Das Tarot und Dein Schreibprozess

Hei, hallo und herzlich willkommen,

seit meiner Kindheit ist das Tarot ein ständiger Begleiter von mir. Mal mehr und mal weniger intensiv. Je nach Lebenslage. Doch in den letzten Jahren wurde die Liebe zu den 78 bunten Karten immer intensiver. Nicht zuletzt, weil sie mir auch bei meinem Schreibprozess sehr wertvolle Hilfestellungen geben.

Kurze Vorgedanken

Schreibende haben manchmal keine Ideen für einen Plot oder eine Wendung. Manchmal hapert es am Dialog oder an der Beschreibung. Und manchmal kommt die elendige Schreibblockade und manche wissen nicht, wie sie diese umgehen könnten.

In solchen Fällen kann das Tarot durchaus eine wertvolle Hilfe sein. Natürlich ist es nicht unbedingt ein Allheilmittel. Aber es gibt Menschen, die das Tarot von der Planung bis zum Marketing nutzen.

Schauen wir uns das Tarot einmal etwas genauer an.

Was ist das Tarot?

Das Tarot ist ein Kartenspiel, welche aus 78 Karten besteht. Dieses ist dann noch in zwei Gruppen aufgeteilt. Einmal in die große Arkana (Arkana kommt von lateinischem Acaranum, was Geheimnis bedeutet). Dort findest Du 22 Karten (von 0 bis 21). Und dann die kleine Arkana.

Die kleine Arkana ist in die vier Elemente aufgeteilt, welche durch Symbole dargestellt werden. Kelche für das Wasser, Pentakel für die Erde, Schwerter für die Luft und Stäbe für das Feuer. Wobei die Elemente der Schwerter und Stäbe durchaus auch mal ausgetauscht werden.

Zudem sind die kleine Arkana noch einmal in zwei Hauptgruppen aufgeteilt. Einmal in die Zahlenkarten von Ass bis 10. Und dann noch einmal die Personenkarten. Unter anderem in Prinzessin, Prinz, Königin und König. Alternativ gibt es den Pagen, den Ritter, die Königin und der König.

Jede der Karte erzählt eine eigene Geschichte und steht zugleich im Zusammenhang mit den anderen Karten. Da das Tarot circa seit 500 Jahren existiert, konnte es sich im Laufe der Zeit dynamisch entwickeln und zudem werden, was es heute ist. Und sagen wir so, die Entwicklung ist nicht abgeschlossen.

Feine Unterschiede beim Tarot

Wenn Du Dich eingehender mit dem Thema beschäftigen und Dir ein Tarotdeck kaufen möchtest, solltest Du wissen, dass es da einen gewissen Unterschied bei der kleinen Arkana gibt.

Das sogenannte Marseille-Tarot zeigt bei den Zahlenkarten nur die Anzahl der Elemente. Um es konkreter zu erklären, wenn Du Dir als Beispiel die drei Kelche anschaust, dann siehst Du bei diesem Tarot tatsächlich nur drei Kelche. Nicht mehr. Keine Elemente, keine kleine Geschichte. Bei dem sogenannten Raider-Waite-Smith Tarot hingegen sind drei Frauen zu sehen, die jeweils einen Kelch in die Lüfte halten und miteinander tanzen bzw. feiern.

Es gibt durchaus Legemethoden, mit denen kannst Du nur mit den 22 Karten der großen Arkana arbeiten. Aber wenn Du mit allen 78 Karten arbeiten möchtest, was ich persönlich sehr empfehle, ist es wichtig, das zu wissen. Und vor allem lege ich Dir sehr nahe, ein Tarotdeck zu wählen, bei dem auch die kleine Arkana voll bebildert ist.

Eine liebe Freundin hat mit einem Tarotdeck gearbeitet, bei dem die kleine Arkana nicht voll bebildert war. Daher wusste sie nicht, wie sie mit diesen Karten arbeiten sollte. Natürlich kannst Du auch allein mit der Bedeutung arbeiten. Aber seit sie ein anderes Tarotdeck bekommen hat, sieht sie die Möglichkeiten, die dahinter stecken. In diesem Fall hat es sich gelohnt.

Wie anfangen?

Wenn Du mit der Tarotarbeit beginnen möchtest, empfehle ich, Dir ein entsprechendes Deck zu besorgen. Es muss nicht unbedingt das Teuerste sein. Aber idealerweise ist es eines, das Dich anspricht. Hier findest Du unzählige Decks und eine kleine Auswahl an Bildern. Schau sie Dir an und überprüfe, welches Dir am besten gefällt. Und dann besorge es Dir.

Wenn Du dann das Deck hast, schau Dir ruhig jede Karte einzeln an. So machst Du Dich mit den Karten vertraut. Meistens bekommst Du noch ein kleines weißes Buch mitgeliefert. Mit diesen kannst Du theoretisch die Bedeutungen der Karten nachlesen.

Das Nachlesen der Bedeutung musst Du aber gar nicht. Dafür hast Du ja die Bilder. Und häufig sprechen sie für sich schon alleine. Nur, wenn Du noch mehr Inspirationen möchtest, kannst Du mit den Bedeutungen arbeiten.

Die ersten Schritte

Um zu sehen, wie die Arbeit funktioniert, kannst Du erst einmal klein anfangen. Misch die Karten, wie es für Dich am stimmigsten ist. Dann kannst Du die Karten auf einen Haufen legen oder sie vor Dir ausbreiten. Und dann ziehst Du eine Karte. Selbst ziehe ich immer mit der Hand, mit der ich nicht schreibe, also in meinem Fall mit der linken Hand.

Dann zieh eine Karte. Und dann arbeite mit dieser Karte einfach mal am Aussehen eines Charakters. Es ist für das Erste egal, ob Du mit diesem Charakter am Ende arbeiten möchtest oder nicht. Schau einfach mal, was Du daraus gewinnen kannst (über Karten, die nur Symbole haben, komme ich bei Gelegenheit zu sprechen).

Legemethoden

Mit den 78 Karten kannst Du natürlich nicht nur das Aussehen Deiner Charakter beschreiben. Sondern damit auch den Plot planen, die Charakterisierung vorantreiben und so weiter. Nehmen wir an, Du möchtest mit dem 7-Akter arbeiten. Dann kannst Du für jeden Akt eine Karte ziehen, mindestens.

Im Zusammenhang mit dem jeweiligen Akt schaust Du, was Dir die Karte verrät. Und dann erarbeitest Du Dir den Teil. Am Ende kannst Du sehen, was daraus wird.

Jedoch erarbeiten immer mehr Autor*innen im englischsprachigen Raum an Legemethoden, um einen Roman zu schreiben. Von daher ist hier nicht zwangsläufig Schluss.

Abschlussgedanken

Hier ist bei Weitem noch nicht einmal annähernd Schluss. In den nächsten drei Wochen möchte ich Dir noch kurze Einblicke geben, wie Du mit dem Tarot arbeiten kannst. Ab Januar 2019 ist ein Newsletter rund um dieses Thema geplant. Und zudem sollen noch viele andere Dinge dazu 2020 erscheinen.

In meinen Augen lohnt sich die Arbeit mit dem Tarot ungemein. Vielleicht magst Du es ausprobieren.

Dabei wünsche ich Dir eine Menge Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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