Von Preisaktionen und 0 Euro Büchern

Von Preisaktionen und 0 Euro Büchern

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du Dich mit den Preisen für Deine Bücher beschäftigst, wirst Du bestimmt auf Ratschläge stoßen, in denen es heißt, dass Du Dein Buch für eine kurze Zeit günstig oder gar umsonst anbieten sollst. Doch ist das wirklich logisch? Oder verliert man damit Geld? Daher hier eine theoretische Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Kurze Vorgedanken

Wenn man ein Buch veröffentlicht, bieten einige Distributoren an, diesen für einen vergünstigten Preis zu veröffentlichen. Oder gar für 0 Euro. Gerade in der Vergangenheit sind viele auf diesen Zug aufgesprungen. Doch zwischenzeitlich hat sich eine etwas kritischere Sicht auf diese Preisaktionen gebildet.

Doch gibt es immer wieder Autor*innen, die Preisaktionen anpreisen. Gerade im englischsprachigen Bereich sind diese nicht wegzudenken.

Was sind genau Preisaktionen?

Eine Preisaktion ist, wenn man ein Buch in einem bestimmten Zeitraum vergünstigt oder umsonst anbietet. Diese Zeiträume können zur Veröffentlichung, zum Buchgeburtstag oder dem eigenen Geburtstag sein, Feiertage oder andere besondere Tage.

So könnten Weihnachtsgeschichten im Dezember günstiger angeboten werden. Oder Liebesromane Ende Januar bis zum 14. Februar, also dem Valentinstag. Damit sollen potenzielle Leser*innen angelockt werden, um das Buch zu kaufen.

Außerhalb dieser Zeiträume werden die Bücher dann eben zum normalen Preis angeboten. Damit verbinden viele die Hoffnung, wenn das Buch gut ankommt, dass sie durchaus geneigt sind, auch weitere Bücher zu kaufen.

Der Vorteil von Preisaktionen

Gerade, wenn man mehrere Bücher veröffentlicht hat, könnte eine Preisaktion ein Lockmittel sein. Man kauft sich ein Buch zu einem günstigeren Preis oder bezahlt nichts davon, liest es sich durch und ist dann (hoffentlich) so begeistert, dass man die anderen Bücher ebenfalls kauft. Zum normalen Preis.

Damit soll Aufmerksamkeit generiert werden. Gerade für unbekannte Autor*innen kann es häufig schwierig sein, gekauft zu werden. Denn trotz Leseprobe und eventuell vorhandener Rezensionen können sich einige sagen, die oder den kenne ich nicht, also wird die Person nicht gekauft.

Ein günstiger Preis könnte wie ein Lockmittel funktionieren. Man sieht Dich als neue*n Autor*in und sieht dann den Preis. Und dann ist man vielleicht eher geneigt, Dir eine Chance zu geben. Denn statt 4,99 Euro kostet Dein Buch vielleicht nur 1,99 Euro. Die Hemschwelle Dir eine Chance zu geben sinkt dadurch.

Der Nachteil von Preisaktionen

Den Teil, dass Du damit eventuell weniger verdienst, klammere ich aus. Das kannst Du Dir sicherlich denken. Gerade, wenn das Buch für 0 Euro angeboten wird.

Einen großen Nachteil sehe ich darin, dass die Leute nur auf Dich aufmerksam werden, wenn Du Preisaktionen startest. Außerhalb bist Du den Preisjäger*innen zu teuer. Also warten sie darauf, dass Deine Bücher günstiger angeboten werden und greifen erst dann zu.

Tatsächlich habe ich vor einigen Jahren eine*n Autor*in beobachtet, wie die Preise der Bücher immer wieder auf 0 Euro heruntergesetzt wurden. Zugegeben, ich habe mir irgendwann den Spaß erlaubt, die Bücher dann herunterzuladen. Einige Bücher konnte ich tatsächlich so “ergattern”. Hätte ich das weitergemacht, wer weiß, vielleicht hätte ich alle veröffentlichten Bücher bekommen, ohne auch nur 1 Cent zu bezahlen.

So etwas kann passieren, wenn man die eigenen Preisaktionen so ausarten. Und ich kann mir vorstellen, dass ich nicht die Einzige bin, die das gemacht hat.

Weiterhin kann das Gefühl eines Verlustes entstehen. Das habe ich mal im Rahmen eines Psychologiebeitrages erfahren. Wenn ich ein Buch für 2,99 Euro kaufe, dann ist das erst einmal in Ordnung für mich. Sollte ich aber erfahren, dass das Buch zuvor 1,99 Euro gekostet hat oder nach meinem Kauf der Preis reduziert wurde, fühle ich diesen Verlust. Immerhin hätte ich einen ganzen Euro sparen können.

