Welche Gruppen gibt es? – Eine kleine Übersicht

Hei, hallo und herzlich willkommen,

die Überschrift sagt es aus. Mit diesem Beitrag möchte ich eine kleine Übersicht über marginalisierte Gruppen geben. Da ich auch nur ein Mensch bin und daher auch etwas übersehen kann, erhebe ich hiermit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zumal es sicherlich viele Gruppen gibt, die nicht so an die Öffentlichkeit gedrungen sind, weil sie sich vielleicht noch gar nicht trauen.

Aber ich denke, dass die folgende Liste Dir schon einmal für Deine Recherche durchaus helfen kann.

Einige Vorgedanken

Wenn einige an marginalisierte Gruppen denken, fallen ihnen aller Wahrscheinlichkeit an eine andere Hautfarbe. Eventuell noch an eine andere Sexualität. Und da könnte man schon sagen, dass das viel ist. Immerhin ist das mehr, als wenn wir über den weißen Cis-Het-Dude schreiben.

Lass Dich daher von dieser Liste inspirieren und sprich mit Menschen, um herauszufinden, wie sie noch gerne dargestellt werden möchten. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir garantieren, es lohnt sich.

Die Hautfarben

Sehr wahrscheinlich dürfte eine andere Hautfarbe ganz oben auf der Liste stehen, wie man marginalisierte Gruppen darstellen könnte. Denn häufig ist es gerade in Filmen oder Serien noch so, dass meistens eine Quote erfüllt wird. Und die besteht daraus, dass aller höchstens ein PoC im Team zu finden ist.

Finden wir zwei, bezeichne ich das sogar schon als revolutionär. Ein Freund von mir hat mir von einer relativ aktuellen Serie berichtet, in der ein einziger Afroamerikaner aufgetaucht ist. Und diese Serie spielt in New York. Wie groß ist also die Wahrscheinlichkeit, dass dort NUR Weiße auftauchen. In dieser Serie tatsächlich zu fast 100 Prozent.

In einer anderen Serie taucht ein BPoC auf. Ist aber unser Alien der Geschichte. Alle Menschen hingegen sind weiß oder zumindest sehr hellhäutig.

Daher ist es in meinen Augen durchaus wichtig, dass in den Romanen Menschen mit einer anderen Hautfarbe auftauchen. Dabei gibt es nicht nur die afrikanischstämmigen Menschen, sondern auch asiatische oder auch ozeanische Menschen, mit komplett anderen Hautfarben.

Das sind nur Beispiele. Schau Dir einfach mal Reportagen an, die von den verschiedenen Kulturen der Erde gemacht werden. Dort findest Du sehr viele Möglichkeiten und Vorbilder.

Jetzt hatte ich aber vor kurzem eine interessante Diskussion. Und den Tenor möchte ich Dir nicht vorenthalten. Dabei ging es auch um marginalisierte Gruppen. Eine Diskussionsteilnehmerin findet es nervig und anstrengend, wenn man ihr die Figuren bis ins letzte Detail beschreibt. Dazu gehört für sie auch, wenn man ihr sagt, welche Hautfarbe die Charaktere haben.

Aus diesem Grund soll man die Charaktere gar nicht beschreiben und dann den Lesenden die Möglichkeit überlassen, sich die Figuren so vorzustellen, wie sie diese gerne hätte. Wenn man das durchziehen würde, wäre es möglich, dass man sich Harry Potter als einen Afrikaner oder Legolas als einen Asiaten vorzustellen.

Das Problem hierbei ist, dass dies nicht mehr möglich ist. Alle, sowohl Weiße als auch PoC sind es gewohnt, dass so gut wie alle Charaktere als Weiße dargestellt werden. Es kostet sie alle daher einiges an Energie und Fantasie, um sich tatsächlich vorzustellen, dass ein Charakter eben nicht weiß ist.

Ganz unter uns, ich find das traurig.

