas nicht optisch anspricht, dann dürfte es eher wahrscheinlich sein, dass wir nicht zugreifen. Natürlich kann es sein, dass jemand doch das Buch liest und es empfiehlt. Im Thread meiner Umfrage hatte jemand geschrieben, dass er auf Empfehlung auch miesen Covern eine Chance gibt. Das Problem ist nur, jemand muss sich wirklich hinsetzen und der Geschichte eine Chance geben.

Es ist ganz klar, wir haben allesamt einen anderen Geschmack. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Arten von Covern, auch wenn sie im gleichen Genre angesiedelt sind. Aber letztendlich kommt es darauf an, dass die Geschichte ordentlich verpackt wurde. In einem ansehnlichen Kleid (also Cover).

Wenn Du die Leute angelockt hast, werden sie mit vielen anderen Themen weitaus gnädiger umgehen. Negative Rezension, vielleicht eine etwas schwache Geschichte, all das können sie verzeihen. Wenn Du ihnen erst einmal die Möglichkeit gibst, Deine Geschichte näher kennenzulernen. Gerade im Internet ist die Hürde mal ein Buch anzuklicken und in eine Leseprobe zu stöbern, weitaus höher (zumal es die nicht immer gibt). Daher ist es umso wichtiger, dass Deine Leserinnen und Leser irgendwie angesprochen werden.

Verschiedene Arten von Covertypen

Ich habe selbst in den letzten Jahren drei Typen von Coverarbeiten festgestellt, die gerne und viel genutzt werden.

Die selbst erstellten

Bei den selbst erstellten, sollte man, meiner Meinung nach, eher vorsichtig sein. Wenn Du selbst Design studierst oder es Dir selbst beigebracht hast, dann leg los. Solange das Ergebnis gut aussieht, ist alles im grünen Bereich. Und warum sollst Du nicht Deine eigenen Covers erstellen?

Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine Menge Spaß macht. Und sicherlich ist man am Ende um einiges stolzer auf das eigene Werk, wenn man wirklich alles allein gemacht hat. Und zudem gibt es keine Diskussionen mit den Designerinnen, was Du wirklich haben willst, was machbar ist oder nicht. Du weißt selbst sehr gut, was Du kannst, was Du haben willst und vor allem, wie Du es umsetzen kannst.

Es gibt einige Autor*innen, welche ihre Covers selbst erstellen. Und ich hab keinen Unterschied zwischen ihren und den Covers aus der Designstube gesehen. Wenn Du also mit dem Bildbearbeitungsprogramm umgehen kannst, hab viel Spaß dabei.

Beherrschst Du jedoch nur die Grundlagen eines Bearbeitungsprogramms, ich würde Dir empfehlen, Dir lieber die Hilfe einer guten Designerin oder eines guten Designers zu holen. Oder zumindest einen Kurs besuchen, damit Du Deine Grundlagen ausbauen kannst.

Leider ist es bei einigen Leserinnen und Lesern zwischenzeitlich so, dass sie Bücher mit schlechten Covern schlichtweg nicht mehr ansehen. Das mag ein Vorurteil sein. Denn trotz schlechten Cover kann sich dahinter eine wundervolle Geschichte verbergen. Aber aufgrund vieler Erfahrungen, wo das Gegenteil bewiesen wurde, haben sich einige zur Regel gemacht, solche Bücher nicht mehr zu kaufen.

Und diese Erfahrungswerte haben sich bei anderen Leserinnen und Leser verbreitet, sodass sie ebenfalls solche Bücher nicht kaufen. Auch wenn sie selbst damit keine schlechten Lesegenüsse hatten.

Daher ist es durchaus empfehlenswert, dass Du nicht am falschen Ende sparst. Gönn Dir lieber ein sogenanntes Premade-Cover (siehe bitte weiter unten), wenn Du schon keine Auftragsarbeit haben willst. Aber wenn Du keine Erfahrung in Coverdesign hast, lass es bitte. Tu Dir selbst den Gefallen.

Auftragsarbeiten

Es könnte aber auch sein, dass Du Dir sagst, gut, ich werde nicht selbst mein Cover gestalten, ich beauftrage jemanden damit. Und zwar mit einem ganz individuellem Cover.

Hier kannst Du Dein*e Wunschdesigner*in gerne in den Wahnsinn treiben, mit Deinen Wünschen. Da Du sie beauftragst, wird sie durchaus versuchen, Deine Wünsche zu realisieren. Aber akzeptiere auch, dass sie Dir sagt, was gut ist und was weniger gut ist. Und meistens wissen sie auch, was wirklich gut ankommt und realisiert werden kann. Verliere nicht Deine Vision aus den Augen, aber höre auch auf die Vorschläge Deiner Wunschdesignerin. Vielleicht bekommst Du am Ende ein Cover, von dem Du noch nicht einmal zu träumen gewagt hast.

Von einer Designerin hab ich mal gelesen, dass sie ein Cover nach den Wünschen einer Autorin angefertigt hat. Dabei hatte sie die Autorin mehrere Male darauf hingewiesen, dass das Cover so nicht gut wird. Aber sie fügte sich am Ende den Wünschen, um unnötige Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Am Ende hat sie sich sogar darauf bestanden, dass ihr Name nicht im Buch als Designerin steht. Zwar hat sie dazu nichts gesagt, aber ich kann selbst nur vermuten, dass eine zukünftige Zusammenarbeit nicht gegeben ist. Und soweit sollte es dann doch nicht kommen.

Mache Dir im Vorfeld Gedanken, wie Dein Cover aussehen könnte. Damit geht es schlichtweg schneller und ihr beide müsst nicht von ganz Anfang an zu arbeiten beginnen. Mach Skizzen, wo ungefähr was sein soll. Dafür brauchst Du noch nicht einmal zeichnerisches Talent.

Du kannst Dir auch Covers aus Deinem Genre anschauen und überlegen, was Dir besonders gut gefällt und was Du auf keinen Fall haben willst. Sammel die Covers und zeige sie notfalls als Referenz vor. Gegebenenfalls kannst Du auch fertige Covers von anderen Designer*innen abspeichern, um zu zeigen, was Du gerne hättest. Das mache ich gerade für meine aktuelle Geschichte. Da hab ich auch ein Bild vor Augen und speichere alles, was ich kriegen kann und in die richtige Richtung geht.

Was am Ende herauskommt, werdet ihr dann sehen. Je nach Arbeitsaufwand kann das Cover zwischen einem günstigen Preis bis hin zur Preisexplosion alle Preisklassen haben. Dabei kommt es darauf an, wie viel Zeit investiert werden muss und welche Materialien eingekauft werden (unter anderem eben auch die Stockfotos, Schriftarten und so weiter). Ja, es gibt durchaus die Möglichkeit um die 1.000 EUR für ein einziges Cover zu bezahlen. Nur ist das eher selten die notwendig. Rechne eher mit 200 bis 300 EUR als Durchschnittspreis.

Der Vorteil ist aber definitiv, dass Du ein sehr individuelles Cover bekommst, welche zu Deiner Geschichte passt. Denn hier haben zwei kreative Menschen (mindestens) zusammengearbeitet, um das Beste herauszuzerren. Die Figuren passen zum Roman, der Hintergrund. Alles fügt sich hier harmonisch zusammen.

Premade Covers

Die letzte Möglichkeit, und durchaus auch eine kostengünstige Variante, ist der Kauf eines sogenannten Premade-Covers. Das sind Covers, welche die Designer*innen ohne einen Auftrag erstellt haben, aber der Meinung sind, dass diese durchaus auf ein Buch passen könnte.

Da gibt es noch einen kleinen Unterschied. Viele der Bilder werden mit Stockfotos gemacht. Das bedeutet, dass Dein Cover nicht ganz so individuell ist, wie Du es vielleicht gerne hättest. Zwischenzeitlich hat sich auch der Trend dahin gewandelt, dass viele Premade-Covers mit eigenen Bildern angeboten werden. Das bedeutet, dass Du auch hier einmalige Covers bekommen kannst. Aber das ist nicht immer die Regel (was bei Auftragsarbeiten aber auch gelten kann).

Wenn also ein Cover weg ist, ist damit auch das Bild weg. Denn die Designerinnen garantieren häufig (nicht immer), dass die dazugehörigen Bilder nur einmal verwendet werden.

Und das ist keine schlechte Idee. Momentan sind die Haremsgeschichten sehr beliebt (eine Frau mit mindestens zwei Männer). Mir wurden dann zwei Geschichten dazu angeboten (da ich diese Art von Romanen gerade sehr gerne lese) mit dem fast gleichen Cover. Eine Frau liegt auf den Boden/Bett und hat ihre Arme nach oben ausgestreckt. Links und rechts von ihr hocken zwei Männer, welche sie anstarren. Es ist klar, was gleich passieren soll. Die jeweiligen Romane stammen von zwei verschiedenen Autorinnen und trotzdem sehen sich die Covers so ähnlich aus, dass es verwirren kann. Wenn ich nicht genau hinsehe, dann sind das für mich zwei gleiche Geschichten. Erst bei genaueren hinsehen, kann man erkennen, dass ein Bild etwas herangezoomt wurde. Aber beim Vorbeiscrollen achtet man nicht unbedingt darauf.

Auf Facebook gibt es zwischenzeitlich einige Gruppen, in denen Du diverse Covers und die dazugehörigen Designer*innen findest. Aber auch mit dem Suchbegriff „Premade-Covers“ bei den bekannten Suchmaschinen wirst Du sicherlich fündig werden (gerne alle möglichen Schreibvarianten dazu verwenden).

