Die Buchpreisbindung

Die Buchpreisbindung

wer Bücher verkaufen möchte, kommt früher oder später mit dem Buchbindungspreisgesetz in Kontakt. Und das kann durchaus einige verunsichern. Als ich meinen Beitrag zu Preisaktionen veröffentlichte, kaum auf Twitter die Frage, ob dies überhaupt legal ist.

Schauen wir uns doch das Thema etwas genauer an.

Kurze Vorgedanken

Um es kurz zu machen, an dieser Stelle werde ich nicht diskutieren, ob das Buchbindungspreisgesetz sinnig ist oder nicht. Das ist nicht das Thema dieses Beitrages. Denn aktuell haben wir das Buchbindungspreisgesetz. Und ich denke nicht, dass es zeitnah gekippt wird. Von daher sollten wir uns mit diesem Thema auseinandersetzen. Es gehört zu unserer Arbeit, wenn wir im Selfpublishing Bücher veröffentlichen möchten.

Schauen wir uns das Thema aus der Sicht einer Person an, die nicht zu einem rechtsberatendenden Beruf gehört (also mir). Damit will ich sagen, dass ich keine Anwältin bin oder sonst wie befugt bin, eine rechtliche Beratung zu geben. Frage IMMER eine Anwältin oder einen Anwalt, wenn Du etwas zum Thema wissen möchtest. Hier biete ich Dir nur Grundlagenwissen an. Nicht mehr.

Was bedeutet Buchbindungspreis?

Wenn ich es ganz einfach ausdrücken sollte, würde ich sagen, es ist der Preis, zu dem Dein Buch überall neuwertig verkauft werden muss. Das gilt für einen kleinen Buchladen in einem Dorf mit zwei Bewohnenden genauso wie für die Buchkette in einer Großstadt.

Sicherlich hast Du den Satz schon öfters gehört, dass es egal ist, wo Du ein Buch kaufst, welches in Deutschland veröffentlicht wurde. Überall hat es den gleichen Preis. Und dem ist so. Importwaren aus Ländern, in denen es kein Buchpreis gibt, unterliegen keiner Preisbindung. Da Du aber aller Wahrscheinlichkeit in einem Land mit der Buchpreisbindung veröffentlichen wirst, gilt er für Dich.

Ein Beispiel:

Du verkaufst Dein Buch über drei Distributoren für 7,99 EUR. Irgendwann entscheidest Du Dich bei Distributor A, weil Du dorthin Deine Lesenden locken möchtest, das Buch für 6,49 EUR anzubieten. Distributor B und C werden von dieser Preisaktion nicht bedacht. Dort soll das Buch weiterhin 7,99 EUR kosten.

Um es kurz zu machen, solltest Du das in Erwägung ziehen, verletzt Du damit das Buchbindungspreisgesetz. Wenn Du Dein Buch günstiger anbieten möchtest, dann musst Du dies bei allen drei Distributoren machen. Da gibt es keinen Weg drum herum.

Solange Dein Buch in einem Land veröffentlicht wird, in der das Buchbindungspreisgesetz herrscht, solltest Du Dich unbedingt daran halten. Abmahnungen oder Klagen sind unnötig teuer.

Für was genau gilt der Buchbingungspreis?

Dieser gilt für eine bestimmte Ausgabe. Zum Beispiel für das E-Book, für die Taschenbuchausgabe oder für das Hardcoverbuch. Das bedeutet also genau, dass diese drei Versionen (um dabei zu bleiben, es kann ja noch einiges mehr geben) nicht den gleichen Preis haben müssen. So kannst Du Dein E-Book günstiger anbieten, als das Hardcover.

Jedoch müssen sie jederzeit den gleichen Preis haben. Eben im Buchladen im kleinsten Dorf, genauso wie in der Buchkette in der nächsten Buchkette. Das ist die einzige Bedingung an der ganzen Sache.

Aber wenn sich am Inhalt etwas ändert?

Nehmen wir an, Du willst einen fixen Preis nutzen, ohne diesen zu ändern. Aber es könnte ja sein, dass Du am Inhalt etwas veränderst, um einen neuen Preis zu rechtfertigen. Das ist Deine Entscheidung, wenn Du das so handhaben möchtest.

Bei meinen Recherchen habe ich keine Daten gefunden, ab wann wir von einer neuen Ausgabe sprechen können. Aber nach meiner persönlichen Auffassung (ACHTUNG: Persönliche Meinung, keine Rechtsberatung) dürften Rechtschreibkorrekturen, minimale Änderungen oder ein neues Cover aus Deinem Buch keine neue Version machen.

Solltest Du aber neue Kapitel einfügen, den Inhalt stark ändern oder gar eine Kurzgeschichte einfügen, als Beispiel, können wir durchaus von einer neuen Version sprechen (auch hier gilt, im Falle eines Falles, bitte eine Rechtsberatung aufsuchen).

Kurz geschrieben: Jedes Buch, egal wie es erschienen ist, sollte immer den gleichen Preis haben. Zu möglichen Preisaktionen komme ich gleich.

Wie sieht es mit Box Sets aus?

Box Sets sind Büchersammlungen, die es meistens nur als E-Books gibt. Das bedeutet, dass hier mindestens zwei oder auch mehr Bücher zu einer Box zusammengefasst werden. Das können eine bestimmte Anzahl von Büchern der eigenen Reihe sein. Oder alternativ kommen einige Autor*innen zusammen und veröffentlichen ihre Bücher unter einem bestimmten Thema. Zum Beispiel Liebesromane am Strand oder Krimis im Wald.

Durch eine solche Sammlung von Büchern entsteht eine neue Ausgabe. Und somit kann diesem Werk einen neuen Preis gegeben werden. Dieser Preis ist dann für diese Ausgabe wieder bindend.

Das gilt auch für Zusammenstellungen, wenn Du etwas Neues zu einem bestehenden Roman hinzufügst. Dabei handelt es sich dann um eine neue Ausgabe. Also zu Deinem Hauptroman kommt eine Novelle und*oder eine Kurzgeschichte.

Sind Preisaktionen möglich?

Das Buchbindungspreisgesetz sagt ganz klar, dass jedes Buch in jedem (Online-)Laden innerhalb Deutschlands zum gleichen Preis angeboten werden muss (für Österreich empfehle ich die entsprechenden Gesetze nachzulesen). Jetzt gibt es aber bei einigen die Unsicherheit, dass man dadurch keine Preisaktionen veranstalten darf.

Aktuell (das kann sich natürlich jederzeit ändern, daher solltest Du immer die Rechtslage beobachten) ist es möglich, die Preise für Dein Buch zu ändern. Und zwar zu jedem beliebigen Zeitpunkt. Erst einmal.

Nach der Theorie kannst Du täglich den Preis Deiner Bücher ändern. Praktisch soll dies wohl nicht möglich sein. Da wird empfohlen, es maximal alle drei Monate zu tun. Einmal im Quartal scheint eher sicher zu sein. Daher würde ich Dir auch empfehlen, es nicht zu übertreiben. Zwar habe ich noch von keinem entsprechenden Urteil gehört, wenn jemand zu oft die Preise innerhalb kurzer Zeit ändert. Aber was nicht ist, könnte noch werden.

Was bedeutet das genau?

Wenn Du für Deine Ausgaben einen neuen Preis ansetzen möchtest, empfiehlt es sich, dies nur alle drei Monate zu machen. Mindestens. Längere Phasen sind natürlich auch in Ordnung. Alles was darunter liegt, könnte eventuell die Aufmerksamkeit von Anwält*innen auf sich ziehen.

Daher empfehle ich persönlich, entweder fixe Buchpreise zu wählen. Oder als Alternative, nur zu besonderen Zeiten die Preise zu ändern. Dann sollte es theoretisch keine Probleme damit geben.

Wie gehst Du am besten vor?

Wenn Du nur mit einem Distributor arbeitest, ist es einfacher als bei zwei oder mehreren. Bei einem änderst Du eben den Buchpreis und dann wird dieser eingestellt. Aber Achtung, gegebenenfalls kann das ein wenig dauern.

Sagen wir aber, Du arbeitest mit zwei Distributoren. Dann musst Du zeitgleich bei beiden Anbietern den Preis ändern. Wie lange ein Preisunterschied sein darf, ohne rechtliche Konsequenzen zu fürchten, kann ich nicht sagen. Idealerweise geht der jedoch gegen Null. Also, dass die Preise wirklich extrem zeitnah geändert werden.

Das gilt natürlich auch dann, wenn Du den Preis wieder auf den normalen Wert zurück änderst. Auch dies sollte zeitgleich passieren.

Jedoch kann hier schon ein Problem entstehen. Häufiger hab ich gelesen, dass die unterschiedlichen Distributoren unterschiedlich lange benötigen, um den Preis zu ändern. Und es soll sogar einige geben, welche die Preise auslesen, wo Dein Buch gelistet ist. Sollte der sich von dem Preis dieses Distributors entscheiden, passt dieser dann den Preis an.

Okay, noch einmal langsam. Wir haben wieder die beiden Distributoren A und B. Du änderst bei beiden den Preis. A ist schnell und reduziert den Preis wie gewünscht. B hingegen braucht länger. A liest die Preise anderer Distributoren aus, weil der Anbieter nicht gegen das Buchbindungspreisgesetz verstoßen möchte. Dann sieht A, dass B den Preis höher hat. Um rechtliche Probleme aus dem Weg zu gehen, passt er automatisch den Preis an. Und damit kann Deine Preisaktion versehentlich sabotiert werden.

Jetzt könnte man sagen, kein Problem, dann ändere ich nur bei einem den Preis. Der andere übernimmt das. Darauf würde ich selbst jedoch nicht wetten. Natürlich könnte das funktionieren. Schlimmstenfalls verletzt Du dadurch eben das Buchbindungspreisgesetz und musst die Zeche dafür bezahlen. Vertraue niemals Dritten. Meine Empfehlung.

Was Du lieber lassen solltest

Alles, was den Buchbindungspreis in irgendeiner Art und Weise unterläuft, ist am besten zu unterlassen. Das bedeutet, nur Du bestimmst den Preis, nicht Deine Lesenden. So etwas soll es tatsächlich in anderen Ländern geben.

Bei Gewinnspielen solltest Du auch sehr vorsichtig sein. Da kann sich jederzeit etwas ändern. Daher lege ich Dir nahe, bevor Du eines veranstaltest, Dich zu informieren, was erlaubt ist und was nicht.

So ist es nicht erlaubt, den Buchkauf mit Lockmitteln oder Bedingungen zu verknüpfen. Ein Lockmittel wäre, dass jeder zehnte Buchkauf umsonst wäre. Entweder sind alle Bücher umsonst oder keines. Oder Du sagst, wenn Du dieses Buch kaufst, dann erst kriegst Du was dazu.

Selbst mit Beilagen zu Deinem Buch solltest Du nicht werben. So von wegen, kaufst Du dieses Buch, dann gibt es etwas dazu. Also eine kleine Abwandlung zum letzten Absatz.

Beim folgenden Punkt war ich überrascht, als ich das recherchiert habe. Denn Du darfst scheinbar auch nicht werben, dass Teile der Einnahmen gespendet werden. Zugegeben, damit habe ich nicht gerechnet. Aber das wird als Geschenk an die Kaufenden gewertet (man kriegt dafür ein gutes Gewissen) und somit kann man das wohl als eine Art Rabatt werten. Über drei Ecken. Auf alle Fälle, nicht erlaubt. Überraschend trotz allem.

Abschlussgedanken

Wenn Du mehr über das Buchbindungspreisgesetz lesen möchtest, klick hier. Aber ohne Garantie für den Inhalt. Ansonsten empfehle ich, finde erst einmal einen festen Preis für Deine Ausgaben. Und wenn Du diese dann ändern möchtest, sorge immer dafür, dass dies überall gleichzeitig passiert. Und sei vorsichtig bei Angeboten mit Zusätzen.

Für mich persönlich hab ich die Entscheidung getroffen, Preisaktionen schön und gut, aber ich bleibe lieber bei einem fixen Preis. Es dürfen gerne günstigere Bücher dabei sein. Aber ich kenne mich und mein Technikglück. Und diesen werde ich nicht herausfordern.

Wie sieht es bei Dir aus?

Auf alle Fälle Dir viel Spaß bei Deinen Überlegungen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Von Preisaktionen und 0 Euro Büchern

Von Preisaktionen und 0 Euro Büchern

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du Dich mit den Preisen für Deine Bücher beschäftigst, wirst Du bestimmt auf Ratschläge stoßen, in denen es heißt, dass Du Dein Buch für eine kurze Zeit günstig oder gar umsonst anbieten sollst. Doch ist das wirklich logisch? Oder verliert man damit Geld? Daher hier eine theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Kurze Vorgedanken

Wenn man ein Buch veröffentlicht, bieten einige Distributoren an, diesen für einen vergünstigten Preis zu veröffentlichen. Oder gar für 0 Euro. Gerade in der Vergangenheit sind viele auf diesen Zug aufgesprungen. Doch zwischenzeitlich hat sich eine etwas kritischere Sicht auf diese Preisaktionen gebildet.

Doch gibt es immer wieder Autor*innen, die Preisaktionen anpreisen. Gerade im englischsprachigen Bereich sind diese nicht wegzudenken.

Was sind genau Preisaktionen?

Eine Preisaktion ist, wenn man ein Buch in einem bestimmten Zeitraum vergünstigt oder umsonst anbietet. Diese Zeiträume können zur Veröffentlichung, zum Buchgeburtstag oder dem eigenen Geburtstag sein, Feiertage oder andere besondere Tage.

So könnten Weihnachtsgeschichten im Dezember günstiger angeboten werden. Oder Liebesromane Ende Januar bis zum 14. Februar, also dem Valentinstag. Damit sollen potenzielle Leser*innen angelockt werden, um das Buch zu kaufen.

Außerhalb dieser Zeiträume werden die Bücher dann eben zum normalen Preis angeboten. Damit verbinden viele die Hoffnung, wenn das Buch gut ankommt, dass sie durchaus geneigt sind, auch weitere Bücher zu kaufen.

Der Vorteil von Preisaktionen

Gerade, wenn man mehrere Bücher veröffentlicht hat, könnte eine Preisaktion ein Lockmittel sein. Man kauft sich ein Buch zu einem günstigeren Preis oder bezahlt nichts davon, liest es sich durch und ist dann (hoffentlich) so begeistert, dass man die anderen Bücher ebenfalls kauft. Zum normalen Preis.

Damit soll Aufmerksamkeit generiert werden. Gerade für unbekannte Autor*innen kann es häufig schwierig sein, gekauft zu werden. Denn trotz Leseprobe und eventuell vorhandener Rezensionen können sich einige sagen, die oder den kenne ich nicht, also wird die Person nicht gekauft.

Ein günstiger Preis könnte wie ein Lockmittel funktionieren. Man sieht Dich als neue*n Autor*in und sieht dann den Preis. Und dann ist man vielleicht eher geneigt, Dir eine Chance zu geben. Denn statt 4,99 Euro kostet Dein Buch vielleicht nur 1,99 Euro. Die Hemschwelle Dir eine Chance zu geben sinkt dadurch.

Der Nachteil von Preisaktionen

Den Teil, dass Du damit eventuell weniger verdienst, klammere ich aus. Das kannst Du Dir sicherlich denken. Gerade, wenn das Buch für 0 Euro angeboten wird.

Einen großen Nachteil sehe ich darin, dass die Leute nur auf Dich aufmerksam werden, wenn Du Preisaktionen startest. Außerhalb bist Du den Preisjäger*innen zu teuer. Also warten sie darauf, dass Deine Bücher günstiger angeboten werden und greifen erst dann zu.

Tatsächlich habe ich vor einigen Jahren eine*n Autor*in beobachtet, wie die Preise der Bücher immer wieder auf 0 Euro heruntergesetzt wurden. Zugegeben, ich habe mir irgendwann den Spaß erlaubt, die Bücher dann herunterzuladen. Einige Bücher konnte ich tatsächlich so “ergattern”. Hätte ich das weitergemacht, wer weiß, vielleicht hätte ich alle veröffentlichten Bücher bekommen, ohne auch nur 1 Cent zu bezahlen.

So etwas kann passieren, wenn man die eigenen Preisaktionen so ausarten. Und ich kann mir vorstellen, dass ich nicht die Einzige bin, die das gemacht hat.

Weiterhin kann das Gefühl eines Verlustes entstehen. Das habe ich mal im Rahmen eines Psychologiebeitrages erfahren. Wenn ich ein Buch für 2,99 Euro kaufe, dann ist das erst einmal in Ordnung für mich. Sollte ich aber erfahren, dass das Buch zuvor 1,99 Euro gekostet hat oder nach meinem Kauf der Preis reduziert wurde, fühle ich diesen Verlust. Immerhin hätte ich einen ganzen Euro sparen können.

Psycholog*innen können Dir das hier sicherlich besser erklären als ich. Daher werde ich keine Analyse starten, warum das so sein könnte. Aber Du kannst das an Dir selbst überprüfen. Wie würde es sich anfühlen, wenn das letzte Buch, dass Du gekauft hast, auf einmal günstiger werden würde. Da niemand Deine Antwort jemals erfahren wird, kannst Du ganz ehrlich sein.

Weiterhin kann es schwierig sein, wenn Du in einer Autor*innenvereinigung Mitglied bist. Eventuell könnte es sein, dass sie dort Preisaktionen nicht gut finden. Bestenfalls wirst Du dort nicht beworben. Vielleicht sind aber einige auch dafür, dass Du dann die Gruppe verlässt, wenn Du Preisaktionen planst.

Solltest Du also Mitglied in einer Autor*innenvereinigung sein und eine Preisaktion planen, erkundige Dich am besten vorher, inwiefern das dort möglich ist. Sicher ist hier definitiv sicher.

“Ich bin es mir wert”

Immer wieder fällt es mir auf, dass Autor*innen sich weigern, unter Wert zu verkaufen. Daher setzen sie für ihre Bücher Preise fest, die sie für realistisch halten. Und laden alle ein, fair zu kaufen.

Der Vorteil davon ist ganz klar, dass sie erklären, warum sie für ihre Bücher entsprechende Preise verlangen. Das ist transparent und viele neigen danach durchaus die entsprechenden Autor*innen zu unterstützen. Ein offener Umgang mit der Preispolitik kann durchaus positiv sein.

Eine mögliche Alternative

Erst einmal spricht nichts gegen Preiskationen. Damit kannst Du mögliche Lesende anlocken, damit sie Deine Bücher kaufen. Aber ich würde selbst das anders aufziehen.

Und zwar dauerhaft das eine oder andere Buch zu einem günstigeren Preis anbieten. Nehmen wir mein erstes Buch (dass hoffentlich dieses Jahr erscheint). Dieses würde ich um einiges günstiger anbieten, als alle nachfolgende Bücher. Und zwar dauerhaft.

Du könntest also Dein erstes Buch als ein Einstiegsbuch eben günstiger anbieten. Damit lockst Du die möglichen Lesenden, sodass sie sich dann auch für Deine anderen Bücher interessieren.

Wenn Du eine Reihe schreibst, dann könntest Du Band 1 dauerhaft entweder günstig oder eben kostenfrei anbieten. Das kannst Du auch als Lockmittel nutzen. Wenn ihnen Band 1 gefallen hat, werden sie auch die weiteren Bände kaufen, weil sie sehen wollen, wie es weitergeht. Auch hier würde ich überlegen, Band 1 dauerhaft zu diesem Preis anzubieten.

Da diese Preise dauerhaft angeboten werden, könntest Du auch dauerhaft die Leute locken. Also nicht nur zur Veröffentlichung Deines Buches, sondern eben auch danach, zu besonderen Tagen oder wann auch immer.

Deine Fanbase

Dauerhaft, als mögliche Lesende zu locken, ist, sich eine Fanbase aufzubauen. Diese werden Deine Bücher sofort kaufen, wenn es erschienen ist. Und sie werden Rezensionen für Dich schreiben, ohne dass Du sie vorher fragen musst.

Einige werden sogar Werbung für Dich machen, ohne dass Du sie darum bitten musst. Einfach, weil sie Dich unterstützen möchten. Und sie werden jeden Deiner Beiträge teilen, wenn Du was schreibst. Einfach, weil sie Dich und Deine Bücher mögen.

Daher ist es besser, wenn Du Dir Deine Fanbase aufbaust, damit sie Dich unterstützen können. Denn hierbei handelt es sich um eine Aktion, die dauerhafter wirken kann. Keine Preisaktion der Welt kann eine gute Fanbase aufwiegen.

Wann Du mit dem Aufbau Deiner Fanbase anfangen solltest? Eigentlich an dem Tag, an dem Du entschieden hast, einen Roman zu schreiben. Aber Du kannst heute, nachdem Du diesen Beitrag fertig gelesen hast, damit anfangen.

Abschlussgedanken

Preisaktionen können helfen. Gerade am Anfang Deiner Kariere. Das kann gut stimmen. Aber ich persönlich werde es eher mit fixen Preisen versuchen. Das erste Buch einer Reihe günstiger als die anderen. Und das erste Buch überhaupt ebenfalls günstiger.

Wichtiger ist auf alle Fälle, eine gute Fanbase zu haben. Wenn sie Dir zur Seite steht, dann wirst Du eher Erfolg haben, als wenn Du alle Deine Bücher verschenkst.

Beim Aufbau wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Dein richtiger Buchpreis

Dein richtiger Buchpreis

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im letzten Beitrag hatte ich Dich eingeladen, ein wenig über die Preise anderer Autor*innen zu recherchieren. In diesem Beitrag machen wir uns mal konkrete Gedanken über Deinen Buchpreis.

Natürlich geht es in diesem Beitrag nur um die, die Selfpublishing betreiben. Verlagsautor*innen dürften wenig bis gar keinen Einfluss auf den Buchpreis haben.

Kurze Vorgedanken

Der richtige Buchpreis bindet mehrere Gedanken. Zum einen, was bist Du Dir Wert. Gleichzeitig sollte der Preis Deine Kosten decken, die Du haben wirst. Und auch Lesende nicht abschrecken. Immerhin möchtest Du ja, dass sie am Ende Dein Werk kaufen, ohne Bauchschmerzen oder Grübeleien.

Harte Fakten

Distributoren sagen klar, wenn Du Dein Buch über uns anbietest, kostet es Dich nichts. Letztendlich tut es aber doch. Ein E-Book verschlingt zumindest Speicherplatz auf irgendwelchen Servern. Die wollen gepflegt werden, damit ich als Lesende jederzeit das Buch kaufen kann, ohne böse Überraschungen jeglicher Art.

Das gilt erst einmal auch für das Printbuch. Es lager irgendwo und wartet darauf, dass ich mich für das Buch entscheide. Sobald ich sage, ich kaufe es, wird es meistens gedruckt, verpackt und versandt. Das sorgt dann für weitere Kosten, eben Material- und Versandkosten.

Das solltest Du bedenken, wenn Du ein Buch anbietest. Bei einem E-Book fallen Material-, Druck- und Versandkosten weg. Aber eben nicht die Datenbankkosten. Würdest Du ein Buch zu günstig anbieten, machst Du schlichtweg Verlust. Und wer arbeitet schon für die roten Zahlen?

Du kannst Dir die verschiedenen Distributoren aufrufen und mit der Preisgestaltung spielen. Auch wenn Du keine fixen Daten hast, gib einfach die ein, die Deinem Werk am nächsten kommen. Und dann schau Dir mal, was Dir als Buchpreis empfohlen wird.

Du kannst auch mit dem Preis runtergehen, bis eine negative Marge entsteht. Die Distributoren wissen, was ein Printbuch mit Deinen Angaben kostet, wenn es gedruckt werden darf. Daher empfehlen sie Dir eine Mindestsumme, damit diese Kosten gedeckt sind.

Gerade hab ich den Test mit einem durchschnittlichen 300 Seitenbuch gemacht. Um einen minimalen Gewinn von einem Cent (also wirklich 0,01 EUR), müsste ich das Buch für 8,20 EUR anbieten. Je teurer ich das Buch dann anbieten würde, desto mehr würde für mich abfallen.

Würde ich aber das Buch für 7,99 EUR anbieten wollen, erfolgt eine Negativmarge. Inwiefern sich ein Distributor darauf einlassen würde, habe ich nicht getestet.

Mach Dir also bewusst, ein Printbuch verlangt immer ein Mindestpreis, damit es sich rentiert. Bei E-Books kannst Du stark mit dem Preis nach unten gehen. Häufig bieten Dir die Distributoren auch einen Gewinn an, selbst wenn Du das Buch nur für 0,99 EUR anbietest.

Deine Lesenden nicht verschrecken

Seit langem beschäftige ich mich mit E-Books. Besonders aus dem englischsprachigen Bereich. Denn dort gibt es häufig die Bücher, die ich suche und gerne lese. Egal ob Fiction oder Non-Fiction.

Dabei sind mir die individuellen Preisunterschiede aufgefallen. So gibt es Autor*innen, die für fünzfig Seiten durchaus ihre vier oder fünf Euros verlangen. Andere hingegen bieten Bücher mit einem Umfang von 300 Seiten und mehr für zwei oder drei Euros an (E-Books). Manchmal sitze ich dann schon da und überlege, wie die Autor*innen auf diese Preise kommen.

Aber das ist der Vorteil vom Selfpublishing, Du kannst die Preise so gestalten, wie es sich für Dich gut und wirtschaftlich vernünftig anfühlt. Trotzdem sitze ich als Lesende da, trotz dieses Wissens und muss schmunzeln. Eben, weil es diese Unterschiede geben kann.

Merke Dir eins: Es wird immer Lesende geben, die jeden noch so verrückten Preis bezahlen. Und, es wird immer Leute geben, die nur eine Summe X für Bücher ausgeben.

Tatsächlich gehöre ich zu den Leuten, die ein Buch kauft, wenn es mir zusagt. Sei es von der Geschichte her, oder von dem Sachbuchthema. Da kaufe ich in dem Monat eben mal ein Buch weniger, wenn ich mir sage, dass es sich lohnt.

Jedoch solltest Du Dir über kurz oder lang Gedanken zum Thema machen: Kannst und möchtest Du wirklich für ein 50 Seiten Buch 10 EUR verlangen? Die gibt es, daher empfehle ich Dir, Dich durchaus mit diesem Gedanken auseinanderzusetzen. Wenn für Dich ein klares Ja herauskommt, dann versuch es ruhig. Wichtig finde ich immer, sich darüber Gedanken zu machen und die Entscheidung bewusst zu treffen.

Eine mögliche Preisstrategie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um einen fixen Preis anzubieten, mit dem Du arbeiten kannst. Eine Möglichkeit ist die Wortzahl.

Eine Normseite hat circa 250 Wörter. Das ist kein genauer Wert, weil manche Wörter länger sind und dazwischen unzählige Füllwörter auftauchen. So schwankt die reale Wortzahl von Seite zu Seite. Aber wir bleiben einfach bei dem Wert 250 Wörter pro Seite. Damit lässt sich besser rechnen.

Und nehmen wir an, Dein Erstlingswerk hat 10.000 Wörter. Das macht bei 250 Wörter etwa 40 Seiten. Aber nur in der Printversion, die einen festen Buchsatz hat. Bei einem E-Book kann ich die Schriftart verändern. Also entweder vergrößern oder verkleinern. So könnte theoretisch das Buch auf 100 Seiten anwachsen oder auf 10 schrumpfen.

Früher war ich tatsächlich eine Verteidigerin der Seitenzahlen. Heute sehe ich das anders, insbesondere seit ich mehr E-Books lese. Da finde ich die Wortzahlvariante um einiges passender.

Das bedeutet, wenn Du diese Methode ebenfalls wählst, setzt Du Wortzahlbereiche fest. Sagen wir, bis 15.000 Wörter kosten Deine E-Books 0,99 EUR. Von 15.000 bis 35.000 Wörter kosten sie 1,99 EUR und so weiter.

Das sind natürlich nur Beispielbereiche und Beispielpreise, die Du wählen kannst. Wenn Grafiken hinzukommen, kann alles teurer werden. In erster Linie bei der Printversion. Aber wenn Du viele Grafiken oder Tabellen (besonders bei Sachbüchern interessant), könnte auch der Preis bei einigen Distributoren für Dein E-Book in die Höhe gehen.

Abschlussgedanken

Das Tolle beim Selfpublishing ist, Du kannst immer wieder nachbessern. Wenn Dir ein Preis nicht zusagt, kannst Du ihn jederzeit erhöhen oder senken (zum Them Buchbindungspreis kommen wir noch). Es ist natürlich immer gut, wenn die Preise fix bleiben. Aber Du musst Dir keine Sorgen machen, falls Du doch mal falsch kalkuliert hast.

Von daher, setz Dich doch heute noch mal hin und überlege, wie Du Dein Preissystem aufbauen möchtest. Ändern kannst Du es ja. Aber dann hast Du wenigstens etwas, was Du ändern kannst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Inhalte eines Printbuches bzw. E-Books

Hei, hallo und herzlich willkommen,

der Aufbau eines Printbuches kann sich von dem Aufbau eines E-Books unterscheiden. Daher möchte ich mir heute einige Gedanken machen, wie ich ein Buch entsprechend aufbauen würde. Und auch, warum.

Kurze Vorgedanken

Gerade lese ich mich durch meine Bibliothek sowohl im Printbereich, als auch auf meinem Reader. Und mir fällt dabei immer wieder auf, wie unterschiedlich gerade die E-Books aufgebaut sind.

Dadurch hab ich mir Gedanken gemacht, wie ich mein eigenes E-Book und teilweise auch mein Printbuch aufbauen würde. Dabei schreibe ich nicht vom Buchsatz oder Ähnliches. Das ist ein eigenes Thema für sich. Sondern davon, in welcher Reihenfolge ich was einfüge würde.

Kurze Vorgedanken

Dieser Beitrag richtet sich schon eher an die, welche Selfpublishing betreiben. Denn sie haben die meisten Freiheiten, was die Gestaltung ihres Buches betrifft.

Wenn Du aber etwas in Deinem Verlagsbuch einfügen möchtest, rede mit Deinem Verlag. Vielleicht finden sie Deine Idee so gut, dass sie es zukünftig immer übernehmen möchten. Es kann immer sein, dass sie bisher nicht daran gedacht haben. Auf einen Versuch kann es hier ankommen.

Vor der eigentlichen Geschichte

Damit meine ich den Teil, der kommt, bevor wir den Roman lesen können. Meistens überblättern wir dies in einem Printbuch, weil wir dorthin immer wieder zurückkehren können. Bei einem E-Book finde ich es selbst eher schwieriger.

Gerade bei älteren Modellen (mein Reader ist gut zehn Jahre alt, daher kann ich nicht sagen, wie es bei den Neueren aussieht) muss ich immer mit einem Button jede Seite umblättern. Daher finde ich es eher anstrengend, wieder nach vorne zu klicken, um zu sehen, was dort los ist.

Daher würde ich für meine Geschichte einige wichtige Punkte vor dem Roman einfügen. Damit solche Leute wie ich alles präsent haben, was wichtig ist. Und mich dann auf die Geschichte einlassen.

Das Cover

Ganz am Anfang gehört immer das Cover. Bei einem Printbuch ist es klar. Ohne ein Cover wird es schwerlich gedruckt. Aber auch in E-Büchern gehört, meiner Meinung nach, ganz vorne das Cover.

Gerade bei E-Büchern kann das notwendig sein. Auf meinem Reader befinden sich (Stand August 2019) über 100 Romane, Kurzgeschichten, Sachbücher und so weiter. Einige davon warten schon seit einigen Jahren darauf, von mir gelesen zu werden.

Wenn ich dann durch die Seiten klicke, um das nächste Buch zu lesen, kann ich nicht immer mit allen Titeln etwas anfangen. Daher rufe ich meistens das Buch auf und schaue mir das Cover an. Häufig fällt mir dann wieder ein, wobei es sich hierbei handelt.

Meistens trifft das aber auf wirklich individuelle Covers zu. Diese vielen nichtssagenden Covern, deren Stockbilder man zu oft genutzt haben, sagen mir dann weiter nichts. Und schlimmstenfalls lösche ich sie dann irgendwann, weil es mich nicht mehr anzieht. Und ich mich nicht mehr erinnere, warum ich das mal gekauft habe.

Mein Tipp:

Auf der ersten Position sollte daher immer Dein Cover sein. Nicht umsonst hast Du es Dir ja erstellen lassen und dafür einige Euros ausgegeben. Und im Idealfall ist es so individuell, dass sich Deine Lesenden immer daran erinnern, was sich hinter dem Cover für eine Geschichte versteckt.

Juristische Eckdaten

Wie immer gilt, ich übe keinen rechtsberatenden Beruf aus. Daher ist alles, was ich im folgenden Abschnitt erwähne, aus einer Laiensicht geschrieben. Solltest Du Fragen haben oder unsicher sein, dann wende Dich an die rechtsberatenden Leute (also zum Beispiel Anwält*innen). Ich übernehme keine Verantwortung für mögliche juristische Konsequenzen.

Kommt das Impressum nun vorne hin oder darf es doch ans Ende des Buches? Darüber scheiden sich tatsächlich die Geister. Aber nicht, dass da ein Impressum reingehört.

Am Anfang würde ich alle wichtigen Eckdaten erwähnen. Wer hat das Cover erstellt. Frag Dein*e Designer*in, welche Daten aufgenommen werden sollen. Damit bist Du auf der sicheren Seite.

Dann, wer hat das Lektorat und*oder Korrektorat gemacht. Hier würde ich neben den Namen auch die Internetseite aufführen. Wenn sie gute Arbeit geleistet haben, dann kann man auch gerne Werbung für sie machen.

Dann auch, wer der Distributor ist. Häufig bekommst Du Hilfestellungen, um diese Seite zu erstellen. Aber ich empfehle Dir, Dich entsprechend darüber zu informieren. Dann kannst Du überprüfen, ob die Daten so richtig sind oder da noch etwas fehlt.

Mein Tipp:

Informiere Dich gut, was alles an juristischen Sachen in Deine Bücher gehören. Und füge sie alle ein. Denn gerade im Bereich Recht kennen viele keinen Spaß.

Personenhinweis und Urheberrecht

Sicherlich kennst Du diese Sätze, die Figuren haben nichts mit realen Personen zu tun und so weiter. Bisher hab ich mich noch nicht damit beschäftigt, inwiefern es juristisch sicher ist, diesen Teil zu verwenden. Aber ganz unter uns, ich würde so etwas trotzdem verwenden.

Bei Sachbüchern käme noch hinzu, dass man alle Ratschläge und was auch immer Du in dem Buch aufgeführt hast, zwar sorgfältig geprüft hast, aber keine Garantie und so weiter übernehmen kannst. Und natürlich, dass Du kein Heilversprechen geben kannst, wenn Du etwas zum Thema geschrieben hast.

Und zu guter Letzt, dass das Urheberrecht bei Dir liegt und Du daher untersagst, dass Kopien erstellt werden. Sicher ist halt sicher.

Mein Tipp:

Auch hier gilt, gut informieren und alles einfügen, was auf Dich zutrifft. Lass Dich ruhig von anderen Büchern inspirieren. Und solange es lesbar ist, kannst Du gegebenenfalls auch eine kleinere Schriftgröße wählen, damit es nicht zu lang wird.

Klappentext

Das ist tatsächlich eher für Dein E-Buch geeignet. Oben erwähnte ich schon, dass es passieren kann, dass sich Deine Lesenden nicht unbedingt erinnern müssen, warum sie das Buch gekauft haben. Vielleicht sogar vor Jahren schon.

Bei einem Printbuch müssen sie es nur umdrehen und lesen den Klappentext. Häufig erinnern sie sich dann daran. Bei einem E-Book würde ich am Anfang noch einmal den Klappentext einfügen.

Wenn sie es überblättern, dann ist es ihre Entscheidung. Aber Du gibst ihnen die Möglichkeit, dass sie es lesen können. Und dann entscheiden, ob sie es jetzt lesen oder später. Oder auch gar nicht.

