Wie man einen BDSM Geschichte schreiben kann

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es mag sein, dass 50 Shades of Grey das Genre des BDSM ins Fokus der Literatur gerückt hat. Aber eins ist sicher, es gab schon immer Geschichten zu diesem Thema und es wird auch weiterhin Bücher dazugeben, selbst wenn niemand mehr über 50 SoG spricht. Daher möchte ich Dir heute einige Vorschläge machen, wie man solch einen Roman schreiben kann.

Kurze Vorgedanken

Auch wenn man selbst kein Bedürfnis hat, sich den Hintern versohlen zu lassen oder selbst als Fem-Dom die Peitsche zu schwingen, reizt es viele einen entsprechenden Roman zu schreiben. Und auch wenn das Praktiker*innen aus der Szene nicht gefällt, ich finde das Selbst durchaus in Ordnung.

Dabei gibt es einige einfache Dinge, die man berücksichtigen darf, kann und auch durchaus sollte, damit ein BDSM-Roman in sich schlüssig und ein Lesegenuss wird. Die Regeln eines erotischen Romans können hier befolgt und durch einige spezielle Punkte ergänzt werden.

Wie man einen BDSM Geschichte schreiben kann

Zu den wichtigen Grundlagen

Die Geschichte

Egal wie erotisch ein Roman sein soll, eine kleine Geschichte darf immer dabei sein. So hab ich letztes Jahr einen BDSM-Roman gelesen, bei dem es sich nur darum drehte, wie er ihr den Hintern versohlte. Eine Hauptgeschichte kam nur in den ersten zwei oder drei Kapitel und dann noch einmal in den Letzten ein oder zweien vor.

Zugegeben, ich lese gerne erotische Romane. Und von mir aus darf es auch ein wenig mehr Sex in der Geschichte vorkommen, als Verlage es vorgeben. Immerhin greife ich nicht umsonst zu einem entsprechenden Roman. Aber wenn da gar keine Geschichte existent ist oder ein Konstrukt geschaffen wird, um die beiden immer und immer wieder ins Bett (oder wohin auch immer) zu schicken, das geht sogar mir zu weit.

Daher bitte ich Dich, wenn Du einen erotischen Roman oder einen BDSM-Roman schreibst, dann erschaff bitte zuerst die Geschichte drum herum.

Vielleicht mögen sich die anderen Romane auch verkaufen, also in denen es mehr um den Sex geht, als um die Geschichte. Aber ich denke, dass es auf Dauer sinnvoller ist, wenn Du Dich auf eine Geschichte konzentrierst. Sie muss nicht komplex sein (darf es aber gerne). Hauptsache der Roman besteht nicht zu achtzig Prozent aus Sex.

Die Charaktere

Warum empfindet ein Mensch sexuelle Befriedigung daraus, dass ein anderer Mensch ihr den Hintern versohlt (ich brech das brachial darauf runter, unten werde ich das Thema etwas differenzierter angehen)? Das muss ja einen Grund haben. Und es ist Deine Aufgabe als Autor*in das herauszufinden. Genauso, wie die Frage, warum jemand es als erregend befindet, jemand anderen Schmerzen zu zufügen.

Denn BDSM ist etwas anderes, als zum Beispiel im freien Sex zu haben. Oder sich einem Dreier hinzugeben. Hier geht es darum, dass jemand anderes die Kontrolle über eine Person übernimmt und dieser unter anderem physische Schmerzen zufügt. Und beide haben Spaß daran.

Wenn Du also einen BDSM-Roman schreiben möchtest, brauchst Du Charaktere, die eben daran Spaß haben, sich darauf einlassen und es auch wollen. Auch wenn ein Charakter noch nie gefesselt und mit einer Peitsche bearbeitet wurde, müssen beide Seiten dafür offen sein.

Müssen? Ja klar. Es gibt Menschen, die partout ablehnen, sich als Sklaven oder Fem-Dom zu sehen. Die würden sich niemals auf eine Session einlassen, um das auch nur mal auszuprobieren. Daher müssen Deine Charaktere zumindest dafür offen sein, diese Art der Sexualität zumindest auszuprobieren. Sind sie es nicht, dann wirken sie schlichtweg unglaubwürdig.

