Marketing: Dein Blog

Marketing: Dein Blog

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es kann sein, dass Du Dir sagst, dass eine Internetseite an sich eine interessante Sache ist. Aber eben nicht für Dich. Für Dich kommt so etwas nicht infrage. Das mag daran liegen, dass Du keine Ahnung von HTML hast (und der Meinung bist, dass Du das benötigst). Und überhaupt ist ein Blog doch viel interessanter.

Oder Du weißt noch nicht, was interessanter für Dich sein könnte, eine Internetseite oder eben ein Blog. Darüber möchte ich heute mit Dir sprechen.

Kurze Vorgedanken

An dieser Stelle möchte ich keinen Beitrag darüber schreiben, welcher Blogbetreiber nun am besten ist. Die einen schwören auf WordPress, die anderen auf Blogspot und die Dritten auf einen völlig anderen.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, welchen Anbieter Du wählen könntest, sprich mit den Leuten, welche die jeweiligen Anbieter gewählt haben und frag sie nach deren Vor- und Nachteilen. Es kann natürlich sein, dass Du es mit Hardcorefans zu tun bekommst. Das ist völlig in Ordnung. Ich gehe davon aus, dass Du trotzdem vernünftige Antworten erhältst.

Zusätzlich kannst und solltest Du noch bei den Anbietern selbst recherchieren, was sie Dir zu bieten haben. Du kannst auch einfach einen Probeblog anlegen, um zu sehen, wie es hinter der Bühne aussieht. Und danach kannst Du immer noch entscheiden.

Warum überhaupt ein Autor*innenblog und nicht nur eine Internetseite?

Ein Autor*innenblog ist um einiges direkter als eine Webseite. Eine Webseite ist eine zumeist statische Angelegenheit. Das bedeutet, Du erschaffst sie, aber häufig ist eine direkte Kommunikation mit Deinen Leser*innen etwas schwieriger (außer Du hast ein Gästebuch – eine eher aussterbende Angelegenheit).

Bei einem Blog sieht das meistens ein wenig anders aus. Denn hier hast Du die Kommentarfunktion. Wenn Du also einen Beitrag schreibst und veröffentlichst (und die Funktion nicht ausgeschaltet hast), dann können Deine LeserInnen direkt mit Dir in Kontakt treten.

Damit ist der Blog ein wenig näher an dem sogenannten Web 2.0. Deine Leser*innen konsumieren nicht nur, was Du ihnen bietest, sondern können dazu Stellung nehmen. Zwar in einem vorgegebenen Rahmen (sie werden aller Wahrscheinlichkeit in erster Linie auf Deine Beiträge reagieren), aber der Kontakt ist weitaus mehr gegeben, als bei einer Internetseite.

Daher kann es sich schon lohnen, zumindest darüber nachzudenken, ob Du nicht zu einem Blog greifst.

Entweder – Oder, oder doch beide zusammen?

Einigen stellt sich die Frage, ob sie nur eine Webseite erstellen sollen oder einen Blog. Andere hingegen entscheiden sich für beide Sachen. Das hat natürlich alles seine Vor- und Nachteile.

Eine Internetseite lässt sich um einiges leichter pflegen. Und zwar spätestens dann, wenn es etwas Neues von Dir gibt. Sei es eine neue Geschichte, ob Du irgendwo auftrittst (zum Beispiel auf Buchmessen) oder was auch immer Dir wichtig ist.

Ein Blog will hingegen regelmäßig gepflegt werden. Regelmäßig bedeutet nicht jede Woche ein oder zwei Beiträge. Das kann auch nur einmal im Monat sein. Aber es empfiehlt sich trotzdem eine Art Redaktionsplan zu erstellen, was Du wann veröffentlichen willst.

Damit verhinderst Du, dass bei Deinen Leser*innen sich ein gewisser Frust aufbaut. Wenn sie jede Woche nachschauen, ob ein neuer Beitrag online gestellt wurde und da keiner ist und sie nicht wissen, wann der nun kommt, dann werden sie immer weniger Deine Seite aufsuchen.

Daher ist es immer gut, solltest Du Dich für einen Blog entscheiden, dass Du klar machst, wann Deine Beiträge erscheinen. Das könnte der Erste eines Monats sein, oder immer montags oder immer etwas am Wochenende. Es ist egal, wann Du Deine Beiträge schreibst (auch wenn das Blogprofis vielleicht anders sehen dürften). Wichtig ist, dass Du regelmäßig schreibst und Deinen Leser*innen auch sagst, wann sie mit einem Blogbeitrag rechnen können.

Wenn Du beides miteinander mischst, dann kannst Du ein statisches Element mit einem dynamischen kombinieren. Das statische Element der Internetseite (die eher unregelmäßig aktualisiert wird) und das dynamische Element des Blogs (das regelmäßig einen Beitrag von Dir erwartet).

Der Vorteil eines Blogs

Mit einem Blog kannst Du Dich schreibtechnisch austoben. Du kannst Deine Meinung kundtun, Schnipsel aus Deinem aktuellen Projekt posten, Texte veröffentlichen, die sonst nie das Licht der Welt erblicken würden, Tipps und Tricks zum Schreibprozess geben oder was auch immer Dich so bewegt.

Als Autor*in kannst Du aus allem schöpfen, was Dich interessiert oder Dich gerade beschäftigt. Da gibt es keine Grenzen. Immerhin bist Du Schriftsteller*in, dass bedeutet, dass Du kreativ genug bist (oder zumindest sein solltest), um genügend Material zu haben, damit Dein Blog gefüllt wird.

Da die meisten Blogs eine Kommentarfunktion haben, können Deine LeserInnen auf die Beiträge reagieren und Du kannst entsprechend darauf antworten. Und damit ist es möglich, dass ihr miteinander in Kontakt tretet. Denn ein Blog lebt nicht nur von den Beiträgen, es lebt von der Kommunikation.

Zudem kannst Du schneller auf bestimmte Ereignisse reagieren, die aktuell in der Welt des Schreibens passieren. Nehmen wir an, es gibt eine wichtige Änderung in der SP-Szene oder der Verlagswelt und Du hast das Bedürfnis darüber etwas zu schreiben, Dein Blog ist der passende Ort dafür.

Natürlich könntest Du einen solchen Text auch auf Deiner Internetseite packen, das stimmt. Aber wenn Du regelmäßig so etwas schreibst, könnte es passieren, dass diese irgendwann unübersichtlich wird (dafür gibt es ja die Beitragsübersicht im Pull-down-Menü). Zudem kannst Du Dich nicht mit jemandem austauschen, die oder der ähnliche Erfahrungen wie Du gemacht hat, die Sache anders sieht oder nachfragen hat.

Und theoretisch könnte ein Blog auch eine Internetseite ersetzen. Es spricht also eine Menge für einen Blog.

Die Nachteile eines Blogs

Natürlich musst Du ihn regelmäßig füttern (auch wenn es nur einmal im Monat ist). Das bedeutet, Du musst Dich hinsetzen und etwas schreiben und es dann auch zu einem bestimmten Termin veröffentlichen.

Das bedeutet, dass Du ein Thema finden musst, um darüber zu schreiben. Gegebenenfalls musst Du recherchieren oder Deine Meinung argumentativ untermauern. Auf alle Fälle machen die Beiträge durchaus arbeit. Rechne gerne mit mehreren Stunden für einen halbwegs guten Beitrag.

Und natürlich will dieser auch überarbeitet werden (nicht immer ist es gut, die erste Fassung zu veröffentlichen). Denn Satzverwirrungen können sich einschleichen oder Du wiederholst Dich. Das kann alles vorkommen und kommt auch vor.

Weiterhin kann es durchaus auch frustrierend sein, wenn die Leute nicht auf Deinen Beitrag reagieren. Gerade am Anfang bedeutet das also, dass Du einen sehr langen Atem haben solltest.

Im ersten Jahr meines Bloglebens war es so, dass ich schon richtig glücklich war, wenn am jedem Tag der Woche überhaupt welche meinen Blog aufgesucht haben. Und wenn ich mehr als 10 Klicks am Tag hatte, ich war so glücklich wie eine Schneekönigin. Likes oder gar Kommentare waren trotzdem sehr rar gesät. Das sind schlichtweg Fakten, mit denen man sich durchaus beschäftigen sollte.

Erst nach und nach passierte es, dass ich jeden Tag Besucher*tnnen auf meinem Blog begrüßen darf und das sogar im hohen zweistelligen Bereich und auch teilweise im dreistelligen Bereich. Aber auch wenn Du Dich an die ganzen Tipps und Tricks von irgendwelchen Blogexpert*innen hältst, es wird immer eine gewisse Zeit dauern, bis Dein Blog berühmt wird.

Es könnte sein, dass das anders aussieht, wenn Du vorher schon eine gewisse Berühmtheit erlangt hast. Aber rechne einfach erst einmal damit, dass der Anfang schwer wird. Das sage ich nicht, um Dich zu entmutigen. Ganz im Gegenteil, je mehr Du an Dich und Deinen Texten arbeitest, desto schöner wird die Belohnung. Ich möchte Dich nur darauf hinweisen, dass die Sache eben ihre Zeit benötigt. Aber es kann sich durchaus lohnen.

Der rechtliche Kram

Da ich das schon in meinem Beitrag rund um die Internetseite erwähnt habe, möchte ich mich hier nicht wiederholen. Daher bitte ich Dich höflichst, dort alles Weiter nachzulesen, vielen Dank.

Die Kommentarfunktion

Da eine Internetseite nicht zwangsläufig über eine Kommentarfunktion verfügt, außer Du entscheidest Dich ein Gästebuch einzufügen, möchte ich an dieser Stelle gesondert darauf eingehen, da es hierbei durchaus was zu beachten geben kann.

Aber auch hier gilt, ich selbst bin keine Juristin oder hab eine juristische Ausbildung mit der Erlaubnis, eine entsprechende Beratung anzubieten. Wenn Du also weitere Fragen hast, bitte ich Dich, dass Du Dich damit an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt wendest. Dort wird Dir sicherlich bei speziellen Fragen geholfen.

Auch wenn sich das vielleicht komisch anhört, Du bist für die Kommentare der Anderen verantwortlich. Das bedeutet, was auch immer auf Deinem Blog als Kommentar hinterlassen und nicht von Dir kontrolliert wird, kannst Du dafür gegebenenfalls verklagt werden. Zumindest war das die Rechtsprechung vor einigen Jahren so (damals auch mit Gästebüchern und Foren).

Und ich befürchte, dass sich zwischenzeitlich nicht viel daran geändert hat. Immerhin gab es vor einigen Jahren (zumindest meine ich mich daran zu erinnern) ein Urteil, dass man auch dafür verantwortlich ist, was auf der eigenen Facebook-Seite geteilt wird. Warum sollte sich also daher die Sache auf dem Blog als Kommentar geändert haben?

Aber keine Panik, es gibt die eine oder andere einfache Methode, um das alles zu umgehen.

Keine automatische Freischaltung der Kommentare

Eine für mich wichtige Einstellung bezüglich der Kommentare ist die, dass diese nicht automatisch freigeschaltet werden. Auch dann nicht, wenn die entsprechende Person bereits auf meinem Blog kommentiert hat. Denn man weiß nie, mit was für Personen man es zu tun hat. Dann schaltest Du einen Kommentar frei, der an sich harmlos ist und beim nächsten Mal legt die Person so richtig zu und beleidigt Dich oder wen auch immer und dieser Kommentar wird automatisch freigeschaltet. Keine gute Idee.

Normalerweise solltest Du in Deinem Blog ein entsprechendes Häkchen setzen können, dass die Kommentare erst einmal gespeichert werden und Du sie manuell freischaltest.

Ein weiterer Vorteil ist auch der, dass Du jeden Kommentar nach und nach abarbeiten kannst. Nehmen wir an, dass Du zu denen gehörst, die viele Kommentare bekommt. Dann könnte es passieren, dass diese irgendwann untergehen. Schaltest Du sie erst dann frei, wenn Du sie beantwortest, kann Dir das nicht passieren.

Kommentare im Notfall auch mal zensieren

Wenn Du das Gefühl hast, dass ein Kommentar urheberrechtlich geschütztes Material beinhaltet oder einfach nur voller Beleidigungen ist, dann ist es möglich, diesen zensiert zu veröffentlichten. Meine Empfehlung ist dabei, dass Du die gelöschten Stellen mit folgenden Zeichen kenntlich machst: […].

Du kannst auch in den eckigen Klammern schreiben, was Du gelöscht hast (zum Beispiel, Text aus dem Roman, der Kurzgeschichte oder was auch immer bzw. eine Beleidigung). Damit wissen alle LeserInnen, warum Du Dich für diesen Weg entschieden hast.

Hier noch ein kleiner Tipp. Bei Kommentaren mit Beleidigungen oder sonstigen Inhalt, der sich nach einer Straftat anhören könnte, mach bitte immer vom Original ein Screenshot. Damit hast Du immer ein Beweis in der Hand, solltest Du Dich gezwungen sehen, doch die Person anzeigen zu müssen. Im Rahmen der DSGVO solltest Du jedoch keine IP-Adressen mehr speichern. Daher ist es fraglich, inwiefern das juristisch verfolgt werden kann. Die Polizei wird Dir sicherlich hier Auskunft geben können.

Kommentare dürfen auch mal gelöscht werden

Für mich gibt es durchaus Kommentare, die sehr wohl gelöscht werden dürfen. Immerhin ist es mein Blog und ich trag die Verantwortung dafür, was hier veröffentlicht wird. Das gilt letztendlich auch für die Kommentare.

Erst einmal habe ich mich selbst entschieden, keine reinen Werbekommentare mehr zu veröffentlichen. Das sind Kommentare, die nichts zum Inhalt des jeweiligen Beitrages sagen, sondern wirklich nur für die eigene Webseite oder für das aktuelle Buch Werbung machen. Da ich selbst keine Werbeplattform bin und dafür nicht bezahlt werde, fliegen sie raus.

Bitte missverstehe das nicht, ich unterstütze gerne Autor*innen bei der Werbung für ihre Bücher. Sprich mich an und ich schreibe sogar ein Beitrag für Dich oder mit Dir. Daran soll es nicht scheitern. Nur wenn ich das Gefühl habe, die Leute interessieren sich weder für mich als Person noch für mich als Autorin oder als Bloggerin, warum sollte mich dann ihr Kommentar interessieren?

Wenn Du aber einen sinnvollen Kommentar schreibst und dann zu Deinem Blog linkst, wo vielleicht ein Beitrag steht, der zum Thema passt, dann sehe ich von einer Löschung ganz klar ab. Das ist für mich keine Werbung, sondern lediglich eine Verlinkung. Auf diese Weise habe ich auch Nike Leonhardt kennengelernt und sie möchte ich auf keinen Fall missen.

Kommentare, bei denen man das Gefühl hat, dass die/der Verfasser*in sich nicht die Mühe gemacht hat, sich den Beitrag zu lesen oder gar die verlinkten Beiträge, aber irgendwie etwas verzapfen muss, warum soll ich sie freischalten? Ich wüsste nicht wieso. Aber das ist ein Thema, da muss jede*r selbst entscheiden, wie sie oder er damit umgeht.

Solltest Du das machen, sei Dir versichert, viele solcher Leute werden dann Deinen Blog nicht besuchen. Daher sollte man hier eher sparsam vorgehen. Andererseits, es ist meine kostbare Lebenszeit. Warum sollte ich sie als mit Leuten verbringen, die sich nicht die Mühe machen ihre kostbare Lebenszeit ein wenig zu verschwenden, um den Beitrag zu lesen?

Beleidigende, rassistische, sexistische oder ähnliche Kommentare gehören natürlich sofort gelöscht. Nachdem Du ein Screenshot gemacht hast. Denn so etwas eine Plattform zu geben, halte ich für unsinnig und in manchen Fällen kann das sogar ganz schön nach hinten losgehen.

Den Screenshot solltest Du natürlich auch dafür behalten, falls Du eine Anzeige erstatten möchtest. Gegebenenfalls, wenn Du den Beitrag sowieso nicht veröffentlichen möchtest, kannst Du ihn auch da belassen, dann hast Du direkte Beweise für die Polizei.

Zwei Hinweise

Es mag sich vielleicht anhören, als müsstest Du regelmäßig Kommentare löschen und Dich mit Anwält*innen und der Polizei auseinandersetzen. Dem ist nicht so. Bisher musste ich bisher noch nie die Polizei anrufen, weil ein Kommentar grenzwertig war. Und der Blog ist ein paar Tage alt und früher habe ich schon einige Blogs geführt.

Das sind nur Hinweise, falls es doch mal kommen sollte und Du nicht weißt, was Du nun tun sollst. Einige könnten dann spontan auf dem Schlauch stehen.

Und zum Zweiten kann es immer passieren, dass jemand Meinungsfreiheit brüllt und Du sie ja ach so böse verletzt. Es stimmt, Artikel 5 des Grundgesetzes schützt die Meinungsfreiheit. Artikel 1 des Grundgesetzes hingegen spricht von der Würde des Menschen und das sie unantastbar sind.

Im Sozialkundeunterricht habe ich gelernt, dass die Rangfolge der Artikel im Grundgesetz eine Bedeutung hat. Je höher der entsprechende Artikel, desto wichtiger ist er. Das bedeutet, dass Deine Würde wichtiger ist, als die Meinungsfreiheit einer anderen Person. Sollte also jemand Deine Würde verletzten oder beschneiden wollen, hat sie oder er kein Recht dazu. Du hingegen hast das Recht die Meinungsfreiheit zu beschneiden. So einfach ist das.

Doch solche Gedanken könnten dann für Dich interessant werden, wenn Du über sehr kontroverse Themen schreibst. Das ist leider ein Fakt. Immer wieder verfolge ich Diskussionen auf Twitter (was hierzu nicht vergleichbar ist) und mir ist regelrecht die Kinnlade runtergefallen (Memo an mich, ich sollte einfach keine Kommentare mehr lesen). Da ging es sehr stark unter die Gürtellinie. Aber bei einem persönlichen Blog, indem es nur um Deine Bücher und Dein Leben als Autor*in geht, da sollte das eigentlich nicht passieren. Und wenn doch, keine Panik, hol Dir notfalls Hilfe und geh aufrecht in die Antwortfunktion.

Die Reiter

In einem Blog kannst Du mehrere „Reiter“ einfügen, in denen Du wichtige Informationen einfügen kannst (siehe bei meinem Blog oben die Reiter). Da ich mich dazu bereits in meinem Beitrag rund um die Internetseite dazu geäußert habe, wiederhole ich mich hier nicht. Bitte einfach dort notfalls noch einmal alles nachlesen. Danke schön.

Bücherrezensionen

Da ein Blog mehr Platz bietet, um verschiedene Beiträge zu schreiben, im Gegensatz zu einer Internetseite, möchte ich dieses Thema hier aufgreifen. Denn vor einiger Zeit wurde auf Twitter eine Frage zum Thema Buchrezension auf dem eigenen Autor*innenblog gestellt.

Und zwar ging es darum, ob man als Autor*in die Bücher anderer Autor*innen rezensieren darf bzw. sollte. Mein erster Gedanke war, ja klar, warum denn nicht? Doch eine andere Antwort leuchtet durchaus ein.

Wenn Dir ein Buch gefallen hat und Du eine positive Rezension schreibst, könnten einige auf den Gedanken kommen, dass es sich hierbei um eine Gefälligkeitsrezension handelt. Schreibst Du dagegen eine negative Rezension, bist Du natürlich nur neidisch.

Egal also, was Du machst, Du kannst nur verlieren. Daher wurde damals in der Diskussion empfohlen, eben keine Rezensionen auf einen Autor*innenblog zu veröffentlichen. Neuerscheinungen kannst Du ankündigen, dass wurde allgemein zugestimmt. Und Rezensionen gehört auf Dein Reziblog. Oder eben auf gewissen Onlineportalen.

Wie Du das letztendlich machst, wie so oft, ist am Ende Deine eigene Entscheidung.

Abschlussgedanken

Theoretisch gibt es zum Thema Blog noch eine Menge zu sagen. Aber Du kannst Dich auch einfach von den vielen anderen Autor*innenblogs inspirieren lassen und sehen, was am Ende dabei herauskommt. Mach Dir Notizen, mit welchen Kategorien Du arbeiten möchtest oder auch was für Beiträge Du verfassen willst.

Du kannst entweder eine Internetseite haben oder einen Blog. Mit beiden zusammen kannst Du durchaus mehr Leute erreichen. Denn eine Internetseite bietet nicht zwangsläufig viel Material, um die Leute dauerhaft dort zu binden. Haben sie einmal alles durchgelesen, dann ist eine Internetseite nicht mehr interessant. Aber wenn Du dazu noch einen Blog hast, dann werden Deine Leser*innen aller Wahrscheinlichkeit eher zurückkommen. Denn sie wollen Deinen neuesten Beitrag lesen.

Überleg Dir daher, ob Du Dir einen Blog anschaffen möchtest, und recherchiere dann, welcher Anbieter für Dich der richtige ist. Und dann leg einfach los.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr lesenden Besuch.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Wie schreibe ich einen Klappentext?

Wie schreibe ich einen Klappentext?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für die Planung eines Projektes oder für die Veröffentlichung eines Romans könnte ein Klappentext sehr hilfreich sein. Wie das geht, das stelle ich Dir in diesem Beitrag vor. Ursprünglich erschien er am 23. Mai 2016 auf meinem schreibkastenblog.

Kurze Vorgedanken

Als Selfpublisher*in ist das Thema Klappentext spätestens dann ein Thema für Dich, wenn Dein Buch fertig ist und Du bereit bist, diesen zu veröffentlichen. Aber wenn Du noch ganz am Anfang bist, also in der groben Planung oder beim Plotten und planen, dann kannst Du Dich auch schon mit diesem Thema beschäftigen.

Dein fertiges Projekt

Bist Du fertig, willst Du es sicherlich richtig präsentieren. Das Cover ist ein erster und wichtiger Anreiz. Das stimmt. Hast Du Deine potenzielle Leserinnen und Leser dazu gebracht, Dein Baby in die Hand zu nehmen oder online anzuklicken, reicht das bei Weitem nicht aus. Du musst sie nun mit Deinem Klappentext überzeugen und dazu verführen, dass sie die ersten drei Seiten lesen (wenn Du erlaubst, online in Dein Buch zu schauen). Oder das Buch sofort in den Warenkorb zu legen, um damit zur Kasse zu gehen.

Und dafür hast Du gerade mal 150 bis 200 Wörter Zeit (mehr dazu unten). Länger sollte ein Klappentext nicht sein. Wobei ich hierbei den Klappentext auf dem Rücken Deines Buches meine. Wenn Du ein Umschlag hast, dann kannst Du Dir mehr Zeit bzw. Zeilen nehmen. Das Problem hierbei ist jedoch, wie bringst Du die potenziellen Leserinnen und Leser überhaupt so weit zu gehen. Sofern Du überhaupt ein Umschlag hast.

Dein Klappentext solltest Du nicht unterschätzen.

Du stehst noch am Anfang

Dir leuchtet sicherlich ein, warum es wichtig ist, am Ende Deines Projektes Dich mit diesem Thema zu beschäftigen. Auch wenn für viele Autorinnen und Autoren das Thema Klappentext ein rotes Tuch ist. Und ich kann es verstehen. Denn ich habe für eine Novelle auch versucht ein Klappentext zu schreiben, es ist nicht leicht. Um es mal nett auszudrücken.

Warum solltest Du Dich gleich am Anfang Deines Projektes dann bitte schön darum bemühen? Einige könnte das vielleicht sogar entmutigen.

Erst einmal bitte ich Dich, nimm am Anfang Deines Projektes den Klappentext nicht ZU ernst. Das ist nicht Sinn dieses Beitrages. Sinn ist, dass Du eine Orientierung hast, wohin sich genau Dein Roman hinbewegen soll. Wenn Du jetzt schon den roten Faden hast, dann wird es leichter sein, Deine Geschichte zu planen und zu plotten. Und am Ende kannst Du Deinen Klappentext sogar nutzen, um die finale Version zu schreiben.

Deswegen siehe bitte in diesem Stadion den Klappentext als Mittel für Deinen Plot und nicht als Folterinstrument an. Auch wenn es sich sicherlich so anfühlt. Es ist eine Unterstützung. Und er muss noch nicht einmal perfekt sein. Ganz im Gegenteil. Am Ende wirst Du ihn sicherlich noch einmal überarbeiten oder vielleicht sogar völlig neu schreiben. Das ist in Ordnung. Aber nutz ruhig die Möglichkeiten, welche Dir der Klappentext ermöglicht.

Und damit Du weißt, wie man einen schreiben kann, kommen hier meine Vorschläge dazu.

Wie kann ich einen Klappentext schreiben?

Die fünf Elemente in Deinem Klappentext

Gute Klappentexte haben fünf Elemente, mit denen Du die Leserinnen und Leser anziehen kannst. Wenn Du diese Elemente aufführst, kannst Du zugleich Deinen Plot überprüfen, ob Du diesbezüglich an alles Wichtige gedacht hast. Wenn nicht, dann ist es spätestens jetzt Zeit Dich daran zu machen und Dein Plot und Deine Charakterarbeit zu überprüfen. Ein guter Grund, warum Du Dich also schon am Anfang mit Deinem Klappentext beschäftigen kannst.

Doch welche fünf Elemente sind das nun?

Du hast eine Heldin oder einen Helden. Dieser befindet sich in einer Situation, aus dieser will sie oder sich befreien, um das eigene Ziel zu erreichen. Der Antagonist oder die Antagonistin will unsere Heldin bzw. unseren Helden natürlich davon abhalten dieses Ziel zu erreichen. Sollte unser Antagonist oder unsere Antagonistin gewinnen, endet die Reise für unseren Helden oder unsere Heldin am Ende in einer Katastrophe.

Wenn man das so liest, dann ist dieses Monstrum Klappentext mit einem Mal nicht mehr so monströs, oder? Aber schauen wir uns jedes Element noch einmal in aller Ruhe an. Dann wird dieses ganze Thema noch einmal kleiner und klarer.

Die Heldin oder der Held

Wer ist nun wirklich Deine Heldin oder Dein Held. Diese Frage ist durchaus ernst gemeint. Gerade bei Liebesromanen kann das schon Mal ein wenig verwirrend werden. Muss ich beide in meinen Klappentext nehmen, oder reicht nur die Heldin? Und wenn ich einen ganzen Blumenstrauß an Figuren habe, wen muss ich da nun wirklich nehmen?

Finde heraus, wer am wichtigsten ist und lasse dann diese Figur am Ende in Deinem Klappentext auftauchen. Alle anderen Figuren sind natürlich auch wichtig, aber Dein Klappentext soll am Ende nicht von Figuren überquellen und Deine Leserinnen und Leser verwirren. Immerhin willst Du sie ja zum Kauf anregen und nicht dazu, dass sie das Buch wieder weglegen.

Die Situation

Am Anfang der Geschichte befindet sich Deine Heldin oder Dein Held in irgendeiner Situation, aus die sie/er sich befreien möchte. Beschreibe sie an dieser Stelle genau, damit ich als Leserin überhaupt Interesse habe, mich näher mit Deiner Geschichte zu beschäftigen. Schau also genau hin, wo sich gerade Deine Hauptfigur befindet und was es mit ihr/ihm macht.

Das Ziel

Deine Hauptfigur hat ein Ziel. Und dieses Ziel hilft ihr oder ihm, sich aus dieser Situation zu befreien. Welches ist dieses Ziel? Es sollte groß genug sein, damit man es nicht ZU leicht erreichen kann. Aber es sollte auch nicht zu groß sein, sodass man es überhaupt nicht erreichen kann oder nur mit einem Trick, der mich als Leserin dann nicht mehr überzeugt.

Und leider gibt es solche Geschichten wirklich.

Die Antagonistin oder der Antagonist

Es gibt immer etwas oder jemanden, die unserer Hauptfigur im Weg steht. In vielen Geschichten ist diese Figur ein Mensch. Das muss aber nicht sein. Als antagonistische Kraft kommen auch gesellschaftliche Konventionen oder Naturkatastrophen in Betracht, um zwei Beispiele zu nennen. Bestimme, wer oder was Deiner Hauptfigur im Weg ist.

Und definiere auch, warum diese Person oder diese Kraft überhaupt will, dass unsere Heldin oder unser Held nicht ans Ziel kommt.

Die Katastrophe

Deine Heldin oder Dein Held erreicht nicht das angestrebte Ziel, um aus der Situation herauszukommen? Was für uns normale Menschen nicht allzu schlimm ist, ist für eine Romanfigur eben eine Katastrophe und muss irgendwelche Konsequenzen haben. Und jetzt stellt sich natürlich die Frage, was ist die Katastrophe für Deine Figur, wenn sie ihr Ziel nicht erreicht?

Bearbeitungstipp

Schreib alle fünf Elemente erst einmal einzeln auf. Wie viele Wörter Du dafür brauchst, ist hier egal. Es geht um die Grundlage. Wenn Du bei einem oder anderen Punkt stockst oder stolperst, dann hat das vermutlich einen guten Grund. Denn es könnte sein, dass Du hier noch nicht genug weißt. Daher schau Dir die Punkte an und überlege, warum Du da gestockt hast. Weißt Du schon genug oder fehlt noch etwas? Notfalls arbeite genau da noch einmal ordentlich daran.

Noch ein paar Tipps für Dich und Deinem Klappentext

Mit den oben genannten Punkten kannst Du schon einmal ein Klappentext schreiben. Aber vielleicht sagst Du Dir, dass Du gerne noch ein paar Ratschläge hättest. Einfach, um ganz sicher zu sein, dass Du auch alles richtig machst. Oder auch nur deswegen, weil Du eine Initialzündung brauchst, um überhaupt anfangen zu können.

Gut schauen wir mal, ob ich Dir da weiterhelfen kann.

Bring es auf den Punkt

Wie oben schon geschrieben, mehr als 150 bis 200 Wörter sollte Dein Klappentext nicht sein. Das ist schon heftig. Und das gilt für alle Romanlängen. Also, egal ob Dein Roman 100 Seiten oder 1.000 Seiten hat.

Versuche daher Deinen Roman auf einen einzigen Kernsatz zu bringen. Was macht Deine Geschichte aus, warum hast Du Dich entschieden überhaupt diesen Roman zu schreiben?

Ein Beispiel wäre „Der Herr der Ringe“: Frodo Beutlin, ein Hobbit aus dem Auenland, muss seine Heimat verlassen, um den einen Ring zu vernichten. Dabei trifft er auf viele Verbündete und Feinde.

All die liebenswerten Details, welche aus einer einfachen Geschichte das Buch machen, welches wir kennen, gehören hier nicht rein. Sie sind wichtig für die Geschichte, aber nicht für Deinen Klappentext.

Was ist also die Kernaussage Deiner Geschichte?

Aus der Praxis!

Als ich nach der maximalen Wortanzahl für den Klappentext recherchiert habe, erhielt ich die oben genannte Angabe von 150 bis 200 Wörter. Und erst einmal habe ich es so hingekommen, weil ich mir dachte, das ist ja nicht viel. Das kommt gerade so hin.

Pustekuchen!

Als ich meine ersten Klappentexte schrieb, hatte meine erste Version 52 Wörter und die zweite Version 99 Wörter. Und bei der zweiten Version hatte ich das Gefühl, dass da sehr viel BlaBla herauskommt.

Dann habe ich einige Bücher genommen und die Wortanzahl der Klappentexte gezählt. Zwischen 42 und 172 Wörter war alles dabei. Und ich gestehe, da war ich dann doch ein wenig überrascht.

Mein Vorschlag ist daher, wenn Du den Klappentext als Vorübung schreibst, um damit Deine Geschichte zu plotten, kannst Du mehr als 150 Wörter benutzen. Ist das die finale Version, mit der Du am Ende Deine Geschichte bewerben willst, kannst Du unter 150 Wörter bleiben (mit Ausnahmen natürlich).

Was ist die Hauptgeschichte?

„Der Herr der Ringe“ hat viele Nebengeschichten und noch mehr Nebencharaktere (auch wenn andere Geschichten diesen Roman schon lange in den Schatten stellen). Das ist nicht nur bei diesem Roman so, sondern bei so gut wie allen Geschichten (einige Ausnahmen gibt es immer).

Schaue also genau nach, was die Hauptgeschichte Deines Romans ist. Was ist also der Kern Deiner Geschichte? Geht es um Liebe, geht es um die Geschichte einer Auserwählten oder worum genau? Je genauer Du das Benennen kannst, desto eher wirst Du die richtigen Leute anziehen. Denn Du willst ja keine falschen Hoffnungen wecken.

Wenn sie eine bestimmte Geschichte erwarten, dann wollen sie diese auch lesen, eben aufgrund Deines Klappentextes. Und wenn sie enttäuscht werden, kann sich das gelegentlich auch in einer negativen Rezension niederschlagen. Zumindest kann es bedeuten, dass die Leute bei Deinem nächsten Roman durchaus vorsichtiger sind.

Die Zeitform Deines Textes

Egal, in welcher Zeitform Du Deinen Roman schreibst, es gibt die Regel, dass der Klappentext selbst immer in der dritten Person Präsens verfasst wird. Du kannst Dir also vorstellen, dass der Klappentext mit mir als Leserin sprechen soll. Es erzählt mir grob, was der Inhalt ist und will mich zum Kauf ermutigen. Und diese Erzählung geschieht eben in der Gegenwartsform.

Die Sprache des Klappentextes

Idealerweise passt sich die Sprache des Klappentextes Deiner Geschichte an. Wenn Du also ein Kinderbuch geschrieben hast, sollte es natürlich nicht in hochtrabendes Juristendeutsch geschrieben sein. Und wenn Du einen Historical geschrieben hast, warum nicht ein wenig die Sprache der entsprechenden Zeit anpassen?

Hier kannst Du ein wenig spielen und schauen, was letztendlich gut ankommt.

Marketing! Marketing!

Wenn Du Dich entscheidest, Deine Geschichte in einem Verlag zu veröffentlichen, kümmert sich dieser um Deinen Klappentext. In diesem Zusammenhang wäre das also kein Thema für Dich (außer als Vorübung). Wenn Du zu den Selfpublisher*innen gehören möchtest, dann kannst Du von den Verlagen lernen.

Dazu gehört unter anderem auch, dass Du gerne Vorabrezensionen nutzen kannst, um Werbung für Dich zu machen. Vielleicht hast Du ja Dein Buch einem großen Rezensionsblog gegeben, damit dieser es sich schon einmal durchlesen kann, um rechtzeitig einen Beitrag darüber zu verfassen. Vielleicht könntest Du auch eine berühmte Kollegin oder einen berühmten Kollegen bitten, ein Kommentar zu Deinem Buch zu verfassen.

Wenn Du solch ein Zitat hast, warum dann nicht nutzen? Das ist durchaus Gold Wert. Jedoch kommt dann die Frage, wie viele Zitate dürfen es denn sein?

Vielleicht hast Du ja schon einmal ein amerikanisches Buch gelesen. Viele von denen fangen mit vielen, teilweise sehr vielen Zitaten an. Das nennt sich „Praise for the Book“, also „Lob für das Buch“. Die amerikanischen Verlage kleckern nicht, sie klotzen. Da kann es schon sein, dass ein oder zwei Seiten voller Zitate von bekannten oder auch weniger bekannten Autorinnen und Autoren dort stehen, die sich das Buch durchgelesen haben. Ich bin sogar der Meinung ein Buch in den Händen gehabt zu haben, wo es vier Seiten gab.

In Deutschland ist man in dieser Hinsicht zurückhaltender. Wenn geklotzt wird, dann übertreibt man schlichtweg. Zumindest sind viele der Meinung, dass man niemals übertreiben darf. Unter gar keinen Umständen. Ein oder zwei Zitate sind genug, manchen schon zu viel. Wenn Du also ein paar Zitate hast, such Dir die aus, die am stärksten für Dich und Deine Geschichte stehen. Oder entscheide Dich dafür, wie bekannt die Verfasserin oder der Verfasser des Zitats ist.

Oder Du wagst es doch zu klotzen.

Wecke Gefühle

Häufig kaufen wir nicht deshalb ein Buch, weil uns der Klappentext von der logischen Seite her überzeugt hat, sondern weil es unsere Gefühlsebene ansprach. Und das ist durchaus ein gutes Mittel für Dich.

Schau Dir noch einmal Deinen Hauptplot an und überlege Dir, welche Adjektive zu dieser Geschichte passen könnte. Denn nicht alle Adjektive passen logischerweise zu allen Arten der Geschichten. Wenn Du gerade gar keine Idee hast, welche Du verwenden könntest, im Internet gibt es genügend Listen mit Adjektiven, die Du durchsuchen kannst. Du wirst in dieser Hinsicht also nicht allein gelassen.

Bei einem Text von 150 Wörtern kannst Du durchaus acht bis zwölf emotionale Adjektive verwenden. Je kürzer Dein Text am Ende werden sollte, desto mehr musst Du auch bei den Adjektiven streichen.

„Ich brauche Hilfe!“

Bevor Du die Flinte in den Korn wirst, weil Du das Gefühl hast, dass da so viel zu beachten gibt, versuche Dich noch heute an den Klappentext zu Deinem Roman. Denn Übung macht die Meisterin und auch den Meister. Wenn Du aber das Gefühl hast, dass Du absolut nicht weiter kommst, keine Sorge. Für den einen oder anderen Euro bekommst Du professionelle Hilfe.

Häufig sind das Leute, die das schon länger machen und durchaus wissen, was sie tun. Setze Dich mit denen in Verbindung und lasse Dir helfen bzw. Dir von denen Deinen Klappentext schreiben. Das kann aber schon um die 100 Euro oder auch mehr an Geld verschlingen. Aber bevor Du einen halb garen Klappentext in die Welt setzt, eventuell wäre diese Hilfe nicht ganz unnütz.

Ansonsten lerne von den Großen. Also von Büchern, die in Deinem Regal stehen und die Du aufgrund der Klappentexte gekauft hast. Warum waren es gerade diese Texte, die Dich angesprochen haben?

Und im Internet gibt es viele Leute, die bereit sind, Dir zu helfen (also Freundschaften, Laien und so weiter). Du bist also nicht alleine auf diesen Weg. Ich würde Dir aber wirklich empfehlen, es erst einmal zu versuchen. Du musst es ja nicht sofort veröffentlichen.

Abschlussgedanken

Der Klappentext kann ein gutes Instrument für die Arbeit an Deinen Roman sein. Und zugleich ist es eines der wichtigsten Marketingmittel, wenn Du Dich dran machst, Werbung für Deine Geschichte zu machen. Denn je besser er ist, desto eher wird es eine Leserin oder Leser auch kaufen, auch wenn diese Person nur zufällig über Deine Geschichte stolpert.

Daher ist es durchaus in Ordnung, wenn Du für diesen wichtigen Punkt die eine oder andere Stunde investierst. Hauptsache das Endergebnis lässt mir als Leserin das Wasser im Mund zusammenlaufen und den Wunsch entstehen, ich muss das Buch unbedingt haben. Unter allen Umständen.

Wenn dann noch Dein Buch überzeugen kann, geschieht es häufig, dass Du Dir so treue Leserinnen und Leser erarbeitest. Und das ist das wichtigste Marketingmittel, was Du haben kannst.

Dabei wünsche ich Dir viele, viele Nerven und eine Menge Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Hits: 92

Marketing: Deine Internetseite

Marketing: Deine Internetseite

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in meinen Anfangszeiten des Internets (also vor über zehn Jahren) gehörte es zum guten Ton eine eigene Internetseite zu haben. Doch heutzutage gibt es mehrere Social Media Kanäle, welche diese eigentlich ersetzen könnte. Also Facebook oder Twitter oder auch Instagram. Da könnte man doch meinen, da wäre eine eigene Internetseite völlig überflüssig, oder?

Meine Antwort lautet ganz klar: Myspace.

Kurze Vorgedanken

Gut, die Antwort Myspace ist nicht sonderlich erschöpfend, gerade wenn Du nicht weißt, wer oder was Myspace ist bzw. war.

Myspace könnte man als eine Vorgängerversion von Facebook bezeichnen. Dort trafen sich in erster Linie zwar sehr viele Musiker*innen, aber auch alle andere waren dort zu finden (ich hatte dort auch eine Seite gehabt). Über Myspace wurden sogar einige überhaupt erst berühmt.

Doch dann gab es einige Skandale rund um Myspace und es wurde im Allgemeinen eher unpopulär. Man zog weiter und Facebook wurde interessant. Und auch wenn viele das nicht lesen wollen, aber auch Facebook hat an Attraktivität verloren.

Gerade jüngere Menschen finden andere Plattformen um einiges cooler (zum Beispiel Snapchat). Das bedeutet, dass es schneller passieren kann, also man Facebook schreibt, dass diese Plattform ebenfalls bald in Vergessenheit gerät.

Warum also jetzt genau eine Webseite?

Eine eigene Webseite ist die eigene Wohnung. Dort kannst Du (wenn Du Dich an ein paar Spielregeln hältst) im Grunde genommen machen, was Du willst. Niemand kann Dir vorschreiben, was für Möbel Du in Deine Wohnung stellst, welche Farben Du wählst oder ob Du überhaupt aufräumst (über feine Details wie Geruchsbelästigung oder die lieben Eltern, die sich doch gerne einmischen, will ich mich an dieser Stelle nicht auslassen, ich denke, Du verstehst, was ich meine).

Sämtliche Social Media Kanäle hingegen sind öffentliche Plätze. Damit meine ich Parks, Kinos oder auch Einkaufszentren. Du darfst Dich dort aufhalten, aber nicht dort nach eigenen Regeln agieren, sondern musst Dich an fremde Spielregeln halten.

Den Park darfst Du nicht verschmutzen, in Kinos hast Du Dich ruhig zu verhalten und in Einkaufszentren musst Du Dich an die Centerregeln halten. Dort bist Du lediglich ein Gast, niemals die Bewohnerin oder der Bewohner.

Das gilt auch für das Internet. Wenn Du Dich an einige Spielregeln hältst, dann darfst Du auf Deiner Internetseite tun und lassen, was Du willst. Niemand kann Dir vorschreiben, wie Du Deine Seite gestalten sollst oder Dich verbannen, nur weil Du einen nackten Männerrücken zeigst.

So habe ich den Leidensweg einer Autorin verfolgt, die vor einigen Jahren mehrere Male auf Facebook blockiert wurde, wegen einer unbedeutenden Kleinigkeit (den oben erwähnten nackten Männerrücken). Und das kann uns allen jederzeit passieren.

Früher hatte ich noch meinen Twitteraccount mit meiner privaten Facebook-Seite verlinkt gehabt. Das bedeutete, dass alle meine Tweets bei Facebook erschienen sind. Und einer dieser Tweets (es war ein Retweet von einem meiner Lieblingsschauspielern, wohlgemerkt in einem Anzug) wurde gelöscht. Es gab keine Erklärung warum.

Das bedeutet also, dass es uns allen theoretisch jederzeit passieren kann, dass wir gegen irgendwelche Richtlinien verstoßen und dann nicht mehr auf ein der Social Media Plattformen dürfen. Denn die Regeln schreiben andere und wir haben uns daran zu halten (egal wie sinnig oder unsinnig wir sie finden). Und es kann jederzeit ein Hausverbot ausgesprochen werden.

Wenn wir also unsere Kontakte nur auf Social Media Kanäle reduzieren, machen wir, zumindest sehe ich das so, einen gewaltigen Fehler. Leser*innen, Fans, wie auch immer können Dich dann nicht mehr im Internet finden oder Kontakt zu Dir halten, solltest Du gesperrt werden.

Hast Du aber eine Internetseite, sieht das definitiv anders aus. Denn solange Du Deine Gebühren bezahlst (sofern Du Dein eigenes Webspace verwendest), ist das Deine Wohnung im Internet. Und Deine Leser*innen können Dich jederzeit finden, auch wenn Deine Seiten in irgendwelchen Social Media Kanälen gesperrt sind.

Der Anfang

Vielleicht habe ich Dich jetzt überzeugt, doch an einer Internetseite zu basteln. Dann musst Du natürlich irgendwo anfangen. Bevor Du Dir Webspace mietest und eine eigene Internetseite, empfehle ich Dir erst einmal die kompletten Texte vorher offline zu schreiben.

Wenn Du offline die ganzen Texte schreibst, kannst Du auch alles immer hin- und herschieben ohne das Du Dich mit Quellcodes oder Sonstiges herumschlagen musst. Zudem kannst Du die Texte auch noch an andere schicken, damit sie Dir eine Rückmeldung geben, wie gut sie sind oder wo Du noch ein wenig nachbessern kannst.

Wenn Du das alles fertig hast, kannst Du Dich als Nächstes um die Plattform kümmern, auf denen Deine Internetseite erscheinen soll. Es kommt natürlich darauf an, ob Du eigenen Webspace haben oder Du einen Anbieter nutzen möchtest. Wobei Letzteres bedeutet, dass Du wieder nach anderen Regeln zu spielen hast.

Auf Dauer würde ich Dir empfehlen, dass Du Dir Dein eigenes Webspace anmietest. Denn dort hast Du dann alle Möglichkeiten, um Deine eigene Seite aufzubauen. Du musst Dich nur an die maximale Größe halten, die Du gemietet hast (bei den meisten kannst Du eigentlich auch ganz einfach noch ein Paket dazu mieten, wenn Du doch mehr brauchen solltest) und eben an die gesetzlichen Vorlagen (also keine rassistischen, sexistischen, antisemitischen oder sonstige ismen-Meinungen kundtun).

Viele Webspaceanbieter haben noch den Service, dass man gleich noch die dazugehörige Webseitenadresse, also die URL gleich mitmieten kann. Ganz ehrlich? Das ist so eine Sache. Ich würde Dir empfehlen, da immer zwei verschiedene Anbieter zu nehmen (auch wenn ich mich selbst nicht daran gehalten habe).

Der Grund ist ganz einfach: Es kann immer passieren, dass Du Dich entscheidest, den Anbieter für Dein Webspace zu kündigen. Entweder sind die Preise zu teuer geworden, oder der Service geht immer mehr und mehr in die Knie. Das sind keine Seltenheiten.

Du kannst jederzeit dann Deine Webseite einpacken, zum nächsten Anbieter wechseln und diese wieder hochladen. Die URL bleibt weiterhin bestehen und Du kümmerst Dich um Deine Internetseite. Zwischenzeitlich können Deine Besucher*innen die URL weiter aufrufen und sehen eben, dass kurzfristig die Seite nicht aufrufbar ist. Denn es ist eher selten, dass man wirklich Probleme mit dem Anbieter des Namens einer Internetseite hat, eher mit dem Webspaceanbieter. Daher eben die Trennung.

Der juristische Kram

Ganz wichtig, ich bin selbst keine Juristin, also werde ich Dir an dieser Stelle keine juristische Beratung in jeglicher Art anbieten. Solltest Du Zweifel oder weitere Fragen haben, bitte wende Dich an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt. Sie können Dir jederzeit weiterhelfen.