Jedoch ermögliche ich es so, dass die Leute die Chance haben, sich noch einmal den Klappentext durchzulesen. Und dann zu entscheiden, dass sie das Buch lesen.

Mein Tipp:

Hast Du Dir einmal die Arbeit gemacht, einen Klappentext zu erarbeiten, dann kannst Du ihn ruhig öfters verwenden. Gerade bei E-Books lohnt es sich durchaus, diesen am Anfang noch einmal einzufügen.

Inhaltsverzeichnis

Gerade bei Sachbüchern kann ich nur empfehlen, am Anfang das Inhaltsverzeichnis einzufügen. Denn hier ist es wichtig zu zeigen, dass Dein Buch die Lösung für das Problem Deiner Lesenden bietet. Wenn sie keinen Blick hineinwerfen können, dann können sie das nicht herausfinden.

Aber solche Lesende wie ich, mögen es, wenn am Anfang angezeigt wird, wie viele Kapitel die Geschichte hat. Denn ich teile mir gerne den Roman in täglich zu lesende Kapitel ein. Das ist eine Marotte von mir, die ich seit Jahren pflege. Und damit komme ich gut voran. Daher mag ich es sehr, wenn am Anfang das Inhaltsverzeichnis zu finden ist.

Mein Tipp:

Für einige sind Inhaltsverzeichnisse nichtssagend. Andere hingegen möchten diese haben. Da diese nicht viel Platz fressen und mit dem richtigen Programm automatisch erstellt werden können, ich würde sie aufnehmen.

Triggerwarnungen

Bevor der Roman beginnt, würde ich selbst meine Triggerwarnungen setzen. Denn selbst halte ich dieses Thema für enorm wichtig. Und daher kurz vor der Geschichte, damit ich quasi die Lesenden zwinge, sich das noch einmal anzusehen.

Ob sie es lesen oder sich daran halten, das kann ich nicht beeinflussen. Aber ich möchte mein Bestmögliches tun, damit sie die Chance haben, sich zu informieren. Und damit ihre persönliche Entscheidung zu treffen, wie sie mit dem Buch umgehen möchten.

Mein Tipp:

Über das Thema “Trigger” und “Triggerwarnungen” wird gerade sehr heftig diskutiert. Für mich ist es kein Thema die zu verwenden, ich werde es einfach tun. Hoffentlich Du auch.

Katania de Groot führt in ihrem Beitrag auf, wie man die Triggerwarnung mit dem Inhaltsverzeichnis verknüpfen kann. Das bedeutet, dass sie bei Kapitel 1 schreiben, was für mögliche Trigger dort warten könnten. Vielleicht eine Idee für Dich?

Die Widmung

Keine Pflicht, aber für viele gehört es doch dazu. Eine Widmung gehört für mich definitiv am Anfang. Damit alle es sehen können.

Da Widmungen nicht sehr lang sind, kannst Du es am Anfang setzen. Und sicherlich wird es die Person, der Du das Buch widmest, sich sehr darüber freuen.

Mein Tipp:

Häufig sind Widmungen zentriert und kursiv eingefügt. Vielleicht magst Du Dir ja Gedanken machen, diese optisch hübscher zu gestalten?

Sonstiges?

Wie oben erwähnt, finde ich es selbst eher schwierig in einem E-Buch hin- und herzuspringen. Daher kann es durchaus angenehmer sein, wenn zum Beispiel ein Glossar am Anfang eingefügt wird, um ein Beispiel zu nennen.

Wenn es nicht zu lang ist, dann kannst Du solche Elemente noch vorne einfügen. Nur irgendwann muss das ganze am Anfang auch ein Ende finden. Nicht, dass ich mich als Lesende erst einmal durch 15 Prozent klicken muss, nur um irgendwann mal zum Roman zu kommen.

Mein Tipp:

Überlege Dir genau, was Du noch am Anfang anfügen möchtest und was ruhig am Ende eingefügt werden kann.

Nach der eigentlichen Geschichte

Der Roman ist vorbei und hoffentlich fühlen sich Deine Lesende so wohl, dass sie nun total gerne eine Rezension schreiben. Das wünsche ich Dir auf alle Fälle.

Viele fügen am Ende des Buches noch einige Dinge an. Was es ist, das liegt an Dir.

Rezensionsbitte

Ehrlich gesagt, ich bin mir noch nicht sicher, ob ich selbst solch eine Bitte einfügen soll. Also, wenn den Lesenden das Buch gefallen hat, dass sie bitte eine Rezension schreiben soll. Zum einen stellt sich mir die Frage, warum sie nicht eine Rezension schreiben sollen, wenn es ihnen nicht gefallen hat.

Zudem bin ich ziemlich schlecht darin, andere um solche Dinge zu bitten. Das liegt an meiner Persönlichkeit.

Mein Tipp:

Wenn Du das kannst, also um Rezensionen zu bitten, dann würde ich empfehlen, es neutral zu formulieren. Also nicht nur beim Gefallen, sondern dass sie überhaupt eine Rezension schreiben. Und ich würde es kurz halten.

Dankesseite

Eine Geschichte schreibt man sehr selten völlig alleine. Daher ist es schön, wenn man sich bei den entsprechenden Personen bedankt. Das kann gerne am Ende geschehen, weil sich nicht wirklich alle für diese Seite(n) interessieren. Häufig werden sie überflogen oder richtig überblättert.

Andere Personen lesen sie schon gerne. Daher würde ich mir durchaus hier Mühe geben und eine anlegen. Gerade für die Leute, die Dir geholfen haben.

Mein Tipp:

Leg ruhig eine Dankesseite ein. Lass Dir etwas Kreatives einfallen, damit diese Seite damit aufgewertet wird.

Mit Dir in Kontakt treten

Sei es, dass Du hier Deine Online-Präsenzen aufführst oder man mit Dir postalisch in Kontakt treten kann, ich würde alles aufführen, was Dir lieb ist.

Auf diese Weise kannst Du auf natürlichen Weg Deine Followerzahlen erhöhen. Und das häufig ganz nebenbei.

Mein Tipp:

Häufig werden Links abgekürzt. In diesen Fällen kann man auf diese klicken und die Seite wird automatisch aufgerufen. Doch denk daran, dass noch alte Geräte (wie meines) im Umlauf sind. Wenn Du also kein Linkungetüm hast, dann würde ich die Links komplett setzen.

Dein Newsletter

Immer häufiger sehe ich, gerade in englischsprachigen Büchern, dass Links zum Newsletter gesetzt werden. Das ist völlig in Ordnung. Das kannst Du auch gerne machen.

Setze aber nur dann einen Link, wenn Du dauerhaft vorhast Deinen Newsletter zu versenden. Es gibt nichts frustrierender, als wenn man einen Link aufruft und der ist tot.

Zudem würde ich nicht mehr mit einem sogenannten Freebie werben. Nach der DSGVO könnte das eine unschöne Sache werden. Aber dazu gesondert mehr.

Mein Tipp:

Wenn Du Werbung für Deinen Newsletter machen möchtest, kannst Du das im Rahmen Deiner Online-Präsenzen machen. Selbst würde ich das ein wenig gesondert machen, um auch zu sagen, warum die Leute meinen Newsletter empfangen sollen.

Leseproben

Wenn Du eine Reihe schreibst, kann es eine Überlegung Wert sein, vom nächsten Buch eine Leseprobe einzufügen. Oder von einem anderen Buch, das in diesem Genre geschrieben ist (besonders dann gut, wenn Du in mehreren schreibst). Oder ganz allgemein, von Deinem nächsten Roman.

Ehrlich gesagt, ich selbst lese nie Leseproben. Irgendwie finde ich sie nicht ansprechend. Wenn mir ein Roman gefallen hat, dann möchte ich auf alle Fälle den nächsten lesen. Da muss ich nicht erst heiß gemacht werden. Und wenn mir der Roman nicht gefallen hat, dann bringt es auch nichts mehr. Der nächste Roman ist für mich persönlich tabu.

Mein Tipp:

Du musst für Dich klären, ob Du eine Leseprobe einfügen möchtest oder nicht. Auf alle Fälle sollte dann das Buch natürlich auch erscheinen. Tatsächlich hab ich eine Geschichte gelesen, die eine Leseprobe vom nächsten Band enthielt. Nur ist bis heute dieser nicht erschienen. Und ich hab die Geschichte 2016 (!) gekauft.

Denk auch daran, wie es Deine Lesenden gerne haben könnte. Auf alle Fälle würde ich es nur nicht übertreiben. Denn eine Geschichte, die ich mal gelesen hatte, enthielt mehr Leseproben als Roman. Fand ich nicht überzeugend.

Bücherwerbung

Na klar, was gehört in ein Buch? Werbung für weitere Bücher aus der eigenen Feder. Bei einer Reihe würde ich nur auf das nächste Band aufmerksam machen. Und dann auf weitere Bücher. Nur würde ich es nicht übertreiben.

Wenn mich ein*e Autor*in interessiert, dann suche ich nach ihr*ihm schon selbst. Die Bücherwerbung soll in erster Linie nur zeigen, dass da definitiv noch mehr zu finden ist. Und was Du empfiehlst als nächstes zu lesen.

Mein Tipp:

Wähle mit Bedacht aus, welche Bücher Du als Werbung noch hinzufügst. In einem E-Buch kannst Du viel mehr einfügen, als in einem Printbuch. Trotzdem würde ich es nicht übertreiben.

Wichtig ist auch, dass man alles lesen kann. Tatsächlich hab ich in einem Verlagsbuch Werbung für andere Bücher gehabt, die so klein waren, dass ich sie nicht lesen konnte.

Sonstiges

Am Ende kannst Du Dich eher austoben, als am Anfang. Gerade bei einem E-Book. Finde zumindest ich. Denn der Roman ist ausgelesen und ich kann entscheiden, ob ich noch weiterlesen möchte oder nicht.

Trotzdem würde ich es auch hier nicht übertreiben. Wenn ich am Ende so viel geboten bekomme, dass zwanzig Prozent ausmacht, kann das Gefühl entstehen, dass ich für mein Geld nichts bekommen habe. Das würde ich eher vermeiden.

Also dezent austoben.

Mein Tipp:

Es ist immer ein Abwägen zwischen Werbung, Informationen und es nicht zu übertreiben. Schau genau hin und frag auch andere, wie sie den Aufbau Deines Buches bzw. Deines E-Books halten. Und wenn kritische Anmerkungen kommen, höre genau zu.

Abschlussgedanken

Natürlich sind all diese Elemente kein Muss. Daher kann ich Dir nur empfehlen, schau Dir andere Bücher an, wie sie es gemacht haben und dann entscheide für Dich, was Du davon übernehmen möchtest.

Und nein, die Liste ist nicht abschließend, aber jetzt weißt Du, wo Du anfangen kannst.

Und dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Buch oder E-Book: Veröffentlichungsarten

Buch oder E-Book: Veröffentlichungsarten

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn man dem Internet glauben kann, dann besteht unter den Leserinnen und Lesern, bedingt aber auch unter den Verlagen, zwei Lager. Einmal die, welche die Bücher lieben und damit die E-Books ablehnen. Und dann die andere Seite, welche sich lieber auf die E-Books stürzen und die Bücher aus dem Haushalt verbannen. Daher möchte ich heute mal den einen oder anderen Gedanken dazu niederschreiben.

Natürlich ist es vor allem interessant, wie sich das auf Deine Veröffentlichungsart auswirken könnte.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 23. September 2016 auf meinem alten Blog. Das ist nun eine aktualisierte Version davon.

Kurze Vorgedanken

Was ein Buch (Print) bzw. ein E-Book ist, werde ich nicht erklären. Ich gehe davon aus, dass Du die beiden Medien kennst und damit auch den Unterschied. Daher möchte ich auf die Vor- und Nachteile eingehen. Und dann, warum Du als Autorin bzw. als Autorin Dich mit beiden auseinandersetzen solltest. Es soll ein Plädoyer dafür sein, beide Medien niemals aus den Augen zu verlieren.

Deine Entscheidung – Beides ist gut

Egal ob Du Bücher kaufst oder diese veröffentlichen möchtest, Du hast heute die Wahl zwischen einem normalen Buch (also der Printversion) und dem E-Book. Beim Letzteren ist es nur notwendig zu wissen, in welchem Format Du das Buch brauchst. Denn nicht jeder Reader ist in der Lage alle Dateien zu lesen. Und einige Reader haben sogar ein eigenes Format.

Es gibt aber legale Portale, die werden im Bezug auf die E-Books um einiges häufiger aufgerufen, als die Konkurrenz. Und bei hartem DRM (also der Schutz, dass das E-Book nicht kopiert wird) kann es passieren, dass man das E-Book nur auf einem einzigen Reader lesen kann.

Fehlt aber das harte DRM, dann kannst Du das E-Book entsprechend formatieren und auf andere Reader lesen. Und zwischenzeitlich verzichten die meisten Autorinnen und Autoren auf das harte DRM, bzw. überhaupt auf jegliche Art von Schutz. Denn sie wissen eines, ihre Bücher können jederzeit geknackt werden (von den Piratinnen und Piraten), wenn sich die Leute anstrengen. Und die ehrlichen Käuferinnen und Käufer werden mit dieser Methode nur bestraft.

Du als Käuferin bzw. Käufer kannst Du zwischen dem E-Book und Buch beim Kauf entscheiden, wenn Du einen entsprechenden Reader zur Verfügung hast. Bücher kannst Du natürlich jederzeit kaufen. Beim Veröffentlichen Deiner Bücher solltest Du Dir überlegen, immer auf beides zu setzen. Warum, das möchte ich Dir weiter unten erklären.

Die Vor- und Nachteile beider Medien

Die Vorteile des Printbuches

Das Buch hat einen Vertrauensvorteil, da es seit einigen Jahrhunderten schon existiert und wir damit auch groß geworden sind. Ich selbst habe mit einem Hardcoverbuch lesen und schreiben gelernt. Und ich behaupte jetzt, dass die meisten Leserinnen und Leser dieses Blogs das gleiche gemacht haben. Sagt Dir das Wort „Fibel“ noch etwas?

Zudem hast Du etwas Materielles in der Hand. Wenn Du in einem Buchladen gehst oder die Bücher online kaufst, dann bekommst Du ein Gegenstand in die Hand, mit dem Du aus dem Laden gehen kannst oder aus dem Paket auspackt. Da wir damit größtenteils groß geworden sind, ist bei einigen das eine gewisse Form der Beruhigung. Für mein Geld kriege ich etwas.

Weiterhin finde ich es immer ein schönes Gefühl, wenn ich sehe, wie die linke Seite des Buches zunimmt, wenn man die Seiten durchgelesen hat. Und die rechte Seite nimmt immer mehr und mehr dabei ab. Immer wenn ich aufhöre zu lesen (weil ich aus der Bahn zum Beispiel raus muss), dann schaue ich schon gerne, wo mein Lesezeichen ist und wie weit ich schon gekommen bin.

Und Du kannst immer lesen. Ein Buch hat kein Akku und kann daher nie ausgehen. Solange es halbwegs hell genug ist, kannst Du also immer lesen.

Die Nachteile des Buches

Du musst ein Medium immer mitnehmen. Egal ob das Buch dünn oder dick ist, Du musst es immer mitnehmen und letztendlich Platz in Deinem Rucksack oder Tasche haben, um es zu tragen. Gerade, wenn Du viel dabei hast, kann das am Ende ein wenig schwer werden.

Weiterhin kann es durchaus nervig sein, wenn man glaubt, dass das Buch noch über den Tag reicht und man es doch schneller ausgelesen hat. Mir ist das schon einige Male passiert, dass ich den ganzen Tag ein ausgelesenes Buch tragen musste. Oder, wenn ich gar nicht zum Lesen komme, dann muss ich trotzdem das manchmal schwere Buch mitnehmen.

Und auf Reisen kann es durchaus schwer sein, sich zu entscheiden, welches Buch man mitnimmt. Zumal sich die Frage stellt, ob man überhaupt so viel Gepäck mitnehmen kann und am Ende überhaupt zum Lesen kommt.

Wenn man da Buch ausgelesen hat und man sich definitiv sicher ist, dass man das Buch nie wieder lesen wird, hat man es im Regal. Und ich selbst weiß nie, wie ich es am besten los werde. Daher muss man sich darum kümmern. Sofern man sich überhaupt davon trennen kann.

Und wenn man in Regen kommt, dann kann das Buch kaputt gehen. Oder die Ecken werden angeknickt. Oder die Schutzfolie geht ab. Mir selbst geht das total auf die Nerven.

Die Vorteile des E-Books

Man kann, theoretisch, Hunderte von Büchern mitnehmen und hat nur einige Hundert Gramm mehr Gewicht dabei. Immerhin muss man nur den Reader tragen und hat eine ganze Bibliothek dabei. Und wenn Du einen Computer mit Internetzugang in der Nähe hast, kannst Du immer neue Bücher kaufen.

Das bedeutet auch, dass Du den Reader auch in den Urlaub mitnehmen kannst. Die oben genannten Vorteile klappen dort auch total gut. Und auch wenn Du mal nicht zum Lesen kommst, dann tut das nicht so weh. Du trägst nicht so viel Gewicht mit Dir.

Wenn Du das Buch danach nie wieder lesen möchtest, dann kannst Du es von Deinem Reader löschen. Gegebenenfalls hast Du es noch auf Deiner Festplatte oder in Deinem Onlineshop, wo Du es bei Bedarf noch einmal herunterladen kannst.

Die Nachteile des E-Books

Du hast kein Medium in der Hand, also kein Buch. Und dadurch fehlt auch der gewisse Bezug dazu. Vielen fehlt sogar so dermaßen der Bezug zum Buch, dass sie manchmal noch nicht einmal benennen können, welches sie gerade lesen.

Weiterhin ist durch den fehlenden Bezug dazu auch das Problem, dass der Respekt vor diesem Medium fehlen kann. Daher kann es natürlich passieren, dass man es nicht als richtiges Buch anerkennt und daher dementsprechend nicht so wahrnimmt, wie es verdient hat.

