Über marginalisierte Gruppen schreiben: “Ich traue mich nicht.”

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer über marginalisierte Gruppen schreiben möchte, benötigt nicht nur Wissen, sondern tatsächlich auch eine Portion Mut.

Kurze Vorgedanken

Es gibt Menschen, die stürzen sich in ein neues Projekt und machen keine Gefangene. Dann wird über alles und jede*n geschrieben, wer ihnen unter die Feder kommt.

Andere hingegen sind da etwas vorsichtiger. Ist ihr Plot in Ordnung? Sind die Charaktere lebendig? Und vor allem, darf ich das überhaupt schreiben?

Über die Einstellung zur letzten Frage dreht sich der heutige Beitrag.

Keine Erfahrungen

Auf dem #litcampHH 2018 hatte eine Teilnehmerin ganz klar gesagt, dass sie einfach keine Erfahrungen mit marginalisierte Gruppen hat. Sie kommt von einem Dorf, wo über 90 Prozent der Menschen dort eben weiße Cis-Het Dudes sind. Wie könne sie dann wagen, über jemand anderen zu schreiben, als eben über weiße Cis-Het Dudes?

Ganz ehrlich? Mir ist eine solche Meinung lieber, als wenn man mit dem Kopf durch die Wand rennt und über alles schreibt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. In einem solchen Fall kann man durchaus damit rechnen, sollte sich die Teilnehmerin entscheiden, doch über marginalisierte Gruppen zu schreiben, sie mit mehr Respekt rangeht.

Schätze ich mich selbst als eine Person ein, die einfach zu wenig Kontakte mit marginalisierte Gruppen habe, sehe ich das als eine realistische Größe an. Mit anderen Worten, in einem solchen Fall kenne ich meine Grenzen. Und von daher bin ich vorsichtiger, wenn ich versuche diese zu übertreten.

Aber selbst wenn Du keine Menschen marginalisierter Gruppen kennst, bedeutet das noch lange nicht, dass Du nicht loslegen darfst. Es gibt immer Möglichkeiten.

Angst, etwas falsch zu machen

Wenn man über jemanden oder etwas schreibt, die oder das man nicht kennt, haben viele Angst, es falsch zu machen. Sie wollen sich nicht im Ton vergreifen und etwas schreiben, was andere verletzt.

In meinen Augen ist auch das erst einmal sehr löblich. Immerhin zeigt auch das, dass man sich Gedanken macht. Die Menschen möchten nicht durch die Wand preschen und auf Teufel komm raus, etwas schreiben. Sie machen sich Gedanken zu diesem Thema.

Jedoch finde ich, dass man keine Angst haben sollte. Angst lähmt und sorgt nur dafür, dass Du am Ende gar nichts mehr schreibst. Respekt sollte hier die richtige Antwort sein. Hab Respekt vor den Menschen, den Tieren, dem Leben selbst.

Natürlich kann es immer noch passieren, dass Du Dich in die Nesseln setzt. Vielleicht sogar ordentlich. Aber die Wahrscheinlichkeit dürfte geringer sein. Viel geringer, als wenn Du Dir gar keine Gedanken darum machst.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob der Text, den Du geschrieben hast, respektvoll ist, dann bitte sogenannte Sensitve Readers darum, diesen zu lesen. Sie kennen sich mit der Thematik bestens aus, weil sie häufig das leben, worüber Du schreiben möchtest.

Rede mit ihnen und Du wirst sehr viel erfahren, was Du vorher nicht wusstest. Zum Beispiel möchte ich eine Geschichte rund um eine Band schreiben (das ist jetzt nur ein Beispiel). Glücklicherweise hab ich in meiner Sphäre eine tolle Musikerin. Diese hab ich angefragt, ob sie für mich Zeit hat, um mir ein paar Fragen zu beantworten. Und glücklicherweise hat sie ja gesagt.

Bleib immer nett und höflich und sag offen, was Du möchtest und warum Du die Hilfe brauchst. Und wenn Du nicht weißt, wie Du die Menschen anschreiben sollst, dann schreib genau das. Entschuldige Dich in diesem Fall im Vorfeld, wenn Du selbst das Gefühl hast, dass Du die falschen Worte wählen könntest. Das ist besser, als wenn Du das tatsächlich tust und damit andere verletzt.

Ich will gar nicht über sie schreiben!

Tatsächlich hab ich einen Beitrag gelesen, in der die Verfasserin oder der Verfasser (daran kann ich mich leider nicht mehr genau erinnern) erklärte, warum die Person niemals über marginalisierte Gruppen schreiben würde.

Es ging bei der Argumentation nicht darum, dass die Person Angst hatte oder nicht wusste, wie sie*er das Thema angehen sollte. Schön wäre es. In dem Beitrag stand, dass die Person es nervig fand, dass scheinbar überall Diverse Romane aus dem Boden schossen.

Ganz ehrlich, in solchem Fall kann man nichts machen. Wenn Menschen sich weigern über den Tellerrand zu schauen, dann ist es halt so. Man kann ihnen nur anbieten, ihnen zu helfen. Büchertipps geben, ist auch noch möglich. Oder erklären, warum es wichtig sein kann. Aber ich würde nicht zu viel Energie in diese Diskussionen stecken.

In diesem Fall würde ich lieber meine Energie Personen schenken, die offen für dieses Thema ist. Und wo ich genau weiß, dass ich da etwas bewirken kann.

Abschlussgedanken

Eine kleine Portion Mut, ein Haufen Respekt und Kontakt mit Sensitive Readers und die Wahrscheinlichkeit ist gut, dass Du eine bessere Geschichte schreiben kannst. Natürlich neben Plot und Charakterarbeit und so weiter.

Daher, hab keine Angst vor dem, was Du gerne schreiben möchtest. Leg los und schau dann, dass ihr gemeinsam eine tolle Geschichte daraus macht.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Wie über sie schreiben? – Marginalisierte Gruppen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn man über marginalisierte Gruppen schreiben möchte, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Die Erste ist, dass man einfach schreibt und auf das Beste hofft. Und die Zweite ist, sehr viel Arbeit.

Kurze Vorgedanken

Du willst also über marginalisierte Gruppen schreiben? Und im Idealfall sie auch richtig darstellen. Keine Klischees benutzen, die zu häufig und immer wieder wiederholt werden. Das ist schön. Und kann zugleich auch sehr, sehr harte Arbeit sein.

Erwarte also nicht, dass Du zwangsläufig damit innerhalb weniger Tage fertig bist. Die Arbeit kann durchaus seine Zeit dauern.

Wie man es nicht machen sollte

Sich hinsetzen, einfach über marginalisierte Gruppen schreiben und auf das Beste hoffen, ist vermutlich der schlechteste Weg. Damit riskierst Du, dass Du Klischees und Vorurteile wiederholst, auch wenn Du das vielleicht gar nicht wolltest.

Dank der Medien haben sich bei bestimmten Gruppen Bilder in unseren Köpfen festgesetzt. Da wir nicht wissen können, ob es sich bei diesen “Fakten” um Wahrheiten handelt oder um Lügen, würden wir diese erst einmal ungefiltert weitergeben. Und schon sitzen wir in der Falle.

Wir wiederholen also Lügen und erreichen eigentlich das Gegenteil, was wir ursprünglich wollten. Ich behaupte mal dreist, wenn Du über marginalisierte Gruppen schreiben möchtest, dann, um sie so zu zeigen, wie sie sind. Und nicht irgendwelche kruden Fakten wiederholen, die sowieso nicht stimmen.

Es kann natürlich sein, dass Du richtige Fakten im Kopf hast. Dann kann das natürlich auch gut gehen. Aber ich befürchte, dass wir allesamt erst einmal davon ausgehen können, dass vieles, was in den Massenmedien verbreitet wird (egal über welche Gruppe, solange sie nicht weiß und herrschend ist), nicht unbedingt korrekt ist.

Daher gebe ich Dir hier ein paar Tipps, wie Du es besser machen kannst.

Recherche, Recherche und noch mehr Recherche

Bevor Du den ersten Satz schreibst, solltest Du einiges recherchieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass über bestimmte Gruppen gute Fachliteratur gibt, ist durchaus gegeben. Und viele von den Büchern kannst Du auch in Bibliotheken ausleihen (wenn es darum geht, dass Du kein Geld hast).

Bücher

Wie schon geschrieben, Bücher können eine sehr gute Quelle für Deine Recherche sein. Natürlich kommt es darauf an, wer das Buch geschrieben hat. Daher fängt hier tatsächlich die Recherche an. Doch zumeist dürfte das kein Problem sein. Denn tatsächlich geben sich viele Leute Mühe und erklären, warum ein Fachbuch gut oder nicht so gut ist. Darauf kannst Du dann bauen.

Mit anderen Worten, besorg Dir das eine oder andere gute Buch und arbeite es durch. Damit hast Du schon einmal einen ersten wichtigen Schritt getan.

Dokumentationen

Es gibt Dokumentationen, welche diese Bezeichnung nicht verdient haben, aber so tun, als wären sie eine. Besonders gefährlich ist es, wenn Du Dir die privaten Sender zu Gemüte führst.

Erst letztens habe ich eine sogenannte Dokumentation gesehen, in der eine Person im Rollstuhl wieder das Gehen erlernen möchte (nach einem Unfall). Du kennst sicherlich die Einblenden, wenn der Name genannt wird und darunter ein mehr oder minder intelligenter Satz steht.

In dem Fall war es, dass die Person sich wieder ins Leben zurückkämpft. Bei mir kam es dann so an, als hätte die Person (und irgendwo alle, die in einem Rolli sitzen) kein Leben. Ähm ja, natürlich. Hätten die geschrieben, die Person kämpft sich ins alte Leben zurück, darüber hätte ich mich nicht aufgeregt. Aber so.

Daher meine Empfehlung, verzichte auf solche Dokumentationen. Die sollen nur für Einschaltquoten sorgen, mehr nicht. Achte lieber darauf, dass die Dokumentation wirklich auf den Hintergrund eingehen, kritisch sind, mit den Leuten auf Augenhöhe sprechen. Zumeist erfüllen die öffentlich-rechtlichen Sender durchaus diese Funktion. Nicht immer meisterhaft, aber um einiges besser.

Damit hast Du einen weiteren Baustein für Deine Geschichte.

Echten Menschen folgen

Eine gute und dezente Möglichkeit ist, dass Du echten Menschen in den sozialen Medien folgst. Dort schreiben viele offen und ehrlich über sich, über ihr Leben und was sie ausmacht. Vor allem aber auch, was sie von anderen unterscheidet und sie doch so menschlich macht.

Das ist die kleine Möglichkeit, um sich mit den Menschen in Verbindung zu setzen. Gerade dann, wenn man sich noch nicht traut, sie direkt anzuschreiben oder gar anzusprechen. Gerade dann, wenn Du zu der schüchternen Sorte Mensch gehörst. Da ist es völlig in Ordnung. Für das Erste.

Auf Dauer empfiehlt es sich dann doch, mit ihnen zu reden. Erklär ihnen, was Du vorhast und ob Du diesen Menschen ein paar Fragen stellen darfst. Nach einer guten Vorbereitung solltest Du natürlich einiges Wissen. Daher entfallen unnötige Fragen, die niemanden weiterbringen (oder am Ende gar peinlich sein könnten).

Wenn sie garstig antworten, dann überprüf erst einmal, wie Du die Person angesprochen hast. Manchmal vergreift man sich versehentlich im Ton. Und im Internet ist es unmöglich, auf die Stimme der anderen Person zu achten (außer Du schickst ein Podcast). Wenn Du aber höflich warst, dann lass es gut sein und bitte eine andere Person um Hilfe.

Aber das Gespräch mit Mitgliedern marginalisierter Gruppen ist immer die beste Entscheidung.

Sensitive Readers

Wenn Du Dein Manuskript fertig hast, wird es Zeit, dass Menschen gegenlesen. Zum Thema Lektorat (mit allen Lesestufen) solltest Du hier noch auf die Fähigkeiten von Sensitive Readers zurückgreifen.

Das sind Leser*innen, die selbst zu marginalisierten Gruppen gehören. Daher können sie Deinen Text auf Herz und Niere prüfen, ob Du sie richtig dargestellt hast. Wenn Du also über eine Person in einem Rollstuhl schreiben möchtest, kannst Du eine reale Person im Rolli fragen, ob Du diesen Job gut gemacht hast.

Und wenn nicht, dann nimm Dir die ganzen Anmerkungen zu Herzen und ändere Deine Geschichte.

Wichtiger Hinweis

Selbst wenn Du ein Dutzend Leute fragst, ob sie Deinen Text durchlesen können und alle dem zustimmen, was Du geschrieben hast, es wird jemanden geben, die oder der sich nicht richtig repräsentiert fühlt. Und das ist richtig so. Natürlich wirst Du niemals alle Geschichten und Lebensentwürfe in Deinem Roman abbilden können. Respektiere das und respektiere die Meinung der Person, die sich nicht richtig dargestellt fühlt. Deine dutzend Leser*innen haben genauso recht, wie die Person, die sich darüber beschwert.

Meine Empfehlung ist daher, dass Du in einem Nachwort schreibst, dass Du nur eine mögliche Darstellung geschrieben hast und jede Geschichte anders ist. Und ich würde auch erwähnen, dass Du mit Sensitive Readers zusammengearbeitet hast (frag ruhig nach, ob Du deren Namen erwähnen darfst, wenn nicht, lass es sein 🙂 ).

Bezahlung

Sensitive Readers lesen Deine Texte in ihrer Freizeit. Und letztendlich soll am Ende ein toller Roman dabei herauskommen. Daher kann es durchaus sein, dass die eine oder der andere dafür eine Gebühr verlangt. Ja, ich meine hartes Geld, Euro und so weiter.

Auch wenn das Veröffentlichen eines Buches schon teuer genug ist, ich kann Dir nur empfehlen, diese Investition auch zu tragen. Damit garantierst Du, dass Deine Geschichte um einiges authentischer wird, als wenn Du auf gut Glück und auf Deine Recherche vertraust. Immerhin lesen hier Menschen Deine Geschichte, über die Du schreibst.

Rede mit ihnen. Ihr werdet sicherlich zueinanderfinden.

Abschlussgedanken

Das sind die ersten Schritte, um eine gute Geschichte zu schreiben. Sobald Du anfängst, werden Dir sicherlich noch weitere Möglichkeiten einfallen, wie Du eine authentischere Geschichte verfassen kannst.

Doch je mehr Du Dich in das Thema reinhängst, desto besser kann sie werden. Dabei wünsche ich Dir viel Energie und noch mehr Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Dürfen Autor*innen noch andere Bücher rezensieren?

Dürfen Autor*innen noch andere Bücher rezensieren?

Vielleicht mag diese Frage für Dich ein wenig seltsam lesen, aber letztes Jahr wurde tatsächlich diese Frage mal auf Twitter gestellt. Sofort antwortete ich, warum soll das denn nicht möglich sein. Doch dann kam ein Einwand, dass die Antwort doch nicht so leicht ist, wie man meinen mag.

Rezensionen

Kurze Vorgedanken

Wer Geschichten schreibt, soll lesen. Zumindest ist Stephen King der Meinung, dass man nur gut schreiben kann, wenn man viel liest. Und wenn man viel liest, entwickelt man auch eine Meinung zu den entsprechenden Büchern. Eben diese Meinung möchten einige dann auch kundtun.

Das bedeutet, dass sie auf Onlineportalen die Rezensionen schreiben oder sogar eigene Blogs aufbauen, um diese zu veröffentlichen. Und natürlich, auch Autor*innen, die andere Bücher rezensieren, sind Menschen. Das bedeutet, dass ihnen Bücher gut gefallen und andere nicht. Und wenn sie ehrlich zu ihren Blogleser*innen sind, dann werden sie auch genau DAS schreiben.

Da kann aber schon das Problem beginnen.

Rezensionen

Warum Du rezensieren kannst/solltest

Wenn Du Bücher liest, dann lernst Du automatisch dazu. Natürlich an Erfahrungen, weil Du ein anderes Leben gelesen und für einige Stunden sogar gelebt hast. Aber auch für Dein Schreiben. Du wirst sehen, was andere gut machen und was nicht. Und entweder entscheidest Du für Dich aktiv, dies für Deine Werke zu übernehmen. Oder Du überlegst Dir, für Dich und Deine Arbeit etwas nicht zu machen.

Daher empfiehlt es sich auf alle Fälle, so viel zu lesen, wie Deine Zeit hergibt.

Doch warum solltest Du es dann rezensieren?

Reflektion

Wenn Du eine Rezension schreibst, dann reflektierst Du noch einmal darüber, was Du gelesen hast. Was hat Dir gefallen und was nicht. Du denkst noch einmal nach, was Du gelesen hast und notierst Dir alles.

Eventuell machst Du Dir sogar schon während des Lesens Notizen und denkst darüber in Ruhe nach. Und dann trägst Du alles zusammen, um einen Beitrag zu schreiben. Damit kannst Du für Dich und für andere schreiben, warum ein Buch (nicht) lesenswert ist.

Aber in erster Linie ist die Rezension für Dich gedacht, damit Du selbst weißt, was Dir gefallen hat. Damit lernst Du am meisten. Daher empfehle ich Dir an dieser Stelle, Dir durchaus Notizen zu machen.

Warnung/Empfehlung

Wie oben schon erwähnt, kannst Du natürlich auch Bücher empfehlen oder Leser*innen warnen, bestimmte Bücher zu kaufen. Klar, das ist immer ein persönlicher Geschmack, ob ein Buch gut ist oder nicht. Aber wenn man gut argumentiert, dann kann man erklären, warum Du ein Buch empfiehlst oder den Leuten rätst, die Finger davon zu lassen.

Denn es gibt sie, Bücher die jede*r lesen muss. Und Bücher, die man am besten verbannen sollte (gefühlt). Daher ist es doch in Ordnung, wenn Du genau darüber schreibst.

Das Buch respektieren

Gut, die Überschrift hört sich vielleicht ein wenig albern an, aber lass es mich erklären.

Wenn man ein Buch ausgelesen hat, dann legen die meisten es zur Seite, suchen nach ein neuem Buch und fangen an dieses zu lesen. Dabei entschwindet die gelesen Geschichte und man vergisst schnell, was man gelesen hat.

War die Geschichte auch nicht wirklich einprägsam, kann es sein, dass man nach einigen Tagen noch nicht einmal mehr die Namen der Charaktere sagen kann. Zumindest ist es mir schon einige Male passiert. Bei einem oder zwei Bücher kann ich noch nicht einmal mehr mit Sicherheit sagen, ob ich sie überhaupt gelesen habe.

Wenn Du Dich aber hinsetzt und eine Rezension schreibst, sei es für Dich oder für Dein Blog, dann sieht das ein wenig anders aus. Noch einmal musst Du Dich mit der Geschichte auseinandersetzen und dann bleibt der Roman und die Charaktere in Deiner Erinnerung.

Solltest Du also einige Zeit oder auch Jahre später den Roman oder Dein Rezensionsbuch zur Hand nehmen, bleibt alles um einiges lebendiger. Natürlich nicht so, wie zu der Zeit, als Du das Buch gelesen hast. Aber eher, als wenn Du gar keine Rezension geschrieben hättest.

Und wenn Du die Rezension öffentlich machst, haben alle anderen auch etwas davon.

Unterstützung

Midlistautor*innen oder Selfpublisher*innen bekommen nicht immer die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Dabei sind unter diesen Büchern wahre Perlen dabei.

Daher tut es gut, wenn für Sie Rezensionen geschrieben werden, damit potenzielle Leser*innen auf diese Werke aufmerksam werden. Und solltest Du einen gutlaufenden Blog haben, sieht die Außenwirkung natürlich noch einmal ganz anders aus.

Häufig findet man über Blogs kleine Perlen. Das tut den Autor*innen gut und die Leser*innen freuen sich. Tatsächlich sind viele Leser*innen müde von den ganzen Bestsellerlisten. Sie möchten daher Perlen jenseits von Klischees und Hitlisten lesen. Da kannst Du ihnen durchaus helfen (sofern Du eben diese Bücher liest).

Die Unterstützung kann sehr wertvoll sein. Und eventuell ergeben sich auch Kooperationen zwischen Dir und den Autor*innen. Man weiß ja nie.

Rezensionen

Warum Du keine Rezensionen schreiben solltest

Eigentlich gibt es keine Gründe, warum Du sie nicht schreiben solltest. Aber es gibt Gründe, warum Du sie nicht veröffentlichen solltest. Zumindest, wenn man den Leuten glaubt, die damit sogar entsprechende Erfahrungen gemacht haben.

Einschmeicheln

Wenn ich deutschsprachige Autor*innen gut bewerte und diese Bewertungen noch mit denen teile, könnte man doch auf die Idee kommen, dass man sich bei denen einschmeicheln will. Oder schreiben wir es direkter, man will sich einschleimen.

Häufig lese ich, dass zwischen Blogger*innen und Autor*innen eine besondere Verbindung herrscht. Man kennt sich, man mag sich, man tauscht sich aus. Trifft man sich auf Messen, dann umarmt man sich und hängt miteinander herum. Das finde ich schön. Andere hingegen könnten darauf eifersüchtig reagieren.

Und wenn Autor*innen das tun, dann wollen sie natürlich sich bei den anderen einschmeicheln. Gerade dann, wenn diese erfolgreicher sind, als man noch selbst.

Hochziehen lassen

Wenn ich mich also erfolgreich bei den anderen Autor*innen eingeschleimt habe, dann kommen wir zum nächsten Punkt. Bewege ich mich im Kreise von erfolgreichen Autor*innen, dann komme ich auch mit deren Fans ins Gespräch. So zumindest die mögliche Vorstellung.

Und wenn ich da mal bin, was könnte passieren? Na klar, ich werde empfohlen und meine Bücher werden gekauft. Damit werde ich dann entsprechenden Erfolg haben.

Jetzt kann es bei einigen das Gefühl aufkommen, dass es sich hierbei um ein sehr konstruiertes Beispiel handelt. Aber schau Dich mal im Internet um, wenn zwei Autor*innen miteinander in Kontakt treten. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich gegeneinander empfiehlt, ist dabei sehr groß.

Wenn ich also das von langer Hand vorbereite, dann kann ich auch in diesen Dunstkreis gelangen und entsprechend davon profitieren.

“Du bist ja nur neidisch!”

Die eben genannten Punkte beziehen sich darauf, wenn Du ein Werk gut bewertest. Aber was ist, wenn Dir ein Roman überhaupt nicht gefällt? Und Du es noch wagst, dies öffentlich zu machen?

Natürlich ist es nicht so, dass Du das Buch schlecht bewertet hast, weil es Dir nicht gefallen hat. Wie kommen wir nur darauf? Es liegt nur daran, dass Du neidisch bist. An nichts anderem.

Leider ist es im deutschsprachigen Raum so, dass man kein Werk oder Person negativ kritisieren kann, ohne dass dann gleich der Vorwurf des Neids kommt. Man kann förmlich die Uhr danach stellen.

Wenn Du also ein Buch negativ rezensierst, dann musst Du leider damit rechnen, dass sich irgendwer beschwert. Dabei ist es der Person egal, ob Du Recht hast oder nicht. Immerhin wagst Du es ja, den Liebling der besagten Person zu kritisieren. Das geht nun einmal gar nicht.

Rezensionen

Solltest Du nun schreiben oder nicht?

Natürlich kann man solch eine Frage nicht abschließend beantworten. Für mich selbst spricht sehr viel dafür, Rezensionen zu schreiben, als dagegen.

Natürlich ist es toll, wenn man mit anderen Autor*innen zusammenarbeiten könnte. Oder auch von denen empfohlen zu werden. Darüber will ich nichts Negatives sagen. Aber wenn ich ein Buch rezensieren, dann tue ich es aus eigenem Willen. Und nicht, weil ich mir dafür irgendwelche Vorteile erhoffe.

Und wenn ich ein Buch kritisieren möchte, dann tue ich es, weil ich das Buch nicht gut fand. Ganz bestimmt nicht, weil ich jemanden schlecht machen möchte oder gar neidisch bin.

Ja klar, es gibt Bücher, die würde ich auch am liebsten in der Luft zerreißen. Auch ich bin nur ein Mensch (meistens zumindest). Nur weiß ich mich zu benehmen und halte mich zurück.

Letztendlich musst Du das mit Dir ausmachen. Reicht Deine Leidenschaft dazu, dass Du regelmäßig nicht nur Bücher liest, sondern diese auch rezensieren möchtest (das verlangt ein Buchblog durchaus). Natürlich solltest Du gelegentlich auch mit etwas Gegenwind rechnen.

Aber ansonsten, wenn Du Lust darauf hast, leg doch einfach drauf los. Meine Empfehlung ist ganz klar, wenn Du eine Behauptung aufstellst, solltest Du diese belegen können. Und schreib ganz klar Deine eigene Meinung. Du kannst nur Deinen Geschmack darstellen. Und dieser muss nicht mit meinem übereinstimmen.

Sonst ist es wirklich so, entscheide für Dich, wie Du damit umgehen möchtest. Und dann leg los.

Rezensionen sind wichtig und können auch Spaß machen.
Rezensionen

Abschlussgedanken

Wie geschrieben, es gibt Punkte die dafür sprechen, dass auch Du als Autor*innen Rezensionen schreibst. Und eben, die dagegen sprechen. Auch wenn ich sicherlich noch nicht einmal alle Punkte angesprochen habe.

Auch wenn Du nicht Deine Rezensionen veröffentlichen möchtest, ich kann Dir nur empfehlen, sie trotzdem zu schreiben. Damit reflektierst Du das Buch noch einmal. Vor allem, was Du für Dich und Deine Arbeit übernehmen möchtest und was nicht.

Dabei wünsche ich Dir sehr viel Erfolg

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Wie Du auf Rezensionen (nicht) reagieren solltest

Wie Du auf Rezensionen (nicht) reagieren solltest

Mit diesem Beitrag lehne ich mich so richtig schön aus dem Fenster. Warum? Weil ich mich nur allzu gut kenne und weiß, wie ich reagiere, wenn ich eine schlechte Rezension bekommen würde. Daher ist er für Dich als Ratschlag und für mich als Mahnung gedacht.

Vorgedanken

Weißt Du, was ich Dir wirklich richtig wünsche? Wenn Dein erster Roman veröffentlicht wird, dass Deine allererste Rezension eine ausführliche und wunderbare fünf Sterne Rezension wird. Ausführlich, wohlwollend und auch hilfreich. Und das wirklich in jeglicher Hinsicht.

Denn eins ist sicher, sie wird bald kommen. Sie wartet sogar auf Dich. Im Schatten ruhend. Und sie wird zuschlagen, wenn Du es am wenigsten erwartest: die negative Rezension, die Rezension mit dem Angst Erfüllendem einem einzigen Stern. Oder womöglich ein herzzerreißender Verriss.

Niemals werden alle Leserinnen und Leser Dein Buch lieben. Das ist ein Fakt und sollte uns als Autor*innen nicht stören. Wir schreiben trotzdem weiter, und zwar für diejenigen, die unsere Bücher lieben. Aber es wird halt passieren, dass mal ein*e Leser*in sagt, dass das Buch ihr nicht gefallen hat und dieses nicht gefallen in einer negativen Rezension ausdrückt.

Und der Grund, warum ich Dir wünsche, dass Deine erste Rezension eine sehr ehrliche aber auch Positv ist, ist ganz einfach: Du sollst Dich immer an sie wohlwollend erinnern. Andere Bewertungen kommen und gehen, aber die Erste wird immer einen besonderen Platz in Deinem Leben einnehmen. Das ist ein Fakt. Vielleicht druckst Du sie Dir auch aus und rahmst sie ein. Wer weiß das schon. Und daher wäre es doch schön, wenn sie die glatte Punktzahl hat.

Ich selbst unterteile die verschiedenen Rezensionen nach drei großen Oberthemen:

  • die nichtssagenden Rezensionen,
  • die positiven und/oder ausführlichen Rezensionen
    und
  • die negativ und/oder ausführlichen Rezensionen.

In dem folgenden Beitrag möchte ich Dir diese drei Typen vorstellen und was ich darunter verstehe und wie ich selbst darauf reagieren würde. Und natürlich geht es auch um die Frage, wie könnte man überhaupt auf Rezensionen reagieren, sowie, sollte man auf diese reagieren?

Rezensionen

Die nichts sagenden Rezensionen

Die Positiven

Sicherlich bist Du über Bewertungen gestoßen, die zwischen vier und fünf Sterne vergeben, aber meistens aus einem oder zwei Sätzen bestehen. Diese Beiträge sagen nichts über das Buch aus und sind weder eine Hilfe für Dich als Autor*in, um genauer festzustellen, was Du richtig gemacht hast, noch als Käufer*in, ob sich das Buch wirklich lohnt, erworben zu werden.

Sie haben in etwa folgenden Tenor:

  • Das Buch war total klasse. Ich habe richtig lachen können und die Figuren waren total realistisch und toll.
  • Mir hat das Buch viel Spaß gemacht, leider war es so schnell vorbei.
  • Ich liebe diesen Roman. Der Plot war klasse, die Figuren haben mich zu Tränen gerührt und ich war so schnell durch, ich brauche unbedingt den nächsten Teil.

So oder zumindest so ähnlich sind diese positiven, kurzen Beiträge. Wenn man dafür vier oder fünf Sterne bekommt, natürlich darfst Du Dich deswegen freuen. Aber sei jetzt mal ganz ehrlich, was könntest Du daraus wirklich mitnehmen?

Die Figuren sind toll. Wunderbar. Was aber genau? Ist es der Charakter, ihr Charakterbogen oder das Zusammenspiel von Heldin und Held? Das Mal so als Beispiel genannt. Oder was war denn so realistisch an den Figuren, dass die Rezensentin darüber lachen musste. Oder lachte sie über etwas anderes?

Solche Rezensionen kann man gerne auch Bauchstreichler bezeichnen. Sie kraulen Dir also den Bauch (wie bei einer Katze) und Du kannst dabei gerne schnurren. Aber ich könnte damit nichts anfangen. Denn sie helfen mir gerade Mal, mein Schreiben stabil zu halten. Mehr aber auch nicht. Denn diese Leser*innen sagen mir nicht, was genau ich richtig gemacht habe. Und wenn ein Stern fehlen sollte, was ich da hätte besser machen können. Oder erklären mir nicht, wieso es nur vier Sterne sind. Denn es gibt einige, die nur exzellente Bücher mit fünf bedenken. Aber das kann ich ja schwerlich riechen.

Mögliche Reaktion

Als Dankeschön würde ich ein anonymes Like hinterlassen. Mehr nicht. Einerseits würde es mich freuen, wenn meine Leserinnen und Leser das Buch so gut gefallen hat, dass sie sich entscheiden immerhin einen Dreizeiler zu hinterlassen. Auch das kostet durchaus seine paar Minuten.

Zudem kann ich als Autorin nicht immer erwarten, dass jede Leserin oder Leser sich hinsetzt und eine ausführliche Rezension schreibt. Egal wie sehr wie uns das Wünschen. Daher darf man gerne auch diese Rezensionen mit einem ganz kleinen Dankeschön bedenken. Aber mehr auch nicht.

Die Neutralen und Negativen

Wenn man eine Bewertung mit drei Sternen sieht, dürfte der Schock schon einmal da sein. Auch wenn eine drei Sterne Rezension kein Weltuntergang ist. Man kann sie als neutral einstufen. Aber darüber musst Du nicht verzweifeln.

Zwei und ein Stern, die Welt dürfte dann zusammenbrechen, mindestens. Aber wenn Du sie Dir dann genauer ansiehst, dann siehst Du, dass sie eine ähnliche Tendenz haben, wie die Positiven, von denen Du nichts lernen kannst.

  • Das Buch war nicht das Geld wert, zum Glück habe ich es kostenfrei bekommen.
  • Es war eine absolute Frechheit, es hatte einen schlechten Stil, die Figuren waren absolut unrealistisch und das Ende, nun ja.
  • Kein Wunder, dass das Buch kein Verlag gefunden hat (als Self Publishing Titel).
    alternativ
    Ein Wunder, dass das Buch überhaupt einen Verlag gefunden hat, so schlecht, wie es ist.

Auch hier könnte ich nur schwerlich etwas mitnehmen. Hier hat ein*e Leser*in sich nicht gut unterhalten gefühlt und möchte diesem Gefühl Ausdruck verleihen. Das ist völlig in Ordnung. Aber für Dich nicht gerade hilfreich.

Mögliche Reaktion

Akzeptier diese Bewertungen und freue Dich, dass Du zumindest eine negative hast. Nicht lachen, aber das meine ich tatsächlich ernst. Eine negative Rezension ist erst einmal kein Beinbruch.

Denn häufig ist es so, dass nur vier oder fünf Sterne Bewertungen kein gutes Bild abgeben. Wenn dann doch mal eine schlechte Bewertung auftaucht, dann haben die Leser*innen nicht das Gefühl, dass alle anderen reine Gefälligkeitsrezensionen sind, bzw. sein könnte. Auch wenn Du sie Dir alle ehrlich verdient hast, indem Du niemanden um eine Bewertung batest, so kommt zwischenzeitlich (dank einiger Skandale) doch leider dieses Gefühl auf.

Selbst würde ich mir darüber keine Gedanken machen, sondern einfach weiterschreiben. Kein Gefällt mir und auch kein Gefällt mir nicht. Mag zwar auf dem ersten Blick arrogant wirken, dass man Rezensionen ignoriert. Aber in diesem Fall ist das durchaus in Ordnung. Reg Dich deswegen nicht auf oder tu etwas Dummes deswegen. Was ich meine, liest Du weiter unten.

Die „Was soll das“ Rezensionen

Das Buch wurde ordentlich geliefert, man weiß aber nicht, ob es gut ist, weil man es verschenken möchte. Oder auch, man konnte das E-Book nicht herunterladen und man wurde um das Geld betrogen.

Es gibt sie, die Beiträge, welche das entsprechende Feld mit dem Kommentarfeld für die Verkäuferinnen und Verkäufer verwechselt wurden, bzw. mit dem des Supports. Und seien wir mal ehrlich, was sollen wir bitte schön mit solchen Bewertungen anfangen? Sie meinen ja nicht uns als Autorinnen und Autoren, sondern es dreht sich hier rein um die Kaufabwicklung.

Mögliche Reaktionen

Kurz und schmerzlich ignoriere sie einfach. Sie haben mit Dir nichts zu tun, warum solltest Du Dich also mit ihnen wirklich beschäftigen? Das ist nicht arrogant, sondern lediglich zeitsparend. So einfach ist das.

Natürlich könntest Du durch den Portalbetreiber eine Löschung des Kommentars beantragen lassen. Aber Du könntest auch auf Deine potenziellen Käufer*innen vertrauen, die eine solch sinnlose Rezension von einer sinnvollen Rezension unterscheiden können und nichts darauf geben. In dem Fall brauchst Du Dir nicht zu viele Gedanken machen.

Es stand doch da!

Der Titel spricht Bände, das Cover ist eindeutig, die Beschreibung sagt es klar, die Kategorisierung (wo das Buch einsortiert ist – gut, die kann ignoriert werden), natürlich steht die Leseprobe für sich und auch die anderen Rezensionen bestätigen es. Es ist, zum Beispiel, ein erotischer Roman. Die*der Leser*in kauft das Buch und was für eine Überraschung, es ist ein erotischer Roman.

Und dafür verdienst Du natürlich Minus drei Sterne, immerhin hast Du die*den Käufer*in schamlos getäuscht. Da kann sie nicht anders reagieren.

Mögliche Reaktion

Nachdem Du darüber den Kopf geschüttelt hast, hast Du zwei Möglichkeiten.

  1. Du ignorierst diese Rezension.
    Immerhin hätte die*den Käufer*in sich genauer informieren können. Wenn alles auf ein entsprechendes Genre hinweist, womöglich hast Du sogar geschrieben, dass es ein FSK 18 Buch ist (wie es aktuell bei Büchern amerikanischer Autor*innen gang und gäbe ist), dann kannst Du nichts dafür. Soll sie*er sich doch das nächste Mal bitte besser informieren.
  2. Du antwortest darauf.
    Vermeid aber bitte auf alle Fälle irgendwelche Anschuldigungen oder Beleidigungen. Alles Weitere wie Du Dich verhalten könntest und wie Du es besser nicht machen solltest, kannst Du weiter unten lesen.
    Lies Dir zuerst durch, was für einen Roman die*der Käufer*in erwartet hat. Wollte sie*er eigentlich einen Liebesroman lesen? Dann kannst Du sie doch gerne darauf hinweisen, dass Du ja noch andere Romane hast (sofern dem so ist), vielleicht gibst Du ihr*ihm auch ein Buchtipp, welcher vielleicht eher nach dem Geschmack sein könnte. Und gerne kannst Du bedauern, dass dieses Buch nicht ihren* seine Geschmack getroffen hat.
    So reagierte Emily Bold (laut ihrem Kommentar auf der LLC) auf einen solchen Beitrag. Das Ergebnis war, dass die Kundin die Bewertung abmilderte, das vorgestellte Buch kaufte und diesen sogar positiv bewertete.

Und ja es gibt sie

Es gibt sie durchaus, die Neidrezensionen von Kolleginnen und Kollegen, also anderen Autor*innen. Sie bewerten prinzipiell Dein Buch schlecht, weil sie wohl anerkennen müssen, dass es besser bei den Leser*innen ankommt. Und sie wollen es aus Prinzip schlecht machen.

Sehr häufig verwenden sie Fachwörter wie Lektorat oder Korrektorat und sind durchaus sehr böswillig geschrieben. Aber ein Schema F, wie man sie erkennen kann, gibt es nicht. Wenn Du klare Beweise hast, wer sich dahinter verbergen könnte, sprich die Person an und frag sie, warum sie das getan hat. Aber eine wirklich handhabe hast Du nicht unbedingt dagegen. Denn immerhin könnte es durchaus eine ehrliche Meinung sein und die kann man eben nicht verbieten.

Rezensionen

Die positiven und durchaus ausführlichere Rezensionen

Natürlich ist es eine reine Definitionssache, was hier unter ausführlich gemeint ist. Das können 1.000 Wörter sein, aber auch nur 100 Wörter. Trotzdem kannst Du hier viel mehr mitnehmen, als bei den oben genannten Bauchstreichlern.

Der Unterschied hier ist ganz klar, dass Du nicht nur erfährst, dass der*dem Leser*in Dein Buch gefallen hat, sondern vor allem auch warum. Und darauf kommt es letztendlich an. Sie*Er wird Dir schreiben, dass ihr*ihm die Figuren gefallen haben, weil ihre Charakterzüge realistisch sind, die Dialoge spritzig und der Plot durchaus nachvollziehbar ist.

Sie*er wird sich vielleicht ebenfalls nicht die Mühe machen und eine extrem ausführliche Rezension schreiben. Aber Du wirst auf alle Fälle mehr mitnehmen, als Du es bei den oben aufgeführten Beiträgen zusammen könntest.

Mögliche Reaktion

Ehrlich gesagt, ich würde mir diese Rezension definitiv ausdrucken und analysieren. Denn das sind die Beiträge, auf die ich als Autorin nur hoffen kann. Immerhin hast sich da jemand Mühe gemacht und Dir aufgezeigt, was Du gut gemacht hast. Finde genau das heraus und überlege Dir, ob Du das wirklich erreichen wolltest.

Wenn ja, dann bleib dabei und überlege Dir, wie Du diese positiven Punkte auch bei Deinem nächsten Roman erreichen kannst. Wenn Du das jedoch nicht wolltest, dann überlege Dir, ob es Dir nicht doch gefällt und Du dabei bleibst. Oder es zukünftig änderst. Lies Dir dazu durchaus Deine eigene Geschichte durch und überprüfe das, was Du da erreicht hast.

Ob Du jetzt hier unbedingt eine Antwort schreiben sollst oder nicht, darüber diskutieren wir unten weiter.

Rezensionen

Die ausführliche negative Rezension

Das Schreckensgespenst einer jeden Autorin und eines jeden Autors. Irgendwann wirst Du einen bestimmten Buchanbieter aufrufen, nach Deinen Büchern (oder anders ausgedrückt, nach Deinen Babys) schauen und sehen, dass die fünf vollen Sterne auf einmal an Farbe verloren haben. Du rufst die Bewertungen auf und siehst, jemand hat Dein Baby mit zwei oder gar nur mit einem einzigen Stern bewertet.

Unverschämtheit!

Eins ist klar, früher oder später wird dieser Tag kommen. Und meine klare Empfehlung ist, am besten wappnest Du Dich innerlich auf diesen „besonderen Tag“. Denn wenn Du damit rechnest, ist diese Enttäuschung nicht ganz so groß, als wenn Du der festen Überzeugung bist, dass die schlechteste Rezension gerade mal drei Sterne sein dürfte.

Aber egal ob Du damit rechnest oder nicht, halte Dich zurück, bevor Du in irgendeiner Art und Weise reagierst. Notfalls entspann SOFORT Deine Muskeln. Denn, um wütend zu sein, musst Du angespannt sein. Wenn Du aber sofort die Muskeln entspannst, verpufft regelrecht die Wut. Das habe ich einige Male ausprobiert und war selbst überrascht, dass es so gut funktioniert.

Dann lies Dir in aller Ruhe die Rezension noch einmal durch. Wenn ich aufgebracht bin, dann lese ich Dinge in Texte hinein, die gar nicht dastehen. Denn immerhin wagt es ja jemand mich zu kritisieren, also ist der Text eine reine Kampfansage. Doch wenn ich einmal kurz durch die Wohnung laufe und dann zurück an den PC kehre, um mir noch einmal den Text durchzulesen, merke ich, dass es gar nicht so schlimm ist, wie ich es beim ersten Mal geglaubt habe.

Daher nutze die Gelegenheit des Internets und lese Dir die Rezension durchaus ein zweites Mal durch. Was will Dir die Autorin oder der Autor mit dieser Rezension sagen? Was hat ihr*ihm nicht gefallen, dass sie*er der Meinung ist, Dir solch eine schlechte Rezension zu schreiben? Immerhin ist das ja auch eine Art der Kontaktaufnahme und nicht nur ein Versuch Dich niederzumachen (auch wenn es sich vielleicht anfühlt).

Das ist die Gelegenheit, um Dein Werk noch einmal kritisch zu beurteilen. Ist der Plot wirklich so schwach, wie die*der Rezensent*in behauptet? Oder hat sie*er eventuell einen anderen kritischen Blick. Oder sind die Charaktere wirklich so oberflächlich beschrieben? Hättest Du Dir noch mehr Mühe geben können, um dieses harte Urteil abzuwenden?

Notfalls hole Dir Hilfe von Leuten, die Dein Buch kennen, und frage sie, wie sie die Kritik sehen. Ideal ist es natürlich, wenn Du Leute fragst, die nicht zu den Heavyfans gehören, also diejenigen, die alles von Dir lesen, Hauptsache es ist von Dir. Die sind nicht kritisch genug dabei und können Dir also nicht helfen.

Sei aber nicht ZU selbstkritisch. Es kann sein, dass die Leserin oder der Leser auch die Sache selbst extrem kritisch gesehen hat und daher Dir das so mitteilen wollte. Ich sehe es als wichtig an, dass Du Dich auch mit einer negativen Rezension auseinandersetzt. Es gibt aber Punkte, die sind den Leser*innen sehr wichtig, Dir aber nicht. Wenn Du sie also nicht übernehmen möchtest, dann mache es nicht. Weißt Dich aber eine Leserin, ein Leser auf etwas Gutes hin, dann übernehme es wieder herum.

Es kommt immer auf den Inhalt der Kritik an, was Du damit letztendlich machst.

Rezensionen

Deine Reaktion auf Rezensionen

Es gibt die verschiedensten Meinungen, ob man überhaupt auf Rezensionen reagieren soll oder nicht. Dabei ist es egal, ob diese auf einem gewissen Onlineportal veröffentlicht werden oder auf Bücherblogs.

Die einen reagieren auf jede Rezension, während die anderen sagen, in der Zeit könnte ich einen neuen Roman geschrieben haben, in der ich zu allem ein Kommentar abgebe. Dann gibt es Leute, die nur auf gute Rezensionen reagieren und andere nur auf negative. Und das kann auch wieder in den falschen Hals gelangen.

Reagierst Du nur auf Gute, heißt es, Du ignorierst die kritischen Stimmen. Wenn Du aber nur auf die Negativen reagierst, sehen da wieder, dass Du eine schlechte Rezension nicht ertragen kannst.

Wie Du siehst, egal wie Du es machst, Du machst es sowieso falsch. Also mach es auf alle Fälle, wie Du es selbst für richtig hältst.

Überlege Dir also heute schon einmal, ob Du überhaupt auf Rezensionen reagierst und wie Du es machen willst. Nur auf Bücherblogs oder überall (was natürlich schwierig wird, weil Du aller Wahrscheinlichkeit nicht alle mitbekommen wirst, die geschrieben werden). Oder hältst Du es wie die Verlagsautorinnen, genieß die Rezensionen und schweigst.

Das absolute No-Go

Es gibt aber etwas, was Du niemals machen solltest. Und ich meine das wirklich niemals. Auch wenn es Dir in den Fingern juckt und Du gerne die Leute auf den Mond schießen würdest, aber jetzt kommen ein paar Punkte, von denen Du trotzdem Abstand halten solltest. Mindestens ein ganzes Sonnensystem Abstand.

Selbst wenn die*der Rezensent*in Dich als dilettantische*n Autor*in, als ein Missgeschick der Natur oder was auch immer bezeichnen sollte, beleidige niemals zurück. Niemals! Wenn Beleidigungen fallen, dann kannst Du gerne eine Strafanzeige überprüfen, aber verfalle niemals auf ein solches Niveau.

Und auch sonst beleidige niemals irgendeine Leserin oder einen Leser. Du schießt Dir damit nur ein Eigentor. Ich habe das schon zwei oder drei Mal erlebt, dass Autorinnen und Autoren die Rezensentin beleidigt und angegriffen haben. Das war nicht unbedingt förderlich für die entsprechenden Autorinnen und Autoren. Ganz im Gegenteil. Häufig verbünden sich die Leser*innen und unterstützen die angegriffene Person. Und schlimmstenfalls kann es noch passieren, dass andere aus Prinzip Dein Werk schlecht bewerten. Einfach deswegen, weil Du Dich daneben benommen hast.

Bei anderen Autor*innen kann es dann einfach passieren, dass man deren Bücher nicht kauft. Denn es kann ja sein, dass die Bücher einer ebenfalls nicht gefallen und man möchte das eventuell auch negativ bewerten. Dann muss man ja auch mit einem sogenannten Shitstorm rechnen. Das macht dann keinen Spaß und man hält sich damit zurück. Unter anderem dann auch mit dem Kauf.

Eine weitere blöde Idee ist es, wenn Du Deine Fans in die Spur schickst. Sei es, dass Du sie bittest, die Bewertung runter zu voten, die*den Rezensent*in anzugreifen oder bitte ganz viele positive Beiträge zu schreiben. Das zeugt einfach von keinem guten Stil.

Am besten ist, dass Du die negative Rezension akzeptierst. Atme tief durch, respektiere die Meinung der anderen Menschen und schreib weiter. Alternativ kannst Du auch Kekse backen.

Natürlich kannst Du die Bewertung analysieren, es kann ja trotzdem was Brauchbares dabei sein. Sollte sie Dich aber nur Aufregen, schließ das Fenster und schreib Deinen nächsten Roman. Alles andere ist Zeitverschwendung.

Rezensionen sind wichtig, die Reaktion darauf manchmal sogar noch wichtiger.
Rezensionen

Abschlussgedanken

Ich wünsche Dir natürlich ganz viele ehrliche Rezensionen, die Deine Bücher für die anderen interessant machen und die Deiner Seele streicheln. Aber früher oder später müssen wir uns alle mit dem Thema negative Kommentare halt auseinandersetzen. Und das solltest Du spätestens mit der Phase der Veröffentlichung berücksichtigen.

Überlege Dir, ob Du überhaupt Rezensionen kommentieren möchtest oder es lieber lässt. Es ist ganz Dir überlassen. Aber es ist immer gut, wenn Du dabei Deinen eigenen Weg findest.

Ich weiß aber nicht, wie ich mich verhalten soll

Es gibt da eine ganz einfache Möglichkeit eine Entscheidung zu treffen: Lies gar keine Rezensionen. Punkt.

Ansonsten, alles Liebe für Dich.

Deine frau schreibseele.

Warum sind Rezensionen wichtig?

Warum sind Rezensionen wichtig?

Warum sind Rezensionen wichtig?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vielleicht hast Du es schon mitbekommen, wer ein Buch veröffentlicht, bekommt häufig den Rat, sich zeitnah um die ersten Rezensionen zu kümmern. Doch warum ist das so? Kann man nicht abwarten, dass die Rezensionen nach und nach eintrudeln?

Schauen wir uns das Thema genauer an.

Kurze Vorgedanken

Idealerweise hat Dein Roman am Tag der Erscheinung die eine oder andere Rezension auf den bekanntesten Verkaufsplattformen aufzuweisen. Damit erhöhst Du die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Roman eher verkauft wird.

So zumindest die gängige Meinung. Und diese Meinung hat durchaus was. Was es genau ist? Darüber möchte ich mit Dir in diesem Beitrag sprechen.

Rezensionen

Rezension vs. Rezession

Nur, um ganz sicher zu gehen, es gibt tatsächlich Leute, die vermutlich versehentlich die Rezension (die Bewertung eines Buches, zum Beispiel) mit der Rezession (Abschwung in der Konjunkturphase) verwechseln. Zwischen beiden Punkten gibt es himmelsweite Unterschiede.

Es gibt einige Leute, die diese Verwechslung noch mit Humor nehmen. Andere hingegen sehen dies schon fast als Beleidigung. Daher empfehle ich Dir, den Unterschied zu kennen und immer nach einer Rezension zu fragen.

Das sei aber nur am Rande erwähnt.

Rezension

Warum sind Rezensionen nun wichtig?

Ein Buch ohne Rezensionen ist so gut wie unsichtbar. Das ist zumindest die einhellige Meinung, wenn man viele Expert*innen fragt, warum denn Rezensionen wichtig sind.

Daher empfehlen sie, dass eben zum Erscheinungstag die ersten Rezensionen auf den Verkaufsplattformen, den Literaturblogs und/oder Bücherplattformen zu finden sind.

Dazu gehört natürlich auch eine gewisse Vorplanung. Immerhin musst Du die richtigen Menschen erreichen, um die gewünschten Rezensionen zu erhalten. Doch darum dreht sich der heutige Beitrag nicht.

Im Folgenden möchte ich Dir daher die Gründe aufzählen, die unter anderem als Begründung dienen, warum Rezensionen wichtig sind. Legen wir daher einfach mal los.

Sichtbarkeit

Wenn ich nach Bücher bei einer gewissen Verkaufsplattform suche, achte ich nicht nur auf den Titel oder das Cover. Automatisch scanne ich auch nach den entsprechenden Sternen. Also den Rezensionssternen. Um genau zu sein, gibt es überhaupt schon Sterne und wie gut wird das Buch bewertet.

Tatsächlich habe ich schon Bücher entdeckt, die vor einigen Jahren veröffentlicht wurde und noch keine einzige Rezension haben. Da frage ich mich schon automatisch, wie das kommt. Haben sich die Autor*innen keine Mühe und entsprechend Werbung für ihr Werk gemacht? Oder ist es so schlecht, dass es tatsächlich niemand bewerten wollte?

Auch wenn Letzteres vielleicht nicht wahrscheinlich ist (es gibt immer Leute, die ihre Bücher bewerten, egal ob es gut oder schlecht ist, andererseits gibt es Menschen, die Bücher nicht bewerten, wenn sie nicht mehr als drei Sterne geben können). Doch hat ein Buch keine einzige Bewertung, ist es sehr gut möglich, dass die Leute einen gewissen Bogen um das Werk machen.

Erst recht, wenn das Buch schon länger online ist. Und ja, ich gestehe, einigen dieser Bücher habe ich auch keine Chance gegeben. Es waren aber zumeist Sachbücher. Da hab ich eher den Büchern vertraut, die schon Bewertungen hatten.

Orientierung

Es dient auch zur Orientierung für Deine Leser*innen. Je besser ein Werk bewertet wird, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass es gekauft wird. Besonders gut kommen durchaus ausführliche und (gefühlt) ehrliche Rezensionen an.

Unter gefühlt meine ich, dass sich die Rezension nicht so liest, als handelt es sich hierbei um eine Gefälligkeitsrezension. Oder auch um Gekaufte. Die kommen überhaupt nicht gut an. Und schlimmstenfalls wirst Du als Autor*in dann sogar abgestraft.

Die Wahrscheinlichkeit, dass deine zukünftigen Leser*innen Dein Buch dann kaufen, ist um einiges größer. Das gilt teilweise auch für negative Rezensionen.

Nicht lachen, aber es gibt einige Menschen, die ein Buch aufgrund einer gut geschriebenen negativen Rezension durchaus kaufen. Sie möchten sehen, ob die Meinung so stimmt, oder ob das Buch doch besser ist, als die Rezension vermuten lässt.

Wenn Deine Leser*innen die Wahl zwischen zwei Büchern haben, können gut geschriebene Rezensionen den Ausschlag geben. Manche werden sich vielleicht beide Bücher kaufen. Aber das ist nicht immer garantiert.

Wertvolle Hinweise

Das Buch ist veröffentlicht und eigentlich möchte man mit dem Schreiben und der Überarbeitung abschließen. Trotzdem kann es in den Rezensionen immer noch wertvolle Hinweise geben, wie man das Buch hätte besser schreiben können.

Sind die Charaktere zu flach? Kommt das Ende zu schnell? Sind die Dialoge einfach zu unrealistisch? Selbst wenn man mit einem Lektorat zusammengearbeitet hat, bedeutet das noch lange nicht, dass das Buch wirklich gut ist.

Selbst wenn Du diese Hinweise nicht in Deinem aktuellen Werk einfließen lassen möchtest, für Deinen nächsten Roman sind sie wertvoll. Denn hier bekommst Du gratis von (hoffentlich) vielen Leser*innen Feedback, wie Deine Geschichte ankommt.

Dieses Feedback kannst Du dann benutzen, um Deine nächste Geschichte noch besser zu machen. Immerhin lernen wir ein Leben lang. Das gilt auch für das Schreiben.

Daher meine Empfehlung: Sehe Feedback nicht als persönlichen Angriff an. Auch wenn die Meinung ein wenig harscher geschrieben wurde. Atme einmal tief durch, mach einen Sparziergang um den Block und backe ein paar Kekse. Aber reagiere bitte gelassen auf das Feedback und lerne daraus. So gewinnst Du auf mehreren Ebenen.

Motivation

Seien wir doch mal ehrlich, wenn den Leser*innen gefällt, was wir Schreiben, dann motiviert es uns doch. Meine Geschichte kommt gut an. Also macht es mir noch einmal mehr Spaß die nächste zu Schreiben.

Dabei ist es komplett egal, ob ich eine Serie schreibe oder Einzelromane. Der aktuelle Roman kam gut an. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich den nächsten kaufen werden, ist dadurch gewachsen.

Natürlich ist es wichtig, dass Dein nächster Roman genauso gut, wenn nicht sogar besser wird, als Dein Letzter. Nur so behältst Du Deine Fans. Aber wenn Du positive Rückmeldung bekommst, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass das passieren kann.

Ego streicheln

Und klar, seien wir ehrlich, wer sich positiv über unsere Werke äußert, streichelt gleichzeitig unser Ego. Damit meine ich wirklich das Ego streicheln, dass wir doch so genial sind, wie wir es die ganze Zeit gehofft und geglaubt haben.

Wenn Du also eine gute Rezension bekommst, genieße sie einfach. Druck sie Dir sogar aus, Rahme Deine erste fünf Sterne Rezension ein. Was auch immer Du machen möchtest, mach es.

Erstens, es wird das sowieso niemand sehen. Außer natürlich Du lädst jemand zu Dir ein und hast die Rezension prominent an die Wand gehängt. Aber das ist was anderes. Und Zweites, Du musst niemanden davon erzählen. Was in Deiner Wohnung passiert bleibt auch in Deiner Wohnung.

Rezensionen

Rezensionen nutzen

Wie oben schon beschrieben, kann man die Rezensionen nutzen, um daraus zu lernen und das eigene Ego ein wenig zu streicheln. Und das ist durchaus legitim. Autor*innen sind auch nur Menschen. Daher würde ich das nicht verurteilen.

Aber man kann das auch auf andere Art und Weise nutzen. Und zwar für Dein Marketing.

Rezensionen teilen

Wenn jemand Dein Buch bzw. Deine Bücher rezensiert hat, dann ist es eine tolle Möglichkeit, diese Rezension auf Deine Social Media Kanälen zu teilen. Damit lässt Du natürlich andere an Deinem Erfolg teilhaben. Und häufig freuen sich die anderen für Dich, wenn Du eine tolle Rezension bekommen hast.

Damit machst Du natürlich in erster Linie Werbung für Dich. Zugleich aber auch für die*der Rezensent*in. Diese Person hat in der eigenen Freizeit sich hingesetzt und nicht nur Dein Buch gelesen, sondern auch noch dazu eine Rezension geschrieben. Das ist nicht selbstverständlich.

Daher zeigst Du Deine Wertschätzung, wenn Du die Rezension teilst. Dabei ist es egal, ob diese auf einer Verkaufsplattform, einem Blog oder einer Buchplattform veröffentlicht wurde. Und zugleich machst Du auf Dich aufmerksam. Immerhin zeigst Du, dass da jemand Deine Geschichte gut fand.

Negative Rezensionen teilen

Oben erwähnte ich es bereits, es gibt Leute, die Bücher aufgrund einer negativen Rezension kaufen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass es notwendig ist, eine negative Rezension zu teilen, oder?

Wenn es eine gut geschriebene Rezension ist, dann kannst Du diese auch durchaus teilen. Natürlich gehört dazu eine gewisse Überwindung. Das stimmt durchaus. Aber damit beweist Du durchaus Größe.

Denn vor einiger Zeit hatte sich ein*e Autor*in über zu wenig Sterne für den eigenen Roman aufgeregt. Das ging durchaus durch Twitter und viele schüttelten den Kopf. Wenn Du also auch eine nicht ganz so positiv ausgefallene Rezension teilst und dazu stehst, dann kommt das durchaus gut an.

Rezensionen

Abschlussgedanken

Es ist abhängig von der Person, welche Gründe Du für Dich auswählst, warum Rezensionen wichtig sind. Der Hauptgrund, damit Du sichtbar wirst und letztendlich auch Deine Verkäufe dadurch angekurbelt werden, ist natürlich ein wichtiger Hauptgrund.

Daher sollte in Deiner Planung, wie Du Dein Buch am besten vermarktest, dazu gehören, so schnell wie nur möglich an Rezensionen zu kommen. Wie Du dann mit denen umgehst, das werden wir uns noch einmal genauer anschauen.

Bis dahin, wünsche ich Dir viel Spaß beim überlegen, wie Du Rezensionen generierst. Und natürlich auch beim Schreiben.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

(D)Ein Ideenbuch

(D)Ein Ideenbuch

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vielleicht gehörst Du ja auch zu denen, die sich vor lauter Ideen gar nicht retten können. Oder Du hast nur ab und an eine Idee und befürchtest, dass Du die Feinheiten vergessen könntest. Dann ist ein Ideenbuch durchaus etwas für Dich.

Kurze Vorgedanken

Es kann schneller passieren, als man schauen kann. Während man an einem aktuellen Projekt arbeitet, haben viele Autor*innen schon unzählige Ideen für die nächsten hundert Romane.

Dabei geht es nicht darum, ob diese Ideen tatsächlich gut sind. Sondern es geht mir eher darum, dass diese Ideen mich erst einmal beim Schreiben hindern. Denn sie brüllen mich regelrecht an und behaupten, sie seien ja so toll. Viel toller als das, was ich gerade schreibe. Sie wollen quasi Aufmerksamkeit.

Also geben wir ihnen diese Aufmerksamkeit. Nur nicht so, dass wir uns auf das nächste Projekt stürzen.

Was ich nicht erwähne

In diesem Beitrag könnte ich erwähnen, welche Notizbücher sich eignen oder welche Stifte Du verwenden könntest. Da ich in der kommenden Woche noch etwas zum Bullet Journal schreibe, werde ich mir erlauben, diese Punkte auszulassen. Zumal ich mir denke, dass Du zwischenzeitlich weißt, was Du brauchen könntest und was nicht.

Trotzdem erwähne ich ein oder zwei Dinge zu meinem Ideenbuch. Aktuell arbeite ich mit einem kleinen Notizbuch, welches liniiert ist. Und ganz unter uns, ich finde es gelegentlich frustrierend. Daher kann ich Dir nur empfehlen, dass Dein Ideenbuch etwas größer ist und eventuell Blankoseiten hat. Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht.

Ansonsten schaust Du einfach, was Dir am ehesten zusagt.

Wozu ein Ideenbuch?

Wie oben schon geschrieben, kann es immer passieren, dass man neue Ideen kriegt, während man an einem Projekt schreibt. Jetzt gibt es die Möglichkeit, dass man das aktuelle Projekt beiseiteschiebt und an der neuen Idee arbeitet. Aber dann taucht um die Ecke wieder eine neue Idee auf, die ja noch toller ist und der Kreislauf beginnt wieder von vorne.

Auf Dauer ist das keine gute Idee.

Und glaub mir, ich spreche da aus eigener Erfahrung. Wenn ich mir kurzfristig was notiere, ist das in Ordnung. Solange ich nicht auf Dauer an dem neuen Projekt arbeiten möchte.

Daher ist es für mich auf Dauer besser, wenn ich mir die Ideen notiere. Eben in einem Ideenbuch. Diese sind dann nicht verschwunden. Aber sie lassen mich danach in Ruhe. Denn ich habe ihnen Platz gegeben, sich zumindest kurzweilig auszubreiten. Und danach geben sie bei mir Ruhe.

Wenn ich die Idee also notiert habe, dann kann ich mich wieder voll auf mein aktuelles Projekt konzentrieren. Bis zur nächsten Idee.

Aufbau einer möglichen Doppelseite

In meinen Ideenbüchern arbeite ich immer auf Doppelseiten. Da muss ich mich nicht einschränken und kann gegebenenfalls auch etwas dazu schreiben, falls mir später was einfällt, was noch interessant sein könnte.

Die Idee bekommt dann zumindest eine grobe Überschrift. Das kann auch nur das Genre sein oder was die Charaktere ausmacht. So heißt eine Idee einfach “Fantasy, Pirat“.

Auf den Seiten notiere ich mir dann alles, was mir zu dieser Idee einfällt. Manchmal ist das noch nicht einmal viel. Trotzdem ist es mir wichtig, dass ich alles aufschreibe, was ich habe. Gelegentlich benötige ich mindestens die Doppelseiten, wenn nicht sogar noch mehr.

Du kannst natürlich alles aufschreiben. Aber es ist auch möglich, Deine Ideen zu zeichnen, Dinge einzukleben, oder was auch immer Dir zusagt. Wichtig ist nur, dass Du am Ende weißt, was Du damit anfängst. Niemand sonst muss mit Deinen Notizen etwas anfangen können.

Eine Doppelseite ist zu wenig

Gelegentlich kann es passieren, dass eine Doppelseite zu wenig ist. Daher plädiere ich durchaus dafür, dass Dein Notizbuch groß genug ist. Oder zumindest, dass es keine Linien hat, an welche Du Dich sklavisch hältst (immerhin haben wir ja alle in der Schule gelernt, dass man auf der Linie zu schreiben hat).

Allein mit dem freien Schreiben kannst Du den Platz Optimaler nutzen. Zusätzlich hast Du ein ganzes Notizbuch zur Verfügung, in der Du Deine Ideen regelrecht ausbreiten kannst.

Wenn die Doppelseite nicht reicht, suchst Du Dir einfach die nächste Doppelseite aus. Meine Empfehlung ist aber, dass Du auf der Ursprungsseite eine Notiz machst, dass es eben weiter geht.

Und zwar mit Nummern und Pfeilen. Nehmen wir an, Du hast eine Doppelseite beschrieben (Seite 6 und 7). Die ist nun voll und auf den Seiten 16 und 17 hast Du noch mehr zu dieser Idee geschrieben (die Seiten dazwischen sind mit anderen Ideen gefüllt). Dann würde ich auf den Seiten 6 und 7 einen Pfeil nach rechts machen und die Seitenzahl darin notieren, wo es weiter geht (also einer dieser dicken Blockpfeile).

Da der Pfeil nach rechts geht, weiß ich automatisch, dass ich auf der rechten Seite blättern muss, um weitere Sachen zu finden. Auf den Seiten 16 und 17 hingegen zeichne ich einen Pfeil nach links und notiere die Seiten 6 und 7. Damit weiß ich, dass dort ebenfalls was zu finden ist.

Auf diese Weise findest Du einfach schneller den Überblick, wo Du was findest. Neben dem Inhaltsverzeichnis.

Alternativen zu den Pfeilen

Natürlich kannst Du auch mit Klebchen arbeiten und alle gemeinsame Ideen mit der gleichen Farbe markieren. Oder mit dem gleichen Motiv. Da gibt es genügend Material da draußen, um auch die kreativste Seele zu beruhigen.

Darauf kommt es letztendlich nicht an. Sondern darauf, dass Du mit Deinem System klar kommst. Egal wie dieses aussieht. Und natürlich, dass es Dir Spaß macht.

Und dann?

Wenn es so weit ist, dass Dein aktuelles Projekt beendet ist und Du Dich auf das nächste stürzen möchtest, nimmst Du Dir Dein Ideenbuch vor. Vielleicht hast Du schon ein Projekt, an dem Du unbedingt als Nächstes arbeiten möchtest. Oder Du bist spontan und schaust nach, was Dich anspricht.

Solltest Du ein buntes Ideenbuch haben, könnte es sich wie ein kleines Album anfühlen, während Du die Seiten durchblätterst. Dann kannst Du Dir ansehen, was Du im Laufe für Ideen gesammelt hast.

Es ist klar, dass manche von denen nie zu einer Geschichte taugen werden. Vielleicht als Szene, aber auch das gilt nicht für alle. Sei ehrlich zu Dir und entscheide hier ganz klar, was Dich gerade anspricht und was nicht. In einem Jahr könnte das alles nämlich noch einmal anders aussehen.

Du kannst Dir auch gerne Notizen machen, warum Dich etwas anspricht oder nicht. Oder Du entscheidest aus dem Bauch heraus. Dann notierst Du Dir alles, was Du geschrieben hast, in Deinem Programm und arbeitest dann damit. Dabei kann es passieren, dass aus den alten Ideen noch einmal etwas komplett Neues wird.

Sei offen und schau Dir an, was am Ende daraus wird. Sehr wahrscheinlich wird nicht viel von der Ursprungsidee übrig bleiben.

Abschlussgedanken

Wie oft Du Dein Ideenbuch fütterst, ist komplett Dir überlassen. Manche notieren sich jeden Tag etwas, andere hingegen nur dann, wenn sie wirklich eine gute Idee haben (oder meinen, eine zu haben).

Wichtig finde ich nur, dass Du Dir tatsächlich alles notierst, was Dir in dem Moment wichtig erscheint. Und wenn Du ein paar Tage, Wochen oder noch später etwas Neues dazu einfällt, schreibst Du es ebenfalls auf. Am Ende musst Du vielleicht sogar weniger am Plot oder an den Charakteren arbeiten, als wenn Du Dir die Sachen nicht notiert hättest.

In dem Sinne, leg los und hab Spaß dabei.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

(D)Ein Kreativbuch

(D)Ein Kreativbuch

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nachdem wir uns Dein mögliches Notizbuch angesehen haben, möchte ich Deiner möglicherweise übersprudelnden Kreativität einen Raum geben. Zumindest dann, wenn Du das Gefühl hast, dass Du vor lauter Kreativität platzen könntest.

Frau Schreibseele und das Kreativbuch

Kurze Vorgedanken

Wenn Du eher zu den Leuten gehörst, die sich auf eine Sache konzentrieren können oder sich für wenige Dinge interessieren (so etwas soll es tatsächlich geben), könnte Dich dieser Beitrag vielleicht weniger interessieren. Trotzdem lade ich Dich ein, diesen durchzulesen. Vielleicht enthält er trotzdem ein paar Inspirationen für Dich.

Gehörst Du aber zu den Leuten, die vor lauter kreativen Ideen regelrecht platzen, hab ich da eine Idee für Dich. Aber vorab ein wichtiger Hinweis. Im Folgenden schreibe ich nicht von Ideen für Geschichten jeglicher Art. Dazu gibt es nächste Woche einen Beitrag. Hier geht es um kreative Ideen aller Arten.

Kurze Erklärung: Was verstehe ich unter kreative Ideen?

Schriftsteller*innen können sich natürlich nur auf das Schreiben konzentrieren. Aber manche von uns haben dann noch Ideen für ein Bild oder für eine Skulptur oder für Schmuck oder fürs stricken, nähen, sticken. Sie brauchen sich nur umsehen und schon platzt wieder die Ideenkiste. Und das alles unter einem Hut zu bringen, kann manchmal sehr schwer sein.

Unter kreative Idee verstehe ich tatsächlich alles, was man zum Thema Kreativität haben könnte. Dabei ist das Gebiet hierbei völlig egal. Theoretisch könntest Du das Schreiben hier ausschließen und Dich nur noch auf die anderen Gebiete konzentrieren.

Natürlich kannst Du Dein Kreativitätsbuch anders verstehen. Wichtig ist, dass Du für Dich entscheidest, wie Du es führen möchtest – sofern Du eines brauchst.

Was ist nun ein Kreativitätsbuch?

Unter einem Kreativitätsbuch verstehe ich ein Notizbuch, das mit kreativen Ideen gefüllt ist. Du kannst Bilder einkleben, Notizen machen, gerne selbst Bilder malen oder Proben einkleben.

So bin ich per Zufall in über ein Onlineshop gestolpert mit schönen Anhängern aus Fimo. Theoretisch könnte ich die mir natürlich kaufen. Aber ich könnte mich auch hinsetzen und meine eigene Version basteln, wenn ich dazu Lust habe. Also drucke ich mir die Bilder als Beispiele aus und klebe sie in mein Kreativitätsbuch ein.

Oder wenn Du ein Stück gehäkelt hast, um es als Probe für ein späteres Werk zu benutzen, kannst Du es einkleben. Natürlich wird das Buch dadurch dicker. Zugleich wird es aber ein Zeugnis Deiner bisherigen Arbeit. Und da lohnt es sich durchaus, wenn der Rücken mal platzt.

In Deinem Kreativitätsbuch darf alles rein, was Dich fasziniert. Klar kannst Du auch Ideen für Deinen nächsten Roman reinschreiben. Das würde ich selbst nur nicht machen, um den Platz nicht zu vergeben. Gerade dann, wenn Du viele Ideen hast, könnte aus Deinem Kreativitätsbuch am Ende ein Ideenbuch werden. Das würde ich daher doch trennen.

Materialliste

Zum einen brauchst Du nicht viel, um Dein Kreativbuch zu beginnen. Und gleichzeitig kann Deine persönliche Materialliste endlos lang sein. Hierbei kommt es in erster Linie darauf an, was Dich persönlich interessiert und wie Du Dein Buch führen möchtest.

Und wenn Du heute Dich für eine bestimmte Materialliste entscheidest, kann sich das für Dein nächstes Kreativbuch wieder total ändern. In dem Sinne sei gerne offen für alles, was Du in einem gut geführten Bastelladen findest.

Das Kreativbuch

Natürlich brauchst Du etwas, wo Du Deine kreativen Ideen einfügst. Es kann ein Buch sein, aber es können auch Einzelseiten sein, die Du am Ende zu einem Buch zusammenfügst.

Wichtig ist nur, solltest Du mit Klebstoff oder Farbe arbeiten (besonders mit Wasserfarben oder Ähnliches), empfiehlt es sich, dass Du dickes Papier nimmst. Damit meine ich schon mindestens 180 Gramm Papier und dicker. Die Seiten werden sich aller Wahrscheinlichkeit auch bei sehr dickem Papier wellen. Aber zum einen nicht so stark und vor allem, die Farben oder der Klebstoff bluten nicht durch. Somit kannst Du die andere Seite ohne Probleme benutzen.

In Kreativläden wirst Du sicherlich fündig werden. Eventuell hältst Du nach Büchern Ausschau, die für das Art Journaling geeignet sind.

Zubehör

An Zubehör gibt es keine Grenzen, außer die, die Du Dir selbst setzt. Das kann daran liegen, dass Dir etwas nicht gefällt oder Du noch nicht weißt, wie Du mit dem Material umgehen kannst. Hier gibt es die Möglichkeit der Experimente. Einfach ausprobieren. Niemand muss Dein Kreativbuch sehen. Also ist es in Ordnung, wenn Du mal die eine oder andere Seite versaust.

Du kannst Farben verschiedener Arten verwenden. Also Buntstifte, Filzstifte, Aquarellstifte und so weiter. Alternativ auch Wasserfarben, Aquarellfarben und was es noch so gibt. Und ja, es ist auch möglich, Schminke zu benutzen. Eines meiner ersten Bilder (das Gesicht einer Frau) hab ich mit Schminke und Lippenstift ausgemalt. Es sah tatsächlich sehr gut aus.

Und natürlich kannst Du Bilder, Glanzbilder oder Zeitungsausschnitte verwenden. Sticker, Coverideen und was auch immer. Wenn Du so etwas verwendest, solltest Du Dir auch guten Bastelkleber gönnen. Und dafür einen Pinsel, mit dem Du gut arbeiten kannst.

Was Du darüber hinaus verwendest, liegt an Dir, das sollte nur ein kleiner Einblick sein, was möglich ist. Vermutlich wird sich Deine Sammlung nach und nach erweitern, wenn Du einmal anfängst, mit einem Kreativbuch zu arbeiten.

Doch warum ein Kreativbuch?

Natürlich weiß ich nicht, wie es bei Dir so ist, daher schreibe ich aus meinen eigenen Erfahrungen. Es gibt Phasen, da kann ich unheimlich viel Schreiben. So viel, dass mir am Ende die Finger wehtun.

Doch dann ist es manchmal notwendig, dass ich mich mit etwas anderem beschäftige. Das kann ein Wollprojekt sein oder eben mit einem Kreativbuch.

Damit lade ich meine Batterien wieder auf und beschäftige mich für eine gewisse Zeit mit etwas anderem. Danach hab ich wieder die nötige Energie, um mich auf das Schreiben zu konzentrieren.

Andererseits hab ich sehr viele Ideen im Kopf. Das betrifft nicht nur das geschriebene Wort, sondern auch das gemalte Wort. Und das möchte ich entsprechend für mich festhalten. Manchmal kann sich daraus noch mehr entwickeln, als ich ursprünglich geplant habe.

So hab ich mal ein Bild gemalt, was mich zu einer möglichen Reihe inspiriert. Das war eine spontane Idee und die möchte ich nun nach und nach dann als ein Projekt umsetzen.

Zusätzlich kann ich auch Ideen auf andere Ebene visualisieren. Wenn ich ein Bild sehe und es mich anspricht, möchte ich es häufig für mich interpretieren. Und daraus kann dann am Ende tatsächlich auch eine Marketingidee werden.

Gerade im Bereich Marketing kann solch ein Kreativbuch etwas besonderes sein. Denn Du kannst Dich damit individuell von anderen Autor*innen abheben, ohne Dich quasi anstrengen zu müssen. Und das kann ein Vorteil für Dich sein.

Mit anderen Worten, es spricht durchaus viel für ein Kreativbuch.

Die erste Seite

Die erste leere Seite kann durchaus beängstigend sein. Man möchte gleich von Anfang an perfekt sein und hat Angst, die Seite zu versauen. Zumindest ergeht es mir so.

Hier kommt die gute Nachricht. Wenn Du die eine Seite versaust, dann blätterst Du einfach auf die nächste um. Dort kannst Du komplett neu anfangen. Es ist also nichts Schlimmes daran.

Wie bei einer ersten Fassung Deines Romans gibt es hier kein richtig oder falsch. Selbst wenn Dir das Werk am Ende nicht gefällt, hat es Dich sicherlich etwas gelehrt. Und wenn es zumindest der Umgang mit den Materialien ist.

Eine gute Möglichkeit ist, wenn Du den Hintergrund mit Farbe bemalst. Damit ist die Angst vor der weißen Seite häufig schon einmal genommen. Und je nach Farbwahl und Hintergrundmuster kann es schon sein, dass Du erste Inspirationen bekommst, was Du mit der Seite anfangen möchtest.

Durch die Musterung der Farbe hab ich ein ganz tolles Bild hinbekommen, obwohl ich nicht unbedingt die beste im Zeichnen von Gesichtern bin. Da war ich aber sehr stolz auf mich. Einfach das Bild auf Dich wirken lassen. Es wird Dir schon zeigen, was es dort alles zu finden gibt.

Abschlussgedanken

Gerade wenn Du Dich nicht kreativ fühlst, könnte solch ein Buch vielleicht hilfreich sein. Es ist nicht nur für Bilder gut. Du kannst auch einfach Dinge einkleben, die Dich faszinieren und Du festhalten möchtest. Oder Du schreibst Texte auf, die Dich gerade beschäftigen.

Alles ist möglich, solange es Dir gefällt. Das Wichtige ist nur, setz Dir keine Grenzen. Sei einfach offen, was Du möchtest. Und dann sieh zu, wie Dein Kreativbuch wächst und wächst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Kreativität.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele


(D) Ein Notizbuch

(D) Ein Notizbuch

(D)Ein Notizbuch

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es empfiehlt sich durchaus für Dich als Autorin oder als Autor, in irgendeiner Art und Weise ein Notizbuch zu führen. Daher lasse ich Dich mal in meines blicken und schreibe Dir, wie ich mein Notizbuch führe. Vielleicht ist da die eine oder andere Idee für Dich, die Du gerne übernehmen möchtest.

Vorbemerkung

Notizbücher finde ich selbst schon fast überlebenswichtig. Anders könnte ich mit den ganzen Ideen nicht merken, die ich sonst so habe. Zwar nutze ich nicht immer alle Ideen, die ich selbst zu einer Geschichte habe. Einige davon vergesse ich, andere sind schon überholt, nachdem ich sie aufgeschrieben habe. Es gibt verschiedene Gründe, warum mich eine Idee irgendwann nicht mehr reizt. Aber zumindest habe ich sie mir notiert. Und wer weiß, wenn ich jetzt die Idee nicht für einen Roman nutze, kann es sein, dass diese für eine andere (Kurz-)Geschichte wiederum gut ist.

Vorneweg kann ich Dir aber schon einmal empfehlen, schaff Dir ein Notizbuch durchaus an. Und vor allem, hab diesen immer dabei. Wobei es zum Notizbuch auch alternativen gibt, die ich Dir in den kommenden Wochen noch vorstellen werde.

Ausgangsmaterialien

Um ein Notizbuch als Autor*in zu führen, benötigst Du nur wenige Grundmaterialien. Du benötigst mindestens

  • ein Notizbuch
  • ein Stift Deiner Wahl (zum Beispiel Füller, Kugelschreiber, Bleistift, womit Du am besten klar kommst).

Alle weiteren Punkte, die ich jetzt aufführe, sind optional. Du kannst sie benutzen, musst es aber nicht.

  • Klebestift bzw. Klebestreifen
  • Buntstifte oder Filzstifte
  • Zusätzliches Papier (aus entsprechenden Schreibblöcken)
  • Drucker, um etwas auszdrucken (und dementsprechend natürlich ein PC)
  • weitere Materialien Deiner Wahl

Dein individuelles Notizbuch

Es ist im Grunde genommen egal, was für ein Buch Du nutzt, um Deine Notizen festzuhalten. Hauptsache es sagt Dir zu und es ist zweckdienlich. Früher war ich ein großer Fan von Moleskine. Zwischenzeitlich neige ich eher zu Leuchtturm 1917. Was Dir also heute zusagt, könnte durchaus morgen ersetzt werden. Mach Dir nichts draus und schau Dich ruhig regelmäßig in Papierwarengeschäften vorbei. Du wirst sicherlich fündig werden.

Mir ist wichtig an einem Notizbuch, dass ich es jederzeit einpacken kann, um es überall mitzunehmen. Denn es könnte immer sein, dass ich gerade eine Idee habe und mir denke, wo kann ich es niederschreiben. Natürlich auch auf ein Stück Papier. Oder in meinen Handy. Aber wenn ich eine Zettelsammlung am Ende habe, macht das auch kein Spaß mehr, sich durchzuwühlen und am Ende landen sie wohlmöglich in der Ecke und dann habe ich nichts davon. Und ich schaue nicht immer in mein Handy, um mir die Ideen irgendwie zu überspielen oder gar zu notieren.

Ein Inhaltsverzeichnis

Meine Empfehlung ist ganz klar, arbeite mit einem Inhaltsverzeichnis. Es mag am Anfang noch alles sehr übersichtlich sein und Du wirst alles schnell finden. Aber irgendwann, gerade ab dem zweiten Notizbuch, kann es passieren, dass Du nicht mehr weißt, wo Du was notiert hast. Und dann wird es anstrengend genau die eine Information zu suchen, die man aktuell braucht.

Beim Schreiben kannst Du noch mit Lückenfüllern arbeiten. Aber wenn Du bei der Überarbeitung bist, möchtest Du sicherlich so langsam alles festziehen. Und dann ist es sicherlich toll, wenn Du die eine Information findest. So hatte ich mal einem Charakter einen etwas komplizierten Namen gegeben. Da ich diesen auf verschiedenen Medien festgehalten habe, konnte ich am Ende diesen nicht mehr finden, da ich damals noch kein vernünftiges Ordnungssystem hatte.

Meine Inhaltsverzeichnisse fange ich immer auf der letzten Seite an. Denn ich kann nicht sagen, ob ich nur eine Seite oder vielleicht sieben brauche. Und wenn ich diesen am Anfang beginne, kann es sein, dass mir dann einfach der Platz für eine ausführliche Notiz über den Inhalt fehlt. Und ehrlich gesagt, dafür bin ich schlichtweg zu faul.

Die Notiz sieht im groben etwa so aus:

  • Charktername – Idee – Seite
    oder
  • Szene – Geschichte – Seite

Oder was auch immer ich mir gerade notiere. Immer wenn ich eine Seite beschreibe, nummeriere ich sie, damit ich mein Inhaltsverzeichnis aktualisieren kann.

Egal wie Du Dein Inhaltsverzeichnis führst, idealerweise führst Du eines und weißt mit einem Blick, was sich auf den Seiten befindet. Du kannst auch eine ganz kurze Zusammenfassung zum Inhalt schreiben. „Charakternotiz zu XY, warum er XX liebt.“

Eine alternative Idee

Aktuell arbeite ich mit einer alternativen Idee, wie man das Notizbuch einteilen kann. Mein Projekt hat drei wichtige Hauptcharaktere. Daher habe ich die ersten 150 Seiten für diese drei Charaktere reserviert (also jeweils 50 Seiten). Der Rest benutze ich für meine Plotideen und für weitere Charaktere, die ich eventuell einbauen möchte.

Auf diesen Seiten lasse ich mich in erster Linie nur zu dem Charakter oder zum Plot aus. Dass ich dann häufig auch etwas zum Volk (es handelt sich um eine Fantasygeschichte) schreibe oder zu wichtigen anderen Charakteren, kommt häufiger vor.

Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass ich eine Information aufschreibe und sie in meiner Textwüste verloren geht. Eben, weil ich nicht mehr so detaillierte Inhaltsverzeichnisse notiere. Entweder ich verwende große Überschriften, sowie Zwischenüberschriften oder ich muss mir was anderes einfallen lassen.

Seitenaufbau

Das ist jetzt eine Sache, die ich bei meinem Tagebuch angefangen und daher in meinen Notizbüchern übernommen habe. Ob Du es für Dich übernehmen möchtest oder nicht, liegt völlig an Dir. Und zwar klebe ich auf einer Doppelseite noch weitere Papiere ein, damit ich auf einer Stelle alle wichtigen Notizen zusammenhabe. Dann schlage ich nur eine Doppelseite auf und sollte im Idealfall alles dort finden, was ich zu einer Szene, einem Charakter oder was auch immer geschrieben habe.

Wie gehe ich dabei vor? Dazu muss ich erwähnen, dass diese Methode bei mir am besten mit größeren Moleskinenotizüchern funktioniert. Sicherlich bei den anderen auch, aber da habe ich es selbst noch nicht ausprobiert.

Auf dem karierten Papier im Notizbuch zähle ich immer fünf Kästchen Richtung Mitte ab und zeichne einen Rand. Dafür benutze ich kein Lineal, reine Faulheit. Dieser Rand bleibt bei mir frei, damit ich dort noch Blätter oder Bilder rankleben kann. Gerade Charakterbilder finde ich persönlich immer gut, da ich so ein mögliches Bild von der Figur habe.

Dann gebe ich dem Beitrag einen eindeutigen Titel. Zum Beispiel „Ideen zum Bösewicht <Name>“.  Oder worüber ich auch gerade schreiben möchte. Und dann schreibe ich alles auf, was mir aktuell wichtig ist.

Aber wie geschrieben, ob Du das übernimmst, ist völlig Dir überlassen.

Meine Notizen

Immer wenn ich eine Idee zu einer Geschichte, Szene oder Figur habe, reserviere ich dem Ganzen eine Doppelseite. Dann schreibe ich den Namen der Figur als Beispiel darüber und notiere dann zukünftig alles, was mir zu dieser Figur einfällt. Dann ist alles an einer Stelle versammelt und muss nicht im kompletten Notizbuch suchen, wo ich was geschrieben habe.

Wobei ich nicht zwei Sachen miteinander vermische. Wenn ich als zu meiner Figur eine Szene schreibe, dann wechsle ich doch zu einer neuen Doppelseite. Das wäre sogar für mich zu unübersichtlich. Und ich bezeichne mich durchaus als Chaoskönigin.

Immer dann, wenn Du eine Idee hast, und sei sie noch so klein, solltest Du sofort zu Deinem Notizbuch greifen und aufschreiben. Denn Ideen können leider schneller weg sein, als es Dir lieb ist. Das hat übrigens nichts damit zu tun, dass die Idee schlecht war. Häufig ist das eine Gehirnsache. So habe ich zwischenzeitlich schon öfters gelesen, dass das Gehirn Sachen dann vergisst, wenn es denkt, dass es sich erledigt hat.

In dieser Hinsicht empfehle ich Dir, konsequent zu sein. Egal wo Du bist und egal wie viel oder wenig Du Zeit hast. Notier Dir auf alle Fälle ein paar Stichpunkte, damit Du immer etwas hast, worauf Du später zurückgreifen kannst.

Meine Szenen zu einem aktuellen Projekt

Es kann immer sein, dass ich unterwegs bin und gerade eine Idee für eine Szene habe. Diese Ideen ich mir dann in Gedanken aus und versuche diese dann zeitnah zu notieren. Das bedeutet nicht, dass sie auch wirklich in der Geschichte unterkommt. Es kann auch sein, dass ich einfach nur eine Szene schreibe, damit der Roman bei mir aktuell bleibt.

Und wenn die Ausarbeitung der Szene mehr Platz benötigt, als mir die Doppelseite hergibt, klebe ich schon mal DIN-A5 Papier ein, damit ich dort weiterschreiben kann (siehe weiter oben). Da kann es schon einmal passieren, dass ich mehrere Blätter übereinander klebe. Damit ich das Geschriebene nicht überklebe, bekommt das Papier ebenfalls ein Rand von mir und da schreibe ich nichts rauf.

Klar kann es dadurch unordentlich werden, aber das beruhigt meine kreative Ader und ich genieße diese Art von Schreiben. Aus diesem Grund bleibe ich halt dabei.

Szenenübungen

Wenn ich ein Bild sehe oder eine Geschichte lese, springen mir manchmal Szenen in den Kopf. Daher versuche ich das Bild auszudrucken, damit ich etwas in der Hand habe, und klebe es in mein Notizbuch ein. Und zu diesem Bild schreibe ich dann eine Szene.

Einerseits verwende ich diese Texte als Übung, damit ich sehe, wie ich das Beste aus einer Szene herauslocken kann. Denn ohne Schreiben wird man nicht besser. Andererseits kann das auch der Anfang einer neuen Geschichte sein, an der ich zukünftig arbeiten kann. Man sollte niemals unterschätzen, was sich am Ende in einem solchen Notizbuch so sammelt.

Charakterimpressionen

Wenn ich an einem neuen Charakter arbeite oder mit der Motivation einer Figur Probleme habe, mit der ich gerade arbeite, dann überlege ich mit dem Stift in der Hand, wo das Problem sein könnte. Auch wenn ich versuche meine Figuren sehr genau kennenzulernen, kann es immer passieren, dass sie sich während des Schreibprozesses ändern. Und das bedeutet für mich herauszufinden, was da passiert ist und wohin die neue Reise geht.

Manchmal stellt sich heraus, dass die Figur sich nur leicht entwickelt hat, manchmal auch sehr tief greifend. Und diese Dinge finde ich nicht immer am PC heraus, sondern eher, wenn ich mit dem Stift auf die Reise gehe. Hier werde ich nicht abgelenkt und kann jederzeit auch mal hin- und herspringen. Das tut mir gut.

Kurzgeschichten

Manchmal überkommt mich die Lust, an einer Kurzgeschichte zu schreiben. Du kannst die Kurzgeschichte sowohl als Schreibübung sehen, als Möglichkeit, um Deinen Charakter kennenzulernen oder auch für Dein Marketing. Denn diese Geschichten kannst Du dann abschreiben und als kleines Geschenk an Deine Leser*innen weiterreichen.

Oder Du lässt die Geschichte einfach in Deinem Notizbuch verstauben. Auch das ist natürlich möglich.

Szenenanalyse

Eine Möglichkeit als Autor*in besser zu werden, sind andere Bücher bzw. deren Szenen zu analysieren. Wo wären die Informationen dann am besten aufgehoben, als im eigenen Notizbuch. Denn es soll ja nicht nur ein Ort des Planens sein, sondern auch des Lernens.

Schreibe daher Deine Wunschszene ab, die Du näher kennenlernen möchtest. Das kann per Hand sein, aber auch per PC. Alternativ kannst Du es auch kopieren. Dann druckst Du die Sache aus und notierst Dir dann alles, was Dir auffällt. Das kann die Satzstellung sein, das kann die Wortwahl sein, wie die Autorin oder der Autor etwas beschreibt. Und alles, was Dir auffällt und zu dieser, für Dich, genialen Szene geführt hat. Oder auch, warum Du diese Szene persönlich als nicht so gelungen findest.

Du kannst danach versuchen selbst eine Szene zu schreiben, um zu sehen, ob Du das Gelernte sofort umsetzen kannst. Das kann natürlich einige Übung erfordern, aber wenn Du siehst, wie es andere machen und das übernimmst, was Dir gefällt, sieht die Sache dann anders aus. Du lernst aus der Theorie und der Praxis.

Alternativ kannst Du die Szene so umschreiben, wie Du sie selbst in Deinem Buch verwendet hättest. Gerade dann, wenn sie Dir nicht gefallen hat.

Achtung: Auch wenn Du Szenen überarbeitst und umschreibst, darfst Du sie noch lange nicht veröffentlichen. Davon rate ich Dir dringend ab, solange man noch erkennt, dass es nicht zu einhundert Prozent Dein eigenes Werk ist. Solltest Du das tun, handelt es sich hierbei um ein Plagiat. Und das ist kein Kavaliersdelikt. Bestenfalls bekommst Du nur eine Strafe und musst Dein Buch einstampfen. Schlimmstenfalls strafen Dich Deine Fans ab. Damit kannst Du dann Deinen guten Ruf sehr schnell ruinieren.

Plotten und Planen

Natürlich gehören alle Ideen und Ausarbeitungen zum Plot Deiner aktuellen oder auch zukünftigen Geschichte in Dein Notizbuch. Ich glaube, ohne diese Elemente wäre ein Notizbuch schlichtweg unvollständig.

Momentan arbeite ich gerne mit der Heldenreise. Daher notiere ich mir zu jedem der zwölf Schritte meine Gedanken und was ich aus den Tarotkarten herauslese. Mit diesen Informationen plotte ich meine Geschichten so gut, wie es möglich ist. Am Ende überarbeite ich die Fakten dann noch einmal am PC und am Ende schreibe ich natürlich dann die Geschichte.

Und immer, wenn ich zu einem der Schritte noch eine Idee habe, natürlich wird diese notiert. Das Erinnern an die Ideen darf nicht dem Vergessen zugeworfen werden. Zumindest gebe ich mir Mühe damit.

Marketing

Auch wenn ich noch keine Geschichte fertig habe, mache ich mir jetzt schon Gedanken, was für Marketingmöglichkeiten ich nutzen kann. Dazu gehören natürlich auch Werbematerialien, Aktionen und alles, was mir so spontan einfällt. Es ist schön und gut, dass ich an meinem Roman arbeite und erst dann wirklich über Werbemittel nachdenken kann, wenn er fertig ist.

Aber wenn ich erst anfange, wenn alles fertig ist, darüber nachzudenken, ist es auch ziemlich knapp. Daher nutze ich jetzt alle Möglichkeiten für die kreativen Ideen und schaue auch gerne mal bei den anderen Autorinnen und Autoren hin, was sie so machen. Dabei möchte ich die Ideen nicht 1:1 zu kopieren. Denn wir sind alle unterschiedlich und haben alle unseren eigenen Kopf. Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht von ihnen lernen kann.

Also notiere ich mir, was ich als Marketingstrategie anwenden könnte oder auch, welche Werbemittel ich nutzen möchte. Dann schreibe ich diese auf und in welchem Zusammenhang ich das nutzen kann. Und zu guter Letzt auch, wo ich die Sachen herbekomme.

Gerade Letzteres mag vielleicht eher kontraproduktiv sein, weil ich vielleicht noch ein oder zwei Jahre brauche, um meinen Roman zu veröffentlichen (ich will erst einmal einige Geschichten auf Lager haben, bevor ich das nächste Abenteuer angehe). Bis dahin können die Seiten alle offline sein. Aber es kann auch sein, dass sie bis dahin noch existieren und mein Computer wieder zu Bruch gegangen ist. Daher nützt mir meine Lesezeichenliste nicht immer.

Weitere Möglichkeiten

Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Du Dein Notizbuch führen kannst. Meiner Meinung nach kommt es darauf an, was Du daraus am Ende machst oder machen willst. Lass Dich von mir nur inspirieren. Vielleicht willst Du ja keine Marketingideen notieren oder Szenen schreiben. Das ist völlig in Ordnung. Es ist Dein Notizbuch und damit ist es auch Deine Entscheidung.

Ich gebe zu, einige der Punkte habe ich bisher noch nicht so umgesetzt, wie ich es hier notiert habe. Im Grunde genommen hat mich mein eigener Beitrag selbst zu einigen Punkten inspiriert, die ich nun selbst umsetzen werde (nicht lachen, ist wirklich so).

Dein digitales Notizbuch

Es mag sein, dass Du mit den handschriftlichen Notizen überhaupt nichts anfangen kannst. Das ist völlig in Ordnung. Dann finde Dein Weg, wie Du Dir die Notizen digital machst.

Wenn Du ein Smartphone hast, dann lade Dir ein Schreibprogramm herunter, wo Du alles notieren kannst, was Dir so einfällt. Es gibt gute und vor allem kostenfreie Apps, mit denen Du jederzeit arbeiten kannst. Manchmal lohnt es sich, eine kostenpflichtige App zu installieren, bei den Schreibprogrammen hat mich aber bisher noch keine dieser Apps wirklich gereizt.

Schreibe auch hier in einer eigenen Datei, was Dir immer einfällt. Also eine Datei für einen Charakter, eine Datei für das Schreiben einer Szene, Geschichtsideen und was auch immer Dir wichtig ist.

Und natürlich, vergib eindeutige Namen. In einem handschriftlichen Notizbuch kannst Du noch hin- und herblättern. In einem Ordner kann es durchaus nervig sein, wenn Du andauernd nach etwas suchen musst. Auch wenn Du aller Wahrscheinlichkeit eine Suchfunktion in der App hast (was aber nicht immer garantiert ist). Zumindest würde mich das absolut nerven. Daher vergib eindeutige Namen und dann findest Du alles schneller. Und wenn möglich, sortier alle Ideen für ein Projekt, auch in einem entsprechenden Ordner.

Wenn Du mit Word-Dateien arbeitest, empfehle ich Dir hier auch das Gleiche. Es ist zwar am PC leichter, auch mal wichtige Daten aus dem Internet zu kopieren und einzufügen. Aber wenn Du alles Charakteranalyse oder Szenenübung nennst, dann wird es durchaus sehr unübersichtlich.

Ansonsten empfehl ich Dir, mit Scrivener zu arbeiten. Mit diesen kannst Du ein Projekt anlegen, indem Du alle Ideen zu einem Projekt sammelst und diese dann in Ordner organisieren. Damit kannst Du Unterordner für die Genres anlegen, die Du verwenden willst, dann einen Ordner anlegen, der ein Projektname von Dir bekommt und zu guter Letzt kannst Du dann einzelne Schreibdateien anlegen, mit denen Du dann arbeiten kannst.

Abschlussgedanken

Ein Notizbuch kann eine Quelle der Kreativität für eine Geschichte sein. Alles, was Dir zu einem Thema einfällt, kannst Du hier notieren. Zugleich kann es auch eine Quelle der Frustration sein, wenn Du nicht eine gewisse Ordnung hast. Wie diese aussieht, ist vollkommen Dir überlassen. Wichtig ist nur, dass Du damit am Ende arbeiten kannst.

Mein Vorschlag ist, probiere es aus und sieh, was am Ende es für Dich hergibt. Es muss ja am Anfang kein teures Notizbuch sein. Hauptsache es ist eines, mit dem Du Dich wohlfühlst. Denn, wenn Du ein Notizbuch kaufst, was Du nicht magst, wirst Du es nicht verwenden. Und dann könntest Du fälchlicherweise auf die Idee kommen, dass diese Methode nicht für Dich arbeitet.

Sei offen und probiere es einfach aus.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Polyamore Fiction

Polyamore Fiction

Hei, hallo und herzlich willkommen,

der letzte Beitrag in dieser Reihe dreht sich um einen Beziehungstyp, der nicht nur in Fiction vorkommt, sondern auch in der realen Welt. So hat sich ein australisches schwules Paar tatsächlich scheiden lassen, um eine polyamore Beziehung zu beginnen. Warum auch nicht?

Kurze Vorgedanken

PolyamorieGeschichten zu diesem Thema habe ich zuerst in amerikanischen Büchern gefunden. Und das dann auch aus dem Gay-Bereich. Bisher habe ich noch keine polyamore Geschichten mit anderen Konstellationen gesehen. Das bedeutet aber nicht, dass es sie nicht gibt. Und vor allem bedeutet es nicht, dass Du das nicht schreiben kannst.

Daher schauen wir uns heute diesen möglichen Beziehungstyp etwas genauer an.

Was ist eine polyamore Beziehung?

Polyamorie ist eine Beziehungsform, in der eine Person mehr als eine weitere Person lieben kann. Und das wird nicht über eine Affäre gelebt, sondern in einer festen und stabilen Beziehung. Hier sind alle beteiligten Personen eingeweiht und stimmen dieser Konstellation zu.

Meine Empfehlung ist, ließ Dir den oben verlinkten Beitrag durch, der sehr aufschlussreich ist. Daher werde ich mich im weiteren Verlauf auf die Bedeutung im fiktionalen Bereich konzentrieren.

Denn hier wird die polyamore Beziehung als eine Dreibeziehung beschrieben. Das bedeutet, dass mindestens drei Menschen (theoretisch können es auch mehr sein) sich finden und gemeinsam eine Beziehung eingehen. Und zwar alle mit allen. Also, Figur A liebt Figur B und C. Figur B liebt A und C. Und Figur C liebt A und B.

Damit wird die Idee, dass ein Mensch mehr als einen anderen Menschen liebt weiter auf die Spitze getrieben. Denn die Personen müssen akzeptieren, dass die beiden Menschen die sie*er liebt, ebenfalls jemand anderen liebt. Zwar führen sie eine gemeinsame Beziehung, aber man steht, im Gegensatz zu einer monogamen oder polyandren bzw. polygamen Beziehung, nicht im Mittelpunkt der anderen Person.

Per se ist das nicht schlimm. Da wir aber mit dem Bild einer monogamen Beziehung aufgewachsen sind, erfordert das durchaus ein individuelles Wachsen und Reifen. Immerhin könnte dabei auch Eifersucht entstehen. Und die muss akzeptiert und überwunden werden.

Diese Beziehung in Deinem Roman

PolyamorieWenn Du es jetzt faszinierend findest, darüber tatsächlich zu schreiben, dann gilt auch hier, dass Du Dir ein paar Fragen stellen solltest. Denn hier hast Du nicht nur das Konzept, dass ein Mensch zwei andere Menschen liebt. Sondern alle drei Menschen (oder wie viele Du auch immer in die Beziehung stecken möchtest) haben miteinander eine Beziehung. Und im Idealfall sollten sie auch nicht eifersüchtig aufeinandersein, sodass die Beziehung auf Dauer hält.

Wie sehen sich die Personen in der Beziehung selbst?

Jeder Mensch hat ja ein bestimmtes Bild von sich selbst. Wie sieht es mit Deinen Charakteren aus? Wie sehen sie sich selbst überhaupt als Mensch. Und dann, wie in diese Beziehung. Fühlen sie sich wohl, zurückgesetzt oder möchten sie dominieren? In Deiner Geschichte kannst Du einige negative Gefühle durchaus in diese Konstellation holen. Immerhin wollen wir ja, dass es erst einmal spannend wird. Erst am Ende kann das alles überwunden werden und für sie ein Happy End geben – sofern Du das möchtest.

Definiere also das Selbstbild und das Beziehungsbild. Vermutlich lassen sich hier schon die ersten Konflikte für eine spannende Geschichte finden.

Wie kommen sie zusammen?

PolyamorieAuch hier gilt es, wie kommt Dein Trio zusammen? Waren sie zuerst zu zweit und dann kam eine dritte Person hinzu? Ist das dynamisch gewachsen? Oder war es erst eine polyandre/polygame Beziehung, die sich zu einer polyamoren entwickelt hat? Es gibt hier viele Möglichkeiten, die Du wählen kannst. Wichtig ist, dass zumindest Du weißt, wie sie zusammengekommen sind.

Natürlich kannst Du die Informationen auch in Deinem Roman einbauen oder die Geschichte erzählen. Hauptsache, sie passt dazu.

Wie reagiert die Umwelt darauf?

Wenn Dein Trio zu den Schwiegereltern gehen und sagt, dass sie nun zu dritt vögeln, wie werden sie darauf reagieren? Manche sind dafür offen, andere hingegen dürften zumindest vom Stuhl fallen.

Je nachdem, in was für eine Welt Du Deine Geschichte ansiedelst, kann eine solche Beziehung normal sein oder so unnormal, dass Deine Liebende sogar um ihr Leben fürchten müssen. Das entscheidest letztendlich Du selbst. Wenn Du entscheidest, dass die Beziehung in der Welt normal ist, musst Du darauf nicht so viel Energie aufwenden, als wenn es nicht so wäre. Dann könnte es spannend werden, wenn Du darstellst, wie sie unter der Ausgrenzung durch die anderen Leiden.

Daher finde ich es hier wichtig, dass Du zeigst, in was für einer Gesellschaft wir uns in Deiner Geschichte befinden. Und auch, wie sie auf eine solche Beziehung reagieren.

Die sexuelle Komponente

Am Ende läuft es sehr wahrscheinlich darauf hinaus, dass viele Autor*innen ihre drei oder auch mehr Charaktere gemeinsam ins Bett schicken. Das kannst Du natürlich machen. Es ist aber auch möglich, dass sie ab und an zumindest, monogamen Sex genießen. Wie Du es am Ende hältst, muss die Geschichte entscheiden. Wichtig finde ich nur, dass man weiß, wer was macht.

Häufig lese ich Szenen mit monogamen Sex (also mit nur zwei Personen). Und da habe ich manchmal schon Probleme zu wissen, wo die zwei sich befinden. Daher könnte es zumindest theoretisch mit einer Dreierkonstellation noch etwas komplexer werden. Meine Empfehlung ist ganz klar, beschreib genau und lass jemanden darüber lesen die*der da sehr kritisch ist. Wenn sie*er es nicht versteht, solltest Du Dir zumindest überlegen, da noch einmal nachzubessern.

Alle Konstellationen sind möglich

PolyamorieZwar sind schwule polyamore Geschichten momentan am bekanntesten, genauso wie die F/MM Geschichten. Das bedeutet aber nicht, dass es hier enden muss. Du kannst auch ein Mann und zwei Frauen in eine Beziehung nehmen. Drei Frauen. Oder was für Geschlechtertypen Du auch immer gerne zeigen möchtest. Nichts ist unmöglich.

Sei daher durchaus mutig und zeig, was möglich ist.

Abschlussgedanken

Sicherlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie Du Deine Charaktere in eine Beziehung stecken kannst. Die hier Vorgestellten dürften sicherlich die bekanntesten sein. Daher, tob Dich aus und gib Deiner Geschichte noch einen gewissen Schuss an Besonderheit. Solange die Geschichte gut ist, darfst Du Dich diesbezüglich austoben.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele