Mit Buchblogs in Kontakt treten – für Rezensionen

Mit Buchblogs in Kontakt treten – für Rezensionen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für viele gehört zum Marketing, dass ihre Bücher auf Bücherblogs rezensiert werden. Doch erfolgreiche Blogs haben ein Problem, ihr SuB (Stapel ungelesener Bücher) ist extrem hoch. Das bedeutet, sie müssen Bücher ablehnen. Aber gibt es doch eine Möglichkeit bei ihnen mit einer Rezension zu erscheinen?

Rezensionen

Kurze Vorgedanken

Vor einiger Zeit hab ich den Beitrag „Wie bringe ich Blogger dazu, mein Buch zu lesen?“ von Stehlblüten gelesen. Ich empfehl Dir, diesen Beitrag durchzulesen, da er aus der Sicht der Buchblogger*innen erklärt, was viele Autor*innen bei der Bewerbung für eine Rezension falsch machen. Beim ersten #litcamphh (2018) wurde diese Ansicht noch einmal von diversen Bloger*innen bestätigt.

Ja, Du hast richtig gelesen, Bewerbung. Viele Blogger*innen, die schon länger dabei sind, haben sehr viele Bücher, die sie lesen sollen, dass sie gar nicht mehr hinterherkommen. Die Bücher stammen nicht nur von einer exzessiven Einkaufstour, es gibt auch viele Verlage, die Rezensionsexemplare verteilen. Letztendlich wollen die auch gelesen und natürlich rezensiert werden.

Daher kann es passieren, dass nach einer gewissen Zeit die Blogger*innen sagen, Schluss, bis hierhin und nicht mehr weiter. Ich lese nur noch Bücher, die mir gefallen oder auch Bücher von Autor*innen, die sich korrekt beworben haben.

Mit anderen Worten, Du konkurrierst also mit anderen Autor*innen um die Zeit der Blogger*innen. Mag vielleicht unfair klingen, aber ist nur logisch. Denn die meisten Blogger*innen betreiben ihre Blogs nicht des Ruhms oder gar des Geldes wegen (sofern sie überhaupt Geld bekommen). Sie betreiben es als Leidenschaft neben ihrem alltäglichen Leben. Und da haben sie nicht Zeit jedes Buch zu lesen, welches ihnen angeboten wird. Das ist leider ein Fakt.

Doch was können wir Autor*innen tun, um bei unserer Bewerbung erfolgreich zu sein? Darüber hab ich mir heute Gedanken gemacht, wie ich die Sache angehen würde.

Rezensionen

Die Suche

Bevor Du eine E-Mail losschickst, um Dein Buch zu bewerben, solltest Du natürlich wissen, welche Blogs überhaupt infrage kommen. Es bringt überhaupt nichts, wenn Du willkürlich Bücherblogs anschreibst, welche gar nicht Dein Genre liest.

Nehmen wir an, Du schreibst einen Thriller. Dann ist es absolute Zeitverschwendung Blogs anzuschreiben, die sich auf Liebesromane oder Fantasy spezialisiert haben. Es mag sein, dass Dein Klappentext und Dein Schreiben so dermaßen interessant klingen, dass sie es probieren werden. Aber viele bleiben ihrem Genre treu und möchten einfach nichts anderes ausprobieren. Und darüber brauchst Du auch erst gar nicht zu diskutieren. Denn die Blogger*innen sitzen am längeren Hebel.

Daher such Bücherblogs, die Rezensionen geschrieben haben, welche Deinem Genre entsprechen. Gerade auch, wenn Du ein eher Selteneres bedienen möchtest (wie ich zum Beispiel mit Steampunk). Dann schau bei Deinem Genre noch einmal genau hin und überprüf, ob er nicht auch andere Genres bedient, wie zum Beispiel dem Krimi oder dem Liebesroman.

Wenn Du einen Blog gefunden hast, schau auch in deren Linklisten nach. Denn häufig vernetzen sich die Buchblogs untereinander. Und über diese findest Du dann weitere Bücherblogs, die Dich vielleicht interessieren könnten.

Vielleicht magst Du Dir auch eine Excel- oder Word-Tabelle anlegen, in denen Du die wichtigsten Eckdaten notierst.

Dazu zähle ich den Namen des Blogs, den Namen der Blogger*innen, die Mailadresse, welche Genres dort gelesen und veröffentlicht werden (markiere auch Dein Genre), wann die Beiträge erscheinen und sonstige für Dich wichtige Informationen.

Übrigens, Du kannst und solltest durchaus anfangen jetzt zu suchen, auch wenn Du noch gar kein Buch veröffentlicht hast. Was Du jetzt schon recherchiert hast, musst Du nachher nicht. Zumal Du dann den nächsten Schritt vornehmen kannst.

Rezensionen

Auf Dich aufmerksam machen

Wenn Du Deine Wunschblogs gefunden hast, wird es Zeit, dass Du auf Dich aufmerksam machst. Du willst was von den Blogger*innen? Kein Problem, dann gib erst einmal etwas. Und zwar Kommentare, Verlinkungen, Likes, was auch immer angesagt ist.

Wie schon erwähnt, am besten fängst Du damit an, wenn Du diesen Beitrag fertig gelesen hast. Mit kommentieren meine ich übrigens nicht nur, dass Du schreibst, toller Beitrag und so weiter. Damit meine ich, dass Du Dich mit dem Beitrag durchaus auseinandersetzt und auf den Inhalt eingehst.

Sicherlich wünschst Du Dir auch eine ausführliche Rezension. Daher ist es durchaus in Ordnung, wenn Du einen ausführlichen Kommentar schreibst. Widme dem Beitrag durchaus einige Minuten und kommentiere ausführlich. Und das bitte von nun an regelmäßig.

Natürlich musst Du nicht jeden Beitrag kommentieren. Gerade, wenn Du nichts zu sagen hast. Aber wenn Du das Bedürfnis hast Dich zu äußern, dann mach es gerne.

Rezensionen

Deine Bewerbung

Dann ist es so weit, Dein Buch ist fertig und bereit veröffentlicht zu werden. Schmeiß Deine Marketingmaschinerie an und bewirb Dich rechtzeitig bei Deinen Wunschblogs.

