101 Berufe für Nebencharaktere – 81-101

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das ist nun der letzte Beitrag zum Thema “Berufe für Deine Nebencharaktere”.

81. Schriftstellerin oder Schriftsteller

Sie (oder sollte ich lieber wir schreiben?) erfinden Geschichten und mit viel Glück und Energie können sie auch von ihrer Arbeit leben. Das bedeutet also auch, dass sie zu Hause arbeiten können oder wo immer sie auch wollen. Und können daher Dinge sehen, die sie vielleicht nicht sehen sollten.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Schriftstellerin etwas sieht, was sie nicht sehen sollte? Oder, wenn Dein Schriftsteller eine Geschichte erfindet, die rein zufällig auf wahre Tatsachen beruht?

82. Coach (sowohl weiblich als auch männlich)

Ursprünglich wurde diese Bezeichnung nur Trainerinnen und Trainern für Sportgruppen verwendet. Zwischenzeitlich kannst Du Dir auch einen Coach, ich sage es mal so, mieten, damit sie oder er Dir hilft, in Deinem Leben weiterzukommen. Und ganz unter uns, die helfen wirklich.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Coach mit einem Mafiaboss arbeiten soll, damit er noch effektiver sein Unternehmen führt? Oder, wenn vor ihrer Tür auf einmal ihre ärgste Schulkonkurrentin steht?

83. Sporttrainerin oder Sporttrainer

Und hier sind sie, die Menschen, die sich darum kümmern, dass Sportlerinnen und Sportler sowie die Sportteams ihre Bestleistungen bringen können. Das bedeutet natürlich viel Zeit investieren und sich mit der Thematik auskennen, sowie die neusten Trends im Sportbereich.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Trainer eigentlich gar keine Ahnung von der Materie hat, aber trotzdem von Erfolg zu Erfolg schlittert? Oder, wenn Deine Trainerin selbst eigentlich lieber Sportlerin werden wollte?

84. Lehrerin oder Lehrer

Nach einem Studium und einem Referendariat dürfen sie auf die Menschheit (bzw. die Kinder) losgelassen werden und unterrichten. Beliebt als Unterrichtsfach, sind eher die weichen Fächer (wie Deutsch oder Kunst) und weniger die wissenschaftlichen Fächer (Chemie oder Physik). Und sie tragen eine große Verantwortung für die Miterziehung der Kinder.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Lehrerin herausfindet, dass eine ihrer Schülerinnen bzw. Schüler ein Werwesen ist? Oder, wenn der Lehrer selbst ein Werwesen ist?

85. Professorin oder Professor

Sie unterrichten an Universitäten, betreiben Forschung und können auch in anderen Bereichen tätig sein. Ich habe mal gelernt, wenn sie eine gewisse Anzahl von Stunden an einer Universität unterrichten, dürfen sie den Titel führen.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Professor davon träumt, ein Indiana Jones zu sein, aber nicht die Qualitäten hat? Oder, wenn Deine Professorin eine alte Schrift lesen kann, die sonst niemand versteht und aus diesem Grund in ein wildes Abenteuer gerät?

86. Sozialberaterin oder Sozialberater

Sie kümmern sich darum, dass die, die Probleme haben, Unterstützung erhalten. Sei es mit dem Amt, sei es mit Schulden und viele Bereiche mehr. Diese Leute benötigen ein besonders dickes Fell, weil sie mit den verschiedensten Lebenssituationen zu tun bekommen.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Sozialberaterin mit einer Alienfamilie arbeiten muss? Oder Dein Sozialberater mit Vampiren?

87. Psychologin oder Psychologe

Um diesen Beruf ausüben zu können, benötigst Du ein entsprechendes Studium. Danach kannst Du noch psychologische Psychotherapie studieren und Dich dann um die Menschen kümmern. Dabei können sie sich spezialisieren oder allgemein mit allen arbeiten, die zu ihnen kommen. Aber sie dürfen keine Medikamente verschreiben.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Psychologe einen Patienten hat, der ihm von einem Mord berichtet (Stichwort: Schweigepflicht)? Oder, wenn die Patientin Deiner Psychologin eine Fee ist und dies nur nicht beweisen kann? Übrigens, schau Dir mal die Serie “Lucifer” als Inspiration an.

88. Psychiaterin oder Psychiater

Sie haben ursprünglich Medizin studiert und sind dann umgeschwenkt, um dann Psychologie weiter zu studieren. Doch sie haben ein vollwertiges Medizinstudium hinter sich und dürfen daher auch die Medikamente verschreiben, welche die Menschen benötigen, zum Beispiel bei Depressionen.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Psychiater die falschen Medikamente verschrieben hat? Oder, wenn Deine Psychiaterin sich auf einmal an nichts mehr erinnern kann, aber trotzdem weiter arbeitet?

89. Ausbilderin oder Ausbilder

So gesehen ist das kein eigener Beruf, sondern eine Zusatzqualifikation für Leute im Berufsleben. Damit dürfen sie Azubis im Unternehmen ausbilden. Daher müssen sie immer wissen, was gerade für diesen Beruf wichtig ist und was die Prüfungesleitungen verlangen.

Inspiration: Was ist, wenn aus Personalmangel eine Mitarbeiterin zur Ausbilderin ernannt wird und sie gar keine Ahnung von den Tätigkeiten hat? Oder, wenn Dein Ausbilder eigentlich Angst vor den Azubis hat?

90. Missionarin oder Missionar

Ursprünglich sind sie in die Welt gezogen und haben das Wort ihrer Religion verkündet. Und das teilweise auch mit Gewalt. Noch heute gibt es Missionarinnen und Missionare. Zwar helfen sie den Menschen, aber letztendlich auch ihrer Religion.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Missionar eigentlich ein Naturvolk bekehren wollte und am Ende selbst bekehrt wurde? Oder, wenn Deine Missionarin eigentlich eine Heidin ist und damit zwischen den Welten existiert?

91. Predigerin oder Prediger

Sie missionieren nicht, sondern predigen das Wort ihrer Gottheit und/oder ihrer Religion. Daher müssen sie sich mit der Glaubensschrift auskennen und auf die meisten/alle Fragen eine Antwort haben. Häufig ist dies auch ihr Hauptberuf, es kann aber auch sein, dass sie nur nebenbei predigen.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Prediger den Glauben verloren hat? Oder, unter einer männlichen Riege von Predigern sich eine Frau einschleicht?

92. Köchin oder Koch

In der Küche sind sie Herrin bzw. Herr des (hoffentlich) guten Geschmacks. Sie sorgen dafür, dass Dein Wunschgericht schnellstmöglich auf den Tisch kommt. Und das alles ordentlich gekocht wird (wie geschrieben, hoffentlich). Dabei ist das Leben in der Küche hart. Nach acht Stunden ist eher selten die Arbeit vorbei. Und es muss sehr viel vorbereitet werden. Ist die Küche dann kalt, muss aufgeräumt werden.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Koch den Beruf nicht gelernt hat, aber ein Künstler am Herd ist? Oder, wenn Deine Köchin eigentlich „nur“ Hausfrau ist, doch jeden Sternekoch in die Tasche steckt?

93. Kellnerin oder Kellner

Sie sind das Aushängeschild der meisten Restaurants. Sind die Kellnerinnen oder Kellner schlecht gelaunt oder bedienen sie die Gäste nicht ordentlich, drehen sich einige um und gehen oder kommen zumindest nicht wieder. Auch hier gibt es eine Ausbildung, da zum Beispiel das Eindecken der Tisch nach den verschiedenen Regeln gelernt werden muss.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Kellnerin permanent schlecht gelaunt und unhöflich ist, die Leute aber gerade wegen ihr nur kommen? Oder, wenn Dein Kellner die ganze Zeit italienische Arien singt?

94. Tellerwäscherin oder Tellerwäscher

Vom Tellerwäscher zum Millionär, diesen Spruch kennst Du sicherlich. Dabei sind Tellerwäscher/innen eher Aushilfskräfte. In diesem Bereich muss man ordentlich sauber machen und vor allem schnell sein. Denn immerhin braucht die Küche ihre Teller und Gläser. Ein Knochenjob.

Inspiration: Wie könnte Deine Tellerwäscherin zur Millionärin werden (ohne einen Millionär zu heiraten)? Oder, wenn Dein Tellerwäscher einen wertvollen Diamanten auf einen dreckigen Teller findet?

95. Gesundheitsberaterin oder Gesundheitsberater

Wer sich gesund ernähren will, sportlicher sein möchte oder etwas anderes für die eigene Gesundheit tun will, kann sich an diese Leute wenden. Dabei gibt es (noch) keine offizielle Ausbildung. Theoretisch kann sich jede und jeder ab sofort Gesundheitsberater/in nennen. Aber einige sind gut, sodass sie helfen können.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Gesundheitsberaterin eigentlich nur in der Aura liest, um zu wissen, was nötig ist? Oder, wenn Dein Gesundheitsberater eigentlich nie was in dieser Richtung gelernt hat und es in der Tat einfach nur ausprobiert?

96. Verkäuferin oder Verkäufer (allgemein)

In vielen Bereichen gibt es Menschen, die Regale auffüllen oder hinter der Kasse stehen. Im Gemüseladen, auf dem Jahrmarkt, in der Drogerie oder auch in Kaufhausketten. Dieser Beruf kann erlernt werden (in Deutschland mit dreijähriger Ausbildung, wobei es auch eine zweijährige Ausbildung gibt) oder per Quereinstieg in diesem Bereich arbeiten.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Verkäuferin eigentlich nur kurz in diesem Bereich arbeiten wollte und dann zwanzig Jahre festsitzt? Oder Dein Verkäufer diesen Beruf liebt, aber keine Anstellung findet?

97. Mediatorin oder Mediator

Wenn sich zwei Leute die Köpfe einschlagen, können sie hier weiterhelfen. Es gibt Angebote, um diesen Beruf zu erlernen und einige arbeiten nur noch als Mediatorin oder Mediator. Aber es gibt auch die Möglichkeit, wenn man Rechtsanwältin / Rechtsanwalt ist, eine Fortbildung zu machen. Sie kümmern sich darum, dass zwei zerstrittene Parteien miteinander reden, um zu einer Lösung zu kommen.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Mediator bisher immer in glückliches Händchen bei seiner Arbeit hatte und er dann scheinbar auf seine Meisterin / sein Meister trifft? Oder, wenn Deine Mediatorin in der Beziehung ihres Ex-Mannes vermitteln soll?

98. Moderatorin oder Moderator

In erster Linie aus dem Bereich TV bekannt. Aber es gibt sie durchaus auch im privaten Bereich. Nur haben sie weniger psychologische Kenntnisse oder Möglichkeiten. Sie moderieren eben Gespräche oder Veranstaltungen. Und damit hat es sich. Dafür müssen sie ein gewisses Talent und Gespür haben, wann sie was und wie sagen.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Moderatorin auf der Bühne umkippt und ins Koma fällt, um in einem anderen Reich einen Auftrag zu erfüllen? Oder Dein Moderator stottert, aber unbedingt auf die Bühne muss?

99. Direktorin oder Direktor (Schule, Radio, etc.)

Sie kümmern sich darum, dass ein Betrieb läuft. Sei es die Schule oder eine Radiostation. Die organisatorische Angelegenheit liegt an ihnen. Und auch die wichtigen Entscheidungen. Das gilt sowohl dafür, was in dem Betrieb läuft, als auch, wenn es um Kündigungen geht.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Direktor einen Mitarbeiter, seinen besten Freund, kündigen muss? Oder, wenn Deine Direktorin alles umstrukturieren möchte, aber sich dagegen Widerstand regt?

100. Geschäftsleiterin oder Geschäftsleiter

Sie leiten eben ein Geschäft so gut wie es ihnen möglich ist. Das bedeutet, dass sie sich im kaufmännischen Bereich auskennen müssen, im Management und auch ein wenig in der Buchhaltung. Zwar müssen sie diese Teile nicht selbst ausführen, aber sie sollten schon wissen, was das alles mit sich bringt, um die Entscheidungen zu treffen. In kleinen Betrieben kennt man den Chef oder die Chefin, in großen eher weniger.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Geschäftsleiter einer riesigen Firma mit allen Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter befreundet sein möchte? Oder, wenn Deine Geschäftsleiterin am liebsten den Betrieb verkaufen möchte, weil er nicht rentabel ist?

101. Bademeisterin oder Bademeister

Nicht alle sehen wie Baywatch-Nixen aus, sondern sie sind normale Menschen, die sich auch um die kleinen Dinge des Alltags kümmern. Der aufgeschnittene Fuß, dass verschwundene Kind oder das man nicht von der falschen Seite ins Becken springt. Aber wenn es notwendig ist, retten sie Dir jederzeit das Leben 🙂

Inspiration: Was ist, wenn Dein Bademeister eigentlich gar nicht schwimmen kann? Oder, Deine Bademeisterin eine echte Nixe ist?

Abschlussgedanken

Natürlich sind das noch nicht einmal alle möglichen Berufe, die in einer Geschichte auftauchen könnten. Weder für Nebencharaktere, noch für die Hauptcharaktere. Aber sie dienen Dir hoffentlich als Inspirationsquelle für Deine Figuren. Und die Inspirationen vielleicht sogar für die eine oder andere Geschichte.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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101 Berufe für Nebencharaktere – 1-20

Hei, hallo und herzlich willkommen,

die Überschrift sagt es schon. Ich hab mir überlegt, welche Berufe Nebencharaktere eigentlich haben können. Im Grunde genommen genau die gleichen, wie die Hauptfiguren. Trotzdem möchte ich mich mal austoben und sehen, ob ich überhaupt 101 Berufe zusammentragen kann, um Dir eine Inspiration zu geben, was für Berufe alles Deine Nebencharaktere haben können. Du kannst Dich gerne bei der Liste bedienen und sehen, was Dir gefällt und was Dir weniger zusagt.

Legen wir los!

1. Gärtnerin / Gärtner

Es gab schon immer Menschen, die sich um Gärten gekümmert haben. Sie besitzen durchaus ein hohes Wissen, mit welchen Pflanzen sie es im Garten zu tun haben und wie man sie gut pflegt. Weiterhin sollten sie durchaus Geduld haben, da Blumen, Sträucher oder auch Bäume nicht innerhalb weniger Tage wachsen, sondern teilweise über Jahre benötigen, um die gewünschte Größe und das Aussehen zu haben.

Es gibt Landschaftsgärtnereien heute und früher hatte durchaus jedes größere Adelshaus (und natürlich das Königshaus) eigene Gärtner (gelegentlich durchaus auch Gärtnerinnen). Sie arbeiten entweder draußen oder in Wintergärten.

Inspiration: Durch ihr Wissen über Pflanzen und Blumen können sie sich natürlich auch Kräuterwissen aneignen. Eventuell eignen sie sich daher als Mörder*innen oder auch als Heiler*innen. Und im Garten neigen manche Menschen dazu zu glauben, sie wären unbeobachtet. Vielleicht sieht aber der Gärtner oder die Gärtnerin doch mehr als es den Personen lieb ist. Denn nicht immer ist der Mörder der Gärtner 🙂

2. Butler

Um den Butler ranken sich durchaus interessante Geschichten. Ein lebenlang dient er treu dem Haushalt und kennt daher die größten Geheimnisse und die schmutzigste Schmutzwäsche. Auch heutzutage gibt es noch Butler in Haushalten. Und das nicht nur beim Adel, sondern auch bei Leuten, die glauben, dass sie unbedingt einen Butler benötigen.

Ein Butler sieht alles, hört alles, weiß alles, sagt aber nichts. Erst recht nicht, wenn von außerhalb jemand was wissen will. Denn seine Treue gehört dem Haushalt. Aber was ist, wenn der Haushalt ihm die Treue kündigt?

Inspiration: Für die Bezeichnung Butler gibt es keine weibliche Bezeichnung, da dieser Beruf nur von Männern ausgeübt wurde (auch wenn die Haushalte durchaus Frauen beschäftigten). Was wäre aber, wenn sich eine Frau als Butler in einen Haushalt schleicht? Oder, wenn er doch seinen Ehrenkodex verletzt und plaudert? Weil er, zum Beispiel, ein Glas zu viel Alkohol getrunken hat? Und vielleicht ist doch der Butler der Mörder?

3. Zofe

Man könnte die Zofe wohl als weibliches Gegenstück zum Butler sehen. Auch wenn sie sich in erster Linie um die Herrin des Hauses gekümmert hat (versuch mal alleine in die Kleider der damaligen Zeit zu kommen).

Die Zofe war aber nicht nur eine Dienerin der Herrin und des Haushaltes, sondern konnte auch als beste Freundin fungieren. Denn wer war häufiger mit der Herrin zusammen als die Zofe? Nicht mal unbedingt der Ehemann. Daher kann es durchaus vorkommen, dass die Herrin ihrer Zofe Dinge anvertraute, von dem der Mann noch nicht einmal etwas wusste.

Inspiration: Was ist, wenn die Herrin ihrer Zofe Dinge anvertraute, die sie niemals jemand hätte sagen dürfen und sie nun um ihren Ruf fürchtet? Oder, wenn die Zofe ihre Stelle vergisst und sich in den Herren verliebt? Oder gar die Herrin? (Und sie die Gefühle erwidert?).

4. Blumenverkäuferin / Blumenverkäufer

Noch heute gibt es Blumenläden auf der ganzen Welt. Und sie haben nicht nur zum Valentinstag oder Muttertag offen. Hier kommen und gehen Menschen, die nicht nur einen Blumenstrauß suchen, sondern auch Ratschläge für die Handhabung ihrer Pflanzen benötigen.

Und da die Verkäuferinnen und Verkäufer durchaus den ganzen Tag im Laden stehen, haben sie die Möglichkeit zu sehen, was in ihrer Umgebung alles passiert. Zumindest in Deiner Geschichte.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Verkäuferin oder Dein Verkäufer einen Mord oder eine Affäre beobachtet? Oder, wenn sie versehentlich eine giftige Blume bekommen und diese weiterverkaufen?

5. Apothekerin / Apotheker

Natürlich können sie die gleiche Funktion wie die Blumenverkäufer*innen haben. Die Umgebung beobachten und Dinge sehen, die für eine Geschichte notwendig sind.

Aber sie haben durchaus medizinische Kenntnisse, die Du Dir für Deine Geschichte zunutze machen kannst. Immerhin sind sie für eine Heilung oder auch einen Giftmord geradezu prädestiniert.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Apothekerin oder Dein Apotheker einem Giftopfer gerade noch das Leben retten konnten? Oder sie das falsche Medikament ausgegeben haben?

6. Taxifahrerin / Taxifahrer

Überall auf der Welt wollen Menschen von A nach B gefahren werden und überall auf der Welt kümmern sich Menschen darum, dass jemand von A nach B kommt. Früher waren es die Kutscher und heute die Taxifahrer*innen.

In einigen Ländern benötigst Du dafür eine Ausbildung und in anderen Ländern nur das Auto dazu. Und in Deiner Fantasywelt kannst Du entscheiden, wie die Ausbildung vonstattengeht.

Inspiration: Was ist, wenn in dem Taxi Deiner Figur jemand stirbt? Deine Taxifahrerin oder Dein Taxifahrer mit der großen Klappe in Schwierigkeiten kommt? Oder das Opfer durch die Gegend fährt?

7. Mechanikerin / Mechaniker

Egal ob Autos, Flugzeuge oder Schiffe, irgendjemand muss dafür Sorgen, dass sie funktionieren und gegebenenfalls reparieren. Dafür sind Deine Mechaniker*innen gut geeignet. Und in der Technik können sie Dinge finden, von denen sie noch nicht einmal geahnt haben, dass es sie geben könnte.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Mechaniker*innen Alientechnologie in der Maschine finden? Eine kleine Elfe? Oder ein Findelkind aus einer anderen Welt?

8. Köchin / Koch

Im Hintergrund der Macht oder eines Restaurant sorgen sie dafür, dass alles funktioniert. Zumindest, wenn es sich um das dreht, was am Ende auf dem Teller landet und an die Gäste rausgeht. Doch müssen sie die Wünsche der Gäste berücksichtigen, die vielleicht eine Erdnussallergie haben.

Köchinnen und Köche können in Großküchen, Kantinen, Restaurants, in privaten Haushalten, in Adelshäusern, auf Schiffen, durchaus in Flugzeugen oder auch bei Mafiabossen arbeiten.

Inspiration: Was ist, wenn Dein Koch / Deine Köchin versehentlich den Mafiaboss umgebracht haben, weil sie nicht an die Erdnussallergie gedacht haben? Oder sie haben ein Geheimrezept für eine Supersoße, an die alle wollen?

9. Krankenschwester / Krankenpfleger

Ebenfalls ein Beruf mit medizinischen Kenntnissen und durchaus mit der Möglichkeit sich an das Opfer zu nähern, ohne das jemand Verdacht schöpft. Sie können morden, heilen und es bekommt niemand mit (zumindest erst einmal, auf den zweiten Blick sieht das natürlich anders aus).

Und sie können auch in privaten Haushalten arbeiten, wenn die Herrschaften ihre Dienste benötigen. Damit sind sie noch näher an eine einzelne Person und der Familie dran.

Inspiration: Was ist, wenn Deine Krankenschwester / Dein Krankenpfleger eigentlich eine Ärztin / ein Arzt ist und nicht mehr als solcheR arbeiten darf? Und was passiert, wenn ihr/ihm ein Fehler unterläuft?

10. Heilpraktikerin / Heilpraktiker

In Deutschland dürfen Menschen, wenn sie die Überprüfung zur Heilprakikerin oder Heilpraktiker bestanden haben, Menschen medizinisch unterstützen. Sie sind also ganz kleine Ärztinnen und Ärzte. Und natürlich haben sie medizinisches Wissen, was Du Dir in Deiner Geschichte ebenfalls zunutze machen kannst.

Und vor allem, sie haben es direkt mit Menschen zu tun. Eventuell mit Deinen Täter*innen oder Deinen Opfern?

Inspiration: Was ist, wenn sie eine Patientin oder einen Patienten von einer schweren Krankheit heilen? Oder, wenn sie erkennen, dass das Opfer Gift verschrieben bekommen hat, aber sich nicht traut gegen einen Arzt oder eine Ärztin was zu sagen?

11. Heilpraktikerin / Heilpraktiker für Psychotherapie

Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker für Psychotherapie kümmern sich nicht um den körperlichen Zustand ihrer Patient*innen, sondern um den seelischen Zustand. Auch hier benötigen sie die Erlaubnis der Gesundheitsbehörde.

Sie behandeln keine Psychosen, sondern Neurosen, müssen sich aber in allen Bereichen der psychischen Krankheiten auseinandersetzen und diese kennen und erkennen.

Inspiration: Was ist, wenn jemand mit einer Psychose (zum Beispiel einer Depression oder einer Borderline-Persönlichkeitsstörung) zu ihnen kommt und von ihr/ihm die Behandlung erwartet?

12. Gebäudereinigerin / Gebäudereiniger

Sehr häufig sieht man sie nicht, weil sie nachts, wenn das Büro leer ist, erst anfangen zu arbeiten. Oder nach Feierabend der Mitarbeitenden in einem Gebäude. Alternativ sind sie die ersten am frühen Morgen vor Ort und kümmern sich um die Reinigung. Aber immer häufiger tauchen sie auch tagsüber auf und sorgen dafür, dass alles sauber ist.

Mit ihnen kannst Du aber eine Menge veranstalten. Denn immerhin können sie ja einen Generalschlüssel haben und somit in jedes Büro hereinkommen.

Inspiration: Was ist, wenn sie geheime Pläne für eine Vernichtungswaffe finden? Oder, wenn sie den Chef oder die Chefin in flagranti erwischen?

13. Pförtnerin / Pförtner

Sie sorgen dafür, dass nur die richtigen Personen ins Gebäude dürfen und alle anderen eben nicht. Dafür müssen sie sich die Ausweise ansehen und durchaus das Selbstbewusstsein haben, jemanden der Tür zu verweisen, auch wenn sie ihn oder sie vielleicht kennen und diese mit Nachdruck den Einlass verlangen.

Sie arbeiten nicht nur für Bürogebäude, sondern können auch in Mietshäusern arbeiten. Und sie sind in der Lage ein Alibi zu geben oder dieses zu zerstören. Zumeist sind sie es, die alle Personen kennen, die in ein Gebäude hineindürfen. Gelegentlich sogar persönlich und mit Namen.

Inspiration: Was ist, wenn die Pförtnerin oder der Pförtner ein Doppelleben führt, was niemand erfahren darf? Und aus diesem Grund sind sie erpressbar?

14. Nachtwächterin / Nachtwächter

Sie durchwandern das Gebäude und sorgen dafür, dass nicht die falschen Personen zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Notfalls müssen sie diese kurzfristig festnehmen und die Polizei rufen. Normalerweise ist ihr Beruf ruhig und sicher. Außer natürlich sie arbeiten in Deinem Gebäude oder Dein Museum und es soll ihnen an den Kragen gehen.

Inspiration: Was ist, wenn sie selbst zur falschen Zeit am falschen Ort sind? Oder sie ihre Position missbrauchen, um selbst etwas zu stehlen?

15. Sekretärin / Sekretär

Meistens immer noch ein typischer Frauenberuf, aber auch ein wichtiger. Wer sollte denn sonst die wichtigen Nachrichten, Memos und Briefe schreiben, die Übersicht über die Aktenlage halten, Termine kontrollieren und, ja das auch, den Kaffee für den Besuch kochen?

Sehr häufig ist es auch so, dass man nicht an der Sekretärin oder dem Sekretär vorbeikommt. Daher muss man sie überreden, mal einen Blick in die Akten hineinzuwerfen und nicht den Chef oder die Chefin (zu denen es dann kein Vordringen gibt, wenn die Sekretärin oder der Sekretär es nicht erlaubt).

Inspriation:Wwas ist, wenn die Sekretärin oder der Sekretär die Arbeit so dermaßen an sich gerissen haben, dass der Chef / die Chefin nicht mehr ohne sie auskommt?

16. Straßenreinigerin / Straßenreiniger

Sie sorgen dafür, dass die Straßen sauberer sind, als wenn man uns das überlassen würde. An meiner alten Grundschule gab es eine ältere Dame, die ist immer mit einem Besen durch die Straßen gelaufen und hat sich für sie Sauberkeit gesorgt. Es gibt sie sowohl als Freiwillige und als Angestellte.

Und da man sie gerne übersieht, können sie mehr sehen, als es uns vielleicht lieb ist.

Inspiration: Was ist, wenn sie auf der Straße einen magischen Gegenstand finden und es einstecken? Oder, wenn sie den Verlobungsring unseres Helden aus dem Gulli herausfischen?

17. Müllabfuhr

Die Müllabfuhr ist eigentlich kein Beruf, sondern eher eine Bezeichnung. Aber die Müllleute kümmern sich darum, dass unser Müll schön verschwindet. Natürlich damit auch unliebsame Sachen oder auch schon mal Leichen. Sie schauen sich normalerweise bei der Abholung den Müll nicht genauer an. Aber was ist, wenn es doch jemand tut?

Inspiration: Der Klassiker – die Müllleute finden die Leiche im Müll. Oder Giftstoffe und sie berühren diese, obwohl es drauf steht, dass sie es nicht tun sollen und mutieren am Ende.

18. Straßenmusikantin / Straßenmusikant

Sie stehen oder sitzen auf der Straße, spielen Musik und bitten dafür um eine Spende. Gelegentlich verkaufen sie auch schon selbst erstellte CDs. Zwar konzentrieren sich viele auf ihre Musik und die Leute, die in ihrer näheren Umgebung sind. Aber wer weiß, was sie wirklich sehen und vor allem, welche Geschichten sich hinter ihrer Musik verbirgt.

Inspiration: Was ist wenn ihre Musik magisch ist und sie damit die Menschen beeinflussen? Oder sie Elfen sind und hier nur kurzzeitig haltmachen, bis sie wieder nach Hause dürfen?

19. Straßenverkäuferin / Straßenverkäufer

Sie stehen an Straßenecken oder auf Wochenmärkten und auch Jahrmärkten und verkaufen diverse Dinge. Seien es Lebensmittel oder Gegenstände. Überall, wo es ein Markt gibt, kann man sie finden.

Während einige Waren hochpreisig sind, sind die anderen eher als bescheiden anzusehen. Daher kannst Du Dir überlegen, mit was für Figuren Du es hier zu tun hast und was an ihnen oder den Waren so besonders ist.

Inspiration: Was ist, wenn hinter ihrer Ware mehr ist, als man auf den ersten Blick glaubt zu sehen? Oder, wenn sie gefährlicher sind, als man glauben möchte?

20. Buchhändlerin / Buchhändler

Wieder jemand, die oder der in einem Laden sitzt oder etwas verkauft. Aber hier haben wir das Besondere, dass es Bücher sind. Also haben wir es hier mit Wissen zu tun. Sei es direkt in den Büchern oder im Kopf der Verkäuferin und/oder des Verkäufers.

Und wer weiß, vielleicht sind die Bücher ja mehr, als man auf den ersten Blick zu glauben meint?

Inspiration: Was ist, wenn die Bücher lebendig sind? Oder beim Öffnen eines der alten Werke sich ein uralter Zauber freisetzt? Oder mystische Wesen?

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Charakter – Bestimmungsfragen für Deine Figur

Hei, hallo und herzlich willkommen,

kennst Du das? Du erstellst einen Plan für Deinen Roman und denkst, der ist gut, also ist alles erledigt. Und dann schaust Du Dir Deine Unterlagen noch einmal an und denkst, ne, war doch nicht das gelbe vom Ei.

Das ist mir häufig mit meinen Charakteren passiert. Anfänglich dachte ich, dass alle ihre Rollen hatten und ihren Part kennen. Doch dann fange ich an zu schreiben und denke mir, nein, so nicht. Aus einer Hauptrolle kann dann ein Nebencharakter werden und aus dem Nebencharakter wird ein*e Antagonist*in und so weiter.

Kurze Vorgedanken

Wenn ich ein Projekt im Kopf habe, sind häufig die Charaktere sehr präsent. Sie zeigen sich mit und ich fühle förmlich, wer von ihnen, welche Rolle innehat. Und selten ist es, dass sich da etwas ändert.

Sobald ich aber anfange zu schreiben, kann es bei dem einen oder anderen Charakter tatsächlich passieren, dass sich die Rolle ändert. Oder es kommen neue Charaktere hinzu. Gelegentlich fallen auch welche über Bord.

Daher hab ich mir vor längerer Zeit überlegt, wie ich gegen diese Sache quasi vorgehen kann.

Muss man überhaupt dagegen vorgehen?

Klar muss man das nicht. Wenn sich die Figuren im Laufe der Geschichte anders entwickeln, dann kannst Du gerne dem ganzen seinen Lauf lassen. Andererseits kann das durchaus auch anstrengend sein. Wenn auf einmal ein Charakter auftaucht, dann sollte das nicht aus dem Nichts geschehen.

Die Figur sollte eine wichtige Rolle spielen. Oder eine Vorgeschichte haben. Und wenn sie eine entscheidende Rolle spielt, dann auch vorher durchaus auftauchen. Mit anderen Worten, den Teil, den Du zuvor geschrieben hast, müsstest Du dann umschreiben.

Gelegentlich kann das sehr anstrengend sein. Denn wo ein neuer Charakter auftaucht, kann sich durchaus die komplette Geschichte ändern. Kann, nicht muss wohlgemerkt.

Fragenkatalog

Folgenden Fragenkatalog kannst Du Dir stellen, während Du die Charaktere im Brainstorming kennenlernst. Häufig entstehen aus diesen Fragen weitere. Folge ihnen gerne. Aber Vorsicht, verlauf Dich dabei nicht. Denn hier geht es erst einmal darum, dass Du ihre Rollen bestimmst. Das näher kennenlernen kannst Du dann auch später noch machen.

  • Welche Rolle spielt Deine Figur in Deiner Geschichte?
  • Ist sie/er die/der Held*in?
  • Oder eher die/der Antagonist*in?
  • Ist sie/er ein Badass (also eine … sagen wir mal … unhöfliche Person, na gut, ein Arschloch)?
  • Werden die Leser*innen Deine Figur mögen? Wenn ja, wieso? Und wie willst Du das erreichen?
  • Oder ist Deine Figur so unsympathisch, dass sie/ihn niemand leiden kann? Wieso?
  • Wie willst Du zeigen, warum Deine Figur sympathisch oder unsympathisch ist?
  • Ist die Figur eher Hauptperson, Nebenperson oder gar ein Sidekick?

Solltest Du Dir während des Schreibens auf einmal unsicher werden, ob die Rolle für Deine Figur richtig ist, kannst Du immer wieder zu solch einem Fragebogen zurückkehren. Und selbst wenn Du das Gefühl hast, dass Du eine Idee gegen die Wand gefahren hast, Du kannst immer noch Deinen Roman überarbeiten. Das ist nie das Problem.

Doch je mehr Du Deine Charaktere kennst, desto mehr wirst Du von Deinem Plot kennen. Denn häufig schreiben sich gewisse Dinge wie von selbst, wenn Du die Charaktere kennst.

Der Vorteil

Je genauer Du die Rollen für Deine Charaktere definierst, desto eher kannst Du Dich darauf konzentrieren, Deiner Figur eine besondere Art von Leben einzuhauchen.

Nehmen wir mal an, Du möchtest über einen Antihelden wie Dr. House schreiben. Es ist eine gute Idee, wenn Du während Deiner Arbeit an Deiner Figur dies im Hinterkopf schon vorhast. Denn wenn Du weißt, dass Du ein Dr. House Charakter haben möchtest, ist es leichter, die richtigen Fragen zu stellen, um die Figur in die richtige Richtung, ja sagen wir es mal so, zu schubsen.