Wenn Dir ein Cover zusagt, dann kannst Du es, so wie es ist, kaufen. Angepasst werden Titel, eventuell Untertitel und Autorinnenname. Gelegentlich kannst Du auch Änderungen am Cover direkt vornehmen lassen. Das kommt immer auf die Designer*innen selbst an. Gelegentlich verlangen sie für weitere Änderungen auch einen Aufpreis. Wenn Du Dir dabei nicht sicher bist, frag nach. Die Designer*innen, mit denen ich selbst Kontakt hatte, waren sehr freundlich und entgegenkommend. Also keine Sorge, sie beißen nicht.

Premade-Cover haben ihre Vorteile. Sie sind fertig und Du bekommst genau das, was Du im Bild siehst. Das bedeutet, dass Du Dir keine Gedanken machen musst, wie Dein Cover aussehen könnte, ob Du Dich mit der Designerin verständigen kannst und Deine Wünsche gut rüberbringst. Dass alles ist im Grunde genommen erledigt. Denn das Cover ist ja fertig.

Ein weiteres unschlagbares Argument ist eindeutig der Preis. Während Auftragsarbeiten ihren Preis haben, kosten die meisten Premade-Covers um die 100 Euro. Mal mehr und mal weniger. Es kommt immer darauf an, was die Designer*innen investiert haben. Damit meine ich die sogenannten Stockfotos, die ihren Preis haben, dann möglicherweise gekaufte Schriftarten und die Arbeit natürlich.

Ich habe schon sehr gute Coverarbeiten gesehen, die um die 25 Euro kosten. Zwar verlangen ausgebildete Designer*innen durchaus ihr Geld (was ich auch berechtigt finde). Aber ab und an kommen sie Dir preislich auch entgegen, sodass auch der kleine Geldbeutel ein schönes Cover bekommen kann. Wenn Du also noch einen sehr kleinen Geldbeutel hast, kann das für Dich sicherlich interessant sein.

Natürlich sind Premade-Covers auch Werbung für die*den Designer*in. Damit wollen sie zeigen, hei schaut her, so arbeite ich. Es gefällt dir? Dann melde dich bei mir, wir können auch an einem Wunschcover arbeiten.

Lohnen sich Premade-Covers?

Aus meiner Sicht sage ich, ja. Aber das ist jetzt eine Meinung von einer Person, die noch keine Geschichte veröffentlicht hat, aber diese Sache schon länger beobachtet. So habe schon gesehen, dass jemand ein Buch bereits herausbrachte, aber mit dem Cover (Auftragsarbeit) nicht zufrieden war. Dann lief dieser Person das richtige Premade-Cover über den Weg, verliebte sich in das Bild, kaufte es und der Verkauf läuft seitdem besser.

Auf alle Fälle lohnen sich professionelle Covers immer. Da solltest Du nicht sparen.

Und mit diesen Covers sparst Du nicht an Qualität, sondern erst einmal an Geld (die professionellen Covers, die nach Deinem Wunsch hergestellt werden, kannst Du Dir dann auch gerne später holen).

Ich kann Dir jedoch nur empfehlen, Dir nur dann ein Premade-Cover zu kaufen, wenn Du Dir wirklich sicher bist, dass Du die Geschichte auch veröffentlichen möchtest. Wenn nicht, ist das eher Geldverschwendung. Aber wenn Du DEIN Cover gefunden hast, ich werde mir nicht noch einmal die Frage stellen, ob ich es mir kaufen würde. Ich werde es einfach tun. Dazu werde ich Dir natürlich nicht raten, da es auch eine finanzielle Angelegenheit ist. Und das ist eben eine reine Entscheidung, die Du alleine treffen musst.

E-Book vs. Print-Cover

Wenn Du Dir ein Cover kaufst, dann musst Du zwischenzeitlich darauf achten, was es für eines ist. Denn die Designer*innen zeigen meistens ein Cover für E-Books. Aber damit kannst Du noch lange kein Printbuch bestücken. Daher hier einige kleine Hinweise zu dem Unterschied.

E-Book Cover

Wenn man es grob sagen will (und gedanklich bezeichne ich es auch so), dann ist ein E-Book Cover eine Seite, die man auf die Geschichte packt. Das war es. Bei E-Books muss man sich über die Seitenanzahl keine Gedanken machen, da sie alle auf den Reader passen. Hier spielt die Größe auch nur minimal eine Rolle. Die Größe wird erst dann interessant, wenn Du das Cover als Vorschau hochladen möchtest.

Ansonsten ist es nur eine Seite, welche Du vor die Geschichte packst. Hier ist weniger zu beachten. Vertrau hier aber auf alle Fälle Deinen Designer*innen, wenn sie Dir die Vorlagen geben. Notfalls sag ihnen klar, wo Du das Cover alles hochladen möchtest, sodass sie sich darauf einstellen können.

Printcover

Bei einem Printcover musst Du ein wenig mehr beachten. Denn hier benötigst Du nicht nur das, was vorne ist, sondern auch hinten und eben am Rücken. Das bedeutet, dass Dein*e Designer*in ein paar Daten mehr benötigt. Unter anderem die genaue Seitenzahl. Damit berechnet sich auch die Dicke des Buches. Und dafür muss natürlich die Geschichte fertig sein. Und zusätzlich musst Du noch wissen, welche zusätzliche Seiten dazu kommen.