Daher finde ich es selbst durchaus wichtig, zu schreiben, wie man sich die Charaktere vorstellen kann, wenn sie nicht weiß sind.

Kulturen

Unser faules Gehirn ist durchaus ein Phänomen. Denn es kann verdammt faul sein. Wenn wir an die ostasiatische Bevölkerung denken, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir an die Chines*innen denken. Vielleicht, aber auch nur vielleicht, sind die Japaner*innen auch noch dabei.

Dabei gibt es noch einige Völker, die dazu gehören. Dazu müssen wir aber aus unserer Denkfalle ausbrechen und akzeptieren, dass nicht alles immer so ist, wie wir es gerne hätten. Oder es auf dem ersten Blick erscheint.

Wenn wir also über jemanden von der Erde schreiben, die oder der aus Ostasien stammt, dann müssen wir durchaus spezifischer werden. Denn eine Chinesin sieht durchaus anders aus, als eine Vietnamesin. Obwohl sie unter der Oberbezeichnung Ostasien fallen.

Schau Dir daher die Menschen genau an und betrachte die Gemeinsamkeiten und auch die Unterschiede. Und dann beschreibe sie in Deiner Geschichte. Diese kleinen Details werden Deine Geschichte unvergesslich machen.

Die sexuelle Orientierung

Schwule Romane sind immer noch Nischengeschichten. Zumeist dreht es sich hierbei um Romantik und natürlich um Sex. Lesbische Geschichten hingegen dienen eher der Fantasie der männlichen Leser und ihrer Hand (Pornos also). Bisexuelle Charaktere finden selten Einzug in Geschichten. Und wenn, dann sind es letztendlich verkappte Heten, weil sich viele Autor*innen nicht trauen, es wirklich durchzuziehen und die Figuren als Bisexuelle darzustellen.

Gibt es noch weitere sexuelle Orietierungen? Klar, aber die werden so gut wie gar nicht dargestellt. Versuch mal, eine Geschichte über einen asexuellen Charakter zu finden. Das ist die Suche nach der Nadel im einem sehr, sehr fetten Heuhaufen.

Wenn schon mal eine andere sexuelle Orientierung in einem anderen Medium außer dem Liebesroman dargestellt wird, ist das schon eine Sensation. In einem Beitrag hab ich mal gelesen, dass in Blockbusterfilmen gerade mal 1 Prozent der Darstellenden homosexuell sein sollen.

Wie das nun in der Literatur aussieht, die nicht explizit Liebesromane sind, kann ich leider nicht sagen. Aber die Bücher, die ich gelesen habe, haben nicht einmal den Hauch einer homoerotischen Beziehung auch nur angedeutet.

Daher empfehle ich Dir, dass Du Dich über sämtliche mögliche sexuellen Orientierungen informierst. Welche gibt es und wie könntest Du sie sogar in Deine Geschichte einarbeiten. Natürlich müssen Deine Charaktere nicht die ganze Zeit mit einem symbolischen Schild herumlaufen, in der sie ihre sexuelle Orientierung anpreisen.

Häufig reicht es auch aus, wenn Du es subtil machst. Schau Dir dazu den Film “Sherlock Holmes” mit Jude Law und Robert Downey Junior an. Um genau zu sein, ich meine die Gefängnisszene. Für mich eine der homoerotischsten Szenen in den ganzen Blockbusterfilmen. Sie sagt zwar nichts aus, aber lässt so unendlich viel Platz für Interpretationen.

Mit anderen Worten, es ist beides möglich. Offen sagen, was Deine Charaktere sind oder es so diskret darstellen.

Die nichtbinäre Identität

Es gibt immer noch Menschen, die der festen Überzeugung sind, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Also männlich und weiblich. Dabei kannten schon die indigenen Völker Amerikas mehr als zwei Geschlechter. Doch dank der weißen Erober*innen ist dieses Wissen zumindest verschüttet.

Zwischenzeitlich erkennen immer mehr Menschen, dass es doch mehr gibt. Damit können die Menschen, die nicht in das Konzept schwarz/weiß (also weiblich/männlich) reinpassen, herausfinden, was sie wirklich sind. So wie bei mir.

Bisher dachte ich auch immer, ich wäre eine Cis-Frau. Doch ich hab mich mit dieser Bezeichnung nie richtig identifizieren können. Daher hab ich recherchiert und herausgefunden, dass ich genderfluid bin. Und das passt zu mir, wie die Faust aufs Auge.

Jedoch werden nichtbinäre Identitäten noch gar nicht wirklich in der Literatur dargestellt. Gerade in der deutschsprachigen Literatur. Letztens wurden einige Bücher auf Twitter vorgestellt, die aus dem amerikanischen Raum stammen und tatsächlich nichtbinäre Identitäten für ihre Charaktere haben.

Hier gibt es also noch viele Möglichkeiten.

Transgender

Angeblich machen Transgendercharaktere stolze 0,1 Prozent aller Charaktere in Blockbusterfilmen aus. Mit anderen Worten Transgender wird so gut wie gar nicht dargestellt.

Zudem gibt es auch noch viele Missverständnisse und Vorurteile gegenüber Transgendermenschen. So hab ich selbst schon öfters gelesen, dass ihnen die Bezeichnung, sie ändern das Geschlecht, gar nicht so zusagt. Als ich das zum ersten Mal gelesen habe, hab ich dann darauf geachtet, wie es in den Medien kommuniziert wird. Und dieser Satz ist dabei öfters gefallen.

Und wenn Transgender Charaktere dargestellt werden, dann gleichen sie, meiner Meinung nach, einem wandelnden Witz. Die Drehbuchautor*innen machen sich eher witzig über sie, anstatt sie als Menschen zu sehen.

Daher kann ich Dir hier nur empfehlen, recherchier ruhig mal darüber, wie allein der Weg zur medizinischen Operation aussieht. Mir reichen schon so manche Tweets dazu, um mir die Haare zu Berge stehen zu lassen.

Be*hinderung

Menschen die nicht der Norm entsprechend, gelten zumeist als behindert. Das kann sein, dass sie nicht richtig laufen können, schlecht sprechen oder einen Meter messen.

Alles was von der Norm abweicht, gilt für viele als behindert. Und das ist leider für manche gleichbedeutend mit blöd. Menschen, die nicht hören können, können sich natürlich überhaupt nicht verständigen (Achtung Ironie). Wer seltsam spricht, kann doch nur einen geringeren IQ haben (wieder Ironie). Und wer im Rollstuhl sitzt, ist überhaupt zu nichts in der Lage (Ironie, Ironie, Ironie).

Zwischenzeitlich haben Menschen mit körperlichen Einschränkungen sich durchaus emanzipiert und zeigen es den ach so normalen Menschen, dass sie durchaus zu einiges in der Lage sind. So gab es vor einiger Zeit die Möglichkeit, dass blinde Menschen Auto fahren können. Zwar nur für einen Tag und auf einem gesperrten Gelände (niemand von ihnen hatte einen Führerschein). Und was war? Sie konnten relativ gut fahren. Und das teilweise ohne das panische Eingreifen ihrer Fahrlehrer*innen.

Daher bezeichnen sich viele nicht mehr als behindert. Sondern mit dem Sternchen, also be*hindert. Denn sie sind nicht selbst behindert, sondern die Gesellschaft macht das aus ihnen.

Meistens werden Menschen in Geschichten mit, ich bezeichne das jetzt mal so, versöhnlichen Be*hinderungen dargestellt. Zum Beispiel sitzt der Charakter im Rollstuhl. Oder sie*er ist blind. Gelegentlich darf die Figur auch Kleinwüchsig sein. Aber das ist dann schon das höchste der Gefühle.

Aber selbst diese sind eher Mangelware. Daher finde ich es, dass es durchaus Zeit ist, auch sie mehr in den Fokus der Geschichte zu rücken.

Abschlussgedanken

Immer wieder wird gesagt, dass jede Rolle, die vom weißen Cis-Het-Dude abweicht (also auch schon die Frau) eine bestimmte Rolle spielen soll. Letztendlich bin ich der Meinung, wenn diese Frage nicht für unseren weißen Cis-Het-Dude gestellt wird, dann für niemanden sonst.

Natürlich ändert sich die Geschichte, wenn sie aus einer anderen Perspektive erzählt wird (also von jemanden mit einer anderen sexuellen Identität oder kulturellen Hintergrund). Aber ich verrate Dir etwas. Das trifft auch auf unseren weißen Cis-Het-Dude zu. Wenn er aus einer steinreichen Familie stammt, erzählt er die Geschichte ebenso anders, als wenn er aus der Gosse stammt.

In dem Sinne, welche Gruppen kennst Du noch?

Bis dahin, alles Liebe

Deine frau schreibseele

Marginalisierte Gruppen: Warum überhaupt über sie schreiben?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du ein wenig auf Twitter aktiv bist, wirst Du vielleicht mitbekommen haben, dass in letzter Zeit viele über Diversität und Inklusion schreiben. Man könnte meinen, dass dieses Thema von allen Seiten auftaucht, regelrecht auf die Autor*innen einprügelt und einige stehen da und fühlen sich regelrecht bedroht.

Tatsächlich meinte eine Autorin zu mir, wenn man nicht über marginalisierte Gruppen schreibt, dann würde man von einigen Seiten schon angegriffen werden.

Daher dreht sich dieser Monat um das Thema, wie und warum man über sie schreiben kann und vielleicht auch sollte.

Kurz erklärt: Was sind marginalisierte Gruppen?

Bei bei marginalisierte Gruppen handelt es sich um Menschen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden. Sie können weder am politischen, sozialen oder kulturellen Leben teilnehmen.

In dem oben verlinkten Wiki-Beitrag wurde ein Bild eines Obdachlosen in Paris gezeigt. Auch sie gehören zu den marginalisierten Gruppen. Aktuell wird aber auf Twitter und auf vielen Blogs (wie diesen hier) jedoch über andere Menschengruppen geschrieben.

Auf eine Liste gehe ich nächste Woche ein. Daher hier die kurze Version. Marginalisierte Gruppen werden hier als Gruppen von Menschen bezeichnet, die nicht weiß, nicht Cis, nicht Heterosexuell und nicht männlich sind.

Also alles, was Hollywood und die anderen Massenmedien uns gerne als Helden und als Vorbild vorsetzen.

Warum über sie schreiben?

Auf dem #litcampHH 2018 gab es zwei Runden, zum Thema “Marginalisierte Gruppen und warum man über sie schreiben” sollte (wenn auch mit anderen Überschriften).

Jetzt weiß ich nicht mehr die Namen, aber bei einem Vortrag erzählte eine Dame eine Anekdote aus ihrem Leben:

Sie war in der Schule eine typische Streberin. Man hatte sich über sie lustig gemacht, weil sie eben gerne gelernt hatte und gute Noten nach Hause brachte. Jedoch machte sie das nicht so fertig, wie man es hätte meinen können. Denn sie hatte ein starkes Vorbild: Hermine Granger.

Zumindest in den Filmen und in den Köpfen der meisten Leser*innen war (und ist) Hermine ein weißes Mädchen. Das bedeutet, dass für weiße Streberinnen sie ein perfektes Vorbild ist. Aber was ist mit WoC? Also Woman bzw. Women of Color?

Jetzt könnte man sagen (und vermutlich reden sich damit auch einige raus), dass auch WoC bzw. PoC sich mit Hermine identifizieren können. Denn es käme wohl nicht auf die Hautfarbe, sondern auf die Person an.

Doch warum sollten sie? Warum sollten sich PoC sich damit begnügen, Vorbilder zu haben, die sie gar nicht repräsentieren? Da sehe ich selbst keinen einzigen Grund.

Wäre es nämlich anders herum, also wenn es nur PoC als Vorbilder gäbe, würden wir Weiße uns sicherlich wünschen, dass es auch weiße Vorbilder gäbe.

Eine BWoC als Nerdin: Prinzessin Shuri

Als ich am Anfang des Jahres “Black Panther” gesehen habe, war ich sehr beeindruckt. Endlich hatten afrikanischstämmige Menschen Vorbilder, die selbstbewusst, stark und schön waren (äußerlich, wie innerlich). Sie hatten Stärken und auch ihre Schwächen.

Und seien wir mal ganz ehrlich, Prinzessin Shuri ist mehr als nur eine Konkurrentin für Hermine Granger. Durch ihre freche Art, finde ich sie um einiges cooler. Oder würdest Du Hermine als jemand sehen, die den Mittelfinger zeigt?

Der Film inspirierte zu einer Bilderreihe, in denen Kinder die Heldinnen und Helden des Films (einschließlich des Antagonisten) nachbilden durften. Das ist einer der Gründe, warum man alle Gruppen repräsentieren sollte. Nicht nur weiße Kinder brauchen Vorbilder. Alle Menschen (egal ob groß oder klein) brauchen sie. 

Darstellung ist wichtig – und dankbar

Auf dem #litcampHH wurde erwähnt, dass viele Ostasiat*innen dankbar waren, dass es Cho Chang gab. Und das, obwohl sie ein wandelndes Klischee war.

Das fand ich persönlich sehr traurig. Da ist sie schon keine gute Darstellung und trotzdem sind Menschen dankbar dafür, dass es sie überhaupt gab.

Aus diesem Grund finde ich es wichtig, dass mehr diverse Gruppen dargestellt werden. Idealerweise auch noch vernünftig. Keine Klischees, keine Stereotypen. Warum auch? Die haben in einer Geschichte sowieso nichts zu suchen. Dazu gehören auch die marginalisierten Gruppen.

Abschlussgedanken

Eigentlich ist es einfach, so wie man selbst als Weißer, Cis-Het-Dude dargestellt werden möchte, möchten auch alle anderen Gruppen dargestellt werden – vernünftig. Mehr ist das nicht.

Alle Gruppen möchten dargestellt werden und sie möchten so dargestellt werden, wie sie sich selbst sehen. Und wie sie eben sind.

Legen wir also los. Dafür wünsche ich uns allen viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Drei Gründe, warum ich Agents of S.H.I.E.L.D. gerne schaue

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer mir schon eine Zeitlang folgt, weiß, dass ich sehr gerne die Serien und Filme aus dem Hause Marvel schaue. Darunter gehört auch die Serie Agents of S.H.I.E.L.D. Und diese zeigt, dass Diversität und eine interessante Handlung sich nicht ausschließen müssen. Daher möchte ich Dir heute drei Gründe zeigen, warum ich die Serie sehr gerne schaue.

Ganz kurz, worum geht es in der Serie?

Bei der Fernsehserie handelt es sich um eine fiktive Geheimorganisation. Ursprünglich hatte sie den gleichen Status wie das FBI oder die CIA. Doch dann kam heraus, dass diese Organisationvon einer Gruppe namens Hydra infiltriert wurde. Und die wollen halt die Welt unter Kontrolle bringen, um ihr Weltbild zu leben.

Nach den Geschehnissen bei Captain America: The Winter Soldier ging die Organisation in den Untergrund und versucht von dort zu arbeiten. Und zwischenzeitlich wächst sie wieder.

Warum ich die Serie mag

Der diverse Cast

Allein wenn Du Dir schon die erste Staffel ansiehst, wirst Du eines entdecken, die Vielfalt der Herkunft ist hier weitaus größer als in manch anderen Serien. Phil Coulson (der Kopf der Gruppe, deren Geschichte wir verfolgen dürfen) ist ein Weißer (kaukasischer Amerikaner). Seine wichtigste Mitarbeiterin ist Agent Melinda May. Man sieht eindeutig, dass sie aus China stammt. Daisy Johnson ist eine asiatische Amerikanerin. Und die beiden Schlauköpfe der Serie Leo Fitz und Jemma Simmons stammen aus Großbritannien. Mackenzie ist ein Afroamerikaner. Und Elena Rodriguez stammt aus Mexiko.

Das sind nur einige der wichtigen Charaktere, welche die Serie tragen. Aber wie Du sehen kannst, sind sie so unterschiedlich, wie eben die Welt. Wir haben Weiße und wir haben PoC. Und selbst unter den Weißen stammen nicht alle zwangsläufig aus Amerika.

Jetzt könnte man sagen, dass die Herkunft irgendwie eine Rolle spielen könnte, weil ja so viele verschiedene Herkünfte in der Serie untergebracht werden müssen. Doch die Herkunft selbst spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle. Es ging immer um die Geschichte der Figuren. Manchmal ist natürlich auch die Herkunft wichtig. Denn auch sie kann ein Teil der Geschichte der Charaktere sein.

Aber niemand rennt herum und sagt, hei, ich bin von dort und dort, schenkt mir Aufmerksamkeit. Niemand nimmt auf sie Rücksicht, nur weil sie aus einem bestimmten Gebiet kommen. Oder man mutet ihnen mehr zu, weil sie eben von woanders herkommen. Mach deine Arbeit und gut ist, so könnte man das alles beschreiben.

Wenn Leute sagen, dass ein diverser Cast nicht funktionieren kann, dann sollten diese sich die Serie ansehen. Es kann funktionieren und noch besser, es funktioniert.

Das Alter

Wenn Du Dir einige der Charaktere anschaust, dann musst Du nicht wissen, wie alt sie sind. Aber Du wirst sicherlich ahnen, dass sie älter als um die zwanzig sind. Phil Coulson ist in seinen fünfzigern. Genauso wie Melinda May. Daisy Johnson ist tatsächlich in ihren Zwanzigern, was aber auch zu ihrer Geschichte und ihrem idealistischen Typ sehr gut passt. Fitz und Simmons sind um die dreißig Jahre alt. Mckenzie ist in seinen vierzigern und Elena Rodriguez ist um die dreißig Jahre alt. Später kommt noch eine Agentin hinzu (Rosalind Price), die ebenfalls ende vierzig ist.

Wie Du siehst, ist das Alter hier sehr weit gefächert. Es gibt nicht nur den einen alten Mann, der die Gruppe führt und alle anderen sind Kinder, die seiner Führung benötigen. Alle haben ihre Erfahrungen im Leben gemacht. Mal mehr und mal weniger. Und dementsprechend können sie auch zum Gelingen einer Mission beitragen.

Bei einigen Geschichten wäre es auch sehr unrealistisch, wenn diese einer zwanzigjährigen Person geschehen würde. Oder wenn gar Phil Coulson eher ein Brudertyp als eine Vaterfigur wäre. Weiterhin haben wir hier Melinda May, die ebenfalls eine Mutterfigur einnehmen kann. Allein schon wegen dem Alter und ihren Erfahrungen. Aber auch wegen ihren Charaktertyp. Denn häufig steht sie den anderen bei, weil sie einfach älter ist und daher vieles schon selbst durchgemacht hat.

Von diesem Wissen und diesen Erfahrungen profitieren die anderen Mitglieder durchaus. Aber auch sie bringen einiges mit. Entweder, weil sie genügend Forschen konnten (wie bei Fitz und Simmons). Oder, weil sie entsprechende Erfahrungen als Agent mitbringen (Mckenzie). Daisy Johnson hingegen ist jung und sehr idealistisch. Wäre sie jetzt älter, hätte man ihr das nicht mehr geglaubt. Aber da sie noch anfang zwanzig ist, darf sie noch eine sehr stark idealistische Haltung einnehmen.

Starke Frauen

Agent Melinda May ist eine der gefährlichsten Frauen bei S.H.I.E.L.D. Nicht umsonst nennt man sie die Kavallerie. Und das sorgt durchaus für große Augen, wenn man begreift, dass sie damit gemeint ist. Während der Serie zeigt sie auch immer wieder, dass sie den Ruf auch zurecht trägt. Sie ist nicht unverletzlich oder unbesiegbar. Aber sie weiß sich zu wehren und sie kann ordentlich zuschlagen. Jemma Simmons ist ein Genie auf ihrem Gebiet als Wissenschaftlerin. Und Daisy Johnson ist eine Hackerin, die ihres Gleichen sucht.

Angeblich tauchen in der Serie mehr Frauen auf, als in den Serien “Arrow,” “Gotham,” “The Flash,” “Luke Cage,” “Daredevil,” und “Supergirl“. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Aber mich würde es zumindest nicht wundern. Denn gefühlt in jeder Serie tauchen ungefähr genauso viele Frauen wie Männer auf. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, fällt mir das tatsächlich auf. Während ich die Serie sehe, dann ist es eben so.

Und vor allem, die Frauen werden nicht als nettes Beiwerk dargestellt. Sie können Agentinnen sein, Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen oder auch Gegnerinnen unserer Held*innen. Sie sind nicht entweder oder, sondern sowohl als auch. Damit meine ich, dass sie nicht entweder gut oder böse sind. Sie können tatsächlich sowohl gut als auch böse sein. Es kommt auf ihren Charakter an.

Was noch wichtiger ist, sie alle haben eine wichtige Rolle. Sie wurden nicht deswegen aufgenommen, weil sie den Love Interest für einen der Herren spielen sollen. Sie sind da, weil sie wichtig für die Geschichte und wichtig für die Gruppe sind. Natürlich entstehen auch zwischen einigen der Figuren auch romantische Gefühle. Aber diese entwickeln sich nach und nach. Und ich glaube dieser Entwicklung.

Aber es entstehen auch flüchtige Beziehungen, die auf Respekt basieren. Und ja, auch deswegen, weil die Charaktere wissen, dass es dabei nur um Sex geht. Wie es bei erwachsenen Menschen manchmal so ist.

Was kann man aus der Serie lernen?

Natürlich könnten einige Punkte noch besser umgesetzt werden. So fehlt mir noch ein homosexuelles Paar. Wenigstens die Andeutung wäre schön gewesen. Und man hätte sicherlich noch einiges am Alter der Frauen drehen können. Ja, die Serie ist nicht perfekt. Da würde ich Dir sofort zustimmen, wenn Du das sagst.

Aber, sie bewegt sich in die absolut richtige Richtung.

Der diverse Cast unterscheidet sich in der Hautfarbe, im Alter und im Geschlecht. Dort tauchen mehr Frauen auf, als in vielen anderen Serien. Und sie stehen Seite an Seite mit den Männern. Sie müssen nicht beschützt werden oder lassen die Männer als unfähige Trottel dastehen. Alle haben ihre Geschichte und sind wichtig für diese Serie.

Diese Serie zeigt, es ist möglich, einen diversen Cast auftreten zu lassen, ohne das die Geschichte darunter leidet.

Abschlussgedanken

Daher kann ich Dir nur empfehlen, gönn Dir die eine oder andere Folge, wenn Du die Möglichkeit hast. Schau sie Dir nicht nur an, sondern lern auch aus ihr. Wie benehmen sich die Männer und die Frauen. Wie reden sie miteinander und untereinander? Wie wurde alles umgesetzt?

Schau Dir die Serie an, entspann dabei und lern etwas für Deinen eigenen Cast.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Deine frau schreibseele