Frauen in der Fantasy

Frauen in der Fantasy

Hei, hallo und herzlich willkommen#

in Fantasygeschichten können wir Drachen reiten, Monster jagen, mit positiven Gefühlen fliegen und mit einem Schiff zum Mond reisen. Aber wehe, wir stellen Frauen vernünftig dar, dann geht die Welt unter. Und damit meine ich nicht nur die Fantasywelt.

Kurze Vorgedanken

Vor Kurzem machte eine Serie sein großes Debüt. Und schon kamen die kleinen Moser mit ihrem noch kleineren Mimis und jammerten, dass Frauen doch nicht fechten können.

Dabei handelt es sich um eine Fantasyserie. Warum sollen Frauen nicht einen Zweihänder mit einer Hand nutzen können? Oder sie können einen Drachen bändigen, mit einem Finger?

In Fantasy ist alles möglich

Zumindest dachte ich es die ganze Zeit, dass es so wäre. Solange es logisch ist, dann könnte man über alles Schreiben, was mich als Autorin interessiert und*oder fasziniert.

Doch scheinbar ist es für viele absolut unlogisch, wenn Frauen vernünftig oder gar stärker dargestellt werden. So dürfen sie für viele am Spielfeldrand stehen und unserem Helden zujubeln. Aber sobald sie selbst das Feld betreten und selbst mitspielen wollen, ist Schluss mit lustig.

Frauen können …

Frauen können in Fantasyromanen genau das alles, was sie auch sonst können. Und durchaus einiges mehr. Immerhin befinden wir uns in einem Fantasyroman. Warum sollten sie also nicht die Magie beherrschen oder einem Riesen mit einem Tritt in den Popo zu Fall bringen.

Zwar gehören die meisten Fantasyfrauen zu den Menschen. Aber wir befinden uns nicht auf der Erde (meistens zumindest). Warum sollte dann das Kräfteverhältnis der Menschen der Erde gelten? Theoretisch könnten wir sagen, dass Frauen in der Fantasywelt X genauso stark oder sogar stärker sind, als die Männer.

Bisher wird aber immer ungefragt das gleiche physische Verhältnis unserer Welt auf die Fantasywelt übertragen. Genauso wie die Rolle der Frau. Er ist der, der die Hosen anhat. Und sie kommt nur an die Macht, wenn man diese ihr gibt oder sie sich diese irgendwie erschleicht.

Warum also nicht von vornherein eine Machtstruktur aufbauen, in denen alle Personen die gleichen Rechte haben? Eine Gesellschaft, in denen man Cis-Frauen (andere Geschlechter werden bisher kaum bis gar nicht vorgestellt, von daher) nicht das Recht des Regierens deswegen abspricht, weil sie Cis-Frauen sind. Sondern, weil sie korrupt, hinterhältig oder einfach nicht kompetent genug für diesen Posten sind.

Frauen dürfen …

Frauen dürfen alles in Fantasyromanen machen, was ihre Rolle voranbringt. Und am Ende auch die Geschichte. Sie müssen nicht andauernd das Schwert schwingen oder Schlachten anführen. Wenn sie nicht sehen kann oder in einem Rollstuhl sitzt, kann sie immer noch einen sehr starken Charakter darstellen.

Jedoch scheint es mir, dass Frauen nur klischeehafte weibliche Rollen einnehmen dürfen. Und das bedeutet, dass sie allerhöchstens unterstützen dürfen. Und zwar die Cis-Männer. Mehr nicht.

Aus sich selbst heraus scheinen die Frauen nichts zu können. Keine Entscheidungen treffen, keinen eigenen Weg gehen oder sonstiges. Nur, wenn ein Mann den Anfang macht, egal wie das aussieht, geht sie weiter. Oder sie wird aktiv, um eben einem Cis-Mann zu helfen. Oder sie stirbt für ihn.

Frauen spielen eine Rolle

Frauen dürfen, können und sollen eine Rolle spielen. Hinterfragen wir einfach unser bisheriges Bild von Frauen in der Fantasy. Nur, weil bisher die Sache so und so geschrieben wurde, bedeutet das noch lange nicht, dass das immer so weiter gehen muss.

Schauen wir uns einfach an, was bisher geschrieben wurde. Und dann können wir uns überlegen, wie wir es zukünftig anders schreiben können. Denn nur, weil alles bisher gut gewesen sein mochte, bedeutet das noch lange nicht, dass man es nicht besser machen kann. Und in meinen Augen kann man sehr vieles besser machen.

Abschlussgedanken

Das war mehr ein Aufruf, als ein Beitrag, wie man es besser machen kann. Ich gestehe. Aber in der Vergangenheit und in der Zukunft werde ich diesbezüglich noch einige Beiträge entsprechend verfassen. Denn es kann besser gehen. Gehen wir es gemeinsam an.

Dabei wünsche ich uns viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 34

Diversität in der Fantasy

Diversität in der Fantasy

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn wir an das Mittelalter denken und diese auf die Fantasy übertragen, dann sehen viele Menschen eines, weiße Menschen. Weiße Menschen, die zudem allesamt gesund sind und natürlich sich auch alle in das andere Geschlecht verlieben.

Und unabhängig der Tatsache, ob es tatsächlich so gewesen sein mag, muss es sich deswegen auch so in einem Fantasyroman abspielen?

Kurze Vorgedanken

Wie letzte Woche schon besprochen, sehe ich es nicht als eine mögliche Ausrede, dass es halt nun einmal so war. Also, dass es angeblich im Mittelalter (in welcher Phase auch immer), es eben so war. Daher müsse man es korrekt in den Fantasyromanen widerspiegeln.

In meinen Augen bedeutet Fantasy eben, dass man sich etwas ausdenken darf. Man kann so wild und frei denken und planen, wie man es möchte. Warum sollte ich mir dann irgendwelchen Grenzen aussetzen, nur um irgendwelchen vermuteten Tatsachen zu entsprechen?

Warum limitieren wir uns?