Denn denk bitte daran, ein Buch will natürlich auch gelesen werden, bevor es rezensiert wird. Daher solltest Du durchaus ein paar Wochen vor der Veröffentlichung die Blogger*innen anschreiben, damit sie auch die Möglichkeit haben, es zu lesen und auf ihre individuelle Art zu besprechen. Manche machen sich nämlich ausführliche Notizen oder haben andere Besonderheiten, mit dem Buch umzugehen.

Bei Stehlblüten hab ich ein Media-Kit entdeckt und überlege mir, ebenfalls ein solches zu erstellen.

Was ist ein Media-Kit

Eigentlich ist es eine Zusammenstellung von Informationen, um zu zeigen, dass es sich lohnt, dem Blog ein Rezensionsexemplar zu Verfügung zu stellen (als Beispiel). Denn Verlage oder auch Autor*innen möchte natürlich eine gewisse Reichweite haben, wenn sie kostenfrei ein Buch stellen. Denn so sollen so viele Leser*innen wie nur möglich erreicht werden, damit sich das Buch entsprechend verkauft.

Mit Deinem eigenen Media-Kit könntest Du theoretisch die Buchblogger*innen kurz und prägnant über Dein Buch informieren. Dazu könnten folgende Elemente gehören:

  • das Cover
  • der Klappentext
  • eine kurze Zusammenfassung der Geschichte
  • Genrezuordnung
  • Seitenzahl / Wortzahl
  • was Du sonst noch liefern würdest
  • Optional (sofern schon vorhanden): Leser*innenstimmen
  • Lektorat und Korrektorat (wichtiger bei SP-Autor*innen)
  • wenn vorhanden: Der Verlag
  • was Dir sonst noch wichtig ist

Zum Cover und Klappentext muss ich sicherlich nichts schreiben. Bei der Zusammenfassung der Geschichte geht es wirklich um eine kurze Übersicht, worum es sich bei der Geschichte handelt, welche Charaktere auftreten und weitere wichtige Informationen. Das darf ausführlicher sein als der Klappentext, aber nicht übertrieben lang.

Bei der Genrezuordnung geht es darum, dass die*den Blogger*in sofort sehen kann, ob es überhaupt zu ihren Interessen passt. Bei der Seitenzahl (Wortzahl ist optional) denke ich in erster Linie daran, dass Du die*den Blogger*in informierst, wie lang es ist, damit sie abschätzen kann, wie lang sie fürs Lesen braucht.

Bei dem „Was Du sonst noch liefern würdest“ denke ich an Interviews, Gewinnspiele, Blogtouren und derartiges. Viele Blogs bestehen nicht nur aus Rezensionen (wie Du sicherlich schon festgestellt hast). Und viele Blogger*innen möchten durchaus, dass die Autor*innen sich ein wenig mehr einbringen, damit der Buchblog etwas präsentieren kann.

Aber Vorsicht. Gleichzeitig schätzen die Bloger*innen es nicht, wenn Du alles fest hast und sie wie Angestellte behandelst. Also, indem Du denen sagst, was sie zu tun haben und sie selbst kein Mitspracherecht mehr haben. Erst recht, wenn es um ihren eigenen Blog geht.

Letztendlich haben beide Seiten etwas davon, weil Du Werbung für Dich machen kannst und dadurch auch neue Leser*innen lockst. Und der Buchblog hat einen weiteren Beitrag, der veröffentlicht werden kann und ebenfalls für sie Werbung bringt. Denn es zeigt, dass die*der Blogger*in sich auch anderweitig mit dem Thema auseinandersetzt.

Wenn Du gar keine Ahnung hast, was Du liefern könntest, erkundige Dich bei anderen Autor*innen, was sie gemacht haben. Oder schau Dir die Blogs an. Und die wenigsten Blogger*innen werden Dich schräg anschauen, wenn Du sie fragst, was sie sich von Dir wünschen. Immer miteinanderreden. Das ist wichtig.

Bei den Leser*innenstimmen denke ich eher an Personen, die bekannt sind. Vielleicht hast Du bereits Kontakt zu einer bekannteren Autorin, die Dein Buch gelesen und eine Meinung kundgetan haben. Warum das nicht für Dich verwenden? Das könnte der*dem Blogger*in zeigen, dass es sich doch lohnt, sich mit Deinem Buch auseinanderzusetzen.

Beim Lektorat und Korrektorat lohnt es sich eher, wenn Du als Selfpublisher*in auftrittst. Denn viele Blogger*innen haben immer noch das Vorurteil, dass beim SP jeder Schund veröffentlicht wird. Zeigst Du aber, dass Du Dir professionelle Hilfe geholt hast, könnte es diese Hürde vielleicht sogar abbauen. Immerhin dürfte Deine Geschichte dann nicht vor lauter Rechtschreibfehler überquellen.

Zum Thema Verlag denke ich mal, dass es selbsterklärend ist. Und zum letzten Punkt, es könnte ja sein, dass Dir noch etwas wichtig ist. Dann füge es ein.

Wobei ich empfehlen würde, dass Dein persönliches Media-Kit entweder als Flyer aufgebaut wird oder nicht länger als zwei DIN-A4-Seiten lang ist. Denn immerhin willst Du Deine Blogger*in nicht erschlagen.

Deine Bewerbung

Auch wenn Du ein Media-Kit erstellt hast, reicht es nicht aus, die Datei einfach anzuhängen und einen Dreizeiler zu verfassen. Ein wenig Mühe sollte schon dabei sein. Wenn Du ein Media-Kit erstellst, kannst Du Dich in der Mail auf andere Dinge konzentrieren.

Und hier kommt der Grund, warum Du Dich rechtzeitig bei den Blogs in Form der Kommentare vorstellen könntest, vielleicht sogar solltest. Denn in Deiner E-Mail kannst Du nun schreiben, dass Du schon länger den Blog verfolgst und die Beiträge toll/interessant/kritisch oder was auch immer siehst.

Hast Du unter einem anderen Namen kommentiert, dann erwähne dies auch in Deiner E-Mail, sodass die Bloggerin bzw. der Blogger Dich zuordnen kann.

Das Wichtigste zuerst, schreib bitte nicht als Begrüßung „Hallo Blogger“ oder „Hallo Bloggerin“. Das wirkt unpersönlich und unhöflich. Und vor allem, es zeigt, dass Du Dir wohl gar keine Mühe gemacht hast herauszufinden, mit wem Du es zu tun hast.