Zumindest für Deutschland gilt, es herrscht hier Impressumspflicht. Das bedeutet, Du musst Deinen Namen und Deine private Wohnadresse preisgeben. Mit anderen Worten, eine ladungsfähige Adresse.

Sollte Dich also jemand verklagen wollen (weswegen auch immer), muss diese Person mit wenigen Klicks Deine Adresse finden können, um Dir die Klage zusenden zu können (man spricht hier von der 2-Klick-Lösung, man darf also maximal zwei Mal klicken, um an Deine Daten zu kommen). Oder Deine Adresse dem Gericht mitteilen können, damit eine Ladung zu einer Verhandlung zugestellt werden kann.

Solltest Du also nur Dein Namen und eine E-Mail-Adresse oder ein Postfach angeben wollen, dann muss ich Dir leider sagen, es reicht nicht. Das könnte Ärger mit sich bringen.

Dein Vor- und Zuname und Deine komplette Adresse müssen angegeben werden. Aber es gibt auch sogenannte Impressumsdienste, die das für Dich übernehmen. Du schließt mit denen einen Vertrag ab (die Details erfährst Du dann von denen) und die Post wird dann an den Impressumsdienst geschickt. Und sie lassen es dann Dir schnellstmöglich zukommen. Das wäre noch eine gute Alternative für Dich, wenn Du Deine Adresse nicht preisgeben möchtest.

Mit einem Impressum auf Deiner Internetseite kannst Du diesen Link auf allen Social Media Kanälen angeben, die ebenfalls ein Impressum verlangen. Einfach den Link setzen und bisher hatte ich mit keinem der Kanäle irgendwelche Probleme. Natürlich ist das schwierig, wenn Du unter einem Pseudonym Deine Geschichten veröffentlichst und niemand Deine Daten kennen soll. Dann wende Dich an einen der Impressumsdienste. Zwar kosten einige davon etwas, aber Du erfüllst damit ebenfalls die gesetzlichen Vorgaben.

Wenn Du noch den Datenschutz auf Deine Seite einfügen möchtest (was ebenfalls Pflicht ist, spätestens seit Inkrafttreten der DSGVO), zwischenzeitlich gibt es diverse Seiten, die einen kostenfreien Dienst dafür anbieten. Du musst nur einige Daten eingeben und anklicken, für welche Angebote Du die Datenschutzerklärung benötigst. Dann wird Dir eine entsprechende Erklärung formuliert.

Dein Name

Wenn Du den langweiligen Teil abgearbeitet hast, wirst Du Dir vielleicht nun einen Namen für Deine Internetseite überlegen wollen. Es kann Dein Pseudonym bzw. Dein Autorinnenname sein, es kann aber auch eine Bezeichnung oder der Titel Deines Romans sein.

Wenn Du als Autor*in die Welt trittst, ich würde Dir empfehlen auch mit diesen aufzutreten. Oder ein Name, der mit Deinem Pseudonym zu tun hat. Die Autorin Ally J. Stone hat ihre Seite Stonebooks genannt. Er ist passend, kurz und sehr prägnant. Und ihr Pseudonym ist immer noch zu erkennen.

Oder TinaWritesRomance (die Internetseite der Autorin Tina Folsom). Wir haben den Vornamen der Autorin und was sie schreibt (hier Romance). Das Problem kann hier sein, sollte sich Tina Folsom überlegen einen Krimi zu schreiben, passt der Name schon nicht mehr.

Daher empfehle ich Dir, sehr genau über diesen Namen nachzudenken. Hat sich erst einmal ein bestimmter Name bei Deinen Leser*innen bekannt gemacht, wird es sehr schwer sein, einen neuen zu etablieren. Das gilt für Pseudonyme überhaupt. Wenn Du Hilfe brauchst, ich bin mir sicher, dass Deine Freund*innen und/oder Onlinekontakte Dir bei dieser Entscheidung gerne unter die Arme greifen werden. Bitte sie nur um Hilfe.

Der Inhalt Deiner Seite

Kommen wir endlich zu den (möglichen) Inhalten Deiner Webseite. Wobei das alles, was ich im Folgenden Schreibe eben nur Möglichkeiten sind. Was für Texte Du letztendlich auf Deine Seite packst, ist Dir und Deiner Idee für Deine Außenwirkung überlassen.

Über mich – Vita

Eine von zwei Seiten, die ich Dir doch sehr ans Herz legen würde. Und zwar eine Seite, in der Du Dich vorstellst. Das kann als Vita geschehen (ein kurzer Text, der in der dritten Person verfasst ist) oder ein längerer Text in der Ich-Form.

Hier erzählst Du Deinen Besucher*innen, wer Du bist, was Du tust und warum das letztendlich irgendjemanden interessieren sollte. Wenn Du also Krimis schreibst, dann sag, warum Du das tust, was Dich daran fasziniert und was Dich von anderen Krimiautor*innen unterscheidet.

Wenn Du dann noch ein Praktikum bei der Polizei oder in der Gerichtsmedizin gemacht hast, dann kannst Du so etwas auch erwähnen. Langweilige Sachen kannst Du weglassen, gerade dann, wenn sie nichts mit Deiner Tätigkeit zu tun haben.

Versuch dabei so spannend und spontan zu sein, wie nur möglich. Ich selbst möchte keine Abhandlung Deines Lebens lesen, sondern einen kurzen, erfrischenden Text, der Spaß macht und lustig ist. Bei solchen Texten darfst Du Dir gerne Mühe geben, denn hier lockst Du durchaus einige Leser*innen.

Diese Seite ist auch immer gut, für ein hübsches Potrait von Dir. Es soll Dich am besten sehr sympathisch und angenehm zeigen, daher gönne Dir ruhig ein professionelles Fotoshooting damit das nicht in die Hose geht.

Schreibst Du in einem bestimmten Genre, kannst Du die Elemente auch in Deinem Foto widerspiegeln lassen. Schau Dir mal die Bilder der Autorin Nina C. Hasse an. An dem Bild kannst Du schnell erkennen, dass sie eine Steampunkautorin ist.

Überleg Dir also, wie Du Dein Genre auf ein Bild darstellen kannst, und nutze dann die Elemente dafür. Du wirst dann völlig anders rüberkommen, als wenn Du ein ganz normales Autor*innenfoto zur Verfügung stellst.

Hier noch ein wichtiger Hinweis: Auch wenn das Bild Dich zeigt, so besteht auf die Arbeit des Fotos ein Urheberrecht, welche der/dem Fotograf*in gehört. Daher erkundige Dich vorab, in welcher Art und Weise Du das Foto öffentlich nutzen kannst. Gegebenenfalls musst Du die Rechte entsprechend bezahlen. Das sollte es Dir dann Wert sein, wenn das Bild wirklich gut ist.

Übersicht Deiner Werke

Die zweite Seite, die unglaublich wichtig ist, ist die Übersicht über Deine Arbeit. Letztendlich sind es die Bücher der Grund, warum viele Besucher*innen überhaupt auf Deine Internetseite kommen.

Das bedeutet, dass Du mindestens eine Seite allein für Deine Bücher reservieren solltest, egal ob Du nur eines oder einhundert Bücher veröffentlicht hast.

Wichtig finde ich immer, dass Du das Cover zu der Geschichte veröffentlichst, den Klappentext und die ISBN (sofern vorhanden). Du kannst zusätzlich noch die ganzen Onlineshops aufführen, wo man das Buch bestellen kann.

Bieten die Shops ein Programm an, an denen Du Dich für die verkauften Bücher über Deine Seite noch finanziell beteiligen, ich würde daran teilnehmen. Dann bekommst Du für jedes Buch, was Du über Deine Internetseite vermittelst, noch ein oder zwei Prozent mehr Geld. Besser als nichts.

Aber Achtung: Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass solche Affiliatelinks steuerpflichtig sind. Daher bei Bedarf erkundigen, inwiefern Du die Daten dann bei Deiner Steuererklärung angeben musst.

Im Zweifel wende Dich hier an Dein Finanzamt.

Du kannst zusätzlich auch noch eine Leseprobe aus Deinem Roman veröffentlichen, damit Deine Leser*innen einen Eindruck von Deiner Geschichte bekommen und vielleicht richtig Lust bekommen, diesen sofort zu kaufen.

Was ich noch gut finde, ist eine Reihenübersicht, sofern es notwendig ist. Häufig suche ich nämlich die Internetseiten der Autor*innen auf, um herauszufinden, in welcher Reihenfolge ich die Romane lesen sollte. Daher empfehle ich Dir, sofern Du natürlich Reihen schreibst, Deinen Leser*innen dies auch zu vermitteln.

Du kannst eine Übersicht über die Reihe aufbauen, und jedes Mal, wenn man auf eines der Covers klickt, kommt man zu den ganzen Informationen rund um Deinen Roman.

Weitere Texte von Dir

Du kannst natürlich auch noch kleine Geschenke für Deine Besucher*innen bereithalten. Das können Schnipsel aus Deinen Romanen sein, Texte, die Dir einfach nicht gelungen sind (und Du dann Deinen Leser*innen zeigst, dass auch Du nur ein Mensch bist), Kurzgeschichten und noch einiges mehr.

Natürlich besteht hier die Möglichkeit, dass jemand Deine Texte klaut. Aber das ist immer möglich. Jedoch würde ich es trotzdem machen, damit Deine ehrlichen Besucher*innen etwas haben, worüber sie sich freuen können.

Deine Hobbys

Bis zu einem gewissen Grad kannst Du noch über Deine Hobbys informieren (je ungewöhnlicher, desto besser kann das sein). Jedoch empfehle ich Dir, dass Du Deine Hobbys nur in einem kleinen Rahmen Platz auf Deiner Seite zur Verfügung stellst.

Solche Informationen sollen Dich interessanter machen, aber nicht das Gefühl vermitteln, dass es Dir wohlmöglich wichtiger ist, als das Schreiben. Willst Du Deinem Hobby mehr Platz einräumen, dann empfehle ich Dir, dafür eine eigene Seite zu basteln.

Weitere Angebote

Viele Autor*innen bieten neben ihren Romanen noch andere Dienstleistungen an. Dazu kann das Lektorat, Korrektorat oder auch Autor*innencoaching gehören. Auch das kannst Du auf Deine Seite packen.

Sei aber auf alle Fälle ehrlich und sag klar, was Du dafür verlangst. Ich finde es immer anstrengend, wenn ich ein Angebot sehe, mich eventuell dafür sogar interessiere, aber keinerlei Angaben zu den Preisen finde. Und bei vielen gibt es eine Hemmschwelle anzufragen, was denn für diese Dienstleistung verlangt wird.

Wenn Du keine konkreten Angaben machen willst, dann solltest Du wenigstens eine grobe Richtung anbieten. Einfach etwas, woran man sich orientieren kann.

Weitere Punkte

Sicherlich fallen Dir noch weitere Punkte ein, die Du auf Deine Internetseite raufpacken möchtest. Schau Dir ruhig andere Internetseiten von Autor*innen an und überleg Dir, was Du davon selbst übernehmen möchtest, weil es Dir gefällt.

Übernimm aber nicht einfach irgendeine Idee, sondern garniere sie mit Deiner eigenen Persönlichkeit. Denn Du bist nicht irgendein*e Autor*in, Du bist jemand ganz Besonderes. Und zwar Du selbst. Aber klar, manche Ideen sind einfach zu gut, als dass man sie nicht einfach an sich vorbeiziehen lassen sollte.

Daher überleg Dir, wie Du die Idee so abänderst, dass man erkennen kann, dass Du dahinter steckst. Das kostet ein wenig Gehirnschmalz, aber ich bin mir sicher, dass es sich am Ende wahrhaftig lohnen wird.

Das Aussehen

Kommen wir nun zum Aussehen Deiner Internetseite. Denn diese kann ganz wichtig sein. Immerhin schauen sich Deine Besucher*innen die Internetseite an. Daher empfiehlt es sich, dass sie so angenehm wie nur möglich aufgebaut ist.

Farben

Jetzt stell Dir mal bitte folgende Internetseite vor:

Sie hat eine rosa Schrift auf weißen Hintergrund. Überall siehst Du Einhörner. Und wenn Du den Pfeil Deiner Maus über die Seite bewegst, kommen noch süße bunte, Glitzersterne hinterher.

Wenn ich Dir sage, dass die Autorin oder der Autor Hardcorethriller schreibt, ich glaube, Du würdest vom Glauben abfallen (oder zumindest von Deinem Stuhl runter). Denn das passt nicht zusammen, beim besten Willen nicht.

Früher gab es in der Tat extreme Seiten, die jenseits von Gut und Geschmack angelegt wurden. Zwischenzeitlich hat sich das doch zum Glück stark gebessert. In meinen Anfangszeiten hatte jede Seite einen eigenen Hintergrund, verschieden Farben und Fonts und eben unnötige Spielereien.

Vor Kurzem habe ich jedoch eine Autorinnenseite besucht, die einen animierten Hintergrund hatte. Die Seite empfand ich so ansprechend, dass ich Hals über Kopf wieder geflüchtet bin. Ich fand es anstrengend.

Erst einmal empfehle ich Dir, die passenden Farben auszuwählen. Wenn Du Krimis oder Thrillers schreibst, solltest Du nicht unbedingt rosa oder andere „süße“ Farben wählen. Gedeckte Farben sind da eher passend (schwarz ganz klar, oder auch ein dunkles Rot kann passen).

Du musst keine Klischeefarben verwenden (also rosa für Liebesromane), wenn Du das nicht möchtest. Aber man sollte schon darauf kommen, in was für einem Genre Du schreibst, wenn man Deine Seite besucht. Oder zumindest nicht in die Irre geführt werden. Rosa und Thriller, das passt beim besten Willen nicht zusammen. Und wenn das Rosa keinen höheren Sinn hat (vielleicht spielt die Farbe ja in Deinem Roman eine Rolle), solltest Du Dir gut überlegen, warum Du diese Farbe unbedingt verwenden willst.

Trotzdem bitte ich Dich, lass die Farben immer lesbar bleiben. Blau auf Grün zum Beispiel ist ungemein schwer zu lesen. Und es macht auf Dauer keinen Spaß. Das Einzige, was Du mit solchen Farbkombinationen erreichst, ist, dass Deine Besucher*innen keine Lust mehr haben und aufgeben, weil sie Deine Texte gar nicht lesen können.

Genauso ist es unangenehm verschiedene Schriftarten zu lesen, wohlmöglich noch auf einer Seite. Auch das hat sich in den letzten Jahren verbessert, aber ich möchte nur darauf hinweisen, dass so etwas nicht unbedingt auf eine Internetseite gehört.

Versuch Deine Seite so angenehm wie nur möglich zu gestalten, damit Deine Besucher*innen Spaß daran haben, diese zu lesen. Das gilt also auch für Absätze. Längere Texte am Monitor zu lesen sind schlichtweg anstrengend. Aus diesem Grund solltest Du idealerweise alles tun, damit es für die Augen Deiner Besucher*innen so angenehm wie nur möglich ist. Ansonsten werden sie auf Dauer keine Lust haben Deine Seite zu besuchen und die Texte zu lesen. Denn irgendwann geben sie es auf und Du hast das nachsehen, nicht sie.

Bilder

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte.

Sicherlich kennst Du dieses Zitat. Und es stimmt häufig, dass Bilder eine Internetseite auffrischen können. Doch Du solltest vorsichtig mit Bildern sein.

Zum einen ist es wichtig, dass Du nur Bilder nimmst, deren Urheberrecht Du selbst innehast oder die Du frei benutzen darfst. Abmahnungen können teuer sein. Und jede unnötige Abmahnung ist genau das – unnötig.

Entweder Du verwendest nur Bilder, an denen Du selbst das Urheberrecht hast (also eigene Bilder) oder Du kaufst Bilder auf entsprechenden Seiten. Es gibt durchaus kostenfreie Bilder, die Du verwenden kannst. Da solltest Du aber nur diejenigen auswählen, die keine Personen oder öffentliche Gebäude zeigen.

Oder Du zeichnest Bildchen, wenn es notwendig ist (so wie meine Bildchen bei den Beiträgen, natürlich in eigener Ausprägung). Alternativ kannst Du dann mit den Coverbildern arbeiten und sie entsprechend auf den einzelnen Unterseiten verwenden.

Wenn Du Bilder mit Text versiehst, was durchaus faszinierend aussehen kann, dann sollte der Text natürlich lesbar sein. Auf sogenannten Expert*innenseiten habe ich durchaus gesehen, dass genau das nicht berücksichtigt wurde. Und diese Bilder wurden als Links für Blogbeiträge verwendet. Wenn ich nicht lesen kann, wohin es mich führt, warum soll ich dann das Bild anklicken? Ein kleiner, aber doch feiner Fehler.

Verspielte Sachen wie Gifs und Co.

Mit diesen ganzen Spielereien, wie Gif-Animationen oder was es auch noch heutzutage gibt, würde ich eher vorsichtig sein. Denn sie können so dermaßen ablenken, dass sich Deine Besucher*innen vielleicht am Ende gar nicht mehr für Dich und Deine Bücher interessieren. Sofern sie überhaupt so weit kommen, nach denen zu suchen.

Zurückhaltung kann auf Seiten, auf denen Du etwas anbietest (wie in diesem Fall Deine Romane) besser kommen. Ich selbst würde mich da eher zurückhalten.

Weitere Angebote

Zum Thema Newsletter und auch Blog werde ich dann noch gesonderte Beiträge schreiben, daher halte ich mich da eher kurz. Wenn Du Dich dafür entscheidest, diese Medien zu nutzen, solltest Du sie natürlich in Deine Internetseite integrieren. Alles Weitere dann in den entsprechenden Beiträgen.

Verbindung mit Social Media Kanälen

Solange die Social Media Kanäle funktionieren, solltest Du diese natürlich auch in Deine Seite integrieren. Das bedeutet, dass Du die Links jederzeit setzen kannst, damit sich Deine Besucher*innen mit Dir in Verbindung setzen können.

Denn auf Twitter oder Facebook trittst Du schneller mit Deinen Leser*innen in Verbindung, als wenn Du eine starre Internetseite nutzt. Nur sei bitte vorsichtig. Zu Facebook gab es ein Urteil, dass man zum Beispiel nicht so verlinken darf, dass Du die Bilder anderer User*innen zeigen darfst. Daher solltest Du hier Vorsicht walten lassen und schauen, was Du machen darfst und was nicht. Eine Recherche im Internet sollte bei so etwas alle Fragen beseitigen.

Alternativ kannst Du einfach nur die Buttons zu den jeweiligen Kanälen setzen, damit Deine Leser*innen Dich darüber liken können. Und Du umgehst unnötige Fragen, was Du darfst und was nicht.

Aktualität

Nichts ist schlimmer, als wenn Du Deine Seite nicht aktuell hältst. So habe ich vor einiger Zeit eine Autorinnenseite aufgerufen und konnte deutlich erkennen, dass sie seit Jahren nicht mehr aktualisiert worden ist. Denn die Bücherliste war einfach zu klein. Ein Blick auf Amazon hat jedoch ergeben, dass sie zwischenzeitlich weitere Bücher veröffentlicht hatte.

Daher meine klare Empfehlung halte Deine Internetseite immer aktuell. Ansonsten sehe ich selbst keinen Sinn dabei, diese überhaupt zu führen. Dabei ist es nicht schwer, die Covers einzufügen, ein paar Links zu setzen und Texte zu schreiben. Und schon machst Du Deine Besucher*innen glücklicher.

Abschlussgedanken

Es ist nicht viel, was man eigentlich tun muss, um eine Internetseite zu gestalten und zu pflegen. Der Anfang, ja, das stimmt, der kostet ein wenig Zeit und Energie. Aber danach läuft sie, mehr oder weniger, nebenbei. Und trotzdem kann und sollte sie nicht vernachlässigt werden. Denn für viele ist es immer noch DIE zentrale Anlaufstelle. Gerade dann, wenn man sich einigen Social Media Kanälen verweigert. Und ja, die gibt es wirklich.

Bei der Gestaltung wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Energie.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Hits: 38

Marketing: Dein Podcast

Marketing: Dein Podcast

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Marketing ist ein wichtiges Thema für Autor*innen. Dabei ist es egal, ob Du bei einem Verlag veröffentlicht hast oder Selfpublisher*in bist. Daher möchte ich Dir heute ein mögliches Marketinginstrument vorstellen.

Wichtiger Hinweis: Im folgenden Beitrag werde ich einige Links zum kleinen a setzen. Dabei handelt es sich NICHT um Affiliate Links.

Kurze Vorgedanken

Marketing ist wichtig. Neben den bekannten Sachen, wie auf Twitter aktiv sein oder eine Facebookseite haben, gibt es noch andere Methoden. Über diese möchte ich in diesem Monat etwas schreiben.

Da ich mich heute endlich dazu überreden konnte die erste Folge meines Podcasts aufzunehmen, fange ich damit an.

Grundlagen: Was ist ein Podcast?

Wenn man es ganz grob vereinfacht, dann ist ein Podcast eine eigene Radioshow. Nur hast Du hier mehr Freiheiten, als bei einer wirklichen Radiosendung.

Du setzt Dich vor einem Mikrofon hin, welches an Deinem PC angesteckt ist, startest ein Audioprogramm und startest einfach. Gut, vorher solltest Du Dir vielleicht ein paar Gedanken dazu machen. Aber wenn man es so will, ist ein Podcast aufzunehmen, erst einmal einfach.

Und das, was Du aufnimmst, ist eine Podcastfolge. Du kannst theoretisch über alles reden, was Du willst und Dich interessiert. Das ist sogar empfehlenswert. Denn warum solltest Du über etwas reden, was Dich nicht fesselt. Das wird man merken und irgendwann kann es passieren, dass Du keine Lust mehr hast und Dein Podcast sich verläuft.

Also, ein Podcast ist eine gesprochene Aufnahme, die ohne Bild auskommt. Ein Video von Dir bezeichnet man eher als Vlog.

Grundlagen: Deine Ausrüstung

Jetzt bin ich natürlich noch nicht die Expertin auf diesem Gebiet. Aber für den Anfang reicht im Grunde genommen ein Mikrofon bzw. Kopfhörer und ein Aufnahmeprogramm. Damit hab ich meine Folge gerade aufgenommen und das Ergebnis klingt sogar gut.

Wenn Du noch nicht weißt, ob Du das alles tatsächlich auch längere Zeit durchziehen möchtest, empfiehlt sich erst einmal eine günstige Ausstattung. Mein Mikrofon ist der Samson Meteor Mic. Den musste ich nur in meinen USB-Hub anschließen und schon konnte es losgehen. Nicht erschrecken, eventuell schaltet Dein Computer Deine Boxen aus. Zumindest war es bei mir so. Trotzdem konnte ich meine Aufnahme hören. Kopfhörer brauchte ich nicht.

Als Software benutze ich Audacity. Für eine reine Aufnahme ist das Programm selbsterklärend. Einfach auf Aufnahme drücken und schon kann es losgehen. Notfalls findest Du unzählige Tutorials auf YouTube.

Je weiter und tiefer Du Dich in die Welt des Podcasten bewegst, desto eher wirst Du wohl eine Profiausrüstung haben wollen. Andere hingegen werden weiterhin so minimalistisch sein. Wichtig ist, es muss für Dich arbeiten, für niemanden sonst.

Eine Buchempfehlung von mir ist “Podcasting” von Larissa Vassilian. Dort bekommst Du weitere Erklärungen zu Software, Hardware und so weiter. Im Weiteren konzentriere ich mich eher darauf, wie Du für Dein Marketing den Podcast verwenden kannst.

Warum überhaupt ein Podcast?

Im deutschsprachigen Raum sind Podcasts noch ein Nischenmarketing. Zwar hören viele Menschen durchaus Podcasts, aber es ist nicht so wie Facebook oder Instagram, kein Massenmedium.

Daher ist es meine Empfehlung, erwarte nicht die Massen an Zuhörer*innen. Aber es gibt Menschen, die hören gerne Podcasts. Und die Zielgruppe wird immer jünger. Wenn Du Dich also entsprechend positionieren kannst, werden die Menschen auf Dich aufmerksam. Damit auch auf Deine Bücher.

In diesem Fall geht es also eher um Aufmerksamkeit und um Öffentlichkeitsarbeit. So werden Deine zukünftigen Leser*innen auf Dich aufmerksam und neigen eher mal dazu, sich nach Deiner Arbeit zu erkundigen.

Worüber soll ich reden?

Bevor Du mit der Technik anfängst, solltest Du Dir erst einmal überlegen, worüber Du überhaupt reden möchtest. Nicht, dass Du Dir ein superteures Mikrofon besorgst, eine kostenpflichtige Software und dann hast Du nichts zu sagen.

Du musst nicht bis in alle Ewigkeit Deinen Podcast führen. Es kann auch sein, dass Du nur eine bestimmte Anzahl von Folgen produzieren möchtest und dann die Reihe (oder das Projekt) beendest. Alternativ kannst Du auch wöchentlich eine Folge aufnehmen und es online stellen.

Als Themen kannst Du alles nehmen, wofür Du brennst. Wenn es eine historische Epoche ist, dann sprich darüber. Oder Dein Schreiben. Du kannst natürlich auch Häppchen aus Deinen Büchern vorlesen. Oder Du erzählst über Deinen Autor*innenalltag.

Das wichtige ist hier, dass Du an dem Thema Spaß hast. Denn das wird man hören und vor allem, Du wirst Dich eher hinsetzen und darüber reden. Und Letzteres ist wichtig, damit Du regelmäßig etwas postest.

Wer hört Dir zu?

Bestimmt hast Du schon mal was von Werbepersonas gehört. Das sind fiktive Kund*innen einer Marke, über die sich Unternehmen, aber auch Autor*innen im Vorfeld Gedanken machen. Und auf diese fiktiven Personen richten sie dann ihre Werbung aus.

Auch für Dich kann es interessant sein, Dir Gedanken darüber zu machen, wer Dir zuhören könnte. Wenn Du Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahre als Publikum haben möchtest, wirst Du aller Wahrscheinlichkeit andere Themen auswählen und anders sprechen, als wenn es eine Personengruppe zwischen 40 und 60 ist.

Wer Dir im Endeffekt zuhören wird, darauf hast Du keinen Einfluss. Aber Du kannst es ein wenig steuern, indem Du Dir Gedanken darüber machst und Deine Folge entsprechend aufbaust.

Deine erste Aufnahme

Vielleicht wirst Du jetzt lachen, aber ich mach Dir ein Geständnis. Heute saß ich gut und gerne über eine halbe Stunde da und hab mich immer und immer wieder motiviert eine erste Aufnahme zu machen. Und rate mal, wer sich immer wieder davor gedrückt hat.

Selbst wenn Du keine Probleme hast öffentlich zu reden, eine Aufnahme kann durchaus erste Hemmungen aufbauen. Das ist normal und völlig in Ordnung. Sag Dir immer und immer wieder, dass die erste Aufnahme niemand, wirklich niemand hören muss und wird. Zumal es noch nicht einmal live ist.

Und dann kann es passieren, dass Du den ersten Satz sagst und Dir denkst, was für ein … Fiep … Auch das ist normal. In meinem Fall war es so, dass ich mindestens sechs oder sieben Mal angefangen habe, bis ich es dann wirklich durchgezogen habe.

Du kannst das alles mit einem Script abfedern. Mein Tipp, schreib keinen Text vor (außer es handelt sich dabei um einen wissenschaftlichen Podcast, da kann es wichtig sein), sondern mach Dir lieber Notizen. Das hört sich nicht so an, als würdest Du nur ablesen und willst die Leute einschläfern.

Ansonsten kann ich Dir empfehlen, dass Du einfach mal drauf losredest. Steck Dein Mikrofon ein, starte Dein Programm und rede drauf los. Es geht hier nur darum, dass Du Deine Angst vor dem Mikrofon und der Aufnahme verlierst. Und danach hör Dir Deine Aufnahme an.

Das meine ich ernst, hör Dir Deine Aufnahme an. Du wirst sehen, dass das gar nicht wehgetan hat. Und vor allem, dass es sich sogar gut anhören kann. Bei mir war ich überrascht, dass ich sehr flüssig gesprochen habe und das es sogar gut klingt. Und das alles ohne Nachbearbeitung.

Sprachfehler und Akzent

Auch wenn wir es wissen, auf der Aufnahme wirst Du es hören, mögliche Sprachfehler und ein Akzent. Ich hab beides. So kann ich nicht das ch vernünftig aussprechen. Es ist immer ein sch. Und durch meine Mutter (sie kommt aus dem Ausland) hab ich wohl einen Akzent mitgenommen. Das ist nun einmal so.

Jetzt könnte ich mich verstecken und niemals eine Aufnahme machen. Oder es als meine sprachliche Note verwenden. Die liebe Nornenschwester Anne Zandt meinte, dass es meine sprachliche Note ist, es macht meine Aufnahme individuell und einzigartig. Und was soll ich sagen, sie hat vollkommen recht.

Eine individuelle Aussprache sorgt dafür, dass Du eine individuelle Aufnahme hast. Und das unterscheidet Dich am Ende von allen anderen. Du kannst also sogar stolz auf Deine Aussprache sein. Wichtig ist nicht Dein Sprachfehler oder Dein Akzent, sondern dass Du nicht monoton sprichst. Tust Du das, wird es sehr anstrengend sein Dir zuzuhören. Und schlimmstenfalls wird man Deine Folge nicht zu Ende hören.

Testaufnahmen

Bevor Du richtig loslegst, empfehle ich Dir, die eine oder andere Testaufnahme zu machen. Zum einen natürlich, damit Du Deine Angst vor der Sache verlierst. Denn es bringt überhaupt nichts, wenn Du solch eine Panik kriegst eine Aufnahme zu starten, dass Du gar nichts sagst.

Eine Testaufnahme ist eben genau das, ein Test. Sag Dir, dass Du diese Datei danach nie wieder anhören wirst. Und erst recht wirst Du sie niemals hochladen. Aber das ist die vielleicht wichtigste Aufnahme in Deinem Podcastleben. Denn mit ihr hast Du die wichtigste Hürde genommen. Du hast eine Aufnahme gesprochen.

Zudem kannst Du auch testen, wie laut Du sprechen musst, um eine vernünftige Aufnahme zu kriegen. Oder wie Du Deine Umgebung einrichten solltest (dazu gibt es schon philosophische Debatten).

Die Länge

Du hast also nun Dein Thema, Deine Testaufnahmen, Du kommst mit Deiner Stimme klar und bist bereit. Doch wie lang soll denn solch eine Aufnahme werden?

Auch darüber wird heftigst diskutiert. Und was soll ich sagen, es gibt keine einheitliche Antwort. Zwischen ein paar Minuten und ein paar Stunden ist alles dabei. Wichtiger ist am Ende Dein Inhalt.

Wenn Du in zehn Minuten alles gesagt hast, ohne dabei zu wirken, als würdest Du durch den Podcast rennen, ist es in Ordnung. Wenn Du zwei Stunden brauchst, dann ist auch das in Ordnung.

Versuche, unnötige Wiederholungen zu vermeiden, genauso wie ellenlange Sätze, die am Ende mehr verwirren, als helfen. Nimm Deine Folge auf und fasse am Ende notfalls zusammen, was man gehört hat. Sprich langsam und deutlich (hier ist es nicht möglich, den Satz noch einmal durchzulesen, idealerweise versteht man alles beim ersten Mal).

Und natürlich hör Dir Deine eigene Folge an. Auch wenn wir unsere eigene Stimme nicht mögen, wichtig ist es trotzdem. Notfalls kannst Du überflüßiges rausschneiden. Nur, weil Du die Datei abgespeichert hast, bedeutet das noch lange nicht, dass Du sie nicht bearbeiten darfst. Ganz im Gegenteil.

Jede Datei kann, darf und manchmal soll überarbeitet werden. Und schlimmstenfalls kannst Du diese löschen und noch einmal vollkommen von vorne anfangen.

Es gibt ja noch viel mehr zu beachten

Jetzt wirst Du sicherlich die Überarbeitung der Datei vermissen, wie man sie hochlädt und so weiter. Versprochen, das kommt noch alles. In diesem Beitrag ging es mir erst einmal um die Grundlage. Sobald ich mehr zu berichten habe, eben auch wegen der Erfahrung und so weiter, werde ich weitere Beiträge dazu schreiben.

Meine Empfehlung ist, fang an. Nimm Dir heute ein Blatt Papier und mach Dir die ersten Notizen. Wenn Du Kopfhörer hast, mit denen Du auch etwas aufnehmen kannst, lad Dir Audacity herunter und mach eine erste Aufnahme.

Übung macht nicht nur den Meister, sondern auch die Meisterin. Daher überlege Dir, jeden Tag ein oder zwei Minuten aufzunehmen. Einfach, um das Sprechen zu üben und mit der Software umzugehen. Das ist dann eine gute Idee, wenn Du noch nicht weißt, was Dein Thema ist.

Abschlussgedanken

Betrachte diesen Beitrag als einen Einstieg. Es werden auf alle Fälle noch weitere Folgen. Wichtig ist, wenn Du Dich für dieses Thema interesierst, dass Du einfach anfängst. Du wirst niemals gut werden, wenn Du nicht übst und sprichst.

Außer Dir muss niemand Deine Dateien hören. Behandele es wie ein Tagebuch. Sprich jeden Tag und speichere es ab. Und dann geh einfach weiter. Die nächste Aufnahme (im Sinne von der nächsten Tagebuchseite) wartet auf Dich.

Wenn Du spezielle Fragen hast, die ich zukünftig beantworten soll, dann freue ich mich über einen Kommentar. Ansonsten, ich melde mich definitiv noch einige Male dazu.

Bis dahin wünsche ich Dir tolle Aufnahmen und viel Mut.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Hits: 14

Rund um den Shitstorm

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer sich gerade auf Twitter umtreibt, könnte das Gefühl haben, dass ein sogenannter Shitstorm den anderen folgt. Das wechselt sich manchmal so schnell ab, dass man da gar nicht mehr hinterherkommt. Aber besser wäre es, wenn man selbst erst gar nicht in einen solchen Sturm hineingerät.

Kurze Vorgedanken

Eine unbedachte Äußerung, eine schief gelaufene Provokation, ein falscher Retweet. Das kann schon ausreichen, um einen Shitstorm gegen sich zu entfachen. Erst recht, wenn man bewusst entsprechende Aussagen von sich gibt.

Schon vor zwei oder drei Jahren wurde ich gefragt, ob ich nicht einen Beitrag zu diesem Thema schreiben kann. Ehrlich gesagt, hatte ich mich bisher davor gedrückt. Denn die Mechaniken eines Shitstorms können manchmal erschreckend sein.

Da ich aber in den letzten Tagen und Wochen zwei oder drei Shitstorms beobachtet habe, denke ich, dass es Zeit wird. Also, schauen wir den Sturm ins Auge und überlegen, wie man da heil herauskommen kann. Denn leider ist es so, wir alle können in einem solchen Sturm landen. Selbst, wenn das noch nicht einmal beabsichtigt war.

Ein paar Definitionen

Wie so gut wie alles im Leben, hat auch der Shitstorm einige Wörter hervorgebracht, die sich nicht von selbst erklären. Es sei aber angemerkt, dass diese Liste nicht vollständig ist. Ich nehme Wörter, die mir selbst aufgefallen sind und eben einer Definition bedürfen.

Der Shitstorm

Bei einem Shitstorm (im englischen heißt der übrigens Firestorm) geht es darum, dass Institutionen, Personengruppen oder eine Person im Bereich Social Media mit negativen Kommentaren überhäuft wird. Diese negativen Kommentare sind wirklich herunterziehend oder auch beleidigend.

Wie ein Shitstorm auftritt, ist unterschiedlich. Manchmal kritisiert eine Person jemand oder etwas und niemand nimmt Notiz davon. Und aus irgendwelchen Gründen platzt Wochen später eine Blase und das halbe Internet stürzt sich auf die besagte Person. In anderen Fällen tritt der Shitstorm gleich mit voller Wucht auf und lässt dir keine Luft zum Atmen.

Criticalstorm

Der Criticalstorm ist keine offizielle Bezeichnung, sondern stammt von mir (zumindest hab ich davon bisher noch nie gelesen). Wenn man Glück hat, dann kommt vor dem Shitstorm der Criticalstorm.

Das bedeutet, dass die Menschen zu der Person kommen und erklären, warum sie den Beitrag nicht toll finden (unter Beitrag verstehe ich jetzt alles, was man veröffentlichen kann, von einem Tweet bis zu einem Roman oder Sachbuch).

Häufig kannst Du in dieser Phase noch einen richtigen Shitstorm abwenden, wenn Du richtig reagierst. Mir ist es leider passiert, dass ich einen Tweet mal geteilt habe, über deren Inhalt ich mich nicht wirklich informiert hatte. Da ich der teilenden Person vertraut habe, teilte ich den einfach. Da bekam ich die Kritik, ob ich das wirklich so sehe. Daher hab ich mich informiert und war tatsächlich anderer Meinung, als der Tweet es suggerierte.

In einem verfolgten Fall haben viele Menschen auch zuerst Aufklärung betrieben. Niemand stellte sich hin und beschimpfte die Person, sondern erklärten geduldig, warum die persönliche Einstellung nicht ganz korrekt sei. Daher kann man es als Mythos abtun, dass ohne Vorwarnung ein Shitstorm ausbricht.

In dieser Phase kommt es darauf an, wie Du darauf reagierst. Und je nach Entscheidung wird sich der Sturm entweder legen oder bricht dann erst so richtig aus.

Outcallen

Das sogenannte Outcallen bedeutet, dass man die besagte Person direkt beim Namen nennt. Nehmen wir an, Du hättest einen Tweet veröffentlicht, der nicht ganz sauber ist. Ich könnte nun indirekt von Dir sprechen oder direkt Deinen Namen erwähnen. Letzteres ist eben outcallen. Als alternative Bezeichnung kenne ich noch Prangern.

Viele sehen in dem Outcallen das Problem, dass eine Person bloß gestellt wird. Sie hat einen Fehler gemacht und alle Welt weiß es, weil der Name direkt genannt wurde (oder der Account verlinkt wurde). Damit würde man ihr die Möglichkeit nehmen, neu anzufangen.

Der Umgang mit einem Shitstorm

Wie oben schon geschrieben, kann man schon fast versehentlich einen Shitstorm auslösen. Bei einigen Stürmen, die ich beobachtet habe, bin ich der Meinung, dass nicht alle dies beabsichtigt haben.

Bei ein oder zwei bin ich mir sogar ziemlich sicher, dass sie nur provozieren wollten. So als Marketinggag. Nur, dass es ordentlich nach hinten losging.

Im folgenden werde ich so tun, als würdest Du einen Shitstorm auslösen. Damit wird die Erklärung ein wenig persönlicher und vor allem konkreter.

Erkenne die Signale

Meistens kündigen sich die Stürme an. Beiträge werden häufiger kritisch kommentiert. Nehmen wir an, Du hast einen Tweet veröffentlicht, der ein wenig kontrovers ist. Dann kann es passieren, dass zuerst der Criticalstorm ausbricht.

Die Leute werden Dich darauf hinweisen, was mit Deinem Tweet nicht stimmt. Wenn Du Glück hast, dann erklären sie Dir auch warum. Auf alle Fälle solltest Du hier mitbekommen, dass sich da was zusammenbraut.

Reagiere zeitnah

Natürlich hocken wir nicht alle 24 Stunden am PC oder dem Handy, um auf alles und jeden zu reagieren. Das ist bei Privatpersonen unmöglich. Und Autorinnen wie Autoren zähle ich dazu.

Doch wahrscheinlich bist Du mindestens einmal täglich Online, um wichtige Nachrichten abzurufen. Und sei es “nur” Deine E-Mails. Da wirst Du vermutlich auch kurz mal bei Twitter oder Facebook reinschauen, um zu sehen, was dort los ist.

Spätestens dann siehst Du, dass da was los ist. Deine Mentions werden sich stark erhöht haben und die Beiträge sprechen ihre eigene Sprache. Daher ist es nun wichtig, dass Du reagierst.

Falls Du so ein emotionaler Mensch bist wie ich, empfehle ich Dir, nicht sofort zu reagieren. Manchmal benötige ich einen gewissen Abstand, um mein Gehirn zu beruhigen. Erst dann bin ich in der Lage, eine halbwegs vernünftige Antwort zu bieten. Aber dieser Abstand sollte in solchen Fällen höchsten Stunden betragen, niemals Tage oder gar noch länger.

Geh zum Sturm direkt hin

Expert*innen empfehlen immer wieder, dass man dort antworten soll, wo der Sturm ausgebrochen ist. Mit anderen Worten, ist der auf Twitter ausgebrochen, antworte auf Twitter. Hat jemand auf Facebook einen Beitrag auf der eigenen Pinnwand geschrieben, antworte in den Kommentaren. Und so weiter.

Natürlich kannst Du Deiner Internetseite oder Deinem Blog eine Antwort schreiben und diesen dann verlinken. Häufig kommt aber so etwas einfach nicht gut an. Denn viele bekommen das Gefühl, dass Du Dich gar nicht mit den kritischen Stimmen auseinandersetzen willst. Daher ziehst Du Dich auf Dein Gebiet zurück (und Dein Blog ist Dein Gebiet).

In Deinem Blog kontrollierst Du die Kommentare (in dem Du sie freischaltest oder löschst). Auf einer fremden Pinnwand hingegen lieferst Du Dich den kritischen Stimmen aus.

Daher geh dorthin, wo die Stimmen sind. Es spricht aber nichts dagegen, auf Deinem Gebiet noch ein Statement zu schreiben, wenn Du das Bedürfnis hast.

Eine Entschuldigung ist immer gut

Schau Dir genau an, was kritisiert wird. Bei manchen Shitstorms frage ich mich durchaus, wo genau das Problem ist. Da wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht (z. B. wenn sich ein Promi nicht meldet, sondern sich eine Auszeit gönnt). Andere hingegen haben ihre Berechtigung.

Wie sieht es in Deinem Fall aus? Wolltest Du etwas ausdrücken und es kam nicht so gut an wie erhofft? Oder meintest Du etwas anderes und dies wurde nur falsch verstanden?

Egal was es war, jemand beschwert sich darüber. Daher ist erst einmal durchatmen angesagt und ja, auch eine Entschuldigung. An dieser Stelle ist es egal, was Du tatsächlich wolltest. Diese Botschaft wurde nicht aufgenommen.

Das bedeutet nicht, dass Du zwangsläufig im Unrecht bist. Jedoch hat jeder Mensch ein Anrecht auf die eigenen Gefühle. Und mit Deinem Beitrag hast Du diese verletzt. Dabei ist es egal, ob dies mit Absicht geschah oder nicht.

Bei der Entschuldigung solltest Du ehrlich sein. Sag, dass es Dir leidtut. Keine Ausreden, keine Drohungen, keine Bedingungen. Eine pure Entschuldigung.

Häufig haben solche Entschuldigungen einen positiven Effekt. Wenn es ehrlich gemeint ist, kommen nicht nur die Kritiker*innen zurück. Sondern auch neue Leute könnten sich durchaus für Dich und Dein Produkt interessieren.

Du bist nicht allein

Wenn man in einen solchen Sturm gerät oder angegriffen wird, hat man das Gefühl, völlig allein zu sein. Zumindest erging es mir mal so. Auf eine Frage wurde ich ziemlich heftig angegriffen. Am Ende stand ich da und hätte fast geheult. Eine ziemlich unangenehme Erfahrung.

Als ich aber dann Unterstützung bekam, baute es mich ziemlich auf. Gerade, weil einige meine persönliche Einschätzung teilten.

Es geht hier übrigens nicht darum, dass Du Leute vorausschicken sollst, damit sie Deinen Kampf kämpfen sollen. Es geht eher darum, dass Du Dich mit ihnen absprichst. Und zwar auch, ob die ganze Kritik berechtigt ist. Denn häufig haben wir keinen Blick dafür, was wir geschrieben haben. In solchen Fällen kann es wichtig sein, wenn eine neutrale Person die Angelegenheit genau unter die Lupe nimmt.

Gelegentlich hat diese Person oder diese Personengruppe auch Ratschläge für Dich, wie Du mit der Sache umgehen kannst. Gerade dann, wenn Du vielleicht eine marginalisierte Gruppe verletzt hast. Seien wir ehrlich, wir können nicht alle Feinheiten kennen. Aber was wir können, ist, entsprechende Personen fragen.

Sei offen, sei ehrlich und hör zu. Was immer diese Personen, die Du um Hilfe bittest, Dir sagen, meistens hat es Hand und Fuß.

Keine Drohungen

Ja, es stimmt. Viele User*innen da draußen rutschen in Sphären hinab, die nicht mehr schön sind. Da wird gepöbelt und beleidigt, was das Zeug hält. Und ja, das kann auch wehtun.

Egal wie sehr es Dir auf die Nerven geht, droh bitte auf keinen Fall mit irgendetwas. Vor allem nicht mit juristischer Unterstützung. Denn erst einmal solltest Du versuchen das auf Augenhöhe zu klären. Ein Anwalt oder eine Anwältin verhindert eine Diskussion auf Augenhöhe.

Versuch daher erst einmal alles alleine zu klären. Gerne mit Unterstützung von Freundschaften. Oder auch mit juristischer Beratung. Aber Du solltest dann in den Fokus treten. Das kommt meistens besser an.

Das soll aber nicht bedeuten, dass Du Deine Anwältin bzw. Deinen Anwalt einschaltest. Sollte es jemand da draußen ZU wild treiben. Dir gar drohen oder was auch immer, dann schalte die Polizei ein. Und dann auch Deinen juristischen Beistand.

Wenn es Dir zu viel wird oder gar unheimlich, oder was auch immer, darfst und sollst Du Dir entsprechende Hilfe suchen. Es geht hier in erster Linie darum, dass Du niemanden mit Klagen mundtot machst. Das bringt auf Dauer nichts.

Keine Zensur, keine Sperrungen

Häufig werden kritische Stimmen sofort mundtot gemacht. Oder entsprechende Beiträge aus dem Netz entfernt. Das Problem ist in der heutigen Zeit, dass das nichts mehr bringt.

Zwischenzeitlich werden sicherheitshalber die Videos heruntergeladen und Screenshots von Beiträgen gemacht. Viele ahnen schon, dass solche Beiträge schnell verschwinden, wenn die ersten kritischen Stimmen auftauchen. Und dann werden diese Sachen hochgeladen und verbreitet sich noch mehr, als man es eigentlich beabsichtigt hat.

Hier spricht man von dem sogenannten Streisand-Effekt. Je mehr Du etwas unterdrücken möchtest, desto eher gelangt es an die Öffentlichkeit. Und vor allem, desto heftiger noch.

Daher ist es besser, sich dem Sturm zu stellen. Zensieren oder löschen hilft hier überhaupt nicht.

Jeder Sturm geht mal zu Ende

Wenn Du selbst einige Shitstorms beobachtest, dann wirst Du feststellen, dass die häufig genauso schnell gehen, wie sie gekommen sind. Meistens so nach ein bis zwei Wochen. Man kann also sagen, es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels.

Mit anderen Worten, hier ist ein gewisses Durchhaltevermögen notwendig. Je eher Du die Kommunikation startest, desto eher ebbt der Sturm ab. Daher finde ich es wichtig, dass Du nicht abwartest und Tee trinkst. Das kann einfach zu viel kaputt machen, was Du Dir vorher aufgebaut hast.

Sollte der Sturm länger dauern, empfehle ich Dir, genauer hinzuschauen. Denn irgendetwas dürfte dann nicht stimmen. Ein Beispiel: Du hast Dich für einen aktuellen Beitrag entschuldigt und diesen danach gelöscht (danach ist es übrigens in Ordnung Posts zu löschen). Aber Du postest weiter Sachen, die eher zweifelhaft sind? Dann wäre es kein Wunder, wenn die Kritik dementsprechend anhält.

Wenn es dem so ist, kann ich Dir nur nahelegen, Deine Art der Kommunikation noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Gegebenenfalls könntest Du hier noch nachbessern.

Ansonsten gibt es eine andere Methode, um herauszufinden, warum der Shitstorm weiter anhält. Schau genau hin, was sie kritisieren. Und wenn Du Dir nicht sicher bist, frag nach. Viele sind auch jetzt noch bereit, Dir zu antworten.

Lös selbst keine Shitstorms aus – auch nicht zur Ablenkung

Vielleicht kennst Du es noch aus der Schulzeit, es war nie cool, wenn man andere versuchte hereinzulegen. Sei es sie zu verpetzen oder hereinzulegen. Spätestens wenn es herauskam, dass Du dahinter steckst, war es sehr wahrscheinlich, dass Du geschnitten wurdest.

Das gilt im Internet noch heute so. Mit anderen Worten, selbst einen Shitstorm auszulösen, weil man irgendwelche Hintergedanken dabei hat, kann in die Hose gehen. Nehmen wir an, Du als Autor*in möchtest die unliebsame Konkurrenz loswerden, weil Du von Gemeinschaft nicht hältst. Was wäre da besser, als einen Shitstorm loszutreten?

Vielleicht funktioniert es am Anfang. Sollte aber herauskommen, dass Du das eingefädelt hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du den Sturm abbekommst. Und schlimmstenfalls wird der heftiger, als der, den Du ausgelöst hast.

Das gilt auch, wenn Du einen Shitstorm auslösen möchtest, um von Dir abzulenken. Also, wenn Du mitten in einem steckst. Das könnte auch wieder auf Dich zurückfallen.

Wenn es ein Thema gibt, der kritisiert gehört, kritisiere. Das ist völlig in Ordnung. Aber missbrauche kein Shitstorm, egal aus welchen Gründen. Denn ich befürchte, dass der Rückschlag in solchen Fällen um einiges heftiger ausfällt, als gedacht.

Lerne daraus

Egal warum der Shitstorm über Dich eingebrochen ist, es ist immer eine gute Idee daraus zu lernen. Idealerweise gehst Du gestärkt und motiviert daraus. Vielleicht hast Du auch neue Kommunikationswege und -möglichkeiten gelernt.

Wenn Du Dich für eine offene und ehrliche Kommunikation entschieden hast, kann es sogar passieren, dass Du noch treuere Fans dazu bekommst.

Die Kommunikation

Im Internet läuft nun einmal alles über das schriftliche Wort. Dabei können wir keine Mimik oder Gestik sehen, um zu interpretieren, was Du mit Deiner Aussage meinst.

Daher sehe ich es als wichtig an, gerade in solchen Fällen die richtige Wortwahl zu treffen. Daher ein paar Tipps, die mir in den letzten Tagen aufgefallen sind. Und die ich unter keinen Umständen empfehlen kann.

Beleidigungen

Wenn in einem erklärenden oder gar entschuldigenden Text Beleidigungen jeglicher Art auftauchen, kann ich den Text nicht mehr ernst nehmen. Nur, weil ich Dich kritisiere, heißt das nicht, dass ich dumm, zurückgeblieben, humorlos oder untervögelt bin.

Wenn ich Dich kritisiere, dann wird das alles Wahrscheinlichkeit schon seinen Grund haben. Meine Empfehlung ist daher, such erst einmal den Fehler bei Dir (auch gerne mit Unterstützung). Wenn da alles sauber ist, dann kannst Du auf mich zukommen und fragen, was ich da nicht verstanden habe.

Hast Du mich aber vorher schon beleidigt, würde ich kein Wort mehr mit Dir wechseln. Dann ist der Zug abgefahren.

Ausreden suchen

“Du hast ja recht, aber …”

Häufig fangen Entschuldigungen so an. Natürlich haben die Kritikger*innen recht, erst einmal. Doch dann wird lang und breit erklärt, dass sie am Ende ja eigentlich Unrecht haben. Denn sie haben Dich ja missverstanden.

Vielleicht ist es aber auch so, dass Du Dich selbst missverstanden hast. Weil Du dachtest, dass Du etwas weißt und am Ende da einem Denkfehler unterlagst. Es ist nicht immer so, dass die anderen falsch liegen.

Werbung

Wegen einer Aussage oder einem Marketingbeitrag hast Du einen Shitstorm ausgelöst. Und klar, jetzt hast Du die Aufmerksamkeit sehr vieler Leute. Trotzdem ist es nie gut, wenn Du jetzt noch Werbung für Dich und/oder Dein Produkt machst.

In einem solchen Fall kann es sein, dass viele eine solche Entschuldigung nicht ernst nehmen. Da könnte man sich schon fragen, hast Du den Shitstorm vielleicht nur deswegen ausgelöst, um Werbung zu machen?

Vielleicht klappt das ja sogar. Doch ich hab häufig gesehen, dass dann erst recht zum Boykott aufgerufen wurde.

Provokation

Häufig wird in den Texten nach dem auslösenden Beitrag noch provoziert. Und das manchmal auf eine Art und Weise, wo ich mich frage, geht es noch?

Daher kann ich wirklich nur sagen, mach es nicht. Provoziere nicht die Leute. Bestenfalls ignorieren sie Dich. Schlimmstenfalls löst Du etwas aus, was Du am Ende nicht mehr unter Kontrolle hast.

Abschlussgedanken

Manchmal reicht ein gedankenloser Beitrag aus und schon bist Du mitten in dem Sturm drinnen. Dabei ist es vielleicht noch nicht einmal wirklich von Dir gewollt gewesen.

Daher kann man nicht sagen, lös keinen Shitstorm aus, dann musst Du Dich nicht damit beschäftigen. So einfach ist das nicht. Denn jeder Mensch empfindet eine Sache anders. Und daher kann man sagen, dass jede Äußerung von Dir, theoretisch ein Shitstorm auslösen könnte.

Es ist immer gut, wenn Du Dir einen guten und starken Ruf aufbaust. Dann hast Du in einem entsprechenden Fall auch Unterstützung, falls Du mal daneben greifst. Denn es dürfte sehr wahrscheinlich sein, solange Du nicht unnötig provozierst, dass Deine Base zu Dir steht.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus

Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer veröffentlichen möchte, hat diverse Möglichkeiten dazu. Der Klassiker ist immer noch die Publikation über einem Verlag. Seit einigen Jahren ist das Selfpublishing eine feste Größe in der Welt der Veröffentlichung von Romanen geworden. Und das schwarze Schaf der Familie sind die sogenannten Druckkostenzuschussverlage.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 13. März 2017 auf meinem alten Blog “schreibkasten”. Heute möchte ich diesen ergänzen. Denn viele sind der Meinung, wer im Selfpublishing was veröffentlicht, gilt nicht als Autor*in. Daher schreibe ich meine persönliche Meinung dazu, wie ich das sehe.

Kurze Vorgedanken

Vielleicht hast Du schon einen fertigen Roman in der Schublade und daher heiß darauf, Deine erste Geschichte auch an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Oder Du arbeitest gerade noch an Deinen nächsten Bestseller (seien wir doch ehrlich, in unserem Herzen arbeiten wir alle an DEN Roman schlechthin, was auch völlig in Ordnung ist).

Gerade wenn Du noch zur zweiten Gruppe gehörst, wirst Du Dich vielleicht fragen, warum bitte schön, sollte ich mich mit der Veröffentlichung beschäftigen? Dafür habe ich ja noch ewig Zeit. Das mag sogar so sein, aber ich gehöre zu der Sorte, was ich jetzt recherchieren kann, darum muss ich mich nicht später bemühen.

Zudem finde ich es auch interessant, wie andere dann Deinen Status sehen, wenn Du Deinen Veröffentlichungsweg gewählt hast. Die einen werden sagen, Du gehörst zu den Autor*innen. Die anderen werden Dir diesen Status absprechen.

Aus diesem Grund schreibe ich diesen Beitrag, damit Du die ersten Schritte für Deine eigenen Recherchen hast. Wie auch immer Deine Entscheidung am Ende aussehen mag, sie gehört ganz allein Dir. Ich möchte Dir dabei nur als beratende Stimme zur Seite stehen.

Der Verlag

Der Klassiker, und für viele immer noch DAS Ziel vieler bei den Veröffentlichungswege, ist und bleibt der Verlag.

Der Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen, der in Deutschland immer noch einen verdammt guten Ruf hat. Wer bei einem Verlag veröffentlicht, hat es geschafft. Wie auch immer dieses es definiert wird, man hat es und dadurch wird man in vielen Bereichen als seriös angesehen und durchaus als echte Autorinnen und Autoren.

Nur müssen wir uns eingestehen, auch ein Verlag kann Fehler machen und vor allem, sie machen Fehler. So lehnen sie gute Manuskripte ab, die in anderen Verlagen dann einen wahnsinnigen Erfolg haben (ja, dem ist so). Veröffentlichen aber dafür Manuskripte, wo ich mich als Leserin frage, was hat die denn geritten, das Werk überhaupt zu Ende zu lesen. Und auch vor Plagiaten sind Verlage definitiv nicht sicher.

Doch egal was hinter den Kulissen gespielt wird, wer sein Baby (also das Manuskript) bei einem Verlag veröffentlicht, wird häufig bei Leser*innen und bei Zeitungen ernst genommen. Aber nicht nur das reizt viele Autor*innen, sich mit ihrem Roman bei einem Verlag zu bewerben.

Denn idealerweise kümmert sich ein Verlag vom ersten Kontakt bis hin zur Werbung um Dich ls Autorin und um Dein Baby. Sie besorgen Dir das Lektorat und das Korrektorat, für ein hübsches Cover und natürlich die Werbung.

Das bedeutet aber nicht, dass Du Dich zurücklehnen kannst, um Deinen nächsten Roman zu schreiben. Zwischenzeitlich verlangen die Verlage auch von Dir, dass Du Dich an Dein Marketing setzt. Das Grundmarketing werden sie Dir geben (notfalls erfragen). Der Rest ist nun Dein Job.

Grober Ablauf bei einem Verlag:

Wenn Du bei einem Verlag unterkommen möchtest, dann hat es (grob gesehen) einen vorbestimmten Ablauf. Dieser sieht meistens wie folgt aus:

  • Du recherchierst, bei welchem Verlag Dein Manuskript überhaupt unterkommen kann. Dazu gehört, unter anderem, dass Du weißt, in welchem Genre Dein Roman einzuordnen ist, dass Du ein klares Konzept hast und das Du durchaus auch weißt, warum Du bei einem bestimmten Verlag veröffentlichen willst.
  • Dann bewirbst Du Dich mit einem Exposé und einem Teil Deines Manuskripts.
    Wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Lies Dir bitte genau die Bedingungen durch, die ein Verlag an die Zusendung des Manuskripts stellt. Wenn sie nur zwanzig Seiten haben wollen, Du aber den kompletten Roman schickst, kann das durchaus dazu führen, dass der Verlag sagt, danke aber nein danke. Wohlgemerkt kann, nicht muss.
  • Der Verlag prüft dann Dein Manuskript. Wie das genau läuft, ist durchaus von Verlag zu Verlag unterschiedlich und ich denke mal auch von Lektorin zu Lektorin.
    Wie lange das dauert, wann Du eine Antwort bekommst und wie diese aussieht, dazu kann Dir letztendlich niemand was Genaues sagen. Häufig findest Du auf der entsprechenden Internetseite etwas. Aber es kann auch sein, dass man sich längerfristig über Dein Manuskript unterhält, weil man sich noch nicht sicher ist oder andere Punkte hat, die man klären will. Da musst Du also ein wenig Geduld mitbringen.
  • Was dann passiert, ist unterschiedlich. Es kommt natürlich darauf an, ob der Verlag Dein Manuskript will oder nicht. Entweder man verlangt das komplette Manuskript von Dir oder man schickt Dir eine neutrale Absage.
    Erwarte übrigens niemals, dass Du eine detaillierte Erklärung bekommst, warum Dein Manuskript nicht genommen wurde. Wenn Du sie bekommst, sei dankbar. Denn viele Verlage sagen sich, dass es einfach zu kräftezehrend ist. Denn viele Autorinnen und Autoren verstehen die Begründung als eine Art Kampfansage. Das bedeutet, dass danach erst die Diskussionen losgehen, warum ihr Manuskript nicht genommen wurde. Und es kann sogar so weit gehen, dass sie gegenüber dem Verlag pampig werden (was noch harmlos ist) oder sogar tote Ratten schicken (ja, das habe ich von einem kleinen Verlag sogar gelesen). Akzeptiere daher die neutrale Absage. Mehr wirst Du wohl nie bekommen.
  • Du hast es geschafft einen Verlag von Dir und Deinem Baby zu überzeugen? Herzlichen Glückwunsch. Wobei jetzt erst die Arbeit losgeht. Denn nun heißt es, dass Du ein Lektorat bekommst, ein Korrektorat, dann gibt es Diskussionen zum Cover und vieles mehr.
    Hat es nicht geklappt, tief durchatmen und weitermachen. So ist es halt im Leben.

Wächterfunktion

Man hört durchaus öfters, dass dem Verlag eine gewisse Wächterfunktion zukommt. Das bedeutet, dass ein Verlag die literarische Welt vor schlechten Geschichten bewahrt und gute, ja sogar ewige Bücher veröffentlicht.

Doch dem ist definitiv nicht immer so. Natürlich veröffentlichen Verlage immer wieder wunderbare Perlen, wo man sich nur denkt, wow, das war aber mutig. Oder auch, danke dafür, dass der Verlag dieses wunderbare Buch veröffentlicht hat. Doch häufig frage ich mich, warum mussten für diesen Roman Bäume sterben?

Mit anderen Worten also, auch ein Verlag greift ordentlich daneben (auch wenn das eine sehr subjektive Meinung von mir ist), was das Veröffentlichen von Geschichten betrifft. Aber ich gehe durchaus davon aus, dass sie ihre Gründe haben, warum sie das machen. Anders möchte ich mir das nicht erklären. Dabei stellt sich aber mir durchaus die Frage, wenn sie Romane veröffentlichen, die sich nicht verkaufen, weil sie eben nicht gut sind, inwiefern erfüllen sie dann ihre Wächterfunktion? Darüber kann man durchaus diskutieren.

Doch wenn Du die Hürde überwunden hast, dann hast Du es geschafft und der Verlag veröffentlicht Deine Geschichte. Und das Beste ist, dass sich dieser um alles drum herum kümmert. Vom ersten Schritt bis hin auch zum Verkauf der Lizenzen ins Ausland, wenn es dazu kommen kann (nicht alle Romane haben wohl das Zeug zu internationalen Bestsellern, das sollte Dir natürlich auch bewusst sein).

Knallharte Wirtschaft – Die Kosten

Man sollte sich aber immer bewusst sein, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Das bedeutet, dass dieser Dir nichts schenkt, bzw. nichts schenken kann. Würden sie es machen, würden sie ziemlich schnell pleitegehen.

Das Wichtigste vorneweg: Ein Verlag verlangt niemals von Dir, dass Du irgendwelche Kosten vorstreckst. Weder für die Prüfung Deines Romans noch für das Lektorat oder Korrektorat oder auch für das Cover und natürlich auch nicht für die Veröffentlichung. Ganz im Gegenteil, größere Verlage können es sich sogar leisten, Dir einen Vorschuss zu zahlen. Es mag sein, dass Du Dich als Neuautorin mit wenigen Hundert oder tausend Euro zufriedengeben musst. Aber immerhin kann es passieren, dass Du Geld für Deine Veröffentlichung bekommst. Kleine Verlage können sich das häufig nicht leisten. Erwarte es also dort nicht. Wenn Du doch was bekommst, sei gerne dankbar dafür.

Damit will ich ganz klar sagen: Das finanzielle Risiko trägt der Verlag. Er bezahlt wirklich alles aus eigener Tasche. Und wenn Dein Buch ein flopp wird, dann bezahlt er sogar die Zeche (wenn ich das Mal so ausdrücken darf). Letztendlich müssen sich die Verkaufszahlen rentieren, wenn Du weiterhin beim Verlag veröffentlichen möchtest.

Doch wie ich schon oben schrieb, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Er wird schon zusehen, dass er seine Ausgaben rein bekommt und mit Dir auch Gewinne macht. Und das geschieht über den Buchpreis. Hier ein kleines Beispiel, was ich damit meine (dafür nehme ich gerade Zahlen und ignoriere irgendwelche genauen Berechnungen und Steuern und ähnliche Dinge, ich bitte diese Vereinfachung zu entschuldigen):

Nehmen wir an, Dein Buch kostet 9,90 € (der Standardpreis für viele Bücher). Nach Abzug aller Steuern und was da noch alles kommt, stehen dem Verlag 8,00 € zur Verfügung (wie erwähnt, ich vereinfache das hier jetzt extremst, damit Du Dir ein Bild machen kannst).

Von diesen 8,00 € bekommst Du, sagen wir einfach mal, einen ganzen Euro. Die Restlichen 7,00 € nutzt der Verlag, um die ganzen Kosten, welche die Veröffentlichung Deines Romans gekostet hat, zu decken. Und natürlich möchte Dein Verlag an Deiner Geschichte auch etwas verdienen. Einerseits für den Gewinn am Ende des Jahres und auch, um andere Schriftsteller*innen die Veröffentlichung zu ermöglichen. Denn auch bei diesen tragen sie das finanzielle Risiko. Und Du hilfst dem Verlag dabei, dieses entsprechend auch zu schultern.

Aber davon merkst Du letztendlich gar nichts, weil Du dieses Geld ja nie siehst. Du siehst diesen einen Euro und gut ist. Wobei man natürlich sagen muss, wenn Du ein Euro kriegst, kann das durchaus viel sein. Denn bei vielen Verlagen kann es durchaus sein, dass Du zehn Prozent vom Bruttopreis des Buches bekommst. Das wären dann 99 Cent. Und davon musst Du dann noch eventuell Steuern bezahlen. Damit hättest Du weniger als diesen einen Euro. Schau Dir also ruhig den Vertrag genau an.

Leider gibt es nicht umsonst den Spruch: Bei einem Verlag können alle von dem Roman leben, nur nicht die Person, die ihn geschrieben hat. Für sehr viele eine traurige Wahrheit.

Wächterfunktion Agentur

Willst Du bei einem großen Verlag veröffentlichen (ich meine wirklich die Verlage, deren Namen Dir aller Wahrscheinlichkeit sofort einfallen), dann kommst Du an sie direkt selbst immer schlechter heran. Denn die Verlage werden mit Manuskripten förmlich überschwemmt, sodass sie nur noch Manuskripte nehmen, welche von Agenturen vorgestellt werden.

Wenn man es so will, musst Du Dich also zwei Mal bewerben. Einmal bei der Agentur. Und dann bewirbt sich die Agentur für Dich beim Verlag. Wobei ich wohl nicht schreiben muss, dass die Agentur auch etwas von Deinem Kuchen abhaben will. Gehen wir davon aus, dass Du den einen Euro bekommst, den ich oben erwähnte. Dann wollen die meisten Agenturen davon zwischen 15 bis 20 Prozent haben (das sind die gängigsten Preise, die ich kenne).

Das bedeutet, dass eine gute Agentur Dir hilft, dass Du bei den großen Verlagen Fuß fassen kannst. Gleichzeitig heißt das auch, dass sich Dein Gewinn noch einmal schmälert.

Dein Autor*innenstatus

Tatsächlich kenne ich niemanden, die oder der daran zweifelt, dass Du mit einer Verlagsveröffentlichung Autor*in bist. Das liegt wohl auch an der Tradition und das persönliche Gefühl, welche man mit dem Verlag verbindet.

Seit Jahrhunderten haben sich Verlage darum gekümmert, dass ein Buch veröffentlicht wird. Daher kann man schon behaupten, dass dies ins Fleisch und Blut der Lesenden übergegangen ist. Verlage veröffentlichen Autor*innen.

Abschlussgedanken zum Verlag

Wenn Du über einen Verlag veröffentlichst, musst Du Dir weniger Gedanken zu vielen Themen machen. Du bekommst eine Lektorin gestellt, das Cover und die Werbung werden häufig auch eingeleitet. Doch gerade am Anfang musst Du eine Menge mithelfen, damit sich der Erfolg für Dich wirklich einstellt. Denn das Budget für Deine Werbung kann gerade am Anfang Deiner Karriere eher klein ausfallen. Da bist Du gefragt.

Doch egal wie es hinter den Kulissen aussieht, nach außen hin erziehlst Du die größte Wirkung, wenn Du sagst, ich habe bei dem und dem Verlag veröffentlicht. Oder wie auch immer Du Dich am Ende selbst vorstellst.

Vor- und Nachteile

Nachteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du hast kein Mitspracherecht beim Cover.
    Denn Dein Verlag möchte die optimale Wirkung erzielen und beauftragt entsprechend Spezialist*innen mit dieser Arbeit.
  • Du bekommst nicht den ganzen Gewinn ausgezahlt, sondern nur einen Teil.
    Der Rest geht an den Verlag.
  • Im Rahmen des Veröffentlichungsprozesses hast Du ebenfalls kein Mitspracherecht.
    Das betrifft Lektorat und Korrektorat, aber auch wann Dein Roman veröffentlicht wird.
  • Der Verlag hat immer noch eine gewisse Wächterfunktion – Dein Manuskript kann daher abgelehnt werden (was zwischenzeitlich bei der Menge sogar wahrscheinlicher ist).
  • Eine Veröffentlichung kann, nach der Zusage, bis zu einem Jahr dauern. Gelegentlich sogar Länger.
  • Und Punkte, die mir spontan nicht einfallen wollen.

Vorteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du kannst Dich auf den Schreibprozess konzentrieren, um den Rest kümmert sich Dein Verlag.
  • Du erhälst die Gelder, die Dir wirklich zustehen (laut Deinem Vertrag).
  • Es ist nicht notwendig in Vorkasse zu gehen, um Dein Manuskript zu veröffentlichen.
  • Dein Buch kommt in den Buchhandel.
  • Für viele bist Du nur dann eine Schriftsteller*in, wenn Du in einem Verlag veröffentlicht hast – das hast Du damit erreicht (siehe oben).
  • Und Punkte, die mir auch hier spontan nicht einfallen.

Selfpublishing

Selfpublishing ist erst in den letzten Jahren zu einem Wort der Öffentlichkeit geworden. Dabei ist das Selbstverlegen keine neue Erfindung. Tatsächlich haben Goethe und Heine auch im Selbstverlageinige Werke veröffentlicht.

Der Anbieter BoD ist schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Und auch viele andere Anbieter gibt es. Doch erst mit amazon Creatspace ist das Selbstverlegen auf einer neuen Stufe angekommen. Und das bedeutet für Dich ganz klar, dass Du nun eine zweite Möglichkeit bekommen hast, Deine Geschichte zu Deinen Leserinnen und Leser zu bringen. Und das durchaus mit positiven Erfolgen.

Was bedeutet jetzt genau Selfpublishing?

Selfpublishing bedeutet ganz klar, Du kümmerst Dich um alles. Vom Schreiben des ersten Satzes, bis hin zur Überarbeitung, die Suche nach dem geeigneten Lektorat und Korrektorat, Cover, Titel und die Veröffentlichungswege. Und ja, das alles bezahlst Du auch aus eigener Tasche.

Das bedeutet also, dass Du Dich nicht nur auf das Schreiben konzentrieren kannst, sondern auch auf das alles, was danach kommt. Und Du musst um einiges mehr delegieren oder auch organisieren. Immerhin will der Fiskus Steuern von Dir haben. Also musst Du Dich um die Buchhaltung kümmern. Oder auch Marketing, wie machst Du am besten Werbung. Und vieles mehr. Das alles, was vielleicht ein Verlag übernehmen würde (ich kenne nicht alle Leistungen eines Verlages, was sicherlich auch Verhandlungssache ist), musst Du Dich selbst darum kümmern.

Mit diesem Kostenrechner kannst Du mal sehen, wie viel Dich so ein professionelles Buch kosten kann (nicht muss!). Du kannst ja mal aus Spaß die Kosten berechnen und dabei verschiedene Variablen eingeben. Natürlich kannst Du bei einigen Punkten sparen und bei anderen mehr Geld ausgeben. Aber dieser Rechner sorgt erst einmal, dass die große Überraschung, wenn Du Dich auf dieses Abenteuer einlässt, ausbleibt. Denn Du kannst sehen, dass durchaus dreistellige Summen im höheren Bereich zusammenkommen können.

Zwischenzeitlich hat Katrin Ils ein Video veröffentlicht, was sie die Veröffentlichung kostet. Auch hier lohnt sich ein Blick:

Warum sollte ich denn diesen Weg gehen?

Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen, warum Du bitte schön diesen Weg gehen sollst. Denn es bedeutet nicht nur sehr viel Arbeit und damit auch sehr viel Selbstdisziplin. Sondern auch, dass Du ab sofort anfängst zu sparen, damit Du die Kosten stemmen kannst. Und der Erfolg ist ja auch nicht gewiss. Vor allem, Du kannst das finanzielle Risiko auf niemanden anderen abwälzen. Denn, wenn man es so will, Du selbst trägst die finanziellen Risiken zu einhundert Prozent.

Wenn ich die Gründe von Autorinnen und Autoren lese, die im Selfpublishing veröffentlichen, dann kommen häufig zwei Argumente immer und immer wieder:

  1. Die (kreative) Freiheit.
    Bei einem Verlag kann es passieren, dass Dein Roman deswegen nicht genommen wird, weil es der aktuellen Mode nicht entspricht. Vor einigen Jahren waren Vampirromane der letzte Schrei. Wer was auf sich hielt, hat die Untoten ins Rennen geschickt. Wolltest Du aber, zum Beispiel, über Werwölfe schreiben, konnte es durchaus passieren, dass Du nicht genommen wurdest.
    Doch dann passierte es, dass die Vampire nicht mehr gewollt wurden und die anderen Wesen waren auf einmal sehr begehrt. Dumm nur, wenn Du dann doch über Vampire schreiben wolltest.
    Wenn Du aber selbst Deine Romane veröffentlichst hast Du keine Einschränkugen. Du kannst heute einen Vampirroman schreiben, morgen einen Krimi und nächste Woche einen Fantasyroman (um es mal bildlich zu beschreiben). Du hast die vollständige kreative Freiheit über Deine Arbeit.
    Und weitere Freiheiten sind auch, dass Du entscheiden kannst, mit wem Du zusammenarbeiten möchtest. Dir gefällt eine Lektorin nicht? Dann kündige die Arbeit mit ihr und such Dir jemand anderen. Du schwärmst von einem bestimmten Cover? Dann kauf ihn Dir, lass ihn anpassen und gut ist. Und Du kannst sogar entscheiden, wo Du veröffentlichen möchtest. Bei amazon, bei BoD oder bei anderen Anbietern.
  2. Mehr vom Verkaufspreis
    Je nach Distributor bekommst Du teilweise bis zu 70 Prozent des Preises, den Du selbst bestimmen kannst. Und wenn Du noch gute Werbung machst, Dich um Dein Marketing kümmerst und eine gewisse Anzahl von Verkäufen vermelden kannst, ist es durchaus möglich, dass Du die Kosten rausbekommst und sogar noch Gewinn machst.
    Wichtig ist natürlich, dass Du Dich um Dein Baby kümmerst und immer wieder nach außen trittst. Aber wenn, dann kann es passieren, dass Du von dieser Arbeit sogar leben kannst. Das ist leider nicht immer möglich, wenn Du Dich für den Verlagsweg entscheidest.

Durch diese Freiheiten kann es natürlich sogar passieren, dass Du einen Trend setzt. Das betrifft die Art der Geschichten die Du schreibst oder die Art der Werbung, die Du machst. Es kommt in erster Linie darauf an, wie viel Mut Du an den Tag legst.

Natürlich trägst Du auch alle Konsequenzen für die Entscheidungen, die Du triffst. Es gibt niemanden (außer Deine Familie und Deine Freunde, wenn überhaupt), die oder der Dir Deinen Rücken stärkt. Setzt Du Deine Geschichte in den Sand, musst Du damit leben. Hast Du Erfolg, musst Du auch damit leben (was aber sicherlich leichter ist). Aber egal wie Dein Weg aussehen mag, Du gehst ihn hier komplett alleine (mit der Unterstützung Deiner PartnerInnen, die letztendlich von Dir pünktlich und in vollem Umfang bezahlt werden wollen).

Immer mehr wanderen von den Verlagen ab

Da ich mich mit dem Thema Selfpublishing schon seit einigen Jahren beschäftige, bekomme ich viele Meinungen von Autorinnen und Autoren mit, welche diesen Weg gegangen sind oder gehen. Und dabei kommen ungewöhnliche Geschichten zusammen, wo ich selbst nur staunen kann.

So las ich vor einigen Jahren, dass eine Autorin ihren Roman in einem Kleinverlag veröffentlich hatte. Während dieser Zeit hat sie etwa zweitausend Euro verdient (ich glaube, der Verlag hatte für zwei Jahre die Rechte inne). Als sie die Veröffentlichungsrechte zurückbekommen hat, entschied sie sich die Geschichte neu zu veröffentlichen, eben im Selfublishing. Diese zweitausend Euro hat sie in den ersten zwei bis drei Monate verdreifacht. Ein gewaltiger Unterschied.

Das ist wohl auch einer der Gründe, warum immer mehr Autor*innen sich sagen, schön das ich bei einem Verlag bin, aber ich habe dadurch mehr Nachteile als Vorteile, ich bin dann mal weg. So erzählte eine Autorin von einer Kollegin, die erst im Selfpublishing veröffentlicht hat, dann einen Verlag fand und nach den Erfahrungen mit diesem reumütig zum Selfpublishing zurückkehrte. Für sie hat sich dieser Ausflug aus diversen Gründen nicht gelohnt.

Stopp – Bitte keine Seifenblasen aufbauen

Auch wenn sich hier alles so toll liest, sei bitte realistisch, wenn Du diesen Weg gehen möchtest. Denn es ist halt harte Arbeit und Du musst das wirklich alles alleine tragen. Und nur weil es tolle Geschichten von Autorinnen und Autoren gibt, welche finanzielle Freiheiten erlangt haben, bedeutet das nicht, dass es wirklich für alle gilt. Das sei Dir bitte immer bewusst. Ich gönne Dir jeden Erfolg, den Du bekommst. Aber der ist nicht selbstverständlich.

Der negative Ruf

Leider hat Selfpublishing einen noch immer negativen Ruf. Ich bin mir sicher, dass Du auch schon mal davon gehört hast, Dein Manuskript war nicht gut genug für einen Verlag, also hast Du ihn selbst veröffentlicht. Das wird schon seine Gründe haben. Und noch heute denken viele Leute so. Dabei entscheiden sich viele Autor*innen gleich von Anfang an dafür, es überhaupt nicht bei einem Verlag zu versuchen. Sie gehen gleich den Weg des Selfpublishing und veröffentlichen hier. Das wird aber sehr gerne von den Kritiker*Innen übersehen, leider.

Weiterhin glauben viele, dass die Autor*innen, die diesen Weg gehen, sowieso nur mangelhafte Ware abliefern. Aus diesem Grund sind sie seltener bereit einen höheren Preis für das Buch zu bezahlen, im Gegensatz zu einem Verlagsbuch. Dass die Autor*innen sich teilweise sogar noch intensiver um ihr Manuskript kümmern (das betrifft leider nicht alle Autor*innen, aber doch sehr viele und sie werden immer mehr), übersehen sie gerne. Dem ist aber durchaus so. Und natürlich wollen sie auch dafür entsprechend entlohnt werden. Aber noch ist das Thema Selfpublishing nicht so in der Gesellschaft angekommen, wie man es sich wünschen kann. Aber ich denke, das ist eine Frage der Zeit und wie sich die entsprechenden Autorinnen und Autoren geben.

Bedauerlicherweise machen es einige Autor*innen entsprechende Ambitionen zunichte, wenn sie Plagiate veröffentlichen. Natürlich hat die Entscheidung einer Autorin oder eines Autors nichts mit allen anderen zu tun. Das Problem ist aber, dass viele das nicht so sehen. Wenn eine Autorin, die zudem noch eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, zugibt, Werke abgeschrieben zu haben (also eben ein Plagiat veröffentlichten), dann heißt es bei vielen, natürlich Selfpublishing, die veröffentlichen ja alle Müll oder gestohlene Sachen oder was auch immer. Dabei gibt es durchaus Geschichten über Plagiate bei Verlagen. Die interessiert nur kaum jemanden.

Gerade weil sich viele nicht vorstellen können, wie es die Autor*innen schaffen, innerhalb kürzester Zeit eine hohe Anzahl von Büchern zu veröffentlichen. Dabei vergessen die Leute, einige dieser Autor*innen vor der ersten Veröffentlichung einige Bücher vorgeschrieben haben, auf diese sie dann zurückgreifen können. Weiterhin haben sie nicht die lange Veröffentlichungszeit eines Verlages (da kann es bis zu einem Jahr dauern, bis ein Manuskript veröffentlicht wird, was an der Planung liegt). Diese Zeiten muss eine Selfpublisherin nicht einhalten. Sie kann veröffentlichen so oft und soviel sie will.

Lesetipp: Schau mal bei dem Projekt “12 in 12” der Autorin J. Vellguth rein. Dort wirst Du sehen, dass es, theoretisch sogar möglich ist, innerhalb eines Jahres zwölf Bücher zu veröffentlichen.

Dein Autor*innenstatus

Nach den negativen Geschichten von oben kannst Du Dir sicherlich vorstellen, dass es um den Autor*innenstatus nicht gut bestellt ist. So verweigern einige schlichtweg Autor*innen im Selfpublishing anzuerkennen. Einige Autor*innenvereinigungen wollen diese auch nicht bei sich haben. Es muss eine Verlagsveröffentlichung sein. Ansonsten darf man nicht dabei sein.

Aber ich sag ganz klar, auch Selfpublisher*innen sind Autor*innen. Sie schreiben eine Geschichte, welche veröffentlicht wird. Was will man mehr? Die meisten sind sogar zwischenzeitlich so professionell, dass sie sich ein Lektorat/Korrektorat besorgen. Und ihr Marketing kann gelegentlich so gut sein, dass man nur zu staunen vermag.

Mit anderen Worten lass Dir bitte nicht einreden, Du seist kein*e Autor*in. Das bist Du nämlich sehr wohl.

Abschlussgedanken Selfpublishing

Auch wenn dieser Weg durchaus eine große Herausforderung ist, so kann sie sich für viele durchaus lohnen. In erster Linie aufgrund der vielen Freiheiten, die Autor*innen dabei bekommen, aber auch aufgrund der höheren Entlohnung, die sie pro verkauftem Buch erhalten.

Es lohnt sich also durchaus sich mit diesem Weg zu beschäftigen, wenn Du Dir überlegst, wie Du Deine Geschichte veröffentlichen möchtest. Gerade dann, wenn Du eine ungewöhnliche Geschichte schreibst, wäre es möglich, dass Du mit diesem Weg um einiges mehr erreichst, als wenn Du den traditionellen Weg beschreitest (also die Verlagsveröffentlichung).

Vor- und Nachteile

Nachteile des Selfpublishing:

  • Du musst Dich um alles selbst kümmern.
  • Du bist nicht nur Schriftsteller*in, sondern auch eine kleine Unternehmer*in (nicht unbedingt in diesem Sinne, aber im Bereich, dass Du die Buchhaltung machen musst, Marketing und so weiter).
  • Die Kosten musst Du im Voraus bezahlen.
  • Sollte Dein Roman ein Flop werden, trägst Du allein die Kosten und daher das komplette Risiko.
  • Und einige weitere Punkte.

Vorteile des Selfpublishing:

  • Du hast die komplette künstlerische Freiheit in allen Belangen.
  • Du kannst entscheiden, wann Du was schreibst, veröffentlichst und wie Du es bewirbst und ob überhaupt.
  • Wenn Du Experimente wagen willst, ist es leichter diesen zu wagen und umzusetzen.
  • Du brauchst nicht nach dem Markt zu schreiben (was also die Verlage vorgeben), sondern kannst nach der eigenen Nase schreiben (nach dem eigenen Geschmack).
  • Wenn Dein Roman ein Erfolg wird, trägst Du den kompletten Gewinn alleine.
  • Und noch so einige Punkte.

DKZV

Ein Hinweis vorneweg: Finger weg vom DKZV!!!
Oder ausgeschrieben: Druckkostenzuschussverlag!!!

Was ist ein DKZV?

Der Druckkostenzuschussverlag oder auch Selbstkostenverlag ist eine Variante des veröffentlichen, der keinen guten Ruf genießt. Doch was ist das genau?

Das Wichtigste vorneweg: Auch wenn ein Druckkostenzuschussverlag sich auf die Fahnen schreibt, sie seien ein Verlag, sind sie es nicht. Das liegt schlichtweg daran, dass die Bezeichnung Verlag nicht geschützt ist (es also keine Definition gibt, was ein Verlag ist bzw. nicht ist). Daher kann sich jedes Unternehmen, dass ein Buch veröffentlicht, als Verlag bezeichnen. Im Folgenden werde ich zwar vom DKZV schreiben (also dem Kürzel), aber ich möchte betonen, dass wir es hier nicht mit einem Verlag zu tun haben.

Ein DKZV sollte man eher als einen Dienstleister betrachten, der so tut, als sei er ein Verlag. Wie ich oben beschrieben habe, übernimmt ein Verlag sämtliche Kosten, die anfallen. Vom Lektorat bis hin zum Cover und auch die Werbung. Und damit trägt dieser das finanzielle Risiko, wenn sie eine Fehlentscheidung getroffen haben. Also wenn sie eine Geschichte veröffentlicht haben, die einfach nicht gut genug ist, um ein Bestseller zu werden.

Wenn Du Dich entscheidest, bei einem DKZV zu veröffentlichen, dann kann es noch sein, dass die Prüfung Deines Manuskripts kostenfrei ist (wie bei einem Verlag). Doch dann wird Dir ein Angebot gemacht, wo mir durchaus das hören und sehen vergangen ist, als ich von einigen Beispielen gelesen habe.

Denn Du als Autorin bzw. als Autor trägst alle Kosten selbst, die dann im Rahmen der Veröffentlichung entstehen. Lass ruhig mal diesen Satz auf Dich wirken: Du trägst wirklich sämtliche Kosten alleine.

Jetzt wirst Du Dir sagen, Moment, wenn ich mich für den Weg des Selfpublishing entscheide, bezahle ich doch auch alles. Wo ist also das Problem?

Wenn man so argumentiert, gebe ich Dir erst einmal recht. Erst einmal! Aber wenn wir uns die Sache genauer ansehen, wirst Du verstehen, warum viele Personen, Seiten und Vereine vor diesen Pseudoverlagen warnen.

Kommen wir zu den Kosten und damit zum Problem der Angelegenheit

Ein Verlag verlangt keine Kosten, sondern bezahlt Dich (im Idealfall) sogar, wenn Du Dein Manuskript in deren Hände gibst. Damit überträgst Du nicht nur das Recht zur Veröffentlichung dem Verlag, sondern eben auch das finanzielle Risiko. Beim DKZV hingegen überträgst Du auch das Recht zur Veröffentlichung, das finanzielle Risiko behältst Du aber. Und da ist der Hund begraben.

Denn ein DKZV ist eben kein Verlag. Denn Verlag kommt vom verlegen bzw. vom Vorlegen. Eben die Kosten, einen Vorschuss und die weiteren Punkte (entschuldige, wenn ich mich hier gerade ein wenig wiederhole). Diese Erklärung wirst Du im Internet immer wieder lesen. Und das stimmt auch.

Ein DKZV bittet zur Vorkasse. Und zwar mit Summen, wo Dir die Spucke wegbleibt. Ich habe von tausend Euro gelesen, bis, ja, Du liest richtig, zehntausend Euro. Und das für einen einzigen Roman. Wenn Du den obigen Preisrechner ausprobiert hast, wirst Du feststellen, dass eine professionelle Veröffentlichung so um die 1.500 Euro kosten mag (je nachdem welche Leistungen Du in Anspruch nimmst). Woher nimmt also der DKZV diese Summen?

Darüber lässt sich letztendlich spekulieren. Aber in den Paketen bekommst Du irgendwelche Versprechungen, die selten wirklich zu einem richtigen Bucherfolg führen.

Welche Versprechungen Sie Dir geben (eine Auswahl)

Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Sie veröffentlichen Dein Buch garantiert.
    Gut, das hört sich erst einmal harmlos an. Aber eigentlich sollte das selbstverständlich für ein Verlag sein, dass sie Dein Buch veröffentlichen (wenn sie es angenommen haben).
  • Hinweis auf deren Homepage
    Auch das sollte selbstverständlich sein. Immerhin wollen sie mit Dir zusammenarbeiten. Aber wer liest schon deren Homepage? Das ist die größere Frage. Wichtiger wäre es, wenn Dein Verlag bei den gängigen Onlineshops veröffentlicht wird und bei diversen Buchblogs (gerade die, mit einer sehr hohen Klickrate).
  • Dein Buch im Buchhandel
    Es gibt diverse Berichte im Internet, wo der Buchhandel gefragt wurde, ob sie Romane aus einem DKZV haben. Das wurde meistens verneint. Das mag unter anderem wohl daran liegen, dass niemand von diesem Psuedoverlag im Buchhandel auftaucht, um das Programm zu bewerben (ja, auch Verlage putzen klinken).

Auch gibt es Werbung, dass Du im Paket einen Fernsehauftritt bei einem Sender hast, von dem Du aller Wahrscheinlichkeit noch nie gehört hast. Und wenn Du noch nie davon gehört hast, warum sollten es bei Deinen potenziellen Leserinnen und Leser anders sein?

Wenn das für Dich attraktiv anhört, dann lies Dir bitte den folgenden Bericht durch.

Ein Beispiel aus dem DKZV

Vor Jahren war ich noch in einem kleinen Schreibforum sehr aktiv. Dort erzählte eine Autorin, dass ihr Bekannter bei einem DKZV veröffentlicht hat. Er soll wohl ziemlich über Agenturen und Verlage geschimpft haben, weil er der Meinung war, sie würden nur abzocken und sein hart verdientes Geld haben wollen (die oben erwähnten 15 bis 20 Prozent für die Agentur und dann noch die Summen, die ein Verlag haben möchte). Aus diesem Grund habe er sich für den Weg des DKZV entschieden.

Und immerhin verdient er mit der Veröffentlichung des fünften Buches (!) auch Geld.

An dieser Stelle sei angemerkt, wenn ich bei einem angeblichen Verlag erst ab dem fünften Buch Geld verdiene, dann läuft etwas schief. Denn bei einem richtigen Verlag oder im Selfpublishing verdiene ich mit dem ersten verkauften Exemplar mein Geld. Und nicht erst nach gut fünftausend verkauften Büchern (eine durchschnittliche Auflage kann sich so um 1.000 Bücher drehen).

Wilde Geschichten des DKZV

Es gibt verschiedene Pseudoverlage und einige von denen erzählen wirklich haarige Geschichten, warum man unbedingt bei ihnen veröffentlichen soll. Unter anderem wird dabei den Verlagen vorgeworfen, sie setzen ihre Autorinnen und Autoren unter Druck, damit die Verwandten und Freundschaften die Bücher kaufen sollen. Oder sie überhaupt nicht über die Vertragdetails erzählen dürfen. Und weitere Geschichten, wo man nach dem eigenen Aluhut sucht (Verschwörungstheorien lassen grüßen).

Wenn Du also auf eine Seite kommst, wo steht, dass Du nur mit einem DKZV eine Möglichkeit auf eine Veröffentlichung hast, dass Verlage Neulingen keine Chance gibt oder Du nur einen Teil der Kosten zu tragen hast, dann tue Dir selbst einen Gefallen – schließ die Seite.

Lies Dir gerne einfach mal einige Beschreibungen der Verlage durch, ich denke, Du wirst wunderbar schmunzeln können.

Vorteil, Verlagsbegriff

Auch wenn das Wort “Verlag” nicht definiert und nicht geschützt ist, erzeugt er viele positive Gefühle. Eben aus historischen Gründen. Daher benutzen zweifelhafte Verlage ebenfalls dieses Wort. Um diese positiven Gefühle auf sich zu übertragen.

In diesem Fall sollten sie ehrlich sein und sich als Dienstleister bezeichnen. Denn, über kurz oder lang, sind sie das nämlich.

Verbranntes Manuskript – Verbrannte Autorin und verbrannter Autor

Vielleicht hast Du schon mal gehört, dass Dein Manuskript verbrannt ist, wenn Du es im Internet veröffentlicht hast. Das bedeutet also, dass ein Verlag sich nicht mehr dafür interessieren mag, wenn es irgendwie online schon mal stand (auch wenn Du es gelöscht hast). Das mag sein.

Aber es ist so gut wie sicher, dass sowohl Dein Manuskript und aller Wahrscheinlichkeit sogar Du als Autorin für einen seriösen Verlag nicht mehr interessant bist, wenn Du einen solchen Veröffentlichungsweg gewählt hast. Denn immerhin hast Du für eine Verlagsveröffentlichung bezahlt. Und die anderen Verlage kennen die schwarzen Schafe ihrer Branche sehr gut. Wenn sie also lesen, Du hast bei dem Verlag XYZ veröffentlicht, dann bist Du automatisch nicht mehr für sie interessant. Und das bedeutet für Dich nicht nur harte Arbeit, sondern eine fast unüberwindliche Hürde, um bei den Verlagen noch ernst genommen zu werden.

Kleiner Tipp: Erwähne das einfach nicht und such Dir einen neuen Pseudonym. Dann kannst Du das alles noch retten.

Wie erkenne ich ein DKZV Angebot?

Es gibt Hinweise, die sehr wahrscheinlich auf einen Pseudoverlag hinweisen. Hier sind die drei wahrscheinlichsten Punkte:

  • Verlag sucht Autor (bzw. Autorin)
    Natürlich ist dieser Hinweis nicht automatisch mit einem DKZV zu verbinden. Denn viele kleine Verlage suchen auch Autorinnen. Doch wenn Du das liest, solltest Du schon einmal aufhorchen.
    Die meisten Verlage geben Hinweise darauf, wie Du Dein Manuskript einreichen kannst. Aber sie fordern Dich nicht (immer) explizit auf, das auch zu tun. Denn je größer ein Verlag ist, desto mehr unverlangte Manuskripte liegen ihnen vor. Daher arbeiten die großen Verlage eher mit Agenturen zusammen, als das sie noch Direktbewerbungen annehmen.
    Kleine Verlage hingegen nehmen gerne Manuskripte an, weil sie ihr Angebot ausbauen wollen. Aber sie weisen meistens noch darauf hin, dass Dir zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Kosten entstehen. Solltest Du daran Zweifeln, schreib dem Verlag eine freundliche Mail und erkundige Dich nach den Kosten. Oder recherchiere im Internet nach dem Verlag. Dort findest Du aller Wahrscheinlichkeit Hinweise, ob es sich bei Deinem Wunschverlag um ein DKZV handelt.
  • Du bezahlst nur einen Teil der Kosten.
    Viele DKZV reagieren auf die kritischen Berichte im Internet und behaupten, dass man nicht mehr die kompletten Kosten bezahlt, sondern nur noch ein Teil. Auch das ist schon zu viel, wenn sie sich weiterhin als Verlage hinstellen. Dann sollen sie ehrlich sein, sich als Dienstleister bezeichnen und schon ist das Problem aus der Welt geschaffen. Doch solange sie von Dir Geld verlangen und sich als Verlag hinstellen, ist das durchaus ein Hinweis, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Vermeide also deren Angebot.
  • Wir bringen Sie in den Buchhandel, auf unsere Homepage, groß raus!
    Wie oben schon beschrieben, der Buchhandel hört selten bis gar nichts von solchen Pseudoverlagen. Aus diesem Grund ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass gerade Deine Geschichte im Buchhandel landet.
    Weiterhin sollte es selbstverständlich sein, dass Dein Buch auf deren Homepage landet. Immerhin hast Du bei denen veröffentlicht. Aber wer liest schon solche Seiten, wenn man den Verlag nicht kennt? Daher wären andere Seiten (wie oben erwähnt, Onlineshops oder Buchblogs) um einiges interessanter.
    Und einen Erfolg kann ein Verlag nicht garantieren. Es gibt zwar Faktoren, welche den Erfolg begünstigt, aber wenn man die großspurig verspricht, dass Du die nächste Bestsellerautorin wirst, geh noch einmal in Dich und frag Dich, ob das wirklich seriös ist.

Wie sieht es hier mit Deinem Autor*innenstatus aus?

DKZV werden von den meisten zwischenzeitlich abgelehnt. Häufig fehlt es an der Qualität des Lektorats und Korrektorats. Zudem haben viele Lesende selbst ein Gespürt entwickelt, dass man einem DKZV nicht vertrauen sollte.

Meistens richtet sich die Ablehnung jedoch nicht gegen die Autor*innen, sondern gegenüber dem sogenannten Verlag. Und in meinen Augen sind die Personen, die über einen DZKV veröffentlichen, trotzdem Autor*innen. Sie haben eine Geschichte geschrieben und einen zweifelhaften Weg gewählt, diese zu veröffentlichen.

Selbst wenn das Werk mies sein sollte (seien wir ehrlich, auch Verlage und Selfpublisher*innen können zuweilen miese Geschichten veröffentlichen), ändert das nichts am Status. Hier wurde geschrieben.

Abschlussgedanken zum DKZV

Beim besten Willen, ich kann eigentlich nichts gutes über den DKZV schreiben. Das liegt wohl daran, dass sie kein Angebot haben, dass Du nicht über gute Dienstleister bekommst. Und zwar für weniger Geld. Leider sprießen gerade in letzter Zeit mehr solcher Pseudoverlage aus dem Boden, als früher. Manche vermuten, dass es daran liegt, das durch das Selfpublishing die Hemmschwelle für eine Veröffentlichung zu bezahlen, geringer geworden ist.

Bevor Du Dich für einen DKZV entscheidest, solltest Du lieber die oben beiden Varianten probieren oder lieber Deine Geschichte im Internet kostenfrei veröffentlichen. Alles andere ist eher selbstzerstörerisch.

Vor- und Nachteile

Nachteile des DKZV:

  • Du trägst alleine das finanzielle Risiko – obwohl Du in einem Verlag veröffentlichst.
  • Du zahlst meist mehr, als Du es vielleicht im Rahmen des Selfpublishing oder bei einem Diensleister (wie zum Beispiel BoD) tun würdest.
  • Dein Roman und eventuell sogar Dein Name kann für seriöse Verlag verbrannt sein, wenn Du in einem DKZV veröffentlichst.
  • Dein Manuskript wird genommen – egal wie gut oder wie schlecht es ist (und das sehe ich nicht gerade als Werbung an).
  • Und noch so einiges mehr.

Vorteile des DKZV:

  • Dein Buch wird veröffentlicht – mehr oder weniger.

Abschlussgedanken zum gesamten Beitrag

Du hast heutzutage die große Auswahl zwischen verschiedenen Verlagen (von den großen Verlagen, bis hin zu den kleinen Verlagen, Indieverlagen und noch vielen mehr), an die Du Dein Manuskript schicken kannst. Wenn sie Deine Geschichte nicht nehmen oder Du gar nicht die Enge des Verlagslebens haben möchtest, gibt es noch die Alternative der Selbstveröffentlichung. Und dort hast Du sogar noch mehr Möglichkeiten, als Dir jetzt vielleicht bewusst ist.

Das sind auch die einzigen Wege, die ich Dir ans Herz legen kann. Denn DKZV’s sind einfach keine alternative. Daher wiederhole ich mich in diesem Fall sehr gerne: Bitte, bitte Finger weg vor DKZV’S. Sie sind keine gute Alternative zu einer Veröffentlichung.

Informiere Dich daher, welcher Verlag für Dich infrage kommt oder wie das mit dem SelfPublishing funktioniert. Und ich bin mir sicher, dass Du Dein Weg machen wirst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Nach der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nun ist es soweit, die Messe ist vorbei. Zwei oder manchmal auch mehr anstrengende Tage liegen hinter uns. Jetzt ist es Zeit für den #Messeblues.

Kurze Vorgedanken

Auch die schönste Zeit ist irgendwann mal zu Ende. Und ich persönlich finde Convention- oder Messetage immer schön. Weil ich endlich mit Leuten zusammen bin, die genauso verrückt sind, wie ich (gefühlt). Und vor allem, ich fühle mich dann verbunden. Sei es, dass wir ähnliche Leseinteressen haben. Oder, dass man sich mit den Leuten über diverse Schreibthemen unterhalten kann.

Daher kann für viele ein #Messeblues eintreten, dass sie die Menschen vermissen. Und vor allem, dass sie sich schon auf die nächste Messe freuen.

Doch wie beendet man eine Messe am besten? Darüber mache ich mir heute ein paar Gedanken.

Kurzer Urlaub

Für mich habe ich entdeckt, dass es immer besser ist, wenn ich nach einer Messe mindestens einen oder sogar zwei bis drei Tage Urlaub habe. Denn eine Messe kann physisch durchaus anstrengend sein. Selbst als Besuchende.

Wenn Du aber den ganzen Tag am Stand stehst, immer bewusst da sein musst und Kontakte pflegst, das ist Hochleistungsarbeit. Das Stehen ist eben physische anstrengend (für Füße und auch Deinen Rücken). Der Rest kann Dich physisch beanspruchen.

Daher kann ich Dir nur ans Herz legen, dass Du Dir danach eine kleine Auszeit gönnst. Der erste Tag könnte sogar für die Heimfahrt in Anspruch genommen werden. Und der zweite Tag, um Dich zu erholen und auszuruhen.

Danach kannst Du Dich auf die Arbeit stürzen. Denn nach der Messe ist vor der Messe.

Inventur und Bilanz

Wenn Du Dich erholt hast, solltest Du Dir ein wenig Zeit nehmen und eine Inventur machen.

Was hattest Du auf die Messe mitgenommen (da solltest Du Dir im Vorfeld notieren, wie hoch die Anzahl von Deinen Mitbringseln sind) und was hast Du wieder nach Hause gebracht.

Das gilt natürlich für alle Medien. Von Büchern, über Merchandising was Du verkauft hast oder auch Deine Lesezeichen und was auch immer. Wie viel hast Du am Ende noch vorrätig. Wobei ich Dir wünsche, dass Du bei Deinen Büchern eine fette 0 schreibst.

Bei der Inventur geht es mir um zwei Dinge:

  • Feststellen, was Du beim nächsten Mal nachbestellen musst. Denn die nächste Messe kommt bestimmt. Daher ist es immer gut zu wissen, was Du noch vorrätig hast und was nicht.
  • Herausfinden, was gut lief. Manche Sachen kommen gut bei Standbesuchenden gut an, andere hingegen nicht. Ein Beispiel: Wenn Du zwei Lesezeichen hattest und einer ging gut weg, während der andere nicht angerührt wurde, weißt Du fürs nächste Mal Bescheid, dass Du den anderen neu designen könntest.

Deine Finanzen

Natürlich ist es auch wichtig, dass Du Dir einen Überblick über Deine Finanzen schaffst. Rechne nicht damit, dass Du die Ausgaben mit dem Verkauf von Büchern und anderen Sachen decken kannst. Falls doch, Glückwunsch dazu. Aber Messen sind eher dafür da, dass Du Werbung für Dich machst.

Die Autorin Tina Folsom sagte einmal auf einer LoveLetter Convention, dass sie für eine Teilnahme viel bezahlen muss. Danach gehen aber häufig ihre Bücherverkäufe hoch. Dadurch finanziert sich das häufig, daran teilzunehmen. Rechne daher eher, dass Du danach einen Anschub an Verkäufen verzeichnen kannst.

Bis dahin solltest Du schauen, was Du eingenommen hast (unter anderem auch für die Steuer, auch wenn ich Dir an dieser Stelle dazu keine Informationen geben kann). Und ja, wenn Du eine ordentliche Summe erreicht hast, darfst Du Dich auch gerne feiern. Das ist durchaus eine Leistung.

Ein Rücbklick

Nachdem Du die harten Fakten notiert hast, kannst Du noch einen weiteren Schritt gehen. Denn wie oben schon erwähnt, nach einer Messe ist immer vor einer Messe. Und mit jedem Messebesuch kannst Du für Dich lernen, wie die nächste besser aussehen kann.

Was war gut?

Am besten nimmst Du Dir dafür etwas Zeit und Papier, sowie ein Stift. Dann notiere Dir alles, was Du für gut befunden hast. Wie war Dein Auftritt, wie haben die anderen auf Dich reagiert und so weiter.

Tatsächlich kann es passieren, dass die Besuchenden direkt eine Rückmeldung geben, was sie an Deinem Stand und/oder Auftritt toll fanden. Schreib das unbedingt auf. Das wäre eventuell ein Thema für Deine nächste Messe. Also, dass Du das wieder anwendest, was gut bewertet wurde.

Aber auch alle Punkte, bei denen Du Dich wohlgefühlt hast und was die Leute positiv aufgenommen haben könnten. Damit meine ich Aktionen, die letztendlich dazu geführt haben, dass Du mit den Besuchenden ins Gespräch gekommen bist. Oder welche sie an Deinen Stand gelockt haben. Eben alles, was Du als positiv bewertest.

Das können auch ganz banale Punkte sein. War es besser zu stehen oder zu sitzen? Wie kam Deine Standdeko an? Oder der Aufbau der Bücher und den dazugehörigen Sachen? Schreib einfach auf, was Dir dazu einfällt.

Was war nicht so gut?

Gerade, wenn Du es die erste oder eine der ersten Messen in Deinem Leben war, war vermutlich nicht alles gut. Das ist völlig normal und keine Katastrophe. Vor allem, wenn die Besuchenden Dich positiv in Erinnerung behalten haben.

Trotzdem empfehle ich Dir, dass Du alles notierst, was Du nicht mehr machen willst. Vielleicht war der Aufbau Deines Standes nicht optimal. Dann kannst Du das nächste Mal das anpassen.

Oder vielleicht hast Du versehentlich im falschen Moment mit dem Handy gespielt (weil es privat was zu klären gab oder Du Deine SoMe Accounts gepflegt hattest). Vielleicht gibt es für das nächste Mal einen Plan, wie Du diese Sachen besser organisieren kannst.

Zwar behaupte ich, wer mit Herzblut dabei ist, wird eher in kleinen Bereichen Fehler machen. Und diese Fehler sind sogar eher kleine Schnitzer. Aber es kann sein, dass die Dir nicht gefallen. Daher schau ruhig mal über diese Punkte. Es kann alles nur charmanter werden.

Was hast Du gelernt?

Mit jeder Messe wirst Du etwas lernen. Sei es, weil Du achtsam die Tage beobachtet hast. Oder auch, weil Du die anderen Stände genauer betrachtet hast.

Seien wir ehrlich, die anderen Autor*innen haben ihre genialen Ideen. Und bei manchen stehe ich da und denke mir, boah ist das geil. Darauf wäre ich selbst nie gekommen.

Schreib alles auf, was Du von den anderen gelernt hast und Du zumindest theoretisch übernehmen möchtest. Gerne auch erst einmal so, wie Du es gesehen hast.

Bei Deiner nächsten Messeplanung kannst Du diese Ideen dann näher betrachten. Meine Empfehlung ist, dass Du diese Sachen nicht eins zu eins übernimmst. Wandle es so ab, dass es individuell wird und zu Dir persönlich passt. Alles andere ist nur eine billige Kopie des Originals.

Mach aus einer anderen Idee etwas Eigenes. Immerhin willst Du Dich ja in den Mittelpunkt setzen. Daher sollte jede Marketingidee auch zu Dir passen.

Nach der Messe … ist vor der Messe

Wenn Du für Dich entschieden hast, bei der letzten von Dir besuchten Messe wieder teilzunehmen, dann ist es durchaus in Ordnung, ein paar Termine zu setzen.

Natürlich ist es nicht notwendig, ein Jahr im Voraus alles zu planen. Aber ich kann Dir empfehlen, trotzdem ein paar Dinge rechtzeitig im Auge zu behalten.

Der nächste Termin

Einige Messeveranstaltende können Dir für die nächsten Jahre im Voraus oder zumindest kurz nach der Messe den nächsten Termin sagen. Notier Dir diesen in Deinen Notizkalender.

Sollte der nächste Termin noch nicht feststehen, empfehle ich Dir, regelmäßig auf der offiziellen Seite zu schauen. Irgendwann wird die Ankündigung kommen. Wenn Du die Möglichkeit hast, die Unterlagen im Vorfeld zu bekommen, fordere sie schon an. Dann bist Du wenigstens da einen Schritt weiter.

Datum der Planung

Irgendwann wird es dann soweit sein. Die nächste Messe will geplant sein. Überlege Dir, wie viel Zeit Du das letzte Mal genommen hast. Und vor allem, ob die Zeit für Dich gereicht hat. Wenn ja, dann setz Dir einen Termin, um diese Zeit entsprechend abzudecken.

Wenn Du also das letzte Mal drei Monate für alles gebraucht hast, notier Dir drei Monate vor der nächsten Messe den Termin. Und halt diesen auch ein. Sonst wird es vielleicht für Dich eng.

War es für Dich zu eng, überleg Dir, wie viel Zeit Du das letzte Mal mehr Dir gewünscht hast. Trag das dann entsprechend ein und erhöh ruhig um eine Woche. Sicher ist sicher. Besser ist es, wenn Du kurz vor der Messe alles erledigt hast und nicht mehr hetzen musst.

Alles weitere …

Wenn Du im Vorfeld schon weißt, bis wann Du etwas anmelden kannst, notier es Dir. Lerne von Deinen bisherigen Erfahrungen. Und ansonsten, genieß die planungsfreie Zeit und schreibe an Deinen nächsten Roman. Dann hast Du auf der nächsten Messe was Neues anzubieten.

Abschlussgedanken

Messen sind einerseits ein Erlebnis. Für introvertierte und schüchterne Messen vielleicht anstrengend (für mich auf alle Fälle). Aber sie bereichern sehr.

Häufig hab ich nach einer Messe- oder Conventionsbesuch den Wunsch, noch mehr und härter an meinen Geschichten zu arbeiten. Denn ich will sie auch endlich auf die große Bühne bringen.

Daher kann ich Dir empfehlen, besuch eine Messe in Deiner Nähe. Nimm die Energie auf (auch als Besuchende kannst Du sehr davon profitieren) und schreib dann an Deinen Geschichten. Du wirst es nicht bereuen.

Und wenn Du selbst zu den Ausstellenden gehörst, mach Dir nicht zu viel Druck für den perfekten Auftritt. Den gibt es nicht. Sorg dafür, dass es Dein Auftritt wird. Der ist dann perfekt – für Dich.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Auf der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du auf Deine Wunschmesse angekommen bist, hast Du den wichtigsten Teil geschafft. Die Anmeldung hat geklappt, Du bist heil angereist und nun vor Ort. Jetzt geht es erst richtig los.

Kurze Vorgedanken

Selbst auf der Messe zu sein kann sehr viel Spaß machen. Und zugleich auch unheimlich anstrengend sein. Denn so ein Messebesuch bedeutet nicht nur, dass man da steht und mit den Lesenden spricht. Es ist harter Marketingalltag. Daher gibt es heute einige Hinweise, wie Du alles überleben kannst. Ohne Garantie auf Vollständigkeit.

Der Aufbau

Jede Messe bietet ihren Ausstellenden ein Zeitfenster an, wann sie ihren Stand aufbauen kann. Das kann am Messetag ein paar Stunden vor der Eröffnung sein. Alternativ einen Tag vorher. Da ist es wichtig, dass Du das im Vorfeld in Erfahrung bringst.

Und im Idealfall hast Du Dir schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, wie Dein Stand aussieht. Nun ist es an der Zeit, das alles auf den realen Stand zu übertragen.

Hier ein paar Hinweise:

Es geht um Deine Bücher

Denk daran, es geht bei einer Buchmesse um Deine Bücher. Unglaublich aber wahr 😉 . Das bedeutet, dass Du Deine Werke in den Mittelpunkt stellst und nicht andere Dinge.

Daher sollte jedes Dekomaterial nur dafür genutzt werden, um die Bücher hervorzuheben. Und nicht, um so viel Dekomaterial wie nur möglich auf Deinen Tisch zu bringen. Wenn Du etwas unter dem Tisch verstecken musst, weil es zu viel war, mach das lieber.

Setz also Deine Werke in den Mittelpunkt und sorg dafür, dass die Interessierten diese auch sofort sehen. Alles andere ist dann schönes Beiwerk.

Ansichtsexemplar oder Buchverkauf?

Auf den meisten Messen geht es auch um den Buchverkauf. Mit anderen Worten, Du möchtest aller Wahrscheinlichkeit, dass die Lesenden zu Dir kommen und ein Buch kaufen. Es geht ja hier um den Kontakt und eventuell auch um die Erfüllung von Wünschen (wie ein Autogramm).

Aus diesem Grund empfehle ich Dir, mindestens zwei oder drei Bücher eines Titels auf dem Tisch zu haben. Ein Buch selbst könnte so wirken, als wäre es nur ein Ansichtsexemplar. Einige werden Dich fragen, ob sie das Buch kaufen können. Andere hingegen werden sich das vielleicht nicht trauen. Daher ist es immer eine gute Idee, es ihnen zu erleichtern.

Mit anderen Worten, wenn Du mehrere Bücher eines Titels auf dem Tisch hast, gibts Du den Interessierten die Möglichkeit das Buch zu kaufen. Ohne danach fragen zu müssen.

Vermeide unnötigen Chaos

Die Betonung liegt auf unnötig.

Stell Dir folgende Situation vor: Die Besuchende kommen an Deinen Stand und scannen Dein Angebot. Wenn es halbwegs übersichtlich ist, sehen sie was es gibt und kommen näher. Ist dort Chaos ausgebrochen und sie wissen nicht wieso, werden sie bestenfalls näher kommen und Dir eine zweite Chance geben. Schlimmstenfalls wenden Sie sich ab und geben ihrs Geld woanders aus.

Biete den Augen also ein paar Ruhepole an, damit sie wissen, was Du ihnen bietest.

Der Anfang der Messe

Wenn die Messe aufgemacht hat, dann musst Du erst einmal Geduld haben. Erst recht, wenn Du Dich im hinteren Teil befindest. Immerhin wollen die Besuchenden alles sehen. Und das in aller Ruhe.

Sie fangen also aller Wahrscheinlichkeit von vorne an und arbeiten sich dann nach hinten durch. Einige wenige drehen das entsprechend um. Alles im allen ist es immer gut, wenn Du hier Geduld hast.

Dein Auftritt

Irgendwann ist es aber dann soweit, die ersten Interessierten kommen an Deinen Stand. Nun liegt es an Dir, wie Du sie begrüßt.

Stehen oder sitzen

Tatsächlich fängt das schon an, ob Du sitzt oder stehst. Am Anfang des Tages sind Deine Füße noch sehr fit. Gegen Ende des Tages kann dies anders aussehen. Versuch daher, durchaus einige Pausen einzulegen, damit Du die Zeit überstehst.

Ansonsten kann es durchaus ansprechender wirken, wenn Du stehend die Leute begrüßt. Unterschreibst Du gerade etwas, oder packst etwas ein, ist es völlig in Ordnung, dass Du dies sitzend machst.

Während meiner letzten Messe hab ich die anderen Ausstellenden beobachtet. Und ich muss gestehen, es wirkt wirklich ansprechender, wenn man steht. Überlege Dir daher, ob Du das auch machen möchtest.

Handyverbot

Natürlich ist es wichtig, auch während der Messe Werbung auf den eigenen Kanälen im Internet zu machen. Jedoch kann es passieren, dass das nicht wirklich attraktiv aussieht.

Wenn Du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, schau Dich ab und an mal um. Gerade, wenn die Menschen auf ihre Handydisplays starren. Wie wirkt das auf Dich? Positiv oder negativ?

Und jetzt stell Dir mal vor, Du gehst zu einem Stand und alle Ausstellenden starren ebenfalls auf ihr Handy. Wie würde das auf Dich wirken?

Jetzt wirst Du vielleicht sagen, dass das niemand macht. Darauf antworte ich ganz lapidar, doch. Das hab ich mit eigenen Augen gesehen. Sonst wäre ich wohl gar nicht auf die Idee gekommen, darüber zu schreiben.

Und auch hier kann ich Dir empfehlen: Lass es lieber, es sieht nicht attraktiv aus. Wenn Du mit anderen Personen am Tisch bist, kann eine*r von euch mal aufs Handy schauen. Je nach Anzahl auch mal zwei. Aber bitte, bitte, vermeidet es, dass gleichzeitig alle mit dem Handy spielen.

Aktiv ansprechen oder warten?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um mit möglichen Interessierten umzugehen. Wenn sie in der Nähe sind, könntest Du sie höflich begrüßen. Manchmal reicht ein freundliches Hallo durchaus aus.

Introvertierte oder schüchterne Menschen könnten vielleicht ablehnend darauf reagieren. Andererseits bietest Du ihnen die Möglichkeit, mit Dir ins Gespräch zu kommen.

Es besteht auch die Möglichkeit, zu warten, bis die Leute auf Dich zukommen. Einige werden es machen. Andere hingegen benötigen eben eine aktive Einladung (also das Ansprechen).

Wenn Du Dir nicht sicher bist, dann probiere einfach verschiedene Varianten aus. Und die beste benutzt Du weiterhin.

Kleine Hilfsmittel

Wenn Du gerade mit jemanden im Gespräch bist, ist es unhöflich und zumeist auch unmöglich, mit einer zweiten Person noch zu sprechen. Es kann sein, dass das, was Du erzählt jemand anderen interessiert. Aber rechne erst einmal nicht damit.

Daher ist es gut, wenn die zweite Person dann die Möglichkeit hat, sich soweit zu informieren, dass sie zielgerichtete Fragen an Dich hat. Auch dafür gibt es kleine Hilfsmittel.

Preise

Wir sind zumeist Folgendes gewohnt: Da ist ein interessantes Buch, wir drehen es um und sehen neben dem Klappentext auch irgendwo den Preis. Bei Bücher aus dem Selfpublishing kann das manchmal fehlen.

Daher ist es gut, wenn Du für Deine Titel, bei denen der Preis nicht irgendwo vermerkt ist, diesen zumindest auf einen Kleber zu schreiben. Oder auf einer Liste oder wie auch immer Du es handhaben möchtest. Auf alle Fälle ist es gut, wenn Interessierte sehen können, wie viel Dein Buch kostet.

Und ja, das gilt auch für alle andere Sachen, die Du verkaufst.

Genre und Stichworte

Natürlich können sich die Leute den Klappentext durchlesen und sehen, ob das Buch was für sie wäre. Aber gerade, wenn Du alleine oder Du mit Deiner Gruppe verschiedene Genres bedient, ist Unterstützung immer gut. Und zwar, indem ihr notiert, in welchen Genres ihr die Bücher anbietet.

Das könnt ihr machen, indem ihr alles entsprechend sortiert. Oder die Deko so abstimmt, dass man es von selbst erkennt. Oder was auch immer Deine kreative Phantasie da alles hergibt.

Mit den Stichworten meine ich, dass Du ein paar Eckdaten zu den Titeln aufschreibst und ausstellst. Zum Beispiel die wichtigen #Hashtags zu Deinen Romanen. Die Interessierten sehen die Eckdaten und wissen ganz genau, ob das Buch sie anspricht oder nicht.

Umsonst und kostenpflichtig

Es ist auch gut, dass Du deutlich zeigst, was kostenpflichtig ist und was die Leute so mitnehmen können. Zumeist wissen erfahrende Besuchende, was sie so mitnehmen können. Daher ist es besonders wichtig, dass Du die kostenpflichtigen Angebote deutlich kennzeichnest.

So ersparst Du Dir die Frage am Ende, wieso Du von einem kostenpflichtigen Angebot nichts mehr hast, aber dafür kein Geld erhalten hast. Die Leute könnten es einfach mitgenommen haben. Und das war vielleicht noch nicht einmal mit böser Absicht.

Kleine Lebensretter

So ein Messetag kann lang sein. Daher sind schon einmal richtige Schuhe extrem wichtig. Noch wichtiger sind die kleinen Lebensretter.

Trinken

Schlimmstenfalls kann es in der Messehalle so trocken sein, dass Du da halb verdurstest. Sorg daher, dass Du immer genug zu trinken dabei hast. Selbst bevorzuge ich immer Wasser. Zuckerwasser jeglicher Art hilft mir persönlich nicht. Alternativ geht auch Tee oder Kaffee in Kannen.

Kleine Snacks

Zur Mittagszeit kann es ruhiger auf der Messe werden. Denn viele Besuchende ziehen sich zurück und essen etwas. Entweder was kleines oder eine richtige Mahlzeit. Aus psychologischen oder tatsächlichen Gründen kann es dann passieren, dass auch Dein Magen sich meldet.

Wenn Du möchtest und zugleich die Möglichkeit hast, kannst Du Dir ebenfalls eine Mittagspause gönnen. Wenn nicht, ist es immer eine gute Idee, was dabei zu haben. Zum Beispiel belegte Brötchen oder einen selbstgemachten Salat.

Alternativ können auch Nüsse helfen. Zum einen machen die satt. Und sie bieten sehr viel Energie.

Nervennahrung

Auf einer Messe würde ich nicht auf mein Gewicht achten, sondern immer was zu naschen dabei haben. Denn es kann halt sehr anstrengend sein vor Ort. Daher ist es völlig in Ordnung, zwischendurch mal ein bisschen Schokolade zu sich zu nehmen, als Beispiel.

Am besten ist immer das, was Du schnell in den Mund stecken kannst. Und womit Deine Finger dreckig werden. Chips würde ich selbst, als Beispiel, nie auf der Messe essen. Falls mir jemand die Hand reichen möchte, bekommt die Person eine Chipshand zurück.

Die Finanzübersicht

Jemand ist zu Dir gekommen und hat was gekauft? Herzlichen Glückwunsch. Doch es reicht nicht aus, das Geld zu nehmen und sich zu freuen. Notizen müssen nun her.

Die Geldkassette

Du solltest eine Geldkassette dabei haben, welche Du jederzeit transportieren kannst. Dort packst Du nicht nur das eingenommene Geld rein, sondern auch Wechselgeld. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass Du die Summe für Dein Buch nicht passend kriegst.

Ob Du bargeldlose Bezahlungen anbietest, müsstest Du prüfen. Damit meine ich die Technik und die Kosten.

Das Geldbuch

Egal, ob Du alleine am Stand bist oder diesen mit anderen teilst, es ist immer gut zu wissen, was Du verkauft hast. Gerade dann, wenn die Messe pro verkauftest Buch einen Anteil möchte. Und natürlich müsstest Du auch Steuern zahlen.

Daher solltest Du nach jedem Verkauf diesen sofort in Deinem Finanzbuch notieren. Dazu gehört der Titel des Buches, den Preis und die Menge. Du kannst auch ein entsprechendes Buch vorab kaufen und nur die Felder füllen.

Wenn Du noch andere Dinge verkaufst, notiere Dir auch da jeden Verkauf. Entweder die genau Bezeichnung oder Du kannst alternativ einen Code verwenden. Also anstatt “Eine Tasse mit Titel X” notierst Du Dir nur “Tasse A” oder “Tasse B”. Schreib aber auch irgendwo auf, was sich hinter diesen Codes verbergen. Dann entsteht am Ende keine Verwirrung diesbezüglich.

Und geht es an die Abrechnung, könnt ihr genau aufteilen, wer welches Geld kriegt.

Der zweite Tag

Wenn Du bei einer Messe bist, die über das Wochenende geht, dann läuft es meistens ähnlich ab. Besuchende, die über das ganze Wochenende da sind, werden sich häufig am Samstag umschauen. Was für Bücher gibt es und welche möchten sie mitnehmen.

Und am Sonntag schlagen dann die meisten zu. Sie wissen, was es gibt und wo auch die Autor*innen zu finden sind. Dann besorgen sie sich das Buch und, sofern möglich, auch noch ein Autogramm.

Natürlich kann es auch andersherum laufen (wie mir auf der Buchmesse Berlin von einem anderen Stand berichtet wurde). Aber die Wahrscheinlichkeit ist jedoch, dass es in diese Reihenfolge geht.

Trotzdem ist es immer gut, dass Du überprüfst, wie Du immer besser werden kannst. Denn manchmal ist der Stand nicht attraktiv aufgebaut oder die Ausstellenden zu zurückhaltend, um Interessierte anzulocken. Das Ganze ist also auch immer ein Versuch und Irrtum. Variiere also, um mehr Besuchende anzulocken.

Aktionen

Aber wie kann man die Leute anlocken? Dazu kannst Du Dir noch ein paar Aktionen ausdenken und starten.

Eigene Aktionen

Du kannst natürlich für Deinen Stand auch eigene Aktionen planen und starten. Sei es eine Verlosung oder indem Du Dich mitten in den Gang stellst und die Leute freundliche begrüßt und ihnen etwas in die Hand gibst (das haben wir Nornen auf der Buchmesse Berlin gemacht).

Natürlich sollte das mit den Regeln der Messe übereinstimmen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, bitte im Vorfeld fragen. Aber häufig haben die Messen nichts gegen Aktionen, solange sie andere nicht stören.

Mit anderen Aktionen planen

Die tolle Elenor Avelle hat recht, wenn sie sagt, dass man Aktionen durchaus zusammen planen und durchführen kann, vielleicht sogar sollte. Wir alle wollen ja letztendlich das Gleiche, Lesende glücklich machen. Und dies kann man erreichen, wenn sie tolle Bücher kriegen.

Wenn Du mit anderen eine Aktion planst, dann solltest Du die Regeln genau definieren. Was müssen die anderen Teilnehmenden alles machen. Was sind die Bedingungen, um mitzumachen. Und was passiert, wenn sie sich nicht daran halten.

Sorg am besten dafür, dass alle ihren Teil beitragen. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch bei den Gewinnen. Glaub mir, das ist besser.

Spaß haben

Bei der ganzen Planung und Beachtung von Kleinigkeiten und was weiß ich, solltest Du bitte eines nicht vergessen: Hab Spaß.

Du hast die Möglichkeit mit Deinen Lesenden in Kontakt zu treten. Daher ist es immer schön, wenn Du ihnen zeigst, dass Du Dich auch auf sie freust. Und je offener und positiver Du an die Sache herangehst, desto besser werden sie Dich in Erinnerung haben.

Dabei musst Du noch nicht einmal eine Quatschtante oder Quatschonkel sein. Ein Lächeln macht viel aus. Und wenn die Leute Dich anreden, reagiere darauf. Damit ist eine Menge gewonnen.

Also, hab viel Spaß auf Deiner Messe.

Abschlussgedanken

Vermutlich hab ich noch nicht einmal alle Punkte besprochen, auf die man Rücksicht nehmen kann oder vielleicht sollte. Wichtig ist aber, dass Du Deine eigenen Erfahrungen machst. Dadurch lernst Du am meisten.

Daher, sei offen und wirf Dich ins Getümmel. Und nächste Woche sehen wir, was Du nach der Messe machst.

Bis dahin wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele



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Marketing: Das Lesezeichen

Eine Umfrage von mir, zum Thema Lesezeichen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vor knapp zwei Jahren hatte ich auf Twitter eine kleine Umfrage zum Thema Lesezeichen erstellt. Und da wir uns in der geistigen Vorbereitung auf einem Messebesuch sind, möchte ich heute ein wenig genauer auf das Thema Lesezeichen eingehen.

Denn Lesezeichen sind durchaus sehr kreative Marketinginstrumente.

Kurze Vorgedanken

Vermutlich ist eines der ersten Dinge, an die Autor*innen beim Thema Marketing denken, wohl das Lesezeichen. Es ist durchaus naheliegend. Immerhin besteht zwischen dem Lesezeichen und dem Buch eine lange Geschichte.

Und selbst Autor*innen, die ihre Werke nur als E-Books veröffentlichen, könnten sich Gedanken zu diesem Thema machen. Aber eins nach dem anderen.

Kurz zur Umfrage

Bei der Umfrage hatte ich folgende Frage gestellt:

Würdest Du Lesezeichen als Marketinggeschenk haben wollen?

Dazu gab es drei Antwortmöglichkeiten:

  • Ja (43 %)
  • Nein (16 %)
  • Kommt auf das Motiv an (41 %)

Die Zahlen hinter den Antwortmöglichkeiten sind die Ergebnisse der Antworten. Es haben 132 Menschen an dieser Umfrage mitgemacht.

Natürlich ist das keine große Anzahl von Teilnehmenden. Aber ich behaupte, dass sie trotzdem für die meisten Lesezeichensammelnden spricht. Man kann also sagen, dass etwa 84 Prozent der Personen an Lesezeichen interessiert sind. Nur 16 Prozent würden Dein Lesezeichen also verschmähen. Das ist eigentlich ein guter Schnitt.

Wie Lesezeichen nicht aussehen sollten

Auf der Buchmesse Berlin hatte eine Nornenschwester ihre Lesezeichen ausgelegt, die nicht so ganz gut ankamen. Daher möchte ich Dir hier aufzeigen, was das für Punkte sind.

Noch ein Hinweis: Die besagte Schwester hab ich noch vor Ort darüber informiert. Das ist hier also kein Lästern hinter ihrem Rücken.

Das Material

In diesem Fall war das Material nicht unbedingt überzeugend. Das Papier war so dünn, dass selbst jedes Druckerpapier dicker war. Im Idealfall soll Dein Lesezeichen ein paar Jahre sogar überleben. Daher kann ich Dir nur empfehlen, etwas dickeres Papier zu nehmen.

Die Rückseite

Vor ein oder zwei Jahren las ich auf Facebook von einer befreundeten Autorin folgende Geschichte: Sie hatte Postkarten ausgelegt und bemerkte, dass die Besuchenden ihres Standes nach diesen griffen und automatisch die Karte umdrehten.

Auf der Buchmesse Berlin hab ich nicht daran gedacht, bis ich sah, wie unsere Besuchenden das ebenfalls taten. Sie griffen nach den Lesezeichen und zack, drehten sie sofort diesen um.

In beiden Fällen war da nichts zu sehen, nur eine weiße Fläche.

Auch wenn es die Kosten in die Höhe treibt, ich schlage hier auf alle Fälle vor auch der Rückseite ein hübsches Motiv zu gönnen. Dann lohnt sich das Umdrehen auf alle Fälle.

Wie ein Lesezeichen aussehen könnte

Das Material

Du musst natürlich nicht das dickste Papier nehmen, was angeboten wird. Immerhin soll es zwischen zwei dünnen Seiten eines Buches passen. Und zudem mögen es durchaus viele nicht, wenn die Lücke, welche durch das Lesezeichen entsteht, dann zu dick wird.

Optik

Es kommt natürlich darauf an, für welche Gelegenheiten Du das Lesezeichen erstellst. Wenn es für ein Buch ist, dann bestehen ganz andere Bedingungen, als für eine Reihe.

Es gibt Autor*innen, welche das Cover auf der einen Seite abbilden, andere hingegen das Hauptmotiv des Covers (zum Beispiel die Person). Auf der anderen Seite sind dann die wichtigen Informationen zum Buch zu finden. Dazu zähle ich den Namen, Titel des Buches, wo es erschienen ist, ISBN und derartiges.

Tatsächlich gilt hier, was gefällt, kann genommen werden.

Haptik

Zwar eher selten, aber es gibt vereinzelt Lesezeichen, die eine 3D Haptik haben. Das bedeutet, wenn man mit dem Finger über eine Seite streichelt, fühlt man eine Erhebung.

Dafür benötigst Du durchaus eine entsprechende Druckerei, welche diese Technik Dir zur Verfügung stellt (gegen ein entsprechendes Entgelt). Zudem ist die Frage, ob Du das benötigst. Die einen werden sagen, dass es so ist, die anderen nicht.

Auf alle Fälle kannst Du Dich entsprechende informieren und schauen, ob es was für Dich ist. Für ein Erstlingswerk würde ich es mir zumindest überlegen, da ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen. Denn immerhin hat es den besten Auftritt verdient, den ich bieten kann.

Die Größe

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie groß so ein Lesezeichen sein soll. Da gibt es keine einheitlichen Maßen. Daher hab ich für mich entschlossen, dass mein eigenes Buch die Vorlage bildet.

Mit anderen Worten, mein Lesezeichen soll in erster Linie in mein Buch passen. Wenn es dann zufällig auch in andere passt, perfekt. Das bedeutet also auch, dass es nicht zu groß werden sollte.

Es gibt Lesezeichen, die nur in Fachpublikationen hineinpassen. Davon würde ich selbst eher die Finger lassen. Denn in welches Buch soll das passen? Und ich denke mir immer, dass ich damit Werbung mache. Wenn also eine Lesende zu meinem Lesezeichen greift, um es in ein anderes Buch zu packen, bin ich präsent. Ist es zu groß, landet mein Lesezeichen schlimmstenfalls in eine Schublade. Und damit bin ich nicht mehr präsent.

Zwischengedanken

Eigentlich ist es nicht schwer, ein Lesezeichen herzustellen. Du benötigst erst einmal eine Idee von Deinem idealen Lesezeichen. Das kannst Du aufzeichnen. Selbst dann, wenn Du zeichnerisch nicht begabt bist, kannst Du grob skizzieren, wo was sein soll.

Als Nächstes das Material. Also das Bild von Deinem Cover zum Beispiel. Und die wichtigen Daten, was Du noch auf das Lesezeichen einfügen möchtest. Dann eine Vorlage, welche Du bei der Druckerei hochlädst (wenn Du es online machst) und die Maßen, mit denen Du arbeiten möchtest. Und theoretisch kann es schon losgehen.

Rechtliches

Nein, ich bin keine Anwältin, noch hab ich die Zulassung in irgendeiner Art und Weise eine juristische Beratung zu geben. Das bedeutet, dass ich im Folgenden nur das wiedergebe, was ich auch von anderen gehört habe. Gegebenenfalls solltest Du Dir eine richtige rechtliche Beratung besorgen, um auf der sicheren Seite zu sein. Es handelt sich hiermit um keine rechtliche Beratung.

Wenn Du Bilder verwendest, solltest Du wissen, dass es darauf ein Urheberrecht gibt. Und zwar von der Person, die das Bild erstellt hat. Das zu umgehen und/oder zu ignorieren kann schlichtweg sehr, sehr teuer werden.

Daher unterscheide ich zwischen den Covern, die Du selbst herstellst und die ein*e Designer*in hergestellt hat.

Dein Design

Wenn Du das Design herstellst, hast Du das Urheberrecht über das Endergebnis. Damit könntest Du theoretisch alles damit machen. Es kommt nun nur noch darauf an, woher Du das Material her hast.

Wenn Du wirklich alles selbst gemacht hast, brauchst Du Dir vermutlich keine Gedanken zu machen. Aber spätestens, wenn Du ein Bild aus einer Fotodatenbank hast, solltest Du Dich erkundigen, für was alles Du es verwenden darfst.

Gegebenenfalls kann es sogar sein, dass Du noch eine Lizenz nachkaufen müsstest. Erkundige Dich im Vorfeld lieber einmal mehr, als zu wenig. Das kostet etwas Zeit, kann Dich aber im schlimmsten Fall vor unnötigen Kosten bewahren (wegen Urheberrechtsverletzung als Beispiel).

Ein*e Designer*in

Hast Du Dein Cover von einer Designerin, solltest Du Dich auf alle Fälle erkundigen, für was Du alles das Werk verwenden darfst. Einige erlauben mit einer Lizenz eine komplette Nutzung in allen Lebenslagen. Andere hingegen nicht.

Das bedeutet also auch, dass Du gegebenenfalls eine entsprechende Lizenz kaufen müsstest. Häufig bieten Designer*innen auch entsprechende Pakete an, in denen sie Dir auch die Vorlage für Dein Lesezeichen erstellen. Damit sparst Du Dir die entsprechende Arbeit.

Rechtliche Zwischengedanken

Wie oben schon geschrieben, wenn Du im Vorfeld die Erkundigungen einholst, ersparst Du Dir am Ende unnötige Kosten. Und notfalls einmal zu viel, als einmal zu wenig nachfragen.

Lesezeichen vs. Visitenkarte

Lesezeichen können natürlich genau dafür verwendet werden, eben als Lesezeichen. Jedoch ist es auch möglich, sie für einen weiteren Zweck zu verwenden. Eben als Visitenkarten.

Wenn Du noch kein Buch veröffentlicht hast oder Dir das Format gefällt, kannst Du auch die Form des Lesezeichens als Visitenkarte verwenden. Damit haben die, welche es von Dir bekommen, die Möglichkeit Deine wichtigen Daten zu erhalten. Und gleichzeitig etwas für ihr Buch.

Was als Bild?

Natürlich hast Du dann kein Cover, was Du verwenden kannst. Aber wie wäre es mit einem hübschen Logo? Entweder Du erstellst es selbst oder lässt es von jemanden erstellen (denk an den rechtlichen Aspekt).

Mein Hinweis ist auf alle Fälle, wenn Du ein Logo verwendest, solltest Du damit zufrieden sein. Es ist nichts nervigeres, wenn Du es nicht magst, aber Dich dann alle damit irgendwie in Verbindung bringen. Dabei hast Du vielleicht zwischenzeitlich schon einige Male das Logo verändert.

Die Daten

Auf der anderen Seite kannst Du dann Deine wichtigen Daten präsentieren, die Du auch herausgeben möchtest. Dazu zähle ich Folgende:

  • Name (oder Pseudonym)
  • Webseite
  • E-Mailadresse
  • Optional: Deine anderen Social Media Accounts (je nach Platz)

Wenn Du nur Deine Webseite aufführen möchtest, solltest Du dort dann alle Deine Internetpräsenzen aufführen. Damit sparst Du Platz und bist immer aktuell. Denn Internetpräsenzen in den sozialen Medien können sich ändern, seltener dagegen die Adresse Deiner Webseite.

Warum?

Der Vorteil bei einer Visitenkarte in der Form eines Lesezeichens ist, dass man diesen ebenfalls in einem Buch packen kann. Mit anderen Worten, Du bleibst somit präsenter in Erinnerung. Und wenn Dein Lesezeichen bei der Person wieder auftaucht, wie sie*er Deine Internetseite vielleicht aufrufen und sich nach Dir erkundigen.

Bestenfalls hast Du dann Deinen ersten Roman veröffentlicht und wird dann von der Person gekauft. Wäre doch ideal, oder nicht? 😀

E-Book Only

Es gibt natürlich Autor*innen, die ihre Werke ausschließlich als E-Books veröffentlichen. Dabei ist es egal, ob dies im Selfpublishing oder in einem Verlag geschieht. Denn auch einige Verlage haben sich darauf spezialisiert, die Werke nur als E-Book zu veröffentlichen.

Jetzt könnte man sagen, dass es hier reine Geldverschwendung wäre, wenn man Lesezeichen herstellt. Immerhin könnte man diesen nicht in das E-Book legen. Logischerweise.

Aber das bedeutet noch lange nicht, dass Du das mit dem Lesezeichen nicht für Dich nutzen kannst. Häufig ist es so, dass man nicht sofort ein Buch kauft, sondern sich erst einmal darüber informieren möchte. Und die wenigsten laufen mit einem Notizbuch über Messen oder Conventions, um sich dann die tollsten Bücher zu notieren.

Daher könnte man die Lesezeichen auch als eine Art Einkaufsliste bezeichnen. Zudem schafft ein Lesezeichen eher, Deine Geschichte in Erinnerung zu halten, als ein E-Book. Denn bei einem E-Book sieht man irgendwann nicht mehr das Cover oder den Titel. Wenn also die Person sich dann an Dich dauerhaft erinnert, dann ist das goldwert.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, zumindest darüber nachzudenken, ob Du nicht doch Lesezeichen herstellen lässt.

Andere Lesezeichen

Eine meiner Hobbys ist es, Lesezeichen zu sammeln. Einerseits, weil ich diese für meine Bücher brauche. Und zum anderen, ich finde diese teilweise total schön.

Und natürlich auch, um von anderen zu lernen. Wenn ich mir die gesammelten Lesezeichen ansehe, erkenne ich, was mir gefällt und was nicht. Durch die anderen lerne ich halt, was ich machen kann.

Vielleicht schaffst Du Dir auch dieses Hobby an.

Abschlussgedanken

Lesezeichen kannst Du nicht nur für Messen oder Conventions verwenden. Zusätzlich kannst Du es auch als Beigabe für Deine Bücher verwenden, wenn Du sie verschickst. Oder für andere Dinge.

Das Tolle daran ist, dass diese zwischenzeitlich preislich auch erschwinglich geworden sind. Du musst also nicht Haus und Hof verkaufen, für ein paar Lesezeichen. Wichtig ist es, die Preise zu vergleichen.

Beim erstellen und verteilen der Lesezeichen wünsche ich Dir auf alle Fälle viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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