Dazu zähle ich Werbung für andere Romane, welche Du geschrieben hast. Oder von anderen Autor*innen. Oder eine Leseprobe aus einer anderen Geschichte. Was auch immer. Deine Designer*innen sollten wissen, was sie mit diesen Daten anfangen. Daher sprich Dich mit ihnen ab und gib ihnen alle Daten, die sie benötigen. Damit fährst Du sicherer.

Wie Du mit dem Thema Cover umgehen kannst

Meine klare Empfehlung, auch wenn ich mich damit wiederhole, ist: Spare nicht am falschen Ende. Und damit ist hier natürlich das Cover gemeint. Gönne Dir lieber ein individuelles Cover oder zumindest ein Premade-Cover, anstatt Deine potenziellen Leserinnen zu verschrecken.

Vielleicht sagst Du Dir jetzt, Moment mal, ich kann mir beim besten Willen keine 100 oder gar 500 Euro für ein Cover leisten. Dann muss ich es doch selbst machen. Nein, musst Du natürlich nicht. Zum einen gibt es die Möglichkeit, dass Du jetzt, ab heute und sofort anfängst zu sparen. Wenn Du noch beim Schreiben bist, wirst Du sowieso nicht nächste Woche Deinen Roman veröffentlichen. Also hast Du noch ein bisschen Zeit ab sofort jeden Monat zehn oder auch zwanzig Euro zu sparen. Auch wenn Dein Budget eng ist, spare jeden Euro, den Du erübrigen kannst und investiere es in Deine mögliche Zukunft.

Trink lieber zu Hause Deinen Kaffee, als draußen den überteuerten zu kaufen. Schwenk auf E-Books um, anstatt die Printausgaben zu kaufen (manchmal sparst Du nur einen Euro, aber das ist mehr, als wenn Du die Printausgabe kaufst, und kannst diesen in Deine Spardose stecken – Ausnahme ist, wenn Du keinen Reader hast, dann müsstest Du erst einmal investieren). Oder besuche öfters eine Bibliothek. Dort musst Du meistens eine Semestergebühr bezahlen und kannst ansonsten so viele Bücher wie möglich leihen. Mal so als Beispiel.

Ich bin mir sicher, dass Du selbst so viele Spartipps finden kannst, ohne, das Du gleich Dein Leben einschränken musst. Schau einfach nur genauer hin.

Weiterhin gibt es auch die Möglichkeit mit den Designer*innen zu reden. Nicht nur über das Design, sondern auch über eine Ratenzahlung. Ich habe ein Premade-Cover von einer Designerin gekauft, die eigentlich noch nie Ratenzahlungen abgesprochen hatte. Und was war? Sogar sie ist da mitgegangen. Natürlich, letztendlich wollen sie auch mit Dir Geld verdienen. Daher kommen die meisten Dir gerne entgegen. Hauptsache das Geld stimmt am Ende.

Wie könnte Dein Cover aussehen?

Gegenfrage, was hat Dir bei den anderen Covern gefallen bzw. geärgert? Das könnte durchaus ein Maßstab für Dein eigenes Cover sein.

Mich zum Beispiel ärgert es immer, wenn das Bild auf der Geschichte gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat. Denn dadurch werden bei mir durchaus gewisse Erwartungen geweckt, welche die Geschichte nicht halten kann. Da kann sogar eine Enttäuschung vorprogrammiert sein.

Tina Folsom hatte mal auf einer LoveLetter Convention gesagt, dass deutsche Covers viel zu kleine Autorinnennamen haben. Sie empfiehlt, dass viel größer zu machen, damit man auch wirklich sieht, mit wem man es zu tun hat.

Natürlich soll das Cover zur Geschichte passen, aber irgendwie auch zum Genre. So hat es sich bei den Romantasygeschichten eingebürgert, auf den Covern immer einen halb nackten Mann zu sehen. Ob das so eine gute Idee ist, sei dahingestellt. Das wäre aber die Ausgangslage. Jetzt stellt sich die Frage, was Du daraus machst.

Wie oben schon geschrieben, lass Dich gerne von anderen Covern inspirieren und schau, was Dir zusagt und was nicht. Kombiniere es dann mit Deinen eigenen Wünschen und dem, was machbar ist. Letzteres wird Dich Dein*e Designer*in sicherlich gerne informieren. Und am Ende kann nur noch was Gutes herauskommen.

Ein paar Hinweise noch

Hier noch einige Hinweise, was Du bei Deinem Cover beachten solltest. Frage nach, sofern es nicht von vornherein klar ist, ob das Cover so noch einmal verkauft wird oder es einmalig bleibt. Gerade darauf solltest Du achten.