Jede Internetseite und jeder Blog muss ein Impressum führen. Wenn Du keine Informationen gesammelt hast, dann solltest Du spätestens jetzt herausfinden, wie der korrekte Name lautet. Dann kopier ihn in Deine E-Mail, falls er doch kompliziert sein sollte. Und kürz bitte auch den Namen nicht ab. Also, aus Samira wird bitte keine Sam. Denn Du weißt nicht, ob sie so genannt werden möchte. Nutz also den vollen Namen. Wenn sie Dir anbietet, dass Du sie Sam nennst, ist das etwas anderes.

Danach kannst Du erwähnen, sofern Du es getan hast, dass Du schon länger den Blog folgst und unter einen bestimmten Internetnamen öfters kommentiert hast. Damit baust Du eine ganz andere Bindung zu der Bloggerin / dem Blogger auf. Von einer fremden Person wirst Du dann zu einer Art Bekannten. Und ich kann mir gut vorstellen, dass man dann ganz anders reagiert.

Zumindest war es bei mir so. Denn die Autorin Nora Bendzko hat auch zuerst auf meinem Blog einige Beiträge kommentiert. Und dann kam sie privat auf mich zu und fragte, ob ich nicht Lust hätte mit ihr etwas onlinemäßig zu unternehmen. Zuerst eine Beitragsreihe und dann eine Blogtour. Da ich sie schon vorher kannte, hatte ich einen ganz anderen Bezug zu ihr, als wenn sie mich spontan angeschrieben hätte.

Dann stellst Du kurz Dein Buch vor, unabhängig, ob Du ein Media-Kit erstellt hast oder nicht. Wiederhol Dich jedoch nicht nur, was in Deinem Kit steht, biete immer völlig eigene, unabhängige Informationen an. Notfalls kannst Du auf Dein Media-Kit verweisen. Und vor allem auch erklärst Du bitte, warum Du glaubst, dass Dein Buch und ihr Blog zusammenarbeiten könnten.

Wenn Du damit fertig bist, schick notfalls Dein Text durch den Duden Korrektor. Der findet zwar nicht alle Fehler, aber die gröbsten. Und das ist mehr, als wenn Du einen fehlerhaften Text losschickst.

Wichtig ist auch, ob es einen bestimmten Stichtag gibt, wann Du gerne die Rezension sehen würdest. Meine Empfehlung, gib es als Wunsch an, nie als Bedingung. Denn Du kannst einfach nicht über die Zeit der Blogger*innen verfügen. Aber wenn sie weiß, wann die Veröffentlichung ist, kann sie*er für sich entscheiden, ob sie*er Dein Buch liest und es sogar vorzieht.

Denn trotz allem, viele Blogger*innen sind durchaus daran interessante Neulinge zu unterstützen. Und das tun sie eben mit einer Rezension.

Ganz wichtig sei noch erwähnt: wie bei einer Bewerbung um eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle solltest Du versuchen immer individuelle Mails zu schreiben. Denn jeder Blog ist individuell und sollte daher auch behandelt werden. Während Du bei einer Stellenbewerbung auf viele Stilmittel achten musst, ist bei dieser Mail doch möglich, lockerer zu sein. Das ist eindeutig der Vorteil.

Aber reine Copy & Paste Mails kommen nicht gut an. Denn das merkt man und die Blogger*innen bekommen das Gefühl, dass Du einfach nur Blogs ausgesucht, Dich nicht weiter mit ihnen beschäftigt hast und einfach nur anschreibst. Merke Dir, das kann zu Ablehnungen führen.

Es gibt durchaus Teile, die Du kopieren kannst, zum Beispiel die Zusammenfassung zu Deiner Geschichte. Warum solltest Du das Rad immer wieder neu erfinden? Aber das Anschreiben selbst sollte im Idealfall individuell sein.

Und noch ganz wichtig, Du bittest um eine Rezension, niemals um eine Rezession. Mit Letzteren können die Buchblogger*innen Dir nicht dienen.

Überwachung der Bewerbungen

In Deiner Liste, die Du vielleicht erstellt hast, kannst Du nun noch einige Spalten hinzufügen. Die Autorin Tanja Hanika hat in ihrem Schreibratgeber “Arbeitsbuch für Schriftsteller” eine entsprechende Vorlage eingefügt. Vielleicht ist dies auch für Dich interessant.

Füge das Datum hinein, wann Du Deine Bewerbung losgeschickt hast. Sollte eine Zwischenmeldung kommen in Form von, ich melde mich, kannst Du das ebenfalls vermerken und sobald eine Antwort gekommen ist. Und natürlich, ob überhaupt eine gekommen ist.

Eins ist Fakt, Du kannst Dir noch so viel Mühe geben, es werden nicht alle Antworten. Natürlich könntest Du jetzt sagen, dass dann die Zeit, die Du in dem Blog investiert hast, umsonst war. Und ich antworte, mag sein. Aber die Wahrscheinlichkeit ist höher, wenn Du Zeit investierst, weil Dich die Blogger*innen kennen.

Auf alle Fälle musst Du herausfinden, was sich für Dich lohnt. Und ob Du dann mit den Blogs, welche Dir nicht geantwortet haben, noch weiter irgendwie zusammenarbeiten möchtest. Auch das musst Du für Dich klären.

Sie hat Ja gesagt

Dann sag ich erst einmal, herzlichen Glückwunsch.

Wenn Dein*e Wunschblogger*in ja gesagt hat, heißt das natürlich, dass ihr nun einiges gemeinsam klären müsst. Und vor allem, Du musst zuverlässig sein. Das gilt für die Versendung Deines Buches sowie über das ganze Zusatzmaterial, worüber ihr euch dann einigt.

Klär ab, ob Du ein Printbuch senden sollst oder ein E-Book. Und wenn es ein Printbuch sein darf, ob es signiert sein soll. Bei Gewinnspielen gilt auch, welche Bücher zur Verfügung gestellt werden und ob Du noch Zusatzmaterial hast. Dazu zähle ich Autogrammkarten, Lesezeichen und was auch immer Dich als Autor*in ausmacht.

Dann besorg die Bücher und schick sie rechtzeitig los. Nur so kannst Du garantieren, dass das Buch rechtzeitig ankommt, von der*dem Blogger*in gelesen, individuell betrachtet und dann die Rezension veröffentlicht wird.

