Diversität in der Fantasy

Diversität in der Fantasy

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn wir an das Mittelalter denken und diese auf die Fantasy übertragen, dann sehen viele Menschen eines, weiße Menschen. Weiße Menschen, die zudem allesamt gesund sind und natürlich sich auch alle in das andere Geschlecht verlieben.

Und unabhängig der Tatsache, ob es tatsächlich so gewesen sein mag, muss es sich deswegen auch so in einem Fantasyroman abspielen?

Kurze Vorgedanken

Wie letzte Woche schon besprochen, sehe ich es nicht als eine mögliche Ausrede, dass es halt nun einmal so war. Also, dass es angeblich im Mittelalter (in welcher Phase auch immer), es eben so war. Daher müsse man es korrekt in den Fantasyromanen widerspiegeln.

In meinen Augen bedeutet Fantasy eben, dass man sich etwas ausdenken darf. Man kann so wild und frei denken und planen, wie man es möchte. Warum sollte ich mir dann irgendwelchen Grenzen aussetzen, nur um irgendwelchen vermuteten Tatsachen zu entsprechen?

Warum limitieren wir uns?

Seien wir mal ganz ehrlich, wir leben aktuell in vollkommen spannende Zeiten. Ein Klick und wir befinden uns virtuell auf den Straßen in Tokyo und können dort umher wandern. Oder wir lauschen Musik, die in der Mongolei aufgenommen wurde. Ein Film eines afrikanischen Regisseurs, der auch in Afrika gedreht wurde? Selbst da kann uns das Internet helfen.

Kurz geschrieben: Wir haben die Möglichkeit, die Vielfalt dieser Welt kennenzulernen. Und müssen dabei noch nicht einmal unseren Popo bewegen.

Trotzdem scheint sich nichts davon in den Geschichten wiederzufinden. Wenn man schon auf einen Charakter trifft, der schwul ist, bebt ja schon die Erde, weil das ein Novum ist. Von einem Ace Charakter möchte ich an dieser Stelle schon mal gar nicht sprechen.

Jetzt werden einige sagen, man muss ja schreiben, was der Markt verlangt. Doch seien wir mal ehrlich, an welche Bücher erinnerst Du Dich eher? An die, die sich an den Markt orientiert haben? Also die hundertste Version von Frau liebt Man und so weiter? Oder an Geschichten wie Twilight oder Harry Potter (unabhängig, wie man zu den Büchern selbst stehen mag).

Die eine Seite der Medallie wäre, dass wir mit ein wenig mehr Mut den nächsten Trend auslösen könnten. Die andere, und in meinen Augen wichtigere Seite wäre, dass die Menschen eine Stimme bekommen.

Vor einiger Zeit erzählte mir eine befreundete Autorin, wie sie Tränen in den Augen hatte, als sie eine Geschichte über einen Ace Charakter gelesen hatte. Es war das erste Mal für sie, dass sie als Ace eine Stimme bekam.

Schau mal genau hin – was fehlt?

Wenn Du Fantasy schreibst, gehe ich mal davon aus, dass Du durchaus diverse Fantasyromane gelesen hast. Sei mal ehrlich, wie viele der Charaktere hast Du als Weiße gesehen, obwohl sie es vielleicht nicht waren? Wie viele waren blind oder konnten nicht hören? Wie viele waren mollig oder richtig alt? Wie viele saßen in einem Rollstuhl? Oder hatte wer sogar eine psychische Erkrankung?

Vermutlich dürften so gut wie alle Fragen mit nein beantwortet werden. Denn die wenigsten Fantasybücher im Mainstream vertreten solche Themen. Dabei würden sie so viele Möglichkeiten bieten, Diversität in die Romane zu bringen. Menschen eine Stimme geben. Und ja, bestimmt Dir auch Lesende. Das wäre natürlich ein schöner Beigeschmack.

Wenn es zur Geschichte passt

Bestimmt kennst Du diesen Satz: “Wenn es zur Geschichte passt, kann man es ja benutzen.”

Damit wird gemeint, wenn ein lesbischer Charakter zur Geschichte passt, kann sie ja gnädigerweise lesbisch sein. Oder wenn die Rollifahrerin nicht zu sehr stört, darf sie eben doch auftreten.

Dazu sage ich nur: Nein, Nein, f****ing NEIN!!!

Niemand hat sich bis heute sicherlich gefragt, warum Captain America weiß sein musste. Oder noch besser, warum scheinen alle Kryptonier*innen weiß zu sein? Superman hätte durchaus auch eine dunkle Hautfarbe haben können. Das wird einfach so hingenommen. Doch sobald der Charakter kein weißer Cis-Het-Dude ist, wird die Rolle sofort hinterfragt.

Wenn Du willst, dass Dein Charakter eine afrikanische, lesbische, ace Frau ist, dann ist sie es einfach. Nicht, weil es dem Plot dient, sondern weil es ihr fiktionaler Charakter ist. Genauso wenig, wie der weiße Cis-Het-Dude dem Plot dient, muss unsere afrikanische, lesbische, ace Frau dem Plot dienen. Sie muss sich selbst genügen.

Diversität ist möglich

Mit ein wenig Mühe und ein wenig Anstrengung ist es möglich, in jede Geschichte Diversität hineinzubringen. Und diese endet nicht bei der Sexualität. Also wer kann sich in wen verlieben oder wie viele können miteinander gleichzeitig in die Kiste springen.

Es geht aber auch über die Hautfarbe hinaus. Weiter geht es mit der eigenen Identität, mit der eigenen Weltansicht, wie geht es der Person physisch oder eben auch psychisch. Welche Erfahrungen hat Dein Charakter in der Kindheit gemacht, die sich von allen anderen unterscheiden? Auch hier kannst Du Deinen Lesenden eine Stimme geben. Sei offen dafür.

Aber was werden die Anderen sagen?

Seien wir ehrlich, es wird immer Menschen geben, die der Meinung sind, die einzige glücklichmachende Wahrheit zu kennen. Hier ein kleiner Spoiler: Tun sie nicht. Das tun wir letztendlich auch nicht. Auch wenn wir es vielleicht glauben.

Damit will ich sagen, es wird immer Menschen geben, die Dich dafür kritisieren, was Du geschrieben hast. Oder auch, was Du nicht geschrieben hast. Wichtig ist in erster Linie, dass Du zu dem stehen kannst, was Du am Ende veröffentlichst.

Mein persönlicher Wunsch wäre es, wenn wir die Welt, in der wir gerade leben dürfen, so vielfältig und bunt in den Romanen darstellen können. Mit ihren verschiedenen Ansichten, mit ihren sexuellen Ausrichtungen, mit ihren Geschlechtsidentifikationen und so weiter und alles, was da noch ist.

Das ist mein Wunsch und mein Traum. Und ich wäre dankbar, wenn ich diesen epischen Fantasyroman lesen dürfte.

Abschlussgedanken

Diversität ist möglich. Und das, ohne ein Plot-Device sein zu müssen. Lass die Charaktere einfach aus sich heraus funktionieren. Dann läuft alles andere schon.

Sei mutig und wag Dich an dieses Thema heran. Ich bin mir sicher, am Ende können wir alle gewinnen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Historische Fantasy

Historische Fantasy

Hei, hallo und herzlich willkommen,

viele, sehr viele Fantasybücher orientieren sich an das europäische Mittelalter. Daher erleben wir viele Zusammenhänge und Geschehnisse, die eher dort zu finden, als in den Kulturen des alten Ägyptens oder in China.

Daher denken viele, so wie es sich in einem Fantasyroman alles abspielt, müsste es auch im Mittelalter gewesen sein.

An dieser Stelle sei erwähnt, ich liebe die Geschichte, bin aber keine Expertin auf diesem Gebiet. Von daher spiegeln sich hier die Gedanken einer Hobbyhistorikerin wieder.

Was verstehe ich unter historischer Fantasy?

Unter historische Fantasy verstehe ich, dass eine real historische Umgebung genommen wird und diese mit Fantasyelementen bereichert wurde. Mit anderen Worten, hier muss durchaus intensiv recherchiert werden. In meinen Augen durchaus auf dem Niveau für einen historischen Roman.

Die Elemente der Recherche müssen dann harmonisch mit den Elementen der Fantasy verbunden werden. Ein Beispiel dafür sind die “Drachenreiter seiner Majestät” von Naomi Novik.