Psycholog*innen können Dir das hier sicherlich besser erklären als ich. Daher werde ich keine Analyse starten, warum das so sein könnte. Aber Du kannst das an Dir selbst überprüfen. Wie würde es sich anfühlen, wenn das letzte Buch, dass Du gekauft hast, auf einmal günstiger werden würde. Da niemand Deine Antwort jemals erfahren wird, kannst Du ganz ehrlich sein.

Weiterhin kann es schwierig sein, wenn Du in einer Autor*innenvereinigung Mitglied bist. Eventuell könnte es sein, dass sie dort Preisaktionen nicht gut finden. Bestenfalls wirst Du dort nicht beworben. Vielleicht sind aber einige auch dafür, dass Du dann die Gruppe verlässt, wenn Du Preisaktionen planst.

Solltest Du also Mitglied in einer Autor*innenvereinigung sein und eine Preisaktion planen, erkundige Dich am besten vorher, inwiefern das dort möglich ist. Sicher ist hier definitiv sicher.

“Ich bin es mir wert”

Immer wieder fällt es mir auf, dass Autor*innen sich weigern, unter Wert zu verkaufen. Daher setzen sie für ihre Bücher Preise fest, die sie für realistisch halten. Und laden alle ein, fair zu kaufen.

Der Vorteil davon ist ganz klar, dass sie erklären, warum sie für ihre Bücher entsprechende Preise verlangen. Das ist transparent und viele neigen danach durchaus die entsprechenden Autor*innen zu unterstützen. Ein offener Umgang mit der Preispolitik kann durchaus positiv sein.

Eine mögliche Alternative

Erst einmal spricht nichts gegen Preiskationen. Damit kannst Du mögliche Lesende anlocken, damit sie Deine Bücher kaufen. Aber ich würde selbst das anders aufziehen.

Und zwar dauerhaft das eine oder andere Buch zu einem günstigeren Preis anbieten. Nehmen wir mein erstes Buch (dass hoffentlich dieses Jahr erscheint). Dieses würde ich um einiges günstiger anbieten, als alle nachfolgende Bücher. Und zwar dauerhaft.

Du könntest also Dein erstes Buch als ein Einstiegsbuch eben günstiger anbieten. Damit lockst Du die möglichen Lesenden, sodass sie sich dann auch für Deine anderen Bücher interessieren.

Wenn Du eine Reihe schreibst, dann könntest Du Band 1 dauerhaft entweder günstig oder eben kostenfrei anbieten. Das kannst Du auch als Lockmittel nutzen. Wenn ihnen Band 1 gefallen hat, werden sie auch die weiteren Bände kaufen, weil sie sehen wollen, wie es weitergeht. Auch hier würde ich überlegen, Band 1 dauerhaft zu diesem Preis anzubieten.

Da diese Preise dauerhaft angeboten werden, könntest Du auch dauerhaft die Leute locken. Also nicht nur zur Veröffentlichung Deines Buches, sondern eben auch danach, zu besonderen Tagen oder wann auch immer.

Deine Fanbase

Dauerhaft, als mögliche Lesende zu locken, ist, sich eine Fanbase aufzubauen. Diese werden Deine Bücher sofort kaufen, wenn es erschienen ist. Und sie werden Rezensionen für Dich schreiben, ohne dass Du sie vorher fragen musst.

Einige werden sogar Werbung für Dich machen, ohne dass Du sie darum bitten musst. Einfach, weil sie Dich unterstützen möchten. Und sie werden jeden Deiner Beiträge teilen, wenn Du was schreibst. Einfach, weil sie Dich und Deine Bücher mögen.

Daher ist es besser, wenn Du Dir Deine Fanbase aufbaust, damit sie Dich unterstützen können. Denn hierbei handelt es sich um eine Aktion, die dauerhafter wirken kann. Keine Preisaktion der Welt kann eine gute Fanbase aufwiegen.

Wann Du mit dem Aufbau Deiner Fanbase anfangen solltest? Eigentlich an dem Tag, an dem Du entschieden hast, einen Roman zu schreiben. Aber Du kannst heute, nachdem Du diesen Beitrag fertig gelesen hast, damit anfangen.