Wenn ihr noch andere Themen abgesprochen habt, dann liegt es an Dir, Dich darum zu kümmern. Soll es ein Interview geben, dann füll die Fragen aus. Hier ein kleiner Tipp: Fragen wiederholen sich immer und immer wieder, das kannst Du nicht verhindern. Versuch aber trotzdem jede Frage individuell zu beantworten.

Denn Deine (zukünftige) Leser*innen wollen etwas über Dich erfahren. Und das bedeutet, dass Du ihnen immer wieder etwas Neues bieten solltest. Immerhin machst Du Werbung für Dich, nutz sie also bitte.

Die Veröffentlichung ist da

Wenn dann Dein Buch rezensiert und veröffentlicht wurde, bist Du natürlich noch nicht entlassen. Je nachdem, was ihr zuvor abgemacht habt, geht es natürlich nun zum Gewinnspiel oder zum Interview und so weiter.

Aber es geht natürlich auch um das Teilen des Beitrages auf allen sozialen Netzwerken, an denen Du teilnimmst. Also Facebook, Twitter, Instagram und so weiter. Es geht darum, dass nicht nur der Buchblog für Dich etwas tut, sondern Du auch für den Buchblog. Also wieder gegenseitige Werbung.

Und klar, ein Danke schön sollte natürlich auch drin sein. Persönlich per E-Mail oder wie ihr beide auch immer Kontakt habt. Auch wenn ihr euch auf Augenhöhe getroffen habt, so ist zeugt es von Respekt, wenn Du einfach mal danke sagst.

Keine Rezension

Ja, das kann auch passieren. Du und Deine Bloggerin habt euch gut verstanden und es sah danach aus, dass sie über Dein Buch was schreiben wird. Und dann passiert es, die Rezension bleibt aus.

Was könnte passiert sein?

Es kann eine Menge geschehen sein. Unter anderem, auch wenn das schwer zu glauben ist, dass ihr schlicht Dein Buch nicht gefallen hat. Und einige entscheiden sich, bevor sie eine negative Rezension schreiben, dass sie gar nichts schreiben. Das hab ich tatsächlich schon öfters gelesen.

Bitte merke Dir immer eines, Geschmäcker sind verschieden. Und auch wenn hundert Menschen sagen, dass sie Dein Buch lieben, wird die hundertunderste Person sagen, nein, es ist nicht mein Buch, ich liebe es nicht. Und damit musst Du halt klarkommen. Tut mir leid, das sagen zu müssen. Aber das ist halt ein Fakt.

Wenn die*der Blogger*in sich ein wenig vor der Wahrheit drückt, sprich sie*ihn freundlich an und erkundige Dich, warum es keine Rezension gibt. Und sei fair ihr*ihm gegenüber. Denn sie*er hat wahrscheinlich durchaus Dein Buch gelesen, um sich eine Meinung zu bilden.

Vielleicht könnt ihr euch darauf einigen, dass sie doch eine Rezension schreibt, aber dazu eine neutrale Meinung zum Buch gibt. Dann kann sie*er auch gerne schreiben, warum es ihr*ihm persönlich nicht gefallen hat. Denn denke bitte daran, auch eine negative Rezension kann für Dich gut sein.

Warum?

Viele lesen allein aufgrund einer negativen Rezension doch ein Buch, um zu sehen, ob die Meinung stimmt. Und gelegentlich kann es auch passieren, dass sie ganz anderer Meinung sind und dies auch öffentlich kundtun möchten. Daher lehne eine negative Rezension nicht ab, solange sie offen, ehrlich und fair geschrieben ist.

Rezensionen

An die Blogger*innen

Immer wieder lese ich, dass ihr überlastet seid. Und sicherlich stimmt das auch. Es sind ja nicht nur eure Bücher auf den SuBs, sondern auch viele Verlagsbücher und andere von Autor*innen, die alle darauf warten, dass sie gelesen werden wollen.

Und das ist völlig in Ordnung. Gut, zumindest für die meisten Autor*innen. Wir wissen alle, dass manche ihre gute Kinderstube vergessen und unhöflich werden, wenn es um sie und ihre Babys geht, leider.

Doch leider müsst ihr Blogger*innen auch an die eigene Nase fassen, was die Höflichkeit betrifft. Nicht alle, glücklicherweise, aber es gibt sie, die unhöflichen Bloggerinnen.

Was meine ich damit?

Immer wieder lese ich von Autor*innen, dass sie nicht wissen, was sie machen sollen. Da haben sie einem Blog ein Rezensionsexemplar als Printversion zur Verfügung gestellt und bekommen einfach keine Antwort, was denn nun mit der Rezension ist.

Der Grund der Verzweiflung ist einfach, es kommt nichts. Es gibt weder eine Rezension noch eine E-Mail, was los ist. Und einige der Autor*innen haben sogar öfters nachgefragt.

Mit anderen Worten, hier wurde ein Buch abgegriffen und es gab keine Rezension dafür. Natürlich sind Blogger*innen nicht verpflichtet, eine Rezension zu liefern, nur weil sie ein Buch geschenkt bekommen haben. Das will ich nicht sagen.

Aber hei, seien wir doch mal ehrlich, eine kurze E-Mail, dass man das Buch nicht öffentlich rezensieren kann oder das es noch dauert, das tut einfach nicht weh. Damit wissen die Autor*innen Bescheid und können sich entsprechend darauf einstellen.

Aber nichts zu schreiben, keine Reaktion zu zeigen, nichts gar nichts, es tut mir leid, das ist aber alles andere als unhöflich.

Und hier noch ein kleiner Hinweis liebe Blogger*innen. Es heißt, dass ihr sehr gut untereinander vernetzt seid. Und es heißt auch, dass ihr wisst, wenn sich eine Autor*in daneben benimmt. Das Gleiche trifft auch auf Autor*innen zu.

Wenn ich erfahren würde, dass ein Buchblog eher Bücher abgreift und nicht rezensiert (und das auch regelmäßig), ganz unter uns, ich würde um den dann einen ganz schön großen Bogen machen.

Wie geschrieben, Du bist zu keinem Zeitpunkt verpflichtet, eine Rezension zu schreiben. Noch nicht einmal Dich zu melden, wenn Du es nicht willst. Aber auf Dauer wäre das eine gute Idee, damit Du weiterhin guten Kontakt zu den Autor*innen behalten kannst. Zudem, es ist einfach höflich.

Daher meine Bitte melde Dich.

Rezensionen

An die Autor*innen

Es reicht nicht nur aus, einfach ein Buch zur Verfügung zu stellen und dann den Blogger*innen die restliche Arbeit zu überlassen. Es geht auch nicht, dass ihr den Blogger*innen vorschreibt, was sie wann zu bloggen haben.

Es geht um eine Gemeinschaftsaufgabe. Das bedeutet, dass ihr gemeinschaftlich arbeitet. Redet miteinander und schaut euch an, was ihr bieten könnt und was die Blogger*innen sich wünschen. Auf einem Blog zu erscheinen kann eine große Sache sein. Und kann auch eine Aufgabe sein. Respektiert das.

Und ja, es wird Rezensionen geben, die Dir nicht gefallen werden. So ist halt das Leben. Es macht aber keinen guten Eindruck, wenn Du dann den Höllenschlund öffnest und über die entsprechenden Blogger*innen herziehst. Erst recht, wenn Du Selfpublishing betreibst. Damit reißt Du nicht nur Dich in die Misere, sondern gleich alle anderen. Dann gibt es wieder diesen Tenor, dass alle Selfpublisher*innen keine Kritik ertragen können.

Lerne, professionell zu arbeiten und zu handeln. Und das in erster Linie für Dich.

Rezensionen

Abschlussgedanken

Eigentlich ist es einfach, sich bei den Bücherblogs zu bewerben. Mach Dich vorher sichtbar, danach schreib eine persönliche und individuelle Mail und zu guter Letzt versuch ein wenig Geduld mitzubringen. Wenn Du das berücksichtigst, dürfte es wahrscheinlicher sein, dass es mit Deinem Wunschbuchblog eher klappt.

Natürlich ist dieses Vorgehen keine Garantie, dass es wirklich klappt. Wobei, bei mir funktionierte es. Und letztendlich, was hast Du zu verlieren? Probier es aus und mach Deine eigenen Erfahrungen.

Dabei wünsche ich Dir allen Erfolg dieser Welt.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Wie Du auf Rezensionen (nicht) reagieren solltest

Wie Du auf Rezensionen (nicht) reagieren solltest

Mit diesem Beitrag lehne ich mich so richtig schön aus dem Fenster. Warum? Weil ich mich nur allzu gut kenne und weiß, wie ich reagiere, wenn ich eine schlechte Rezension bekommen würde. Daher ist er für Dich als Ratschlag und für mich als Mahnung gedacht.

Vorgedanken

Weißt Du, was ich Dir wirklich richtig wünsche? Wenn Dein erster Roman veröffentlicht wird, dass Deine allererste Rezension eine ausführliche und wunderbare fünf Sterne Rezension wird. Ausführlich, wohlwollend und auch hilfreich. Und das wirklich in jeglicher Hinsicht.

Denn eins ist sicher, sie wird bald kommen. Sie wartet sogar auf Dich. Im Schatten ruhend. Und sie wird zuschlagen, wenn Du es am wenigsten erwartest: die negative Rezension, die Rezension mit dem Angst Erfüllendem einem einzigen Stern. Oder womöglich ein herzzerreißender Verriss.

Niemals werden alle Leserinnen und Leser Dein Buch lieben. Das ist ein Fakt und sollte uns als Autor*innen nicht stören. Wir schreiben trotzdem weiter, und zwar für diejenigen, die unsere Bücher lieben. Aber es wird halt passieren, dass mal ein*e Leser*in sagt, dass das Buch ihr nicht gefallen hat und dieses nicht gefallen in einer negativen Rezension ausdrückt.

Und der Grund, warum ich Dir wünsche, dass Deine erste Rezension eine sehr ehrliche aber auch Positv ist, ist ganz einfach: Du sollst Dich immer an sie wohlwollend erinnern. Andere Bewertungen kommen und gehen, aber die Erste wird immer einen besonderen Platz in Deinem Leben einnehmen. Das ist ein Fakt. Vielleicht druckst Du sie Dir auch aus und rahmst sie ein. Wer weiß das schon. Und daher wäre es doch schön, wenn sie die glatte Punktzahl hat.

Ich selbst unterteile die verschiedenen Rezensionen nach drei großen Oberthemen:

  • die nichtssagenden Rezensionen,
  • die positiven und/oder ausführlichen Rezensionen
    und
  • die negativ und/oder ausführlichen Rezensionen.

In dem folgenden Beitrag möchte ich Dir diese drei Typen vorstellen und was ich darunter verstehe und wie ich selbst darauf reagieren würde. Und natürlich geht es auch um die Frage, wie könnte man überhaupt auf Rezensionen reagieren, sowie, sollte man auf diese reagieren?

Rezensionen

Die nichts sagenden Rezensionen

Die Positiven

Sicherlich bist Du über Bewertungen gestoßen, die zwischen vier und fünf Sterne vergeben, aber meistens aus einem oder zwei Sätzen bestehen. Diese Beiträge sagen nichts über das Buch aus und sind weder eine Hilfe für Dich als Autor*in, um genauer festzustellen, was Du richtig gemacht hast, noch als Käufer*in, ob sich das Buch wirklich lohnt, erworben zu werden.

Sie haben in etwa folgenden Tenor:

  • Das Buch war total klasse. Ich habe richtig lachen können und die Figuren waren total realistisch und toll.
  • Mir hat das Buch viel Spaß gemacht, leider war es so schnell vorbei.
  • Ich liebe diesen Roman. Der Plot war klasse, die Figuren haben mich zu Tränen gerührt und ich war so schnell durch, ich brauche unbedingt den nächsten Teil.

So oder zumindest so ähnlich sind diese positiven, kurzen Beiträge. Wenn man dafür vier oder fünf Sterne bekommt, natürlich darfst Du Dich deswegen freuen. Aber sei jetzt mal ganz ehrlich, was könntest Du daraus wirklich mitnehmen?

Die Figuren sind toll. Wunderbar. Was aber genau? Ist es der Charakter, ihr Charakterbogen oder das Zusammenspiel von Heldin und Held? Das Mal so als Beispiel genannt. Oder was war denn so realistisch an den Figuren, dass die Rezensentin darüber lachen musste. Oder lachte sie über etwas anderes?