Auch wenn Dein Sklave in diese Welt eingeführt werden muss, sollte in seiner Art doch schon etwas zu finden sein, dass er daran letztendlich Spaß findet. Genauso wie seine Fem-Dom. Daher ist es wichtig, besonders hier großen Augenmerk zu legen.

Hier noch ein kleiner Hinweis zu der Kindheit Deiner Charaktere. Vor einer Zeit hab ich einen Ausschnitt aus einer Aufklärungsserie gesehen, welcher Typ Mensch sich eher für BDSM-Spielarten interessiert. Es gibt dazu noch keine offiziellen Studien (und vermutlich wird es auch dauern, bis es sie gibt). Aber es scheint eher so zu sein, dass Menschen, die eine gewaltvolle Kindheit hatten, weniger dazu neigen, sich für BDSM zu interessieren. Menschen mit einer halbwegs normalen Kindheit (also ohne Gewalt und Derartigem) sind eher bereit, sich für BDSM zu begeistern und in diese Welt einzutauchen.

Das so viel zu den Fem-Doms oder Doms, die eine grausame Kindheit hatten und aus diesem Grunde andere deswegen dominieren müssen.

Begrifflichkeiten

Wie jede Subkultur hat auch die Welt des BDSM eine eigene Sprache entwickelt. Um diese Welt realistisch darzustellen, ist es durchaus wichtig, dass Du sie kennst und richtig einsetzt.

An dieser Stelle möchte ich Dir einige Begriffe näher erläutern, um Dir den Einstieg zu erleichtern. Die restliche Recherche kannst Du dann gerne übernehmen (siehe unten die Linkliste für die weitere Arbeit).

FemDom oder Dom

Sie sind der dominante Teil in der Beziehung. Letztendlich sind sie es, welche die Session leiten, die Peitsche schwingen oder die Sub dominieren. Dabei steht FemDom für „Female Domination“ und wird für die Frau benutzt. Dom ist meistens die Bezeichnung für den Mann.

Bei FemDom heißt es zwar, dass sie den Mann dominiert. Aber es gibt auch Frauen, welche andere Frauen dominieren. Dabei ist es nicht zwangsläufig, dass sie lesbisch oder bisexuell ist. Es kann für sie einfach nur erregend sein, eine Frau zu dominieren. Das gilt natürlich auch für die Herren.

Sub(missiv)

Das ist die Person, die sich dominieren lässt. Die Sub gibt sich jemanden hin und hat während der Session ihren Spaß, egal wie zart oder hart das Ganze ist. Doch wenn die Session vorbei ist, übernimmt die Sub ihr Leben und beide können ihre eigene Wege gehen.

Daher ist es gut, wenn Du eine Sub nicht mit einer Sklavin verwechselst.

Sklavin / Sklave

Sie geben sich ihrer Herrin oder ihrem Herren voll und ganz hin. Denn diese bestimmt nicht nur die Session, sondern sogar den Alltag. Hier gehen beide einen Schritt weiter. Das bedeutet, dass sie bestimmen kann, was die Sklavin trägt, wo sie arbeitet und wie die Freizeit der Sklavin gestaltet wird. Zudem können beide ausmachen, dass die Sklavin 24/7 der Herrin zur Verfügung steht (also 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche).

Spanking

Das bedeutet, dass die Schläge mithilfe der Hand ausgeführt werden. Bekannteste Art ist das spanken des Gesäßes. Hier wird also mit der nackten Hand (gegebenenfalls auch mit speziellen Handschuhen) der Hintern versohlt.

Für viele ist das ein Einstieg in diese Szene und zugleich kann man hier auch lernen, die Schmerzgrenze auszuloten. Zugleich ist es auch eine Übung für die Stärke des Schlagens.

Vanila oder Vanila Sex

Diese Bezeichnung kommt von dem Geschmack Vanilie, welche wohl fast alle Menschen gerne essen. Damit wird letztendlich der gesellschaftlich akzeptierte Sex bezeichnet (also Frau und Mann, womöglich in der Missionarsstellung). Alles was nicht Vanila ist, wird dann häufig als kinky bezeichnet.

