Verlagsautor*innen versus SPautor*innen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

sie sitzen da, Stunde um Stunde, ringen mit den Sätzen, Formulierungen, einzelnen Wörtern. Schauen auf den Kalender, schauen auf die Uhr, denn sie kommt näher, immer näher und näher, die gefürchtete Deadline die tödliche Stunde. Die Nächte, nein, sie sind nicht zum schlafen da, es wird geschrieben, was der Geist und die Finger hergeben. Und doch reicht es nicht. Es reicht ihrem Ego nicht, es reicht ihren hohen Anforderungen nicht, es reicht einfach nicht. Doch irgendwann, irgendwann ist es so weit, irgendwann haben sie es geschafft, irgendwann ist ihre Geschichte fertig. Bereit in die Welt entlassen zu werden, bereit Menschen Freude zu bereiten, bereit veröffentlicht zu werden.

Obwohl sich sicherlich eine Menge Schriftsteller*innen in diesem kleinen Text irgendwie wiederfinden, sind sie doch nicht alle gleich.

Kurze Vorgedanken

Wer sich als (angehende) Autor*in im Netz tummelt, wird früher oder später auf Aussagen stoßen, die bei mir immer wieder kopfschütteln auslösen. Da stößt eine Berufsgruppe aufeinander, die nichts Besseres zu tun hat, als sich das Leben schwer zu machen.

Auf der einen Seite finden wir die Verlagsautor*innen und auf der anderen Seite die SPautor*innen. Obwohl beide letztendlich die gleiche Arbeit leisten, behandeln sie sich nicht gleich. Dass die Gesellschaft beide Wege unterschiedlich behandeln, nun gut, das ist irgendwo verständlich. Aber dass eine Autorin die andere verbal runter zu putzen versucht, das ist dann doch einzigartig. Zumindest empfinde ich es so.

Daher möchte ich auf den Unterschied eingehen, den Beide wirklich trennen und dann, warum sich beide Gruppen nicht leiden können. Zu guter Letzt möchte ich noch darüber schreiben, warum das sinnlose Zeitverschwendung ist, dieses Bashing zu betreiben.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf meinem alten Blog, dem “schreibkasten” am 30. September 2016. Sollte sich etwas geändert haben, passe ich den Beitrag entsprechend an. Ansonsten ist es der Originalbeitrag. Zudem ist er eine Ergänzung zum Beitrag “Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus“.

Was sie trennt

Eigentlich nur der Vertriebsweg. Beide Gruppen schreiben eine Geschichte und sind (hoffentlich) mit Herzblut dabei. Sie lieben das Schreiben, haben sich aber aus individuellen Gründen dafür entschieden, entweder bei einem Verlag oder bei einem Distributor (für Selfpublishing) zu veröffentlichen.

Der Verlag übernimmt sehr viele Arbeiten für die Autor*innen, wenn sie das nötige Geld bereitstellen (können). Natürlich, Lektorat, Korrektorat, Cover und Veröffentlichung gehört bei einem Verlag dazu. Inwiefern die Werbung da eine Rolle spielt, kommt immer auf das Budget an, dass sich ein Verlag einzeln leisten kann.

Wer Selfpublishing betreibt, muss das alles selbst machen und in Vorleistung gehen. Das bedeutet, zuerst muss das Lektorat bezahlt werden, dass Korrektorat, die Coverdesigner*in und so weiter. Und das alles geschieht mit dem Risiko, dass die Kosten nicht durch den Verkauf reingefahren werden.

Natürlich kann das bei einem Verlag passieren. Nur das die ein ganz anderes finanzielles Polster haben. Immerhin veröffentlichen sie nicht nur ein Buch, sondern ein paar Dutzend in einem Jahr (wenn nicht sogar noch mehr). Und auch wenn nicht alle Bestseller werden, so tragen sie meistens die Kosten ein oder decken sich gegenseitig. Natürlich ist es für einen Verlag auch nicht schön, wenn sie Ausgaben haben, die sie nicht einfahren können. Aber wenn es mal passiert, ist es natürlich schlimm. Jedoch kann ein Verlag das anders abfedern, als eine Privatperson. Wenn eine Privatperson 4.000 Euro ausgibt (wie Marah Woolf zum Beispiel hat diese Summe mal angegeben) und die nicht reinkommen, sieht das Ganze anders aus.

Man kann also sagen, es trennt sie die Ansicht, was das Beste für sie und für ihre Geschichte ist. Und das ist in diesem Fall der Vertriebsweg. Denn bei Verlagen hat man ganz andere Möglichkeiten, als, wenn man sich selbst um die Veröffentlichung kümmert.

Bei einem Verlag wird alles übernommen. Unter anderem auch die Auszahlung des Geldes. Wer Selfpublishing betreibt, muss selbst ein Auge darauf werfen, was reinkommt und was für Ausgaben man hat, um das gegeneinander abzuwägen. Wer über einem Verlag veröffentlicht, kann sich in der Tat auf das Schreiben konzentrieren. Die andere Gruppe hingegen muss noch viel hinter der Bühne machen. Da kann man sich leider nicht den ganzen Tag hinsetzen und schreiben. Man muss halt für sich auch werben. Und das massiver, als wenn man sagt, ich habe beim Verlag XYZ veröffentlicht.

Was sie eint

Ganz klar, das Schreiben, die Liebe zum Schreiben und den Wunsch, dass die Geschichte veröffentlicht und gelesen wird. Natürlich, man will dafür auch noch Geld verdienen, idealerweise können die Schriftsteller*innen von ihrer Liebe und ihrer Arbeit sogar leben.

Beide einen, dass sie schreiben wollen und es auch tun. Und beide möchten für ihre Arbeit respektiert werden. Und letztendlich, beide veröffentlichen. Das macht also kein großer Unterschied. Nur eben der Weg. Die einen gehen den Weg des Verlages, die anderen gründen einen Verlag.

Und doch schreiben beide. Ich finde, das ist das Wichtigste.

Der Grund des “Streites”

Ob man das jetzt wirklich einen Streit nennen kann oder will, ich bin mir nicht so ganz sicher. Doch immer wieder fällt es mir auf, dass SPautor*innen häufig wie Schriftsteller*innen zweiter Klasse behandelt werden.

Sie dürfen nicht an einigen Wettbewerben teilnehmen oder bei Vereinigungen mitmachen. Immerhin haben sie kein Verlagsvertrag. Dabei wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass SPautor*innen keine Qualität haben. Und aus diesem Grund dürfen sie nicht mitspielen. Ihre Bücher sind automatisch schlecht. Sonst hätten sie einen Verlag.

Wie ich zwischenzeitlich lesen durfte, sollte man mit solchen Aussagen aber erst einmal vorsichtig sein, da das zu Schadensersatzforderungen eventuell führen könnte (ob das stimmt, ich bin keine Anwältin und kann das nicht verifizieren, daher bei Bedarf eine Anwältin oder einen Anwalt kontaktieren).

Aber immer wieder lese ich, dass SPautor*innen ja keine Qualität veröffentlichen. Und das gilt natürlich für alle. Ausnahmslos. Eine Tatsache, die mich ärgert. Denn ich lese sehr gerne Bücher von Selfpublisher*innen und kann sagen, das stimmt nicht.

Natürlich, halt, stopp, es stimmt teilweise. Klar, wenn man veröffentlichen kann, wie man lustig ist und Laune hat, dann kommen auch Perlen unter die Bücher, die man normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Aber gilt das automatisch für alle SPbücher? Wenn man einigen Kritiker*innen glauben mag, dann ist dem so.

Dass es aber wahrlich Perlen unter den Selfpublishing Titeln gibt, das interessiert viele gar nicht. Und das auch Verlage Schrott veröffentlichen, das kann es natürlich nicht geben. Immerhin gelten noch heute Verlage als Wächter der guten Literatur. Aber ich würde glatt mit Dir Wetten, dass Du mindestens ein Buch, wenn nicht sogar mehrere, gekauft und sicherlich auch gelesen hast, die das Papier nicht Wert waren, auf denen sie gedruckt wurden. Bei mir war es schon öfters so.

Doch werden gleich alle Verlagsautor*innen in einem Topf geworfen, dass Verlage nur noch schlechte Literatur veröffentlichen? Dass man bestimmte Verlage meiden sollte, weil sie einige schlechte Titel veröffentlicht haben? Ich kann man nicht daran erinnern, so etwas gelesen zu haben.

Skandale, die gibt es

Natürlich, es gibt sie, die kleinen und großen Skandale des Selfpublishing. Wenn niemand ein Auge darauf wirft, dann können Plagiate veröffentlicht werden und Bücher, mit minderwertigem Inhalt.

Doch auch wenn es die Wächterfunktion gibt, welche die Verlage für sich beanspruchen, bedeutet das nicht, dass dort niemals Plagiate auftauchen. Dafür gab es auch in den letzten Jahren durchaus beweise.

Niemand zwingt aber die Verlage deswegen an den Pranger. Die Selfpublishingszene hingegen macht sich dann einen Kopf, wie so etwas geschehen und wie man sich distanzieren kann. Man steht dann, mal wieder, unter Generalverdacht.

Sie distanzieren sich öffentlich, dass sie keine Plagiate schreiben, dass sie alles selbst erledigen und was weiß ich. So etwas habe ich von Verlagsautor*innen noch nie erlebt. Und auch unter ihnen gibt es sie, die schwarzen Schafe. Und das nicht nur mit Plagiaten. Was ich in einigen Bücherforen erlebt habe, das möchte ich schon fast gar nicht mehr erzählen.

Die wichtigste Entscheidungsinstanz

Aber letztendlich entscheiden nicht Verlage oder die Autor*innen, was gelesen wird. Es sind die Leser*innen. Immerhin geben sie das Geld aus, um sich die Bücher zu kaufen. Daher entscheiden sie am Ende, was wirklich gut ist und was nicht (auch wenn einige an dieser Entscheidungsgewalt bei bestimmten Büchern wohl verzweifeln).

Und immer mehr Leser*innen entscheiden sich, dass sie Bücher die sowohl von Verlagen als auch im Selfpublishing veröffentlicht werden. Viele machen zwischenzeitlich schon gar keinen Unterschied mehr. Denn sie wollen nur eins, gut unterhalten werden. Wenn das ein Verlagsbuch schafft, toll. Schafft es dagegen ein Selfpublishingbuch, auch gut.

Immerhin können viele Leser*innen etwas, was Autor*innen nicht können, zwei Bücher auf einmal lesen. Versuch mal zwei Romane gleichzeitig zu schreiben. Das wird schwierig. Aber sie können lesen, kaufen und machen, wie es ihnen beliebt.

Ganz simpel ausgedruckt, in dem Warenkorb können sich also sowohl neben einem Verlagsbuch auch ein SPBuch tummeln. Darum brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen. Wenn gute Bücher geschrieben werden, dann werden sie auch gekauft und gelesen.

Ist es daher nicht egal, wie man veröffentlicht? Hauptsache die Leserin oder der Leser ist am Ende glücklich? Ist es nicht das, was wir alle wollen?

Was ich mir wünsche

Als ich den Beitrag damals veröffentlichte, war das Bashing noch sehr heftig am Gange. Zwischenzeitlich scheint es zumindest oberflächlich alles ruhig zu sein.

Trotzdem ist noch nicht alles Gold, was ruhig ist. Es gibt weiterhin Vereinigungen, welche Selfpublisher*innen nicht in ihren Reihen sehen wollen. Dort gelten sie immer noch als Autor*innen zweiter Klasse. Oder man bekommt einen Knochen hingeworfen, im Sinne von, wir sind dann mal gnädig und nehmen euch mal auf.

Zwischen den Autor*innen scheint es aktuell ruhig zu sein. Jetzt dürfen gerne noch die Vereinigungen nachziehen. Das ist mein Wunsch. Öffnet eure Türen für tolle Autorinnen und Autoren. Ihr werdet sehen, sie bereichern euren Kreis auf wunderbare Art und Weise.

Abschlussgedanken

Autor*innen sind Autor*innen. Dabei ist es absolut egal, wie sie veröffentlichen. Hauptsache sie tun es und erfreuen letztendlich ihre Leser*innen. Das darum jetzt ein Aufstand gemacht ist, wer nun in der ersten Klasse oder in der Zweiten sitzen darf, ich finde das unnötige Zeitverschwendung.

Dass die Presse und die Gesellschaft eventuell Probleme damit hat und immer wieder den Untergang des Selfpublishing beschwört, sollen sie. Aber wenigstens die Autor*innen sollten, meiner Meinung nach, sich respektieren und sich gegenseitig unterstützen. Oder wenigstens in Ruhe lassen.

Daher, veröffentliche tolle Geschichten. Und, meine Empfehlung, sollten wieder Grabenkämpfe entstehen, einfach nicht mitmachen.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Plot: Der 5-Akter

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vielleicht sagst Du Dir, dass der 3-Akter nett ist. Aber sie ist Dir nicht detailliert genug. Natürlich kannst Du mehr Details in den 3-Akter einbauen. Andererseits könntest Du auch eine andere Form des Plottens verwenden. Eben den 5-Akter. Schauen wir uns diesen heute genauer an.

Der 5 Akter

Kurze Vorgedanken

Man kann durchaus die 5-Akt-Struktur als ein Teil der 3-Akt-Struktur sehen. Das bedeutet, wenn Du möchtest, kannst Du erst einmal mit der 3-Akt-Struktur anfangen und mit der 5-Akt-Struktur weitermachen. Oder Du behandelst diese Struktur als eigenständiges Plotmittel und steigst an dieser Stelle ein.

Wie Du Dich entscheidest, liegt letztendlich an Dir. Aber damit Du weißt, was die 5-Akt-Struktur überhaupt ist, stelle ich sie Dir hier einmal vor.

frau schreibseele im 5 Akter

Die Prämisse – Akt 1

Hierbei geht es um die Vorgeschichte Deines Romans. Wobei man mit dem Wort Vorgeschichte durchaus vorsichtig sein darf, finde ich zumindest. Denn Vorgeschichte bedeutet natürlich nicht, dass Du hier die komplette Vorgeschichte Deiner Figuren erzählen musst. Also von der Geburt bis zum Zeitpunkt, an der die Geschichte beginnt. Es geht eher um die wichtigen Figuren innerhalb Deines Romans und deren Anfang in Deiner Geschichte.

Das bedeutet, dass Du hier die wichtigsten Figuren vorstellen kannst, die Stimmung, den Ort, die Stimme der Geschichte, das Genre und alles, was für Dich und Deine Geschichte wichtig ist.

Was Du in der 3-Akt-Struktur fast den kompletten ersten Akt zur Verfügung hast, ist bei der 5-Akt-Struktur dieser Part nur ein Teil vom ersten Akt. Man kann keine genaue Seitenzahl benennen, wie viel Du für diesen Teil benutzen sollst. Denn es liegt eindeutig auch daran, wie lang letztendlich Dein Roman werden soll.

Wenn Dein Roman so um die 300 Seiten lang wird, dann kann man sagen, dass dieser Teil so um die zwanzig Seiten lang sein darf. Aber je länger Dein Roman wird, desto länger kannst Du das letztendlich schreiben. Denn Du wirst aller Wahrscheinlichkeit dann auch mehr Figuren einführen wollen, mit denen wir es dann im Laufe der Geschichte zu tun bekommen.

Plot Point 1 – Akt 1

Während der Prämisse lernen wir Deine Figuren in ihrer normalen Welt kennen. Beim Plot Point 1 ist es nun wichtig, dass Du Deine Heldin oder Deinen Helden aus der normalen Welt, in der sie sich befinden, wirfst und damit die Geschichte zum laufen kommt.

Es muss also etwas passieren, dass die Figuren quasi aufweckt werden und es sich zeigt, ab hier beginnt die Geschichte. Wir haben es hier mit dem Wendepunkt der Geschichte zu tun. Deine Figur geht also durch die erste Tür einer Geschichte und Du entscheidest, ob sie sich danach, nachdem die Figur durchgegangen ist, diese sich fest verschließt oder Du sie noch durch eine weitere Tür gehen lassen musst.

Mein Tipp: Spätestens bei einer zweiten Tür sollte Schluss sein. Ansonsten würde das bedeuten, dass Dein Charakter immer wieder die Möglichkeit überlegt, doch wieder zurückzukehren, was theoretisch möglich wäre. Und auf Dauer würde das vermutlich Deine Leser*innen ermüden. Das halte ich persönlich nicht für eine gute Idee.

Die Türen stehen übrigens für die Möglichkeit, wie geschrieben, dass Deine Figuren noch einmal zurückkehren können. In ihr normales Leben. Lässt Du diese Möglichkeit einmal zu, ist das in Ordnung. Ein zweites Mal hingegen wirkt, als könne sich die Figur und Du als Autorin oder als Autor nicht entscheiden. Soll die Geschichte nun losgehen oder nicht?

Diese beiden Türen kannst Du dann auch in diesem Teil gerne einbauen. Überlege Dir aber gleichzeitig einen Auslöser, damit die Geschichte wirklich zum Laufen kommt. Und dieser Auslöser bleibt dann bis zum Ende des ersten Aktes dann bestehen. Ist er dann erledigt, befinden wir uns im zweiten Akt.

Midpoint – Akt 2

Wir befinden uns ungefähr in der Mitte des Romans. Deine Leserinnen und Leser kennen nun Deine Figuren, ihre Welt und wie sie in den Schlamassel geraten sind, in die sie sich jetzt hoffentlich befinden. Das bedeutet, es muss etwas Neues kommen, da es ansonsten zu langweilig wird.

Es wäre ansonsten so, als würde alles einfach vor sich hinplätschern und es passiert immer wieder das Gleiche. Das will vermutlich niemand lesen. Und ich kann mir vorstellen, Du willst das noch nicht einmal schreiben. Hier muss etwas komplett anderes geschehen, als wir es bisher hatten.

Dazu könntest Du jemanden sterben lassen, einer aus den Reihen Deiner Hauptfigur ist auf einmal ein Verräter oder eine Verräterin. Es könnte aber auch sein, dass eine überraschende Nachricht kommt, eine Entführung, egal was. Das Wichtigste hierbei ist, dass Deine Figur aus dem aktuellen Trott herausgerissen wird (selbst wenn dieser abenteuerlich sein darf) und sich nun überlegen muss, wie es jetzt weitergehen soll.

Ich bezeichne es als ein paar ordentliche Stolpersteine, die Deine Heldin oder Dein Held daran hindern soll, ans Ziel zu gelangen. Dabei muss es nicht nur ein Stolperstein im äußeren Bereich sein. Sondern Du kannst auch so zuschlagen, dass Deine Figur emotional verletzt wird.

Hauptsache, Du machst es Deiner Figur nicht so leicht.

Plot Point 2 – Akt 2

Ab hier bereitest Du dann Deine Geschichte auf das große Finale vor, also Akt 3. Bisher kann es sein, dass Deine Heldin oder Dein Held zwischen aktiver und passiver Handlung hin- und hergewechselt ist. Man hat sie oder ihn also eher herum geschubst und nur gelegentlich wurde Deine Figur aktiv.

An dieser Stelle wird Deine Figur zum Handeln gedrängt und muss sich anstrengen, um dafür zu sorgen, dass alles gut ausgeht. Zumindest für Deine Figur soll es letztendlich gut ausgehen.

Also, egal was bisher mit Deiner Figur passiert ist. Jetzt ist es Zeit, dass sie die Spielregeln bestimmt. Kennst Du die Filme, wo auf einmal, der zumeist männliche Held, Sachen zusammensucht, um in die sprichwörtliche Schlacht zu ziehen? Das kann man hier durchaus vergleichen.

Deine Figur ist sich bewusst, es müssen Entscheidungen getroffen werden. Und es gibt niemanden, die oder der das für Deine Figur übernehmen kann, wie noch am Anfang Deiner Geschichte. Im ersten Akt kann jemand oder etwas Deine Figur unterstützen, in die Reise drängen oder auch die wichtigen Gegenstände geben, die sie oder er braucht. Nun heißt es, kein mächtiger Zauberer, keine allmächtige Hexe, keine Eltern, niemand hilft Deiner Figur. An dieser Stelle ist sie oder er gezwungen, selbst zu entscheiden. Und genau das wollen wir Leserinnen und Leser.

Ich möchte, dass die Heldin oder der Held selbst aktiv wird und Entscheidungen trifft. Alles andere wäre ein Verrat. Sowohl an mich als Leserin als auch an der Figur. Denn sie hat es verdient, dass sie eine ordentliche Geschichtswendung bekommt und aktiv werden darf.

Climax – Akt 3

Hier geht es natürlich darum, dass die Pläne Deiner Heldin oder Deines Helden in die Tat umgesetzt werden. Ob sie oder er siegt oder verliert, das kommt auf Deine Geschichte an. Aber hier ist es Zeit, dass eine Entscheidung getroffen und umgesetzt wird.

Und vor allem ist es wichtig, dass Du uns eine Lösung präsentierst, irgendeine. Ob das ursprüngliche Problem gelöst wurde, oder sich diese in Luft aufgelöst hat und ein anderes Problem an deren Stelle getreten ist. Dass alles ist fast egal. Hauptsache, Du kommst zu einem Schluss.

Wobei es zwei Arten von Enden für eine Geschichte gibt. Diese richten sich jedoch nach der Art des Buches. Bei einem Einzeltitel ist es wichtig, dass alle roten Fäden zum Schluss zusammengetragen werden und eine fertige Lösung präsentiert wird. Das bedeutet nicht, dass Du nicht ein offenes Ende haben darfst. Für mich bedeutet es eher, dass die Geschichte so beendet wird, dass wir einen Schluss haben, mit dem es sich leben lässt.

Bei einem Mehrteiler (der Klassiker ist ja immer noch die Trilogie) ist es so, dass häufig das Ende nicht nur ein positiver Effekt hat. Es darf auch ein Hauch von Negativität mit sich bringen. Immerhin darf ein drohender Schatten noch existieren, damit Deine Leserinnen und Leser sich fragen, wie es im nächsten Teil weiter geht.

Eine zeichnerische Übersicht

Im Folgenden siehst Du die Punkte in einer Übersicht, damit Du grob erahnen kannst, wo sich welcher der oben aufgeführten Punkte befindet.

5 Akter – Zeichnerische Übersicht

Damit kannst Du sicherlich erkennen, wo die Steigung erfolgt und wie weit Du gehen kannst, darfst, oder auch solltest.

Meine Arbeit mit der 5-Akt Struktur

Auch hier nutze ich gerne das Tarot, um mir einen tieferen Einblick in die Szene durch die Karten zu ermöglichen. Hierbei habe ich jedoch die Bedeutung der Karten der ersten Methode, also die der 3-Akt-Struktur weiterhin im Kopf.

Das bedeutet Folgendes: Wenn ich eine Karte ziehe, dann deute ich nicht rein aufgrund der Karte selbst die entsprechende Position. Sondern ich suche auch den Zusammenhang aus den Karten, die ich zuvor für die andere Struktur gezogen habe. Daher ist es für mich immer sehr wichtig, alle Karten aufzuschreiben, die ich für eine Legung ziehe.

Das gilt übrigens auch für das Deck, das ich dafür benutzt habe. Denn nur so kann ich immer wieder darauf zurückgreifen und die individuellen Symbole dafür noch einmal deuten. Ein anderes Deck hat häufig andere Symbole und für eine Geschichte damit eine andere Aussage.

Es mag eine Einbildung sein, aber wenn ich die Karten ziehe, dann habe ich das Gefühl, dass die Aussagen aus dem 3-Akter noch einmal bestätigt und intensiviert werden. Es ist eher selten, dass ich eine Karte ziehe, die komplett was anderes aussagt, als was ich mir zuvor erarbeitet habe. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht schon mal dazu gekommen ist.

In solchen Fällen überlege ich mir, warum genau ich eine andere Aussage erhalten habe. Es kann durchaus vorkommen, dass ich weiter an den Figuren gearbeitet habe, oder auch andere Ideen bekam, sodass sich die Energie der Geschichte geändert hat. Und das schlägt sich dann auch in der Bedeutung wieder.

Daher kann ich nur empfehlen, dafür offen zu sein, was die Karten Dir sagen. Denn es hat durchaus seine Bedeutung. Und natürlich notiere Dir bitte alles, was Du in diesem Zusammenhang gezogen und gedeutet hast. Es lohnt sich auf alle Fälle.

Abschlussgedanken

Mit der 5-Akt-Methode geht es, meiner Meinung nach, um einiges tiefer, als die 3-Akt-Methode. Denn hier findest Du mehr „Fragen“, die Du beantworten kannst, um die Geschichte zu finden.

Meine Methode ist, nachdem ich die grobe Richtung gefunden habe, die ich mit der 3-Akt-Struktur mir erarbeite, geht es dann tiefer. Das bedeutet für mich, dass ich danach mich an den 5-Akter setze und die Details noch mehr ausarbeite.

Das macht in der Tat mehr Arbeit, als wenn man sich für eine Methode entscheidet. Daher ist das, meiner Meinung nach, eher für längere Geschichten oder ganze Reihen durchaus eher geeignet, als für kurze Geschichten. Aber das ist dann wieder eine persönliche Ansichtssache.

Solltest Du aber diesen Teil benutzen, dann bekommst Du einen weitaus detaillierteren Plot. Daher kann ich Dir nur empfehlen, diese Plotmethode auszuprobieren.

Dabei wünsche ich Dir eine tolle Geschichte.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus

Veröffentlichungswege und Autor*innenstatus

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer veröffentlichen möchte, hat diverse Möglichkeiten dazu. Der Klassiker ist immer noch die Publikation über einem Verlag. Seit einigen Jahren ist das Selfpublishing eine feste Größe in der Welt der Veröffentlichung von Romanen geworden. Und das schwarze Schaf der Familie sind die sogenannten Druckkostenzuschussverlage.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 13. März 2017 auf meinem alten Blog “schreibkasten”. Heute möchte ich diesen ergänzen. Denn viele sind der Meinung, wer im Selfpublishing was veröffentlicht, gilt nicht als Autor*in. Daher schreibe ich meine persönliche Meinung dazu, wie ich das sehe.

Kurze Vorgedanken

Vielleicht hast Du schon einen fertigen Roman in der Schublade und daher heiß darauf, Deine erste Geschichte auch an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Oder Du arbeitest gerade noch an Deinen nächsten Bestseller (seien wir doch ehrlich, in unserem Herzen arbeiten wir alle an DEN Roman schlechthin, was auch völlig in Ordnung ist).

Gerade wenn Du noch zur zweiten Gruppe gehörst, wirst Du Dich vielleicht fragen, warum bitte schön, sollte ich mich mit der Veröffentlichung beschäftigen? Dafür habe ich ja noch ewig Zeit. Das mag sogar so sein, aber ich gehöre zu der Sorte, was ich jetzt recherchieren kann, darum muss ich mich nicht später bemühen.

Zudem finde ich es auch interessant, wie andere dann Deinen Status sehen, wenn Du Deinen Veröffentlichungsweg gewählt hast. Die einen werden sagen, Du gehörst zu den Autor*innen. Die anderen werden Dir diesen Status absprechen.

Aus diesem Grund schreibe ich diesen Beitrag, damit Du die ersten Schritte für Deine eigenen Recherchen hast. Wie auch immer Deine Entscheidung am Ende aussehen mag, sie gehört ganz allein Dir. Ich möchte Dir dabei nur als beratende Stimme zur Seite stehen.

Der Verlag

Der Klassiker, und für viele immer noch DAS Ziel vieler bei den Veröffentlichungswege, ist und bleibt der Verlag.

Der Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen, der in Deutschland immer noch einen verdammt guten Ruf hat. Wer bei einem Verlag veröffentlicht, hat es geschafft. Wie auch immer dieses es definiert wird, man hat es und dadurch wird man in vielen Bereichen als seriös angesehen und durchaus als echte Autorinnen und Autoren.

Nur müssen wir uns eingestehen, auch ein Verlag kann Fehler machen und vor allem, sie machen Fehler. So lehnen sie gute Manuskripte ab, die in anderen Verlagen dann einen wahnsinnigen Erfolg haben (ja, dem ist so). Veröffentlichen aber dafür Manuskripte, wo ich mich als Leserin frage, was hat die denn geritten, das Werk überhaupt zu Ende zu lesen. Und auch vor Plagiaten sind Verlage definitiv nicht sicher.

Doch egal was hinter den Kulissen gespielt wird, wer sein Baby (also das Manuskript) bei einem Verlag veröffentlicht, wird häufig bei Leser*innen und bei Zeitungen ernst genommen. Aber nicht nur das reizt viele Autor*innen, sich mit ihrem Roman bei einem Verlag zu bewerben.

Denn idealerweise kümmert sich ein Verlag vom ersten Kontakt bis hin zur Werbung um Dich ls Autorin und um Dein Baby. Sie besorgen Dir das Lektorat und das Korrektorat, für ein hübsches Cover und natürlich die Werbung.

Das bedeutet aber nicht, dass Du Dich zurücklehnen kannst, um Deinen nächsten Roman zu schreiben. Zwischenzeitlich verlangen die Verlage auch von Dir, dass Du Dich an Dein Marketing setzt. Das Grundmarketing werden sie Dir geben (notfalls erfragen). Der Rest ist nun Dein Job.

Grober Ablauf bei einem Verlag:

Wenn Du bei einem Verlag unterkommen möchtest, dann hat es (grob gesehen) einen vorbestimmten Ablauf. Dieser sieht meistens wie folgt aus:

  • Du recherchierst, bei welchem Verlag Dein Manuskript überhaupt unterkommen kann. Dazu gehört, unter anderem, dass Du weißt, in welchem Genre Dein Roman einzuordnen ist, dass Du ein klares Konzept hast und das Du durchaus auch weißt, warum Du bei einem bestimmten Verlag veröffentlichen willst.
  • Dann bewirbst Du Dich mit einem Exposé und einem Teil Deines Manuskripts.
    Wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Lies Dir bitte genau die Bedingungen durch, die ein Verlag an die Zusendung des Manuskripts stellt. Wenn sie nur zwanzig Seiten haben wollen, Du aber den kompletten Roman schickst, kann das durchaus dazu führen, dass der Verlag sagt, danke aber nein danke. Wohlgemerkt kann, nicht muss.
  • Der Verlag prüft dann Dein Manuskript. Wie das genau läuft, ist durchaus von Verlag zu Verlag unterschiedlich und ich denke mal auch von Lektorin zu Lektorin.
    Wie lange das dauert, wann Du eine Antwort bekommst und wie diese aussieht, dazu kann Dir letztendlich niemand was Genaues sagen. Häufig findest Du auf der entsprechenden Internetseite etwas. Aber es kann auch sein, dass man sich längerfristig über Dein Manuskript unterhält, weil man sich noch nicht sicher ist oder andere Punkte hat, die man klären will. Da musst Du also ein wenig Geduld mitbringen.
  • Was dann passiert, ist unterschiedlich. Es kommt natürlich darauf an, ob der Verlag Dein Manuskript will oder nicht. Entweder man verlangt das komplette Manuskript von Dir oder man schickt Dir eine neutrale Absage.
    Erwarte übrigens niemals, dass Du eine detaillierte Erklärung bekommst, warum Dein Manuskript nicht genommen wurde. Wenn Du sie bekommst, sei dankbar. Denn viele Verlage sagen sich, dass es einfach zu kräftezehrend ist. Denn viele Autorinnen und Autoren verstehen die Begründung als eine Art Kampfansage. Das bedeutet, dass danach erst die Diskussionen losgehen, warum ihr Manuskript nicht genommen wurde. Und es kann sogar so weit gehen, dass sie gegenüber dem Verlag pampig werden (was noch harmlos ist) oder sogar tote Ratten schicken (ja, das habe ich von einem kleinen Verlag sogar gelesen). Akzeptiere daher die neutrale Absage. Mehr wirst Du wohl nie bekommen.
  • Du hast es geschafft einen Verlag von Dir und Deinem Baby zu überzeugen? Herzlichen Glückwunsch. Wobei jetzt erst die Arbeit losgeht. Denn nun heißt es, dass Du ein Lektorat bekommst, ein Korrektorat, dann gibt es Diskussionen zum Cover und vieles mehr.
    Hat es nicht geklappt, tief durchatmen und weitermachen. So ist es halt im Leben.

Wächterfunktion

Man hört durchaus öfters, dass dem Verlag eine gewisse Wächterfunktion zukommt. Das bedeutet, dass ein Verlag die literarische Welt vor schlechten Geschichten bewahrt und gute, ja sogar ewige Bücher veröffentlicht.

Doch dem ist definitiv nicht immer so. Natürlich veröffentlichen Verlage immer wieder wunderbare Perlen, wo man sich nur denkt, wow, das war aber mutig. Oder auch, danke dafür, dass der Verlag dieses wunderbare Buch veröffentlicht hat. Doch häufig frage ich mich, warum mussten für diesen Roman Bäume sterben?

Mit anderen Worten also, auch ein Verlag greift ordentlich daneben (auch wenn das eine sehr subjektive Meinung von mir ist), was das Veröffentlichen von Geschichten betrifft. Aber ich gehe durchaus davon aus, dass sie ihre Gründe haben, warum sie das machen. Anders möchte ich mir das nicht erklären. Dabei stellt sich aber mir durchaus die Frage, wenn sie Romane veröffentlichen, die sich nicht verkaufen, weil sie eben nicht gut sind, inwiefern erfüllen sie dann ihre Wächterfunktion? Darüber kann man durchaus diskutieren.

Doch wenn Du die Hürde überwunden hast, dann hast Du es geschafft und der Verlag veröffentlicht Deine Geschichte. Und das Beste ist, dass sich dieser um alles drum herum kümmert. Vom ersten Schritt bis hin auch zum Verkauf der Lizenzen ins Ausland, wenn es dazu kommen kann (nicht alle Romane haben wohl das Zeug zu internationalen Bestsellern, das sollte Dir natürlich auch bewusst sein).

Knallharte Wirtschaft – Die Kosten

Man sollte sich aber immer bewusst sein, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Das bedeutet, dass dieser Dir nichts schenkt, bzw. nichts schenken kann. Würden sie es machen, würden sie ziemlich schnell pleitegehen.

Das Wichtigste vorneweg: Ein Verlag verlangt niemals von Dir, dass Du irgendwelche Kosten vorstreckst. Weder für die Prüfung Deines Romans noch für das Lektorat oder Korrektorat oder auch für das Cover und natürlich auch nicht für die Veröffentlichung. Ganz im Gegenteil, größere Verlage können es sich sogar leisten, Dir einen Vorschuss zu zahlen. Es mag sein, dass Du Dich als Neuautorin mit wenigen Hundert oder tausend Euro zufriedengeben musst. Aber immerhin kann es passieren, dass Du Geld für Deine Veröffentlichung bekommst. Kleine Verlage können sich das häufig nicht leisten. Erwarte es also dort nicht. Wenn Du doch was bekommst, sei gerne dankbar dafür.

Damit will ich ganz klar sagen: Das finanzielle Risiko trägt der Verlag. Er bezahlt wirklich alles aus eigener Tasche. Und wenn Dein Buch ein flopp wird, dann bezahlt er sogar die Zeche (wenn ich das Mal so ausdrücken darf). Letztendlich müssen sich die Verkaufszahlen rentieren, wenn Du weiterhin beim Verlag veröffentlichen möchtest.

Doch wie ich schon oben schrieb, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Er wird schon zusehen, dass er seine Ausgaben rein bekommt und mit Dir auch Gewinne macht. Und das geschieht über den Buchpreis. Hier ein kleines Beispiel, was ich damit meine (dafür nehme ich gerade Zahlen und ignoriere irgendwelche genauen Berechnungen und Steuern und ähnliche Dinge, ich bitte diese Vereinfachung zu entschuldigen):

Nehmen wir an, Dein Buch kostet 9,90 € (der Standardpreis für viele Bücher). Nach Abzug aller Steuern und was da noch alles kommt, stehen dem Verlag 8,00 € zur Verfügung (wie erwähnt, ich vereinfache das hier jetzt extremst, damit Du Dir ein Bild machen kannst).

Von diesen 8,00 € bekommst Du, sagen wir einfach mal, einen ganzen Euro. Die Restlichen 7,00 € nutzt der Verlag, um die ganzen Kosten, welche die Veröffentlichung Deines Romans gekostet hat, zu decken. Und natürlich möchte Dein Verlag an Deiner Geschichte auch etwas verdienen. Einerseits für den Gewinn am Ende des Jahres und auch, um andere Schriftsteller*innen die Veröffentlichung zu ermöglichen. Denn auch bei diesen tragen sie das finanzielle Risiko. Und Du hilfst dem Verlag dabei, dieses entsprechend auch zu schultern.

Aber davon merkst Du letztendlich gar nichts, weil Du dieses Geld ja nie siehst. Du siehst diesen einen Euro und gut ist. Wobei man natürlich sagen muss, wenn Du ein Euro kriegst, kann das durchaus viel sein. Denn bei vielen Verlagen kann es durchaus sein, dass Du zehn Prozent vom Bruttopreis des Buches bekommst. Das wären dann 99 Cent. Und davon musst Du dann noch eventuell Steuern bezahlen. Damit hättest Du weniger als diesen einen Euro. Schau Dir also ruhig den Vertrag genau an.

Leider gibt es nicht umsonst den Spruch: Bei einem Verlag können alle von dem Roman leben, nur nicht die Person, die ihn geschrieben hat. Für sehr viele eine traurige Wahrheit.

Wächterfunktion Agentur

Willst Du bei einem großen Verlag veröffentlichen (ich meine wirklich die Verlage, deren Namen Dir aller Wahrscheinlichkeit sofort einfallen), dann kommst Du an sie direkt selbst immer schlechter heran. Denn die Verlage werden mit Manuskripten förmlich überschwemmt, sodass sie nur noch Manuskripte nehmen, welche von Agenturen vorgestellt werden.

Wenn man es so will, musst Du Dich also zwei Mal bewerben. Einmal bei der Agentur. Und dann bewirbt sich die Agentur für Dich beim Verlag. Wobei ich wohl nicht schreiben muss, dass die Agentur auch etwas von Deinem Kuchen abhaben will. Gehen wir davon aus, dass Du den einen Euro bekommst, den ich oben erwähnte. Dann wollen die meisten Agenturen davon zwischen 15 bis 20 Prozent haben (das sind die gängigsten Preise, die ich kenne).

Das bedeutet, dass eine gute Agentur Dir hilft, dass Du bei den großen Verlagen Fuß fassen kannst. Gleichzeitig heißt das auch, dass sich Dein Gewinn noch einmal schmälert.

Dein Autor*innenstatus

Tatsächlich kenne ich niemanden, die oder der daran zweifelt, dass Du mit einer Verlagsveröffentlichung Autor*in bist. Das liegt wohl auch an der Tradition und das persönliche Gefühl, welche man mit dem Verlag verbindet.

Seit Jahrhunderten haben sich Verlage darum gekümmert, dass ein Buch veröffentlicht wird. Daher kann man schon behaupten, dass dies ins Fleisch und Blut der Lesenden übergegangen ist. Verlage veröffentlichen Autor*innen.

Abschlussgedanken zum Verlag

Wenn Du über einen Verlag veröffentlichst, musst Du Dir weniger Gedanken zu vielen Themen machen. Du bekommst eine Lektorin gestellt, das Cover und die Werbung werden häufig auch eingeleitet. Doch gerade am Anfang musst Du eine Menge mithelfen, damit sich der Erfolg für Dich wirklich einstellt. Denn das Budget für Deine Werbung kann gerade am Anfang Deiner Karriere eher klein ausfallen. Da bist Du gefragt.

Doch egal wie es hinter den Kulissen aussieht, nach außen hin erziehlst Du die größte Wirkung, wenn Du sagst, ich habe bei dem und dem Verlag veröffentlicht. Oder wie auch immer Du Dich am Ende selbst vorstellst.

Vor- und Nachteile

Nachteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du hast kein Mitspracherecht beim Cover.
    Denn Dein Verlag möchte die optimale Wirkung erzielen und beauftragt entsprechend Spezialist*innen mit dieser Arbeit.
  • Du bekommst nicht den ganzen Gewinn ausgezahlt, sondern nur einen Teil.
    Der Rest geht an den Verlag.
  • Im Rahmen des Veröffentlichungsprozesses hast Du ebenfalls kein Mitspracherecht.
    Das betrifft Lektorat und Korrektorat, aber auch wann Dein Roman veröffentlicht wird.
  • Der Verlag hat immer noch eine gewisse Wächterfunktion – Dein Manuskript kann daher abgelehnt werden (was zwischenzeitlich bei der Menge sogar wahrscheinlicher ist).
  • Eine Veröffentlichung kann, nach der Zusage, bis zu einem Jahr dauern. Gelegentlich sogar Länger.
  • Und Punkte, die mir spontan nicht einfallen wollen.

Vorteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du kannst Dich auf den Schreibprozess konzentrieren, um den Rest kümmert sich Dein Verlag.
  • Du erhälst die Gelder, die Dir wirklich zustehen (laut Deinem Vertrag).
  • Es ist nicht notwendig in Vorkasse zu gehen, um Dein Manuskript zu veröffentlichen.
  • Dein Buch kommt in den Buchhandel.
  • Für viele bist Du nur dann eine Schriftsteller*in, wenn Du in einem Verlag veröffentlicht hast – das hast Du damit erreicht (siehe oben).
  • Und Punkte, die mir auch hier spontan nicht einfallen.

Selfpublishing

Selfpublishing ist erst in den letzten Jahren zu einem Wort der Öffentlichkeit geworden. Dabei ist das Selbstverlegen keine neue Erfindung. Tatsächlich haben Goethe und Heine auch im Selbstverlageinige Werke veröffentlicht.

Der Anbieter BoD ist schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Und auch viele andere Anbieter gibt es. Doch erst mit amazon Creatspace ist das Selbstverlegen auf einer neuen Stufe angekommen. Und das bedeutet für Dich ganz klar, dass Du nun eine zweite Möglichkeit bekommen hast, Deine Geschichte zu Deinen Leserinnen und Leser zu bringen. Und das durchaus mit positiven Erfolgen.

Was bedeutet jetzt genau Selfpublishing?

Selfpublishing bedeutet ganz klar, Du kümmerst Dich um alles. Vom Schreiben des ersten Satzes, bis hin zur Überarbeitung, die Suche nach dem geeigneten Lektorat und Korrektorat, Cover, Titel und die Veröffentlichungswege. Und ja, das alles bezahlst Du auch aus eigener Tasche.

Das bedeutet also, dass Du Dich nicht nur auf das Schreiben konzentrieren kannst, sondern auch auf das alles, was danach kommt. Und Du musst um einiges mehr delegieren oder auch organisieren. Immerhin will der Fiskus Steuern von Dir haben. Also musst Du Dich um die Buchhaltung kümmern. Oder auch Marketing, wie machst Du am besten Werbung. Und vieles mehr. Das alles, was vielleicht ein Verlag übernehmen würde (ich kenne nicht alle Leistungen eines Verlages, was sicherlich auch Verhandlungssache ist), musst Du Dich selbst darum kümmern.

Mit diesem Kostenrechner kannst Du mal sehen, wie viel Dich so ein professionelles Buch kosten kann (nicht muss!). Du kannst ja mal aus Spaß die Kosten berechnen und dabei verschiedene Variablen eingeben. Natürlich kannst Du bei einigen Punkten sparen und bei anderen mehr Geld ausgeben. Aber dieser Rechner sorgt erst einmal, dass die große Überraschung, wenn Du Dich auf dieses Abenteuer einlässt, ausbleibt. Denn Du kannst sehen, dass durchaus dreistellige Summen im höheren Bereich zusammenkommen können.

Zwischenzeitlich hat Katrin Ils ein Video veröffentlicht, was sie die Veröffentlichung kostet. Auch hier lohnt sich ein Blick:

Warum sollte ich denn diesen Weg gehen?

Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen, warum Du bitte schön diesen Weg gehen sollst. Denn es bedeutet nicht nur sehr viel Arbeit und damit auch sehr viel Selbstdisziplin. Sondern auch, dass Du ab sofort anfängst zu sparen, damit Du die Kosten stemmen kannst. Und der Erfolg ist ja auch nicht gewiss. Vor allem, Du kannst das finanzielle Risiko auf niemanden anderen abwälzen. Denn, wenn man es so will, Du selbst trägst die finanziellen Risiken zu einhundert Prozent.

Wenn ich die Gründe von Autorinnen und Autoren lese, die im Selfpublishing veröffentlichen, dann kommen häufig zwei Argumente immer und immer wieder:

  1. Die (kreative) Freiheit.
    Bei einem Verlag kann es passieren, dass Dein Roman deswegen nicht genommen wird, weil es der aktuellen Mode nicht entspricht. Vor einigen Jahren waren Vampirromane der letzte Schrei. Wer was auf sich hielt, hat die Untoten ins Rennen geschickt. Wolltest Du aber, zum Beispiel, über Werwölfe schreiben, konnte es durchaus passieren, dass Du nicht genommen wurdest.
    Doch dann passierte es, dass die Vampire nicht mehr gewollt wurden und die anderen Wesen waren auf einmal sehr begehrt. Dumm nur, wenn Du dann doch über Vampire schreiben wolltest.
    Wenn Du aber selbst Deine Romane veröffentlichst hast Du keine Einschränkugen. Du kannst heute einen Vampirroman schreiben, morgen einen Krimi und nächste Woche einen Fantasyroman (um es mal bildlich zu beschreiben). Du hast die vollständige kreative Freiheit über Deine Arbeit.
    Und weitere Freiheiten sind auch, dass Du entscheiden kannst, mit wem Du zusammenarbeiten möchtest. Dir gefällt eine Lektorin nicht? Dann kündige die Arbeit mit ihr und such Dir jemand anderen. Du schwärmst von einem bestimmten Cover? Dann kauf ihn Dir, lass ihn anpassen und gut ist. Und Du kannst sogar entscheiden, wo Du veröffentlichen möchtest. Bei amazon, bei BoD oder bei anderen Anbietern.
  2. Mehr vom Verkaufspreis
    Je nach Distributor bekommst Du teilweise bis zu 70 Prozent des Preises, den Du selbst bestimmen kannst. Und wenn Du noch gute Werbung machst, Dich um Dein Marketing kümmerst und eine gewisse Anzahl von Verkäufen vermelden kannst, ist es durchaus möglich, dass Du die Kosten rausbekommst und sogar noch Gewinn machst.
    Wichtig ist natürlich, dass Du Dich um Dein Baby kümmerst und immer wieder nach außen trittst. Aber wenn, dann kann es passieren, dass Du von dieser Arbeit sogar leben kannst. Das ist leider nicht immer möglich, wenn Du Dich für den Verlagsweg entscheidest.

Durch diese Freiheiten kann es natürlich sogar passieren, dass Du einen Trend setzt. Das betrifft die Art der Geschichten die Du schreibst oder die Art der Werbung, die Du machst. Es kommt in erster Linie darauf an, wie viel Mut Du an den Tag legst.

Natürlich trägst Du auch alle Konsequenzen für die Entscheidungen, die Du triffst. Es gibt niemanden (außer Deine Familie und Deine Freunde, wenn überhaupt), die oder der Dir Deinen Rücken stärkt. Setzt Du Deine Geschichte in den Sand, musst Du damit leben. Hast Du Erfolg, musst Du auch damit leben (was aber sicherlich leichter ist). Aber egal wie Dein Weg aussehen mag, Du gehst ihn hier komplett alleine (mit der Unterstützung Deiner PartnerInnen, die letztendlich von Dir pünktlich und in vollem Umfang bezahlt werden wollen).

Immer mehr wanderen von den Verlagen ab

Da ich mich mit dem Thema Selfpublishing schon seit einigen Jahren beschäftige, bekomme ich viele Meinungen von Autorinnen und Autoren mit, welche diesen Weg gegangen sind oder gehen. Und dabei kommen ungewöhnliche Geschichten zusammen, wo ich selbst nur staunen kann.

So las ich vor einigen Jahren, dass eine Autorin ihren Roman in einem Kleinverlag veröffentlich hatte. Während dieser Zeit hat sie etwa zweitausend Euro verdient (ich glaube, der Verlag hatte für zwei Jahre die Rechte inne). Als sie die Veröffentlichungsrechte zurückbekommen hat, entschied sie sich die Geschichte neu zu veröffentlichen, eben im Selfublishing. Diese zweitausend Euro hat sie in den ersten zwei bis drei Monate verdreifacht. Ein gewaltiger Unterschied.

Das ist wohl auch einer der Gründe, warum immer mehr Autor*innen sich sagen, schön das ich bei einem Verlag bin, aber ich habe dadurch mehr Nachteile als Vorteile, ich bin dann mal weg. So erzählte eine Autorin von einer Kollegin, die erst im Selfpublishing veröffentlicht hat, dann einen Verlag fand und nach den Erfahrungen mit diesem reumütig zum Selfpublishing zurückkehrte. Für sie hat sich dieser Ausflug aus diversen Gründen nicht gelohnt.

Stopp – Bitte keine Seifenblasen aufbauen

Auch wenn sich hier alles so toll liest, sei bitte realistisch, wenn Du diesen Weg gehen möchtest. Denn es ist halt harte Arbeit und Du musst das wirklich alles alleine tragen. Und nur weil es tolle Geschichten von Autorinnen und Autoren gibt, welche finanzielle Freiheiten erlangt haben, bedeutet das nicht, dass es wirklich für alle gilt. Das sei Dir bitte immer bewusst. Ich gönne Dir jeden Erfolg, den Du bekommst. Aber der ist nicht selbstverständlich.

Der negative Ruf

Leider hat Selfpublishing einen noch immer negativen Ruf. Ich bin mir sicher, dass Du auch schon mal davon gehört hast, Dein Manuskript war nicht gut genug für einen Verlag, also hast Du ihn selbst veröffentlicht. Das wird schon seine Gründe haben. Und noch heute denken viele Leute so. Dabei entscheiden sich viele Autor*innen gleich von Anfang an dafür, es überhaupt nicht bei einem Verlag zu versuchen. Sie gehen gleich den Weg des Selfpublishing und veröffentlichen hier. Das wird aber sehr gerne von den Kritiker*Innen übersehen, leider.

Weiterhin glauben viele, dass die Autor*innen, die diesen Weg gehen, sowieso nur mangelhafte Ware abliefern. Aus diesem Grund sind sie seltener bereit einen höheren Preis für das Buch zu bezahlen, im Gegensatz zu einem Verlagsbuch. Dass die Autor*innen sich teilweise sogar noch intensiver um ihr Manuskript kümmern (das betrifft leider nicht alle Autor*innen, aber doch sehr viele und sie werden immer mehr), übersehen sie gerne. Dem ist aber durchaus so. Und natürlich wollen sie auch dafür entsprechend entlohnt werden. Aber noch ist das Thema Selfpublishing nicht so in der Gesellschaft angekommen, wie man es sich wünschen kann. Aber ich denke, das ist eine Frage der Zeit und wie sich die entsprechenden Autorinnen und Autoren geben.

Bedauerlicherweise machen es einige Autor*innen entsprechende Ambitionen zunichte, wenn sie Plagiate veröffentlichen. Natürlich hat die Entscheidung einer Autorin oder eines Autors nichts mit allen anderen zu tun. Das Problem ist aber, dass viele das nicht so sehen. Wenn eine Autorin, die zudem noch eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, zugibt, Werke abgeschrieben zu haben (also eben ein Plagiat veröffentlichten), dann heißt es bei vielen, natürlich Selfpublishing, die veröffentlichen ja alle Müll oder gestohlene Sachen oder was auch immer. Dabei gibt es durchaus Geschichten über Plagiate bei Verlagen. Die interessiert nur kaum jemanden.

Gerade weil sich viele nicht vorstellen können, wie es die Autor*innen schaffen, innerhalb kürzester Zeit eine hohe Anzahl von Büchern zu veröffentlichen. Dabei vergessen die Leute, einige dieser Autor*innen vor der ersten Veröffentlichung einige Bücher vorgeschrieben haben, auf diese sie dann zurückgreifen können. Weiterhin haben sie nicht die lange Veröffentlichungszeit eines Verlages (da kann es bis zu einem Jahr dauern, bis ein Manuskript veröffentlicht wird, was an der Planung liegt). Diese Zeiten muss eine Selfpublisherin nicht einhalten. Sie kann veröffentlichen so oft und soviel sie will.

Lesetipp: Schau mal bei dem Projekt “12 in 12” der Autorin J. Vellguth rein. Dort wirst Du sehen, dass es, theoretisch sogar möglich ist, innerhalb eines Jahres zwölf Bücher zu veröffentlichen.

Dein Autor*innenstatus

Nach den negativen Geschichten von oben kannst Du Dir sicherlich vorstellen, dass es um den Autor*innenstatus nicht gut bestellt ist. So verweigern einige schlichtweg Autor*innen im Selfpublishing anzuerkennen. Einige Autor*innenvereinigungen wollen diese auch nicht bei sich haben. Es muss eine Verlagsveröffentlichung sein. Ansonsten darf man nicht dabei sein.

Aber ich sag ganz klar, auch Selfpublisher*innen sind Autor*innen. Sie schreiben eine Geschichte, welche veröffentlicht wird. Was will man mehr? Die meisten sind sogar zwischenzeitlich so professionell, dass sie sich ein Lektorat/Korrektorat besorgen. Und ihr Marketing kann gelegentlich so gut sein, dass man nur zu staunen vermag.

Mit anderen Worten lass Dir bitte nicht einreden, Du seist kein*e Autor*in. Das bist Du nämlich sehr wohl.

Abschlussgedanken Selfpublishing

Auch wenn dieser Weg durchaus eine große Herausforderung ist, so kann sie sich für viele durchaus lohnen. In erster Linie aufgrund der vielen Freiheiten, die Autor*innen dabei bekommen, aber auch aufgrund der höheren Entlohnung, die sie pro verkauftem Buch erhalten.

Es lohnt sich also durchaus sich mit diesem Weg zu beschäftigen, wenn Du Dir überlegst, wie Du Deine Geschichte veröffentlichen möchtest. Gerade dann, wenn Du eine ungewöhnliche Geschichte schreibst, wäre es möglich, dass Du mit diesem Weg um einiges mehr erreichst, als wenn Du den traditionellen Weg beschreitest (also die Verlagsveröffentlichung).

Vor- und Nachteile

Nachteile des Selfpublishing:

  • Du musst Dich um alles selbst kümmern.
  • Du bist nicht nur Schriftsteller*in, sondern auch eine kleine Unternehmer*in (nicht unbedingt in diesem Sinne, aber im Bereich, dass Du die Buchhaltung machen musst, Marketing und so weiter).
  • Die Kosten musst Du im Voraus bezahlen.
  • Sollte Dein Roman ein Flop werden, trägst Du allein die Kosten und daher das komplette Risiko.
  • Und einige weitere Punkte.

Vorteile des Selfpublishing:

  • Du hast die komplette künstlerische Freiheit in allen Belangen.
  • Du kannst entscheiden, wann Du was schreibst, veröffentlichst und wie Du es bewirbst und ob überhaupt.
  • Wenn Du Experimente wagen willst, ist es leichter diesen zu wagen und umzusetzen.
  • Du brauchst nicht nach dem Markt zu schreiben (was also die Verlage vorgeben), sondern kannst nach der eigenen Nase schreiben (nach dem eigenen Geschmack).
  • Wenn Dein Roman ein Erfolg wird, trägst Du den kompletten Gewinn alleine.
  • Und noch so einige Punkte.

DKZV

Ein Hinweis vorneweg: Finger weg vom DKZV!!!
Oder ausgeschrieben: Druckkostenzuschussverlag!!!

Was ist ein DKZV?

Der Druckkostenzuschussverlag oder auch Selbstkostenverlag ist eine Variante des veröffentlichen, der keinen guten Ruf genießt. Doch was ist das genau?

Das Wichtigste vorneweg: Auch wenn ein Druckkostenzuschussverlag sich auf die Fahnen schreibt, sie seien ein Verlag, sind sie es nicht. Das liegt schlichtweg daran, dass die Bezeichnung Verlag nicht geschützt ist (es also keine Definition gibt, was ein Verlag ist bzw. nicht ist). Daher kann sich jedes Unternehmen, dass ein Buch veröffentlicht, als Verlag bezeichnen. Im Folgenden werde ich zwar vom DKZV schreiben (also dem Kürzel), aber ich möchte betonen, dass wir es hier nicht mit einem Verlag zu tun haben.

Ein DKZV sollte man eher als einen Dienstleister betrachten, der so tut, als sei er ein Verlag. Wie ich oben beschrieben habe, übernimmt ein Verlag sämtliche Kosten, die anfallen. Vom Lektorat bis hin zum Cover und auch die Werbung. Und damit trägt dieser das finanzielle Risiko, wenn sie eine Fehlentscheidung getroffen haben. Also wenn sie eine Geschichte veröffentlicht haben, die einfach nicht gut genug ist, um ein Bestseller zu werden.

Wenn Du Dich entscheidest, bei einem DKZV zu veröffentlichen, dann kann es noch sein, dass die Prüfung Deines Manuskripts kostenfrei ist (wie bei einem Verlag). Doch dann wird Dir ein Angebot gemacht, wo mir durchaus das hören und sehen vergangen ist, als ich von einigen Beispielen gelesen habe.

Denn Du als Autorin bzw. als Autor trägst alle Kosten selbst, die dann im Rahmen der Veröffentlichung entstehen. Lass ruhig mal diesen Satz auf Dich wirken: Du trägst wirklich sämtliche Kosten alleine.

Jetzt wirst Du Dir sagen, Moment, wenn ich mich für den Weg des Selfpublishing entscheide, bezahle ich doch auch alles. Wo ist also das Problem?

Wenn man so argumentiert, gebe ich Dir erst einmal recht. Erst einmal! Aber wenn wir uns die Sache genauer ansehen, wirst Du verstehen, warum viele Personen, Seiten und Vereine vor diesen Pseudoverlagen warnen.

Kommen wir zu den Kosten und damit zum Problem der Angelegenheit

Ein Verlag verlangt keine Kosten, sondern bezahlt Dich (im Idealfall) sogar, wenn Du Dein Manuskript in deren Hände gibst. Damit überträgst Du nicht nur das Recht zur Veröffentlichung dem Verlag, sondern eben auch das finanzielle Risiko. Beim DKZV hingegen überträgst Du auch das Recht zur Veröffentlichung, das finanzielle Risiko behältst Du aber. Und da ist der Hund begraben.

Denn ein DKZV ist eben kein Verlag. Denn Verlag kommt vom verlegen bzw. vom Vorlegen. Eben die Kosten, einen Vorschuss und die weiteren Punkte (entschuldige, wenn ich mich hier gerade ein wenig wiederhole). Diese Erklärung wirst Du im Internet immer wieder lesen. Und das stimmt auch.

Ein DKZV bittet zur Vorkasse. Und zwar mit Summen, wo Dir die Spucke wegbleibt. Ich habe von tausend Euro gelesen, bis, ja, Du liest richtig, zehntausend Euro. Und das für einen einzigen Roman. Wenn Du den obigen Preisrechner ausprobiert hast, wirst Du feststellen, dass eine professionelle Veröffentlichung so um die 1.500 Euro kosten mag (je nachdem welche Leistungen Du in Anspruch nimmst). Woher nimmt also der DKZV diese Summen?

Darüber lässt sich letztendlich spekulieren. Aber in den Paketen bekommst Du irgendwelche Versprechungen, die selten wirklich zu einem richtigen Bucherfolg führen.

Welche Versprechungen Sie Dir geben (eine Auswahl)

Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Sie veröffentlichen Dein Buch garantiert.
    Gut, das hört sich erst einmal harmlos an. Aber eigentlich sollte das selbstverständlich für ein Verlag sein, dass sie Dein Buch veröffentlichen (wenn sie es angenommen haben).
  • Hinweis auf deren Homepage
    Auch das sollte selbstverständlich sein. Immerhin wollen sie mit Dir zusammenarbeiten. Aber wer liest schon deren Homepage? Das ist die größere Frage. Wichtiger wäre es, wenn Dein Verlag bei den gängigen Onlineshops veröffentlicht wird und bei diversen Buchblogs (gerade die, mit einer sehr hohen Klickrate).
  • Dein Buch im Buchhandel
    Es gibt diverse Berichte im Internet, wo der Buchhandel gefragt wurde, ob sie Romane aus einem DKZV haben. Das wurde meistens verneint. Das mag unter anderem wohl daran liegen, dass niemand von diesem Psuedoverlag im Buchhandel auftaucht, um das Programm zu bewerben (ja, auch Verlage putzen klinken).

Auch gibt es Werbung, dass Du im Paket einen Fernsehauftritt bei einem Sender hast, von dem Du aller Wahrscheinlichkeit noch nie gehört hast. Und wenn Du noch nie davon gehört hast, warum sollten es bei Deinen potenziellen Leserinnen und Leser anders sein?