Solche Rezensionen kann man gerne auch Bauchstreichler bezeichnen. Sie kraulen Dir also den Bauch (wie bei einer Katze) und Du kannst dabei gerne schnurren. Aber ich könnte damit nichts anfangen. Denn sie helfen mir gerade Mal, mein Schreiben stabil zu halten. Mehr aber auch nicht. Denn diese Leser*innen sagen mir nicht, was genau ich richtig gemacht habe. Und wenn ein Stern fehlen sollte, was ich da hätte besser machen können. Oder erklären mir nicht, wieso es nur vier Sterne sind. Denn es gibt einige, die nur exzellente Bücher mit fünf bedenken. Aber das kann ich ja schwerlich riechen.

Mögliche Reaktion

Als Dankeschön würde ich ein anonymes Like hinterlassen. Mehr nicht. Einerseits würde es mich freuen, wenn meine Leserinnen und Leser das Buch so gut gefallen hat, dass sie sich entscheiden immerhin einen Dreizeiler zu hinterlassen. Auch das kostet durchaus seine paar Minuten.

Zudem kann ich als Autorin nicht immer erwarten, dass jede Leserin oder Leser sich hinsetzt und eine ausführliche Rezension schreibt. Egal wie sehr wie uns das Wünschen. Daher darf man gerne auch diese Rezensionen mit einem ganz kleinen Dankeschön bedenken. Aber mehr auch nicht.

Die Neutralen und Negativen

Wenn man eine Bewertung mit drei Sternen sieht, dürfte der Schock schon einmal da sein. Auch wenn eine drei Sterne Rezension kein Weltuntergang ist. Man kann sie als neutral einstufen. Aber darüber musst Du nicht verzweifeln.

Zwei und ein Stern, die Welt dürfte dann zusammenbrechen, mindestens. Aber wenn Du sie Dir dann genauer ansiehst, dann siehst Du, dass sie eine ähnliche Tendenz haben, wie die Positiven, von denen Du nichts lernen kannst.

  • Das Buch war nicht das Geld wert, zum Glück habe ich es kostenfrei bekommen.
  • Es war eine absolute Frechheit, es hatte einen schlechten Stil, die Figuren waren absolut unrealistisch und das Ende, nun ja.
  • Kein Wunder, dass das Buch kein Verlag gefunden hat (als Self Publishing Titel).
    alternativ
    Ein Wunder, dass das Buch überhaupt einen Verlag gefunden hat, so schlecht, wie es ist.

Auch hier könnte ich nur schwerlich etwas mitnehmen. Hier hat ein*e Leser*in sich nicht gut unterhalten gefühlt und möchte diesem Gefühl Ausdruck verleihen. Das ist völlig in Ordnung. Aber für Dich nicht gerade hilfreich.

Mögliche Reaktion

Akzeptier diese Bewertungen und freue Dich, dass Du zumindest eine negative hast. Nicht lachen, aber das meine ich tatsächlich ernst. Eine negative Rezension ist erst einmal kein Beinbruch.

Denn häufig ist es so, dass nur vier oder fünf Sterne Bewertungen kein gutes Bild abgeben. Wenn dann doch mal eine schlechte Bewertung auftaucht, dann haben die Leser*innen nicht das Gefühl, dass alle anderen reine Gefälligkeitsrezensionen sind, bzw. sein könnte. Auch wenn Du sie Dir alle ehrlich verdient hast, indem Du niemanden um eine Bewertung batest, so kommt zwischenzeitlich (dank einiger Skandale) doch leider dieses Gefühl auf.

Selbst würde ich mir darüber keine Gedanken machen, sondern einfach weiterschreiben. Kein Gefällt mir und auch kein Gefällt mir nicht. Mag zwar auf dem ersten Blick arrogant wirken, dass man Rezensionen ignoriert. Aber in diesem Fall ist das durchaus in Ordnung. Reg Dich deswegen nicht auf oder tu etwas Dummes deswegen. Was ich meine, liest Du weiter unten.

Die „Was soll das“ Rezensionen

Das Buch wurde ordentlich geliefert, man weiß aber nicht, ob es gut ist, weil man es verschenken möchte. Oder auch, man konnte das E-Book nicht herunterladen und man wurde um das Geld betrogen.

Es gibt sie, die Beiträge, welche das entsprechende Feld mit dem Kommentarfeld für die Verkäuferinnen und Verkäufer verwechselt wurden, bzw. mit dem des Supports. Und seien wir mal ehrlich, was sollen wir bitte schön mit solchen Bewertungen anfangen? Sie meinen ja nicht uns als Autorinnen und Autoren, sondern es dreht sich hier rein um die Kaufabwicklung.

Mögliche Reaktionen

Kurz und schmerzlich ignoriere sie einfach. Sie haben mit Dir nichts zu tun, warum solltest Du Dich also mit ihnen wirklich beschäftigen? Das ist nicht arrogant, sondern lediglich zeitsparend. So einfach ist das.

Natürlich könntest Du durch den Portalbetreiber eine Löschung des Kommentars beantragen lassen. Aber Du könntest auch auf Deine potenziellen Käufer*innen vertrauen, die eine solch sinnlose Rezension von einer sinnvollen Rezension unterscheiden können und nichts darauf geben. In dem Fall brauchst Du Dir nicht zu viele Gedanken machen.

Es stand doch da!

Der Titel spricht Bände, das Cover ist eindeutig, die Beschreibung sagt es klar, die Kategorisierung (wo das Buch einsortiert ist – gut, die kann ignoriert werden), natürlich steht die Leseprobe für sich und auch die anderen Rezensionen bestätigen es. Es ist, zum Beispiel, ein erotischer Roman. Die*der Leser*in kauft das Buch und was für eine Überraschung, es ist ein erotischer Roman.

Und dafür verdienst Du natürlich Minus drei Sterne, immerhin hast Du die*den Käufer*in schamlos getäuscht. Da kann sie nicht anders reagieren.

Mögliche Reaktion

Nachdem Du darüber den Kopf geschüttelt hast, hast Du zwei Möglichkeiten.