Wie oben schon beschrieben, hab ich schon gesehen, dass ein Bild (Stockfoto) auf zwei verschiedene Bücher als Cover verwendet wurde. Die große Gefahr ist hierbei natürlich, dass beide Bücher miteinander verwechselt werden (was mir dann auch passiert ist). Daher könnte es sein, dass die Leute eines der beiden Bücher ignorieren, weil sie glauben, dass sie es gekauft haben. Es mag einigen seltsam kommen, warum ein Buch zwei Mal aufgeführt wird. Aber ich befürchte, die meisten werden diesen Gedanken beiseiteschieben und nicht genauer hinsehen. Und schlimmstenfalls ignorieren sie gerade Deine Geschichte.

Und zudem könnte es Dich einfach nur ärgern, wenn Du Geld für ein Cover ausgegeben hast und jemand andere das gleiche Bild nutzt. Mir ist das passiert, ich hab vor einiger Zeit gesehen, dass ein Bild, was ich als Cover habe, auf ein anderes verwendet wurde und ehrlich gesagt, mich ärgerte es ein wenig.

Erkundige Dich also, ob Dein*e Designer*in das Bild wirklich nur einmalig verwendet hat. Eventuell wäre es daher besser, wenn das Bild selbst erstellt wurde. Sei es als Fotografie oder am PC mit irgendwelchen Programmen. Da musst Du Dir keine Gedanken machen, ob das Bild noch einmal verwendet wird.

Und ich würde Dir auch empfehlen die Printausgabe gleich mit anfertigen zu lassen. Das bedeutet, dass Dein*e Designer*in Dir das Cover so aufbereitet, dass Du es als Vorlage für eine Printversion nutzen kannst. Da die meisten Designer*innen die ganzen Abmessungen kennen und wissen, wie man die Vorlage erstellt, solltest Du es gleich mitbestellen. Auch wenn Du Dir erst einmal überlegst, nur ein E-Book herauszugeben, könnte es sein, dass Du zum Beispiel für Lesungen oder Conventions die Printausgaben drucken lässt. Dann ist es natürlich gut, wenn Du von vornherein die Druckdatei hast. Und sehr häufig ist der Aufpreis eher geringer Natur.

Wenn Du Dein Klappentext fertig hast (lasse es auf alle Fälle vorher von jemandem überprüfen und gegenlesen), dann kannst Du es auch gleich mitgeben, damit dieser eingefügt werden kann. Dann kannst Du theoretisch mit der Veröffentlichung auch schon beginnen.

Sollte es aber noch eine kleine Ewigkeit hin sein bis zu Deiner Veröffentlichung und Du verliebst Dich trotzdem schon jetzt in einem Cover, kein Problem. Mir ist das auch passiert und ich habe sie gekauft. Damit gehören sie mir und ich kann jederzeit die Anpassungen vornehmen lassen. Aber so kann ich auch sicher sein, dass sie niemand anderes hat. Gerade bei individuell aussehenden Covers kann das wichtig sein.

Sparen mag in manchen Bereichen durchaus Sinn machen, aber es heißt ja auch so schön, spare nicht am falschen Ende. Beim Lektorat, Korrektorat und am Cover zu sparen ist definitiv das falsche Ende. Wenn Du noch in der Schreibphase bist, dann fange ab heute an, Geld wegzulegen. Jeden Monat zehn Euro sind durchaus machbar. Innerhalb eines Jahres sind das 120 € und kann schon für ein Cover reichen. Oder für die Anzahlung eines Lektorats (sicherlich werden auch diese mit sich reden lassen bezüglich einer Ratenzahlung, wenn Du höflich bei Deiner Anfrage bleibst).

Ansonsten schau Dich ruhig um. Wie sehen die Covers anderer Romane in Deinem Genre aus? Was steht im Mittelpunkt, was ist drum herum? Und wie darf am Ende Dein Cover aussehen?

Wenn Du möchtest, kannst Du schon mal anfangen zu basteln (werde ruhig kreativ). Bastele Dir Dein Cover und ändere es mit jeder Phase Deines Schreibens. Am Ende kannst Du Deine Ideen auch Deiner Designerin zeigen. Eventuell kann sie damit was anfangen.

Aber auch sonst kann solch ein gebasteltes Cover Deine Motivation steigern. Du hast etwas, worauf Du hinarbeiten kannst. Eben das dieses Cover am Ende auf Deiner Geschichte prangert und in jedem Onlineshop und vielleicht sogar in dem einen oder anderen Buchladen zu finden ist.

Kurzer Hinweis – So etwas wie rechtliche Sachen

Nein, es ist keine Rechtsberatung, da ich keine Anwältin bin. Wenn Du Zweifel hast, frag Dein*e Designer*in oder Dein*e Anwält*in.

Du erwirbst mit dem Kauf eines Covers niemals die Urheberrechte, sondern nur die Nutzungsrechte. Das bedeutet, dass Du nur das Cover dafür verwenden darfst, wofür die Desinger*innen es freigeben. Erkundige Dich genau, wofür Du das Cover alles verwenden darfst. Damit meine ich, darfst Du es für T-Shirts, Tassen oder derartiges verwenden. Wenn ja, dann mach es. Hast Du nicht diese Erlaubnis, dann solltest Du es auch nicht machen. Schlimmstenfalls kriegst Du eine Klage ins Haus.