Und natürlich der größte Gau. Wenn der Akku alle ist, trägst Du eben einen Reader mit Dir, ohne lesen zu können. Das ist genauso, als ob Du ein ausgelesenes Buch mit Dir herumträgst.

Warum sollte Dich als Autorin / Autor dieses Thema interessieren?

Vor einigen Jahren habe ich auf der LoveLetter Convention von Tina Folsom Folgendes gelernt. Und damals sagte sie einen Satz, der mich indirekt bis heute prägt: Deutsche lieben Printbücher. Das bedeutet, dass Du für die deutschsprachigen Leserinnen und Leser immer das Taschenbuch durchaus anbieten solltest.

Wenn Du Dir die Umfrage von Anfang 2018 anschaust (und die dazugehörigen Kommentare, ganz oben am Anfang des Beitrages), siehst Du, dass die meisten beides gleichzeitig veröffentlichen. Doch welche Gründe könnte es noch geben, neben dem E-Book auch noch eine Printversion zu veröffentlichen?

Einen sehr guten Beitrag findest Du auf der Selfpublisher-Bibel. Die für mich interessantesten hab ich hier aufbereitet. Der Rest berührt mich aktuell noch nicht. Das bedeutet aber nicht, dass sie deswegen nicht genauso wichtig sind.

Preispsychologie

Gerade im Gay-Romance Bereich entscheiden sich immer mehr Autor*innen und Verlage dafür, nur noch die E-Bookversion zu veröffentlichen. Eine Printversion wird vielleicht mal als Sonderedition zur Verfügung gestellt. Oder bei Lesungen.

Bei vielen ist es jedoch wie folgt: Sehen sie ein E-Book für (sagen wir mal) 5,99 €, dann ist das ein durchaus hoher Preis. Steht daneben aber die Printversion für 10,99 € (als Beispiel), relativiert sich der Preis für das elektronische Buch automatisch. Man spart immerhin ein paar Euros.

Mit anderen Worten, es kann wahrscheinlich sein, dass man dann eher dazu neigt, Dein Buch zu kaufen. Und häufig ist es so, dass Du mit E-Books mehr verdienst, als mit Printbüchern.

Verschenken / Vorzeigen/Verkaufen

Irgendwo gehören diese Punkte für mich zusammen, daher möchte ich sie entsprechend hier gemeinsam aufführen.

Wenn Du jemanden eine Freude bereiten möchtest, zeigen willst, was Du geschrieben hast oder bei Lesungen und*oder Messen Deine Bücher verkaufen kannst, dann sind Printbücher die bessere Wahl.

Meinen beiden tollen Alphaleserinnen würde ich lieber eine Printversion mit einer schönen Widmung schenken, anstatt eines E-Books. Es mag teuerer sein, aber mir ist es wert. Genauso, wenn mich jemand fragt, was ich geschrieben habe. Dann kann ich in meine Tasche greifen und mein Buch herzeigen. Bei Bedarf könnte die Person es sich auch ausleihen. Und klar, auf Messen oder bei Lesungen können die Leute in das Buch reinlesen und es dann kaufen.

Weiter Verkäufe

Wie schon oben mit Tina Folsom geschrieben, Deutsche scheinen Printbücher zu lieben. Auf alle Fälle lieben Leser*innen gerade dann diese, wenn sie keinen Reader haben.

Bietest Du nur die E-Bookversion an, schließt Du einen Teil Deiner Leser*innen aus. Denn viele weigern sich sogar regelrecht sich einen Reader zu kaufen. Und damit Dir am Ende Geld zu geben.

Der Buchhandel

Ganz ehrlich? Ja, ich träume davon, in eine gut sortierte Buchhandlung zu gehen, nach meinem Buch zu fragen (ganz annonym natürlich) und die Antwort zu bekommen, ja, wir haben es, ich bringe Sie dorthin. Und ich behaupte mal, dass es den meisten von uns so geht.

Mit einem Printbuch (und einigen Bedingungen, die ich an dieser Stelle nicht aufführe) ist das möglich. Inwiefern sich die Investition bei Selfpublisher*innen lohnt, ist eine andere Frage. Aber nur wenn Du ein Printbuch hast, kannst Du zumindest theoretisch in einer Buchhandlung landen.

Wie Du siehst, spricht durchaus einiges für die Entscheidung, ein Printbuch zusätzlich zu veröffentlichen. Natürlich musst Du dafür erst einmal investieren. So benötigst Du ein entsprechendes Cover mit Buchrücken und Rückseite.

Solltest Du dabei sein, Dein erstes Buch zu veröffentlichen, empfehle ich Dir bei Unsicherheiten Autor*innen zu fragen, die damit bereits Erfahrungen haben. Die Meisten von ihnen sind total nett und helfen gerne. Alternativ gibt es zwischenzeitlich sicherlich viele Tutorials im Internet, die Dich dabie auch unterstützen.

Die Preisproblematik

Sicherlich ist Dir schon aufgefallen, dass die meisten E-Books von Verlagen um den 1 Euro günstiger sind (bei den größeren). Die kleineren Verlage gehen sogar noch weiter mit dem Preis runter. Ich habe schon Preisunterschieden zwischen Buch und E-Book bis zu 50 Prozent gesehen.

Der Grund kann wohl an folgende Problematik liegen:

Vor Jahren habe ich eine Erklärung zum Kaffee in Burn Notice gesehen, die mich überrascht hat. Zumindest kann diese Kaffee-Problematik als Erklärung durchaus Anwendung finden. Und zwar gibt es ja Kaffe mit und ohne Koffein. Normalerweise ist Koffein ein natürlicher Bestandteil beim Kaffee. Wenn man diesen entfernt, dann muss man dafür mehr Aufwand betreiben. Und dadurch sollte der Kaffee eigentlich teurer sein.

Da aber der Kaffee weniger hat, also eben kein Koffein, erleiden wir irgendwo einen Verlust. Und aus diesem Grund weigern sich die meisten Leute, mehr für entkoffeinierten Kaffee zu bezahlen. Da ist ja weniger drin.

Das gleiche Problem sehe ich auch bei den E-Books. Da fehlt ja das Medium Buch, wenn Du ein E-Book kaufst. Und aus diesem Grund weigern sich viele für ein E-Book das gleiche zu bezahlen, wie für ein Printbuch.

Zumal viele sich sagen, dass man dafür kein Papier braucht, keine Druckerei, keine Logistik, keine Lagerkosten und so weiter. Hier benötigt man nur einen Server, er muss einmal formatiert werden und dann noch ein funktionierendes Onlineshopsystem. Und dann kann man dieses Buch einige Millionen Male herunterladen. Das völlig ohne Verlust des Mediums.

Der Aufwand für beide Formen des Buches ist im Vorfeld gleich. Damit meine ich Lektorat, Korrektorat und so weiter. Die Formatierung beider Bücherarten wäre da eher als unterschiedlich zu betrachten. Zumindest werden das die Leute sagen, die sich damit (noch) nicht auskennen.

Daher solltest Du Dir überlegen, Dein E-Book mindestens einen Euro günstiger zu verkaufen. Den gleichen Preis wie ein Buch oder gar mehr zu verlange, ich halte das für keine gute Idee. Außer Dir ist der E-Book-Markt egal und willst, dass Deine Leserinnen und Leser nur die Taschenbücher kaufen.

Abschlussgedanken

Wer Bücher veröffentlicht, sollte durchaus immer beide Medien im Blick haben. Mit E-Books kannst Du auch Experimente wagen. Denn es geht um einiges schneller mit dem veröffentlichen und Du kannst damit weniger Verlust machen.

Auf alle Fälle kann ich Dir nur empfehlen, mit beiden Medien zu arbeiten. Damit machst Du Deine Leserinnen und Leser auf alle Fälle glücklich. Und das ist es, was wir Autorinnen und Autoren letztendlich wollen. Oder?

Trotzdem ist es immer noch Deine Entscheidung. Und dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Die Arbeit mit den Betas

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

natürlich kannst Du ein Lektorat selbst machen. Besser ist es, wenn Du Dir Unterstützung suchst. Du kannst dafür auf die Alpha-,Beta- und Gammaleser*innen zurückgreifen. Doch vielleicht fragt sich doch die eine oder der andere, was das jetzt genau ist und vor allem, wie man zu guten Testleser*innen wird. Denn das kann durchaus heftig zugehen.

Darüber habe ich einiges recherchiert und mir Gedanken gemacht. Und die möchte ich Dir heute vorstellen.

Kurze Vorgedanken

Gerade Betaleser*innen gehören für viele Autor*innen zum festen Inventar, wenn es um die Überarbeitung ihres Romans geht. Man liest häufig davon, dass Kapitel zu den Betaleser*innen gegangen ist oder man suche welche. Und es gibt Gruppen oder auch Foren für entsprechende Leute.

Diesen Beitrag kannst Du gerne an Deine Betaleser*innen weiterleiten, wenn Du für sie Inspirationen benötigst, wie sie Dir helfen können. Oder für Dich, wenn Du selbst die Möglichkeit hast, andere Werke zu bearbeiten. Und das kann ich Dir nur sehr ans Herz legen. Denn durch die Kritik an anderen Werken lernt man mehr, als beim lesen und bearbeiten von zehn Ratgebern.

Ich selbst unterteile zwischenzeitlich zwischen drei verschiedenen Lesestadien (eben Alpha, Beta und Gamma). Aber hier möchte ich, aus vereinfachenden Gründen, nur die Bezeichnung Betaleser*in verwenden, weil sie schlicht am bekanntesten ist. Trotzdem eignet sich der Beitrag für alle Formen von Lesetypen.

Was genau sind jetzt BetaleserInnen?

Betaleser*innen sind die ersten Kritiker*innen für Deine Geschichte. Sie bekommen von Dir eine Fassung Deines Romans und dürfen sich diesen durchlesen. Jedoch ist das kein reiner Lesespaß für sie. Denn ihre wichtige Aufgabe ist es, kritische Anmerkungen zu Deinem Text zu verfassen.

Das bedeutet, sie sollen Dir nach dem Lesen sagen, was nicht gut war und unbedingt überarbeitet werden muss oder gar, wo die logischen Fehler sind. Aber auch, was Dir wirklich gut gelungen ist. Seien wir ehrlich, nichts ist frustrierender, als wenn man andauernd liest, was schlecht ist. Wohlmöglich über mehrere Seiten hinweig. Daher darf Lob ruhig sein.

Sie sind im Idealfall also die kritischsten Leser*innen, die Du jemals haben wirst. Denn auch wenn Du Leser*innen bekommst, die Dein Werk auseinandernehmen, theoretisch sind Deine Betaleser*innen noch schlimmer. Denn sie suchen wie Adler nach den Fehlern. Und im Idealfall entgeht ihnen nichts.

Brauche ich wirklich Betaleser*innen?

Wie lange, ungefähr, brauchst Du, um Dein Manuskript fertig zu schreiben? Sicherlich schon den einen oder anderen Monat. Und dabei kann es passieren, dass wir einfach betriebsblind werden.

Mit betriebsblind meine ich, dass wir die Dinge nicht mehr so objektiv sehen, wie wir es sehen müssten. Für uns sind die Dinge klar, weil wir ein inneres Bild von den Charakteren oder einer Szene haben. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass dies für die anderen genauso gilt. Zudem sehen wir nicht mehr mögliche Logikfehler, die sich eingeschlichen haben. Es kann sein, dass Du denkst, moment, dass ist gerade unlogisch. Aber diese Momente können schlimmstenfalls immer mehr und mehr abnehmen.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, Du hast eine Szene beschrieben, in denen zwei Charaktere miteinander agieren und vor Deinem Auge war das ein leidenschaftlicher Streit, bei dem einer der Charaktere sehr kunstvoll zu Tode gekommen ist. Diese Szene ist vor Deinem inneren Auge so unendlich klar und eindeutig. Das bedeutet aber nicht, dass Du es wirklich so beschrieben hast, dass es auch vor meinem Auge klar wird.

Nein, das hat nicht zu bedeuten, dass Du eine schlechte Schriftstellerin oder ein schlechter Schriftsteller bist. Du hast diese Szene noch nicht DAS Leben eingehaucht, was nötig wäre, um Deine Vision klar zu machen.

Oder Deine Charaktere kommen nicht einheitlich rüber. Wenn sie größtenteils als liebevoll und manierlich daherkommen und einmal sind sie zickig, fällt das auf. Und viele Leser*innen stolpern dort und fragen sich, ob Du als Autor*in Deine Geschichte überhaupt noch unter Kontrolle hattest. Auch da können Deine Betaleser*innen helfen.

Auch bei vielen anderen (logischen) Ungereimtheiten oder gar Fehlern können sie Dir hilfreich zur Seite stehen. Und das gilt nicht nur für Selfpublisher*innen. Auch wenn Du die Arbeit mit einem Verlag anstrebst, solltest Du Dir überlegen, Dein Roman durch den Spießrutenlauf Deiner Betaleser*innen zu jagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass danach Dein Roman besser wird, ist ungemein größer.

Gute Schriftsteller*innen benötigen keine Betaleser*innen

Unglaublich aber wahr, diesen Satz hab ich mal gelesen. Schön wäre es, aber selbst Profis können die Hilfe von Betaleser*innen ruhig annehmen. Und wenn allein ein kruder Satzbau geändert wird, hat sich das Ganze schon gelohnt. Denn auch erfahrene Schrifsteller*innen können sich in einer Vision verlieren und sind dieser nicht so gefolgt, wie sie es gerne hätten.

Das ist alles völlig normal. Und aus diesem Grund ist eine fremde Meinung durchaus gut und sollte willkommen sein. Wenn man sich Hilfe holt, bedeutet das nicht, dass man schlecht ist. Es bedeutet bloß, man hat sich Hilfe geholt. Das ist alles. Man kann einfach nicht in jedem Bereich gut sein. Du bist in einem Bereich gut (hier wohl das Schreiben). Dafür sind andere im korrigieren gut (zum Beispiel der Rechtschreibung).

Im Laufe der Zeit kannst Du Dir einen festen Stamm an Betaleser*innen aufbauen, auf deren Hilfe Du bei jedem Romanprojekt zurückgreifen kannst. Alternativ kannst Du aber auch jedes Mal neue Leser*innen bitten, Dir zu helfen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Wenn Du einen festen Stamm hast, brauchst Du nicht jedes Mal aufs Neue nach jemandem zu suchen. Sie kennen Dich und Deine Schwächen nur zu genau. Und da kann auch schon der Nachteil liegen. Wenn sie Dich so gut kennen, dann könnte es sein, dass sie sich auf bestimmte Fehler konzentrieren und alles andere versehentlich übersehen.

Zudem ist es fraglich, ob sie immer Zeit haben, wenn Du deren Hilfe benötigst. Und man kann das auch nicht von ihnen erwarten.

Deine neuen Leser*innen musst Du jedoch immer und immer wieder finden. Da bedeutet, dass Du ein wenig Zeit dafür investieren musst. Jedoch haben sie normalerweise Zeit für Dich, wenn Du deren Hilfe benötigst. Du kannst daraus eine Bewerbung machen und ich behaupte jetzt, dass sich niemand bewirbt, wenn sie oder er für Dich dann keine Zeit hat.

Aber einige müssen sich erst einmal in diese Arbeit hineinversetzen, weil einige noch nie Betaleser*innen waren. Zudem kann es auch Zeit, dass sie die Arbeit unterschätzen und sich nicht an Fristen halten. Doch häufig haben sie einen frischen Blick auf Deine Arbeit und können Dinge mitteilen, an die Du zuvor noch nicht gesehen hast.

Was macht gute Betaleser*innen aus?

Betaleser*innen müssen nicht zwangsläufig Autor*innen sein, auch wenn das durchaus hilfreich ist. Aber nicht jede*r Autor*in ist bereit Deinen Text kritisch auseinanderzunehmen. Denn letztendlich benötigen sie die Zeit auch, um selbst an ihren nächsten Roman zu schreiben. Wenn Du also ein*e Autor*in erwischst, dann Glückwunsch dazu.

Jedoch sollten Deine Betaleser*innen sonst viel lesen. Vor Jahren habe ich mein Buchprojekt an zwei Freunden gegeben, die durchaus gelesen haben, aber nicht so viel, dass man sie als Leseratten bezeichnen kann (auch wenn sich der eine in diese Richtung inzwischen entwickelt hat). Aber von beiden habe ich niemals eine Rückmeldung erhalten. Das spricht für sich. Aber wir sind weiterhin befreundet.

Idealerweise sind Deine Betaleser*nnen auch Deine Zielgruppe. Wenn Du also einen Liebesroman schreibst, der sich an Frauen zwischen 21 bis 49 Jahre richtet, dann wäre es gut, wenn Du aus dieser Gruppe die Betaleserinnen findest. Wenn Dein Roman im Bereich historisch einzuordnen ist, sollten Deine Betaleserinnen auch dort gerne ihre Romane lesen. Und so weiter.

Sie sollten zudem keine Angst haben, Dir Deine Meinung zu sagen. Es gibt Leute, die lieber auf Kuschelkurs gehen, als Dir dann wirklich eine ehrliche Kritik zu liefern. Ganz ehrlich? Verzichte lieber auf solche Leute. Denn sie helfen Dir nicht weiter. Sie sollen Dir wirklich sagen, was Du gut gemacht hast und was nicht.

Aber auf Leute, die Dich regelrecht runterputzen und fertigmachen, würde ich auch ganz klar verzichten. Und ja, es gibt sie wirklich. Von vielen, meist Jungautor*innen, habe ich das schon öfters gelesen. Selbst hatte ich auch schon dieses zweifelhafte Vergnügen. Nicht nur Leser*innen, sondern auch gestandene Autor*innen haben scheinbar eine diabolische Freude daran, andere mit ihrer Kritik zu verunsichern oder gar fertigzumachen. Jeder Fehler wird lang und breit ausgeschlachtet und es gibt nichts, aber auch wirklich rein gar nichts, was ihnen gefällt. Und noch schlimmer, sie attestieren Dir vielleicht sogar noch, dass Du bloß aufhören sollst zu schreiben. Wenige sagen das direkt, andere verhalten sich dabei eher subtil.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du an jemand geraten bist, die oder der auf die oben aufgeführte Beschreibung trifft, trenne Dich von der Person. Notfalls frag bei anderen nach, ob Du zu empfindlich bist, wenn Du das brauchst. Aber lass Dich nicht runterputzen. Dafür ist Deine Geschichte viel zu wichtig. Und vor allem, dafür bist Du zu wichtig.

Wichtig ist auch, dass Deine Betaleser*innen nicht aus Deinem sozialen Umfeld kommen. Meine Mama ist zwar eine sehr kritische Leserin. Und ich traue ihr auch zu, dass sie mir sagt, wenn ihr etwas gefällt und nicht gefällt. Damit mag sie eine Ausnahme sein. Aber viele Eltern, Geschwister oder auch die eigenen Kinder lieben Dich zu sehr, als das sie Dich verletzen wollen. Also heißt es meistens, ja, es war toll, schreib weiter.

Sie dürfen sich gerne am Endergebnis erfreuen, Dich bis dahin unterstützen (und die Wäsche bügeln oder das Essen kochen). Aber bürde ihnen nicht auf, Deine Werke zu kritisieren. Sie werden Dir zuliebe das nicht richtig machen. Daher such Dir Leute aus, die keine Angst haben, ein wenig härter zu sein und Dir ihre ehrliche Meinung sagen.

Wichtig ist jedoch auch, dass Deine Betaleser*innen wissen, was ein gutes Buch wirklich ausmacht. Es kommt nicht immer auf die ganz kleinen Details an, die eventuell wichtig sein könnten. Sondern auf das große Ganze und das alles Hand in Hand greift und funktioniert. Deine Leser*innen haben halt Erfahrungen oder sogar Kenntnisse, was zu einer guten Geschichte gehört. Das ist wichtig, damit sie sich nicht auf jedes noch so kleine Detail stürzen und das kritisieren, aber das große Ganze aus den Augen verlieren.

Weiterhin finde ich es wichtig, dass sie sich nicht sklavisch an den Vorgaben eines guten Textes halten, was wir wohl alle in der Schule gelernt haben. Damit meine ich, dass ein guter Text ja diese oder jene Elemente enthalten muss, damit man eine halbwegs gute Note in Deutsch bekommt. Wichtig ist hier, dass sie einen guten Text erkennen und diesen auch fördern und nicht wollen, dass Du diesen Text genauso schreibst, damit Du eine Eins in der Schule bekommst.

Solltest Du noch ein*e Expert*in unter Deinen Betaleser*innen haben, welche sich auf Deinen Schreibgebiet auskennt, wundervoll. Dann bitte diese Person, sich besonders auf diesem Gebiet umzusehen und Dir Tipps zu geben.

Hier ein kleines Beispiel: Wenn Du über den amerikanischen Bürgerkrieg geschrieben hast, hast Du aller Wahrscheinlichkeit sehr viel recherchiert. Aber es könnte trotzdem sein, dass Du ein Detail nicht richtig dargestellt hast. Da könnte Deine Expertin oder Dein Experte ein Blick darauf werfen und dieses Detail korrigieren. Oder Dir Informationen geben, an die Du nicht gedacht oder die Du einfach nicht gefunden hast.

Solche Betaleser*innen können Deinem Roman noch einmal eine informatorische Tiefe verleihen, an die Du vorher nicht gedacht hast. Wenn Du also Korrekturen oder Vorschläge bekommst, dann überleg Dir, ob Du diese nicht übernehmen möchtest.

Was machen schlechte Betaleser*innen aus?

Schlechte Betaleser*innen gibt es genügend. Und wenn Du viel Glück hast, gerätst Du nicht an diese. Aber es kann immer passieren, dass unter den ganzen Perlen doch jemand dabei ist, bei der oder dem Du Dir denkst, muss das jetzt wirklich sein?

Gerade Leser*innen, welche Dir nicht helfen DEINE Geschichte zu schreiben, sondern Dich überreden oder gar zwingen wollen, dass Du deren Geschichte schreibst, solltest Du meiden. Damit meine ich, dass sie so lange an Deinem Text rummäckeln, bis Du deren Idee umsetzt und Dich dabei mehr und mehr von Deiner Grundidee entfernst.

Das hatte ich vor Jahren mit einer Schreibtrainerin. Wenn ich eine Idee hatte, wurde diese von ihr regelrecht abgeschmettert und sie wollte, dass ich ihre Ideen letztendlich einbaue und umsetze. Es waren halt ihre Ideen und nicht meine. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich bis heute nicht mehr so richtig an meine Geschichte rangekommen bin. Und das ist zwischenzeitlich mehrere Jahre her.

Und natürlich die Runterputzer*innen. Also die Leser*innen, die nichts Besseres zu tun haben, als Dein Werk (und damit letztendlich Dich selbst) fertig und kaputtzumachen. Auch wenn Du um eine ehrliche Meinung bittest, sollten sie so viel Respekt vor Dir und Deiner Arbeit haben, damit sie Dich nicht fertigmachen müssen. Ehrliche Meinung bedeutet eben nicht, dass ein Verriss am Ende steht.

Tipps an die Leser*innen selbst

Nur, weil man selbst viel liest, bedeutet das nicht automatisch, dass man sich automatisch als Betaleser*in eignet. Denn es gibt Bücher und es gibt Bücher. Hier sind ein paar Tipps für Dich, die Dir vielleicht bei der Wahl des Buches helfen, welchen Du gegenlesen sollst.

Lies nur das, was Du auch gerne liest

Wenn Du eine absolute Liebesromanleserin bist, Dir aber Thriller nicht gefallen, lies keine Thriller. So einfach ist das. Was Du nicht magst, brauchst Du auch nicht lesen. Denn Du kennst Dich in diesem Genre nicht aus und weißt daher nicht, was wirklich funktioniert. Zudem wirst Du Dich wahrscheinlich schwertun, überhaupt das Manuskript zu lesen.

Was für eine Kritik sollst Du liefern?

Damit meine ich natürlich nicht, dass Du nur wohlwollende Kritik abzuliefern hast. Sondern frag die Autorin oder den Autor, auf welche Punkte Du genau ein Auge werfen sollst. Ist es eher der Plot, dann konzentriere Dich mehr darauf, als auf die Charakteristik oder den Dialog.

Natürlich darfst Du auch das anmerken, wenn Dir etwas auffällt. Aber wenn der Plot hier wichtiger ist, dann solltest Du hier mehr Energie investieren.

Hier lohnt es sich eventuell einen Feedbackbogen zu erstellen. Schreib auf, worauf Du besonderen Wert legst, worauf sie achten sollen. Das kann ein spezieller Charakter sein oder ob sie herausfinden, wer gemordet hat. Egal was es ist, schreib es auf.

Du schreibst NICHT dieses Buch

Auch wenn es uns manchmal schwerfallen mag, gerade wenn Du selbst eine Geschichte schreibst, so hat die Autorin oder der Autor das Recht, ihre Geschichte nach der eigenen Nase zu schreiben. Denn sie oder er schreibt diesen Roman und nicht Du.

Das bedeutet, dass Du versuchen sollst, den Roman in ihrem/seinen Sinne zu kritisieren. Und nicht so, wie Du es geschrieben hättest.

Dialoge sind besser als Ratschläge

In dem Wort Ratschlag kommt das Wort „Schlag“, also schlagen, vor. Und das kann manchmal sehr unangenehm werden. Aus diesem Grund ist es besser, wenn Du keine Ratschläge erteilst, sondern mit der Autorin / dem Autor in einen Dialog trittst und sagst, was Dir nicht gefällt und was doch.

Sprich mit der Person und warte auf eine Antwort. Reagiere darauf und rede mit ihr oder ihm. Dann habt ihr beide etwas davon.

Sei konstruktiv, nicht befehlend

Das Beste ist immer, wenn Du erklärst, wo man etwas besser machen kann und nicht, wie sie oder er es gefälligst es besser zu schreiben hat. Ihr seit einem Team und wollt zusammenarbeiten. Und das bedeutet auch, dass Du durchaus Vorschläge machen darfst, aber belass es auch dabei.

Nimm Dir Zeit oder sei ehrlich und sag Nein!

Zugegeben, aktuell bin ich eine Betaleserin und eigentlich habe ich keine Zeit dafür. Aber ich werde sie mir jetzt endlich nehmen und dafür Sorgen, dass ich die letzten Kapitel des Romans zu Ende lese.

Es gibt nichts Frustrierenderes, als wenn man auf die Ergebnisse der Kritik wartet. Sei daher zu Dir selbst ehrlich und überprüf Deine Zeiten. Bist Du wirklich in der Lage den Text zu lesen und auch zu kritisieren? Wenn ja, dann mach es. Wenn nein, dann sag es ihr oder ihm ehrlich. Du würdest es gerne machen, aber gerade hast Du keine Zeit dafür. Das ist besser, als etwas halb gares abzugeben.

Gib eine ausführliche Kritik

Am besten in der E-Mail, die Du zurücksendest und im Text selbst. Damit kann man dann am besten etwas anfangen.

15 Fragen für Dich als BetaleserIn

Natürlich gibt es noch viele weitere Fragen, die Du im Hinterkopf behalten kannst und solltest. Aber ich habe irgendwann mal fünfzehn gefunden, mit denen man jeden Text überarbeiten kann.

  1. Hält Dich die Geschichte von Anfang an gefangen? Wenn nein, wo ist das Problem?
  2. Konntest Du Dich von Anfang an leicht orientieren? Dabei geht es um die Fragen des Ortes, der Zeit, wer sind die Held*nnen, was für eine Art Geschichte ist das?
  3. Kannst Du mit den Hauptcharakteren mitfühlen? Fühlst Du ihre Schmerzen, ihr Leid, aber auch ihre Freude und ihr Glück?
  4. Interessiert Dich die Umgebung oder fühlst Du Dich von den Beschreibungen eher gelangweilt?
  5. Welcher Punkt war es, als Du das Gefühl hattest, dass die Geschichte nun wirklich losgeht. Oder wann hattest Du das Interesse an der Geschichte verloren, vor allem daran, was als Nächstes passiert? Was ist da genau passiert?
  6. Gab es irgendwelche Teile, die Dich einfach nur verwirrt haben? Zum Beispiel wegen den Erklärungen, oder haben Dich diese Teile sogar irgendwie frustriert?
  7. Gibt es irgendwelche unlogischen Fehler in der Zeit, am Ort, bei den Charakteren oder irgendwelchen anderen Details?
  8. Sind die Charaktere glaubwürdig? Könnten die Charaktere durchaus weitaus mehr interessanter oder mehr liebevoller sein?
  9. Gab es Momente, wo Dich die Charaktere verwirrt haben? Gab es sogar zu viele Charaktere oder zu wenige? Konntest Du sie alle auseinanderhalten oder waren sie einander zu ähnlich? Könnte eine Namensänderung hier vielleicht helfen? Oder müsste sogar ein Charakter gestrichen werden?
  10. Wie sieht es mit den Dialogen aus? Klingen sie natürlich und interessant? Wenn nicht, was würdest Du daran ändern wollen, damit es so klingt? Mach trotzdem Vorschläge. Und wie sieht es mit Dialekten aus?
  11. Gab es in der Eröffnungsszene zu viele Erklärungen und Ausführungen? Oder vielleicht sogar zu wenig? Wo waren zu viele oder zu wenige Dialoge?
  12. Gab es genügend Konflikte, Spannung und auch Intrigen, um die Spannung zu halten? Wo war es zu wenig?
  13. War das Ende zufriedenstellend und auch glaubwürdig?
  14. Wie sieht es mit der Grammatik aus? (Sofern Du hier helfen kannst, wenn nicht, ist das auch kein Problem.)
  15. Glaubst Du, dass der Schreibstil zum Genre passt? Wenn nicht, warum nicht?

Zu Frage 15 noch ein kleiner Hinweis. Man darf und sollte durchaus neue Wege gehen. Daher sei gerne offen, wenn Du es mit einem Schreibstil zu tun hast, den Du in dem Genre noch nie gelesen hast. Man darf auch gerne abseits der bekannten Wege mal laufen.

Sollte es aber eine sehr zuckersüße mit Blumen verzierte Sprache sein, aber Du hast es mit einem Thriller zu tun, dann denke ich, ist es in Ordnung darauf aufmerksam zu machen.

Abschlussgedanken

Auf beiden Seiten sollte eine Sache immer im Hinterkopf sein, die Person mit gegenüber ist ein Mensch. Und dieser Mensch hat Gefühle und möchte nicht unnötig verletzt werden.

Autor*innen sollten immer wissen, dass sich Betaleser*innen die größte Mühe geben. Aber sie sind nun einmal keine Profilektor*innen, sondern geben ihre persönliche Meinung wieder. Wenn sie mal ein wenig zu streng ausfällt, akzeptiere es, bitte aber gerne das nächste Mal, dass die Kritik durchaus offen und ehrlich sein darf. Aber Du musst Dich nicht runtermachen lassen.

Als Autor*in musst Du früher oder später lernen mit Kritik klarzukommen. Innerhalb der Betalesephase ist der beste Moment um das zu lernen. Daher nutze diese Möglichkeit, um nicht nur Deinen Roman zu verbessern, sondern auch Deine Fähigkeit mit negativen Meinungen umzugehen.

Und denk bitte immer daran, die Betaleser*innen machen diese Arbeit unentgeltlich. Daher ist es immer eine tolle Idee, dass Du Dir was einfallen lässt, um Dich bei ihnen dafür zu bedanken. Ein Freiexemplar ist das Mindeste, was Du ihnen geben solltest. Und natürlich ein Dankeschön im Buch, neben dem persönlichen Dankeschön.

Und ich danke Dir fürs lesen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Lektorat? Nein danke, das mache ich selbst

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

leider reicht es nicht aus, einfach nur einen Roman zu schreiben, und dann hat sich die Arbeit erledigt. Danach geht diese nämlich erst richtig los. Dabei hat jede Autorin und jeder Autor eine eigene Methode, wie sie oder er mit der Überarbeitung umgeht. Gerade dann, wenn Du für Dich entscheidest, kein Lektorat für Dich in Anspruch zu nehmen. Dann musst Du härter mit Deinem Text ins Gericht gehen, als wenn Du das jemand anderen überlässt.

Daher möchte ich den heutigen Beitrag in zwei Teile aufteilen. Im ersten Beitrag zeige ich Dir, in welchen Phasen Du Dein Romanprojekt einteilen kannst. Und im zweiten gebe ich Dir ein paar Tipps, wie Du den Text überarbeiten kannst.

Kurze Vorgedanken

Über kurz oder lang wirst Du Deine Methode finden, wie Du Deine Geschichten überarbeitest. Das ist ganz normal. Aber es könnte halt sein, dass Du noch gar keine Ideen hast, wie das theoretisch gehen könnte. Wie oft solltest Du Deinen Roman überarbeiten, bevor Du es an eine Lektorin schickst? Oder wann solltest Du fremde LeserInnen bitten, Dir zu helfen? Oder welche Schritte könntest Du vornehmen, bevor Du Deinen Text allein veröffentlichst?

Letztendlich musst Du das für Dich entscheiden. Aber trotzdem kommt hier mein Vorschlag.

Kurze Anmerkung noch, bevor es losgeht: Einige Phasen greifen nahtlos ineinander über. Du wirst sicherlich schon merken, wo Du diese gleichzeitig bearbeiten kannst, auch wenn ich sie hier (zur Übersicht) getrennt aufführe.

Und die Bezeichnungen der Alpha-, Beta- und Omega-Leser*Innen und ihre Erklärungen stammen von mir. Andere werden diese anders bezeichnen (meistens nur Betas) und sie anders definieren. Das ist in Ordnung, für mich werde ich die folgenden Erklärungen verwenden.

Deinen Roman schreiben (Deine erste Fassung)

Dazu muss ich sicherlich nicht viel schreiben. Ohne eine fertige Geschichte kannst Du nichts überarbeiten. Daher meine klare Empfehlung, schreib Deine Geschichte, und das so schnell, wie es Dir nur möglich ist.

Warum?

Eine der Gründe ist einfach, um Dich selbst zu überlisten. Denn je schneller Du die Geschichte geschrieben hast, desto eher bist Du noch geneigt, diese auch zu überarbeiten. Du fühlst Dich nicht von Deinem eigenen Roman gelangweilt, wenn Du über Wochen oder Monate daran arbeitest, einfach weil Du Deine Geschichte so gut kennst.

Angela Knight hatte in ihrem Buch „Passionate Ink“ noch einen sehr guten Hinweis geliefert, wie man garantiert niemals einen Roman veröffentlicht. Und ich muss mir eingestehen, dass ich diesen Fehler auch am Anfang gemacht habe. Der Fehler ist der, dass man einem Kapitel schreibt und diesen dann so lange überarbeitet, bis er scheinbar perfekt ist.

Dabei passiert eben das, was ich oben beschrieben habe. Dadurch wird die eigene Geschichte irgendwann langweilig und man möchte sich nicht mehr damit beschäftigen. Und was passiert? Man fängt einen neuen Roman an und macht dann den gleichen Fehler. Am Ende veröffentlicht man gar nichts.

Wenn Du also Deinen Roman fertig hast, geht es in die Runde der ersten Überarbeitung.

Deine erste Überarbeitung

Wenn Du Deine Geschichte geschrieben hast, geht es an die erste Überarbeitung. Das bedeutet, dass Du hier Deine Geschichte mit Hammer und Säge und Bohrmaschine gerade rückst. Sämtliche Plotlöcher sollen jetzt gestopft werden, unsinnige Sätze gestrichen und Dopplungen gelöscht werden. Es geht hierbei erst einmal darum, dass Du eine Fassung hast, über die Du glücklich bist und zu Dir sagen kannst, ja, das gefällt mir.

Das bedeutet nicht, dass Dein Text perfekt ist. Aber Du kommst diesem durchaus näher. Denn mit dieser Version hast Du dann eine Grundlage, mit der Du arbeiten kannst, um sie auch anderen zu geben.