Seien wir mal ganz ehrlich, wir leben aktuell in vollkommen spannende Zeiten. Ein Klick und wir befinden uns virtuell auf den Straßen in Tokyo und können dort umher wandern. Oder wir lauschen Musik, die in der Mongolei aufgenommen wurde. Ein Film eines afrikanischen Regisseurs, der auch in Afrika gedreht wurde? Selbst da kann uns das Internet helfen.

Kurz geschrieben: Wir haben die Möglichkeit, die Vielfalt dieser Welt kennenzulernen. Und müssen dabei noch nicht einmal unseren Popo bewegen.

Trotzdem scheint sich nichts davon in den Geschichten wiederzufinden. Wenn man schon auf einen Charakter trifft, der schwul ist, bebt ja schon die Erde, weil das ein Novum ist. Von einem Ace Charakter möchte ich an dieser Stelle schon mal gar nicht sprechen.

Jetzt werden einige sagen, man muss ja schreiben, was der Markt verlangt. Doch seien wir mal ehrlich, an welche Bücher erinnerst Du Dich eher? An die, die sich an den Markt orientiert haben? Also die hundertste Version von Frau liebt Man und so weiter? Oder an Geschichten wie Twilight oder Harry Potter (unabhängig, wie man zu den Büchern selbst stehen mag).

Die eine Seite der Medallie wäre, dass wir mit ein wenig mehr Mut den nächsten Trend auslösen könnten. Die andere, und in meinen Augen wichtigere Seite wäre, dass die Menschen eine Stimme bekommen.

Vor einiger Zeit erzählte mir eine befreundete Autorin, wie sie Tränen in den Augen hatte, als sie eine Geschichte über einen Ace Charakter gelesen hatte. Es war das erste Mal für sie, dass sie als Ace eine Stimme bekam.

Schau mal genau hin – was fehlt?

Wenn Du Fantasy schreibst, gehe ich mal davon aus, dass Du durchaus diverse Fantasyromane gelesen hast. Sei mal ehrlich, wie viele der Charaktere hast Du als Weiße gesehen, obwohl sie es vielleicht nicht waren? Wie viele waren blind oder konnten nicht hören? Wie viele waren mollig oder richtig alt? Wie viele saßen in einem Rollstuhl? Oder hatte wer sogar eine psychische Erkrankung?

Vermutlich dürften so gut wie alle Fragen mit nein beantwortet werden. Denn die wenigsten Fantasybücher im Mainstream vertreten solche Themen. Dabei würden sie so viele Möglichkeiten bieten, Diversität in die Romane zu bringen. Menschen eine Stimme geben. Und ja, bestimmt Dir auch Lesende. Das wäre natürlich ein schöner Beigeschmack.

Wenn es zur Geschichte passt

Bestimmt kennst Du diesen Satz: “Wenn es zur Geschichte passt, kann man es ja benutzen.”

Damit wird gemeint, wenn ein lesbischer Charakter zur Geschichte passt, kann sie ja gnädigerweise lesbisch sein. Oder wenn die Rollifahrerin nicht zu sehr stört, darf sie eben doch auftreten.

Dazu sage ich nur: Nein, Nein, f****ing NEIN!!!

Niemand hat sich bis heute sicherlich gefragt, warum Captain America weiß sein musste. Oder noch besser, warum scheinen alle Kryptonier*innen weiß zu sein? Superman hätte durchaus auch eine dunkle Hautfarbe haben können. Das wird einfach so hingenommen. Doch sobald der Charakter kein weißer Cis-Het-Dude ist, wird die Rolle sofort hinterfragt.

Wenn Du willst, dass Dein Charakter eine afrikanische, lesbische, ace Frau ist, dann ist sie es einfach. Nicht, weil es dem Plot dient, sondern weil es ihr fiktionaler Charakter ist. Genauso wenig, wie der weiße Cis-Het-Dude dem Plot dient, muss unsere afrikanische, lesbische, ace Frau dem Plot dienen. Sie muss sich selbst genügen.

Diversität ist möglich

Mit ein wenig Mühe und ein wenig Anstrengung ist es möglich, in jede Geschichte Diversität hineinzubringen. Und diese endet nicht bei der Sexualität. Also wer kann sich in wen verlieben oder wie viele können miteinander gleichzeitig in die Kiste springen.

Es geht aber auch über die Hautfarbe hinaus. Weiter geht es mit der eigenen Identität, mit der eigenen Weltansicht, wie geht es der Person physisch oder eben auch psychisch. Welche Erfahrungen hat Dein Charakter in der Kindheit gemacht, die sich von allen anderen unterscheiden? Auch hier kannst Du Deinen Lesenden eine Stimme geben. Sei offen dafür.

Aber was werden die Anderen sagen?

Seien wir ehrlich, es wird immer Menschen geben, die der Meinung sind, die einzige glücklichmachende Wahrheit zu kennen. Hier ein kleiner Spoiler: Tun sie nicht. Das tun wir letztendlich auch nicht. Auch wenn wir es vielleicht glauben.

Damit will ich sagen, es wird immer Menschen geben, die Dich dafür kritisieren, was Du geschrieben hast. Oder auch, was Du nicht geschrieben hast. Wichtig ist in erster Linie, dass Du zu dem stehen kannst, was Du am Ende veröffentlichst.

Mein persönlicher Wunsch wäre es, wenn wir die Welt, in der wir gerade leben dürfen, so vielfältig und bunt in den Romanen darstellen können. Mit ihren verschiedenen Ansichten, mit ihren sexuellen Ausrichtungen, mit ihren Geschlechtsidentifikationen und so weiter und alles, was da noch ist.

Das ist mein Wunsch und mein Traum. Und ich wäre dankbar, wenn ich diesen epischen Fantasyroman lesen dürfte.

Abschlussgedanken

Diversität ist möglich. Und das, ohne ein Plot-Device sein zu müssen. Lass die Charaktere einfach aus sich heraus funktionieren. Dann läuft alles andere schon.

Sei mutig und wag Dich an dieses Thema heran. Ich bin mir sicher, am Ende können wir alle gewinnen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 24

Historische Fantasy

Historische Fantasy

Hei, hallo und herzlich willkommen,

viele, sehr viele Fantasybücher orientieren sich an das europäische Mittelalter. Daher erleben wir viele Zusammenhänge und Geschehnisse, die eher dort zu finden, als in den Kulturen des alten Ägyptens oder in China.

Daher denken viele, so wie es sich in einem Fantasyroman alles abspielt, müsste es auch im Mittelalter gewesen sein.

An dieser Stelle sei erwähnt, ich liebe die Geschichte, bin aber keine Expertin auf diesem Gebiet. Von daher spiegeln sich hier die Gedanken einer Hobbyhistorikerin wieder.

Was verstehe ich unter historischer Fantasy?

Unter historische Fantasy verstehe ich, dass eine real historische Umgebung genommen wird und diese mit Fantasyelementen bereichert wurde. Mit anderen Worten, hier muss durchaus intensiv recherchiert werden. In meinen Augen durchaus auf dem Niveau für einen historischen Roman.

Die Elemente der Recherche müssen dann harmonisch mit den Elementen der Fantasy verbunden werden. Ein Beispiel dafür sind die “Drachenreiter seiner Majestät” von Naomi Novik.

Das kann durchaus funktionieren. Man kann aber auch in einer reinen Fantasywelt historische Fakten aus unserer Welt einbinden. Das machen sehr viele Autor*innen. Daher muss ich sicherlich kein Beispiel nennen.

Das war aber im Mittelalter so!

Was mich aber manchmal irritiert, sind Aussagen wie, dass es damals nun einmal so war. Die Fantasy würde ein Abbild des Mittelalters zeigen. Und damit haben wir uns nun einmal abzufinden.

Das Problem ist, wir wissen nicht wirklich alles über das Mittelalter. Teilweise wissen wir noch nicht einmal, was vor einhundert Jahren genau geschehen ist. Wie sollen wir mit absoluter Sicherheit sagen, was vor 1.000 Jahren geschehen ist?

Zumal hier gerne das Mittelalter als eine Zeitzone gesehen wird. Doch es gibt das frühe Mittelalter, das Hochmittelalter und das Spätmittelalter. Zudem gibt es das Mittelalter nicht nur in Europa. So hab ich gelesen, dass historische Quellen auch in Indien, China und Japan eine Zeit als Mittelalter definieren.

Die verschiedenen Phasen kommen auch davon, dass sich das Wissen und die Weltsichten entsprechend geändert hat. So dass eine Einteilung überhaupt möglich ist.

Und die meisten Autor*innen sagen uns ja nicht, auf welche Zeitebene sie sich konzentrieren, wenn sie ihre Fantasygeschichte mit historischen Elementen schmücken. Da dürfte sicherlich keine saubere Antwort bei einigen kommen.

Zudem ist nicht alles gesichert, was sich damals wirklich gewesen ist. Immerhin gab es diese eine Wikingerin, mit unbestimmten Geschlecht, aber vermutlich nicht Cis-Männlich, die gebührend begraben wurde. Zudem scheint es überhaupt mehr kämpfende Wikingerinnen gegeben zu haben, als wir es uns vorstellen können.

Zudem stellen wir uns das Mittelalter als ziemlich weiß vor (von der Hautfarbe der Menschen aus gesehen). Das sieht Medieaval PoC jedoch anders und kann dies gut beweisen.

Wie können wir uns also überhaupt über etwas sicher sein?

Es gab keine Drachen, Elben und Orks

Ja, ich gestehe, ich fand die Geschichtsteile in denen die Drachen auchtauchten immer total spannend. Die Elben hingegen haben mich genervt. Gerade, wenn unser Elbenlehrer mich beim gähnen erwischt hatte. Und Orks? Ja Orks sind ein Thema für sich.

Okay, Spaß beiseite. Zumindest in meinem Geschichtsunterricht tauchten nie Geschichten über reale Drachen oder Elben auf. Noch nicht einmal in einem mythologischen Kontext. Von daher finde ich den Satz “So war es damals halt” noch einmal befremdlich.

Wenn es damals keine Drachen, Elben und sonstiges gab, warum kann man dann nicht die Fantasygeschichten entsprechend abändern? Warum kann man nicht eine Frau als Königin ernennen und sie mit einem Schwert kämpfen lassen? Unabhängig der Tatsache, dass es fechtende Frauen auch in unserer Geschichte gab.

Gerade dann, wenn sich die Geschichte in einer nicht realen Umgebung spielt, können wir tun und lassen was wir wollen. Es ist halt eine reine Fantasygeschichte. Natürlich darf sie sich gerne von realen historischen Umgebungen inspirieren lassen. Gleichzeitig darf sie sich aber auch davon abheben.

Befinden wir uns in einer real historischen Umgebung, kann ich diesen Satz bedingt verstehen. Eine Autorin für historische Liebesromane sagte mal, dass es in vielen historischen Abschnitten eben diese schwarzen Flecken gibt. Diese kann man dann ausfüllen. Es ist halt alles noch nicht wirklich gesichert.

Warum sollte man also mögliche Fakten, die eventuell nicht wirklich gesichert sind, als Grundlage benutzen? Warum sollte ich aber auch Fakten, die gesichert sind, zwangsläufig in einem reinen Fantasyroman als Grundlage benutzen?

Es gibt andere Möglichkeiten. Und die stehen Dir allesamt zur Verfügung. Du musst sie nur nutzen. Damit bleiben uns vielleicht die verschiedenen Ismen erspart, die man in vielen Geschichten leider lesen muss.

Eine mögliche Bearbeitung

Natürlich kannst Du gerne eine historische Zeit als Grundlage benutzen. Dafür kann die Geschichte da sein. Und letztendlich, das ist ein Teil der Fantasy.

Recherchiere gerne über diese Zeit und was Dir daran gefällt und was Du für Deinen Roman verwenden möchtest. Meine Empfehlung, setze Dir Grenzen. Denn über jede historische Epoche kann man ohne Weiteres Jahrzehnte recherchieren. Und Du möchtest sicherlich irgendwann Deinen Roman abschließen.

Dann überlege Dir genau, was Du übernehmen möchtest und was rausfliegen soll bzw. durch aktuellere Ansichten ersetzt werden könnte. Ein banales Beispiel: Im europäischen Mittelalter hatte die Kirche eine hohe Machtposition. Vielleicht möchtest Du das in Deinem Roman erst gar nicht erwähnen. Oder durch etwas anderes ersetzen.

Dann füge das alles zu Deiner Welt zusammen. Und schreibe dazu Deine Geschichte.

Abschlussgedanken

In einem Fantasyroman darfst Du so gut wie alles, was legal ist und passt. Warum sollte ich mich als Autorin dann davon einschränken lassen, weil etwas Mal gewesen sein könnte. Solange ich selbst keine historischen Romane oder historische Fantasy schreibe, kann ich alles entsprechend abändern.

Von daher, lass Dich von niemanden einschränken.

Viel Spaß dabei.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 25

Lass uns mal über Fantasy reden

Lass uns mal über Fantasy reden

Hei, hallo und herzlich willkommen,

ehrlich gesagt, ich liebe Fantasy. Ich liebe es, in fremde Welten einzutauchen und völlig neue Umgebungen zu entdecken. Gerne auch neue Völker oder auch Gesellschaftssysteme.

Aber leider gibt es nicht immer die Vielfalt, die ich mir wünsche. Und was die Fantasy durchaus zulassen könnte. Und noch schlimmer ist, wenn Vielfalt in die Fantasy geholt wird, wird gemosert.

Kurze Vorgedanken

In diesem Beitrag möchte ich einfach mal die Möglichkeiten aufzählen, welche dieses Genre bieten kann. Und das ist in meinen Augen nicht wenig. In den kommenden Wochen möchte ich dann über die Kritik bei einigen Punkten sprechen, die es immer wieder gibt.

Und die bei mir die eine oder andere Hutschnur zum Platzen bringt.

Sie sollen fliegen? – Dann fliegen sie!

Theoretisch kannst Du in Deinem Fantasyroman alles, wirklich alles schreiben, was Dir Spaß macht. Wenn Du willst, kann ein Einhorn, mit rosa Mähne, blauem Bart, siebzehn Beinen, Fledermausflügeln und einem Elefantenschwanz auftreten, was 16,7 Sprachen beherrscht und flucht wie ein Müllkutscher.

Jetzt werden einige kommen und sagen, dass man es nicht übertreiben soll. Aber hei, warum nicht? Wenn es Spaß macht, hau in die Tasten und zeig mir, wie kreativ Deine Welt sein kann. Wenn die Geschichte gut ist, folge ich Dir auch auf diesem verrückten Einhorn.

Auch Dinge, Gegebenheiten oder politische Punkte, die Dir in der realen Welt nicht gefallen, kannst Du bearbeiten und aufnehmen. So erschaffst Du am Ende Deine Idealwelt. Oder kritisierst über Deine Geschichte die reale Welt, wenn Dir das liegt.

Deine Regeln gelten

In Deinem Fantasyroman legst Du die Regeln fest. Wenn in Deiner Welt die Magie durch einen Nieser ausgelöst wird, dann ist es so. Solange Du einen guten Grund dafür findest, werde ich als Leserin mit Dir mitgehen. Diesbezüglich musst Du Dir weniger Sorgen machen.

Solltest Du aber Deine eigenen Regeln, egal wie abgehoben sie auch sein mögen, brichst, verlierst Du mich. Bleiben wir beim Niesen. Solange Deine Leute nur beim Niesen zaubern können und es auch so geschieht, ist alles in Ordnung. Sollte jemand aber beim Husten zaubern können, werde ich aufmerksam.

Kannst Du das erklären, sagen wir, dass nur Personen mit blau-grünen Augen Husten können, damit sie überhaupt zaubern können, bin ich weiterhin bei Dir. Dann dürfen aber nur Personen mit blau-grünen Augen Husten, um zu zaubern. Kannst Du das nicht erklären oder es können auch Leute mit blau-schwarzen Augen beim Husten zaubern, verlierst Du mich.

Kurz geschrieben: Du kannst alle Regeln und Gesetze brechen, solange es nicht die sind, die Du für Deinen eigenen Roman aufgestellt hast.

Neue Charaktertypen

Natürlich kannst Du auch in anderen Genres völlig neue Charaktertypen einbauen. Aber ich finde, Fantasy eignet sich hervorragend dafür. Denn hier kann, muss aber nichts sein. Das gilt auch für die Charaktere.

Durch die Umgebung, die Du für Deine Welt komplett neu schaffen kannst, kannst Du auch einen völlig anderen Typ von Charakter schaffen. Wie wäre es, wenn in Deiner Welt die Männer zu Hause bleiben würden und die Frauen die Geschäfte leiten?

Das ist zwar eine umgedrehte Welt, kann aber für interessante Sichtweisen sorgen, wenn wir im Kopf eines solchen Charakters schauen. Ein Mann wird dann die Welt völlig anders sehen, als eine Frau. Und wenn sie dann auf andere Figuren aus Deiner Welt treffen, die eine völlig andere Umwelt haben, können kleine Konflikte entstehen. Das Salz in Deiner Geschichtssuppe.

Wenn Du also ein bestimmten Charaktertypen in einer Geschichte lesen wolltest und nie gefunden hast, ist hier Deine Chance. Schreib selbst über diesen Charakter.

Geschlechtervielfalt zeigen

Auch wenn viele das nicht lesen, so gibt es mehr als nur die Cis-Frau und den Cis-Mann als Geschlecht. Doch trauen sich viele noch nicht dies in ihren Romanen zu zeigen, die in unserer Welt spielt. Warum dann nicht in der Fantasy dies zeigen. Einfach, um einen Anfang zu machen.

In meinen Augen haben wir noch viel zu wenig Diversität in den Fantasygeschichten. Das betrifft auch die Genderdarstellung. Daher kannst Du Dir überlegen, wie Du diese darstellen möchtest. Handelt es sich hierbei um eine Ausnahme, wenn jemand, zum Beispiel, Intersexuell ist? Oder ist eine ganze Umgebung von Geburt auf an Intersexuell?

Beziehungsvielfalt zeigen

Die monogame Beziehung ist für viele in Ordnung. Aber eben nicht die einzige Möglichkeit, sich in einer Beziehung oder sexuell auszuleben. Polyamore Beziehungen sind in vieler Munde. Aber es gibt sicherlich noch mehr.

Wenn das Thema Romantik bei Deiner Geschichte eine Rolle spielt, und sei es nur als Nebenstrang, dann kannst Du auch hier die verschiedenen Aspekte zeigen. Wenn Du es harmonisch einbaust, dann wirkt es organisch und nicht aufdringlich.

Politische Systeme

Aus irgendwelchen mysteriösen Gründen, scheint es in Fantasywelten nur die Monarchie zu geben. Bisher sind mir andere politische Systeme nicht wirklich über die Buchseiten gelaufen.

Scheinbar gibt es nur die Möglichkeit über König*innen zu schreiben. Ein demokratisches System, als eine banale Alternative, scheint einigen wohl nicht in den Sinn zu kommen. Dabei gibt es noch viel mehr Möglichkeiten.

Welches politische System ist für das Idealste? Schreib darüber und zeig mir als Leserin, warum Du das findest.

Es gibt mehr als nur Weiße

Wenn ich mir die meisten Fantasyfilme ansehe, dann sehe ich ein Meer von weißen Menschen. Wenn dort mal ein PoC auftaucht, dann ist das schon ein kleines Wunder. Dabei könnten in Fantasywelten auch Menschen mit einer rosa-blauen Haut auftauchen. Doch scheinbar sind dort allesamt weiß.

Selbst wenn explizit erwähnt wird, dass die Charaktere PoC sind, sehen selbst PoC dies nicht mehr. Und ich muss gestehen, mein Gehirn ist zwischenzeitlich auch sehr auf weißer Charakter gepolt, dass es mir auch schwerfällt, sie anders zu sehen.

Daher fände ich es aus diesen und anderen Gründen schön, wenn mehr PoC auftreten würden. Repräsentation zählt eindeutig.

Sexuelle Orientierungen

Von Asexualität bis zur Pansexualität kann man so viel zeigen. Doch so gut wie alle Charaktere sind heterosexuell. Gelegentlich taucht mal ein schwuler Charakter auf. Aber das ist dann schon das Höchste an Gefühlen, was viele aufbringen.

Doch wenn die Charaktere gegen Drachen und Monster kämpfen, warum können sich diese nicht in das eigene Geschlecht verlieben? Um eine Möglichkeit zu nennen.

Und ja, es ist auch völlig in Ordnung, Deinen Charakter in die Kiste zu schicken. Das macht aus Deinem Fantasyroman noch lange keinen erotischen Fantasyroman.

Weitere Felder

Es gibt bestimmt noch Dinge, Orte oder Bereiche, die Dich faszinieren. Du könntest Dir das alte Japan als Vorbild für das World Building nehmen. Das wäre außerhalb Europas, wo die meisten Fantasyromane emotional angesiedelt sind, und hast mehr Möglichkeiten, Deine Welt darzustellen.

Was auch immer es ist, zeig es in Deinem Roman. Ich bin mir sicher, dass die Vielfalt am Ende nur gewinnen kann.

Abschlussgedanken

Das ist eine mögliche Liste, mit der Du arbeiten kannst. Und ich gestehe, das ist auch eine kleine Wunschliste von mir. Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, mit denen Du Dich beschäftigen kannst. Was interessiert Dich, worüber möchtest Du gerne schreiben?

In den folgenden drei Wochen möchte ich noch über diese Themen schreiben:

Bis dahin wünsche ich Dir alles Liebe.

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 41

Charakter Casting mit dem Tarot

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer mit dem Tarot arbeitet, hat durchaus verschiedene Möglichkeiten, dieses zu nutzen. Eine weitere Methode möchte ich Dir heute vorstellen.

Kurze Vorgedanken

Das Set der großen Arkana besteht aus 22 Karten. Also von 0 Dem Narren oder Der Närrin bis zu 21 Der Welt. Die Reise durch die 22 Karten wird auch die Reise des Narren bzw. der Närrin genannt.

Diese Reise können natürlich auch Deine Charaktere gehen. Aber für den Anfang kannst Du auch jede der Karten nehmen und einen Charakter entsprechend zuordnen.

Warum das machen?

Manchmal sitze ich da und denke mir, mmh, da fehlt noch ein Charakter. Oder ich könnte da noch jemanden gebrauchen. Da ich leider beim Schreiben durchaus zu schnell bin, also erst schreiben, dann plotten, kann das natürlich mal passieren.

Da kann es manchmal hilfreich sein, wenn ich mich an einen roten Faden halten kann und mit diesem arbeite. In dem Fall die 22 Karten der großen Arkana.

Das ist natürlich kein Muss, aber eine Möglichkeit eine Grundstruktur in die Charakterliste hineinzubringen. Ein wenig Vorarbeit ist aber notwendig.

Die Praxis

Bevor wir uns lange mit der Theorie beschäftigen, tauchen wir doch gleich in die mögliche Praxis hinein. Die Theorie selbst kommt mit der Praxisarbeit.

Sortiere die 22 Karten aus dem Deck

Wenn Du schon mit Deinem Deck gearbeitet hast, sollten die Karten ordentlich vermischt sein. Daher suche die Karten mit den römischen Zahlen heraus, also die große Arkana. Außer Du hast Dir ein Deck gegönnt, welches nur aus der großen Arkana besteht. Und ja, solche gibt es, wenn auch eher vereinzelt.

Hast Du diese, kannst Du sie in die richtige Reihenfolge bringen. Denn wir arbeiten sie nach und nach ab.

Bedeutungen der Karten grob kennen

Meistens wird mit jedem Tarotdeck zumindest das kleine weiße Büchlein mitgeliefert (im englischen liebevoll LWB also Little White Book genannt). Dort findest Du die Bedeutungen der Karten in der Übersicht. Mit wenigen Stichworten also.

Während der Arbeit mit den einzelnen Karten kannst Du gerne das LWB zumindest in der Nähe haben.

Die erste Karte

In über 95 Prozent der Tarotdecks ist die erste Karte die 0, also Die Närrin oder Der Narr. Schau in Deinem LWB, ob es auch hier so ist und fange dann mit dieser Karte an.

Schau Dir zuerst die Karte an und überleg Dir, wen Du dort siehst. Hast Du schon eine Idee, welche Figur durch die Karte 0 repräsentiert wird? Wenn ja, notiere Dir den Namen und weitere Punkte, sofern Du dies möchtest.

Häufig sagen die Bilder schon, was Du bereits weißt.

Hast Du aber gar keine Idee, wer sich hinter dem Bild verbergen könnte, schau Dir die Bedeutung an. Vielleicht sagt Dir das etwas, was Du als Idee für Deine Geschichte verwenden kannst.

Selbst gehe ich davon aus, dass Du tief in Deinem Inneren schon weißt, wer der Charakter ist. Es muss nur herausgekitzelt werden.

Du kommst nicht weiter?

Manchmal kann es aber sein, dass Du wirklich nicht weißt, wen die Karte repräsentiert. Das ist völlig in Ordnung. Und bevor Du Charaktere erschaffst, mit denen Du nicht arbeitest, überspringe sie einfach.

Karten ohne Personen

Die Karte X, welche für das Schicksalsrad steht. Oder die Karte XXI, also die Welt, sind Tarotkarten, die keine Personen repräsentieren. Du musst auch hier keine Person nehmen.

Bei der Welt ist es eigentlich einfach, was Du nimmst. Eben die Umgebung, in der Deine Geschichte spielt. Hier kannst Du Dir auch gerne Gedanken machen, wie Deine Welt aussieht. Erst einmal Stichworte, oder Du stürzt Dich sofort in die Arbeit hinein.

Bei den anderen Karten kannst Du Dich wieder auf das Bild konzentrieren. Was siehst Du und was will Dir das Bild sagen? Und was für ein Gefühl hast Du dabei? Da werde ich Dir nicht mit irgendwelchen Möglichen Deutungen hineinsprechen, um Dich nicht zu beeinflussen. Arbeite mit der Karte, mit der Bedeutung und vor allem, mit Deinem Bauchgefühl.

Wie geht es dann weiter?

Wenn Du damit fertig bist, hast Du erst einmal eine ordentliche Übersicht, über alle wichtigen Charaktere. Das bedeutet natürlich nicht, dass Du nicht weitere Charaktere hinzufügen kannst, auch wichtige Hauptcharaktere. Aber mit dieser Liste hast Du eine wichtige Grundlage geschaffen.

Gerade dann, wenn Du noch keinen Weg siehst, wohin Deine Geschichte geht, kann so etwas hilfreich sein. Von daher, probiere es einfach mal aus. Am Ende kannst Du natürlich auch Charaktere auslagern. Aber ein Anfang ist gemacht.

Abschlussgedanken

Häufig bietet diese Methode eine Struktur für Deine Charaktere. Manchmal aber auch ein Durchbruch für mögliche Blockaden. Oder einfach auch nur die Chance anzufangen.

Daher meine Empfehlung, einfach mal ausprobieren. Du wirst sehen, was Du am Ende dabei gewinnen kannst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 87

Das Tarot und die Legemethoden

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du mit dem Tarot arbeiten möchtest, gibt es viele Möglichkeiten. Du kannst theoretisch für jedes Kapitel, gar für jeden Absatz eine Karte ziehen. Dann deutest Du entweder das Bild oder arbeitest mit der Bedeutung und schaust, wie es Deiner Geschichte hilft.

Oder Du arbeitest kontrollierter und vorhersehbarer.

Kurze Vorgedanken

Legemethoden werden zwar in erster Linie dazu verwendet, um zu einer bestimmten Frage oder Thematik die Antworten zu bekommen. Zum Beispiel soll ich die Stelle wechseln, werde ich mich bald verlieben oder wie sieht meine Zukunft aus.

Jedoch kannst Du solche Legemethoden entweder direkt oder auch abgewandelt für Deine Geschichte benutzen. Wie wäre es mit einer Legemethode aus dem Bereich “Beruf und Jobs”, um zu sehen, was Dein Charakter beruflich macht? Oder wir treffen sich Deine Charaktere zum ersten Mal in einem Liebesroman?

Was sind Legemethoden genau?

Eine Legemethode ist ein Bild mit verschiedenen Positionen, die jeweils eine Bedeutung haben. Ein einfaches Bild wäre:

  • Vergangenheit
  • Gegenwart
  • Zukunft

Für diese Legemethode ziehst Du drei Karten und legst sie nebeneinander. Dann drehst Du die Vergangenheit um und deutest die Vergangenheit (entweder Deine oder von einer anderen Person oder Charakter). Das machst Du dann auch mit der Gegenwart und der Zukunft.

Die leichteste Legemethode ist, wenn Du eine Karte ziehst. Das kann eine Tageskarte sein oder für eine Ja-Nein-Legung. Aber es soll auch Legemethoden geben, die tatsächlich alle 78 Karten des Tarotdecks verwenden. Doch ehrlich gesagt, diese ist mir noch nie untergekommen.

Mit den Legemethoden kannst Du dafür Sorgen, dass eine Sitzung in geordnete Bahnen gelenkt wird. Das bedeutet, wenn jemand mit einer Frage zu mir käme, dann könnte ich anhand der Legung herausfinden, wie die wahrscheinlichste Antwort ist. Natürlich geht es auch ohne, nur brauchen viele die Ordnung. Daher ist ein Muster immer das Beste, um auch nichts zu vergessen.

Wie arbeite ich an einem Roman mit einer Legemethode?

Zwischenzeitlich gibt es verschiedene Legemethoden in Büchern und Internet, die sich direkt für das arbeiten an einem Roman eignen. Der einzige Nachteil wäre wohl, dass bisher so gut wie alle Beiträge dazu nur auf englisch sind.

Für den Anfang kannst Du die verschiedenen Plotmethoden nehmen und damit arbeiten. Ein Beispiel wäre:

  • Erster Akt
  • Zweiter Akt
  • Dritter Akt

Beim klassischen Drei-Akter ziehst Du für jeden Punkt mindestens eine Karte (bei Bedarf empfehle ich persönlich maximal drei Zusatzkarten zu wählen, mehr könnte am Ende eher verwirren).

Dann deutest Du die Karten und erarbeitest Dir darüber den entsprechenden Plot. Natürlich kannst Du dann tiefer und tiefer gehen, je nachdem, wie Deine Arbeitsmethode ist.

Bestehende Legemethoden umarbeiten

Es gibt bereits bestehende Legemethoden, mit denen Du arbeiten kannst. Für den Start habe ich einige herausgesucht. Jedoch übernehme ich für die Links oder deren Inhalt keine Gewährleistung.

Such Dir eine Methode heraus, die Deiner offenen Frage am nächsten kommt. Und schau Dir an, welche Positionen dort belegt sind. Eventuell reicht Dir das sogar schon aus. Dann musst Du nichts weiter machen, als Karten ziehen und mit denen arbeiten.

Alternativ streichst Du alle Punkte heraus, die Dir nicht weiterhelfen. Dafür notierst Du Dir die Punkte, die Du benötigst. Du kannst dabei so spezifisch sein, wie Du möchtest. Sprich, so spezifisch, wie Dein Romanprojekt es benötigt. Oder Du bist so allgemein, dass Du die Methode für andere Romane ebenfalls benutzen kannst.

Dann fügst Du alles zusammen und testest es aus. Es kann sein, dass Du das noch einmal nachbessern müsstest. Oder es klappt gleich von Anfang an gut. Das alles ist halt eine Try and Error Nummer.

Komplett eigene Legemethoden erfinden

Sagt Dir gar keine der Legemethoden zu und es hilft auch nichts, diese abzuändern, schreibst Du einfach Deine eigene.

Notiere Dir alle Punkte, die Du beantwortet haben möchtest. Daraus erstellst Du dann eine Frage, die Du dann mit einer Tarotkarte beantwortet bekommen möchtest.

Schreibe lieber zwei oder drei Legemethoden, bevor Du zu viel in eines hineinquetscht. Am Ende könnte es Dich eher verwirren, als Dir helfen.

frau schreibseeles Tipp

Dann kannst Du Dir noch überlegen, ob es in einem Muster bearbeitet werden soll. Oder ob Du das alles nach und nach ziehen möchtest. Und dann testest Du dieses Muster.

Warum ein Muster?

Wenn Du Dir einige der oben aufgeführten Links schon angeschaut hast oder tun wirst, dann siehst Du, dass die Karten in einem bestimmten Bild aufgebaut sind.

Theoretisch musst Du das nicht. Du kannst eine Karte nach der anderen ziehen und diese deuten. Aber bei vielen kann es durchaus gut sein, wenn man mit einem Bild arbeitet.

Denn häufig werden Karten, die sehr nahe beieinander liegen, auch zusammen gedeutet. Solltest Du ein Buch mit den Bedeutungen zur Hand haben, könnte es sein, dass dort steht, dass eine Karte eine Bedeutung hat. Diese wird aber verstärkt, wenn eine andere Karte in der Nähe ist.

Schau Dir daher die Originallegemethoden an, ob da irgendwelche Karten zusammen gedeutet werden sollen. Vielleicht möchtest Du das auch machen. Oder Du findest, dass zwei Positionen, die Du Dir selbst überlegt hast, zusammengehören. Also müssen auch diese zusammen gedeutet werden.

Abschlussgedanken

Mit den Legemethoden kannst Du häufig sehr tief in die Geschichte, in Deine Charaktere oder auch in die Umgebung der Szene eintauchen. Es kommt darauf an, für was Du die Legemethode verwendest bzw. geschrieben hast.

Meine Empfehlung, probier es einfach aus. Am Ende wirst Du sehen, ob es Dir hilft. Wobei ich der Meinung bin, ja, wird es. Eben, weil ich davon überzeugt bin.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erkenntnisse.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 29

Das Tarot und Dein Schreibprozess

Hei, hallo und herzlich willkommen,

seit meiner Kindheit ist das Tarot ein ständiger Begleiter von mir. Mal mehr und mal weniger intensiv. Je nach Lebenslage. Doch in den letzten Jahren wurde die Liebe zu den 78 bunten Karten immer intensiver. Nicht zuletzt, weil sie mir auch bei meinem Schreibprozess sehr wertvolle Hilfestellungen geben.

Kurze Vorgedanken

Schreibende haben manchmal keine Ideen für einen Plot oder eine Wendung. Manchmal hapert es am Dialog oder an der Beschreibung. Und manchmal kommt die elendige Schreibblockade und manche wissen nicht, wie sie diese umgehen könnten.

In solchen Fällen kann das Tarot durchaus eine wertvolle Hilfe sein. Natürlich ist es nicht unbedingt ein Allheilmittel. Aber es gibt Menschen, die das Tarot von der Planung bis zum Marketing nutzen.

Schauen wir uns das Tarot einmal etwas genauer an.

Was ist das Tarot?

Das Tarot ist ein Kartenspiel, welche aus 78 Karten besteht. Dieses ist dann noch in zwei Gruppen aufgeteilt. Einmal in die große Arkana (Arkana kommt von lateinischem Acaranum, was Geheimnis bedeutet). Dort findest Du 22 Karten (von 0 bis 21). Und dann die kleine Arkana.

Die kleine Arkana ist in die vier Elemente aufgeteilt, welche durch Symbole dargestellt werden. Kelche für das Wasser, Pentakel für die Erde, Schwerter für die Luft und Stäbe für das Feuer. Wobei die Elemente der Schwerter und Stäbe durchaus auch mal ausgetauscht werden.

Zudem sind die kleine Arkana noch einmal in zwei Hauptgruppen aufgeteilt. Einmal in die Zahlenkarten von Ass bis 10. Und dann noch einmal die Personenkarten. Unter anderem in Prinzessin, Prinz, Königin und König. Alternativ gibt es den Pagen, den Ritter, die Königin und der König.

Jede der Karte erzählt eine eigene Geschichte und steht zugleich im Zusammenhang mit den anderen Karten. Da das Tarot circa seit 500 Jahren existiert, konnte es sich im Laufe der Zeit dynamisch entwickeln und zudem werden, was es heute ist. Und sagen wir so, die Entwicklung ist nicht abgeschlossen.

Feine Unterschiede beim Tarot

Wenn Du Dich eingehender mit dem Thema beschäftigen und Dir ein Tarotdeck kaufen möchtest, solltest Du wissen, dass es da einen gewissen Unterschied bei der kleinen Arkana gibt.

Das sogenannte Marseille-Tarot zeigt bei den Zahlenkarten nur die Anzahl der Elemente. Um es konkreter zu erklären, wenn Du Dir als Beispiel die drei Kelche anschaust, dann siehst Du bei diesem Tarot tatsächlich nur drei Kelche. Nicht mehr. Keine Elemente, keine kleine Geschichte. Bei dem sogenannten Raider-Waite-Smith Tarot hingegen sind drei Frauen zu sehen, die jeweils einen Kelch in die Lüfte halten und miteinander tanzen bzw. feiern.

Es gibt durchaus Legemethoden, mit denen kannst Du nur mit den 22 Karten der großen Arkana arbeiten. Aber wenn Du mit allen 78 Karten arbeiten möchtest, was ich persönlich sehr empfehle, ist es wichtig, das zu wissen. Und vor allem lege ich Dir sehr nahe, ein Tarotdeck zu wählen, bei dem auch die kleine Arkana voll bebildert ist.

Eine liebe Freundin hat mit einem Tarotdeck gearbeitet, bei dem die kleine Arkana nicht voll bebildert war. Daher wusste sie nicht, wie sie mit diesen Karten arbeiten sollte. Natürlich kannst Du auch allein mit der Bedeutung arbeiten. Aber seit sie ein anderes Tarotdeck bekommen hat, sieht sie die Möglichkeiten, die dahinter stecken. In diesem Fall hat es sich gelohnt.

Wie anfangen?

Wenn Du mit der Tarotarbeit beginnen möchtest, empfehle ich, Dir ein entsprechendes Deck zu besorgen. Es muss nicht unbedingt das Teuerste sein. Aber idealerweise ist es eines, das Dich anspricht. Hier findest Du unzählige Decks und eine kleine Auswahl an Bildern. Schau sie Dir an und überprüfe, welches Dir am besten gefällt. Und dann besorge es Dir.

Wenn Du dann das Deck hast, schau Dir ruhig jede Karte einzeln an. So machst Du Dich mit den Karten vertraut. Meistens bekommst Du noch ein kleines weißes Buch mitgeliefert. Mit diesen kannst Du theoretisch die Bedeutungen der Karten nachlesen.

Das Nachlesen der Bedeutung musst Du aber gar nicht. Dafür hast Du ja die Bilder. Und häufig sprechen sie für sich schon alleine. Nur, wenn Du noch mehr Inspirationen möchtest, kannst Du mit den Bedeutungen arbeiten.

Die ersten Schritte

Um zu sehen, wie die Arbeit funktioniert, kannst Du erst einmal klein anfangen. Misch die Karten, wie es für Dich am stimmigsten ist. Dann kannst Du die Karten auf einen Haufen legen oder sie vor Dir ausbreiten. Und dann ziehst Du eine Karte. Selbst ziehe ich immer mit der Hand, mit der ich nicht schreibe, also in meinem Fall mit der linken Hand.

Dann zieh eine Karte. Und dann arbeite mit dieser Karte einfach mal am Aussehen eines Charakters. Es ist für das Erste egal, ob Du mit diesem Charakter am Ende arbeiten möchtest oder nicht. Schau einfach mal, was Du daraus gewinnen kannst (über Karten, die nur Symbole haben, komme ich bei Gelegenheit zu sprechen).

Legemethoden

Mit den 78 Karten kannst Du natürlich nicht nur das Aussehen Deiner Charakter beschreiben. Sondern damit auch den Plot planen, die Charakterisierung vorantreiben und so weiter. Nehmen wir an, Du möchtest mit dem 7-Akter arbeiten. Dann kannst Du für jeden Akt eine Karte ziehen, mindestens.

Im Zusammenhang mit dem jeweiligen Akt schaust Du, was Dir die Karte verrät. Und dann erarbeitest Du Dir den Teil. Am Ende kannst Du sehen, was daraus wird.

Jedoch erarbeiten immer mehr Autor*innen im englischsprachigen Raum an Legemethoden, um einen Roman zu schreiben. Von daher ist hier nicht zwangsläufig Schluss.

Abschlussgedanken

Hier ist bei Weitem noch nicht einmal annähernd Schluss. In den nächsten drei Wochen möchte ich Dir noch kurze Einblicke geben, wie Du mit dem Tarot arbeiten kannst. Ab Januar 2019 ist ein Newsletter rund um dieses Thema geplant. Und zudem sollen noch viele andere Dinge dazu 2020 erscheinen.

In meinen Augen lohnt sich die Arbeit mit dem Tarot ungemein. Vielleicht magst Du es ausprobieren.

Dabei wünsche ich Dir eine Menge Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Aufrufe: 103