Abschlussgedanken

Preisaktionen können helfen. Gerade am Anfang Deiner Kariere. Das kann gut stimmen. Aber ich persönlich werde es eher mit fixen Preisen versuchen. Das erste Buch einer Reihe günstiger als die anderen. Und das erste Buch überhaupt ebenfalls günstiger.

Wichtiger ist auf alle Fälle, eine gute Fanbase zu haben. Wenn sie Dir zur Seite steht, dann wirst Du eher Erfolg haben, als wenn Du alle Deine Bücher verschenkst.

Beim Aufbau wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Dein richtiger Buchpreis

Dein richtiger Buchpreis

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im letzten Beitrag hatte ich Dich eingeladen, ein wenig über die Preise anderer Autor*innen zu recherchieren. In diesem Beitrag machen wir uns mal konkrete Gedanken über Deinen Buchpreis.

Natürlich geht es in diesem Beitrag nur um die, die Selfpublishing betreiben. Verlagsautor*innen dürften wenig bis gar keinen Einfluss auf den Buchpreis haben.

Kurze Vorgedanken

Der richtige Buchpreis bindet mehrere Gedanken. Zum einen, was bist Du Dir Wert. Gleichzeitig sollte der Preis Deine Kosten decken, die Du haben wirst. Und auch Lesende nicht abschrecken. Immerhin möchtest Du ja, dass sie am Ende Dein Werk kaufen, ohne Bauchschmerzen oder Grübeleien.

Harte Fakten

Distributoren sagen klar, wenn Du Dein Buch über uns anbietest, kostet es Dich nichts. Letztendlich tut es aber doch. Ein E-Book verschlingt zumindest Speicherplatz auf irgendwelchen Servern. Die wollen gepflegt werden, damit ich als Lesende jederzeit das Buch kaufen kann, ohne böse Überraschungen jeglicher Art.

Das gilt erst einmal auch für das Printbuch. Es lager irgendwo und wartet darauf, dass ich mich für das Buch entscheide. Sobald ich sage, ich kaufe es, wird es meistens gedruckt, verpackt und versandt. Das sorgt dann für weitere Kosten, eben Material- und Versandkosten.

Das solltest Du bedenken, wenn Du ein Buch anbietest. Bei einem E-Book fallen Material-, Druck- und Versandkosten weg. Aber eben nicht die Datenbankkosten. Würdest Du ein Buch zu günstig anbieten, machst Du schlichtweg Verlust. Und wer arbeitet schon für die roten Zahlen?

Du kannst Dir die verschiedenen Distributoren aufrufen und mit der Preisgestaltung spielen. Auch wenn Du keine fixen Daten hast, gib einfach die ein, die Deinem Werk am nächsten kommen. Und dann schau Dir mal, was Dir als Buchpreis empfohlen wird.

Du kannst auch mit dem Preis runtergehen, bis eine negative Marge entsteht. Die Distributoren wissen, was ein Printbuch mit Deinen Angaben kostet, wenn es gedruckt werden darf. Daher empfehlen sie Dir eine Mindestsumme, damit diese Kosten gedeckt sind.

Gerade hab ich den Test mit einem durchschnittlichen 300 Seitenbuch gemacht. Um einen minimalen Gewinn von einem Cent (also wirklich 0,01 EUR), müsste ich das Buch für 8,20 EUR anbieten. Je teurer ich das Buch dann anbieten würde, desto mehr würde für mich abfallen.

Würde ich aber das Buch für 7,99 EUR anbieten wollen, erfolgt eine Negativmarge. Inwiefern sich ein Distributor darauf einlassen würde, habe ich nicht getestet.

Mach Dir also bewusst, ein Printbuch verlangt immer ein Mindestpreis, damit es sich rentiert. Bei E-Books kannst Du stark mit dem Preis nach unten gehen. Häufig bieten Dir die Distributoren auch einen Gewinn an, selbst wenn Du das Buch nur für 0,99 EUR anbietest.

Deine Lesenden nicht verschrecken

Seit langem beschäftige ich mich mit E-Books. Besonders aus dem englischsprachigen Bereich. Denn dort gibt es häufig die Bücher, die ich suche und gerne lese. Egal ob Fiction oder Non-Fiction.

Dabei sind mir die individuellen Preisunterschiede aufgefallen. So gibt es Autor*innen, die für fünzfig Seiten durchaus ihre vier oder fünf Euros verlangen. Andere hingegen bieten Bücher mit einem Umfang von 300 Seiten und mehr für zwei oder drei Euros an (E-Books). Manchmal sitze ich dann schon da und überlege, wie die Autor*innen auf diese Preise kommen.