  1. Du ignorierst diese Rezension.
    Immerhin hätte die*den Käufer*in sich genauer informieren können. Wenn alles auf ein entsprechendes Genre hinweist, womöglich hast Du sogar geschrieben, dass es ein FSK 18 Buch ist (wie es aktuell bei Büchern amerikanischer Autor*innen gang und gäbe ist), dann kannst Du nichts dafür. Soll sie*er sich doch das nächste Mal bitte besser informieren.
  2. Du antwortest darauf.
    Vermeid aber bitte auf alle Fälle irgendwelche Anschuldigungen oder Beleidigungen. Alles Weitere wie Du Dich verhalten könntest und wie Du es besser nicht machen solltest, kannst Du weiter unten lesen.
    Lies Dir zuerst durch, was für einen Roman die*der Käufer*in erwartet hat. Wollte sie*er eigentlich einen Liebesroman lesen? Dann kannst Du sie doch gerne darauf hinweisen, dass Du ja noch andere Romane hast (sofern dem so ist), vielleicht gibst Du ihr*ihm auch ein Buchtipp, welcher vielleicht eher nach dem Geschmack sein könnte. Und gerne kannst Du bedauern, dass dieses Buch nicht ihren* seine Geschmack getroffen hat.
    So reagierte Emily Bold (laut ihrem Kommentar auf der LLC) auf einen solchen Beitrag. Das Ergebnis war, dass die Kundin die Bewertung abmilderte, das vorgestellte Buch kaufte und diesen sogar positiv bewertete.

Und ja es gibt sie

Es gibt sie durchaus, die Neidrezensionen von Kolleginnen und Kollegen, also anderen Autor*innen. Sie bewerten prinzipiell Dein Buch schlecht, weil sie wohl anerkennen müssen, dass es besser bei den Leser*innen ankommt. Und sie wollen es aus Prinzip schlecht machen.

Sehr häufig verwenden sie Fachwörter wie Lektorat oder Korrektorat und sind durchaus sehr böswillig geschrieben. Aber ein Schema F, wie man sie erkennen kann, gibt es nicht. Wenn Du klare Beweise hast, wer sich dahinter verbergen könnte, sprich die Person an und frag sie, warum sie das getan hat. Aber eine wirklich handhabe hast Du nicht unbedingt dagegen. Denn immerhin könnte es durchaus eine ehrliche Meinung sein und die kann man eben nicht verbieten.

Rezensionen

Die positiven und durchaus ausführlichere Rezensionen

Natürlich ist es eine reine Definitionssache, was hier unter ausführlich gemeint ist. Das können 1.000 Wörter sein, aber auch nur 100 Wörter. Trotzdem kannst Du hier viel mehr mitnehmen, als bei den oben genannten Bauchstreichlern.

Der Unterschied hier ist ganz klar, dass Du nicht nur erfährst, dass der*dem Leser*in Dein Buch gefallen hat, sondern vor allem auch warum. Und darauf kommt es letztendlich an. Sie*Er wird Dir schreiben, dass ihr*ihm die Figuren gefallen haben, weil ihre Charakterzüge realistisch sind, die Dialoge spritzig und der Plot durchaus nachvollziehbar ist.

Sie*er wird sich vielleicht ebenfalls nicht die Mühe machen und eine extrem ausführliche Rezension schreiben. Aber Du wirst auf alle Fälle mehr mitnehmen, als Du es bei den oben aufgeführten Beiträgen zusammen könntest.

Mögliche Reaktion

Ehrlich gesagt, ich würde mir diese Rezension definitiv ausdrucken und analysieren. Denn das sind die Beiträge, auf die ich als Autorin nur hoffen kann. Immerhin hast sich da jemand Mühe gemacht und Dir aufgezeigt, was Du gut gemacht hast. Finde genau das heraus und überlege Dir, ob Du das wirklich erreichen wolltest.

Wenn ja, dann bleib dabei und überlege Dir, wie Du diese positiven Punkte auch bei Deinem nächsten Roman erreichen kannst. Wenn Du das jedoch nicht wolltest, dann überlege Dir, ob es Dir nicht doch gefällt und Du dabei bleibst. Oder es zukünftig änderst. Lies Dir dazu durchaus Deine eigene Geschichte durch und überprüfe das, was Du da erreicht hast.

Ob Du jetzt hier unbedingt eine Antwort schreiben sollst oder nicht, darüber diskutieren wir unten weiter.

Rezensionen

Die ausführliche negative Rezension

Das Schreckensgespenst einer jeden Autorin und eines jeden Autors. Irgendwann wirst Du einen bestimmten Buchanbieter aufrufen, nach Deinen Büchern (oder anders ausgedrückt, nach Deinen Babys) schauen und sehen, dass die fünf vollen Sterne auf einmal an Farbe verloren haben. Du rufst die Bewertungen auf und siehst, jemand hat Dein Baby mit zwei oder gar nur mit einem einzigen Stern bewertet.

Unverschämtheit!

Eins ist klar, früher oder später wird dieser Tag kommen. Und meine klare Empfehlung ist, am besten wappnest Du Dich innerlich auf diesen „besonderen Tag“. Denn wenn Du damit rechnest, ist diese Enttäuschung nicht ganz so groß, als wenn Du der festen Überzeugung bist, dass die schlechteste Rezension gerade mal drei Sterne sein dürfte.

Aber egal ob Du damit rechnest oder nicht, halte Dich zurück, bevor Du in irgendeiner Art und Weise reagierst. Notfalls entspann SOFORT Deine Muskeln. Denn, um wütend zu sein, musst Du angespannt sein. Wenn Du aber sofort die Muskeln entspannst, verpufft regelrecht die Wut. Das habe ich einige Male ausprobiert und war selbst überrascht, dass es so gut funktioniert.

Dann lies Dir in aller Ruhe die Rezension noch einmal durch. Wenn ich aufgebracht bin, dann lese ich Dinge in Texte hinein, die gar nicht dastehen. Denn immerhin wagt es ja jemand mich zu kritisieren, also ist der Text eine reine Kampfansage. Doch wenn ich einmal kurz durch die Wohnung laufe und dann zurück an den PC kehre, um mir noch einmal den Text durchzulesen, merke ich, dass es gar nicht so schlimm ist, wie ich es beim ersten Mal geglaubt habe.

Daher nutze die Gelegenheit des Internets und lese Dir die Rezension durchaus ein zweites Mal durch. Was will Dir die Autorin oder der Autor mit dieser Rezension sagen? Was hat ihr*ihm nicht gefallen, dass sie*er der Meinung ist, Dir solch eine schlechte Rezension zu schreiben? Immerhin ist das ja auch eine Art der Kontaktaufnahme und nicht nur ein Versuch Dich niederzumachen (auch wenn es sich vielleicht anfühlt).

Das ist die Gelegenheit, um Dein Werk noch einmal kritisch zu beurteilen. Ist der Plot wirklich so schwach, wie die*der Rezensent*in behauptet? Oder hat sie*er eventuell einen anderen kritischen Blick. Oder sind die Charaktere wirklich so oberflächlich beschrieben? Hättest Du Dir noch mehr Mühe geben können, um dieses harte Urteil abzuwenden?

Notfalls hole Dir Hilfe von Leuten, die Dein Buch kennen, und frage sie, wie sie die Kritik sehen. Ideal ist es natürlich, wenn Du Leute fragst, die nicht zu den Heavyfans gehören, also diejenigen, die alles von Dir lesen, Hauptsache es ist von Dir. Die sind nicht kritisch genug dabei und können Dir also nicht helfen.

Sei aber nicht ZU selbstkritisch. Es kann sein, dass die Leserin oder der Leser auch die Sache selbst extrem kritisch gesehen hat und daher Dir das so mitteilen wollte. Ich sehe es als wichtig an, dass Du Dich auch mit einer negativen Rezension auseinandersetzt. Es gibt aber Punkte, die sind den Leser*innen sehr wichtig, Dir aber nicht. Wenn Du sie also nicht übernehmen möchtest, dann mache es nicht. Weißt Dich aber eine Leserin, ein Leser auf etwas Gutes hin, dann übernehme es wieder herum.

Es kommt immer auf den Inhalt der Kritik an, was Du damit letztendlich machst.

Rezensionen

Deine Reaktion auf Rezensionen

Es gibt die verschiedensten Meinungen, ob man überhaupt auf Rezensionen reagieren soll oder nicht. Dabei ist es egal, ob diese auf einem gewissen Onlineportal veröffentlicht werden oder auf Bücherblogs.

Die einen reagieren auf jede Rezension, während die anderen sagen, in der Zeit könnte ich einen neuen Roman geschrieben haben, in der ich zu allem ein Kommentar abgebe. Dann gibt es Leute, die nur auf gute Rezensionen reagieren und andere nur auf negative. Und das kann auch wieder in den falschen Hals gelangen.

Reagierst Du nur auf Gute, heißt es, Du ignorierst die kritischen Stimmen. Wenn Du aber nur auf die Negativen reagierst, sehen da wieder, dass Du eine schlechte Rezension nicht ertragen kannst.

Wie Du siehst, egal wie Du es machst, Du machst es sowieso falsch. Also mach es auf alle Fälle, wie Du es selbst für richtig hältst.

Überlege Dir also heute schon einmal, ob Du überhaupt auf Rezensionen reagierst und wie Du es machen willst. Nur auf Bücherblogs oder überall (was natürlich schwierig wird, weil Du aller Wahrscheinlichkeit nicht alle mitbekommen wirst, die geschrieben werden). Oder hältst Du es wie die Verlagsautorinnen, genieß die Rezensionen und schweigst.

Das absolute No-Go

Es gibt aber etwas, was Du niemals machen solltest. Und ich meine das wirklich niemals. Auch wenn es Dir in den Fingern juckt und Du gerne die Leute auf den Mond schießen würdest, aber jetzt kommen ein paar Punkte, von denen Du trotzdem Abstand halten solltest. Mindestens ein ganzes Sonnensystem Abstand.

Selbst wenn die*der Rezensent*in Dich als dilettantische*n Autor*in, als ein Missgeschick der Natur oder was auch immer bezeichnen sollte, beleidige niemals zurück. Niemals! Wenn Beleidigungen fallen, dann kannst Du gerne eine Strafanzeige überprüfen, aber verfalle niemals auf ein solches Niveau.

Und auch sonst beleidige niemals irgendeine Leserin oder einen Leser. Du schießt Dir damit nur ein Eigentor. Ich habe das schon zwei oder drei Mal erlebt, dass Autorinnen und Autoren die Rezensentin beleidigt und angegriffen haben. Das war nicht unbedingt förderlich für die entsprechenden Autorinnen und Autoren. Ganz im Gegenteil. Häufig verbünden sich die Leser*innen und unterstützen die angegriffene Person. Und schlimmstenfalls kann es noch passieren, dass andere aus Prinzip Dein Werk schlecht bewerten. Einfach deswegen, weil Du Dich daneben benommen hast.

Bei anderen Autor*innen kann es dann einfach passieren, dass man deren Bücher nicht kauft. Denn es kann ja sein, dass die Bücher einer ebenfalls nicht gefallen und man möchte das eventuell auch negativ bewerten. Dann muss man ja auch mit einem sogenannten Shitstorm rechnen. Das macht dann keinen Spaß und man hält sich damit zurück. Unter anderem dann auch mit dem Kauf.

Eine weitere blöde Idee ist es, wenn Du Deine Fans in die Spur schickst. Sei es, dass Du sie bittest, die Bewertung runter zu voten, die*den Rezensent*in anzugreifen oder bitte ganz viele positive Beiträge zu schreiben. Das zeugt einfach von keinem guten Stil.

Am besten ist, dass Du die negative Rezension akzeptierst. Atme tief durch, respektiere die Meinung der anderen Menschen und schreib weiter. Alternativ kannst Du auch Kekse backen.

Natürlich kannst Du die Bewertung analysieren, es kann ja trotzdem was Brauchbares dabei sein. Sollte sie Dich aber nur Aufregen, schließ das Fenster und schreib Deinen nächsten Roman. Alles andere ist Zeitverschwendung.

Rezensionen sind wichtig, die Reaktion darauf manchmal sogar noch wichtiger.
Rezensionen

Abschlussgedanken

Ich wünsche Dir natürlich ganz viele ehrliche Rezensionen, die Deine Bücher für die anderen interessant machen und die Deiner Seele streicheln. Aber früher oder später müssen wir uns alle mit dem Thema negative Kommentare halt auseinandersetzen. Und das solltest Du spätestens mit der Phase der Veröffentlichung berücksichtigen.

Überlege Dir, ob Du überhaupt Rezensionen kommentieren möchtest oder es lieber lässt. Es ist ganz Dir überlassen. Aber es ist immer gut, wenn Du dabei Deinen eigenen Weg findest.

Ich weiß aber nicht, wie ich mich verhalten soll

Es gibt da eine ganz einfache Möglichkeit eine Entscheidung zu treffen: Lies gar keine Rezensionen. Punkt.

Ansonsten, alles Liebe für Dich.

Deine frau schreibseele.