Daher setz Dich einen ruhigen Nachmittag hin, schnapp Dir ein Blatt Papier und leg einfach mal drauf los. Schreib alles auf, was Du zu Deinem Charakter mitteilen willst und wie sie/er am Ende aussehen soll. Also ob Held*in oder Antiheld*in.

Wenn Du schon weißt, in welche Richtung Deine Figur gehen soll, kannst Du Dir auch überlegen, wie Du diese Richtung darstellen willst. Hier darf es ruhig konkreter werden, in dem Du Dir erste Gedanken zu Szenen machst oder auch Metaphern, die Du verwenden willst. Im Grunde genommen darfst Du Dich an dieser Stelle einfach mal noch so richtig austoben, bevor Du dann mit den Charakteren arbeitest.

Abschlussgedanken

In meinen Augen beginnt jeder Charakter mit einer Idee. Daher finde ich es eine gute Idee, diese Idee auch schriftlich festzuhalten. Was am Ende dabei herauskommt ist jedoch eine andere Sache. Häufig erfahren meine Charaktere eine Evolution ungeahnten Ausmaßes. Und manchmal sind sie von Anfang an perfekt.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß (bei mir ist hier Spaß garantiert).

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Die Krux mit den Nebencharakteren

vor einiger Zeit hatte ich eine Fragerunde rund um das Thema Nebencharaktere gestellt. Dabei kristallisierte sich damals heraus, dass ich scheinbar eine andere Definition von Nebencharakter habe, als viele andere. Daher hatte ich dazu einen Beitrag geschrieben, über Nebencharaktere und deren (möglichen Rolle) in einem Roman.

Diesen habe ich nun wieder hervorgeholt, überarbeitet und präsentiere ihn Dir hier im neuen Licht.

Eines möchte ich jedoch vorneweg stellen. Sicherlich gibt es offizielle Definitionen, was ein Nebencharakter ist und was nicht. Doch trotzdem kam es zu kleinen Diskussionen auf der Seite. Daher möchte ich Dir im Folgenden meine Interpretation, zu diesem Thema, vorstellen. Sie hat natürlich keinen Anspruch auf eine allgemeingültige Wahrheit (wer hat das schon im Bereich Kreativität). Das möchte ich vorab zu Deiner Info hier mal einfach so stehen lassen.

Nebencharakter vs. Nebencharakter

Ich bin der Meinung, im Deutschen ist es doch sehr verwirrend das Wort Nebencharakter zu verwenden. Denn es klingt schlichtweg abwertend. Ein Nebencharakter ist, zumindest kommt es bei mir so an, eine Figur, die eben nebenher läuft. Sie kann durchaus eine wichtige Rolle spielen, aber wenn sie verschwindet, ist das auch kein großer Verlust.

Dabei stimmt das nicht. Es gibt Figuren in einer Geschichte, die in der Tat keine große Rolle spielen. Sie kommen und gehen. Und hat noch nicht einmal eine richtige Charakterisierung. Und es gibt Figuren die sogar eine Entwicklung durch machen. Trotzdem sind sie nicht die Hauptfiguren, sondern Nebenfiguren.

Obwohl ich kein Fan von unnötigen Anglizismen bin (oder anders ausgedrückt, ich mag kein denglisch), finde ich die Bezeichnung Supporting Character hier durchaus passend. Das englische Wort „support“ steht ja für „Unterstützung“. Also übersetzte ich die Bezeichnung gerne mit „Unterstützender Charakter“ und nicht, wie es normalerweise geschieht, Nebencharakter.

Für mich gibt es also sowohl den „Unterstützenden Charakter“ und den Nebencharakter.

Meine Definition für den unterstützenden Charakter (samt eines Beispiels – mir gefällt er)

Ich sehe einen Supporting Charakter als eine Figur an, der eine größere Rolle spielt. Sie oder er hat natürlich nicht die Hauptrolle inne, aber steht durchaus im Fokus der Geschichte. Diese Figur kann auch eine Entwicklung durchmachen. Eine kleine, aber sie/er macht eine Entwicklung durch.

Stell Dir bitte folgende Situation vor: Deine Hauptfigur reist durch Deine Welt und erlebt ein Abenteuer nach dem anderen. Natürlich wächst diese Figur am meisten. Doch an der Seite ist ein Supporting Charakter. (Da mein Beispiel männlich ist, bleibe ich hier auch mal bei der männlichen Bezeichnung.)

Der Freund kämpft mit der Hauptfigur, verliebt sich und muss dem Tod ins Auge sehen. Aber die Welt rettet nicht er, sondern eben die Hauptfigur. Aber was wäre gewesen, wenn es den Supporting Charakter nicht gäbe? Nicht die Hauptfigur unterstützen würde? Dann könnte es sein, dass die Hauptfigur am Ende aufgäbe und die Geschichte damit ein jähes Ende nähme.

Mein Beispiel ist Kirk Lazarus aus dem Film „Tropic Thunder„. Robert Downey Jr. spielt in dem Film einen australischen Schauspieler, der für die Rolle eines Afroamerikaners ausgewählt wurde (obwohl er selbst ein weißer Australier ist, es handelt sich hierbei um eine Kritik an das System Hollywood). Für diese Rolle wurde RDJr 2009 sogar für den Oscar nominiert. Aber eben als Nebendarsteller, obwohl sein Name sogar auf dem Filmplakat erschienen ist. Wie passt das alles zusammen?

Wenn Du Dir den Film ansiehst (und das empfehle ich Dir durchaus), siehst Du, dass Tugg Speedman die Hauptrolle spielt. Er ist es letztendlich, der an einen schwachem Ego leidet. Er ist es, der über sich hinaus wachsen muss und er ist es, der den Tag rettet. Wir verfolgen nicht Kirk Lazarus durch die Geschichte, sondern Tugg Speedman. Es ist seine Geschichte (und ja, auch die von Ben Stiller, immerhin hat er unter anderem das Drehbuch geschrieben).

Doch auch bei Kirk Lazarus sehen wir eine Entwicklung. Die ganze Zeit kommt er sehr selbstsicher daher. Der mehrfache Oscargewinner (nicht RDJr, sondern wirklich Kirk Lazarus), der geniale Schauspieler und der Faker. Ich will hier nicht zu viel verraten, denn ich kann den Film nur empfehlen. Deine Lachmuskeln werden Dich dafür hassen.

Schau Dir mal den Trailer auf den bekannten Videoplattformen an. Dann stellst Du fest, dass Tugg Speedman und Kirk Lazarus (und die Figur von Jack Black, nein, ich bin keine Freundin seiner schauspielerischen Leistungen) auftauchen. Da könnte man schon fast darauf kommen, dass sie sogar Hauptcharaktere sind. Aber die Oscarnominierung spricht dem entgegen. Denn die beiden (also Downey und Black) retten eben nicht den Tag. Und das ist dieser kleine, aber doch sehr feine Unterschied.

Wechseln wir mal kurz zu dem Nebencharakter

In Tropic Thunder kommen natürlich einige richtige Nebencharaktere vor. Dazu gehört unter anderem die Figur Alpa Chino (ja, der wird wirklich so geschrieben). Er spielt ebenfalls einen der Soldaten und ist nebenbei auch ein Rapper (mit allen Klischees, die man sich nur vorstellen kann).

Doch während der ganzen Geschichte bleibt er mehr oder weniger statisch. Im Gegensatz zu den meisten anderen Nebenfiguren (von denen ja einige vorkommen), hat er fast ganz am Ende (also im Schlusskampf – hier sogar mal wörtlich zu nehmen) eine nennenswerte Entwicklung. Aber ansonsten bleibt er statisch. Er ist eben Alpa Chino und niemand rüttelt an seinem Status als Nebencharakter.

Da ich nicht weiß, ob Du Dir den Film ansehen willst, verrate ich nicht, was die Entwicklung ist.

Supporting Charakter vs. Nebencharakter (bzw. Kirk Lazarus vs. Alpa Chino)

Wenn wir uns die beiden Charakter anschauen, dann fällt uns eines auf: Kirk Lazarus hat schon einmal mehr Screentime. Er taucht also um einiges länger vor der Kamera auf, als Alpa Chino. Und ich denke schon, dass man das sogar als ein Zeichen für einen Supporting Charakter sehen kann. Je länger eine Figur auftaucht (dabei ist es egal ob Serie, Film oder Roman), desto wichtiger wird sie.

Weiterhin macht Kirk eine größere innere Entwicklung durch. Alpa Chino ändert quasi nur seine Sicht auf sich. Doch Kirk ändert fast sein Wesen, seine innere Haltung. Und das ist bezeichnend für die Rollen.

Ich sehe Nebenfiguren sowieso als sehr statisch auf. Sie sind die Taxifahrer/Taxifahrerinnen, Pizzaleute und Postbotinnen/Postboten der Geschichte. Sicherlich siehst Du das öfters in Serien, wo eine Figur den sprechenden Charakteren etwas reinreicht, sie nicken sich zu und dann gehen beide ihren Weg. Alpa Chino ist ein solcher Aktenreinreicher auf einem Polizeirevier. Oder die brüllende Frau, die eine Leiche entdeckt (Klischee lässt grüßen).

Falls es jetzt etwas zu unübersichtlich geworden ist, hier eine kurze Liste, wie ich die Figuren sehe:

Nebencharakter

  • tritt im Verhältnis wenig auf (wenig Screentime bzw. Seiten)
  • hat eine schwache Charakterentwicklung (wenn überhaupt)
  • häufig erfüllt sie/er Klischees
  • ist in erster Linie da, um die Hauptfiguren und durchaus auch die Supporting Charakters zu unterstützen
    dazu zählen: Die Charakterisierung darzustellen, ihnen wichtige Hinweise zu geben oder ein Spiegel deren Entwicklung zu sein
  • sie können durchaus die Charaktere sein, welche am Anfang einen Hinweis auf die Geschichte finden (in Krimis zum Beispiel die Leiche), die Akten in Revieren herumreichen oder auch wichtige Hinweise bei Befragungen geben
  • natürlich können sie auch die Täterin oder der Täter sein (in Krimis oder Thrillers, sofern sie “nur” entdectkt, aber ansonsten keine Rolle spielen)
  • sie dürfen während einer Geschichte definitiv sterben (zwischenzeitlich gilt dies ja auch für Hauptcharaktere)

Supporting Charakter

  • sie tauchen verstärkt neben der Hauptfigur auf
  • sie können die beste Freundin oder der beste Freund der Hauptfigur sein und helfen dabei, diese zu charakterisieren (so dass wir uns ein Bild von der Figur machen)
  • der Supporting Charakter macht auch eine emotionale und charakterlische Entwicklung selbst durch und zeigt nicht nur, wie sich die Hauptfigur ändert
  • sie oder er unterstützt die Hauptfigur dabei den Tag zu retten, tun dies aber nie selbst (das ist schlicht nicht ihre Aufgabe in der Geschichte)
  • diese Figuren gehen mit der Hauptfigur bis zu den Toren der Hölle (um es mal dramatisch darzustellen), gehen aber nicht selbst hindurch (erinnerst Du Dich vielleicht an den Endkampf in „Harry Potter und der Stein der Weisen“? – Hermine und Ron begleiten Harry bis fast zum Schluss, den Endkampf muss Harry alleine bestreiten)
  • Supporting Charakters können ebenfalls sterben, bei ihnen blutet uns aber eher das Herz als bei Nebencharakteren.

Zusammenfassung

Ich sage natürlich nicht, dass meine Definition korrekt ist. Vielleicht schlägt jetzt die eine Autorin oder der Autor die Hände über den Kopf zusammen und denkt sich ihre/seinen Teil. Jedoch habe ich begonnen, für mich diese Unterscheidung zu machen.

Das ist auch wichtig, wegen der entsprechenden Arbeitsverteilung. Nebencharaktere benötigen vielleicht nur ein paar Stunden Arbeit, bis Du mit ihnen fertig bist. Supporting Charaktere hingegen können fast so viel Zeit verschlingen, wie eine Hauptfigur. Denn sie haben durchaus eine ähnliche Wichtigkeitsgewichtung.

Beim Entdecken Deiner Nebencharaktere und Supporting Characters wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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[Charaktere] Mary Sue und Gary Stu

[Charaktere] Mary Sue und Gary Stu

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für Fanfictionautor*innen ist es die schlimmste Ehre, wenn man die Charaktere als Mary Sue oder als Gary Stu bezeichnet. Dabei handelt es sich um Charaktertypen, hinter denen sich die Autorin bzw. der Autor versteckt und ihre geheimsten Wünsche über sie ausleben lassen kann.

Doch schon lange ist dieser Charaktertyp nicht nur auf den Fanfictionbereich reduziert. Denn auch in veröffentlichten Romanen findet man sie zwischenzeitlich sehr häufig. Daher schauen wir uns diesen Charaktertyp doch mal genauer an.

Kurze Vorgedanken

Zuerst tauchte Mary Sue auf. Und zuerst war sie ein Charakter wie jeder andere. Doch zwischenzeitlich hat sich diese Bezeichnung als ein Synonym für Figuren entwickelt, die eher eindimensional sind und überquellen von Klischees.

Daher fürchten einige AutorInnen durchaus das Urteil, ihr Charakter erinnere doch sehr an Mary Sue. Oder dieser sei eben eine Mary Sue. Im Laufe der Jahre hat sich noch ihr Zwillingsbruder Gary Stu hinzugesellt. Bei ihm gelten fast die gleichen Regeln wie bei Mary Sue.

Doch während FanfictionautorInnen durchaus wissen, wer Mary Sue ist, scheinen das RomanautorInnen nicht immer zu wissen. Deren LeserInnen übrigens auch nicht immer. Ansonsten gäbe es nicht auf Goodreads eine Liste mit Büchern, welche von Mary Sue Charakteren nur so wimmelt. Für mich überraschend ist durchaus, dass dabei Namen wie Laurell K. Hamilton oder auch (ja, Du liest richtig) Stephen King dabei sind. Aber auch Bücher, die verfilmt wurden. Man kann durchaus sagen, sogar die Großen der Literaturbranche laden sich diesen Charaktertyp in ihre Geschichten ein.

Vor einigen Monaten las ich eine englischsprachige Rezension zu einem Mary Sue Buch durch das ich mich immer noch kämpfe. Die Rezensentin merkte zurecht an, dass dieses Buch neben endlosen Fehlern auch eben eine Mary Sue als Hauptcharakter habe. Eine Userin schrieb darauf, dass eben dieser Charakter doch so wundervoll sei, und zählte dann gerade ihre Mary Sue Qualitäten auf. Nun, auch LeserInnen wissen nicht immer, wer sie eigentlich ist.

Daher möchte ich Dir heute einen sehr umfangreichen Beitrag dazu bieten, wer diese Zwillinge überhaupt sind, wie man sie verhindern kann, oder retten, sofern Du einen erschaffen hast und auch einige Beispiele nennen.

Wer ist eigentlich Mary Sue?

Mary Sue war eine Halbvulkanierin, die auf dem Schiff der U.S.S. Enterprise unter Captain Kirk diente. Sie war sowohl ihm als auch Mr. Spock und auch Dr. McCoy in jeder erdenklichen Lage überlegen, wunderschön, tapfer und alle drehten sich nach ihr um. Während eines Einsatzes war sie es dann, die am Ende der Crew und das Schiff rettete. Dabei opferte sie ihr eigenes Leben.

Wenn Du jetzt das Bedürfnis hast, schreiend wegzurennen, dann hast Du das grundlegende Problem von Mary Sue Charakteren erfasst. Denn ihre Charakter ist nicht dafür geschaffen, sie auf Dauer sympathisch zu finden, auch wenn man eigentlich versucht, das mit ihr zu erreichen.

Die perfekte Mary Sue

Mary Sue ist in allen Bereichen perfekt. Sie ist wunderschön, hat die richtigen Kurven an den richtigen Stellen, schöne lange Haare, tolle Augen und einen süßen Schmollmund sowie eine Stupsnase. Zudem ist sie intelligent und brillant zugleich. Aller Wahrscheinlichkeit hat sie sogar einen Doktortitel, und zwar als jüngste Frau in ihrem Fachgebiet, wo sie natürlich zur Weltspitze gehört. Alternativ kann sie auch der jüngste Detective sein, die jemals den Polizeidienst angetreten hat und so weiter.

Zugleich ist sie unglaublich zäh. Wenn sich ihr etwas in die Quere stellt, kann es ihr zwar den Teppich unter den Füßen wegziehen. Doch sie ist es dann, die sich alleine aufrappelt und die ganze Angelegenheit klärt. Und nebenbei reißt sie mit ihrer Leidenschaft noch ihre Umgebung mit, die ansonsten aufgegeben hätten. Gerade in brenzligen Situationen ist sie es dann, die alle Menschen rettet, die ihr wichtig sind.

Alle Menschen, die sich in der Geschichte als positiv herausstellen, lieben Mary Sue. Das gilt sowohl für die Männer als auch die Frauen. Natürlich finden sie Mary Sue auch sexuell attraktiv. Und je nach Geschichte kann sie sich aussuchen, mit wem sie ins Bett geht.

Jedoch wollen sie auch alle retten, wenn sie sich zurückzieht und es ihr schlecht geht. Und ist Mary Sue in Gefahr, dann werden ganze Planeten riskiert, damit sie überleben kann. Denn alle lieben sie und alle stehen fest hinter ihr.

Leider keine Parodie

Wenn Du das Gefühl hast, dass diese Aufzählung eine Parodie sei, dann muss ich Dich leider enttäuschen. Denn es gibt in der Tat Figuren, die nach diesem Muster gestrickt sind. Das Buch, durch das ich mich immer noch kämpfe ist „Kushiel – Das Zeichen“ von Jacqueline Carey. Und Phédre, die Heldin der Geschichte, ist eine Mary Sue. Ich will nicht zu viel verraten, für den Fall, dass Du Dir das Buch bzw. die Reihe selbst durchlesen möchtest. Auf alle Fälle scheint sie irgendwie alles zu können, auch wenn die Autorin das manchmal relativiert. Also ihr in den Mund legt, dass sie in gewissen Dingen doch nicht so bewandert sei. Und zugleich ist sie die Einzige, die selbst in schweren Zeiten einen Überlebenswillen hat, während ihre Umgebung, wohlgemerkt, darunter befindet sich auch ein Krieger, dass schon lange aufgegeben haben.

Trotzdem wurde dieses Buch in Amerika, so wie ich gelesen habe, zum Bestseller. Und in Deutschland haben auch sehr viele Leute die drei übersetzten Bücher gelesen (von insgesamt sechs). Aber auch in anderen Büchern findest Du Mary Sue Charaktere wie „Twilight“, „Harry Potter“ und auch „James Bond“.

Kritik zu Mary Sue

Mary Sue ist der Albtraum einer jeden kritischen Leserin und eines jeden kritischen Lesers. Sie möchten nicht mit einem zu perfekten Charakter belästigt werden, wo man alle paar Seiten (oder alle paar Filminuten) die Augen verdreht und sich fragt, was das bitte sein soll. Natürlich ist die Heldin im Mittelpunkt des Geschehens, das ist ein Fakt. Ansonsten wäre sie keine Heldin. Jedoch ist es immer eine gute Idee ihr Schwächen zu geben, die sie menschlich erscheinen lässt. Mary Sue ist davon jedoch Lichtjahre entfernt (um mal auf ihren Ursprung zurückzukommen).

Weitere Bezeichnungen für Mary Sue

  • Einstein Sue – wenn sie besonders intelligent ist (im Bereich Genie)
  • Jerk Sue – bezeichnet ein Charakter, die sehr schnell ausflippt
  • Sympathetic Sue – sie will unbedingt Deine Sympathie als Figur

Ihr Bruder Gary Stu

Kurz vorab, Gary Stu hat nicht auf der U.S.S. Enterprise als Bruder von Mary Sue gedient. Ich habe mir nur angewöhnt, die beiden als Geschwister zu bezeichnen. Denn sie haben die gleiche, unheilige Aufgabe (uns Leserinnen und Leser auf die Nerven zu gehen) und ähnelt ihr sehr.

Doch er ist ein Kind der späteren Generation. Man könnte ihn also als kleinen Bruder von Mary Sue bezeichnen, auch wenn es ihn schon länger gibt. Wie eben James Bond, den es durchaus schon einige Jahrzehnte gibt.

Wer oder was ist genau Gary Stu

Kurz gesagt, Gary Stu ist der männliche Gegenpart von Mary Sue. Er ist gut aussehend, hat perfekte Manieren, ist ein ausgezeichneter Kämpfer und alle Frauen und auch die Männer, fliegen auf ihn. Er kann jedes Gefährt steuern, kennt sich mit Waffen aus und ist in mindestens drei verschiedenen Kampfkünsten unterwiesen.

enn er auf dem Plan tritt, dann drehen sich alle nach ihm um und wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Er erregt alle Aufmerksamkeit. Denn er ist jung, intelligent und hat einiges auf dem Kasten. Und wenn er Feinde hat, dann aber so richtig. Man will ihn nicht nur töten, man will ihn regelrecht vernichten. Seine Erinnerung aus den Analen der Geschichte löschen, auch wenn er dort noch nicht einmal angekommen ist. Aber das ist egal.

Ein Beispiel

Das wohl bekannteste Beispiel ist immer noch Wesley Crusher von der U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von Captain Jean Luc Picard. Es ist nicht nur so, dass er das Schiff rettet, wenn alle anderen versagen (Deus ex Machina lässt hier eindeutig grüßen), sondern darf auch das Schiff fliegen, obwohl er die Akademie noch gar nicht abgeschlossen hatte. Kein Wunder, dass alle diesen Charakter nicht mögen. Noch nicht einmal der Schauspieler selbst kann mit ihm etwas anfangen.

Gary Stu ist …

Entweder ist Gary Stu ein durchtrainierter Athlet oder so schwach gebaut, dass er zierlich und beinahe feminin wirkt. Vermutlich soll er damit einer Frau sehr ähneln. Auf alle Fälle zeigen sich hier die vielen Idealbilder der Frau gegenüber einem Mann. Also Waschbrettbauch anstelle eines Bierbauches. Oder lange Haare, damit diese schön das Gesicht verdecken können. All diese Dinge halt.

Natürlich drehen sich auch bei Gary Stu alle anderen Figuren nach ihm um. Und sehr häufig darf er schwul sein. Entweder ist er es, der erkennt, dass der andere Held schwul ist oder er muss davon überzeugt werden. Und Gary Stu schafft es auch, dass sich zwei Helden in ihn verlieben. Und wenn es eine sogenannte polyamore Geschichte handelt (wo drei Personen eine gemeinsame Beziehung führen), dann bleiben alle am Ende miteinander zusammen, weil sie sich verstehen.

Weitere Bezeichnungen von Gary Stu

  • Larry Stu
  • Marty Stu
  • Mary Joe
  • Marty Sam

Zwischengedanken

Diese Informationen sollten Dir helfen zu sehen, wer oder was genau eine Mary Sue bzw. ein Gary Stu ist. Doch wie identifiziert man sie jetzt eigentlich?

Mary Sue

Fangen wir mit der Schwester an. Immerhin ist sie auch um einiges älter als Gary Stu und zwischenzeitlich gibt es genaue Identifizierungsmerkmale, wie man sie erkennen kann.

Physische Erscheinung

Sehr häufig haben wir es mit einer absoluten Schönheit zu tun, die auch einen, sagen wir mal, exotischen Touch hat. Entweder hat sie eine ungewöhnliche Haarfarbe oder Augenfarbe, die sie dann als besonders, einmalig, einzigartig kennzeichnet.

Dazu gehören zum Beispiel goldene, rote oder violette Augen, brünette Frauen mit heller Haut, wunderschöne Mädchen aus der ärmeren Schicht (also Bauernmädchen, Bettlerinnen und so weiter) und Mädchen bzw. Frauen, deren Äußeres besonders detailliert beschrieben wird.

Überlassen die Autorinnen und Autoren die Selbstbeschreibung dem Charakter, dann kommt so etwas heraus wie, dass zu dünn seien, dass die Augen oder der Mund zu groß sei. Also körperliche Makel, die keine sind. Damit wird wohl der Versuch gestartet, sie doch irgendwie menschlich und liebenswürdig zu gestalten. Immerhin haben sie ja auch Probleme mit ihrem Äußeren.

Ihre Talente und/oder Fähigkeiten

Hier kann in zwei extreme Richtungen gehen.

Die erste Richtung ist, dass sie ein weit gefächertes Repertoire an Fähigkeiten und Talenten hat. Mehr, als die Realität erlaubt. Das kann also sein, dass sie besonders athletisch ist, dass sie ein hohes Maß an akademisches Wissen hat, natürlich auf verschiedensten Ebenen, sie ist künstlerisch begabt und was es noch geben kann, damit die Geschichte eine Mary Sue hervorbringt.

Häufig ist sie ihren Altersgenossinnen und Altersgenossen weitaus überlegen. Und meistens gibt es dafür noch nicht einmal einen guten Grund. Es ist halt so. Zu allem Überfluss kann es noch dazu kommen, dass sie göttliche Macht haben kann. Besonders in Geschichten, wo es um Magie geht oder wenn Menschen von Geburt auf an übernatürliche Fähigkeiten haben. Sie ist natürlich die Königin dieser Gruppe.

Das andere Extrem ist, sie ist absolut nutzlos. Sie kann nichts, rein gar nichts. Also keine besonderen Talente oder Fähigkeiten. Man könnte sich schon fragen, wie sie es überhaupt schafft, in der Geschichte zu überleben. Aber da gibt es natürlich den Helden. Er findet sie so wundervoll, attraktiv und noch so einiges mehr, dass er es sich zur Aufgabe gemacht hat, sie zu retten. Und wenn er dafür sein eigenes Leben dafür opfern muss. Nun, Problem gelöst würde ich sagen. Zumindest für Mary Sue.

Ihr Hintergrund

Ihre Hintergrundgeschichte kann übertrieben dramatisch oder tragisch sein. Damit soll eigentlich garantiert werden, dass wir beim Lesen sagen, oh, dieses arme, arme Mädchen. Das kann sein, dass sie aus einer extrem glücklichen Familie kommt, wo sie geliebt wurde, wo alles in Ordnung war, wo alles einfach nur erdrückend war. Zumindest für uns. Denn es gab kein Grund mal die Eltern anzuschnauzen, weil sie einfach perfekt waren und der Tochter alles erlaubt haben und auch kein Grund, um einfach mal auf dem Tisch zu hauen. Gerade in dem Alter wo Kinder nun einmal auf den Tisch hauen und zeigen wollen, dass sie erwachsen sind (oder es zumindest glauben).

Die Alternative ist hier (ja, auch hier gibt es zwei Extremen), dass sie aus einer Familie kommt, wo sie und ihre Besonderheit unterdrückt wurden. Niemand verstand sie, niemand liebte sie und es kann sogar zu Misshandlungen gekommen sein, aus denen sie als Siegerin hervorging. Immerhin hat sie ihre Kindheit überlebt. Aber das ist natürlich dann auch ein Grund, warum es ihr schwer fällt, anderen zu vertrauen und die dann darum kämpfen müssen, dass sie dann zum erlesenen Zirkel der Heldinnen und Helden gehören. Oder anders ausgedrückt, dass die anderen zu ihrem erlesenen Zirkel gehören.

Zu der zweiten Hintergrundgeschichte ist der berühmteste Vertreter der Gary Stu Fraktion immer noch Harry Potter.

Sehr häufig kommt es auch vor, dass Mary Sue nicht in ihrer Ursprungsfamilie aufwächst. Das bedeutet, dass diese sie entweder weggegeben, verkauft oder einfach vor der Tür irgendeiner seltsamen Familie ausgesetzt wurde. Doch eigentlich entstammt sie einer königlichen Familie oder ist die Tochter einer supermächtigen Hexe oder eines supergeheimen Zauberers. Also von jemanden die oder der was in der Geschichte zu sagen hat. Sie kann natürlich auch ein Halbling sein. Also, sie ist nur zur Hälfte ein Mensch. Die andere Hälfte kann eben die Hexe sein, eine Elbin, eine Vampirin, such es Dir einfach aus.

Ihre Aufgabe, ihr Zweck, ihr Schicksal

Ich denke nicht, dass ich noch erwähnen muss, dass sie „Die Auserwählte” ist. Die Person, die den Tag rettet, dass Volk vor der Sklaverei und was auch immer in der Geschichte gerettet werden muss. Sie schafft das schon. Dabei hat sie noch nicht einmal irgendeine Autorität, um irgendetwas zu erreichen oder jemanden zu befehligen. Aber sie rettet alle. Und auch dann, wenn sie eigentlich gar keine besonderen Fähigkeiten hat, um das zu schaffen (siehe weiter oben).

Ihre Persönlichkeit

Ihre Charakterschwäche soll darüber hinwegtäuschen, dass sie gar keinen Charakter hat. Zumindest keinen Realistischen. Das bedeutet, dass sie halt schnell ärgerlich wird, stur ist oder feindselig reagieren kann. Aber sie kann auch tollpatschig sein. Doch all diese Charakterschwächen haben über lange Hinsicht keine Auswirkung auf sie, auf die Umgebung oder auf die Geschichte. Denn letztendlich, sie ist perfekt und hat daher keine Charakterschwächen. Oder man kann ihr diese vergeben.

Ergo, egal wie mies sie sich auch benehmen mag, man ist ihr vielleicht ein paar Tage böse und man bestraft sie auch, aber über längere Zeit vergibt man ihr, dass sie sich mies benommen haben mag. Man verträgt sich, man versteht ihre Handlungen oder warum sie so reagiert hat, wie sie reagierte.

Ihre (romantischen) Beziehungen

Die Beziehungen zu anderen kann man sich nicht immer erklären. Denn diese gehen von ganz unten bis ganz oben. Aus allen Gesellschaftsschichten hat sie Freundschaften, die ihr gerne alles beibringen, was diese können und gerne mit ihr Zeit verbringen.

Das bedeutet natürlich auch, dass selbst mächtige Menschen wie Könige oder Königinnen, Hexen oder Zauberer, Präsidentinnen oder Minister ihr die Gunst schenken. Und wenn sie deren Hilfe braucht, bekommt sie diese sofort und ohne zu zögern und natürlich auch zeitnah. Wo kämen wir ansonsten hin.

Und egal wie sehr sie sich spinnefeind mit jemandem war, bzw. die Person sie nicht leiden konnte oder diese einander egal waren, am Ende empfinden sie etwas füreinander. Es gibt eigentlich keinen guten Grund, warum beide sich ineinander verlieben. Sie tun es aber trotzdem und am Ende wird aus den unwahrscheinlichsten zwei Figuren des Romans ein romantisches Traumpaar.

Gary Stu

Im Grunde genommen unterscheidet sich Gary Stu nicht von Mary Sue. Wenn Du Dir die oben aufgeführten Beschreibungen durchliest und sie auf einen Mann ummünzt, dann hast Du die Beschreibung für ihren Bruder.

Es gibt jedoch eine Besonderheit, die nur ein Gary haben kann. Eben, weil er ein Mann ist. Und zwar die Anzahl seiner Bauchmuskeln. Denn es gibt eine Form von Gary Stu, der ist genau richtig muskulös. Also Bauchmuskeln, Armmuskeln und natürlich der Knackarsch darf hier auch nicht fehlen.

Seinem Pendant fehlen genau diese sexy Muskeln. Er wirkt daher ein wenig androgyn. Manchmal hat er auch lange Haare, natürlich schwarz und sein Pony fällt ihm ins Gesicht. Er wirkt daher auch hilflos und man möchte ihn halt beschützen.

Aber ansonsten kannst Du die Liste oben auch für Gary Stu verwenden und fährst damit durchaus gut.

Zwischengedanken

Mit dieser Liste kannst Du Dich eigentlich schon auf die Suche machen, um Mary Sues in Geschichten zu identifizieren. Doch ich möchte Dir gerne ein, zwei Beispiele vorstellen, um Dir die Liste noch einmal deutlich vorzustellen.

Mary Sue Charaktere

Usagi „Bunny“ Tsukino aus Sailor Moon

In Deutschland ist sie unter den Namen Bunny Tsukino bekannt, ihr japanischer Name ist jedoch Usagi. Sie ist die Heldin der Serie Sailor Moon und kämpft unter diesen Namen gegen allerlei böse Kreaturen, welche die Welt und das ganze Universum erobern oder vernichten wollen (je nach Staffel). Ihr zur Seite stehen weitere Kriegerinnen (auch Senshis genannt), welche die erdnahen Planeten repräsentieren. Also um genau zu sein Merkur, Mars, Jupiter und Venus. Ihre Aufgabe ist es Prinzessin Serenity (die wahre Identität von Usagi) zu beschützen. Die Kriegerinnen der Planeten Saturn, Neptun, Uranus und Pluto hingegen sollen das ganze Sonnensystem beschützen.

Und sagen wir mal so, während der Animeserie (den Manga habe ich zwar hier zu Hause, hab ihn aber noch nicht komplett gelesen), macht sie eine Menge Verwandlungen durch.

Physische Erscheinung

Sailor Moon hat zwei Besonderheiten. Einmal ihre blonden Haare (aus japanischer Sicht natürlich gesehen) und dann ihre Frisur (die beiden Kugeln an ihrem Kopf). Niemand sonst in ihrer Umgebung trägt die Haare auf diese ungewöhnliche Art und Weise.

Weiterhin ist sie durchaus als extrem schlank zu bezeichnen (auch wenn sie selbst der Meinung ist, zu dick zu sein und daher eine Diät braucht, ein Typisches Mary Sue Phänomen).

Ihre Talente und/oder Fähigkeiten

Usagi gehört zu der Sorte „nutzloser Mary Sue“. Denn sie hat eigentlich keine wirklichen Talente. Weder ist sie in der Schule gut, noch kann sie sich wirklich als Hausfrau behaupten (sei es das Kochen oder Handarbeiten oder was auch immer), auch wenn sie es mehrere Male versucht.

Jedoch beherrscht sie zwei Dinge doch sehr gut. Und zwar einmal das Werfen des Frisbees (das liegt daran, dass ihr Diadem dann zu einer Waffe werden kann) und dann ihr ungewöhnliches Talent mit der ganzen Welt Freundschaft zu schließen.

Selbst als Sailor Moon ist sie eigentlich eher nutzlos. Denn die anderen Senshis kümmern sich darum, dass die Dämoninnen und Dämonen geschwächt werden und sie sahnt dann den Sieg ab. Sie ist es nämlich, die verschiedenste Variationen von Mondstäben hat (die meiner Meinung nach immer üppiger und immer alberner Aussehen) und allein in der Lage ist, die Gegnerinnen und Gegner zu vernichten oder gegebenenfalls zu heilen.

ber sie kann keine Feuerbälle (Mars), Wasserstrahl (Merkur), Blitzschläge (Jupiter) oder eine Feuerherzenkette (ja, Du hast richtig gelesen, dass ist Venus) durch die Gegend schleudern. Trotzdem gilt sie als mächtigste der Sailor Kriegerinnen.

Ihr Hintergrund

Usagi ist die wiedergeborene Prinzessin Serenity. Sie war die Tochter der Königin des Mondreiches, welches von Königin Perilia vernichtet wurde. Durch die Macht der Mondkönigin wurden sie und ihre Kriegerinnen gerettet und auf die Erde gebracht, damit sie dort als normale Mädchen wiedergeboren werden können.

Und auf der Erde ist sie die Tochter ihrer menschlichen Eltern und die ältere Schwester eines nervigen Bruders. Also wenn man es so will, sie lebt unter ihrem Stand.

Ihre Aufgabe, ihr Zweck, ihr Schicksal

Ihre Aufgabe ist keine geringere, als regelmäßig die Welt zu retten. Dabei muss sie auch regelmäßig ihr Leben riskieren und opfern. Denn sie ist die Einzige, welche den Mondkristall verwenden kann. Der ist aber so mächtig, dass sie diesen nur unter Einsatz ihres Lebens verwenden darf. Wobei das mit dem Einsatz des Lebens keine dauerhafte Angelegenheit ist.

Ansonsten ist sie die Anführerin der Inner Senshis (also der Sailor Kriegerinnen, die ich oben aufgeführt habe). Warum auch immer, denn als Anführerin eignet sie sich nicht unbedingt (im Manga und in der Realserie ist das Venus übrigens).

Ihre Persönlichkeit

Die Anime-Usagi geht mir persönlich teilweise sehr auf die Nerven. Denn sie heult permanent. Immerhin ist sie so einsichtig, dass sie selbst erkennt, dass sie eine Heulsuse (OT) ist.

Ansonsten wird sie immer wieder von anderen gelobt, dass sie eigentlich ein herzensguter Mensch ist (von den Guten) und zugleich hasst das Böse sie abgrundtief. Nicht einmal die anderen, aktiveren Senshis ziehen so viel Hass auf sich, wie sie es tut.

Ihre (romantischen) Beziehungen

Mary Sues liebt man oder hasst man. Das trifft bei Usagi ebenfalls zu. Ehrlich gesagt, ich frage mich, warum Mamoru Chiba (Tuxedo Mask, der schon ihr Geliebter im vorherigen Leben war), sich überhaupt mit ihr abgibt. Und das fragt er sich manchmal auch. Immerhin ist der Altersunterschied ziemlich groß (er ist Student, sie geht noch in die Mittelstufe) und auch sonst haben sie eigentlich wenig gemeinsam. Außer ihrer Vergangenheit.

Und auch sonst schafft sie sogar die bösesten der Bösen auf die gute Seite der Macht … äh, falscher Film … auf die gute Seite zu ziehen. Und das allein aufgrund der erwähnten Herzensgüte.

Tauriel aus Der Hobbit (Film)

Tauriel ist ein erfundener Charakter von Peter Jackson für den Dreiteiler „Der Hobbit“. Da die Buchvorlage keine weibliche Figur vorgesehen hat, erfand er sie wohl, um auch Zuschauerinnen ins Kino zu locken. Leider zeigte sich schnell, dass die arme Tauriel, obwohl sie eigentlich das Talent hatte, ein guter Charakter zu werden, einfach eine klassische Mary Sue Figur ist.

Physische Erscheinung

Tauriel selbst sieht aus, wie alle anderen Elbinnen und Elben. Ihre Besonderheit ist, dass sie rostbraunes Haar hat. Ich selbst bezeichne sie als rothaarig. Alle anderen Elbinnen und Elben um sie herum haben jedoch entweder blondes bis weißes Haar oder schwarzes Haar. Damit sticht sie eindeutig sehr stark hervor.

Ihre Talente und/oder Fähigkeiten

Sie ist eine sehr talentierte Bogenschützin, kämpft gegen übermächtige Gegner und ist als Einzige in der Lage Kili von seiner tödlichen Verwundung zu heilen. Und mir fallen gerade keine Beispiele ein, was sie eigentlich nicht kann.

Ihr Hintergrund

Sie ist die Anführerin der Grenz- und Palastwache. Hat also einen sehr hohen Posten im Reiche Thranduil (der Vater von Legolas) inne. Und ich kann mir gut vorstellen, dass dieser sie auch dazu ernannt hat (viel über ihre Biografie konnte ich nicht finden).

Und im Film kann man deutlich sehen, dass Prinz Legolas das eine oder andere Auge auf sie geworfen hat.

Ihre Aufgabe, ihr Zweck, ihr Schicksal

Eigentlich soll Tauriel die Grenzen des Düsterwaldes (das Königreich Thranduils) beschützen. Das bedeutet unter anderem auch der ewige Kampf gegen irgendwelche Riesenspinnen. Und natürlich ist sie in der Lage, diese Aufgabe hervorragend zu erledigen.

Aber ansonsten scheint sie immer dann aufzutauchen, wenn man ihre besonderen Fähigkeiten benötigt (Legolas wird von einem Ork angegriffen, sie besiegt ihn, Kili stirbt fast, sie kann ihn heilen).

Ihre Persönlichkeit

Einerseits ist Tauriel eine tapfere Kriegerin und zum anderen wirkt sie auf mich ein wenig naiv. Leider kann ich das nicht genauer erklären. Aber das zeigt, dass sie zwischen Genie und nutzlos gefangen ist.

Doch wenn sie eine Niederlage erleidet, dann leidet sie so richtig. Und zwar so sehr, dass sie am liebsten nie mehr etwas fühlen würde.

Ihre (romantischen) Beziehungen

Natürlich hat der Sohn des Königs, Prinz Legolas, ein Auge auf sie geworfen. Und sie liebt ihn ebenfalls. Das Thranduil, dass Ganze nicht gut findet, macht er ihr auch deutlich. Das ist der eine Beziehungsstrang. Doch es scheint, dass sie den hübschen Prinzen gleich vergisst, als sie den hübschen Zwerg Kili entdeckt. Da kann man ihr durchaus vorwerfen, dass sie Legolas nicht wirklich geliebt hat. Immerhin hat er sein Reich für sie riskiert (indem er es, entgegen dem Befehl seines Vaters, verlassen hat) um sie zu beschützen.

Und als Thranduil ihr wahres Leid und ihre wahren Gefühle erkennt, erweicht sie damit sein Herz.

Abschlussgedanken zu den Mary Sues

Wie Du siehst, können Mary Sues nicht nur Einzug in Filme, Serien oder Bücher haben (wie Tauriel), sie schaffen es sogar, Kultstatus zu erlangen (wie Usagi als Sailor Moon). Das bedeutet aber nicht, dass Du dem nachmachen musst. Denn diese Figuren hatten letztendlich auch Glück (Sailor Moon war der erste Manga und Anime, der in Deutschland groß rausgebracht wurde) oder waren schmückendes Beiwerk (Tauriel war nicht die Hauptfigur).

Doch wie sieht es mit Gary Stu aus?

Gary Stu Charaktere

Bond, James Bond aus Diversen Filmen und Bücher (Ian Fleming)

Vermutlich muss ich zu unserem berühmtesten Geheimagenten Ihrer Majestät nichts mehr sagen. In den letzten über fünfzig Jahren haben verschiedene britische und irische Schauspieler diesem Agenten verkörpert. Dabei geht man von genial bis hin zu man-ist-das-albern.

Physische Erscheinung

Natürlich ist James Bond ein attraktiver Mann. Und auch wenn er in die Jahre gekommen ist (gerade bei den ersten Darstellern), ist er immer noch attraktiv genug, damit die Frauen (und gerade die Bondgirls) ihm reihenweise um den Hals fallen.

Besonderheiten, wie seltsame Augen oder besondere Haarfarbe fehlt hier (außer vielleicht beim ersten blonden Bond). Aber das macht er mit seiner Sexyness definitiv wett.

Seine Talente und/oder Fähigkeiten

Bond hat die Lizenz zu töten. Muss man dazu noch mehr sagen? Er ist ein guter Kämpfer, kann mit den verschiedensten Waffentypen umgehen, auch mit den verschiedensten Fortbewegungsmitteln. Und was noch ganz wichtig ist, während die Ladys bei einer leichten Ohrfeige schon für mindestens drei Wochen ins Koma fallen, Bond kann man durch einen ganzen Zug prügeln und er ist nur ordentlich außer Atem, mehr nicht (siehe Spectre).

Und, ganz wichtig, er kriegt die Bondgirls ins Bett. Sein wichtigstes Talent (tut mir leid, aber darauf werde ich jetzt ein wenig herumreiten).

Sein Hintergrund

Das ist von Bond zu Bond verschieden. Denn früher haben die Agenten lediglich den Namen angenommen. Daniel Craig verkörpert den ersten Bond, der diesen Namen sogar in seiner Geburtsurkunde hat. Und dieser Bond ist natürlich der beste Agent aufgrund der Tatsache, dass er ein Waise ist. Soweit ich in Skyfall gesehen habe, hatte er auch keine allzu glückliche Kindheit.

Na, kommt uns das nicht bekannt vor?

Seine Aufgabe, sein Zweck, sein Schicksal

Natürlich soll er die Welt vor dem Bösen retten, egal, in welcher Form dieses gerade in Erscheinung tritt. Dabei ist es dem britischen Geheimdienst auch egal, ob Bond dabei ums Leben kommt. Hauptsache er erfüllt seinen Auftrag. Immerhin hat er einen entsprechenden Vertrag unterschrieben und wurde dafür ausgebildet.

In den früheren Filmen hat das Bond auch immer hingenommen und keine Zweifel an seinen Auftrag gehabt. Daniel Craig brachte durchaus das menschliche in Bond hervor, was ihn für mich als durchaus Interessante Alternative aufweist.

Seine Persönlichkeit

Cool, smart und ein Wodka Martini, nicht geschüttelt, sondern gerührt in der Hand. Das war Bond bisher immer. Man merkte ihn nie an, ob ihm ein Auftrag zu schwer erschien, ob er Selbstzweifel hatte oder er an die Grenze seiner Belastbarkeit gebracht wurde. Das ist wenigstens mit Daniel Craig anders.

Aber auch wenn er Zweifel oder Angst hat, so ist er doch immer in der Lage Unmenschliches zu erreichen, damit er seinen Auftrag erfüllen kann. Das glaubst Du nicht, dann schau Dir Spectre an, als er in den Händen seines Erzfeindes ist.

Seine (romantischen) Beziehungen

Zu den Bondgirls muss ich natürlich nichts sagen. Selbst wenn sie sich weigert, mit ihm ins Bett zu gehen, die starke Frau im Film ist, ihm das Leben rettet, selbst eine Agentin ist und die Welt retten kann, sie landet am Ende mit Bond im Bett. Natürlich gehört das zu den Filmen dazu, aber es ist halt zugleich auch ein absolutes Klischee. Egal wie alt Bond ist, er wird jedes Bondgirl um den Finger wickeln können. Und er ist natürlich auch eine Granate im Bett.

Und die Gegner hassen Bond so richtig. Sie haben schon die wildesten Pläne geschmiedet, um Bond nicht nur zu töten. Sie wollen ihn aus der Geschichte tilgen, ihn vernichten. Anstatt eine Waffe zu nehmen, um ihm eine Kugel durch den Kopf zu jagen, spielen sie mit ihm Katz und Maus, sodass er jederzeit die Möglichkeit hat zu entkommen.

Bruce Wayne alias Batman aus Diversen Batman Serien, Filmen, Comicbüchern

Egal ob wir hier Bruce Wayne oder auch Clark Kent nehmen, beide sind typische Gary Stus. Da aber Clark ein Alien ist und Bruce nicht, habe ich mich hier für ihn entschieden. Denn der Rächer der Nacht ist, wenn man genauer hinsieht, ein Gary Stu. Seltsam, dass es mir nicht vorher aufgefallen ist.

Physische Erscheinung

Er ist muskulös, ist sportlich und ein gut aussehender Milliardär (auch ein Bankkonto kann über die Attraktivität entscheiden). Da er nicht nur ein Milliardär ist, sondern auch eine Person des öffentlichen Lebens, hat er natürlich eine gute Auswahl an Anzügen, die ihn ins beste Licht rücken sollen.

Seine Talente und/oder Fähigkeiten

Puh, wo soll ich hier anfangen? Vielleicht kennst Du das Bild auf Facebook, wo Tony Stark (IronMan) sagt, dass er ein Milliardär, Philanthrop und Playboy sei. Und ein Bild drunter ist dann Bruce Wayne zu sehen, wo er auflistet, wie viele Sprachen er kann, welche Kampfsportarten er beherrscht und vieles mehr.

Und dann schauen wir uns seinen Gürtel an, wo er für jede Situation natürlich die richtige Waffe besitzt (ach ja, er verwendet natürlich keine Schusswaffen). Und wenn er sich für den Endkampf vorbereitet, dann weiß er auch genau, was er mitnehmen muss, um zu überleben.

Kurz geschrieben, er kann alles, schafft alles und rettet den Tag. Nun gut, die Nacht.

Sein Hintergrund

Als er noch ein Junge war, wurden seine Eltern in einer Gasse ermordet. Soweit ich mich erinnern kann, lag es daran, dass sie im Theater waren  und er herumjammerte, dass er nach Hause möchte. Sie taten ihm den Gefallen und wurden dann vom Joker (zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht unser bekannter Joker) erschossen. Er war der Einzige, der leben durfte.

Er reiste dann um die Welt, um dann zu der Waffe zu werden, den wir heute kennen (ich glaube, dazu reichten gerade Mal zehn Jahre aus). Dann schneiderte er sich ein Kostüm (sehr naheliegend) und wurde zum Rächer der Nacht.

Seine Aufgabe, sein Zweck, sein Schicksal

Er muss nicht unbedingt die Welt retten, es reicht bei ihm Gotham City. Batman sieht sich als Einzigen, der dem Wahnsinn, der in der Stadt herrscht (ausgelöst durch den Joker, Pinguin, dem Riddler, Catwoman und all die anderen Bösewichter), zu besiegen. Und natürlich ist sein Zweck zu leiden. Immerhin sind seine Eltern tot (durch seine Schuld) und niemand kann ihm diese Bürde abnehmen.

Es ist halt sein Schicksal einsam zu sein, niemanden lieben zu können (ansonsten könnte sie oder das gemeinsame Kind sterben) und eben der Schatten der Nacht zu sein. Ach ja, wie vorhersehbar.

Seine Persönlichkeit

Er ist höfflich, nett und verschlossen. Bis auf seinem Diener/Butler/Lehrer Alfred, kennt niemand sein Geheimnis (okay, bis auf die ganzen anderen Superheldinnen und Superhelden am Ende, aber ich gehe jetzt von seiner eigenen Serie aus). Bruce ist der typische Einzelgänger, der niemand an sich heranlässt. Einerseits, weil er Angst hat, dass man ihn verletzt und zum anderen will er nicht zulassen, dass jemand anderes die Menschen, die er liebt, verletzten könnte.

Im Grunde genommen ist er der Charakter, den man aus der Ecke hervorlocken muss, damit er lernt, dass das Leben wunderschön sein kann.

Seine (romantischen) Beziehungen

Die meisten wollen mit dem Milliardär befreundet sein und seine Firma übernehmen. Gleichzeitig will jeder Bösewicht Batman regelrecht vernichten. Gerade der Joker hat es auf Batman (auch liebevoll Batsi genannt) abgesehen.

Und in den ganzen Comicheften, Serien und Filmen hat er eigentlich so richtig als Love Interest nur Selina Kyle alias Catwoman wirklich an sich herangelassen. Und je nachdem in welchem DC Universum wir uns befinden klappt es mal mit der Beziehung und klappt es mal nicht.

Abschlussgedanken zu den Gary Stus

Wie Du siehst, gibt es auch gute Beispiele für Gary  Stus. Sie tauchen überall auf, in Filmen, in Büchern und auch Comicheften. Batman und James Bond haben schon einige Jahrzehnte auf den Buckel und man kann hier erklären, dass zur Zeit ihrer Erfindung die Welt ein wenig anders war. Andere Charaktere (die ich hier nicht weiter aufgeführt habe) hingegen sind jung und dementsprechend kann das also nicht als Entschuldigung benutzt werden. Dazu zähle ich Harry Potter.

Zwischengedanken

So, jetzt weißt Du, was Mary Sues sind und Gary Stus. Du kennst die Liste, wie man sie genau identifizieren kann, und hast anhand von zwei Beispielen gesehen, dass sie in der populären Literatur bzw. Filmwelt ihren Eingang gefunden haben und finden. Doch wie kann man einen solchen Charakter verhindern bzw. retten, wenn man solch eine Figur erschaffen hat?

Wie vermeide ich diesen Charaktertyp?

Erster Schritt: Kenne Deine Geschichte

Viele Romane mit Mary Sues können durchaus unnötige Längen haben. Der oben aufgeführte Roman ist gut 900 Seiten lang. Würde man die unnötigen Längen rauslassen, käme man wohl auf 500 bis 600 Seiten. Hier kann man durchaus das Gefühl gewinnen, dass die Autorin ohne Rücksicht auf Verluste einfach einen unglaublich dicken Roman schreiben wollte.

Ein guter Roman ist ein Wechselspiel zwischen den Charakteren und dem Plot. Zwar gibt es durchaus charaktergetriebene Geschichten (wie Liebesromane) und plotgetriebene Geschichten (wie Krimis). Aber dieses Wechselspiel muss gegeben sein. Ansonsten hast Du nur etwas Langes, was behauptet ein Roman zu sein.

Setz Dich also hin und schau Dir Deinen Plot noch einmal ganz genau an. Und sei jetzt mal wirklich ehrlich zu Dir. Hast Du einen Plot oder eher nur eine lange Reihe von Szenen, die Deinem Charakter eher schmeicheln oder die Geschichte in die Länge ziehen soll? Es lohnt sich auf alle Fälle, hier noch einmal ordentlich Arbeit zu investieren. Denn das ist der erste Schritt, um zu verhindern, überhaupt eine Mary Sue bzw. einen Gary Stu zu erschaffen. Denn die werden erst notwendig, wenn Du keine Geschichte hast. Und wenn Du sie doch schon haben solltest, dann überarbeite den Plot und sie werden unnötig.

Zweiter Schritt: Sorge für eine logische Verbindung der Charaktere

Eine Schwäche der Mary Sue und des Gary Stu ist ihre Beziehung. Häufig neigen sie dazu mit irgendwelchen Charakteren Beziehungen zu haben, die schlichtweg nicht logisch sind. Bei Romanen kann man das noch umgehen, indem man von vornherein plant, dass Mary Sue oder Gary Stu die Schwester oder der Onkel einer der Figuren ist. Wobei diese Gefahr in Fanfiction besonders groß ist. Dort haben sie zu den wichtigen Figuren dann Beziehungen, bei denen es absolut unlogisch ist.

Überlege Dir daher Folgendes:

  • Welche Charaktere kennen sich schon vor der Geschichte?
  • Wer lernt sich erst innerhalb der Geschichte kennen?
  • Welcher der Charaktere sind miteinander verwandt?
  • Wie sind die emotionalen Beziehungen der Charaktere untereinander?

Wenn Du die Beziehungen untereinander kennst, dann kann es Dir nicht passieren, dass eine Figur auftaucht und auf einmal eine besondere Beziehung zu Deiner Mary Sue oder Deinem Gary Stu hat.

Dritter Schritt: Alle haben ihre besondere Rolle

Jetzt halte mal Deiner Mary Sue oder Deinem Gary Stu kurz die Ohren zu. Denn folgende Wahrheit könnte denen nicht schmecken. Aber eines ist sicher, sie sind nicht das Zentrum des Universums. Und somit auch nicht das Zentrum Deines Romans.

Schreibst Du über mindestens zwei Figuren oder gar über eine Gruppe, dann solltest Du bedenken, dass sie alle ihre besondere Rolle in Deiner Geschichte haben. Deine Hauptfigur kann natürlich ein wenig besser sein, als der Rest der Gruppe. Aber sie überragen niemals alle. Das ist einfach nicht glaubwürdig.

Vierter Schritt: Jede und jeder darf mal ins Rampenlicht

Wenn Du eine Gruppe um Deine Hauptfigur herum entwickelst, dann sollten alle eine bestimmte Anzahl von Seiten und Szenen bekommen, wo sie ihre Geschichte erzählen können. Eine kleine Ausnahme wäre bei der Ich-Perspektive zu erwähnen. Da ist es natürlich nicht möglich, dass andere Charaktere die Perspektive einnehmen können. Aber sie tragen trotzdem, durch ihre Arbeit, ihren Teil zur Lösung des Plots bei.

Sorge also für ein etwas ausgewogeneres Verhältnis zwischen den Charakteren, auch wenn Deine Hauptfigur natürlich ein wenig mehr im Mittelpunkt stehen darf.

Fünfter Schritt: Ein realistischer Name tut wirklich gut

Häufig erkennt man eine Mary Sue oder einen Gary Stu an ihren ungewöhnlichen Namen (und nicht nur am Aussehen). In Büchern, welche die Realwelt darstellen, kann es sein, dass sie keltisch geprägte Namen haben. Oder Namen, die eher unaussprechlich sind (in Fantasy oder Science-Fiction Geschichten).

Schau Dir alle anderen Namen an, die Du für Deinen Roman verwendet hast und überlege, wie Deine Hauptfigur namentlich da reinpassen kann. Natürlich darf er ein wenig hervorstechen. Aber nicht so dermaßen, dass sie Deine Leserinnen und Leser regelrecht überfallen und anbrüllen, dass sie es hier mit einer Mary Sue oder einem Gary Stu zu tun haben.

Sechster Schritt: Gib Deiner Figur wirkliche Schwächen

Sehr häufig bekommt dieser Charaktertyp folgende Schwäche: Sie oder er kümmert sich zu sehr um die anderen. Oder liebt zu sehr. Alternativ, sie versucht einfach perfekt zu sein. Was für eine Schwäche.

Das Besondere hierbei ist, dass sie keine Konsequenz für Deine Figur hat, wenn sie sich zu sehr um die anderen kümmert. Denen geht es gut und die Hauptfigur leidet vielleicht ein wenig an Schlafmangel.

Wäre sie arrogant, uneinsichtig ihrer eigenen Fehler gegenüber, wenigstens nachtblind oder was auch immer in dieser Richtung alles gehen kann, sähe die Geschichte anders aus. Das würde diesem Charaktertyp eine menschlichere Note geben und zudem sie interessanter machen.

Überlege Dir daher, was für Schwächen Deiner Figuren haben können, die auch realistisch sind. Notfalls nimm Dir die großen Charaktere der Weltliteratur als Vorlage (Jane Eyre, Huckleberry Finn und ähnliche Figuren).

Siebter Schritt: Am Anfang darf es ruhig schwierig für sie oder ihn sein

Sehr häufig können Mary Sues und Gary Stus Dinge von Anfang an sehr gut oder sie lernen neue Fertigkeiten innerhalb einer Rekordzeit. Jetzt sei mal ehrlich, wie schnell hast Du etwas völlig Neues gelernt? Fahrrad fahren, Häkeln, ein Musikinstrument? Ich gehe davon aus, dass Du dafür mehr als ein paar Stunden gebraucht hast. Und einige Fertigkeiten werden wir ein ganzes Leben lang schulen. Wie realistisch ist es dann, wenn Deine Figur dafür nur ein paar Stunden, Wochen oder innerhalb von einigen Jahren mehr lernt, als andere in ihrem Leben es schaffen? (Ich erwähne an dieser Stelle Bruce Wayne.)

Am besten ist es also, dass Deine Figur nicht alles kann. Und wenn sie etwas Neues lernt, dann brauch sie ihre Zeit, macht Fehler, macht auch Fortschritte und erst nach einer gewissen Lehrzeit darf sie ihre Fertigkeiten gerne vorführen.

Achter Schritt: Dein Charakter sollte Dir nicht ähneln

Eine große Schwäche von Mary Sue und Gary Stu ist, dass sie der Autorin bzw. dem Autor ähneln. Oder sie sind so, wie Autorin / Autor gerne sein möchte. Vermutlich ist das auch der wahre Geburtsgrund für diesen Charaktertyp. Man sieht sich selbst an und entdeckt dabei all diese Schwächen. Sie sind nicht immer nett, aber vorhanden. Und anstatt uns aufzuraffen, um mal ein wenig Sport zu machen, gesünder zu leben oder sich mit anderen Menschen in Verbindung zu setzen, projizieren wir unsere Wünsche und Träume in diesen Charakter. Sie oder er soll unser Leben führen. Und wir schreiben darüber.

Akzeptiere Dich, wie Du bist und versuche die besten Seiten an Dir hervorzukitzeln (damit werden Deine schlechten Seiten nach und nach schwächer und verschwinden dann auch). Und zwischenzeitlich schreibst Du über realistische Charaktere, die nicht Dein, sondern ihr eigenes Leben führen. Denn Dein Leben kannst sowieso nur Du leben.

Neunter Schritt: Jeder Charakter darf und soll anderes reagieren

Es mag manchmal unglaublich klingen, aber jeder Mensch reagiert auf eine Situation auf unterschiedliche Art und Weise. Das gilt auch für Deine Charaktere. Zwei Charaktere reagieren auf eine Situation oder auch auf eine Person völlig anders. Natürlich können sie sich ähneln, werden aber niemals gleich sein.

Wenn also Deine Hauptfigur zu einer bestehenden Gruppe hinzukommt, werden aller Wahrscheinlichkeit nicht alle vor lauter Freude aus dem Häuschen sein. Die einen mögen sich freuen, dass sie Unterstützung bekommen. Die anderen können aber reservierter reagieren. Und die Dritten sogar ablehnend.

Auch wenn Du Deine Hauptfigur liebst, gestehe Deinen anderen Figuren ihre eigene Gefühlswelt zu und lasse zu, dass diese Deinen kleinen Liebling auch nicht leiden können. Ja sie dürfen Deine Figur sogar hassen. Wenn Du willst, dass am Ende alle anderen Deine Hauptfigur mögen, dann lasse sie dafür arbeiten. Denn Respekt und Liebe können auch verdient werden. Dafür ist auch Deine Geschichte da.

Zehnter Schritt: Lasse zu, dass alle etwas zur Lösung beitragen

Wir sind uns sicherlich zwischenzeitlich einig, dass Deine Hauptfigur nicht alle Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzt, welche Du brauchst, um Deinen Roman zum Ende zu bringen. Das bedeutet auch, dass sie nicht jedes einzelne Rätsel Deines Romans lösen kann, darf oder gar muss.

Das bedeutet natürlich, dass jemand anderes die Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen muss, welcher Deiner Hauptfigur fehlt. Und das bedeutet wieder herum, dass Deine Hauptfigur ab und an mal zur Seite treten darf, damit andere im Rampenlicht stehen, um zum Ziel der Geschichte zu kommen.

Sorge dafür, dass alle ihre eigene Rätsel lösen dürfen und für einige Seiten die Heldin oder der Held der Geschichte sein darf. Das letzte Rätsel oder auch die letzte große Schlacht ist dann für Deine Heldin oder Deinem Helden vorbehalten. Aber um das zu erreichen, ist Teamwork gefragt.

Elfter Schritt: Vorsicht mit der Romantik

Einer der Schwächen von Mary Sue und Gary Stu ist, dass alle anderen Charaktere sie ablehnen, oder noch schlimmer, sich in sie verlieben. Es ist realistisch, dass sich ein Charakter in sie verliebt, vielleicht auch ein Zweiter oder Dritter. Darüber können wir gerne diskutieren. Aber bei Mary Sue und Gary Stu verlieben sich alle wichtigen Charaktere in sie. Und das ist wieder herum nicht realistisch.

Wenn Du willst, dass Deine Hauptfigur eine Partnerin oder Partner bekommt, dann belasse es auch bei einer (außer Deine Geschichte verlangt etwas anderes, also zwei oder drei Partnerinnen bzw. Partner). Eventuell darf auch noch jemand dabei sein, der oder die sich in Deine Hauptfigur verliebt. Alles andere ist dann nur noch mit einem Liebeszauber zu erklären.

Und hier noch etwas Wagemutiges als Inspiration. Wie wäre es, wenn Deine Hauptfigur eventuell Single bleibt?

Zwölfter Schritt: Lass Dir Zeit

Einer der größten Schwächen bei der Erschaffung eines Charakters ist, wenn wir diesen nicht erschaffen, sondern eher zusammenschustern. Wir nehmen uns keine Zeit, ihr oder ihm Höhen und Tiefen zu geben. Daher bleiben wir an der Oberfläche und dabei kann es passieren, dass am Ende eben einer Mary Sue oder ein Gary Stu herauskommt.

Nimm Dir also Zeit, wenn Du Deine Charaktere erarbeitest, sie kennenlernst und über ihre Stärken, Schwächen, Ziele, Wünsche und alles andere schreibst. Das ist der beste Ratschlag, den Du befolgen solltest, wenn Du verhindern willst, dass Dein Charakter den Stempel einer Mary Sue oder eines Gary Stus bekommt.

Abschlussgedanken

Eigentlich gehört nicht viel, um einen guten Charakter zu erschaffen. Aber es braucht eben sehr viel Zeit. Du hast mit diesem Beitrag hoffentlich alle Werkzeuge erhalten, um Mary Sue und Gary Stu Charaktere zu vermeiden. Zum Training kannst Du Dir einige Bücher durchlesen, die gerade solche Charaktere in den Mittelpunkt gesetzt haben. Dann wirst Du verstehen, warum diese Figuren nervig sind.

Recherche ist gut, Übung ist gut und ein wenig Zeit investieren ist gut. Und dann wirst Du sicherlich interessante und vielseitige Charaktere erschaffen. Davon bin ich überzeugt.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe Deine frau schreibseele

Hinweis: Dieser Beitrag ist ursprünglich auf meinem alten Blog, dem schreibkasten, veröffentlicht worden. Hierbei handelt es sich um eine direkte Übernahme des alten Beitrages.

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Wie über sie schreiben? – Marginalisierte Gruppen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn man über marginalisierte Gruppen schreiben möchte, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Die Erste ist, dass man einfach schreibt und auf das Beste hofft. Und die Zweite ist, sehr viel Arbeit.

Kurze Vorgedanken

Du willst also über marginalisierte Gruppen schreiben? Und im Idealfall sie auch richtig darstellen. Keine Klischees benutzen, die zu häufig und immer wieder wiederholt werden. Das ist schön. Und kann zugleich auch sehr, sehr harte Arbeit sein.

Erwarte also nicht, dass Du zwangsläufig damit innerhalb weniger Tage fertig bist. Die Arbeit kann durchaus seine Zeit dauern.

Wie man es nicht machen sollte

Sich hinsetzen, einfach über marginalisierte Gruppen schreiben und auf das Beste hoffen, ist vermutlich der schlechteste Weg. Damit riskierst Du, dass Du Klischees und Vorurteile wiederholst, auch wenn Du das vielleicht gar nicht wolltest.

Dank der Medien haben sich bei bestimmten Gruppen Bilder in unseren Köpfen festgesetzt. Da wir nicht wissen können, ob es sich bei diesen “Fakten” um Wahrheiten handelt oder um Lügen, würden wir diese erst einmal ungefiltert weitergeben. Und schon sitzen wir in der Falle.

Wir wiederholen also Lügen und erreichen eigentlich das Gegenteil, was wir ursprünglich wollten. Ich behaupte mal dreist, wenn Du über marginalisierte Gruppen schreiben möchtest, dann, um sie so zu zeigen, wie sie sind. Und nicht irgendwelche kruden Fakten wiederholen, die sowieso nicht stimmen.

Es kann natürlich sein, dass Du richtige Fakten im Kopf hast. Dann kann das natürlich auch gut gehen. Aber ich befürchte, dass wir allesamt erst einmal davon ausgehen können, dass vieles, was in den Massenmedien verbreitet wird (egal über welche Gruppe, solange sie nicht weiß und herrschend ist), nicht unbedingt korrekt ist.

Daher gebe ich Dir hier ein paar Tipps, wie Du es besser machen kannst.

Recherche, Recherche und noch mehr Recherche

Bevor Du den ersten Satz schreibst, solltest Du einiges recherchieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass über bestimmte Gruppen gute Fachliteratur gibt, ist durchaus gegeben. Und viele von den Büchern kannst Du auch in Bibliotheken ausleihen (wenn es darum geht, dass Du kein Geld hast).

Bücher

Wie schon geschrieben, Bücher können eine sehr gute Quelle für Deine Recherche sein. Natürlich kommt es darauf an, wer das Buch geschrieben hat. Daher fängt hier tatsächlich die Recherche an. Doch zumeist dürfte das kein Problem sein. Denn tatsächlich geben sich viele Leute Mühe und erklären, warum ein Fachbuch gut oder nicht so gut ist. Darauf kannst Du dann bauen.

Mit anderen Worten, besorg Dir das eine oder andere gute Buch und arbeite es durch. Damit hast Du schon einmal einen ersten wichtigen Schritt getan.

Dokumentationen

Es gibt Dokumentationen, welche diese Bezeichnung nicht verdient haben, aber so tun, als wären sie eine. Besonders gefährlich ist es, wenn Du Dir die privaten Sender zu Gemüte führst.

Erst letztens habe ich eine sogenannte Dokumentation gesehen, in der eine Person im Rollstuhl wieder das Gehen erlernen möchte (nach einem Unfall). Du kennst sicherlich die Einblenden, wenn der Name genannt wird und darunter ein mehr oder minder intelligenter Satz steht.

In dem Fall war es, dass die Person sich wieder ins Leben zurückkämpft. Bei mir kam es dann so an, als hätte die Person (und irgendwo alle, die in einem Rolli sitzen) kein Leben. Ähm ja, natürlich. Hätten die geschrieben, die Person kämpft sich ins alte Leben zurück, darüber hätte ich mich nicht aufgeregt. Aber so.

Daher meine Empfehlung, verzichte auf solche Dokumentationen. Die sollen nur für Einschaltquoten sorgen, mehr nicht. Achte lieber darauf, dass die Dokumentation wirklich auf den Hintergrund eingehen, kritisch sind, mit den Leuten auf Augenhöhe sprechen. Zumeist erfüllen die öffentlich-rechtlichen Sender durchaus diese Funktion. Nicht immer meisterhaft, aber um einiges besser.

Damit hast Du einen weiteren Baustein für Deine Geschichte.

Echten Menschen folgen

Eine gute und dezente Möglichkeit ist, dass Du echten Menschen in den sozialen Medien folgst. Dort schreiben viele offen und ehrlich über sich, über ihr Leben und was sie ausmacht. Vor allem aber auch, was sie von anderen unterscheidet und sie doch so menschlich macht.

Das ist die kleine Möglichkeit, um sich mit den Menschen in Verbindung zu setzen. Gerade dann, wenn man sich noch nicht traut, sie direkt anzuschreiben oder gar anzusprechen. Gerade dann, wenn Du zu der schüchternen Sorte Mensch gehörst. Da ist es völlig in Ordnung. Für das Erste.

Auf Dauer empfiehlt es sich dann doch, mit ihnen zu reden. Erklär ihnen, was Du vorhast und ob Du diesen Menschen ein paar Fragen stellen darfst. Nach einer guten Vorbereitung solltest Du natürlich einiges Wissen. Daher entfallen unnötige Fragen, die niemanden weiterbringen (oder am Ende gar peinlich sein könnten).

Wenn sie garstig antworten, dann überprüf erst einmal, wie Du die Person angesprochen hast. Manchmal vergreift man sich versehentlich im Ton. Und im Internet ist es unmöglich, auf die Stimme der anderen Person zu achten (außer Du schickst ein Podcast). Wenn Du aber höflich warst, dann lass es gut sein und bitte eine andere Person um Hilfe.

Aber das Gespräch mit Mitgliedern marginalisierter Gruppen ist immer die beste Entscheidung.

Sensitive Readers

Wenn Du Dein Manuskript fertig hast, wird es Zeit, dass Menschen gegenlesen. Zum Thema Lektorat (mit allen Lesestufen) solltest Du hier noch auf die Fähigkeiten von Sensitive Readers zurückgreifen.

Das sind Leser*innen, die selbst zu marginalisierten Gruppen gehören. Daher können sie Deinen Text auf Herz und Niere prüfen, ob Du sie richtig dargestellt hast. Wenn Du also über eine Person in einem Rollstuhl schreiben möchtest, kannst Du eine reale Person im Rolli fragen, ob Du diesen Job gut gemacht hast.

Und wenn nicht, dann nimm Dir die ganzen Anmerkungen zu Herzen und ändere Deine Geschichte.

Wichtiger Hinweis

Selbst wenn Du ein Dutzend Leute fragst, ob sie Deinen Text durchlesen können und alle dem zustimmen, was Du geschrieben hast, es wird jemanden geben, die oder der sich nicht richtig repräsentiert fühlt. Und das ist richtig so. Natürlich wirst Du niemals alle Geschichten und Lebensentwürfe in Deinem Roman abbilden können. Respektiere das und respektiere die Meinung der Person, die sich nicht richtig dargestellt fühlt. Deine dutzend Leser*innen haben genauso recht, wie die Person, die sich darüber beschwert.

Meine Empfehlung ist daher, dass Du in einem Nachwort schreibst, dass Du nur eine mögliche Darstellung geschrieben hast und jede Geschichte anders ist. Und ich würde auch erwähnen, dass Du mit Sensitive Readers zusammengearbeitet hast (frag ruhig nach, ob Du deren Namen erwähnen darfst, wenn nicht, lass es sein 🙂 ).

Bezahlung

Sensitive Readers lesen Deine Texte in ihrer Freizeit. Und letztendlich soll am Ende ein toller Roman dabei herauskommen. Daher kann es durchaus sein, dass die eine oder der andere dafür eine Gebühr verlangt. Ja, ich meine hartes Geld, Euro und so weiter.

Auch wenn das Veröffentlichen eines Buches schon teuer genug ist, ich kann Dir nur empfehlen, diese Investition auch zu tragen. Damit garantierst Du, dass Deine Geschichte um einiges authentischer wird, als wenn Du auf gut Glück und auf Deine Recherche vertraust. Immerhin lesen hier Menschen Deine Geschichte, über die Du schreibst.

Rede mit ihnen. Ihr werdet sicherlich zueinanderfinden.

Abschlussgedanken

Das sind die ersten Schritte, um eine gute Geschichte zu schreiben. Sobald Du anfängst, werden Dir sicherlich noch weitere Möglichkeiten einfallen, wie Du eine authentischere Geschichte verfassen kannst.

Doch je mehr Du Dich in das Thema reinhängst, desto besser kann sie werden. Dabei wünsche ich Dir viel Energie und noch mehr Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Polyamore Fiction

Polyamore Fiction

Hei, hallo und herzlich willkommen,

der letzte Beitrag in dieser Reihe dreht sich um einen Beziehungstyp, der nicht nur in Fiction vorkommt, sondern auch in der realen Welt. So hat sich ein australisches schwules Paar tatsächlich scheiden lassen, um eine polyamore Beziehung zu beginnen. Warum auch nicht?

Kurze Vorgedanken

PolyamorieGeschichten zu diesem Thema habe ich zuerst in amerikanischen Büchern gefunden. Und das dann auch aus dem Gay-Bereich. Bisher habe ich noch keine polyamore Geschichten mit anderen Konstellationen gesehen. Das bedeutet aber nicht, dass es sie nicht gibt. Und vor allem bedeutet es nicht, dass Du das nicht schreiben kannst.

Daher schauen wir uns heute diesen möglichen Beziehungstyp etwas genauer an.

Was ist eine polyamore Beziehung?

Polyamorie ist eine Beziehungsform, in der eine Person mehr als eine weitere Person lieben kann. Und das wird nicht über eine Affäre gelebt, sondern in einer festen und stabilen Beziehung. Hier sind alle beteiligten Personen eingeweiht und stimmen dieser Konstellation zu.

Meine Empfehlung ist, ließ Dir den oben verlinkten Beitrag durch, der sehr aufschlussreich ist. Daher werde ich mich im weiteren Verlauf auf die Bedeutung im fiktionalen Bereich konzentrieren.

Denn hier wird die polyamore Beziehung als eine Dreibeziehung beschrieben. Das bedeutet, dass mindestens drei Menschen (theoretisch können es auch mehr sein) sich finden und gemeinsam eine Beziehung eingehen. Und zwar alle mit allen. Also, Figur A liebt Figur B und C. Figur B liebt A und C. Und Figur C liebt A und B.

Damit wird die Idee, dass ein Mensch mehr als einen anderen Menschen liebt weiter auf die Spitze getrieben. Denn die Personen müssen akzeptieren, dass die beiden Menschen die sie*er liebt, ebenfalls jemand anderen liebt. Zwar führen sie eine gemeinsame Beziehung, aber man steht, im Gegensatz zu einer monogamen oder polyandren bzw. polygamen Beziehung, nicht im Mittelpunkt der anderen Person.

Per se ist das nicht schlimm. Da wir aber mit dem Bild einer monogamen Beziehung aufgewachsen sind, erfordert das durchaus ein individuelles Wachsen und Reifen. Immerhin könnte dabei auch Eifersucht entstehen. Und die muss akzeptiert und überwunden werden.

Diese Beziehung in Deinem Roman

PolyamorieWenn Du es jetzt faszinierend findest, darüber tatsächlich zu schreiben, dann gilt auch hier, dass Du Dir ein paar Fragen stellen solltest. Denn hier hast Du nicht nur das Konzept, dass ein Mensch zwei andere Menschen liebt. Sondern alle drei Menschen (oder wie viele Du auch immer in die Beziehung stecken möchtest) haben miteinander eine Beziehung. Und im Idealfall sollten sie auch nicht eifersüchtig aufeinandersein, sodass die Beziehung auf Dauer hält.

Wie sehen sich die Personen in der Beziehung selbst?

Jeder Mensch hat ja ein bestimmtes Bild von sich selbst. Wie sieht es mit Deinen Charakteren aus? Wie sehen sie sich selbst überhaupt als Mensch. Und dann, wie in diese Beziehung. Fühlen sie sich wohl, zurückgesetzt oder möchten sie dominieren? In Deiner Geschichte kannst Du einige negative Gefühle durchaus in diese Konstellation holen. Immerhin wollen wir ja, dass es erst einmal spannend wird. Erst am Ende kann das alles überwunden werden und für sie ein Happy End geben – sofern Du das möchtest.

Definiere also das Selbstbild und das Beziehungsbild. Vermutlich lassen sich hier schon die ersten Konflikte für eine spannende Geschichte finden.

Wie kommen sie zusammen?

PolyamorieAuch hier gilt es, wie kommt Dein Trio zusammen? Waren sie zuerst zu zweit und dann kam eine dritte Person hinzu? Ist das dynamisch gewachsen? Oder war es erst eine polyandre/polygame Beziehung, die sich zu einer polyamoren entwickelt hat? Es gibt hier viele Möglichkeiten, die Du wählen kannst. Wichtig ist, dass zumindest Du weißt, wie sie zusammengekommen sind.

Natürlich kannst Du die Informationen auch in Deinem Roman einbauen oder die Geschichte erzählen. Hauptsache, sie passt dazu.

Wie reagiert die Umwelt darauf?

Wenn Dein Trio zu den Schwiegereltern gehen und sagt, dass sie nun zu dritt vögeln, wie werden sie darauf reagieren? Manche sind dafür offen, andere hingegen dürften zumindest vom Stuhl fallen.

Je nachdem, in was für eine Welt Du Deine Geschichte ansiedelst, kann eine solche Beziehung normal sein oder so unnormal, dass Deine Liebende sogar um ihr Leben fürchten müssen. Das entscheidest letztendlich Du selbst. Wenn Du entscheidest, dass die Beziehung in der Welt normal ist, musst Du darauf nicht so viel Energie aufwenden, als wenn es nicht so wäre. Dann könnte es spannend werden, wenn Du darstellst, wie sie unter der Ausgrenzung durch die anderen Leiden.

Daher finde ich es hier wichtig, dass Du zeigst, in was für einer Gesellschaft wir uns in Deiner Geschichte befinden. Und auch, wie sie auf eine solche Beziehung reagieren.

Die sexuelle Komponente

Am Ende läuft es sehr wahrscheinlich darauf hinaus, dass viele Autor*innen ihre drei oder auch mehr Charaktere gemeinsam ins Bett schicken. Das kannst Du natürlich machen. Es ist aber auch möglich, dass sie ab und an zumindest, monogamen Sex genießen. Wie Du es am Ende hältst, muss die Geschichte entscheiden. Wichtig finde ich nur, dass man weiß, wer was macht.

Häufig lese ich Szenen mit monogamen Sex (also mit nur zwei Personen). Und da habe ich manchmal schon Probleme zu wissen, wo die zwei sich befinden. Daher könnte es zumindest theoretisch mit einer Dreierkonstellation noch etwas komplexer werden. Meine Empfehlung ist ganz klar, beschreib genau und lass jemanden darüber lesen die*der da sehr kritisch ist. Wenn sie*er es nicht versteht, solltest Du Dir zumindest überlegen, da noch einmal nachzubessern.

Alle Konstellationen sind möglich

PolyamorieZwar sind schwule polyamore Geschichten momentan am bekanntesten, genauso wie die F/MM Geschichten. Das bedeutet aber nicht, dass es hier enden muss. Du kannst auch ein Mann und zwei Frauen in eine Beziehung nehmen. Drei Frauen. Oder was für Geschlechtertypen Du auch immer gerne zeigen möchtest. Nichts ist unmöglich.

Sei daher durchaus mutig und zeig, was möglich ist.

Abschlussgedanken

Sicherlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie Du Deine Charaktere in eine Beziehung stecken kannst. Die hier Vorgestellten dürften sicherlich die bekanntesten sein. Daher, tob Dich aus und gib Deiner Geschichte noch einen gewissen Schuss an Besonderheit. Solange die Geschichte gut ist, darfst Du Dich diesbezüglich austoben.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

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Polygame und polyandre Fiction

Polygame und polyandre Fiction

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im Leben selbst sind diese Beziehungstypen in der Vergangenheit in einigen Gesellschaften schon vorgekommen. Zwischenzeitlich kommen sie aber auch wieder in der Gegenwart an und bieten für das Leben aber auch für eine Geschichte durchaus interessante Ideen.

Kurze Vorgedanken

Heute geht es in den ganzen Beziehungsgeschichten darum, wenn sich ein Mensch in mehr als zwei Menschen verliebt. Viele behaupten, dass das nicht gehen würde. Darauf gab es mal eine gute Erwiderung. Und zwar, wenn Du verheiratet bist und ein Kind hast, wen von beiden liebst Du? Jetzt könnte man lang und breit diskutieren, dass man ein Kind anders liebt, als eine erwachsene Person. Aber wenn Du zwei Kinder hast, dann könntest Du ja von denen nur eines lieben, wenn man nur eine einzige Person lieben könnte.

Zudem gibt es Menschen, die ihre Ehepartner*innen lieben und zugleich eine Affäre beginnen. Wie geht das, wenn man sich in nur eine Person verlieben könnte? Gehen wir für diesen Beitrag davon aus, dass es möglich ist, mehr als nur einen Menschen zu lieben. Und dann für Deine Geschichte. Daraus könnte durchaus etwas Interessantes entstehen.

Was ist eine polygame Beziehung eigentlich?

Unter einer polygamen Beziehung versteht man, wenn ein Mann sich in zwei oder mehr Cis-Frauen verliebt. Jedoch geht es hier auch noch weiter. Der Mann geht mit beiden Frauen eine Beziehung ein und die Frauen stimmen dem zu. Man kann auch von einem Harem sprechen. Nur, dass die Frauen nicht in einem abgesperrten Bereich einer Wohnung oder derartiges Leben, sondern selbstbestimmt (hoffentlich zumindest) neben dem Mann auch außerhalb des Wohnbereiches agieren.

Eine religiöse Gruppe, die früher, und zum Teil noch heute polygam lebt, sind die Mormonen.

Dein Held verliebt sich also in mindestens zwei Frauen und geht mit beiden eine Beziehung ein. Und die Frauen billigen dies zumindest, wenn sie das nicht sogar aktiv gestalten. Damit meine ich, dass sie sich untereinander anfreunden und dadurch die Beziehung Stablisieren. Es wäre nichts anstrengeder, als wenn man mit zwei Frauen verheiratet wäre und die sich nicht ausstehen könnten.

Wichtiger Hinweis: Zwar können natürlich alle sich zu einem hübschen Dreier zusammenfinden. Aber die Frauen gehen ansonsten keine sexuelle Beziehung miteinander ein. Dazu kommen wir nächste Woche.

Was ist eine polyandre Beziehung?

Bei einer polyandre Beziehung steht die Frau im Mittelpunkt. Sie hat mit mindestens zwei Männern eine Beziehung und beide wissen und akzeptieren es. In der modernen Literatur wird das auch als Reversed Harem Story bezeichnet. Du kannst gerne mal in den bekannten Onlineshops danach suchen und findest zwischenzeitlich einiges an Literatur.

In matriarchalischen Gesellschaften soll diese Beziehungsform nicht ganz unüblich gewesen sein. Denn dort war die Rolle des Mannes eine völlig andere (der Bruder war wichtiger als der Ehemann). Und zudem war es für das Kind auch um einiges besser, wenn sich zwei oder auch mehr Männer, um das leibliche Wohl des Kindes kümmerten. Zudem war es auch noch eine Möglichkeit, um die Überbevölkerung zu verhindern.

Was ich damit meine?

Wie oft kann ein Mann zwei Frauen schwängern? Und wie oft können zwei Männer eine Frau schwängern? Es soll Orte gegeben haben, bei denen die polyandre Beziehung gelebt wurde und die Bevölkerungszahl blieb über Jahrhunderte konstant.

Diese Beziehungsformen für Deine Geschichte

Wenn Du Lust hast, diese Beziehungsformen für Deine Geschichte zu verwenden, dann bist Du aktuell in sehr guter Gesellschaft. Zur Zeit entstehen sehr viele Geschichte darum, dass eine Person eine Beziehung mit mindestens zwei anderen Personen eingeht. Dabei dominieren die polyandre Beziehungen jedoch stärker. Du wirst also mehr F/MM Geschichten finden.

Es gibt aber auch M/FF Geschichten. Leider eignen die sich aktuell eher dafür, selbst Hand anzulegen (wenn wir uns jetzt verstehen). Da besteht durchaus noch sehr viel Nachholbedarf.

Aber welche Fragen solltest Du Dir stellen, wenn Du solch eine Beziehungsform in Deine Geschichte verwenden möchtest?

Wie kommen die Personen zusammen?

Auch wenn Du das nicht in Deiner Geschichte erwähnst, ist es sicherlich interessant zu wissen, wie Deine drei Personen zusammenkommen? Immerhin wollen oder führen sie eine Dreierbeziehung. Wie kommt also der Mann oder die Frau dazu, sich mit mehr als einer Person einzulassen? Und dann geht es ja weiter. Wie sind sie zusammengekommen, um die Beziehung zu führen?

Überleg Dir daher, zumindest als Hintergrundgeschichte, was da passiert ist.

Wie sehen die Personen sich in der Beziehung?

Jeder Mensch hat ja ein Bild von sich. Und in einer Beziehung ist das nicht anders. Wie sehen sich die Drei also innerhalb dieser Beziehung? Sind sie glücklich? Oder muss da noch was passieren, damit alles rund läuft? Fühlt sich jemand als das dritte Rad am Wagen? Und so weiter.

Hier geht es mir darum, dass Du definierst, wie sich die Charaktere selbst sehen und dann auch in der Beziehung. Eventuell findest Du hier auch gute Anhaltspunkte für ein paar Konflikte.

In was für einer Gesellschaft leben Deine Charaktere?

Damit meine ich, befinden wir uns in einer Science-Fiction Welt oder spielt die Geschichte in einer Fantasyumgebung? Es könnte ja auch unsere Realität sein. Hier ist es durchaus wichtig, dass Du erst einmal definierst, wie die Gesellschaft normalerweise aufgebaut ist. Denn dadurch ergibt sich auch, wie sie die Beziehung Deiner Charaktere betrachten.

Wie reagiert die Umwelt auf diese Beziehungsform?

Wenn diese Beziehungsform in Deiner Gesellschaft normal ist, dann fallen sie nicht auf. Das wäre schlichtweg eine Beziehung von vielen, so wie es heute die monogame Beziehung ist. Sollte dies aber eher selten sein, weil sie nicht offen vorkommt, kommt es nun auf Dich an uns zu zeigen, wie die Umwelt darauf reagiert. Akzeptiert sie es sofort? Wenn ja, warum? Und wenn nicht, was ist hier der Grund?

Je nach Gesellschaft wird diese Beziehung irgendeine Reaktion hervorrufen. Diese muss dann halt auch realistisch sein. Vor einiger Zeit habe ich eine polyandren / Reversed Harem Geschichte gelesen, die im 19ten Jahrhundert spielte. Es gab zwar einige wenige, die etwas seltsam dreingeschaut hatte. Aber natürlich war es für alle in der Umgebung absolut normal, dass eine Frau mit zwei Männern ins Bett geht. Erst recht hat die konservative Mutter dies akzeptiert.

Leider kam das für mich nicht glaubwürdig herüber. Es blieb dieses Gefühl, ich muss ein Happy End durchprügeln. Egal wie Deine Charaktere darauf reagieren, zeig mir ein realistisches Bild. Dann gehe ich mit Dir mit.

Die sexuelle Komponente

Gerade wenn Du einen (erotischen) Liebesroman schreibst, empfehle ich Dir, dazu Gedanken zu machen. Gehen sie alle drei miteinander ins Bett oder immer nur zu zweit? Und wenn sie zu dritt intim werden, wie sieht das aus? Und wenn nicht, wie regeln sie das?

Abschlussgedanken

Wenn Du eine Dreiergeschichte schreiben möchtest, dann hast Du natürlich auch eine romantische Komponente dabei. Das bedeutet, dass Du Dir die Fragen stellen kannst, die Du zu einer monogamen Liebesbeziehung stellen würdest. Nur musst Du mit drei Charakteren arbeiten und die Dynamik zwischen den drei Menschen dabei berücksichtigen.

Ansonsten hast Du die Möglichkeit aus bisherigen Plots, mit denen viele arbeiten, mit einer Dreierbeziehung zu garnieren und etwas anderes daraus zu machen. Dazu gehört natürlich auch ein wenig Mut. Denn viele sind dafür noch nicht ganz so offen. Und auch wenn ich es in dem Hauptteil des Beitrages nicht geschrieben habe und es wohl eher rüberkam, dass nur Cis-Menschen diese Beziehung führen können, so stimmt das nicht. Natürlich kannst Du alle Geschlechtertypen nehmen, welche Dir zusagen und über die Du schreiben möchtest.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Deine frau schreibseele

 

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Lesbian Fiction

 

Lesbian Fiction

nachdem wir uns das Thema Gay Fiction angesehen haben, geht es nun zu den Lesben. Leider gibt es hier sehr viele Vorurteile und wenig Geschichten, mit denen man arbeiten könnte.

Kurze Vorgedanken

Vor einigen Jahren hatte ich mal für einen Beitrag für meinen letzten Blog recherchiert, wie viele Verlage Bücher mit schwulen Charakteren veröffentlichen und wie viele mit lesbischen Charakteren. Es war sehr ernüchternd. Während es Verlage gibt, die teilweise ausschließlich Gay Fiction publizieren, kann man die Verlage für Lesbian Fiction immer noch an einer Hand abzählen. Mischverlage, die sich also für beide sexuelle Richtungen engagieren, findet man dagegen noch eher.

Zudem gab es einen Tweet eines Verlages (den habe ich mir leider nicht gespeichert), dass es scheinbar keinen einzigen lesbischen YoungAdult Roman geben soll. Schwule hingegen schon. Das ist eine der Gründe, warum ich gerade an einem arbeite.

Da sich viele Punkte mit dem Gay Fiction Beitrag überschneidet, werde ich hier auf einige eher kurz eingehen. Der Rest unterscheidet sich nicht von den Gay Romanen.

“Lesben gibt es nicht!”

Vielleicht wirst Du es nicht glauben, aber diesen Satz durfte ich tatsächlich vor über zehn Jahren in einem Chat lesen. An dieser Stelle möchte ich noch erwähnen, der damalige Chatter ist/war schwul. Ob das ein Zusammenhang ist, ich weiß es nicht. Doch von einer Frau habe ich solch einen Satz nie gehört.

Bis vor einiger Zeit habe ich mich immer noch über diesen Satz geärgert, obwohl ich mit diesem Chatter schon seit vielen Jahren kein Kontakt mehr habe. Und vermutlich erinnert er sich noch nicht einmal mehr daran, dass er das geschrieben hatte. Wenn ich das jetzt kritisch betrachte, dann hat er nicht ganz unrecht.

Nein, natürlich meine ich nicht, dass es Lesben nicht gibt. Und zugleich gibt es sie nicht, in der öffentlichen Wahrnehmung. Ein kleines Beispiel? Normalerweise sind Übersichten mit lesbisch/schwulen Charakteren aus Comicheften sehr männerlastig. Diese Liste ist mal eine wohltuende Abwechslung. Ansonsten findet man in Listen mit zehn Charakteren (um ein Wert zu nennen) acht Männer und dementsprechend zwei Frauen, wenn überhaupt.

Ansonsten tauchen Lesben eher selten auf.

Wenn sie denn mal auftauchen, dann als bisexuelle Frau. Hier kann ich wieder von einer persönlichen Erfahrung schreiben. Es wieder einige Jahre her, da stellte eine Autorin ihre Charaktere vor. Der Held durfte natürlich schwul sein, keine Frage. Sie hingegen war bisexuell. Einen rein lesbischen Charakter fand man in dieser Geschichte leider vergebens. Mir schien es auch so zu sein, das ist aber eine rein persönliche Ansicht, dass ein lesbischer Charakter nicht erwünscht war, da sie ansonsten kein Sex haben könnte (dazu gleich mehr).

Auch sonst ist es eher wahrscheinlich, dass man auf einen schwulen Charakter trifft, als auf einen lesbischen. So kommt es wohl auch, dass es eben noch keine lesbischen YoungAdults Romane gibt.

Lesben haben keinen Sex

Sicherlich sind wir uns einig, dass Cis-Frauen keinen Penis haben. Wie sollen sie also Sex haben? Zumindest ist es für viele unverständlich, dass sie auch ohne einen Penis einen Orgasmus haben können. Dazu gehört jedoch Fantasie und etwas Recherche. Dann klappt das auch im Bett.

Da den Cis-Lesben nun einmal ein Penis fehlt, können sich viele einfach nicht vorstellen, dass sie tatsächlich Sex haben. Daher gibt es ja Vibratoren, Dildos und Futas (um einige Möglichkeiten aufzuführen). Doch für einen Quickie auf der Toilette oder an der Raststätte sind die nicht wirklich bequem. Aber anstatt sich etwas anderes einfallen zu lassen, wird ihre sexuelle Erfahrung schlichtweg negiert, leider.

Erst einmal, es ist natürlich nicht zwangsläufig notwendig, dass Lesben Sex haben müssen. Zugleich fände ich es persönlich schön, einfach aufgrund der Tatsache, dass das bisher eher negiert wird. Denn Lesben haben Sex und der kann toll sein. Lasst uns darüber gerne schreiben.

Wenn Du Dich also entscheidest, über Lesben und über lesbische Erotik zu schreiben, es gibt tolle Bücher dazu, welche Dir dabei helfen. Und ein Gespräch mit einer Lesbe kann Dir sicherlich auch dabei helfen.

Einmal drüber und gut – Sex mit Männern

Meistens kommt der Spruch von Männern, dass eine Lesbe nur mal ordentlich rangenommen werden muss, dann ist sie geheilt. Um es kurz zu machen, das ist natürlich kompletter Blödsinn. Wenn eine Frau lesbisch ist, ist sie lesbisch. Das trifft auf einen schwulen Mann genauso zu. Frauen fühlen sich eben zu Frauen hingezogen und damit hat es sich. Sie müssen nicht erst einmal testen, ob sie denn nicht vielleicht doch auf Männer stehen.

Die Heterosexualität ist die gesellschaftliche Norm. Das bedeutet, dass jede Abweichung sich outen und erklären muss. Und zwar bis ins letzte Detail. Heterosexuelle müssen sich hingegen nicht erklären, warum sie auf das andere Geschlecht stehen. Dabei könnte man sie fragen, ob sie denn sicher sind, heterosexuell zu sein. Immerhin waren sie nicht mit jemanden des eigenen Geschlechts im Bett. Woher wollen sie also wissen, ob sie tatsächlich Heteros sind?

Lesben müssen also nicht mit Männern schlafen, um zu beweisen, dass sie tatsächlich lesbisch sind. Und auch wenn sie es tun, dann sind sie danach nicht geheilt, also Heten.

Vor allem, sie müssen überhaupt nicht mit Männern schlafen. Es gibt durchaus den einen oder anderen Film, da hat der lesbische Charakter Sex mit einem Mann. Und das teilweise aus nicht nachvollziehbaren Gründen. Natürlich dürfen Lesben mit Männern Sex haben. Da spricht nichts dagegen. Und sie müssen deswegen noch nicht einmal bisexuell sein. Aber wenn Du sie mit einem Mann ins Bett schickst, lass es wenigstens einen guten Grund haben. Bitte!

Und wenn der Grund einfach nur der ist, dass sie gerade mal Sex braucht, ist das völlig in Ordnung. Das ist ein guter Grund. Aber einfach nur so die Lesbe mit einem Mann ins Bett schicken, damit die Geschichte noch einmal Hetensex hat, das finde ich nicht überzeugend. Daher noch einmal meine Bitte, schreib das nicht. Sehr wahrscheinlich ist es, dass Du damit Deine Leser*innen vergraulst. Danke schon einmal dafür.

Worüber könnte man schreiben?

Zum Thema Charakter und Geschichte und diese Dinge, werde ich mich an dieser Stelle nicht äußern. Dazu habe ich im letzten Beitrag schon was geschrieben. Und vor allem, auch wenn wir über lesbische Charaktere reden, unterscheiden sie sich nicht von anderen Figuren. Nur ihre Sexualität. Sie können trotzdem wild, stolz, frei, nervig, ängstlich, nervös und alles dazwischen sein, wie die anderen Figuren. Also menschlich.

Ein Erfahrungsbericht

Immer wieder hört oder liest man, dass es zu bestimmten Geschichtstypen noch gar keine Lesbian Fiction gibt. Als ich begann mich für das Thema BDSM zu interessieren, wollte ich einen lesbischen Roman lesen. Damals hieß es, dass es nur einen Roman gäbe. Es handelte sich damals um “Sarahs Lust” von Regina Hoffmann. Zwischenzeitlich sieht es anders aus.

Aber es gab Zeiten, da sah es auf dem deutschen Markt zumindest eher mau aus. Und wenn man genauer hinsieht, dann hat es sich eher unwesentlich verbessert. Daher dürfest Du in unzähligen Bereichen auf kaum bis gar keine Konkurrenz stoßen. Zumindest, wenn Du auf deutsch schreibst. Der englischsprachige Markt ist da ein wenig besser aufgestellt. Aber selbst da kannst Du Dich immer noch in Deinem Wunschbereich niederlassen, ohne auf wirklich viel Konkurrenz zu treffen.

Die Gründe für diese riesigen Lücken

Vor einigen Jahren war ich auf der LoveLetter Convention bei einem Panel zum Thema Gay Fiction. Da kam heraus, dass sogar lesbische Autorinnen eher Gay Fiction schreiben. Eine der möglichen Gründe dürfte in dem Vorurteil sein, dass es schwer sei über Frauen zu schreiben. Und dann gleich noch zwei, geht ja gar nicht. Tatsächlich hatte eine Autorin gesagt, dass es für sie leichter sei über Männer zu schreiben.

Zudem sehen immer noch sehr viele lesbische Erotik als Antörner für Männerfantasien, weniger als eine selbstbestimmte Sexualität. Wenn Du mit einer Suchmaschine nach “lesbischer Erotik” oder “lesbian erotic” suchst (was ich Dir NICHT empfehlen kann), bekommst Du auch entsprechende Angebote geliefert. Bei Gay Erotic sieht das anders aus (gerade ausprobiert).

Es ist also aktuell noch gut, dass Du noch nicht viel Konkurrenz hast, da Du Dich dann komplett neu positionieren kannst. Der Nachteil ist aber, dass Du schlimmstenfalls gegen gewisse Vorurteile angehen musst. Aber viele Leser*innen wünschen sich lesbische Charaktere in den Geschichten.

Mögliche Themen

Eben über alles, was Dich interessiert. Es geht auch hier in erster Linie um die Geschichte. Wenn Du also Fantasy schreiben möchtest, dann schreibe Fantasy. Das gilt auch für Science-Fiction, Krimi oder Horror. Es geht um den Charakter, nicht um die Geschichte. Lesbian Fiction ist selbst kein eigenes Genre. Es handelt sich hierbei um eine Zugabe für eine mehr diverse Geschichte.

Du kannst auch gerne recherchieren, wo es noch wenige oder gar keine lesbischen Charaktere gibt und genau dafür einen Roman schreiben. Oder Du vertraust auf Deine Geschichte und machst aus Deiner Heldin eine Lesbe. Sie muss in Deinem Roman keine sexuellen Kontakte haben. Es reicht schon aus, wenn sie für eine andere Frau schwärmt oder eine Beziehung mit einer Frau in der Vergangenheit hatte.

Abschlussgedanken

Eigentlich ist es nicht schwer, einen Roman mit lesbischen Charakteren zu schreiben. Man tut es einfach und lässt ein paar unnötige Klischees weg, die ich oben beschrieben habe. Sicherlich gibt es noch andere Klischees. Aber noch ist die Literatur in Deutschland sehr übersichtlich. Daher kannst Du Dich hier gerne austoben.

Und auch wenn viele nicht gerne über lesbische Charaktere schreiben wollen, viele Menschen wollen aber darüber lesen. Vielleicht motiviert Dich das doch, zumindest darüber nachzudenken, ob Du nicht eine Geschichte mit Lesben schreiben möchtest.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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