Bottom

Der passive Teil einer Session.

Top

Der aktive Teil einer Session.

Session oder Szene

Das ist ein Spiel, in denen, die FemDom der Sub (oder auch Sklav*in) die Schmerzen zufügt. Dabei kann es direkt zur Sache gehen oder im Rahmen eines Spiels stattfinden. Das bedeutet, dass die Sub zum Beispiel erst einmal putzen muss, dann soll er irgendwelche andere Aufgaben erledigen und dann kann es auch direkt zur Sache gehen.

Die Session sollte dabei von beiden Seiten abgesprochen werden, was gefällt und wo der Sub sagt, bis hierhin und nicht weiter. Nur so kann die Top verhindern, dass es zu einem vorzeitigen Abbruch kommt.

Von Safeword und Slowword

In manchen Romanen vermisse ich die Absprache zwischen der FemDom und dem Sub bezüglich eines Safewords. Und dabei ist das ungemein wichtig. Ohne ein Safeword würden richtige FemDoms und Doms nie in eine Session gehen. Und wenn doch, ich hab gelesen, dass die BDSM-Gemeinde sehr engmaschig verstrickt ist. Solche Leute würden wohl sehr schnell vor die Tür gesetzt werden.

Doch was ist nun eigentlich was?

Das Safeword

Hierbei handelt es sich um ein Wort, mit dem man die komplette Session abbricht. Wenn es dem Sub zu viel wird, er nicht mehr kann oder nicht mehr will, dann sagt er eben dieses Wort und die FemDom ist dann auch verpflichtet, alles sofort zu beenden.

Ohne ein Safeword sollte ein Sub niemals in eine Session oder was auch immer gespielt wird, gehen. Denn es kann immer passieren, dass er auf einmal Panik bekommt, nicht mehr weitermachen kann und daher alles abbrechen muss, weil er sonst einen Schaden erleidet. Das Safeword garantiert, dass das auch geschieht.

Dabei sollte das Safeword so gewählt werden, dass man es nicht verwechseln kann. Emily Bold hat ein Buch herausgebraucht „Autsch, ist ein schlechtes Passwort„. Das gilt auch für Halt, Stopp und Aua. Denn in einer Session kann es durchaus vorkommen, dass die Sub diese Wörter von sich gibt, aber gar nicht will, dass die FemDom wirklich aufhört. Es gehört teilweise dazu.

Es sollte im Idealfall also ein Wort sein, dass man nicht verwechseln kann. Sagen wir mal zum Beispiel Pfannkuchen oder von mir aus, Einhornregenbogen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man so etwas aus Versehen sagt, ist äußerst gering.

Das Safeword kann auch dann gesagt werden, wenn ein Knebel im Mund ist, man versteht immer noch halbwegs, was der Sub sagen möchte. Notfalls kann auch ein Schnippen vereinbart werden, sodass die FemDom kurz pausiert und sich anhört, was der Sub von ihr möchte.

Slowword

Das Slowword ist dafür da, dass die FemDom immer weiß, ob es dem Sub gefällt und er noch mitgeht. Meistens wird es mit dem Ampelsystem dargestellt.

Wenn der Sub also Grün sagt, dann ist alles in Ordnung und die FemDom kann gerne weiter machen. Es gefällt ihm (noch) und hat damit kein Problem.

Bei Gelb sieht es schon anders aus. Hier soll die FemDom langsamer machen. Noch gefällt es dem Sub, nur nicht in dieser Intensität.

Sagt er hingegen Rot, dann will er nicht, dass die FemDom mit der Aktion, die sie gerade durchführt, weitermacht. Sagen wir mal, die FemDom kitzelt den Sub und er mag es überhaupt nicht. Dann sagt er Rot und die FemDom muss sich etwas anderes einfallen lassen.

Beim Slowword wird nicht die Session selbst abgebrochen, sondern nur eine Aktion. Oder eben diese bestätigt.

Innerhalb einer Beziehung

Letztens hatte ich ein Gespräch mit einer Autorin, deren Freundin und der Lebensgefährte eine BDSM-Beziehung führt. Die Freundin teilte mit, dass sie überhaupt nicht daran denkt, ein Safeword zu benutzten. Warum? Nach einer gewissen Zeit innerhalb der Beziehung sollte man schon wissen, was ihrem Partner gefällt und was nicht. So zumindest die Aussage dieser Freundin. Und das leuchtet mir ein.