Erkundige Dich genau, was Du mit dem Cover machen darfst und was nicht. Und wenn Du das Cover auf andere Merchandisingprodukte packen möchtest, erkundige Dich nach dem Preis. Gegebenenfalls lohnt sich der Preis durchaus, dafür zu bezahlen.

Aber noch wichtiger ist, dass Du herausfindest, für wie viele Buchverkäufe Du das Cover verwenden darfst. So hab ich bei einer Desingerin gelesen, dass man maximal 100.000 Bücher mit dem Cover verkaufen darf. Ist man drüber, muss man eine erweiterte Lizenz erwerben.

Mit anderen Worten erkundige Dich, was Du mit dem Cover machen darfst und was nicht. Auf Dauer ersparst Du Dir damit möglichen Ärger.

Abschlussgedanken

Vor etwa zwei Jahren habe ich beobachtet, wie jemand ein Cover in Auftrag gab. Dabei konnte ich die Entstehung, die letztendlich Auswahl und die erneute Veröffentlichung beobachten. Das Cover kostete so um die 400 Euro.

Auf die Frage, ob sich der Preis gelohnt hat, antwortete der Autor, dass er innerhalb von zwei oder drei Wochen diese Summe wieder eingenommen hatte. Für ihn hatte es sich definitiv gelohnt.

Mit anderen Worten, ein gutes Cover lohnt sich immer. Such Dir Deine Lieblingsbücher raus und überleg Dir, sofern Du sie wegen den Covern gekauft hast, warum. Und was von diesem Cover möchtest Du auf Deinem eigenen haben.

Es kann richtig Spaß machen, darüber zu grübeln. Gerade dann, wenn Dein Roman fertig ist. Das bedeutet, dass Du mit großen Schritten auf die Veröffentlichung hinarbeitest. Und das ist doch toll, oder nicht?

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Kreativität.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

Marketing Buch: Eine Übersicht

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

auf meinem Twitteraccount hatte ich mal gefragt, worauf Leser*innen achten, wenn sie ein neues Buch kaufen. Und dankbarerweise haben 311 tolle Leute an der Umfrage teilgenommen. Zusätzlich gab es noch viele wichtige Hinweise in dem Thread dazu. Denn ganz unter uns, als ich die Umfrage erstellt habe, hab ich an den Titel gar nicht gedacht.

Die Ergebnisse dieser Umfrage, sind die Themen für diesen Monat.

Kurze Vorgedanken

Nehmen wir an, Du bist in einer Buchhandlung, der besonderen Art. Dort findest Du ausnahmslos jedes Buch, das Du kaufen kannst. Es wird kein Unterschied gemacht, ob das Buch von einem Verlag oder Indi-Verlag stammt oder im Selfpublishing veröffentlicht wurde. Nun möchtest Du ein Buch kaufen. Nach welchen Kriterien könntest Du gehen? Die eingefügte Umfrage ist natürlich nicht repräsentativ. Immerhin haben “nur” 311 Leute mitgemacht. Trotzdem ist das Ergebnis doch sehr eindeutig.

Im heutigen Beitrag möchte ich erst einmal eine kleine Übersicht über die Themen liefern. In den kommenden vier Wochen möchte ich Dir dann Tipps und Vorschläge machen, wie Du genau mit dem Thema umgehen kannst. Was Du dann davon umsetzen möchtest, liegt dann an Dir.

Das Cover

Von den Befragten haben 56 Prozent angegeben, dass ihnen das Cover bei der Auswahl sehr wichtig ist. Und damit hat dieser Punkt auch in der Umfrage gewonnen. Zurecht, wie ich selbst erst vor kurzem wieder feststellen durfte.

In letzter Zeit hab ich Romane zu diversen Themen gesucht. Auf Goodreads kannst Du zu diversen Themen Listen anlegen, die mir bei meiner Suche sehr geholfen haben. Das Problem bei solchen Listen ist natürlich, dass man irgendwann nicht mehr die Titel liest, sondern sich von den Covern leiten lässt. Zumindest ist es bei mir so.

Und da müssen die Covers auch im kleinen überzeugen. Zwar haben in der Umfrage einige gesagt, dass sie auch Geschichten mit einem schlechten Cover kaufen würden. Nur haben sie es schwerer. Warum? Weil diese über Umwege überzeugen müssen. Entweder durch Rezensionen. Oder durch Empfehlungen. Wenn aber nicht die richtigen Personen die Geschichte gelesen haben, weil das Cover abgeschreckt hat, dann wird es immer schwerer mit dem Verkauf eines Buches.

Daher hier einige erste Tipps für die Wahl oder die Erstellung eines Covers:

Natürlich sollte dieser zum Genre und zur Geschichte passen. Wenn Du einen Krimi schreibst, dann könnte ein Liebespaar auf dem Cover irritieren. Selbst wenn es in der Geschichte um ein Liebespaar geht, könnte das eher abschreckend sein. Du errichtest damit eine Hürde beim Kauf, die nicht sein muss.

Ideal ist es, wenn das Cover so aussieht, als hätte es jemand vom Fach gestaltet. Du kannst selbst gerne das Cover gestalten und nicht kaufen. Dagegen spricht nichts. Es sollte halt professionell aussehen. Immer wenn ich ein Cover sehe, dass so aussieht, als hätte jemand ein Bild genommen und den Titel draufgepackt, frage ich mich, warum sollte ich mir das Buch kaufen? Als Autorin sage ich nicht, dass sich die Autor*innen keine Mühe mit ihrer Geschichte geben, wenn sie sich keine Mühe mit dem Cover machen. Da gibt es sicherlich viele Gründe, warum dieser Weg gegangen wird. Das Problem ist nur, dass es viele andere nicht so sehen.

Daher kann ich Dir nur ans Herz legen, dass Dein Cover gut aussieht. Und das in jeglicher Hinsicht. Es darf gerne eine Augenweide sein, wenn man es im groß sieht. Aber auch, wenn man es nur so groß wie ein Daumennagel ist. Damit möchte ich sagen, dass man nicht sofort das große Cover sieht. In der oben erwähnten Liste bei Goodreads sieht man nur die Vorschau. Und auch hier muss das Cover überzeugen. Denn häufig sehen Deine Leser*innen nur dieses kleine Vorschaubild. Und wenn es nicht individuell aussieht, werden sich nicht alle das Buch näher anschauen.

Der Klappentext

33 Prozent der Teilnehmenden haben ausgesagt, dass ihnen ein guter Klappentext wichtig ist. In dem Thread wirst Du aber dann Aussagen lesen, wie, dass zuerst das Cover überzeugen muss und dann schauen sie sich den Klappentext an. Und das kann ich bestätigen. Wobei hier auch sehr viel Gefahrenpotenzial steckt.

In den letzten Tagen habe ich mir ein paar Bücher gegönnt. Und zuerst hab ich mich von interessante Covern leiten lassen. Doch dann wollte ich natürlich etwas über den Inhalt lesen. Worum geht es? Könnte es eine interessante Geschichte sein? Und entsprechen diese Geschichten auch mein Geschmack?

Sehr häufig ist der Klappentext die letzte Hürde vor dem Kauf. Es gibt tatsächlich Menschen (zu denen ich übrigens auch gehöre), die keinen Blick ins Buch riskieren. Entweder das Cover und den Klappentext überzeugen oder eben nicht. Und wenn nicht, dann wird das Buch eben nicht gekauft. Wenn Du als Autor*in hier also nicht überzeugen kannst, dann wird es enger.

Bedauerlicherweise entsprechen einige Klappentexte nicht unbedingt der Geschichte. Denn diese waren um einiges spannender als die Geschichte selbst. Tatsächlich hab ich zwei Geschichten gekauft, in dem mir ein toller Roman versprochen wurde. Das Ende vom Lied war, dass die Idee, die erwähnt wurde, in ein paar Sätze abgehandelt wurde und dann war es das. Das hat dann auch zu einem enttäuschten Gesicht bei mir gesorgt (und kann schlimmstenfalls zu einer schlechten Bewertung führen, mein Hinweis, immer eine gute Geschichte schreiben).

Zudem soll der Klappentext so spannend sein, dass die Leute sich regelrecht die Finger danach lecken, die Geschichte kaufen zu dürfen und dann sofort zu lesen. Dein Roman soll idealerweise sofort geöffnet und gelesen werden und nicht auf irgendwelchen Subs landen. Zwar hast Du ein Buch verkauft. Aber im Idealfall möchtest Du doch bestimmt noch weitere Bücher verkaufen. Und das sicherlich an die Personen, die schon Bücher von Dir haben. Damit sie Dich empfehlen und dann weitere Personen zu Dir kommen.

Daher ist es wichtig, hier ein Auge drauf zu werfen. Der Klappentext ist wie eine Bewerbung. Du bewirbst Dich um Deine Leser*innen. Vielleicht ist das auch eine der Gründe, warum viele es nicht mögen, diesen zu schreiben.

Die Leseprobe

Häufig kommen viele nicht zu einer Leseprobe, weil ihnen ein gutes Cover und ein spannender Klappentext ausreichen. Aber eben nicht alle. Immerhin haben 8 Prozent der Befragten angegeben, dass die Leseprobe kaufentscheidend sei. Aber immerhin sind es noch 8 Prozent.

Leseproben bedeutet, dass Du einen kleinen Auszug frei zur Verfügung stellst. Die Länge der Leseprobe würde ich immer von der Lände der Geschichte abhängig machen. Wenn also Dein Roman 1.000 Seiten hat, kannst Du durchaus ein oder zwei Kapitel mindestens zur Verfügung stellen. Wenn Deine Geschichte jedoch nur fünfzig Seiten hat, dann würde ich vorschlagen, dass Du ein oder zwei Seiten maximal als Leseprobe anbietest.

Wenn Du über die bekannten Onlineshops Deine Geschichte anbietest, kannst Du dort einen Blick ins Buch anbieten. Damit können Deine zukünftigen Leser*innen die ersten Seiten lesen, ohne dass Du Dir Gedanken machen musst, wie Du es ihnen anbieten sollst. Besonders kann ich Dir den Blick ins Buch empfehlen, wenn Du ein Sachbuch geschrieben hast. Hier ist besonders das Inhaltsverzeichnis wichtig.

Bei Sachbüchern suchen Deine Leser*innen eine Lösung für ihr Problem. Und wenn sie sehen, dass ihr Problem in Deinem Sachbuch behandelt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Dein Buch kaufen. Häufig möchten die Leute aber auch einfach nur sehen, worum es bei Deinem Sachbuch geht. Gefällt ihnen Dein Schreibstil? Wie sind die Seiten aufgebaut? Spricht es sie an? Bei Sachbüchern werden ganz andere Maßstäbe angesetzt, als an einem Roman.

Hast Du ein Roman geschrieben, kannst Du schon mit dem Klappentext spätestens überzeugen. Trotzdem würde ich nie auf eine Leseprobe verzichten. Eben für die acht Prozent.

Jedoch würde ich nicht nur auf die bekannten Onlinehändler setzen. Tatsächlich kommen auch Leser*innen über Deine Internetseite zu Deinem Buch. Gerade heute hab ich die Internetseite einer Autorin aufgesucht. Und dort entdeckte ich, dass sie ein Buch geschrieben hat, welches in mein Beuteschema sehr gut passt. Nun kann ich mir die Leseprobe durchlesen und entscheiden, ob ich das Buch kaufen möchte. Erst recht, wenn es nicht ganz in mein Beuteschema passt.

Daher kann ich Dir nur ans Herz legen, dass Du eine Leseprobe auf Deiner Internetseite zu jedem Buch veröffentlichst. Die Länge richtet sich, wie oben erwähnt, nach der Länge des Buches.

Der Titel

Den letzten Punkt hatte ich sicherheitshalber aufgeführt, damit die Leute mir noch schreiben können, worauf sie noch achten. Dass dann der Titel kommt, daran hab ich nicht gedacht. Darauf hatten sich dann alle, die mir geschrieben haben, am ehesten konzentriert. Einen weiteren Punkt gibt es an der Verpackung Buch scheinbar nicht, worauf die Leser*innen achten. Auch wenn 3 Prozent hier wenig ist, so finde ich, dass der Titel durchaus wichtig ist.

Titel können viel erreichen und gleichzeitig auch einiges kaputt machen. Wenn Du einen Titel wählst, der austauschbar ist, dann kann es passieren, dass Dein Buch damit untergeht. Im Bereich der historischen Romane gibt es Titel wie “Die Apothekerin”, “Die Wanderhure”, “Die Seherin” und so weiter. Irgendwann sieht man hier den Wald vor läuter Bäumen nicht mehr. Schlimmstenfalls steht Dein*e Leser*in vor dem Bücherregal und denkt sich, dass sie schon das Buch gelesen hat, weil es einen ähnlichen Titel hat. Zu Hause stellt sie dann fest, dass es nicht so war. Wenn Du Glück hast, wird das Buch noch gekauft. Wenn nicht, dann wird es vergessen und damit hat es sich.

Kannst Du aber mit Deinem Buchtitel überzeugen, dann landet Dein Buch eher im Warenkorb und wird gekauft. Denn gute Titel sollen natürlich Neugier erzeugen und die Leute anlocken. Gerade dann, wenn man nur den Titel liest und keine Möglichkeit hat, sich das Cover anzusehen. Das trifft besonders auf Buchrezensionen im Internet zu. Der Buchtitel wird fast immer als Beitragstitel genommen und dann kannst Du damit überzeugen. Die Leser*in ruft den Beitrag auf und liest dann meistens die Rezension durch. Wenn die dann noch positiv ausfällt, könntest Du ein Buch verkauft haben.

Abschlussgedanken

Zusammengefasst kann man sagen, idealerweise stimmt das Gesamtpaket. Um mit dem Buch zu punkten solltest Du also ein gutes Cover haben mit einem starken Titel. Dann hat es einen interessanten Klappentext und die Leseprobe ist richtig gewählt. Denn auf Deiner Internetseite musst Du nicht die ersten Seiten wählen, sondern kannst auch eine faszinierende Probe aus der Mitte der Geschichte wählen.

Hier noch ein ganz wichtiger Hinweis: Natürlich ist die Verpackung sehr wichtig. Aber wenn der Inhalt nicht stimmt, dann kommen enttäuschte Rezensionen. Daher ist es natürlich wichtig, dass auch die Geschichte stimmt.

In den kommenden Wochen schauen wir uns aber die Verpackung an. Bis dahin wünsche ich Dir alles Liebe.

Deine frau schreibseele