Aber das ist der Vorteil vom Selfpublishing, Du kannst die Preise so gestalten, wie es sich für Dich gut und wirtschaftlich vernünftig anfühlt. Trotzdem sitze ich als Lesende da, trotz dieses Wissens und muss schmunzeln. Eben, weil es diese Unterschiede geben kann.

Merke Dir eins: Es wird immer Lesende geben, die jeden noch so verrückten Preis bezahlen. Und, es wird immer Leute geben, die nur eine Summe X für Bücher ausgeben.

Tatsächlich gehöre ich zu den Leuten, die ein Buch kauft, wenn es mir zusagt. Sei es von der Geschichte her, oder von dem Sachbuchthema. Da kaufe ich in dem Monat eben mal ein Buch weniger, wenn ich mir sage, dass es sich lohnt.

Jedoch solltest Du Dir über kurz oder lang Gedanken zum Thema machen: Kannst und möchtest Du wirklich für ein 50 Seiten Buch 10 EUR verlangen? Die gibt es, daher empfehle ich Dir, Dich durchaus mit diesem Gedanken auseinanderzusetzen. Wenn für Dich ein klares Ja herauskommt, dann versuch es ruhig. Wichtig finde ich immer, sich darüber Gedanken zu machen und die Entscheidung bewusst zu treffen.

Eine mögliche Preisstrategie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um einen fixen Preis anzubieten, mit dem Du arbeiten kannst. Eine Möglichkeit ist die Wortzahl.

Eine Normseite hat circa 250 Wörter. Das ist kein genauer Wert, weil manche Wörter länger sind und dazwischen unzählige Füllwörter auftauchen. So schwankt die reale Wortzahl von Seite zu Seite. Aber wir bleiben einfach bei dem Wert 250 Wörter pro Seite. Damit lässt sich besser rechnen.

Und nehmen wir an, Dein Erstlingswerk hat 10.000 Wörter. Das macht bei 250 Wörter etwa 40 Seiten. Aber nur in der Printversion, die einen festen Buchsatz hat. Bei einem E-Book kann ich die Schriftart verändern. Also entweder vergrößern oder verkleinern. So könnte theoretisch das Buch auf 100 Seiten anwachsen oder auf 10 schrumpfen.

Früher war ich tatsächlich eine Verteidigerin der Seitenzahlen. Heute sehe ich das anders, insbesondere seit ich mehr E-Books lese. Da finde ich die Wortzahlvariante um einiges passender.

Das bedeutet, wenn Du diese Methode ebenfalls wählst, setzt Du Wortzahlbereiche fest. Sagen wir, bis 15.000 Wörter kosten Deine E-Books 0,99 EUR. Von 15.000 bis 35.000 Wörter kosten sie 1,99 EUR und so weiter.

Das sind natürlich nur Beispielbereiche und Beispielpreise, die Du wählen kannst. Wenn Grafiken hinzukommen, kann alles teurer werden. In erster Linie bei der Printversion. Aber wenn Du viele Grafiken oder Tabellen (besonders bei Sachbüchern interessant), könnte auch der Preis bei einigen Distributoren für Dein E-Book in die Höhe gehen.

Abschlussgedanken

Das Tolle beim Selfpublishing ist, Du kannst immer wieder nachbessern. Wenn Dir ein Preis nicht zusagt, kannst Du ihn jederzeit erhöhen oder senken (zum Them Buchbindungspreis kommen wir noch). Es ist natürlich immer gut, wenn die Preise fix bleiben. Aber Du musst Dir keine Sorgen machen, falls Du doch mal falsch kalkuliert hast.

Von daher, setz Dich doch heute noch mal hin und überlege, wie Du Dein Preissystem aufbauen möchtest. Ändern kannst Du es ja. Aber dann hast Du wenigstens etwas, was Du ändern kannst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Lass uns mal über Deine Buchpreise sprechen

Lass uns mal über Deine Buchpreise sprechen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer bei einem Verlag veröffentlicht, hat bei einigen Themen durchaus Mitspracherecht. Wobei es hier auch auf den Verlag ankommt. Bei manchen Themen kannst Du mehr mitreden, bei anderen weniger. Die Wahrscheinlichkeit, dass Autor*innen beim Preis ein Mitspracherecht haben, halte ich für eher unwahrscheinlich. Hier geht es nämlich um knallharte Kalkulationen. Und nicht um Deine persönlichen Ansichten.