Innerhalb einer Beziehung kann das auch gemacht werden. Wobei das natürlich auch nach hinten losgehen kann. Denn es kann immer passieren, dass sich die Situation ändert und die Freundin / FemDom das alles missversteht. Daher würde ich selbst immer auf ein Safeword bestehen. Aber das ist meine persönliche Ansicht.

Sollte sich aber Dein Charakter jedoch einer professionellen FemDom hingeben, sieht die Geschichte etwas anders aus. Die Beziehung besteht vielleicht nur an Wochenenden oder erst seit Kurzem. Da sind Safewords wichtig. Wenn ein Paar miteinander spielt, können sie eine eigene Sprache entwickeln, damit sie ihre Wünsche äußern.

Und aus einem naheligenden Grund würde ich in einem fiktionalen Text auf einem Safeword bestehen. Viele Leute halten das, was Du in Deiner Geschichte schreibst womöglich für wahr. Daher könnte es sein, dass sie auf das Safeword verzichten, nur weil Du nicht darüber geschrieben hast. Dann könnte das im realen Leben schlimmstenfalls zu extremen Konsequenzen kommen.

Egal wie Du es vielleicht privat handhaben magst (sofern Du aus der Szene kommst). Bitte halt Dich in Deinem Text an die Spielregeln. Und wenn es nur darum geht, Deine Leser*innen nicht auf irgendwelche dumme Gedanken zu bringen. Sicher ist halt sicher.

Der Sklav*innenvertrag

Zu der Spielart des BDSM kann auch gehören, dass zwischen der FemDom und dem Sklaven (wobei theoretisch auch mit der Sub) ein Vertrag geschlossen wird. Hierbei wird geklärt, was die FemDom und vor allem, was der Sklave zu tun hat. Hier werden die Regeln, Aufgaben und Verpflichtungen abgeklärt.

So zum Beispiel, dass derSklave jederzeit zur Verfügung zu stellen hat, wenn die FemDom nach ihm verlangt. Und die FemDom hat sich immer um das Wohlergehen des Sklven zu kümmern. Sollte sie also dafür Sorgen, dass der Sklave seine Arbeit verliert, weil diese von ihm verlangte blauzumachen, dann geht es gegen das Wohlergehen.

In einem solchen Vertrag können auch gesundheitliche Hinweise mitgeteilt werden. Wenn also Dein Sklave Knieprobleme hat, muss Deine FemDom darauf achten, dass dieser nicht zu lange kniet. Oder wenn er Asthma hat, dass dann das Asthmaspray immer griffbereit ist.

Das gilt auch für Praktiken, welche der Sklave überhaupt nicht mag. Nehmen wir an, er steht überhaupt nicht darauf ins Gesicht geschlagen zu werden. Dann kann er dies im Vertrag festhalten. Und dann sollte die FemDom darauf achten, dass sie ihm eben nicht ins Gesicht schlägt.

Hier noch ein kleiner rechtlicher Hinweis: Diese Verträge sind natürlich nicht rechtlich bindend. Das bedeutet, sollte eine Seite verlangen, dass der Vertrag eingehalten wird, kann diese Person nicht vor das Gericht ziehen und die Einhaltung verlangen.

Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Angelegenheit, welche beide Seiten abschließen können. Mehr aber auch nicht.

Und noch ein Hinweis: Trotz der Einwilligung der Sub oder des Sklaven kann sie die FemDom jederzeit vor Gericht wegen schwerer Körperverletzung gezerrt werden. Denn trotz der Einwilligung wird das vor Gericht als solche sicherlich nicht anerkannt werden. Und daher kann es viel Ärger geben. Daher sollte sich die Domseite an die Inhalte des Vertrages halten.

Doch wo keine Klägerin, da keine Angeklagte. Sprich, solange der Sub oder die Sklavin nicht das Bedürfnis hat, ihre FemDom anzuzeigen, sind beide Seiten entsprechend sicher.

Eine Session planen

Für einen erotischen BDSM-Roman ist es natürlich auf Dauer wichtig, dass beide in Aktion treten. Daher ist es für Dich sicherlich interessant zu wissen, was die beiden überhaupt wollen.

Im Internet oder in dem Buch von Dr. Charley Ferrer (BDSM for Writers) gibt es einen sogenannten Neigungsbogen. Dort findest Du Fragen, was sowohl Deine FemDom, als auch Dein Sub bzw. Sklave mag oder auch nicht mag. Ich kann Dir nur empfehlen, solche Bögen ruhig auszufüllen. Dadurch bekommst Du schon einmal Inspirationen, wohin die Session für Deine Charaktere gehen kann.

Dabei kann es von zart bis hart gehen. Zum Beispiel von Fesselspielen bis hin zu Würgespielen. Alles was Deinen Charakteren gefällt, kannst Du theoretisch anwenden.

Da wir aber einen erotischen Roman schreiben wollen, kann es natürlich sehr hart an die Grenze gehen, wenn Du Deine Charaktere auf einmal wirklich würgen lässt, bis diese fast ersticken, sie Natursekt und -kaviar essen lässt oder diese in Windeln herumlaufen.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Natürlich haben viele diese Fetische. Aber der Großteil Deiner Leser*innen wird das wohl weniger lesen wollen. Daher überleg Dir, wie weit Du da wirklich gehen möchtest.

Und dann überleg Dir in einer Extradatei, wie die Session genau ablaufen soll oder auch abläuft. In dieser Datei kannst Du wirklich alles bis ins letzte Detail beschreiben. Was sagt die FemDom, was fühlt der Sub und so weiter. Das alles musst Du dann natürlich nicht in Deinen Roman übernehmen. Aber wenn Du weißt, wo Dein Charakter gerade ist und was sie macht, dann ist das eine wertvolle Hilfe.

Übrigens: Inspirationen für Deine Szenen kannst Du Dir auch auf tumblr holen. Dort gibt es unzählige Blogs, welche erotische Bilder hochladen, genauso wie Gifs und kleine Bilder. Auch zum Thema BDSM. Natürlich solltest Du Dir diese Blogs nur dann ansehen, wenn Du über 18 bist. Und auch dann geschieht dies bitte auf eigene Gefahr. Denn ich verfolge einige solcher Blogs und es gab durchaus Bilder, die mich ein wenig verstört zurückgelassen haben. Nicht alles ist für schwache Nerven (solche Blogs entfolge ich dann auch sofort).

Und noch ein kleiner Tipp: Es gibt genügend Onlineshops, die entsprechendes Spielzeug verkaufen. Wenn Du Dir Inspirationen holen möchtest, kannst Du auch dort ein wenig stöbern. Denn wie heißt es so schön, gucken kostet nichts.

Alles zusammenfügen

Wichtig ist sicherlich erst einmal, dass Du weißt, um was es in Deiner Geschichte geht. Ohne eine grobe Struktur wüsste ich selbst nicht, worüber ich schreiben könnte. Und mir fällt es dann auch schwer die Charaktere zu „sehen“.

Dabei muss ich selbst noch nicht einmal ins Detail gehen, sondern kann erst einmal grob bleiben. Selbst ein oder zwei Sätze reichen mir schon aus, um dann weitermachen zu können.

Als Nächstes kommen für mich die Charaktere. Wer sind sie, was wollen sie. Und in diesem Fall, was erregt sie. Je mehr ich über sie weiß, desto eher kann ich sie auch ins Bett schicken. Oder in diesem Fall ins Dungeon.

Über die Charaktere komme ich dann meistens zu der Geschichte. Wenn ich diese plane, weiß ich auch schon grob, wo ich die erotischen Szenen einfügen kann. Was da genau geschieht, muss ich noch nicht wissen. Es geht erst einmal darum, dass ich weiß, wann genau die Action losgeht.

Wenn Du das alles zusammenhast, dann kannst Du auch natürlich schon loslegen. Je nachdem, wie Du es gerne handhabst, mit dem Schreiben.

Wie weit kann ich gehen?