Das kann durchaus funktionieren. Man kann aber auch in einer reinen Fantasywelt historische Fakten aus unserer Welt einbinden. Das machen sehr viele Autor*innen. Daher muss ich sicherlich kein Beispiel nennen.

Das war aber im Mittelalter so!

Was mich aber manchmal irritiert, sind Aussagen wie, dass es damals nun einmal so war. Die Fantasy würde ein Abbild des Mittelalters zeigen. Und damit haben wir uns nun einmal abzufinden.

Das Problem ist, wir wissen nicht wirklich alles über das Mittelalter. Teilweise wissen wir noch nicht einmal, was vor einhundert Jahren genau geschehen ist. Wie sollen wir mit absoluter Sicherheit sagen, was vor 1.000 Jahren geschehen ist?

Zumal hier gerne das Mittelalter als eine Zeitzone gesehen wird. Doch es gibt das frühe Mittelalter, das Hochmittelalter und das Spätmittelalter. Zudem gibt es das Mittelalter nicht nur in Europa. So hab ich gelesen, dass historische Quellen auch in Indien, China und Japan eine Zeit als Mittelalter definieren.

Die verschiedenen Phasen kommen auch davon, dass sich das Wissen und die Weltsichten entsprechend geändert hat. So dass eine Einteilung überhaupt möglich ist.

Und die meisten Autor*innen sagen uns ja nicht, auf welche Zeitebene sie sich konzentrieren, wenn sie ihre Fantasygeschichte mit historischen Elementen schmücken. Da dürfte sicherlich keine saubere Antwort bei einigen kommen.

Zudem ist nicht alles gesichert, was sich damals wirklich gewesen ist. Immerhin gab es diese eine Wikingerin, mit unbestimmten Geschlecht, aber vermutlich nicht Cis-Männlich, die gebührend begraben wurde. Zudem scheint es überhaupt mehr kämpfende Wikingerinnen gegeben zu haben, als wir es uns vorstellen können.

Zudem stellen wir uns das Mittelalter als ziemlich weiß vor (von der Hautfarbe der Menschen aus gesehen). Das sieht Medieaval PoC jedoch anders und kann dies gut beweisen.

Wie können wir uns also überhaupt über etwas sicher sein?

Es gab keine Drachen, Elben und Orks

Ja, ich gestehe, ich fand die Geschichtsteile in denen die Drachen auchtauchten immer total spannend. Die Elben hingegen haben mich genervt. Gerade, wenn unser Elbenlehrer mich beim gähnen erwischt hatte. Und Orks? Ja Orks sind ein Thema für sich.

Okay, Spaß beiseite. Zumindest in meinem Geschichtsunterricht tauchten nie Geschichten über reale Drachen oder Elben auf. Noch nicht einmal in einem mythologischen Kontext. Von daher finde ich den Satz “So war es damals halt” noch einmal befremdlich.

Wenn es damals keine Drachen, Elben und sonstiges gab, warum kann man dann nicht die Fantasygeschichten entsprechend abändern? Warum kann man nicht eine Frau als Königin ernennen und sie mit einem Schwert kämpfen lassen? Unabhängig der Tatsache, dass es fechtende Frauen auch in unserer Geschichte gab.

Gerade dann, wenn sich die Geschichte in einer nicht realen Umgebung spielt, können wir tun und lassen was wir wollen. Es ist halt eine reine Fantasygeschichte. Natürlich darf sie sich gerne von realen historischen Umgebungen inspirieren lassen. Gleichzeitig darf sie sich aber auch davon abheben.

Befinden wir uns in einer real historischen Umgebung, kann ich diesen Satz bedingt verstehen. Eine Autorin für historische Liebesromane sagte mal, dass es in vielen historischen Abschnitten eben diese schwarzen Flecken gibt. Diese kann man dann ausfüllen. Es ist halt alles noch nicht wirklich gesichert.

Warum sollte man also mögliche Fakten, die eventuell nicht wirklich gesichert sind, als Grundlage benutzen? Warum sollte ich aber auch Fakten, die gesichert sind, zwangsläufig in einem reinen Fantasyroman als Grundlage benutzen?

Es gibt andere Möglichkeiten. Und die stehen Dir allesamt zur Verfügung. Du musst sie nur nutzen. Damit bleiben uns vielleicht die verschiedenen Ismen erspart, die man in vielen Geschichten leider lesen muss.

Eine mögliche Bearbeitung

Natürlich kannst Du gerne eine historische Zeit als Grundlage benutzen. Dafür kann die Geschichte da sein. Und letztendlich, das ist ein Teil der Fantasy.

Recherchiere gerne über diese Zeit und was Dir daran gefällt und was Du für Deinen Roman verwenden möchtest. Meine Empfehlung, setze Dir Grenzen. Denn über jede historische Epoche kann man ohne Weiteres Jahrzehnte recherchieren. Und Du möchtest sicherlich irgendwann Deinen Roman abschließen.

Dann überlege Dir genau, was Du übernehmen möchtest und was rausfliegen soll bzw. durch aktuellere Ansichten ersetzt werden könnte. Ein banales Beispiel: Im europäischen Mittelalter hatte die Kirche eine hohe Machtposition. Vielleicht möchtest Du das in Deinem Roman erst gar nicht erwähnen. Oder durch etwas anderes ersetzen.

Dann füge das alles zu Deiner Welt zusammen. Und schreibe dazu Deine Geschichte.

Abschlussgedanken

In einem Fantasyroman darfst Du so gut wie alles, was legal ist und passt. Warum sollte ich mich als Autorin dann davon einschränken lassen, weil etwas Mal gewesen sein könnte. Solange ich selbst keine historischen Romane oder historische Fantasy schreibe, kann ich alles entsprechend abändern.

Von daher, lass Dich von niemanden einschränken.

Viel Spaß dabei.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Lass uns mal über Fantasy reden

Lass uns mal über Fantasy reden

Hei, hallo und herzlich willkommen,

ehrlich gesagt, ich liebe Fantasy. Ich liebe es, in fremde Welten einzutauchen und völlig neue Umgebungen zu entdecken. Gerne auch neue Völker oder auch Gesellschaftssysteme.

Aber leider gibt es nicht immer die Vielfalt, die ich mir wünsche. Und was die Fantasy durchaus zulassen könnte. Und noch schlimmer ist, wenn Vielfalt in die Fantasy geholt wird, wird gemosert.

Kurze Vorgedanken

In diesem Beitrag möchte ich einfach mal die Möglichkeiten aufzählen, welche dieses Genre bieten kann. Und das ist in meinen Augen nicht wenig. In den kommenden Wochen möchte ich dann über die Kritik bei einigen Punkten sprechen, die es immer wieder gibt.

Und die bei mir die eine oder andere Hutschnur zum Platzen bringt.

Sie sollen fliegen? – Dann fliegen sie!

Theoretisch kannst Du in Deinem Fantasyroman alles, wirklich alles schreiben, was Dir Spaß macht. Wenn Du willst, kann ein Einhorn, mit rosa Mähne, blauem Bart, siebzehn Beinen, Fledermausflügeln und einem Elefantenschwanz auftreten, was 16,7 Sprachen beherrscht und flucht wie ein Müllkutscher.

Jetzt werden einige kommen und sagen, dass man es nicht übertreiben soll. Aber hei, warum nicht? Wenn es Spaß macht, hau in die Tasten und zeig mir, wie kreativ Deine Welt sein kann. Wenn die Geschichte gut ist, folge ich Dir auch auf diesem verrückten Einhorn.

Auch Dinge, Gegebenheiten oder politische Punkte, die Dir in der realen Welt nicht gefallen, kannst Du bearbeiten und aufnehmen. So erschaffst Du am Ende Deine Idealwelt. Oder kritisierst über Deine Geschichte die reale Welt, wenn Dir das liegt.

Deine Regeln gelten

In Deinem Fantasyroman legst Du die Regeln fest. Wenn in Deiner Welt die Magie durch einen Nieser ausgelöst wird, dann ist es so. Solange Du einen guten Grund dafür findest, werde ich als Leserin mit Dir mitgehen. Diesbezüglich musst Du Dir weniger Sorgen machen.

Solltest Du aber Deine eigenen Regeln, egal wie abgehoben sie auch sein mögen, brichst, verlierst Du mich. Bleiben wir beim Niesen. Solange Deine Leute nur beim Niesen zaubern können und es auch so geschieht, ist alles in Ordnung. Sollte jemand aber beim Husten zaubern können, werde ich aufmerksam.

Kannst Du das erklären, sagen wir, dass nur Personen mit blau-grünen Augen Husten können, damit sie überhaupt zaubern können, bin ich weiterhin bei Dir. Dann dürfen aber nur Personen mit blau-grünen Augen Husten, um zu zaubern. Kannst Du das nicht erklären oder es können auch Leute mit blau-schwarzen Augen beim Husten zaubern, verlierst Du mich.

Kurz geschrieben: Du kannst alle Regeln und Gesetze brechen, solange es nicht die sind, die Du für Deinen eigenen Roman aufgestellt hast.

Neue Charaktertypen

Natürlich kannst Du auch in anderen Genres völlig neue Charaktertypen einbauen. Aber ich finde, Fantasy eignet sich hervorragend dafür. Denn hier kann, muss aber nichts sein. Das gilt auch für die Charaktere.

Durch die Umgebung, die Du für Deine Welt komplett neu schaffen kannst, kannst Du auch einen völlig anderen Typ von Charakter schaffen. Wie wäre es, wenn in Deiner Welt die Männer zu Hause bleiben würden und die Frauen die Geschäfte leiten?

Das ist zwar eine umgedrehte Welt, kann aber für interessante Sichtweisen sorgen, wenn wir im Kopf eines solchen Charakters schauen. Ein Mann wird dann die Welt völlig anders sehen, als eine Frau. Und wenn sie dann auf andere Figuren aus Deiner Welt treffen, die eine völlig andere Umwelt haben, können kleine Konflikte entstehen. Das Salz in Deiner Geschichtssuppe.

Wenn Du also ein bestimmten Charaktertypen in einer Geschichte lesen wolltest und nie gefunden hast, ist hier Deine Chance. Schreib selbst über diesen Charakter.

Geschlechtervielfalt zeigen

Auch wenn viele das nicht lesen, so gibt es mehr als nur die Cis-Frau und den Cis-Mann als Geschlecht. Doch trauen sich viele noch nicht dies in ihren Romanen zu zeigen, die in unserer Welt spielt. Warum dann nicht in der Fantasy dies zeigen. Einfach, um einen Anfang zu machen.

In meinen Augen haben wir noch viel zu wenig Diversität in den Fantasygeschichten. Das betrifft auch die Genderdarstellung. Daher kannst Du Dir überlegen, wie Du diese darstellen möchtest. Handelt es sich hierbei um eine Ausnahme, wenn jemand, zum Beispiel, Intersexuell ist? Oder ist eine ganze Umgebung von Geburt auf an Intersexuell?

Beziehungsvielfalt zeigen

Die monogame Beziehung ist für viele in Ordnung. Aber eben nicht die einzige Möglichkeit, sich in einer Beziehung oder sexuell auszuleben. Polyamore Beziehungen sind in vieler Munde. Aber es gibt sicherlich noch mehr.

Wenn das Thema Romantik bei Deiner Geschichte eine Rolle spielt, und sei es nur als Nebenstrang, dann kannst Du auch hier die verschiedenen Aspekte zeigen. Wenn Du es harmonisch einbaust, dann wirkt es organisch und nicht aufdringlich.

Politische Systeme

Aus irgendwelchen mysteriösen Gründen, scheint es in Fantasywelten nur die Monarchie zu geben. Bisher sind mir andere politische Systeme nicht wirklich über die Buchseiten gelaufen.

Scheinbar gibt es nur die Möglichkeit über König*innen zu schreiben. Ein demokratisches System, als eine banale Alternative, scheint einigen wohl nicht in den Sinn zu kommen. Dabei gibt es noch viel mehr Möglichkeiten.

Welches politische System ist für das Idealste? Schreib darüber und zeig mir als Leserin, warum Du das findest.

Es gibt mehr als nur Weiße

Wenn ich mir die meisten Fantasyfilme ansehe, dann sehe ich ein Meer von weißen Menschen. Wenn dort mal ein PoC auftaucht, dann ist das schon ein kleines Wunder. Dabei könnten in Fantasywelten auch Menschen mit einer rosa-blauen Haut auftauchen. Doch scheinbar sind dort allesamt weiß.

Selbst wenn explizit erwähnt wird, dass die Charaktere PoC sind, sehen selbst PoC dies nicht mehr. Und ich muss gestehen, mein Gehirn ist zwischenzeitlich auch sehr auf weißer Charakter gepolt, dass es mir auch schwerfällt, sie anders zu sehen.

Daher fände ich es aus diesen und anderen Gründen schön, wenn mehr PoC auftreten würden. Repräsentation zählt eindeutig.

Sexuelle Orientierungen

Von Asexualität bis zur Pansexualität kann man so viel zeigen. Doch so gut wie alle Charaktere sind heterosexuell. Gelegentlich taucht mal ein schwuler Charakter auf. Aber das ist dann schon das Höchste an Gefühlen, was viele aufbringen.

Doch wenn die Charaktere gegen Drachen und Monster kämpfen, warum können sich diese nicht in das eigene Geschlecht verlieben? Um eine Möglichkeit zu nennen.

Und ja, es ist auch völlig in Ordnung, Deinen Charakter in die Kiste zu schicken. Das macht aus Deinem Fantasyroman noch lange keinen erotischen Fantasyroman.

Weitere Felder

Es gibt bestimmt noch Dinge, Orte oder Bereiche, die Dich faszinieren. Du könntest Dir das alte Japan als Vorbild für das World Building nehmen. Das wäre außerhalb Europas, wo die meisten Fantasyromane emotional angesiedelt sind, und hast mehr Möglichkeiten, Deine Welt darzustellen.

Was auch immer es ist, zeig es in Deinem Roman. Ich bin mir sicher, dass die Vielfalt am Ende nur gewinnen kann.

Abschlussgedanken

Das ist eine mögliche Liste, mit der Du arbeiten kannst. Und ich gestehe, das ist auch eine kleine Wunschliste von mir. Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, mit denen Du Dich beschäftigen kannst. Was interessiert Dich, worüber möchtest Du gerne schreiben?

In den folgenden drei Wochen möchte ich noch über diese Themen schreiben:

Bis dahin wünsche ich Dir alles Liebe.

Deine frau schreibseele

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Glossar – Was kann da alles rein?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für manche ist es ein Graus, andere sind da regelrecht süchtig hinterher. Ein Glossar kann gerade bei Fantasy- oder auch Science-Fiction-Geschichten durchaus ein Gewinn sein. Und ja, ich gestehe, ich mag sie total.

Kurze Vorgedanken

Zugegeben, da ich momentan eher Fantasyromane lese, kann ich sagen, dass da häufiger ein Glossar am Ende zu finden ist. Manchmal vom Verlag selbst eingefügt, können sie auch von der Autorin oder dem Autor stammen.

Sie sollen eine Orientierung für die fremde Welt bieten, in der wir uns hineinwagen. Und das kann manchmal durchaus eine gute Idee sein. Wobei es immer gilt, wenn man es richtig macht.

Daher habe ich mir heute Gedanken gemacht, wie ich ein Glossar aufbauen würde, was hineinkommt und welche Unterschiede es dabei geben kann. Wobei ich hier nicht zwischen den verschiedenen Genres unterscheiden werde. Letztendlich, ein Glossar ist ein Glossar.

Was verstehe ich unter einem Glossar?

Unter einem Glossar verstehe ich eine Ansammlung von Stichworten, die sich direkt auf die Welt konzentrieren und mir diese kurz und bündig erklären. In erster Linie soll mir das Glossar einen Hinweis geben, mit wem oder was ich es zu tun habe. Und gegebenenfalls auch eine Erinnerungshilfe sein.

Nehmen wir an, Du schreibst an einer längeren Reihe von zehn Romanen. Im ersten Band taucht ein Charakter auf, der im Zweiten verschwindet und erst im Siebten wieder auftaucht. Aufgrund der längeren Veröffentlichungsweise könnte es sein, dass ich mich schon gar nicht mehr an den Charakter erinnere und daher im Glossar nachschlage, mit wem ich es zu tun habe. Und dann erinnere ich mich, ach ja, das war die und der.

Weiterhin kann ein Glossar eine Hilfestellung für Wörter und deren Bedeutung sein. Gerade wenn Du eine Sprache erfindest, kannst Du das eine oder andere Wort benutzen und mir mit dem Glossar die Möglichkeit geben nachzuschlagen, was es bedeutet. Auch wenn Du es im Roman übersetzt hast, kann es sein, dass ich es hundert Seiten später wieder vergessen habe. Daher würde ich selbst es im Glossar nachschlagen und erinnere mich dann, was dieses Wort bedeutet.

Eine kleine Geschichte aus meiner Lesewelt:

Im August 2019 lese ich “Unstern” von Katrin Ils. Zu Beginn des Romans hat sie zwei Seiten als Glossar. Einige Wörter und ihre Gottheiten. Und ich muss gestehen, häufig blättere zum Glossar, weil ich mich noch einmal erinnern möchte, was das eine Wort bedeutet. Oder auch, wer diese Gottheit noch einmal war.

In erster Linie würde ich ein Glossar so aufbauen, dass es eine Orientierungshilfe ist und nicht ein Ersatz für die Geschichte. Das bringt es nicht. Daher würde ich auch sehr behutsam mit dem sein, was ich in dem Glossar alles aufnehme und welche Informationen ich preisgebe. Ansonsten würde ich selbst meinen eigenen Roman Spoilern. Und das würde keinen Sinn machen.

Der Inhalt

Welche Punkte kannst Du theoretisch in Deinem Glossar aufnehmen? Eigentlich alles, was Dir wichtig ist. Oder auch das, was Deine Testleser*innen für wichtig erachten. Wenn sie sagen, dass sie das eine oder andere Wort nicht verstanden haben oder es andauernd vergessen, wäre das durchaus ein Hinweis es ins Glossar aufzunehmen.

Personen

Gerade, wenn Du eine Reihe mit vielen Charakteren schreibst, wäre ein Personenregister durchaus hilfreich. Dann kann man immer nachvollziehen, wer die Person ist, mit der man es gerade zu tun hat. Zudem kannst Du auch die Rolle aufführen (zum Beispiel, Tochter oder Sohn von XY), zu welcher Familie sie oder er gehört und weitere wichtige Informationen.

Bei erfundenen Namen kannst Du zudem noch die Lautschrift aufführen, also wie man den Namen korrekt ausspricht. Zwar werden die Leute trotzdem eine eigene Art finden, wie man den Charakter anspricht, aber so bietest Du wenigstens eine Lösung an.

Du kannst auch den Lebensweg der Charaktere aufzeigen. So war es beim Rad der Zeit so, dass die Hauptfiguren am Anfang regelrecht minimalistisch aufgeführt wurden. Erst nach und nach wurden die Informationen umfangreicher, je mehr sie erlebt haben und je weiter die Reihe vorangegangen ist. Eventuell wäre das auch etwas für Dich.

Orte

Eventuell wäre es auch interessant eine Landkarte anzubieten. Aber wenn Du die Orte aufnimmst, dann würde ich erklären, wo sich dieser ungefähr befindet, welcher Charakter von dort kommt und was so besonders an diesem Ort ist.

Auch hier würde ich eher empfehlen, die Informationen wachsen zu lassen. Gerade dann, wenn der Ort noch gar nicht aufgetaucht ist, solltest Du Dir überlegen, den erst gar nicht aufzunehmen.

Gegenstände

Wenn es besondere Gegenstände in Deiner Geschichte gibt, gehören die durchaus ebenfalls in Deinem Glossar. Dazu zähle ich den Namen, wie man es ausspricht und welche Bedeutung es für Deine Geschichte hat. Zudem kannst Du auch noch den Unterschied zwischen magisch und nicht magisch machen, wenn es eine Rolle spielt.

Wobei ich selbst nicht unbedingt jeden Gegenstand aufführen würde, der in Deinem Roman erwähnt wird. Das könnte am Ende zu viel sein. Daher empfehle ich Dir, nur die wirklich Wichtigen zu nehmen. Alles andere kann, wenn es sein darf, eher mit einem Satz abgehandelt werden.

Worte

Also eine Art Duden für Deine Geschichte könnte man das bezeichnen. Da würde ich schon jedes Wort aufnehmen, welche Deine Charaktere sprechen. So können sie sich immer darauf beziehen, wenn Du es in Deinem Roman erwähnst. Und vielleicht möchten Deine Leser*innen auch Deine Sprache lernen. Wer weiß.

Sonstiges

Klar, alles, was noch wichtig für Deine Geschichte ist.

Aufbau

Wie Du Dein Glossar am Ende aufbaust, entscheidet Dein persönlicher Geschmack. So könntest Du jeden der oben genannten Punkte mit einer eigenen Unterkategorie erwähnen. Oder Du packst alles zusammen.

Wichtig finde ich, dass man eine Ordnung erkennen kann. Alles andere verwirrt nur. Und am Ende könnte es passieren, dass man sich so viel Mühe mit dem Glossar gemacht hat und niemand will es lesen. Das fände ich schade.

Überleg Dir, wie Du die Informationen am besten vermitteln kannst.

Dein persönliches Glossar

Wenn Du den Roman schreibst, würde ich Dir empfehlen, ein persönliches Glossar noch zu erstellen. Aus diesem kannst Du dann das Glossar für Deinen Roman herausfiltern. In Deinem persönlichen Glossar kannst Du so ausführlich sein, wie Du willst. Hier geht es darum, dass Du die Informationen hast, die Du brauchst, um Deinen Roman zu schreiben.

Du darfst also jedes noch so kleine Wort aufnehmen, was in Deiner Geschichte auftaucht. Da musst Du Dich gar nicht zurückhalten. Und wenn Du mit dem Roman fertig bist, schaust Du, was Du aus Deinem Glossar herausfiltern kannst, um dem Romanglossar zu schreiben.

Kleiner Tipp, niemals die Unterlagen wegwerfen oder löschen. Es könnte sein, dass Deine Fans noch mehr Infos um Deine Geschichten haben wollen. Da könntest Du auch Dein persönliches Glossar veröffentlichen.

Vorne oder hinten

Ganz ehrlich? Einmal hab ich einen Roman gelesen, da war vorne das Glossar. Und mir wurden Informationen geboten, bei denen ich dachte, cool, das wird ein toller Roman. Am Ende waren die Informationen interessanter als der Roman selbst. Denn das Glossar hat mich so heiß gemacht, dass ich am Ende nur noch enttäuscht wurde.

Bei Katrin Ils hingegen funktioniert es. Denn sie hat nur kurz und bündig die wichtigen Informationen erklärt. Und damit hatte es sich. Damit wurde ich nicht auf eine Geschichte heiß gemacht, die es nicht gibt.

Selbst würde ich selbst das Glossar immer am Ende des Romans packen. Dort gehört er für mich hin und niemals vorne. Keine Ahnung, warum manche das machen. Gilt übrigens auch für ein E-Book.

Aber es kommt natürlich auch auf Deinen persönlichen Geschmack an. Wenn Du Dein Glossar vorne einfügen möchtest, ist es in Ordnung. Doch dort kann ich Dir nur sehr ans Herz legen, dass nicht zu viele Informationen verraten werden. Viele lesen sich dort eher alles durch und da kann es schwierig werden, Deine Lesenden entsprechend abzuholen. Ist das Glossar hinten, dann werden sie es erst am Ende durchlesen.

Abschlussgedanken

Das war jetzt ein kurzer Einblick, wie ich selbst ein Glossar aufbauen würde. Letztendlich kommt es darauf an, ob Du eines schreiben möchtest und ob es sich lohnt. Bei einem kurzen Roman, der nur aus einem Band besteht, mag es überflüssig sein. Bedeutet aber natürlich nicht, dass es sich nicht trotzdem lohnt. Besonders dann, wenn Du sehr viele Fremdwörter verwendest.

Bei einem längeren Roman oder einer Reihe mag es sich eher lohnen. Wenn dort sehr viele Fremdbegriffe vorkommen. Wenn nicht, ist das hier dann eher Zeitverschwendung. Also eine Standardlösung gibt es hier definitiv nicht.

Schreib also erst einmal Deinen Roman und Deinen persönlichem Glossar und schau dann, ob und was Du übernehmen möchtest. Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Berufe für Deine “Badlady” Heldinnen

Berufe für Deine “Badlady” Heldinnen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

natürlich müssen Deine Heldinnen nicht zwangsläufig zu der guten Seite gehören. Sie können auch “Böse” sein oder ein Mittelding. Also hilfreich sein, wenn es notwendig ist. Und ansonsten eben nur für sich arbeiten. Als Beispiel.

Kurze Vorgedanken

Mein letzter Beitrag zum Thema konzentriert sich darauf, dass sich die Berufsauswahl für Heldinnen nur auf „positive“ Berufe bezieht. Aber die Rolle der Frauen oder weiblich gelesenen Charaktere müssen nicht zwangsläufig nur positiv sein. Sie können auch negativ besetzt werden. Und diese Badladys, also die bösen Damen brauchen idealerweise auch einen Beruf.

Dabei muss Deine böse Damen Heldin nicht als die absolut Böse auftreten. Es kann einfach sein, dass sie Grau ist. Also eine Mischung aus absolut gut und absolut Böse. Warum sollen Heldinnen nicht einfach mal herrlich egoistisch auftreten? Und in der nächsten Sekunde sind sie dann zugleich herzzerreißend selbstlos, dass man mit ihnen regelrecht leidet.

Letztendlich kommt es nicht darauf an, welche Arbeit sie nachgeht, sondern wie Du sie schreibst. Der Beruf selbst kann sie selbst noch ein Ticken interessanter gestalten.

Der folgende Beitrag ist wieder als Inspiration gedacht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du Deine eigenen Berufe hast, die Du Deiner böse Damen Heldin geben möchtest, sobald Du ein wenig darüber nachgedacht hast, was alles möglich sein kann. Und natürlich kannst Du die Berufe, die ich hier exemplarisch aufliste, auch Deinen Helden geben.

Die Räuberinnen

Von der kleinen Straßenräuberin bis hin zur Piratin, kann hier alles dabei sein. Als Straßenräuberin ist sie eher am unteren Ende der „Nahrungskette“. Sie dürfte aller Wahrscheinlichkeit am Existenzminimum leben und kämpft daher eher ums tägliche Überleben. Ob man sie dann wirklich als eine böse Frau bezeichnen kann, darüber lässt sich diskutieren.

Auf alle Fälle bestiehlt sie Leute, vielleicht ist es ihr sogar egal, dass es denen auch nicht viel besser geht als ihr. Oder sie hält sich daran, nur die zu beklauen, denen es definitiv besser geht. Natürlich kann sie auch in der Mittelschicht oder gar Oberschicht leben und sieht den Diebstahl als eine Art Hobby, eine Herausforderung oder lediglich als eine Ablenkung. Auch das ist möglich.

Als Nächstes könnten wir eine Bandenchefin nehmen, die professionell klaut. Nicht nur Geld, sondern auch Juwelen oder Informationen (je nachdem, wo Deine Geschichte spielt). Sie schickt ihre Leute raus, damit diese mit reicher Beute zurückkehren, welche sie verwaltet.

Natürlich könnte sie auch allein eine professionelle Diebin sein. Das bedeutet, sie ist zwar Solo, befindet sich aber beutetechnisch auf der gleichen Ebene, wie unsere Bandenchefin. Wäre natürlich interessant, wenn solche Figuren dann in einer Geschichte aufeinandertreffen würden.

Für mich an der Spitze ist die Piratin bzw. deren Kapitänin. Das bedeutet, dass sie nicht nur eine Bande von Individuen unter Kontrolle halten muss, sondern ein ganzes Schiff (wenn nicht sogar mehrere) und womöglich mehrere Königreiche (oder auch Königinnenreiche), deren Schiffe sie bestohlen hat.

Käufliche Liebe

Viele denken bei den Worten böse Lady durchaus an eine Gruppe von Damen, deren Liebe (oder zumindest sexuelle Dienste) man käuflich erwerben kann.

Die wohl bekannteste Version ist die Straßenprostituierte. Für viele das schwächste Glied in dieser Gruppe. Denn häufig muss sie sich mit einem Zuhälter auseinandersetzen und gewaltättigen Freier. Und auf der anderen Seite kommt noch das Klischee hinzu, dass sie ein goldenes Herz hat.

Wenn sie in einem Bordell arbeitet, dann geht es ihr häufig besser. Muss sich aber trotzdem umsehen.

Das königliche Gegenstück dürfte wohl die Kurtisane sein. Denn sie weiß nicht nur, wie man jemanden im Bett erfreut, sondern ist auch noch eine hervorragende Gesellschafterin (zumindest sollte sie es sein). Dadurch hat sie die Möglichkeit viel Geld zu verdienen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich mit dem allgemeinen Volk einlässt, darf ruhig als eher gering eingeschätzt werden.

Sie hat durch die Bettwahl auch die Möglichkeit sich mit den mächtigen eines Landes einzulassen und als Spionin zu arbeiten. Eine Kurtisane kommt also an wichtige Informationen heran, kann notfalls jemanden belauschen, an denen andere nicht herankommen und diese Leute auch bestehlen. Und wenn es hart auf hart kommt, dann eignet sie sich auch als Mörderin.

Und ja, es gibt auch die Mätresse. Auch sie kann diese Aufgaben erledigen, ist aber meistens nur bei einem Mann zu finden, während die Kurtisane bei mehreren zu Hause ist.

Wobei ich Dir jetzt ein Geständnis machen möchte: Ich würde gerne über eine männliche Kurtisane und auch Mätresse mal lesen.

Die Todesbringerinnen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man einen Menschen den Tod bringen kann. Die Giftmörderin ist durchaus eine Möglichkeit. Sie kennt sich mit Kräutern aus und weiß, welche gefährlich sind und welche heilen können. Zudem kannst Du Dir noch überlegen, ob sie nicht ein gewisses medizinisches Verständnis hat (Kräuterwissen und medizinisches Verständnis gehören nicht unbedingt zusammen). Zwar gelten Frauen als die Giftmörderinnen schlechthin. Aber ich habe mal einen Beitrag gelesen, indem es hieß, Frauen sind nur deswegen so bekannt, weil man bei Männern nicht daran denkt bzw. glaubt, sie könnten mit Gift morden.

Natürlich kann auch die Attentäterin oder auch die Assassine eine Rolle spielen. Sie tötet bewusst jemanden und kann dadurch auch Krisen auslösen und Reiche stürzen (je nachdem, wer ihr Opfer ist). Häufig sind ihre Attentate politisch, ideologisch oder auch religiös motiviert, gelegentlich kann es aber auch wirtschaftliche Gründe haben. Dabei kann es passieren, dass sie nur eine Person tötet, oder auch eine Gruppe.

Man könnte sagen, dass ihr gegenüber die Auftragsmörderin steht. Sie bekommt Aufträge jemanden zu töten und tut dies gegen einen materiellen Gewinn (meistens Geld, Gold oder welche Währung Du auch wählst). Dabei kann sie einen eigenen ethischen Standard haben, wen sie ermordet. Vielleicht nur Männer, vielleicht nur Frauen, niemals Kinder. Oder es ist ihr egal, wer auf ihrer Liste steht.

Auch wenn das jetzt kein Beruf ist, aber zur Vollständigkeit möchte ich natürlich auch die psychopathische Mörderin aufführen. Statistisch gesehen ist es wahrscheinlicher, dass ein Serienmörder (egal welcher Art) eher männlich ist. Aber diese Statistik gilt in erster Linie für uns Menschen. Wie Du sie einbaust, wäre dann Deiner Fantasie überlassen.

Die Regentinnen

Natürlich kann eine böse Lady Heldin auch auf einen Thron sitzen (oder überhaupt am Kopf irgendeiner Gruppe von Menschen). Dazu gehört natürlich die Königin irgendeines Reiches. In diesem Beitrag (im Gegensatz zu dem der letzten Woche) haben wir es mit einer bösen Königin zu tun, die vielleicht noch nett zu ihren eigenen Leuten ist (das wäre definitiv mal etwas anderes), aber gegenüber ihren Gegnerinnen und Gegnern keine Gnade walten lässt.

Es muss aber nicht gleich ein Königinnenreich sein, über das sie herrscht. Es reicht auch, wenn es eine kleine Gruppe ist. Also eine Gruppenanführerin. Natürlich könnte sie eine Piratin sein (siehe weiter oben), aber auch eine Diebin oder eine Terroristin. Was und warum sie tut, was sie tut, ist natürlich Dir überlassen. Aber dabei muss sie nicht immer die ganze Nette sein.

Abschlussgedanken

Natürlich sind das auch hier wieder nur Inspirationen für die Berufe Deiner bösen Lady Heldinnen. Aber ich denke Mal, dass da doch das eine oder andere dabei ist, was Dir durchaus gefallen könnte.

Ansonsten, sei offen, was es um Dich herum alles gibt und was Du für Deine bösen Lady Heldin interessant finden könntest.

Dabei wünsche ich Dir ganz viel Spaß.

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Mögliche Berufe für Deine Fantasyheldinnen

Mögliche Berufe für Deine Fantasyheldinnen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Frauen sind schon häufig Mangelware in diversen Geschichten (also Fantasy, Science-Fiction und so weiter). Zusätzlich sieht es noch einmal mau aus, wenn man Berufe für sie sucht. Daher hatte ich mir vor einigen Jahren Gedanken darum gemacht. Schauen wir uns an, welche Berufe sie in der Fantasywelt so alles übernehmen könnten.

Noch ein kleiner Hinweis. In diesem Beitrag geht es um die Heldin oder andere Protagonistinnen, die man lapidar als Gut bezeichnen könnte. Für die Antagonistin kommt nächste Woche ein eigener Beitrag.

Kurze Vorgedanken

Natürlich haben Frauen in der Geschichte durchaus ihren Weg gefunden. Zumindest im Schatten. In einem Gespräch erfuhr ich mal, dass es bei den Beduinen wohl so ist/war, dass die Frauen nicht alleine das Zelt verlassen dürfen/durften. Daher haben sie ihre Männer auch für Kleinigkeiten aus dem Zelt zum Einkaufen geschickt, damit sie alleine waren. Und über Schleichwege kamen sie zu den anderen Frauen und unterhielten sich. Um ein reales Beispiel zu nennen.

Doch in Fantasygeschichten fehlt mir diese Kreativität häufig. Frauen haben schon immer einen Weg gefunden, um sich zu treffen, ihre Ideen mitzuteilen und ihren Wissensdurst zu stillen. Nicht alle haben es in der Geschichte geschafft, ihre Stimme einen ewigen Wert zu geben. Das ist ein Fakt. Aber viele. Auch das ist ein Fakt.

Aber das ist egal, ich schreibe hier von Fantasygeschichten. Und da können ganz andere Regeln gelten. Warum muss dort unser Gesellschaftssystem immer wieder übernommen werden? Theoretisch könnten dort auch Frauen oder weiblich gelesene Wesen physisch stärker sein, als Männer oder männlich gelesene Wesen. Daher habe ich mir Gedanken gemacht, welche Tätigkeiten Deine Heldinnen nachgehen können.

Und ja, wenn Du willst, kannst Du auch gerne Inspirationen für Deine Helden (also die Männer) mitnehmen.

Die Kaste der Kriegerinnen

In Fantasygeschichten kann der Krieg immer wieder eine wichtige Rolle spielen. Daher spielen zumindest die männlichen Krieger eine Rolle. Warum also nicht auch die Kriegerin?

Es gibt die Möglichkeit, dass wir es mit einer einzelnen Kriegerin in der Armee zu tun haben (wie Mulan). Entweder wird sie ermuntert oder schleicht sich aus eigenem Antrieb heimlich in die Armee ein, um für eine gute Sache zu kämpfen (welche das ist, liegt an Deiner Geschichte). Hier stellt sich die Frage, warum dürfen Deine Frauen nicht in die Armee eintreten. Und welche Konsequenzen es hat, tun sie es doch.

Aber es ist auch möglich, dass mehrere Frauen in die Armee eintreten und ihren Dienst verrichten (wie im Roman von Terry PratchettWeiberregiment„). Es kann offiziell sein oder ebenfalls im Geheimen passieren, weil die Frauen ansonsten bestraft werden würden.

In zwei asiatischen Filmen (deren Titel ich leider nicht mehr weiß), hat sich jeweils die Prinzessin eines Landes gemeldet, sich zur Soldatin ausbilden zu lassen. Also die wahre Kriegerprinzessin. Einmal wollte die Prinzessin eine Soldatin werden, damit sie ihr Land verteidigen und die Sorgen und Nöte ihrer Soldaten besser verstehen lernt. Für die andere Prinzessin war es selbstverständlich, dass sie in den Krieg zieht. Immerhin ist sie die Prinzessin des Reiches. Und als solche hat sie ihr Reich auch mit ihrem Leben zu beschützen.

Interessant war bei den Filmen, dass die Männer kein Problem damit hatten, dass überhaupt eine Frau in den Krieg ziehen wollte. Man bestrafte sie nicht oder sperrte sie ein. Aufgrund ihrer Erfahrungen (die ihr fehlten), war der Grund, warum die Männer ihr rieten, sie solle zu Hause bleiben. Was sie natürlich nicht tat.

Wenn Du über vereinzelte Kriegerinnen oder Soldatinnen schreibst, dann kann man es mit Ausnahmeerscheinungen zu tun haben. Auch wenn sie geduldet werden und an der Seite der Männer kämpfen dürfen.

Alternativ kannst Du auch über Kriegerinnen schreiben, denen man es gestattet, genauso in der Armee zu dienen, wie den Männern. Sie werden also eingezogen und ausgebildet, als gäbe es keine Unterschiede zum anderen Geschlecht.

Gerade Amazonenarmeen speisen sich natürlich aus dem eigenen Geschlecht. Da können sie keine Männer in den Kampf schicken. Amazonenkriegerinnen (die es wirklich gab) bewiesen, dass Frauen durchaus kämpfen können.

Vielleicht wirst Du aber sagen, Frauen sind Männern körperlich unterlegen. Menschenfrauen in unserer Realität haben diesen Nachteil. Da stimme ich Dir sofort zu. Auch wenn viele Frauen durchaus beweisen, dass mit ein paar guten Handgriffen auch ein starker Mann überwältigt werden kann. Aber darauf will ich nicht hinaus.

Wir sind in einer Fantasywelt. Hier reagiert durchaus Deine Fantasie. Warum also bitte schön, sollen Frauen nicht genauso stark wie Männer sein? Oder gar stärker? Nenne mir einen guten Grund? Wir bilden hier nicht zwangsläufig die Realität ab. Und zudem gibt es Fantasyvölker. Das bedeutet, hier müssen nicht die gleichen biologischen Gesetze herrschen, wie bei uns Menschen. Von den sozialen Gesetzen schreibe ich an dieser Stelle mal nicht.

Wenn Du, sagen wir Mal, über ein Orkvolk schreibst, können die Frauen genauso stark sein, wie die Männer. Oder Du teilst auf. Es gibt also Frauen und Männer, die stärker sind, als andere aus dem Volk (also ebenfalls Frauen und Männer). Die Starken gehören zur Kriegskaste und die Schwachen bleiben zu Hause.

Die Kaste der Regentinnen

Gut, jetzt sagst Du Dir, ich will meine Frauen nicht in den Krieg ziehen lassen. Dann setz ihr doch eine Krone auf? So als Beispiel. Oder bring sie anders ins Regierungssystem ein.

Die wohl bekannteste Rolle von Frauen als Regentin ist eben der einer Königin. Oder auch die einer Prinzessin. Auch wenn einige Fantasygeschichten diese Rolle nicht so optimal ausnutzen, wie man es sich wünscht.

Häufig kommt der Königin eher eine Statistinnenrolle zu. Sie darf lächeln, ihren Ehemann unterstützen, aber sobald er stirbt, kommt nicht sie an die Macht, sondern sehr häufig ein anderer Mann.

Wie wäre es, wenn sie aus eigenem Recht her regiert? Sie wird als Prinzessin geboren und darf dann als Königin allein regieren? Ohne, dass ein Mann ihr die Würde in irgendeiner Art und Weise zubilligen muss. Oder, wenn sie verheiratet ist und ihr Gemahl stirbt, dass sie dann selbst regieren darf, bis die nächste Generation dran ist? Wäre zumindest eine schöne Abwechslung.

Aber Frauen müssen nicht nur Prinzessinnen oder Königinnen sein. Wie wäre es denn als Beraterin? Meistens kommt Männern diese Rolle zu. Doch auch Frauen können logisch denken und einen König beraten. Oder ihn in die Irre führen, je nachdem, was Du willst.

Oder sie könnte auch als Botschafterin arbeiten. Man sagt doch Frauen zu (wenn wir die Klischees bedienen), dass sie sehr einfühlsam sind und darauf bedacht, die Harmonie zu erhalten.

Die Kaste der Wissenschaft

Gehen wir mal aus dem Schloss, wo wir die Kriegerin und die Königin am ehesten finden, weg und schauen uns mal in den Universitäten oder im Leben um. Dort finden wir sicherlich auch Frauen, die etwas Interessantes zu erzählen haben.

Wissenschaftlerinnen können herausfinden, wie die Welt funktioniert oder auch neue Waffensysteme entwickeln, damit die Soldatinnen sie nutzen können. Oder von mir aus, sie erfinden etwas, um die körperlichen Schwächen der Frauen zu kompensieren.

Frauen können zum Beispiel als Physikerinnen oder Chemikerinnen arbeiten, gerne auch als Mathematikerinnen. Aber auch als Biologinnen und hei, wie wäre es denn mit einer Alchimistin?

Natürlich könnte sie an einer Universität lernen und lehren. Aber auch in ihrer kleinen Stube unter dem Dach eines Hauses. Egal welche Widrigkeiten Du sie aussetzt, solange sie eine Liebe zu der Wissenschaft hat, wird sie einen Weg finden, um ihre Forschungen zu betreiben. Und vielleicht hast Du eine Lieblingswissenschaftlerin, die Du hier als Vorbild nehmen kannst.

Kaste der Magie

Was wäre eine Fantasygeschichte ohne Magie? Gut, eine Fantasygeschichte. Aber in vielen ist die Magie durchaus ein wichtiges Thema. Und meistens haben die Männer eine gewisse Hoheit darüber. Sie sind entweder der Oberguru, haben den besseren Zugang dazu oder sind sonst wie begünstigt.

Warum sollte nicht eine Frau die Oberhoheit über die Magie haben, so als Obermagierin? Natürlich gibt es Geschichten dazu, aber meistens sind immer noch die Männer, welche auch die magische Führung innehaben.

Häufig sind Frauen, welche die Magie anwenden gefürchtet, verachtet oder gehören schlichtweg zum Lager der Schurkinnen. Sie sind die bösen Hexen, welche das Reich vernichten wollen. Nicht immer, aber immer wieder. Hexen können gerne die Beraterinnen von Königinnen und Königen sein. Sie können das Reich retten, die Heldin oder den Helden anweisen. Du hast mit ihnen eine Menge Möglichkeiten.

Kaste der Heilerinnen

Und eines der wohl weiblichsten Rollen in der Geschichte. Die Frau als Hebamme und als Heilerin. Natürlich kann sie auch eine Ärztin sein, eine Kräuterhexe oder was auch immer es so gibt oder Deine Geschichte benötigt.

Oder Du nutzt einen Beruf aus der Gegenwart und transportierst ihn in Deine Fantasywelt. Das wäre auch noch eine Möglichkeit (auch für die anderen Bereiche). So könnte es eine Gerichtsmedizinerin geben, die mithilfe von Telepathie die Mordursache herausfindet. Nur, um ein Beispiel zu nennen.

Kaste der Händlerinnen

Frauen haben schon immer Handel betrieben. Sie haben Waren hergestellt und verkauft, sie haben eingekauft und weitergekauft.

Sie könnte eine Handelskapitänin sein und eine Flotte besitzen, mit der sie um die Welt reist, um die Waren anzubieten oder einzukaufen. Oder sie besitzt einen Laden, ein Kontor oder was auch immer wichtig ist. Und darüber baut sie sich nach und nach ihr Weltreich auf (hei, man kann auch träumen).

Abschlussgedanken

Das soll nur eine kleine Übersicht darüber bieten, was Deine Fantasyheldinnen theoretisch alles machen können. Sicherlich fallen Dir noch mehr Punkte bzw. Berufe ein, die Du nutzen könntest. Hier findest Du lediglich einen Startpunkt.

Sei kreativ, denk außerhalb des Rahmens und trau Dich. Sicherlich wirst Du ein paar tolle Ideen haben, die Du umsetzen kannst. Auf die Ergebnisse von Dir freue ich mich schon einmal.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

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Frauen in Fantasyromanen und in der Geschichte

Frauen in Fantasyromanen und in der Geschichte

als dieser Beitrag ursprünglich auf meinem alten Blog erschien, hatte ich relativ frisch den Film „Warcraft – The Beginning„ gesehen. Ein durchaus sehenswerter Popcornfilm, wie ich immer noch finde. Den dazugehörigen Beitrag hab ich nun aus dem Keller geholt und möchte ihn Dir im neuen Gewand präsentieren.

Kurze Vorgedanken

Es gibt Zeiten, da möchte ich gar nicht so kritisch sein, wie ich es dann doch bin. Als ich diesen Beitrag schrieb, kam ich direkt aus dem Kino. Und an sich war „Warcraft – The Beginning“ durchaus ein sehenswerter, kurzweiliger Film. Doch es gab ein Punkt, der mich doch sehr gestört hatte: meine eigene kritische Brille, der es mir zwischenzeitlich um einiges schwerer macht, diverse Filme zu sehen oder Bücher zu lesen.

Das bedeutet nicht, dass mir der Film keinen Spaß gemacht. Doch es gibt Punkte, bei denen ich mir denke, es hätte um einiges besser werden können, hätte man die eingehalten. Und wie die Überschrift schon vermuten lässt, ja, es geht mal wieder um die Rolle der Frau.

Ein paar Gedanken rund um das Genre Fantasy

Sicherlich können wir uns darauf einigen, dass die meisten Fantasyromane von unserer eigenen Geschichte inspiriert sind. Vornehmlich dem Mittelalter. Wenn wir einen Fantasyroman lesen, dann haben einige vielleicht das Gefühl, so ähnlich könnte es im Mittelalter unserer Welt ausgesehen haben. Auch wenn dieser Gedankengang nicht realistisch ist, so kann es durchaus passieren, dass wir viele Ideen, wie unser Mittealter einst aussah, aus Fantasyromanen übernommen haben.

Unabhängig, ob manche von uns unbewusst verführt werden, Fantasy für ein wenig ZU real zu halten, oder nicht, basiert dieses Genre auf unsere Geschichte. Manche stärker, andere weniger. Und bei einigen Romanen hat man durchaus das Gefühl, reale Länder aus unserer Geschichte direkt eins zu eins zu erleben und nachvollziehen zu können.

Und doch dürfen wir von den meisten Büchern und auch Filmen aus diesem Genre gerne enttäuscht sein. Nun gut, ich kann es. Wie es bei Dir aussieht, will ich nicht entscheiden. Doch die Rolle der Frau in diesem Genre ist für mich schlicht enttäuschend.

Dabei bin ich eine leidenschaftliche Hobbyhistorikerin. Das bedeutet, dass ich gerne historische Sachbücher aller Art lese. Besonders gerne aus der Zeit des viktorianischen Englands (Steampunk lässt grüßen). Aber auch einfach mal so ein Buch über die Steinzeit und dem Mittelalter. Vor einigen Jahren habe ich auch, ohne große Intention, ein Buch über die Geschichte Indiens gelesen. Um ein weiteres Beispiel zu nennen.

Was das alles zu bedeuten hat? Geschichte und Fantasy schließen sich nicht aus, obwohl sie es tun.

Frauen in der realen Geschichte – unserer Geschichte

Wenn wir in historischen Büchern lesen, dann lesen wir meistens Bücher, welche die Geschichte der Männer erzählt. Und meistens wurden und werden sie auch noch von Männern geschrieben. Das bedeutet, dass die Taten von Männern mehr oder weniger in epischer Bandbreite erzählt wurden. Egal wie bedeutend die Angelegenheit wirklich für die Geschichte war, sie wurde erzählt.

So kann es durchaus vorkommen, dass ein unscheinbarer Mann so einer beachtlichen Größe gefunden hat, nur weil seine Geschichte immer und immer wieder erzählt wurde. Und dadurch wurde ihm mehr Bedeutung zuerkannt, als es letztendlich stimmte.

In den Geschichtsbüchern dieser Männer haben Frauen eine untergeordnete Rolle gespielt. Sofern sie überhaupt erwähnt wurden. Denn Frauen spielten in der Welt der Männer nicht unbedingt die Rolle, die sie eigentlich hätten einnehmen sollen.

Und diese sexistische Brille tragen viele Historikerinnen und Historiker noch heute. Und das bringt zwei Probleme mit sich. Zum einen, es wird teilweise den Berichten von damals geglaubt. Zwar gibt es heute durchaus kritische Beobachtungen. So hat man zwischenzeitlich anerkannt, dass es bei den Wikingern auch Wikingerinnen gab, die an vorderster Front gekämpft hatten. Aber wenn ich mir zwei Beiträge im Fernsehen zu einem Thema ansehe, dann bekomme ich mindestens drei verschiedene Ansichten der gleichen Ereignisse.

Denn wir sehen die Ereignisse von damals mit einer Brille der Gegenwart (oder zumindest die Historikerinnen und Historiker). Das bedeutet, was wir heute erleben und heute kennen, wird auf die Vergangenheit angewandt (das zweite Problem). Und zwar ohne Rücksicht darauf, dass damals ganz andere Verhältnisse vorherrschten und somit die Dinge ganz anders bewertet werden müssten.

So werden Dinge, die Frauen getan haben, in einem ganz anderen Licht betrachtet. Wurden sie nicht erwähnt oder in einem Kontext, der heute eher als unschön gilt, wurde dies einfach übernommen und nicht weiter kritisch hinterfragt.

So gibt es den Dienst an die Göttin. Das bedeutete, dass Frauen mit fremden Männern eine Nacht verbrachten. Das gilt heute in einigen historischen Berichten als reine Prostitution. Denn was sind Frauen, die mit Männern schlafen und dafür Geld bekommen? Damals war das aber vielleicht (und mit großer Wahrscheinlichkeit war es wohl so) eine völlig andere Sache. Wir wissen es nicht und betrachten diese Angelegenheit in einem völlig falschen Kontext.

Eine andere Sicht der Dinge erlauben sich nicht alle Historikerinnen und Historiker. Leider. Denn dazu müsste man aus der Box springen und über den eigenen Tellerrand schauen. Und noch wagen das nicht alle. Und wenn, dann kann das durchaus zu Anfeindungen führen.

Fakt ist, unsere Geschichte bzw. die Männer hatten zu den verschiedenen Zeiten einen unterschiedlichen Stand zu den Frauen. Vor zwei oder drei Jahren habe ich die Biografie des Großen Kurfürsten gelesen. Unter anderem blieb mir eine Szene im Kopf. Und zwar, dass es geheißen haben soll, dass der wehrte Kurfürst seinen Kurfürstenhut (wohl das Äquivalent zu der Krone eines Königs) seiner Ehefrau Luise Henriette von Oranien zu den Füßen warf. Danach soll er gesagt haben, dass sie doch bitte die Regierungsgeschäfte übernehmen solle, wenn sie doch alles besser wisse.

Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen, was bitte schön der Blödsinn soll. Denn zu Zeiten des Großen Kurfürsten hörte dieser noch auf den Rat seiner Mutter, seiner Schwester und seiner ersten Ehefrau (bei seiner zweiten Ehefrau bin ich mir nicht mehr so sicher).

Erst später wurde der Rat einer klugen Frau nicht mehr geschätzt, ganz im Gegenteil. Dieser wurde abgelehnt und die Frauen sogar misstrauisch beäugt, wenn sie klüger war, als ein Mann.

Und vor allem, sie waren immer ein Teil der Geschichte. Sie waren Töchter, die man verheiraten konnte, Schwestern die gelegentlich was Eigenes auf die Beine stellte und auch Mütter, welche sich um ihre Kinder kümmerten (sowohl Söhne als auch Töchter). Sie waren Ehefrauen von berühmten Männern, unterstützten diese oder kümmerten sich um ihre eigene Sachen.

Frauen waren in der Geschichte immer zugegen. Vielleicht nicht so aktiv, wie ich es mir gewünscht hätte (auch, weil sie es nicht durften). Und doch hatten sie ihren Wert und waren vorhanden. Zwar waren die Männer durchaus die aktiveren. Zudem vergessen so manche Historikerinnen und Historiker, dass es Frauen gab. Aber man kann nicht um sie herumkommen. Das ist so gut wie unmöglich. Und das sollten wir niemals vergessen.

Die Rolle der Frau in der Fantasy

Wenn man sich das durchliest und sich dann anschaut, wie die Rolle der Frau in den Fantasyromanen ist, dann findet man einen gewaltigen Unterschied. Während in der Geschichte die Frau eine entscheidende Rolle spielen konnte, scheint dies in den Fantasyromanen schlichtweg vergessen zu werden.

Schauen wir uns die großen, epischen Fantasyromane an, dann sind die häufigsten Themen Krieg, Politik und die Macht. In der historischen Welt war das nicht unbedingt das Spielfeld von Frauen. Oder kennst Du eine große historische Kriegsherrin. Ja, es hat sie gegeben. Aber jetzt ganz spontan eine zu benennen, das ist durchaus schwierig, ich gebe das gerne zu. Trotzdem haben wir zum Beispiel die Kriegerkönigin Boudicca. Sie gab nicht nur Befehle, sondern kämpfte sogar an vorderster Front.

Aber muss das bedeuten, dass wir deswegen die Frau in den Fantasyromanen einfach vor der Tür lassen müssen? Das war in dem Warcraftfilm nämlich so. Menschenfrauen spielten als Ehefrauen oder Königin eine Rolle. Aber wer war die Kriegerin? Keine Menschenfrau (und sonst kamen keine vor, die man näher hätte betrachten können).

Ich meine, wir haben es hier mit einer Fantasygeschichte zu tun. Und Fantasy entspricht nicht der Realität. Auch wenn wir vielleicht bei manchen Geschichten das Gefühl haben. Oder die Geschichten ein Teil unseres Denkens werden. Sie sind und bleiben fiktionale Geschichten.

Man kann also eine Frau durchaus in Rollen stecken, welche historische Frauen niemals hätten annehmen können oder dürfen. Gerne offen und legal oder auch unter der Hand (wie es Mulan getan hat).

Oder, wenn Du Deine Frauen nicht in den Krieg schicken möchtest, was ist mit der Magie? Physisch gesehen besteht ein Unterschied zwischen Männern und Frauen. Darüber können wir uns einig sein (warum das auch bei anderen Völkern gilt, will sich mir aber nicht erschließen, da könntest Du diese Unterschiede tatsächlich aufheben). Aber warum sollte das für die Magie gelten? Oder in der Politik? Oder in anderen Bereichen?

Es gibt keinen rationalen Grund, warum das nicht in Fantasyromanen gelten soll. Natürlich, in historischen Romanen ist dies eher schwerlich möglich. Doch dort finden wir immer und immer wieder starke Frauencharaktere (das ist bei vielen historischen Romane auch der Grundtenor). Aber Fantasyromane sind einfach keine historischen Romane. Also, warum bitte schön, sollten wir nicht die Möglichkeit nutzen und weniger sexistische Elemente in diese Geschichten einzubauen? Ich sehe einfach keinen Grund.

Abschlussgedanken: Was können wir daraus lernen?

Aus der Geschichte und den historischen Romanen können wir folgendes lernen:

  1. Die Geschichte ist interessant. Sowohl für Fantasyautorinnen und -autoren als auch für alle anderen. Denn sie bietet eine Fülle an Material für Deine Romane.
    Lies ruhig einige Bücher zur Geschichte, die sich auch kritisch mit dem Thema auseinandersetzt. Lies Dir auch gerne Bücher über das soziale Umfeld der damaligen Zeit und nicht nur über die großen Männer der Geschichte. Dort findest Du sicherlich auch interessante Frauenfiguren und damit auch Vorbilder für Dich und Deine Figuren.
  2. Gib den Frauen durchaus größere Rollen in Deinem Fantasyroman. Gerne an der Front, aber auch hinter dem Kampfgetümmel. Gib den Frauen interessante Rollen und interessante Geschichten.
    Damit werden diese Geschichten für Deine Leserinnen und Leser interessanter. Nicht nur für Frauen, sondern im allgemein für alle, die nach Deinem Buch greifen. Denn die meisten von uns wollen interessante Charaktere lesen. Gib sie uns also.
  3. Schreib einfach bessere Bücher. Dazu gehört eine Menge. Aber ich bin mir sicher, Du schaffst das schon.

Dafür wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

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