Meine Empfehlung für die zweite Fassung ist ganz klar, halte Dich an der Geschichte auf, nicht an anderen Dingen wie der Rechtschreibung oder der Recherche. Das alles ist wichtig, keine Frage, aber nicht jetzt. Wenn Du merkst, dass Du noch etwas recherchieren musst, notiere es Dir an der entsprechenden Stelle in einer sehr auffälligen Farbe. Und dann mach weiter.

Es geht hierbei darum, dass Du mit der zweiten Fassung fertig wirst. Hierbei kannst Du Dir auch ein wenig Zeit lassen, sodass Du am Ende wirklich eine Geschichte hast, die nur noch den letzten Feinschliff braucht.

Deine zweite Überarbeitung

Wenn Du dann die erste Überarbeitung fertig hast, geht es darum, dass Du Dich nun um kleinere Details kümmerst. Also, welche Fragen sind noch offen, was musst Du noch recherchieren und was will noch eingefügt werden.

Falls Du Dich um eine schwierige Szene gedrückt hast, ist jetzt die Zeit. Entweder Du schmeißt die Szene komplett raus oder schreibst sie endlich. Jetzt ist keine Zeit mehr, sich davor zu drücken. Deine Geschichte will erzählt werden, also, erzähl sie.

Jetzt ist es auch Zeit, dass Du Dich um Deine Rechtschreibung kümmerst (so gut es Dir persönlich möglich ist) oder auch um Füllwörter. Schau nach, welche Formulierung Dir gefällt und schreib den Text so, dass Du am Ende damit zufrieden bist. Hier geht es als um den Text.

Such auch nach Schwächen im Text. Wo benutzt Du zu viele passive Formulierungen, die nicht passen. Oder wo könntest Du Infodump rausschmeißen. Tu an dieser Stelle so, als würdest Du den Text so überarbeiten wollen, dass Du ihn veröffentlichen könntest. Dass es dem nicht so ist, ist eine andere Sache.

Deine Alpha-Leser*Innen

Jetzt musst Du ganz mutig sein. Und zwar richtig. Denn nun wird es Zeit, dass Du Dir einige Leser*Innen suchst (sofern Du es nicht bereits getan hast), denen Du auch Dein Manuskript zusendest. Wie viele es sind, das ist Dir selbst überlassen. Meine Empfehlung ist, mindestens drei Personen bzw. eine ungerade Zahl.

Der Grund ist einfach. Wenn eine Person sagt, dass ihr eine Szene gefällt und die andere hingegen, dass diese rausgeschmissen werden soll, kann die dritte Person letztendlich die Entscheidung herbeiführen. Ist die Szene gut oder nicht? Wenn Dir die Szene gefällt und zwei Personen sie ebenfalls mögen, hast Du eine entsprechende emotionale Rückendeckung.

Das bedeutet nicht, dass die dritte Person unrecht hat. Ihr gefällt die Szene nicht. Damit musst Du rechnen. Lies Dir ihre Argumente durch, warum sie die Szene nicht mag und überleg, was Du davon übernehmen willst oder nicht.

Eines solltest Du immer bedenken. Es ist Deine Geschichte, also entscheidest auch letztendlich Du, was Du von den Kritiken übernimmst und was nicht.

Deine dritte Überarbeitung

In der dritten Überarbeitung arbeitest Du dann die Punkte, welche Deine Alpha-Leser*Innen Dir mitgeteilt haben (und Du für gut befunden hast) in Dein Manuskript ein. Beide Punkte können durchaus parallel laufen, sodass Du nicht zu viel Zeit verlierst.

Und zudem kannst Du Dich auch jetzt schon auf die Suche nach Deiner Lektorin machen (vorausgesetzt natürlich, dass Du eine haben möchtest). Frag ruhig in den sozialen Medien nach, wer da so infrage kommt. Such dann die Internetseiten heraus und schau sie Dir an. Gefällt Dir deren Auftritt und was sagt Dein Bauchgefühl?

Da Du einer wildfremden Person Deine Geschichte anvertraust, sollte natürlich ein gewisses Vertrauen da sein. Daher entscheide Dich nicht zu schnell für jemanden, mit der oder dem Du am Ende vielleicht noch nicht einmal glücklich wirst.

Gegebenenfalls vertrau der Person einige Seiten für ein Probelektorat an. Wenn Kosten auf Dich zukommen, ich würd Dir empfehlen, diese zu tragen. Lieber vorher ein wenig Geld ausgeben, als am Ende viel zu verlieren und ein halb gares Etwas in den Händen halten, dass man nicht ein lektoriertes Manuskript bezeichnen kann.

Dein Lektorat – Optional
(gilt nur dann, wenn Du eines haben möchtest, ich führe es hier vollständigerweise auf)

Dann ist es so weit. Du hast Dich hoffentlich für eine Lektorin entschieden und die Angelegenheit mit dem Preis und der Zahlung ist auch geklärt. Dann schick ihr nun Dein geliebtes Manuskript zu. Je nachdem, was ihr ausgemacht habt, dauert es nun natürlich seine Zeit, bis Du Dein Manuskript zurückbekommst.

In der Zwischenzeit würde ich Dir nicht empfehlen, an Dein Manuskript weiterzuarbeiten. Akzeptiere, dass Du jetzt keine Kontrolle mehr darüber hast. Jetzt ist jemand anderes dran und wird Dir hoffentlich zeigen, was Du nun besser machen kannst.

Eventuell wäre jetzt der beste Zeitpunkt, um am nächsten Manuskript zu arbeiten. Sei es am Plot oder das Du den Roman schreibst. Oder Du machst ein paar Tage Urlaub. Was auch immer, genieß die Zeit, so gut es Dir eben möglich ist.

Deine vierte Überarbeitung

Wenn Du das Ergebnis Deiner Lektorin zurückbekommst, kann es sein, dass Du sehr viel Buntes siehst. Das habe ich schon öfters von Autor*Innen gelesen, dass sie dann vor lauter Schreck erst einmal die Datei zugemacht haben. Und auch als mein Probelektorat zurückkam, musste ich schlucken. Denn so gut wie überall war irgendetwas markiert und eine Notiz hinterlassen.

Das ist durchaus verständlich. Denn wir sehen Lektor*innen als Profis an, die wissen, was sie tun (oder es zumindest sollten). Und dann kommt genau solch eine Person daher und sagt uns, was an unserem eigentlich doch so genialen Werk nun auf einmal nicht ganz so perfekt ist. Das kann erst einmal wehtun.

Wenn Du den ersten Schrecken überstanden hast, schau Dir die Kommentare in aller Ruhe an. Viele Lektor*innen schreiben nicht nur auf, was sie schlecht fanden, sondern auch, was sie als gut empfunden haben. Daher lies Dir die ersten Kommentare durch und arbeite die ein, welche Dir zusagen. Alle anderen kannst Du dann einfach ignorieren.

Denk daran, es ist Dein Buch. Und Du entscheidest, wie sich Deine Geschichte ändert. Hör ruhig auf Dein*e Lektor*in, aber auch auf Dein Gefühl. Zu dritt werdet ihr aus der Geschichte das Beste herausholen.

Deine Beta-Leser*innen

Wenn Du es geschafft und alle Anmerkungen eingearbeitet hast, dann kannst Du Dich beglückwünschen. Denn der Löwinnenanteil an der Arbeit ist jetzt erledigt. Trotzdem würde ich selbst jetzt noch zu den Betaleser*innen greifen.

Sie machen noch einmal die Arbeit der Alphaleser*innen. Da aber das Buch mindestens zwei Profidurchgänge hinter sich hat (den der Alphaleser*innen und eben den der*s Lektor*in), sollte es hier nun um einiges schneller gehen.

Deine Betaleser*innen sollen im Grunde genommen auf zwei Dinge achten:

  1. Ist nun der Roman sauber überarbeitet, und zwar so, dass sie den auch lesen würden, wenn er nicht von Dir ist (also in einer Buchhandlung stehen würde)?
    Wenn nicht, was soll, derer Meinung nach, noch geändert werden? Oder wo hapert es noch?
  2. Idealerweise ist mindestens eine Person dabei, die absolut sicher in der deutschen Rechtschreibung ist und nun so gut wie alle Fehler auslöscht, die sich noch eingeschlichen haben.
    Zwar korrigiert ein*e Lektor*in durchaus Rechtschreibfehler. Aber häufig ignoriert sie*r diese auch, da es sich hierbei um Extrakosten handelt. Und wenn Du sie nicht bezahlt hast, sollte das jemand anderes übernehmen. Zudem gibt es noch das Problem der Betriebsblindheit. Irgendwann sieht man die Fehler einfach nicht mehr und dann rutschen sie durch.

Deine Betaleser*innen können sehr gerne die Gleichen sein, wie Deine Alphaleser*innen. Die kennst Du letztendlich schon und weißt, wie sie arbeiten. Solltest Du andere wollen, dann kümmere Dich rechtzeitig darum, dass Du da jemanden findest. Vielleicht schon dann, wenn Dein Roman im Lektorat ist.

Deine fünfte Überarbeitung

Immer dann, wenn Du etwas von Deinen Betaleser*innen zurückbekommst, arbeitest Du die Rückmeldungen (gerade die Korrekturen zu Rechtschreibfehlern) in Dein Manuskript ein.

Meine Empfehlung ist, während Du über die Meinung Deiner Betaleser*innen gerne diskutieren kannst, gilt dies nicht für die Korrektur der Rechtschreibfehler. Wenn Du Dir sicher bist, dass Dein*e Leser*innen davon Ahnung haben, vertrau ihnen und korrigiere Deinen Text. Denn Leser*innen können sehr grausam sein, wenn sie auch nur einen Rechtschreibfehler finden. Daher ist es besser, wenn Du Dich darum besonders kümmerst.

Dein Korrektorat

Wenn Du kein Lektorat möchtest, ist das in Ordnung. Meine Empfehlung ist aber, dass Du niemals auf ein Korrektorat verzichten solltest. Das bedeutet, dass Du jemanden dafür bezahlst. Deine Betaleserin kann da eine Expertin drin sein, aber eine Korrektorin kümmert sich nicht nur darum.

Sie schaut sich auch noch einmal den Satzbau an und versucht noch einmal das Beste aus Deinem Text herauszukitzeln, sodass Du den perfekten Text am Ende bekommst. Solltest Du eine*n hervorragende*n Betaleser*in haben, dann kannst Du Dir überlegen diesen Punkt zu überspringen. Aber gerade bei der Erstveröffentlichung würde ich Dir schon empfehlen, zumindest darüber nachzudenken. Denn es heißt nicht umsonst, der erste Eindruck zählt.

Deine sechste Überarbeitung

Hier geht es wieder darum, dass alle Änderungsvorschläge Deines Korrektorats einzuarbeiten. Im Idealfall waren das nicht viele, geh aber hier gerne gewissenhaft vor und schau, was für Änderungen sie*r Dir vorgeschlagen hat. Und dann sieh weiter, was Du davon übernehmen willst.

Wie geschrieben, bei Rechtschreibfehlern würde ich keine Kompromisse machen, bei dem Satzbau können wir gerne darüber diskutieren.

Deine Omega-Leser*innen

Die Bezeichnung Omegaleser*in stammt von mir und ich sehe sie als die letzten Leser*innen, welche mein Werk dann noch einmal in die Hand bekommen. Sie sollen noch einmal drüber schauen, ob wirklich alles in Ordnung ist oder sich der eine letzte Rechtschreibfehler eingeschlichen hat. Oder was auch immer sein könnte, dass am Ende quer im Lesefluss liegt.

Meine Empfehlung ist, dass es Personen sind, die zuvor noch nie Dein Werk in den Händen gehalten haben. Die sind frisch, unvoreingenommen und kennen die vorherigen Fassungen nicht. Sie sollen einfach nur lesen, wie gut das Buch ist und ob Du es danach veröffentlichen kannst.

Deine letzte Fassung

Jetzt lies noch einmal selbst über Deine Geschichte und schau nach, ob sie Dir wirklich gefällt oder Du noch den einen oder anderen Satz ändern möchtest. Setz Dir hier eine Deadline, damit Du es nicht übertreibst. Sorg dafür, dass Du vielleicht maximal eine Woche daran arbeitest und danach wird Deine Geschichte veröffentlicht. Ende der Diskussion ?

Tipps für die Überarbeitung

Es gibt einige Tipps, wie Du Dein Text überarbeiten kannst, damit es am Ende so professionell aussieht, dass man zumindest meinen mag, es habe ein Lektorat gesehen. Wichtig ist, sei kritisch gegenüber Dein Text. Du darfst es lieben, aber das bedeutet, dass Du notfalls alles streichen musst, was Deinem Text nicht guttut. Auch wenn es toll klingt.

Legen wir also los.

Dateiformatierung

Ob Du das als Erstes macht oder als Letztes, ist egal. Wichtig ist, dass die Datei Veröffentlichungsreif gemacht wird. Das gilt für den Abstand, Schrifttyp und so weiter. Informier Dich zum Thema Normseite und richte Deine Datei entsprechend ein.

Starker Anfang

Bisher habe ich einige Texte gegenlesen dürfen. Und mir ist aufgefallen, dass einige einen Fehler haben. Und zwar, dass sie mit sehr viel Infodump starten. Das bremst Dein Text völlig aus. Und aus der Sicht einer Leserin kann ich Dir garantieren, dass ich nicht weitergelesen hätte, wenn ich nicht darum gebeten wurde. Bei dem einen oder anderen Text hab ich mich sogar gequält weiterzulesen. Nur, um dann positiv überrascht zu werden.

Natürlich ist es wichtig, dass jede Seite stark ist. Jeder Satz sollte die Geschichte weiterbringen und jeder Dialog gut sein. Aber gerade am Anfang finde ich persönlich wichtig, dass man Spaß hat, weiterzulesen. Wenn aber immer und immer und immer und immer wieder irgendwelche Erklärtexte eingebaut werden, warum sollte ich weiterlesen?

Versuch das zu meiden. Kenne ich die Charaktere, bin ich selbst gegenüber Erklärtexten gnädiger eingestimmt.

Zeigen oder beschreiben (Show vs tell)

Sicherlich kennst Du das Schlagwort Show Don’t Tell. Das bedeutet, dass Du alles zeigen sollst, was Deine Charaktere erleben und nicht erklären. Er fühlte sich schlecht, wäre ein tell. Dass er sich gerade übergeben hat, zeigt, dass es ihm schlecht geht. Um ein Beispiel zu nennen.

Jedoch kann man nicht immer alles zeigen. Wenn Deine Figuren zehn Jahre lang durch das All gereist sind und nichts erlebt haben, ist hier ein Tell durchaus angebracht. Erklär mir in einem Absatz oder, von mir aus, in einem Kapitel, was in den zehn Jahren passierte. Und dann geht es mit der Geschichte weiter. Hier ein Show anzubieten, wäre Wahnsinn.

Überprüf also genau, wo Du mir als Leserin etwas zeigen kannst und wo Du doch nur beschreiben solltest. Und dann ändere diese Textstellen in Deinem Manuskript.

Laut vorlesen

Während ein Text im Kopf logisch klingt, kann es anders sein, wenn Du es laut vorliest. Da kann sich ein vermeintlich toller Satz auf einmal ziemlich schräg anhören. Daher lies Deinen Text ruhig laut vor und überprüf, wie sich dieser anhört.

Kleine Alternative für Technikfreaks: Es gibt dafür auch Programme. Du fügst Deinen Text ein und dann liest eine vorher festgelegte Stimme (meistens bei kostenfreien Programmen) oder eine ausgewählte Stimme (bei kostenpflichtigen Programme) den Text vor. Dann kannst Du Dich auf die Überarbeitung konzentrieren und jemand anderes macht für Dich die Arbeit.

Wenn Du Dich dafür interessierst, dann kann ich Dir nur eine Suche bei diversen Onlinehändlern oder Deiner Lieblingssuchemaschine empfehlen. Es gibt da wirklich sehr viel zur Auswahl.

Sagen oder nicht sagen?

Wie leitet man ein Dialog ein oder beendet diesen? Darüber scheiden sich die Geister. Darf man sagen benutzen? Oder ist das zu viel? Sollte man Abwechslungen einbauen oder soll man das flüstern, das betteln oder was auch immer herauslesen?

Du wirst hier auf verschiedene Meinungen stoßen. Die einen sind der Meinung, dass sagen völlig ausreicht. Die anderen hingegen nicht. Schau genau hin, was Dir zusagt und wozu Du stehst. Und dann ändere das in Deiner Geschichte.

Vorsicht bei den Beschreibungen

Man kann Beschreibungen untertreiben, indem man nichts beschreibt. Das ist definitiv nicht gut. Man kann es auch übertreiben, indem man jedes Staubkorn erwähnt. Besonders dann, wenn dieses Staubkorn keine relevante Bedeutung für die Geschichte hat. Überprüf also genau, welche Beschreibungen Du in Deiner Geschichte hast und überarbeite sie gegebenenfalls noch einmal.

Vorsicht: Adverb!

Adverben ist ein Thema für sich. Die einen verwenden sie zu oft und die anderen wissen noch nicht einmal genau, was das ist. Daher meine Empfehlung, informier Dich, was Adverben sind (und ja, das meine ich ernst), wenn Du nicht weißt, was das ist. Und dann überprüf Deinen Text daraufhin, diese zu löschen und durch stärkere Wörter auszutauschen.

Aktiv vs. passiv

Wenn jemand beißt oder gebissen wird, da ist ein gewaltiger Unterschied. Achte daher darauf, dass Du dann immer aktive Sätze und Beschreibungen einbaust, wo es notwendig ist. Es kann ja auch sein, dass man ein passiver Satzbau wichtig ist, um zu zeigen, dass der Charakter eben nicht aktiv ist. Da ist es in Ordnung. Ansonsten sind aktive Sätze immer ein Gewinn für Deine Geschichte.

Die liebe Rechtschreibung

Natürlich ist es wichtig, sich mit der Rechtschreibung auseinanderzusetzen. Wenn Du nicht zu den Rechtschreibkönig*innen gehörst, dann ist hier Hilfe notwendig. Es gibt Programme, die Du dafür benutzen kannst. Notfalls kauf sie Dir und arbeite mit denen. Hier ist es auch wichtig, dass andere darüber schauen, die sicherer in der Rechtschreibung sind.

Über den Geschmack einer Geschichte kann man streiten und wird auch häufig gestritten. Aber noch nie habe ich von jemanden gelesen, dass sie*r sich über Rechtschreibfehler gefreut hat. Da kommst Du also nicht drum herum, Dich damit zu beschäftigen.

Arbeite mit Menschen zusammen, denen Du vertrauen kannst

Damit meine ich nicht nur, dass sie Dir nicht Deine Geschichte klauen. Sondern, dass sie Dich respektieren und Dein bestes wollen. Von einigen habe ich schon gehört, dass ihre Schreibfreundschaften sie solange manipulieren wollten, bis sie deren Geschichte schreiben sollten. Das ist nie gut. Es ist Deine Geschichte und nicht deren.

Such Dir Autor*innen, mit denen Du darüber reden kannst. Und idealerweise könnte ihr euch auch austauschen.

Wo bleiben die Inhalte?

Wo bleiben die Figuren? Der Plot? Und diese Dinge? Natürlich kannst und sollst Du auch diese Punkte überarbeiten. Schau genau hin, handeln Deine Figuren durchgehend einheitlich? Ist jeder rote Faden abgeschlossen? Das alles gehört ebenfalls zu der Überarbeitung einer Geschichte.

Abschlussgedanken

Niemand hat behauptet, dass die Überarbeitung eines Manuskripts einfach ist. Du musst Dich dahinter setzen und hart daran arbeiten. Aber auf alle Fälle lohnt es sich, weil Du am Ende ein Ergebnis in den Händen hältst. Und hoffentlich auch eines, worauf Du stolz sein kannst.

In dem Sinne, viel Erfolg bei Deiner Überarbeitung und alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Auf der Suche nach einem Lektorat

Hei, hallo und herzlich willkommen,

gehen wir davon aus, dass Du ein Lektorat für Dich in Anspruch nehmen möchtest. Da stellen sich mir zwei Fragen. Wie finde ich ein*e Lektor*in und wie finanziere ich das überhaupt? Denn ein Lektorat für einen Text um die 250 Seiten kann durchaus um die 1.000 € kosten. Und seien wir mal ehrlich, das ist nicht gerade wenig.

Kurze Vorgedanken

Alle reden darüber und doch stellt sich am Ende die Frage, wie komme ich an mein*e Lektor*in heran? Einige Autor*innen scheinen ihre Lektor*in zu haben und schwören auf diese. Andere hingegen wechseln diese, wie unsereins ihre Unterhose. Und natürlich gibt es noch die Leute, die für sich ein Lektorat ablehnen. Diese bekommen noch einen eigenen Beitrag. Aber heute möchte ich mit Dir darüber reden, wie Du ein*e Lektor*in findest. Und vor allem, wie Du das Ganze theoretisch finanzieren könntest.

Die Suche

Der Verband

Beim Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren findest Du viele Informationen rund um das Lektorat, Kosten und einiges mehr. Und natürlich auch eine Datenbank, bei der Du nach Deiner*m Lektor*in suchen kannst. Im Grunde genommen kann man davon ausgehen, wer dort gelistet ist, sollte eine gewisse Qualität mit sich bringen.

Schau Dich dort um und dann natürlich auf den Seiten der Lektor*innen. Wenn Dich jemand besonders anspricht, könnte das was bedeuten.

Internetrecherche

Du kannst auch Deine Lieblingssuchmaschine auf machen und nach Lektor*innen suchen. Dort wirst Du dann die Internetseiten finden, welche Du Dir anschauen kannst. Meine Empfehlung ist ganz klar, schau Dir die Referenzen an.

Vor einiger Zeit hab ich eine Lektorin gefunden, die zwar hochgelobt wurde, aber scheinbar bisher nur ein einziges Buch lektoriert hatte. Inwiefern dies gute Werbung ist, sei dahingestellt. Mich hat das eher abgeschreckt, wenn ich ehrlich sein darf. Natürlich fängen wir alle mal klein an, das will ich nicht in Abrede stellen. Aber wenn ich mich als Lektorin positionieren möchte, sollte ich idealerweise im Vorfeld schon einige Bücher bearbeitet haben. Und die alle gehören dann auf meine Referenzseite.

Wenn genügend Referenzen vorhanden sind, schau Dir die Bücher bei den Onlinehändlern an. Werden sie gut besprochen oder beschwert man sich über das Lektorat? Hast Du an jemand besonders viel Interesse, lohnt es sich durchaus ein Buch zu kaufen und es zu lesen. Du könntest auch die*en Autor*in anschreiben und fragen, wie die Zusammenarbeit war.

Bleib bei Deinen Anfragen immer höflich, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Du auch eine Antwort bekommst.

Blick ins Buch

Wir haben sie alle, unsere Lieblingsbücher. Und die meisten hatten ein Lektorat. Gerade dann, wenn sie in einem Verlag veröffentlicht wurden. Da hast Du meistens keine Möglichkeit Dich dagegen zu wehren.

Im Impressumsteil findest Du dann die wichtigen Daten. Wer hat das Cover erstellt, wer das Korrektorat und eben, wer das Lektorat. Ein Blick in ein Verlagsbuch lohnt sich übrigens auch. Denn viele Lektor*innen arbeiten freiberuflich, auch für Verlage. Hat Dir ein Buch besonders gut gefallen, schau nach, wer das Lektorat übernommen hat.

Nein, ein gutes Buch ist nicht immer der Verdienst eines Lektorats. Darüber müssen wir nicht diskutieren. Wenn die Vorlage schlecht ist, dann kann auch das beste Lektorat der Welt dieses Werk nicht mehr retten. Aber es ist durchaus wahrscheinlich, dass das Lektorat die Geschichte noch einmal verbessert hat. Und daher lohnt es sich, mit dieser Person dahinter einmal auseinanderzusetzen.

Such nach der Internetseite und ob diese Person auch mit Dir arbeiten möchte. Denn eins sei Dir versichert, nicht alle Lektor*innen werden mit Dir als Selfpublisher*in zusammenarbeiten. Leider finde ich den Beitrag nicht mehr, aber vor einigen Jahren hatte sich eine Lektorin negativ über die SP-Szene geäußert. Ihr Fazit, sie möchte nie wieder mit Autor*innen aus diesem Bereich zusammenarbeiten. Aber dies ist mir nur ein einziges Mal untergekommen.

Eventuell ergibt sich aber auch hier eine tolle Zusammenarbeit.

Empfehlungen

Als ich nach einer*m Lektor*in gesucht habe, hab ich einfach bei Twitter nach Empfehlungen gefragt. Dazu hab ich die Genres erwähnt, über die ich schreibe und dann einfach gewartet. In der Tat kamen einige Empfehlungen, an die ich nicht gedacht habe oder die ich so nicht entdeckt hätte.

Über diese Empfehlungen kannst Du Dir die Internetseiten anschauen und dann sehen, ob ihr theoretisch zusammenarbeiten könntet. Auch hier gilt, schau Dir ruhig die Referenzen an. Es müssen nicht viele sein, aber aussagekräftig schon. Und dann kannst Du die nächste Stufe angehen.

Die Auswahl

Wenn Du eine*n Lektor*in für Dich ausgesucht hast, oder auch mehrere, empfehle ich Dir dringlichst, ein Probelektorat zu machen.

Was ist ein Problektorat?

Meistens schickst Du die ersten drei Normseiten Deines Projektes an die Person oder Personen und bekommst diese lektoriert zurück. Mit dem Problektorat sollst Du sehen, ob ihr Beide zusammenarbeiten könnt. Das bedeutet, Du kannst schauen, ob Dir die Arbeit gefällt. Und Dein*e Lektor*in kann ebenfalls entscheiden, ob sie*er mit Dir zusammenarbeiten möchte.

Denn ja, auch ein*e Lektor*in kann sich gegen eine Zusammenarbeit entscheiden.

(Mögliche) Kosten

Bei einigen Lektor*innen ist das Probelektorat kostenfrei. Andere hingegen verlangen eine kleine Gebühr. Wenn Du eine Gebühr bezahlen sollst, kann ich sie Dir nur empfehlen. Lieber im Vorfeld zehn oder fünfzehn Euro für drei Seiten bezahlen, als dass Du die falsche Wahl triffst. Denn ich hab durchaus einige Horrorgeschichten zum Thema Lektorat gehört und gelesen, da möchte ich lieber im Vorfeld wissen, mit wem ich es zu tun habe.

Natürlich könnte man sich das Geld auch sparen. Aber lieber jetzt bezahlen, als später drauf zahlen.

Die Wahl

Wenn Dir das Problektorat zusagt und Dein*e Lektor*in klar mitteilt, dass sie*er mit Dir zusammenarbeiten möchte, bist Du am Zug. Willst Du oder willst Du nicht? Gerade, wenn Du mehrere Anfragen versendet hast, ist es wichtig, irgendwann eine klare Entscheidung zu treffen. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn Du eine Absage versendest. Immerhin könnte es ja sein, dass Du mit einer anderen Person zukünftig zusammenarbeiten möchtest.

Daher empfehle ich Dir, die Sache nicht im Sand verlaufen zu lassen. Schreib eine kleine Dankesmail und eben die Absage. Und wenn Du möchtest, dass Du gerne eventuell zukünftig mit der Person zusammenarbeiten möchtest.

Absprachen

Du hast Dich für ein Lektorat entschieden? Herzlichen Glückwunsch! Damit hast Du den wichtigsten Schritt schon getan. Jetzt heißt es, sofern Du es noch nicht getan hast, schreib nun Deine Geschichte zu Ende und überarbeite sie selbst. Eventuell mit Deinen Alphaleser*innen.

Wenn das soweit ist, solltet ihr beide im Vorfeld klären, was das Lektorat beinhaltet.

Kosten

Wie viel kostet Dich das komplette Lektorat? Lass Dir eine konkrete Summe für jede Normseite nennen und dann für das komplette Werk. Natürlich könntest Du es Dir ausrechnen. Aber wenn Du nicht weißt, wie halbe Seiten (also die Seiten am Ende eines Kapitels) berechnet werden, kannst Du keine exakte Aussage machen. Notfalls frag nach, wie diese Seiten berechnet werden.

Durchgänge

Normalerweise bekommst Du pro Lektorat zwei Durchgänge. Im ersten Durchgang wird Dir genau aufgezeigt, was Du besser machen kannst und was okay ist. Das Wichtige sollte Dir aber immer bewusst sein, es ist Deine Geschichte. Lass Dir also niemals irgendeine Meinung aufzwingen. Wenn Du etwas übernehmen möchtest, ist das genauso in Ordnung, wie, wenn Du es nicht tun möchtest.

Sollte Dein*e Lektor*in Dich zu einer Übernahme zwingen, überleg Dir genau, ob dann eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gegeben ist. Notfalls frag andere Autor*innen, wie sie einen solchen Fall betrachten.

Im ersten Durchgang werden alle Schnitzer ausgeräumt und beseitigt. Im zweiten Durchgang wird dann noch einmal geschaut, ob da noch irgendwelche logischen Fehler bestehen. Auf die werden dann noch einmal hingewiesen. Wenn das erledigt ist, ist auch die Zusammenarbeit erledigt.

Abweichungen können zwischen euch beiden immer besprochen werden. Aber auf zwei Durchgänge würde ich schon einen gewissen Blick werfen.

Rechtschreibfehler

Wenn sich Dein*e Lektor*in intensiv mit Deinem Text befasst, wird sie*er irgendwann blind. Da können kleine Schnitzer übersehen werden, einfach, weil man sie nicht mehr sieht. Im Idealfall werden diese korrigiert. Aber das ist nicht die Aufgabe des Lektorats. Daher erwarte nicht, dass diese behoben werden.

Zahlweise

Normalerweise wird Summe X innerhalb von Zeitraum Y überwiesen und damit hat es sich. Aber wenn Du offen und ehrlich mit Deiner*m Lektor*in sprichst, dann sind sicherlich auch Abweichungen möglich. Eventuell kannst Du ein Prepaidlektorat in Anspruch nehmen. Du überweist also eine gewisse Summe und Dein*e Lektor*in überarbeitet so lange den Text, bis das Geld aufgebraucht ist. Und dann wartet sie*er so lange, bis dass nächste Geld unterwegs ist.

Oder Du fragst nach einer Ratenzahlung. Wenn Du die Gesamtsumme kennst, kannst Du jeden Monat eine Summe X überweisen. Wie hoch sie ist, das müsst ihr besprechen. Eventuell sollst Du vor dem Beginn des Lektorats zahlen oder kannst es auch danach machen.

Egal wie ihr vorgeht, sprecht offen und ehrlich miteinander, wenn Du Dir die Summe nicht auf einmal leisten kannst. Meine Vermutung ist, dass die meisten mit sich reden lassen. Gerade dann, wenn es Dein Erstlingswerk ist.

Die Finanzierung

Sagen wir, dass Dein Lektorat 1.000 € kostet. Das ist eine beträchtliche Summe. In der Vergangenheit hatte ich Arbeitsverträge mit einem Monatslohn, die deutlich darunter lagen (bei einer Vollzeitstelle wohlgemerkt). Jetzt stellt sich die Frage, wie an so viel Geld kommen?

Sparen

Mit dem Beginn des Schreibens an Deinem Roman kannst Du sofort anfangen zu sparen. Überleg Dir, was Du für Kosten haben könntest. Probier dieses Tool aus und Du wirst eine grobe Summe am Ende haben. Zwar ist das eine sehr grobe Rechnung. Aber rechne noch ein paar Hundert Euro rauf und Du hast eine realistische Summe.

Wenn Du mit dem Bullet Journal arbeitest, wirst Du viele Tracker finden, die sich um das Sparen von Geld drehen. Innerhalb eines Jahres ist es theoretisch möglich, eine vierstellige Summe zu sparen. Und für den Anfang ist das ausreichend.

Ratenzahlung / Prepaidzahlung

Das habe ich schon oben bei Zahlweise erwähnt. Daher gehe ich nicht noch einmal darauf ein.

Crowdfunding

Bei einem Crowdfunding bittest Du fremde Personen, Dir Geld zu leihen, damit Du Deine Projekte umsetzen kannst. Dafür musst Du den Leuten aber etwas geben. Meine Empfehlung ist, dass Du Dich genau darüber informierst. Wer hat das schon gemacht, wie war der Erfolg und was solltest Du dafür als Gegenleistung anbieten.

Häufig musst Du noch nicht einmal das fertige Buch als Gegenleistung anbieten, sondern eine andere kreative Leistung. Aber da ich selbst damit (noch) keine Erfahrungen habe, kann ich Dir dazu nicht viel sagen. Aber es gibt einige Autor*innen, die das schon gemacht haben. Recherchiere danach und frag freundlich bei diesen nach. Die können Dir sicherlich besser weiterhelfen.

Probleme

Ab und an könnte es auch dazu kommen, dass es Probleme gibt. Dein*e Lektor*in hält sich nicht an die Absprachen oder will Dir ihren*seinen Willen aufzwingen. Denk erst einmal daran, dass es auch nur Menschen sind. Mit anderen Worten, sie handeln daher auch menschlich. Das ist nicht immer gut, aber dadurch erst einmal nachvollziehbar.

Wenn es zu Problemen kommt, dann frag ruhig bei anderen Autor*innen nach, wie sie damit umgehen würden. In erster Linie, wenn ihr einen Vertrag habt (dazu reicht auch eine E-Mail, denn in Deutschland herrscht Vertragsfreiheit), hat Dein*e Lektor*in diesen zu erfüllen. Sollte sie*er sich weigern, nicht bezahlen und ein*e neue Lektor*in suchen.

Solltest Du bereits bezahlt haben, ist es manchmal notwendig juristische Hilfe zu holen. Aber erst einmal gilt, redet miteinander. Manchmal liegt es an der (fehlenden) Kommunikation, dass es zu Problemen kommt. Und wenn das nicht hilft, Hilfe suchen.

Abschlussgedanken

Es ist nicht ganz so einfach, sich ein*e Lektor*in zu suchen. Denn es gibt durchaus einiges zu beachten. Und ob es sich für Dich (finanziell) lohnt, musst Du selbst entscheiden. Damit meine ich, ob Du die Kosten für das Lektorat wieder hereinbekommst. Die einen werden sagen, ja, es lohnt sich, egal wie. Die anderen werden argumentieren, dass es dem nicht so ist.

Bedenke dabei bitte immer eines, es ist Deine Entscheidung. Niemand kann sie Dir abnehmen. Aber nach diesem Beitrag hast Du einige Dinge gelesen, auf die Du achten solltest. Den Rest wirst Du dann selbst herausfinden. Learning by doing wie es doch so schön heißt.

Und dabei wünsche ich Dir viele tolle Erfahrungen und Ergebnisse.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Lektorat: Ja oder Nein

Märzbeiträge

Hei, hallo und herzlich willkommen,

jede Geschichte braucht ein Lektorat, bevor man diese veröffentlicht. Gerade dann, wenn man nicht in einem Verlag veröffentlicht und daher das Lektorat quasi gratis dazu bekommt. Zumindest hieß das bisher so. Doch stimmt das? Darüber möchte ich heute mit Dir diskutieren. Wobei ich vorab erwähnen möchte, dass der Beitrag sehr subjektiv ist.

Eine kurze Definition: Was ist ein Lektorat?

Um zu klären, ob man ein Lektorat braucht, möchte ich erst einmal kurz erklären, was das überhaupt ist. Ein Lektorat ist eine Überarbeitung Deiner Geschichte. Dazu gehören zum Beispiel Plotlöcher, Fehler in den Charakteren und weitere Schwächen. Es kann auch sein, dass Dir empfohlen wird etwas früher zu erwähnen oder später. Oder es wird ein ganzer Kapitel umgestellt und so weiter.

Idealerweise ist am Ende Deine Geschichte besser als vorher. Denn irgendwann sehen wir nicht mehr die Schwächen unserer eigenen Geschichte und denken, dass alles, was wir geschrieben haben, sinnig und gut ist (mehr oder weniger). Daher ist es gut, wenn eine neutrale Person drauf schaut und Dir sagt, wo man es doch besser machen kann. Dafür benötigst Du eine Lektorin und durchaus ein wenig mehr Geld. Denn ein Lektorat kann durchaus zwischen fünfhundert und tausend Euro kosten. Rechne mit einem durchschnittlichen Preis von 5 Euro pro Normseite.

Ein Korrektorat wird im Lektorat nicht vorgenommen. Viele sind zwar nett und weisen Dich auf Rechtschreibfehler hin, aber das ist nicht deren Aufgabe.

Ein Korrektorat hat nämlich nichts mit einem Lektorat zu tun. Hier wird noch einmal über Rechtschreibfehler, Satzbau und Ähnliches drüber geschaut. Manchmal wird Dir auch empfohlen, einen Satz anders zu schreiben, um eine bessere Wirkung zu bekommen. Aber auf den Inhalt wird da nicht eingegangen. Außer Du hast jemand ganz liebes und weißt Dich auf Fehler hin. Das liegt aber dann an der Person.

Welche Ausbildung hat eine Lektorin?

Um eine Lektorin zu werden, musst man weder studiert oder eine Ausbildung absolviert haben. Denn Lektorat bzw. Lektorin ist kein geschützter Begriff. Das bedeutet, dass sich jede und jeder sofort Lektorin bzw. Lektor nennen kann, wer dazu Lust hat. Ja, auch Du darfst das, wenn Du willst. Das ist aber auch eine Sache, was bei vielen negativ aufstößt.

Idealerweise weiß aber eine Lektorin, was zu tun ist. Das bedeutet, dass sie etwas Literarisches studiert hat, zum Beispiel Germanistik. Und zudem sollte sie auch eine Menge lesen, und wenn es ganz gut kommt, dann schreibt sie auch selbst Geschichten. Damit kennt sie die Grundlagen eines Romans besser, als wenn sie nur die Angelegenheit aus der Theorie kennt. Aber das ist keine Muss-Bedingung, sondern eine Kann-Bedingung.

Die Grundlage der Diskussion

Doch warum gibt es jetzt eine Diskussion zum Thema Lektorat? Das hat etwas mit dem Beitrag der Autorin Anja Bagus zu tun. Kurz geschrieben, sie erklärte, warum sie kein Lektorat in Anspruch nehmen möchte und nennt dafür auch ihre Gründe.

Als Reaktion darauf erklärte die Autorin Vera Nentwich, warum ein Lektorat doch wichtig ist. Zumindest aus ihrer Sicht. Aber auch andere Lektorinnen haben ihre Meinung dazu kundgetan (dazu gab es vor zwei Jahren eine Seite, die zwischenzeitlich leider verschwunden ist, schade). Und wenige schreiben sogar pro und kontra Beiträge dazu.

Natürlich verteidigen beide Seiten mit guten Argumenten ihre Sicht der Dinge und man kann sie verstehen, wenn man sich mit der Angelegenheit eingehend beschäftigt. Aber darum geht es nicht, denn es geht um Deine ganz persönliche Entscheidung, wie Du an diese Sache herangehst.

Im Folgenden möchte ich Dir mögliche Argumente geben, die für ein Lektorat oder auch dagegen sprechen.

Zum Beitrag selbst

Im Folgenden werde ich die häufigsten Punkte zum Lektorat aufführen und aus der Sicht einer fiktiven Autorin und einer fiktiven Lektorin beantworten. Zumindest so, wie ich es mir denke und wie ich es häufig im Internet gelesen und auch in Gesprächen mit anderen Autor*innen erfahren habe. Dabei ist trotzdem alles fiktional und teilweise sehr überspitzt. Zudem sind die meine beiden Damen auch Fähnchen im Wind. Das bedeutet, dass sie ihre Meinung regelmäßig der Frage anpassen.

Wie geschrieben, die Antworten sind überspitzt, entsprechen nicht alle meiner persönlichen Meinung, auch wenn ich in der Ich-Version schreibe.

Argumentation zum Lektorat

Frage: „Warum sollte ich ein Lektorat in Anspruch nehmen?“

Aus der Sicht der Lektorin …

„Als Lektorin ist es meine Aufgabe, das Beste in dem Text einer Autorin zu suchen, zu finden und zu bergen. Ich will der Autorin helfen, den bestmöglichsten Text, die bestmöglichste Geschichte zu schreiben, die man aus dem Rohmaterial, welches ich bekommen, schaffen kann.

Autor*innen sind durchaus in der Lage gute bis sehr gute Texte zu schreiben. Aber irgendwann werden sie betriebsblind und können nicht mehr sehen, wo man noch den Text verbessern kann. Gerade wenn sie schon einige Male über ihre Geschichte gelesen und diesen schon einige Male überarbeitet haben.

Da kommen wir ins Spiel und helfen den Autor*innen bei ihrer Arbeit. Wir schauen aus einer neutralen Perspektive auf die Geschichte, welche Familie und Freunde niemals einnehmen können. Denn als Lektorin bin ich nicht emotional mit der*m Autor*in verbunden. Sie*Er ist mein*e Auftraggeber*in, und ich versuche diesen Auftrag so gut wie nur möglich abzuschließen. Und daher gebe ich mein Bestes bei meiner Arbeit.“

Aus der Sicht der Autorin …

„Als Autorin gebe ich mir alle Mühe, meine tollste, schönste und beste Geschichte zu schreiben, zu der ich gerade in der Lage bin. Mir ist aber bewusst, dass ich als Erstautorin da sicherlich noch ein wenig Hilfe benötigen kann.

Natürlich hole ich mir vorher durchaus Hilfe von Familie und Freunden, auch wenn ich weiß, dass ich ihre Ratschläge nicht zu sehr vertrauen sollte. Weiterhin suche ich mir auch ein*e Beta-Leser*in, damit sie mir hilft, weitere inhaltliche Fehler zu finden und mitsamt den Rechtschreibfehlern die Geschichte zu verbessern.

Mir ist aber bewusst, dass eine Lektorin, die schon entsprechende Erfahrung in dieser Arbeit hat, hier unverzichtbar ist. Denn sie hat viele Romane nicht nur gelesen, sondern auch lektoriert und damit gesehen, was gut ankommt und wie ich auch auf dem Markt bestehen kann. Das ist mir als angehende Autorin wichtig.“

Welche Leistungen kann ein Lektorat bringen?

Aus der Sicht der Lektorin …

„Als Lektorin versuche ich natürlich, jedes Plotloch zu stopfen und glaubwürdige Charaktere zu erschaffen. Weiter gehört es zu meinen Aufgaben, einen guten Satzbau und die Grammatik zu überprüfen. Wobei ich jedoch immer empfehle, noch ein Korrektorat dazu zu buchen. Denn auch wir werden irgendwann einmal betriebsblind und sehen dann viele Fehler nicht mehr. Denn unser Gehirn sagt, dass der Satz oder das Wort richtig ist, auch wenn es so nicht stimmt.

Mein Ziel ist es am Ende, dass der bestmöglichste Text veröffentlicht werden kann, den es gibt.

Weiterhin kann ich auch auf unlogische Sätze hinweisen, Bandwurmsätze oder auch unglaubwürdige Handlungen, Wendungen oder Situationen. Alles, was man als Autorin irgendwann nicht mehr sieht.“

Aus der Sicht der Autorin …

„Sicherheit. Ich denke, Sicherheit ist hier ein gutes Stichwort. Denn woher soll ich als Autorin, gerade mit einer Erstveröffentlichung wissen, was gut ist, was gut ankommt und wo ich selbst noch Fehler gemacht habe?

Da bietet sich ein Lektorat an, um mir die Sicherheit zu geben, damit ich weiß, was ich tun kann und was nicht. Denn ich will ja nicht, dass mein Erstlingswerk auch mein Letztes ist, weil die Leute mich am Ende meiden.“

Welche Kosten können entstehen?

Aus der Sicht der Lektorin …

„Jedes Lektorat ist absolut individuell. So kann ein Roman auf meinem Tisch landen, der kaum, bis gar keine Arbeit benötigt. Da ist es nur natürlich, dass ich nicht so viel berechne. Doch dann kommt ein Buch auf meinem Tisch, der nur so von Fehlern strotzt. Dafür benötige ich mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit und am Ende kann das natürlich teuer werden.

Daher ist es nicht möglich zu sagen, wie viel letztendlich ein Lektorat kosten kann. Das ist absolut individuell zu sehen.“

Aus der Sicht der Autorin …

„Das ist der ärgerliche Teil an der ganzen Geschichte. Ich kann grob sagen, wie viel mich ein Cover kostet. Oder auch die Zeit, die ich mit dem Schreiben verbringe. Oder auch meine Werbematerialien. Aber ich kann nicht damit rechnen, wie viel mich so ein Lektorat kostet. Da fällt es mir schon schwer, die Kosten zu kalkulieren und zu sparen.

Wenn es wenigstens eine grobe Orientierung haben könnte, wäre das schon einmal. Aber selbst das bieten nur wenige Internetseiten an. Ich soll anfragen. Schön. Da würde ich schon gerne vorher eine grobe Orientierung haben.

Von zehn Lektorinnen bieten vielleicht die Hälfte eine Preisorientierung an, die ich so im Internet gefunden habe. Und bisher habe ich nur einen einzigen Anbieter entdeckt, die klar benennen, was sie kosten.“

Lektorinnen arbeiten nicht gut

Aus der Sicht der Lektorin …

„Natürlich sind nicht alle Lektorinnen gut, leider. Aber wer sich beim „Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren“ umschaut, findet dort Kolleginnen und Kollegen, denen man durchaus vertrauen kann. In dieser Hinsicht wird man nicht allein gelassen.

Und natürlich kann man sich auch mit anderen Autor*innen über Empfehlungen unterhalten. Es gibt also genügend Möglichkeiten herauszufinden, wer gut ist und wer nicht. Man wird da nicht allein gelassen, außer man will sich nicht erkundigen.”

Aus der Sicht der Autorin …

„Klar gibt es durchaus gute Lektorinnen. Darüber muss man wohl nicht diskutieren. Aber gleichzeitig gibt es genügend Lektorinnen, die nicht die Geschichte im Fokus haben, sondern ihr eigenes Ego. Und daraus soll am Ende eine gute Geschichte werden? Ich glaube weniger.

Da ja jede sich Lektorin bezeichnen darf, die darauf Lust hat, kann man da wirklich nicht wissen, ob man jemand wirklich Gutes erwischt. Und dann ist das Geld auch schon futsch und ich sitze da und muss zusehen, wie ich dann zu einem wirklich guten Lektorat komme.“

Natürlich sind das nur exemplarische Punkte. Aber ich denke, Du hast ein Gefühl dafür bekommen, welche Gedanken dazu führen können, sich für oder gegen ein Lektorat zu entscheiden.

Achtung! Horrorgeschichten!

Wenn Du Dich mit anderen Autor*innen unterhältst, dann wirst Du früher oder später auf die eine oder andere Horrorgeschichte aus dem Lektorat stoßen. Die wohl berühmteste Geschichte dürfte von Joanne K. Rowling stammen. Vielleicht kennst Du aus dem ersten Buch die Szene auf der Mädchentoilette. Hermine Granger versteckte sich dort und der Troll, der in das Schloss eingedrungen war, kehrte dort ein und griff Hermine an. Harry Potter und Ron Weasley kamen ihr zur Hilfe. Der Rest ist bekanntlich Geschichte.

Rowling musste um diese Szene kämpfen, da ansonsten das Lektorat diese gerne rausgeschmissen hätte.

Aber auch von anderen habe ich schon gehört, dass sie Probleme mit ihrem Lektorat hatten. So haben sie den Text nicht wirklich überarbeitet oder nur die Hälfte der zugestandenen Leistung erbracht.

Das kann durchaus passieren. Da ich noch zum Thema “Arbeit mit einem Lektorat” noch einmal drauf näher eingehen werde, möchte ich das Thema erst einmal anschneiden. Lass Dich von solchen Geschichten nicht abschrecken, wenn Du Dich für ein Lektorat entscheidest. Recherchier erst einmal über die Person und ihre Arbeitsweise. Nutze ein Probelektorat. Und vor allem, hör auf Dein Bauchgefühl.

Warum solltest Du ein Lektorat in Anspruch nehmen?

Es sprechen durchaus Punkte für ein Lektorat. Dazu gehören unter anderem, dass Du teilweise nicht in der Lage bist, die ganzen Fehler in Deiner Geschichte zu erkennen. Denn ich kenne mich diesbezüglich. Ich liebe meine Geschichten und natürlich sind sie für mich perfekt. Daher werde ich nicht unbedingt alle Schwächen sehen, die meine Geschichte letztendlich unleserlich machen könnten. Aus diesem Grund ist es schon gut, wenn mir jemand über die Schulter schaut und sagt, was ich besser machen kann, was gut ist und wo ich die Wahl habe, was ich lassen und was ich ändern könnte.

Und die meisten Lektor*innen haben dafür einen Blick. Immerhin haben gute Lektor*innen damit Erfahrungen gesammelt. Idealerweise mit mehr als nur einem Buch. Daher darf man durchaus erwarten, dass sie wissen, was sie tun. Und dieses Wissen kannst Du Dir jederzeit zunutze machen und damit Deinen Roman verbessern, wenn nicht sogar retten. Wer weiß das schon.

Lektor*innen arbeiten idealerweise nicht nur mit der einen oder anderen Person gelegentlich zusammen. Sondern mit verschiedenen Autor*innen, sowohl im Selfpublishing als auch mit Verlagsautor*innen (sofern sie Selfpublishingautor*innen nicht von vornherein ablehnen, was vorkommt). Dadurch haben sie einen Einblick mit einer Vielzahl von Arbeiten. Aber es ist besser, wenn sie in einen oder wenigen Genres arbeiten. Denn dadurch haben sie einen Einblick in das Genre und wissen, worauf es ankommt.

Ich habe mir einige Internetseiten von Lektor*innen angesehen. Und diese haben sich auf wenige Genres konzentriert. Gleichzeitig haben sie auch die Genres aufgelistet, die sie nicht bearbeiten oder lektorieren möchten. Dadurch kannst Du noch am ehesten herausfinden, mit wem Du, zumindest theoretisch arbeiten könntest.

Aber natürlich ist nicht alles gut, was Lektorat heißt. Denn häufig habe ich bei Facebook gelesen, dass manche einfach nur gut in der Rechtschreibung sind und ein wenig Erfahrung in dieser Arbeit haben. Und schon nennen sie sich Lektor*innen. Das ist das Problem, dass die Bezeichnung Lektorat nicht geschützt ist. Wie oben erwähnt, wir alle könnten uns heute noch ein Bild auf unsere Internetseite packen und sofort die Leistung eines Lektorats anbieten.

In wiefern die Qualität hier gegeben ist, kann ich selbst nicht beurteilen. Einige scheinen gut zu sein, da sie sehr viel Lob erhalten. Zugleich sind ihre professionelle Kolleg*innen auch nicht immer besser als sie. Ich lese so oft negative Geschichten mit Lektor*innen, dass man sich schon fragt, was da hinter den Kulissen abgeht.

Gute Lektor*innen geben Dir letztendlich nur Vorschläge, wie Du Deine Geschichte am Ende besser schreiben kannst. Sie schreiben Dir nicht vor, wie Du Deinen Roman zu verändern hast, sondern sagen Dir, wie Du das Beste aus der Geschichte herausholst.

Zu diesem Thema werde ich mich aber noch einmal gesondert äußern.

Abschlussgedanken – Deine Entscheidung

Letztendlich kann Dir niemand die Entscheidung abnehmen, ob Du ein Lektorat in Anspruch nimmst oder nicht. Es kann eine finanzielle Entscheidung sein, eine persönliche, man könnte sogar sagen, im kleinen Rahmen eine politische. Bei Kurzgeschichten entscheiden sich zum Beispiele viele gegen ein Lektorat. Gerade dann, wenn sie die Geschichte kostenfrei abgeben. Da würden die Kosten den Nutzen vermutlich sprengen.

Wenn Du gute Betaleser*innen hast, kann das durchaus ein Lektorat ersetzen. Aber natürlich ist es auch wichtig, die Richtigen zu finden. Und das ist manchmal genauso schwierig, wie ein gutes Lektorat zu finden.

Entscheidest Du Dich gegen ein Lektorat, dann solltest Du auf alle Fälle mit entsprechendem Gegenwind rechnen. Das ist leider ein Fakt. Denn viele halten Dich prinzipiell für ein*e schlechte*n Autor*in, nur weil Du kein Lektorat in Anspruch genommen hast. Dabei ist es denen egal, wie gut oder wie schlecht Dein Buch ist. Haben sie erfahren, dass Du eben kein lektoriertes Buch veröffentlicht hast, bist Du unten. Und zwar aus Prinzip.

Und wenn Du ein Lektorat in Anspruch genommen hast, dann ist das leider nicht immer eine Garantie, dass die Arbeit danach perfekt ist. Denn auch sie können den einen oder anderen Fehler übersehen, weil sie diesen nicht wahrgenommen haben. Oder Du könntest den Vorschlag nicht angenommen haben, den Du bekommen hast. Es gibt so viele Gründe, warum ein Lektorat nie eine Garantie für ein gutes Buch ist.

Zudem, wie oft habe ich Verlagsbücher gelesen, wo ich mich gefragt habe, wie das Buch durch das Lektorat gekommen ist. Denn häufig entdecke ich Schwächen in der Geschichte, die man ohne weiteres hätte ausbessern können. Doch dies wurde nicht getan.

Egal wie Du Dich entscheidest, mach Dir Gedanken darum, wieso Du so entschieden hast, und steh dazu. Das kann ich Dir nur empfehlen. Alles andere liegt an Dir. Und niemand sonst sollte Dir da reinreden.

Bei Deiner Entscheidung wünsche ich Dir viel Glück.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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