Anders sieht es aber bei Selfpublisher*innen aus. Sie dürfen nicht nur ihre Buchpreise bestimmen, sie müssen es sogar. Wer sollte es sonst tun?

Kurze Vorgedanken

Wenn Du endlich, endlich Deinen Roman fertig hast, liegt noch ein langer Weg vor Dir. Damit meine ich natürlich Lektorat, Korrektorat oder auch Coverdesign. Doch irgendwann haben wir das auch geschafft.

Was kommt dann? Der Weg zu Veröffentlichung. Du trägst alles ein, lädst alles hoch. Und dann? Irgendwann wird der Distributor, wo Du Dein Buch hochlädst, die eine entscheidende Frage stellen: Für wie viel Euro möchtest Du Dein Buch überhaupt anbieten? Was ist Dir Deine Geschichte eigentlich wert?

Deine innere Einstellung

In diesem Beitrag geht es eher um Deine Einstellung, als um die Suche nach einem vernünftigen Preis (die Beiträge kommen noch).

Gerade Erstautor*innen können manchmal das Gefühl bekommen, dass sie für ihre erste Geschichte nicht so viel verlangen dürfen. Immerhin ist es ihr erstes Buch, es ist ja noch nicht gut und überhaupt müssen sie sich ja eine Marke aufbauen.

Es werden viele Gründe gesucht und noch mehr gefunden, um sich selbst einzureden, dass man einen sehr niedrigen Preis nur verlangen könne. Wenn überhaupt. Zusätzlich kommen noch die Tipps von sogenannten Expert*innen, die Dir dann noch dieses oder jenes raten.

Da ist mit Garantie die Unsicherheit der Autor*innen vorprogrammiert. Und schlimmstenfalls bleibt diese auch bei weiteren Veröffentlichungen bestehen.

Ja klar

Eines möchte ich persönlich klarstellen. Natürlich ist Dein erstes Buch niemals so gut wie Dein Zweites. Und dieses ist wieder herum niemals so gut wie Dein Zehntes.

Jedes Buch wird immer besser sein, als das Vorherige. Aus dem einfachen Grund, weil Du an Erfahrungen gesammelt hast. Sowohl, was das Schreiben betrifft, als auch, was Dein Leben angeht.

Würden wir danach gehen, dürftest Du niemals einen höheren Preis verlangen. Denn Dein Buch ist nicht so gut wie Dein Nächstes.

Harte Fakten – rechnen wir einfach mal ein wenig

Keine Sorge, ich komme jetzt nicht mit komplizierten Rechnungen. Das Folgende ist eine einfache Additionsaufgabe.

Selbst, wenn Du noch keinen Roman veröffentlicht hast, kannst Du mitmachen. Wie viel kosten die Dienstleistungen, die Du (wahrscheinlich) in Anspruch nehmen möchtest und wirst? Wobei ich von einheitlichen Summen ausgehe. Diese können sich je nach Person und/oder Anbieter*in entsprechend unterscheiden. Und ich gehe davon aus, dass Du alles machen lässt und nichts davon selbst umsetzt. Dabei gehe ich von einem Buch von circa 300 Seiten aus.

  • Lektorat: 1.500 EUR
  • Korrektorat: 800 EUR
  • Buchsatz: 1.000 EUR
  • Cover: 250 EUR
  • Marketing: 500 EUR

Das machen 4.050 EUR. Lass Dir das Mal auf der Zunge zergehen. Für manche ist das eine ordentliche Urlaubsreise. Oder die Miete für ein halbes Jahr. Und es sind noch nicht einmal zwangsläufig alle Kosten aufgeführt.

Nun nehmen wir mal an, Du würdest für jedes verkaufte Buch einen ganzen Euro verdienen. Dann müsstest Du immerhin 4.050 Bücher verkaufen, nur um die Ausgaben wieder hereinzubekommen. Bis dahin hast Du noch nichts verdient.

Und vor kurzem habe ich in einem Buch gelesen, dass Verlagsautor*innen durchschnittlich um die 500 Bücher verkaufen.

Nein, ich will Dich nicht entmutigen. Auch wenn sich das erst einmal so lesen mag. Es ist eher ein Hinweis, wie die Realität aussieht. Das bedeutet also auch, je niedriger Du Deinen Preis ansetzt, desto mehr Bücher musst Du verkaufen, um Deine Ausgaben zu refinanzieren.

Es kann also sein, dass Du mit Deinem Erstlingswerk durchaus Schulden erwirtschaftest. Wenn Du Dich damit abgefunden hast, ist das in Ordnung.

Trotzdem, kannst Du es Dir wirklich leisten, Dich und Deine harte Arbeit unter Wert zu verkaufen?

Zum schnuppern

Jetzt werden einige sagen, dass das erste Werk sowieso dafür da sein, um Dich als Autor*in kennenzulernen. Also den ersten Schritt nach draußen zu wagen. Und Verkaufszahlen sind sowieso völlig überbewertet. Wichtiger ist, dass Du gelesen wirst.

Beides stimmt, auf ihre eigene Art und Weise.

Zum einen können Verkaufszahlen dann wichtig sein, wenn Du dauerhaft vom Schreiben leben willst. Hast Du kein Einkommen, bleibst Du erst einmal in Deinem Brotjob. Daher kann es erst einmal wirklich wichtiger sein, wenn Du gelesen wirst. Diese Lesende werden Dich dann hoffentlich immer wieder weiterempfehlen. Dann kann es sein, dass sie Deinem nächsten Buch sogar eine Chance geben.

Aber wie sieht es mit Deinem Erstlingswerk aus? Wie machst Du es sichtbar? Über den Preis? Da gäbe es durchaus Alternativen.

Veröffentliche als Erstes eine längere Kurzgeschichte. Damit meine ich durchaus eine Geschichte, die um die dreißig oder vierzig Seiten lang ist. Damit können Dich die Lesenden kennenlernen. Und eventuell Deine Welt. Denn die Kurzgeschichte könnte in der Welt spielen, in der Deine Erstveröffentlichung spielt.

Du könntest aber auch eine Novelle veröffentlichen, die um die hundert Seiten lang ist. Das hat auch mehrere Vorteile. Zum einen können Dich die Lesenden auch hier kennenlernen. Eben von Deiner Schreibart und Deinem Stil her. Du benötigst nicht so viel Zeit, um diese Geschichte zu schreiben. Zudem ist das Lektorat hier nicht ganz so teuer. Immerhin gibt es weniger Normseiten.

Weiterhin brichst Du damit das Eis für Dich selbst. Du hast etwas veröffentlicht. Etwas Übersichtliches, etwas, was Du aufführen kannst. Danach bist Du ein*e veröffentlichte*r Autor*in. Das kann schon ein ganz anderes Gefühl für Dich geben.

In diesem Fall würde ich damit rechnen, dass nicht die Kosten eingefahren werden. Gerade, wenn Du es günstiger anbietest. Damit sollen Dich die Lesenden kennenlernen. Es soll eine Art Lockmittel sein. Und eben nicht etwas, womit Du das ganz große Geld verdienst.

Solltest Du Dich trotzdem entscheiden, Dein Hauptwerk als Erstes zu veröffentlichen, ist das natürlich auch in Ordnung. Es darf auch ein wenig günstiger sein, als Deine späteren Werke. Aber wie günstiger soll es am Ende sein?

Recherche, Recherche … schau genau hin

Wie lang ist Deine Geschichte? Sagen wir, die oben erwähnten 300 Seiten. Nun schau Dich bei den verschiedenen Onlineshops um, was andere Selfpublisher*innen für diese Werke verlangen. Versuch dabei die Erstlingswerke ausfindig zu machen.

Notiere Dir diese Preise. Welche hältst Du für realistisch und welche sind Deiner Meinung nach völlig übertrieben?

Du kannst auch mit der Hilfe von Distributoren Deinen möglichen Preis errechnen. Was empfehlen Sie Dir, für Deine gewünschte Seitenanzahl für einen Preis? Oder was sagt dieser Generator zu Deinem Buch?

Sprich auch mit anderen Autor*innen, die Du kennst. Was würden sie Dir empfehlen? Als Inspiration kannst Du Dir auch diese Meinungen anhören. Auf alle Fälle ist es wichtig, dass Du selbst mit Deinem Buchpreis am Ende zufrieden bist.

Und in meinen Augen ist es auch wichtig, dass Du Dir selbst nicht das Gefühl gibst, Dich unter Deinem Wert zu verkaufen.

Abschlussgedanken

In meinen Augen finde ich es wichtig, dass man für sich und die eigene Arbeit ein Gefühl des Respekts bekommt. Häufig haben wir das Gefühl, dass wir es nicht Wert sind, das zu verdienen, was wir verdienen. Damit respektieren wir aber nicht unsere eigene Arbeit.

Daher sei realistisch, aber nicht niederschmetternd gegen Dein eigenes Werk.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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