Natürlich kannst Du so weit gehen, solange Du Dich dabei wohlfühlst. In der Sekunde, in der Du zu Dir selbst sagst, dass Dir etwas nicht gefällt und Du nicht dahinter stehen kannst, würde ich abbrechen. Es bringt nichts, wenn Du Dich zu etwas zwingst, was Du selbst einfach nicht schreiben willst.

Aber es gibt auch Sachen, über die würde ich auch so niemals schreiben, selbst wenn ich mich darin wohlfühlen würde (was ich nicht tue). So gibt es den Fetisch Sex mit Tieren zu haben. Für mich rangiert es durchaus auf einer Stufe wie Sex mit Kindern. Beide sind den sexuellen Fantasien anderer Menschen hilflos ausgeliefert, verstehen nicht, was mit ihnen passiert, und werden letztendlich missbraucht.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, so etwas in Deinem Roman nicht zu erwähnen. Eventuell könnte es sogar sein, dass jemand das bei der Polizei meldet und Du eine Strafanzeige bekommst.

Ansonsten tob Dich einfach aus. Du wirst letztendlich schon sehen, was Dir gefällt und was gelesen wird.

Achtung Fantasie

Manchmal findest Du in den entsprechenden Romanen Szenen, die fernab jeglicher Realität ist. In Fantasieromanen selbst würde ich da vielleicht den einen oder anderen Augen gnädig zudrücken. Denn dort können Drachen und Magie eine Rolle spielen, warum nicht auch ein wenig abgedrehter BDSM-Sex (auch wenn jetzt alle FemDoms und Subs mit dem Kopf auf den Tisch landen, für mich selbst wäre das in Ordnung).

Wenn Du aber in unserer Realität schreibst, empfehle ich Dir, Dich auch an die realen Gegebenheiten zu halten. Was machen die Menschen in den Dungeons und was hält der Körper überhaupt aus? Das bedeutet für Dich natürlich, dass Du sehr viel recherchieren musst.

Eine Möglichkeit ist auch, dass Du Dich mit echten FemDoms/Doms bzw. Subs unterhältst. Frag einfach auf Facebook oder Twitter nach Leuten, welche sich da auskennen. Sicherlich wird sich jemand melden.

Warnhinweise

Tatsächlich habe ich in einem englischsprachigen Buch mal die Warnung gelesen, dass man die Thematik BDSM nicht so angehen soll, wie im Buch. Leider weiß ich den Titel und die Autorin nicht mehr, aber es ging darum, dass innerhalb weniger Stunden, eine Frau zur Sklavin ihres Doms wurde. Die Autorin erklärte, dass im realen Leben so etwas niemals passieren würde bzw. man sich niemals jemand so an den Hals werfen sollte.

Vor diesem Hinweis habe ich verdammt viel Respekt. Zwar wissen viele, dass es so ist. Aber die Autorin hat es nicht als gegeben hingenommen, sondern noch einmal gesondert darauf hingewiesen, dass es im realen Leben anders zugeht, als in der Fiktion.

Wenn Du also darüber schreibst oder über Praktiken, die in der Realität nie so angewandt werden würden, erwähne es ruhig.

Das gilt auch für die Inhalte. Klar, zuerst dass es überhaupt ein BDSM Roman ist. Dann aber auch die Hauptthemen, die Du verwendest. Spanking, Bondage und so weiter. Die Erwähnung reicht völlig aus. Deine Leser*innen wissen, worauf sie sich einlassen. Und notfalls haben sie keine Ausrede, warum überraschenderweise doch Erotik bzw. BDSM in der Geschichte vorkommt.

Sie hätten ja Deine Beschreibung lesen können.

Abschlussgedanken

Egal ob Du einen BDSM-Roman oder „nur“ einen erotischen Roman schreibst. Recherche ist das A und O. Du kannst Dir auch gerne Onlineshops suchen, in denen BDSM Sachen verkauft werden, um Dich inspirieren zu lassen. Hauptsache Du hast Spaß dabei und es ist realistisch.

Und lass Dich nicht davon abhalten einen BDSM-Roman zu schreiben, nur weil Du das nicht lebst. Als Autorin hast Du sicherlich genügend Fantasie, um andere Welten oder eine sexuelle Spielart zum Leben zu erwecken.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele