Wie könnte ich eine feministische Geschichte schreiben?

Wie könnte ich eine feministische Geschichte schreiben?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

immer wieder wünschen sich Lesende, dass die Romane, die sie lesen, ein wenig feministischer sein könnten. Dabei reicht es nicht aus, einfach mal eine starke Frau in die Geschichte zu werfen (wobei sich die Frage stellt, was eine starke Frau überhaupt ist). Aber schauen wir uns mal an, mit welchen Elementen man eine feministischere Geschichte schreiben könnte.

Kurze Vorgedanken

Mir ist sehr wohl bewusst, dass für viele, sehr viele Leuten der Feminismus – gelinde gesagt – ein negatives Thema ist. Viele sind der Meinung, dass wir heutzutage keinen Feminismus mehr benötigen, immerhin haben wir ja die Gleichberechtigung erreicht. Warum sollte man also noch darüber diskutieren? Oder gar eine feministische Geschichte schreiben?

Um es kurz zu machen, wir brauchen heute mehr denn je den Feminismus. Allein wenn Du Dir diese Seite anschaust, dann sollte jede und jeder klar werden, es gibt immer noch viel zu tun. Und wenn Du der Meinung bist, das ist normal, dann muss sogar noch mehr getan werden.

Übrigens, im folgenden Beitrag werde ich durchgehend das generische Femininum verwenden, außer ich meine explizit eine reine Männergruppe. Ansonsten dürfen sich die Herren und alle anderen Menschen gerne und immer mitgemeint fühlen.

Was ist Feminismus?

An dieser Stelle möchte ich keine Abhandlung darüber halten, was der Feminismus ist. Dazu gibt es durchaus einige Seiten im Netz, welche Dich darüber fachkundig aufklären. Daher möchte ich Dir hier meine eigene Interpretation vorstellen. Sie ist nicht vollständig und vermutlich nicht unbedingt akademisch korrekt, aber für den Anfang reicht es sicherlich aus.

Den Feminismus sehe ich als ein Konzept, dass alle Menschen zu keinem Zeitpunkt benachteiligt werden sollen. Zuerst fing es bei den Frauen an, das stimmt. Das lag aber auch daran, dass früher in erster Linie Frauen sehr viele Nachteile hatten, die es zu überwinden galt. So durften sie ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes keiner Arbeit nachgehen. Er konnte sogar zu ihrem Arbeitgeber hingehen und kündigen, wenn er es für richtig hielt (oder Lust dazu hatte).

Weiterhin durften Frauen lange Zeit nicht wählen (während es bei Männern von vornherein feststand, dass es keine Gründe gab, die dagegen sprachen). Sie durften nicht über ihr eigenes Geld verwalten und so weiter und so weiter. Das waren einige Gründe, warum der Feminismus sich in erster Linie um die Frau gekümmert hatte. Denn sie brauchte anfänglich die Unterstützung, um in die Nähe der Rechte zu kommen, die ein Mann hatte.

Zwischenzeitlich sieht es etwas besser aus, was Frauen dürfen und was nicht. Und doch erzählte mir vor Jahren eine Kollegin, dass sie als IT-Systemkauffrau arbeiten wollte (der erste Beruf, den ich lernte). Sie wurde abgelehnt, weil sie als Frau aller höchstens Kaffee kochen könnte. Und ansonsten hätte sie in der Nähe von der Technik nichts zu suchen. Dazu sage ich mal nichts.

Zwischenzeitlich schauen auch viele Feministinnen genauer hin, wenn sich Nachteile gegen die Männer richtet (Sexismus würde ich es nicht nennen, weil dieser vom Mann ausgeht, daher kann er nicht sexistisch behandelt werden, genauso wie es keinen Rassismus gegen Weiße geben kann) richtet. Aber viele schauen genauer hin, wenn es um Rassismus oder Antisemitismus geht. Natürlich ist nicht jede Feministin automatisch perfekt. Und nicht alle kümmern sich um diese Themen oder sind so weit gekommen, dass sie sich auch den Mann betrachten. Aber das ist auch nicht möglich. Man kann nur schauen, wo man selbst helfen kann. Und alle anderen dann so weit unterstützen, wie man es eben schafft. Und dann den Rest den anderen überlassen.

Warum feministische Geschichten?

Natürlich könnte man jetzt sagen, es reicht, wenn man sich theoretisch mit dem Feminismus beschäftigt. Oder im Rahmen von Fachtexten oder Sachbüchern. Doch häufig fehlt uns das Feingefühl, was wirklich feministisch ist und was nicht. Manchmal denke ich, dieses Thema geht ja eigentlich in Ordnung. Und einige Zeit später stelle ich fest, dass es dem doch nicht so ist. Es ist sexistisch, rassistisch oder was auch immer.

Wenn man andauernd mit sexistischen Themen – um dabei zu bleiben, – regelrecht bombardiert wird, fällt es schwer, dieses als solche zu erkennen. Daher ist es durchaus wichtig, dass man darauf hingewiesen wird, wenn ein Thema eben sexistisch ist. Oder von vornherein gesunde und starke Rollenbilder präsentieren.

Denn ich bin der festen Überzeugung, wenn wir mit positiven Rollenbildern konfrontiert werden, dann sind wir eher in der Lage diese zu verinnerlichen. Ansonsten identifizieren wir uns eher mit den negativen Vorbildern. Und das halte ich persönlich für ungesund.

Lass uns eine feministische Geschichte schreiben

Vielleicht sagst Du Dir jetzt, ich möchte zumindest versuchen, eine entsprechende Geschichte zu schreiben. Daher sind hier ein paar Vorschläge, die Du dabei berücksichtigen kannst.

Die widerwillige Heldin

Sehr häufig scheinen Autorinnen zu denken, dass ihre Heldinnen gar keine Heldinnen sein wollen. Also müssen sie ihren Widerwillen brechen und dafür Sorgen, dass sie ins Abenteuer gescheucht werden.

Katniss Everdeen ist solch eine widerwillige Heldin. In „Die Tribute von Panem“ geht sie nicht freiwillig ins Abenteuer, sondern opfert sich. In diesem Fall für die Familie. Nein, es ist nichts Schlechtes daran, dass ihr die Familie so wichtig ist, dass sie für ihre kleine Schwester in den Tod geht. Aber es ist auch typisch weiblich. Eine Frau opfert sich für die Familie, um dann Teil der Geschichte zu werden.

Manchmal hab ich aber das Gefühl, dass man Frauen keine Abenteuerlust zuspricht. Meistens wird ihnen irgendeinen Grund zugesprochen, damit sie ihre gewohnte Umgebung verlassen, um ins Abenteuer zu gehen.

Hier eine sehr gute Nachricht, dies ist nicht notwendig. Es darf ab und an gerne sein, dass Deine Heldin sich opfert, um jemanden anderen das Leben zu retten. Aber sie darf auch so ins Abenteuer gehen und dort entdecken, wer sie ist und vor allem, was sie alles kann.

Weiblichkeit ist kein Problem, dafür die Misogynie

Sehr häufig wird in den Geschichten es so dargestellt, dass die Weiblichkeit per se schlecht ist. Dabei ist nicht diese das Problem, sondern die Misogynie.

Frauen werden häufig auf gewisse Themen stark reduziert. Unter anderem, dass sie zu gerne Schuhe kaufen oder Kleidung. Sie treffen sich, um zu reden, nein, natürlich tratschen sie nur. Oder haben andere Interessen, welche eben als typisch weiblich gelten.

Wenn Frauen sich mit diesen Themen beschäftigen oder gar identifizieren, wird es häufig in negativer Art und Weise getan. Und das eigentlich nur, weil es Frauen interessant finden. Das kannst Du daran erkennen, dass Männer, wenn sie sich ebenfalls für diese Themen interessieren, häufig absurd dargestellt werden.

Doch nicht der Umgang mit diesem Dingen durch die Frau ist das Problem, es ist die Ansicht darüber. Also die Misogynie ist hier das Ärgernis. Denn es werden so gut wie alle männlichen Themen als für wichtiger erachtet, als die der Frauen. Das kannst Du daran erkennen, dass reine Männerberufe besser bezahlt werden, solange keine Frauen in diesen arbeiten. Arbeiten mehr Frauen in diesen Berufen, werden diese automatisch schlechter bezahlt.

Willst Du ein bestimmtes Frauenthema beschreiben, dann tue es gerne, aber eben neutral und respektvoll. Nur weil eine Frau gerne einkaufen geht, ist das nicht als negativ zu bezeichnen. Genauso wie das lackieren von Fingernägeln. Sobald es aber lächerlich dargestellt wird, weil Männer so etwas nie machen würden, haben wir meistens ein Problem.

Die heilige Jungfrau

Aus irgendwelchen Gründen sind Jungfrauen in Geschichten ziemlich heiß begehrt. Entweder die Frauen hatten schon Ewigkeiten keinen Sex mehr gehabt (in Geschichten für Erwachsene, was sie irgendwie über drei Ecken wieder zur Jungfrau macht) oder sie sind noch echte Jungfrauen (zum Beispiel bei Young Adult Geschichten). Das macht den Wert der Frau aus, zumindest in diesen Geschichten.

Man hat das Gefühl, dass Frauen noch so doof sein können, sind sie aber Jungfrauen, sind sie mehr Wert als ihre beste Freundin. Dabei könnte sie einen IQ von 256, die Menschheit mehrere Male gerettet und ein Heilmittel gegen Krebs, AIDS und Dummheit erfunden haben. Ist sie keine Jungfrau, ist sie nichts wert – auch wenn ich das überspitzt hier darstelle.

Frauen sind mehr, als ein Jungfernhäutchen und ob sie mit einem oder mehreren Kerlen geschlafen hat. Es wäre also schön, wenn man sie nicht darauf reduzieren würde. Denn es geht nicht nur um ihre Sexualität, sondern auch, wie sie damit umgeht. Und das wäre schön, wenn sie es selbstbestimmt und selbstbewusst tut. Denn auch Frauen dürfen Spaß im Bett haben, ohne das sie mit Mr. Right ins Bett geht.

Frauen sind automatisch Feindinnen

Aus irgendwelchen Gründen glauben viele, zumeist Männer, wenn Frauen aufeinandertreffen, dann gibt es zwei Dinge, über die Frauen sich unterhalten:

  • über Männer
    und
  • wie Frauen sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen können.

Wenn Frauen aufeinandertreffen, dann stecken sie ihr Revier ab und überprüfen dann, wie sie die Gegnerin fertigmachen können. Das ist mir letztens auch bei Doctor Who aufgefallen. Rose Tyler traf auf eine ältere Begleiterin des Doctors. Und sofort haben sie sich angezickt. Sie mussten sich erst erinnern, dass das absolut lächerlich ist, aber das war der erste Schritt, wie prügeln uns um den Doctor (um den Mann der Geschichte).

Es wäre echt schön, wenn zwei Frauen aufeinandertreffen und sie sich respektvoll begegnen könnten. Sie streiten sich nicht um einen Mann oder sind erbitterte Feindinnen. Frauen dürfen gerne Vertraute sein, Freundinnen oder einfach nur Kameradinnen. Frauen müssen sich nicht automatisch verstehen oder automatisch ablehnen. Sie können auch einfach nebenher existieren.

Über körperliche Belange schreiben

Was sich hier so abgehoben liest, bedeutet ganz einfach: Wie oft hast Du über das Thema Menstruation gelesen?

Jetzt, wo ich darüber nachdenke, hab ich wohl nur ein einziges Mal über eine Frau gelesen, die ihre Menstruation hatte. Und das Buch war von einer Feministin geschrieben worden. Ansonsten scheinen die Personen in den Geschichten, die theoretisch einmal im Monat die Monatsblutung haben könnten, dies nicht zu haben.

Oder die Geschichte findet immer dann statt, wenn sie gerade ihre Monatsblutung hinter oder vor sich haben. Was für ein Zufall.

Die Menstruation, das körperliche Unwohlsein und diese Dinge gehören auch dazu. Lass Deine Charaktere ruhig mal Binden kaufen oder über die Menstruationstasse nachdenken. Und warum soll sie nicht auch die Menstruation haben? Das gehört dazu, dann schreib ruhig darüber.

Du willst feministische Geschichten schreiben? Dann sei eine Feministin!

Natürlich musst Du keine Feministin sein, um feministische Texte zu schreiben. Immerhin musst Du auch keine Mörderin sein, um einen Krimi zu verfassen. Aber in diesem Fall hat es durchaus einige Vorteile. Denn wer sich mit der Materie beschäftigt, hat einen ganz anderen Zugang dazu.

Du wirst eher sehen, welche Themen wichtig sind, wie Du sie angehen kannst und warum etwas sexistisch ist und etwas anderes nicht. Denn Du beschäftigst Dich mit der Materie und kannst dies dann auch in Deinen Geschichten entsprechend einbringen.

Zudem bekommst Du sicherlich noch die eine oder andere Idee für Deine nächste Geschichte. Denn die ganzen Probleme im Feminismus könnten Dich dazu bringen, darüber nachzudenken und aufzuzeigen, wie man es besser schreiben kann.

Abschlussgedanken

Wir sind noch lange nicht soweit in einer gleichberechtigten Gesellschaft zu leben. Vor einigen Monaten hatte ein Radiomoderator (!) tatsächlich gesagt, dass ein Ton (Achtung!) behindert klingen würde. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Und ja, daraufhin gab es auch eine kritische Mail von mir.

Doch nicht nur die Verwendung solcher Wörter ist kritisch zu betrachten und abzulehnen. Sondern auch die ewigen Klischees (können Frauen einparken, alle Frauen lieben es, Schuhe zu kaufen, nein, tun sie nicht), die letztendlich zum Sexismus führen. Und so weiter und so fort. Daher finde ich es wichtig, solche Geschichten zu schreiben.

Du hast aber sicherlich gesehen, dass kein Vorschlag dazu führen soll, Männer zu hassen oder sie auszuschließen. Es gibt sie natürlich, die Feministinnen, die Männer hassen. Es gibt auch genügend Männer, die Frauen hassen. Und daran stören sich nicht unbedingt viele Leute.

Feministische Geschichten ermöglichen es, dass Du eine andere Form von Geschichten veröffentlichst. Und vielleicht, ja wirklich vielleicht, sind sie sogar stärker als das, was wir aktuell zu lesen bekommen.

Auf alle Fälle würde ich mich über Deine Texte freuen und wünsche Dir beim Schreiben viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Mögliche Berufe für Deine Fantasyheldinnen

Mögliche Berufe für Deine Fantasyheldinnen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Frauen sind schon häufig Mangelware in diversen Geschichten (also Fantasy, Science-Fiction und so weiter). Zusätzlich sieht es noch einmal mau aus, wenn man Berufe für sie sucht. Daher hatte ich mir vor einigen Jahren Gedanken darum gemacht. Schauen wir uns an, welche Berufe sie in der Fantasywelt so alles übernehmen könnten.

Noch ein kleiner Hinweis. In diesem Beitrag geht es um die Heldin oder andere Protagonistinnen, die man lapidar als Gut bezeichnen könnte. Für die Antagonistin kommt nächste Woche ein eigener Beitrag.

Kurze Vorgedanken

Natürlich haben Frauen in der Geschichte durchaus ihren Weg gefunden. Zumindest im Schatten. In einem Gespräch erfuhr ich mal, dass es bei den Beduinen wohl so ist/war, dass die Frauen nicht alleine das Zelt verlassen dürfen/durften. Daher haben sie ihre Männer auch für Kleinigkeiten aus dem Zelt zum Einkaufen geschickt, damit sie alleine waren. Und über Schleichwege kamen sie zu den anderen Frauen und unterhielten sich. Um ein reales Beispiel zu nennen.

Doch in Fantasygeschichten fehlt mir diese Kreativität häufig. Frauen haben schon immer einen Weg gefunden, um sich zu treffen, ihre Ideen mitzuteilen und ihren Wissensdurst zu stillen. Nicht alle haben es in der Geschichte geschafft, ihre Stimme einen ewigen Wert zu geben. Das ist ein Fakt. Aber viele. Auch das ist ein Fakt.

Aber das ist egal, ich schreibe hier von Fantasygeschichten. Und da können ganz andere Regeln gelten. Warum muss dort unser Gesellschaftssystem immer wieder übernommen werden? Theoretisch könnten dort auch Frauen oder weiblich gelesene Wesen physisch stärker sein, als Männer oder männlich gelesene Wesen. Daher habe ich mir Gedanken gemacht, welche Tätigkeiten Deine Heldinnen nachgehen können.

Und ja, wenn Du willst, kannst Du auch gerne Inspirationen für Deine Helden (also die Männer) mitnehmen.

Die Kaste der Kriegerinnen

In Fantasygeschichten kann der Krieg immer wieder eine wichtige Rolle spielen. Daher spielen zumindest die männlichen Krieger eine Rolle. Warum also nicht auch die Kriegerin?

Es gibt die Möglichkeit, dass wir es mit einer einzelnen Kriegerin in der Armee zu tun haben (wie Mulan). Entweder wird sie ermuntert oder schleicht sich aus eigenem Antrieb heimlich in die Armee ein, um für eine gute Sache zu kämpfen (welche das ist, liegt an Deiner Geschichte). Hier stellt sich die Frage, warum dürfen Deine Frauen nicht in die Armee eintreten. Und welche Konsequenzen es hat, tun sie es doch.

Aber es ist auch möglich, dass mehrere Frauen in die Armee eintreten und ihren Dienst verrichten (wie im Roman von Terry PratchettWeiberregiment„). Es kann offiziell sein oder ebenfalls im Geheimen passieren, weil die Frauen ansonsten bestraft werden würden.

In zwei asiatischen Filmen (deren Titel ich leider nicht mehr weiß), hat sich jeweils die Prinzessin eines Landes gemeldet, sich zur Soldatin ausbilden zu lassen. Also die wahre Kriegerprinzessin. Einmal wollte die Prinzessin eine Soldatin werden, damit sie ihr Land verteidigen und die Sorgen und Nöte ihrer Soldaten besser verstehen lernt. Für die andere Prinzessin war es selbstverständlich, dass sie in den Krieg zieht. Immerhin ist sie die Prinzessin des Reiches. Und als solche hat sie ihr Reich auch mit ihrem Leben zu beschützen.

Interessant war bei den Filmen, dass die Männer kein Problem damit hatten, dass überhaupt eine Frau in den Krieg ziehen wollte. Man bestrafte sie nicht oder sperrte sie ein. Aufgrund ihrer Erfahrungen (die ihr fehlten), war der Grund, warum die Männer ihr rieten, sie solle zu Hause bleiben. Was sie natürlich nicht tat.

Wenn Du über vereinzelte Kriegerinnen oder Soldatinnen schreibst, dann kann man es mit Ausnahmeerscheinungen zu tun haben. Auch wenn sie geduldet werden und an der Seite der Männer kämpfen dürfen.

Alternativ kannst Du auch über Kriegerinnen schreiben, denen man es gestattet, genauso in der Armee zu dienen, wie den Männern. Sie werden also eingezogen und ausgebildet, als gäbe es keine Unterschiede zum anderen Geschlecht.

Gerade Amazonenarmeen speisen sich natürlich aus dem eigenen Geschlecht. Da können sie keine Männer in den Kampf schicken. Amazonenkriegerinnen (die es wirklich gab) bewiesen, dass Frauen durchaus kämpfen können.

Vielleicht wirst Du aber sagen, Frauen sind Männern körperlich unterlegen. Menschenfrauen in unserer Realität haben diesen Nachteil. Da stimme ich Dir sofort zu. Auch wenn viele Frauen durchaus beweisen, dass mit ein paar guten Handgriffen auch ein starker Mann überwältigt werden kann. Aber darauf will ich nicht hinaus.

Wir sind in einer Fantasywelt. Hier reagiert durchaus Deine Fantasie. Warum also bitte schön, sollen Frauen nicht genauso stark wie Männer sein? Oder gar stärker? Nenne mir einen guten Grund? Wir bilden hier nicht zwangsläufig die Realität ab. Und zudem gibt es Fantasyvölker. Das bedeutet, hier müssen nicht die gleichen biologischen Gesetze herrschen, wie bei uns Menschen. Von den sozialen Gesetzen schreibe ich an dieser Stelle mal nicht.

Wenn Du, sagen wir Mal, über ein Orkvolk schreibst, können die Frauen genauso stark sein, wie die Männer. Oder Du teilst auf. Es gibt also Frauen und Männer, die stärker sind, als andere aus dem Volk (also ebenfalls Frauen und Männer). Die Starken gehören zur Kriegskaste und die Schwachen bleiben zu Hause.

Die Kaste der Regentinnen

Gut, jetzt sagst Du Dir, ich will meine Frauen nicht in den Krieg ziehen lassen. Dann setz ihr doch eine Krone auf? So als Beispiel. Oder bring sie anders ins Regierungssystem ein.

Die wohl bekannteste Rolle von Frauen als Regentin ist eben der einer Königin. Oder auch die einer Prinzessin. Auch wenn einige Fantasygeschichten diese Rolle nicht so optimal ausnutzen, wie man es sich wünscht.

Häufig kommt der Königin eher eine Statistinnenrolle zu. Sie darf lächeln, ihren Ehemann unterstützen, aber sobald er stirbt, kommt nicht sie an die Macht, sondern sehr häufig ein anderer Mann.

Wie wäre es, wenn sie aus eigenem Recht her regiert? Sie wird als Prinzessin geboren und darf dann als Königin allein regieren? Ohne, dass ein Mann ihr die Würde in irgendeiner Art und Weise zubilligen muss. Oder, wenn sie verheiratet ist und ihr Gemahl stirbt, dass sie dann selbst regieren darf, bis die nächste Generation dran ist? Wäre zumindest eine schöne Abwechslung.

Aber Frauen müssen nicht nur Prinzessinnen oder Königinnen sein. Wie wäre es denn als Beraterin? Meistens kommt Männern diese Rolle zu. Doch auch Frauen können logisch denken und einen König beraten. Oder ihn in die Irre führen, je nachdem, was Du willst.

Oder sie könnte auch als Botschafterin arbeiten. Man sagt doch Frauen zu (wenn wir die Klischees bedienen), dass sie sehr einfühlsam sind und darauf bedacht, die Harmonie zu erhalten.

Die Kaste der Wissenschaft

Gehen wir mal aus dem Schloss, wo wir die Kriegerin und die Königin am ehesten finden, weg und schauen uns mal in den Universitäten oder im Leben um. Dort finden wir sicherlich auch Frauen, die etwas Interessantes zu erzählen haben.

Wissenschaftlerinnen können herausfinden, wie die Welt funktioniert oder auch neue Waffensysteme entwickeln, damit die Soldatinnen sie nutzen können. Oder von mir aus, sie erfinden etwas, um die körperlichen Schwächen der Frauen zu kompensieren.

Frauen können zum Beispiel als Physikerinnen oder Chemikerinnen arbeiten, gerne auch als Mathematikerinnen. Aber auch als Biologinnen und hei, wie wäre es denn mit einer Alchimistin?

Natürlich könnte sie an einer Universität lernen und lehren. Aber auch in ihrer kleinen Stube unter dem Dach eines Hauses. Egal welche Widrigkeiten Du sie aussetzt, solange sie eine Liebe zu der Wissenschaft hat, wird sie einen Weg finden, um ihre Forschungen zu betreiben. Und vielleicht hast Du eine Lieblingswissenschaftlerin, die Du hier als Vorbild nehmen kannst.

Kaste der Magie

Was wäre eine Fantasygeschichte ohne Magie? Gut, eine Fantasygeschichte. Aber in vielen ist die Magie durchaus ein wichtiges Thema. Und meistens haben die Männer eine gewisse Hoheit darüber. Sie sind entweder der Oberguru, haben den besseren Zugang dazu oder sind sonst wie begünstigt.

Warum sollte nicht eine Frau die Oberhoheit über die Magie haben, so als Obermagierin? Natürlich gibt es Geschichten dazu, aber meistens sind immer noch die Männer, welche auch die magische Führung innehaben.

Häufig sind Frauen, welche die Magie anwenden gefürchtet, verachtet oder gehören schlichtweg zum Lager der Schurkinnen. Sie sind die bösen Hexen, welche das Reich vernichten wollen. Nicht immer, aber immer wieder. Hexen können gerne die Beraterinnen von Königinnen und Königen sein. Sie können das Reich retten, die Heldin oder den Helden anweisen. Du hast mit ihnen eine Menge Möglichkeiten.

Kaste der Heilerinnen

Und eines der wohl weiblichsten Rollen in der Geschichte. Die Frau als Hebamme und als Heilerin. Natürlich kann sie auch eine Ärztin sein, eine Kräuterhexe oder was auch immer es so gibt oder Deine Geschichte benötigt.

Oder Du nutzt einen Beruf aus der Gegenwart und transportierst ihn in Deine Fantasywelt. Das wäre auch noch eine Möglichkeit (auch für die anderen Bereiche). So könnte es eine Gerichtsmedizinerin geben, die mithilfe von Telepathie die Mordursache herausfindet. Nur, um ein Beispiel zu nennen.

Kaste der Händlerinnen

Frauen haben schon immer Handel betrieben. Sie haben Waren hergestellt und verkauft, sie haben eingekauft und weitergekauft.

Sie könnte eine Handelskapitänin sein und eine Flotte besitzen, mit der sie um die Welt reist, um die Waren anzubieten oder einzukaufen. Oder sie besitzt einen Laden, ein Kontor oder was auch immer wichtig ist. Und darüber baut sie sich nach und nach ihr Weltreich auf (hei, man kann auch träumen).

Abschlussgedanken

Das soll nur eine kleine Übersicht darüber bieten, was Deine Fantasyheldinnen theoretisch alles machen können. Sicherlich fallen Dir noch mehr Punkte bzw. Berufe ein, die Du nutzen könntest. Hier findest Du lediglich einen Startpunkt.

Sei kreativ, denk außerhalb des Rahmens und trau Dich. Sicherlich wirst Du ein paar tolle Ideen haben, die Du umsetzen kannst. Auf die Ergebnisse von Dir freue ich mich schon einmal.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Männer, noch mehr Männer – Männerüberschuss

Hei, hallo und herzlcih willkommen,

möchtest Du ein Spiel spielen? Schnapp Dir ein Film oder eine Serie, welche nicht auf Diversität, Vielfalt, Inklusion oder derartiges achtet (also gut über 90 Prozent der Veröffentlichungen). Und jedes Mal, wenn Du einen Mann siehst, darfst Du was trinken.

Wenn Du Dich nicht für ein alkoholfreies Getränk entschieden hast, könnte das Spiel böse enden. Also lassen wir es vielleicht doch lieber 😀

Kurze Vorgedanken

Schon als Kind ist mir aufgefallen, dass in so gut wie allen Serien meistens nur eine Frau auftaucht und ein Man of Color. Und tatsächlich war mir schon damals klar, dass sie damit nur irgendwelche Quoten erfüllt haben.

Nur hatte ich nicht die Zusammenhänge verstanden. Schauen wir uns die nun mal genauer an.

Der Inhalt

Wenn wir es mit einer Gruppe zu tun haben, sei es auf einem Segelschiff, einem Raumschiff oder eine Abenteuergruppe, dann fällt mir persönlich ab einer Anzahl von drei Personen Folgendes auf: Zwei davon sind Männer, mindestens. Und der Rest sind Frauen bzw. eine Frau.

Du kannst fast jede beliebige Serie, jeden Film oder auch jeden Roman nehmen, den Du gerade zur Hand hast. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du zu neunzig Prozent dort mehr Männer finden wirst, als Frauen. Viel mehr Männer wohlgemerkt. Es ist sogar so, dass es egal ist, wie groß die Gruppe letztendlich ist, meistens haben wir es, zwischenzeitlich immerhin, mit zwei Frauen im Hauptteam zu tun.

Wobei ich natürlich von den Serien, Filmen und Büchern der Gegenwart spreche. Je weiter wir in der Zeit zurück reisen, desto schlimmer wird es. Oder wie viele Frauen in der Hauptbesetzung gibt es bei Stark Trek Classic? Klar, Uhura. Die noch nicht einmal offiziell einen Vornamen hat. Zwischenzeitlich gewährt man ihr den Namen Nyota. Aber dieser ist in der Ursprungsserie nie aufgetaucht und ist eigentlich umstritten.

Und „Der Herr der Ringe“ setzt sowieso der ganzen Angelegenheit die Krone auf. Als Hauptfigur finden wir dort gar keine Frau (ich rede von den Büchern, nicht vom Film, wo Arwen doch eine etwas größere Rolle hat). Oder wie viele Frauen finden wir in der Ringgemeinschaft? Nicht einmal die Quotenfrau ist dort zu finden, im Gegensatz zu vielen anderen Geschichten.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Deswegen habe ich oben auch nur von neunzig Prozent geschrieben. Aber solange man diese Geschichten als Ausnahmen bezeichnet, solange sehe ich darin auch ein Problem.

Wenn Du nicht mein Trinkspiel mit einem alkoholfreien Getränk spielen möchtest, kannst Du auch mal eine Strichliste führen. Wie viele Männer und wie viele Frauen tauchen auf? Und wie viele davon sind weiß und wie viele PoC? Tatsächlich brauchen wir gar nicht anzufangen, wie viele davon keine Cis-Menschen sind. Die Wahrscheinlichkeit ist aktuell, dass es 0 sind. Auch da haben wir noch einen sehr langen Weg vor uns.

Das Problem

Im ursprünglichen Beitrag führte ich auf, dass die Weltbevölkerung sich in zwei Geschlechtern aufteilte. Davon würden zwischen 48 bis 52 Prozent die Cis-Frauen ausmachen (je nach Statistik, die man befragt). Zwischenzeitlich sehe ich diesen Punkt kritischer, da ich die non-binären Geschlechter dazu zählen würde. Leider gibt es hierzu keine gesicherten Zahlen.

Wenn wir aber allein bei der klassischen Statistik bleiben würden, dann würden Cis-Frauen circa 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Das zeigt sich aber nicht in ihrer Darstellung der Serien, Filme und Bücher (außer es handelt sich um die sogenannten Frauenfilme – was auch immer das letztendlich ist).

Schaut man sich die Serien/Filme/Bücher an, dann könnte man meinen, dass Cis-Frauen gerade mal zwanzig Prozent ausmachen (und weniger). Und alle anderen Geschlechter gar nicht existent sind. Im weiteren Verlauf belasse ich es bei der Cis-Frau.

Früher hatte man eine Quotenfrau in einer Gruppe von unzähligen Männern. Zwischenzeitlich hat die Quotenfrau Unterstützung bekommen, sodass wir es immerhin schon mit zweien zu tun haben. Selten, sehr selten sogar mal mit einer dritten Frau. Aber ich müsste ernsthaft nachdenken, wenn ich jetzt ein Film mit drei Frauen benennen sollte.

Dieses Ungleichgewicht spiegelt nicht die realen Tatsachen wieder, die wir auf diesen Planeten haben. Es gibt nun einmal mehr Frauen auf dem Planeten. Warum dann nicht in den Filmen oder Serien? Von der Rolle innerhalb dieser Serien, Bücher oder Filme möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, das würde schlicht zu weit führen. Also ob die Rolle gut ausbalanciert ist oder eigentlich ein wandelndes Klischee ist.

Und natürlich schreibe ich auch nicht von den Statistinnen, die einmal durch das Bild laufen dürfen, um das Gefühl zu vermitteln, es gibt doch mehr Frauen dort, solange die Hauptmannschaft nur aus maximal zwei Frauen besteht.

Warum wird das geschrieben?

Früher saßen auf dem Regiestuhl fast ausnahmslos nur Männer. Ich glaube, auf alle Regisseure der früheren Zeiten (wo in den Filmen unter anderem nur eine Frau mitspielen durfte) kamen gut und gerne ein Dutzend Frauen. Und ich rede schon von so um die 100 und mehr Regisseure. Heute sieht es immer noch nicht anders aus.

Dadurch hat sich natürlich ein starkes männliches Bild etabliert und leider auch bis heute durchgesetzt. Vor Jahren habe ich mal eine Rezension zu einem Buch gelesen (leider weiß ich nicht mehr den Titel). Da beschwerte sich, ich glaube, es war eine Frau, darüber, dass alle wichtigen Rollen in diesem Buch mit Frauen besetzt waren. Wenn es genau andersherum läuft, also die wichtigsten Rollen von Männern besetzt werden, danach schreit kein Hahn. Leider. Denn es fällt schon gar nicht mehr auf. Nur wenn es in die andere Richtung geht, bemerkt man das und schon ist es eine Katastrophe.

Und heute hat sich dieses Bild nicht nur in Hollywood festgefressen, sondern auch bei der schreibenden Zunft. Nicht umsonst gibt es immer und immer wieder Diskussionen darüber, wie wenig Frauen in den Filmen zu finden sind. Oder darüber, dass viele Filme den Bechdel-Test nicht bestehen oder über viele andere Themen.

Marvel erklärte, dass sie nicht glauben, dass Frauen wirklich als Titelheldin funktionieren könnten. Doch schon damals glaubte die heutige Nummer 2 bei der MCU Kevin Feige daran, dass es funktionieren kann. Und 2019 haben wir Captain Marvel bekommen. Zwar hat es über 20 Filme gebraucht, aber am Ende hat sich eine weibliche Titelheldin durchgesetzt. Immerhin.

Wie Du es anders schreiben könntest

Ganz klar, die Hälfte Deiner Rollen besetzt Du mit Frauen. Punkt! So einfach kann das gehen.

Schauen wir uns das ein wenig detaillierter an. Wie viele Rollen hast Du überhaupt in Deinem Buch zu vergeben. Wenn es eine gerade Zahl ist, dann kannst Du in der Tat 50:50 die Rollen aufteilen. Bei einer ungeraden Zahl kannst Du auch mutig sein und die letzte Rolle mit einer Frau besetzen. Dann wäre in der Tat mal ein Überschuss an Frauen zu finden.

Wenn Du jetzt sagst, aber es gibt doch Rollen, die eher männlich geprägt sind. Dazu zählt der Mechaniker oder der Krieger. Dann sage ich nur, es gibt die Möglichkeit, schlichtweg solche Rollen prinzipiell mit Frauen zu besetzen. Du wirst überrascht sein, wie sich die Sicht Deiner Geschichte danach ändert.

Und ein kleiner Hinweis noch: Wie wäre es denn auch mal mit einer Titelheldin? Gerade in der Literatur gibt es viele tolle Bücher, die eine Heldin haben und keinen Helden. Gerade in der Literatur kann das sehr gut funktionieren.

Natürlich bleibt bei dieser Empfehlung non-binäre Charaktere außen vor. Daher kann ich nur sagen, trau Dich und recherchiere. Und dann teile die Gruppe auf. Ein Teil darf gerne von Cis-Männern geprägt sein, der andere Teil von Cis-Frauen. Und der Rest gerne von non-binären Menschen. Und wenn Du ganz mutig bist, ist die dritte Gruppe die Größte.

Abschlussgedanken

Wie geschrieben, der ursprüngliche Beitrag richtete sich nur an Cis-Menschen. Zwischenzeitlich bin ich da gedanklich weiter (auch, weil ich weiß, dass ich selbst nicht Cis bin).

Doch der Gedanke dahinter ist deswegen nicht weniger richtig. Es gibt einen übermäßigen Überschuss an Cis-Männern in den meisten Serien und Filmen. Und Cis-Frauen erfüllen meistens nur eine Quote. Ist die erledigt, dann scheinen sich einige zu denken, wie sie den Rest der Rollen mit Männern auffüllen können.

Daher mein Aufruf, mehr Cis-Frauen und non-binäre Menschen in die Geschichte. So wie die Welt eben ist.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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