Wenn das für Dich attraktiv anhört, dann lies Dir bitte den folgenden Bericht durch.

Ein Beispiel aus dem DKZV

Vor Jahren war ich noch in einem kleinen Schreibforum sehr aktiv. Dort erzählte eine Autorin, dass ihr Bekannter bei einem DKZV veröffentlicht hat. Er soll wohl ziemlich über Agenturen und Verlage geschimpft haben, weil er der Meinung war, sie würden nur abzocken und sein hart verdientes Geld haben wollen (die oben erwähnten 15 bis 20 Prozent für die Agentur und dann noch die Summen, die ein Verlag haben möchte). Aus diesem Grund habe er sich für den Weg des DKZV entschieden.

Und immerhin verdient er mit der Veröffentlichung des fünften Buches (!) auch Geld.

An dieser Stelle sei angemerkt, wenn ich bei einem angeblichen Verlag erst ab dem fünften Buch Geld verdiene, dann läuft etwas schief. Denn bei einem richtigen Verlag oder im Selfpublishing verdiene ich mit dem ersten verkauften Exemplar mein Geld. Und nicht erst nach gut fünftausend verkauften Büchern (eine durchschnittliche Auflage kann sich so um 1.000 Bücher drehen).

Wilde Geschichten des DKZV

Es gibt verschiedene Pseudoverlage und einige von denen erzählen wirklich haarige Geschichten, warum man unbedingt bei ihnen veröffentlichen soll. Unter anderem wird dabei den Verlagen vorgeworfen, sie setzen ihre Autorinnen und Autoren unter Druck, damit die Verwandten und Freundschaften die Bücher kaufen sollen. Oder sie überhaupt nicht über die Vertragdetails erzählen dürfen. Und weitere Geschichten, wo man nach dem eigenen Aluhut sucht (Verschwörungstheorien lassen grüßen).

Wenn Du also auf eine Seite kommst, wo steht, dass Du nur mit einem DKZV eine Möglichkeit auf eine Veröffentlichung hast, dass Verlage Neulingen keine Chance gibt oder Du nur einen Teil der Kosten zu tragen hast, dann tue Dir selbst einen Gefallen – schließ die Seite.

Lies Dir gerne einfach mal einige Beschreibungen der Verlage durch, ich denke, Du wirst wunderbar schmunzeln können.

Vorteil, Verlagsbegriff

Auch wenn das Wort “Verlag” nicht definiert und nicht geschützt ist, erzeugt er viele positive Gefühle. Eben aus historischen Gründen. Daher benutzen zweifelhafte Verlage ebenfalls dieses Wort. Um diese positiven Gefühle auf sich zu übertragen.

In diesem Fall sollten sie ehrlich sein und sich als Dienstleister bezeichnen. Denn, über kurz oder lang, sind sie das nämlich.

Verbranntes Manuskript – Verbrannte Autorin und verbrannter Autor

Vielleicht hast Du schon mal gehört, dass Dein Manuskript verbrannt ist, wenn Du es im Internet veröffentlicht hast. Das bedeutet also, dass ein Verlag sich nicht mehr dafür interessieren mag, wenn es irgendwie online schon mal stand (auch wenn Du es gelöscht hast). Das mag sein.

Aber es ist so gut wie sicher, dass sowohl Dein Manuskript und aller Wahrscheinlichkeit sogar Du als Autorin für einen seriösen Verlag nicht mehr interessant bist, wenn Du einen solchen Veröffentlichungsweg gewählt hast. Denn immerhin hast Du für eine Verlagsveröffentlichung bezahlt. Und die anderen Verlage kennen die schwarzen Schafe ihrer Branche sehr gut. Wenn sie also lesen, Du hast bei dem Verlag XYZ veröffentlicht, dann bist Du automatisch nicht mehr für sie interessant. Und das bedeutet für Dich nicht nur harte Arbeit, sondern eine fast unüberwindliche Hürde, um bei den Verlagen noch ernst genommen zu werden.

Kleiner Tipp: Erwähne das einfach nicht und such Dir einen neuen Pseudonym. Dann kannst Du das alles noch retten.

Wie erkenne ich ein DKZV Angebot?

Es gibt Hinweise, die sehr wahrscheinlich auf einen Pseudoverlag hinweisen. Hier sind die drei wahrscheinlichsten Punkte:

  • Verlag sucht Autor (bzw. Autorin)
    Natürlich ist dieser Hinweis nicht automatisch mit einem DKZV zu verbinden. Denn viele kleine Verlage suchen auch Autorinnen. Doch wenn Du das liest, solltest Du schon einmal aufhorchen.
    Die meisten Verlage geben Hinweise darauf, wie Du Dein Manuskript einreichen kannst. Aber sie fordern Dich nicht (immer) explizit auf, das auch zu tun. Denn je größer ein Verlag ist, desto mehr unverlangte Manuskripte liegen ihnen vor. Daher arbeiten die großen Verlage eher mit Agenturen zusammen, als das sie noch Direktbewerbungen annehmen.
    Kleine Verlage hingegen nehmen gerne Manuskripte an, weil sie ihr Angebot ausbauen wollen. Aber sie weisen meistens noch darauf hin, dass Dir zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Kosten entstehen. Solltest Du daran Zweifeln, schreib dem Verlag eine freundliche Mail und erkundige Dich nach den Kosten. Oder recherchiere im Internet nach dem Verlag. Dort findest Du aller Wahrscheinlichkeit Hinweise, ob es sich bei Deinem Wunschverlag um ein DKZV handelt.
  • Du bezahlst nur einen Teil der Kosten.
    Viele DKZV reagieren auf die kritischen Berichte im Internet und behaupten, dass man nicht mehr die kompletten Kosten bezahlt, sondern nur noch ein Teil. Auch das ist schon zu viel, wenn sie sich weiterhin als Verlage hinstellen. Dann sollen sie ehrlich sein, sich als Dienstleister bezeichnen und schon ist das Problem aus der Welt geschaffen. Doch solange sie von Dir Geld verlangen und sich als Verlag hinstellen, ist das durchaus ein Hinweis, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Vermeide also deren Angebot.
  • Wir bringen Sie in den Buchhandel, auf unsere Homepage, groß raus!
    Wie oben schon beschrieben, der Buchhandel hört selten bis gar nichts von solchen Pseudoverlagen. Aus diesem Grund ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass gerade Deine Geschichte im Buchhandel landet.
    Weiterhin sollte es selbstverständlich sein, dass Dein Buch auf deren Homepage landet. Immerhin hast Du bei denen veröffentlicht. Aber wer liest schon solche Seiten, wenn man den Verlag nicht kennt? Daher wären andere Seiten (wie oben erwähnt, Onlineshops oder Buchblogs) um einiges interessanter.
    Und einen Erfolg kann ein Verlag nicht garantieren. Es gibt zwar Faktoren, welche den Erfolg begünstigt, aber wenn man die großspurig verspricht, dass Du die nächste Bestsellerautorin wirst, geh noch einmal in Dich und frag Dich, ob das wirklich seriös ist.

Wie sieht es hier mit Deinem Autor*innenstatus aus?

DKZV werden von den meisten zwischenzeitlich abgelehnt. Häufig fehlt es an der Qualität des Lektorats und Korrektorats. Zudem haben viele Lesende selbst ein Gespürt entwickelt, dass man einem DKZV nicht vertrauen sollte.

Meistens richtet sich die Ablehnung jedoch nicht gegen die Autor*innen, sondern gegenüber dem sogenannten Verlag. Und in meinen Augen sind die Personen, die über einen DZKV veröffentlichen, trotzdem Autor*innen. Sie haben eine Geschichte geschrieben und einen zweifelhaften Weg gewählt, diese zu veröffentlichen.

Selbst wenn das Werk mies sein sollte (seien wir ehrlich, auch Verlage und Selfpublisher*innen können zuweilen miese Geschichten veröffentlichen), ändert das nichts am Status. Hier wurde geschrieben.

Abschlussgedanken zum DKZV

Beim besten Willen, ich kann eigentlich nichts gutes über den DKZV schreiben. Das liegt wohl daran, dass sie kein Angebot haben, dass Du nicht über gute Dienstleister bekommst. Und zwar für weniger Geld. Leider sprießen gerade in letzter Zeit mehr solcher Pseudoverlage aus dem Boden, als früher. Manche vermuten, dass es daran liegt, das durch das Selfpublishing die Hemmschwelle für eine Veröffentlichung zu bezahlen, geringer geworden ist.

Bevor Du Dich für einen DKZV entscheidest, solltest Du lieber die oben beiden Varianten probieren oder lieber Deine Geschichte im Internet kostenfrei veröffentlichen. Alles andere ist eher selbstzerstörerisch.

Vor- und Nachteile

Nachteile des DKZV:

  • Du trägst alleine das finanzielle Risiko – obwohl Du in einem Verlag veröffentlichst.
  • Du zahlst meist mehr, als Du es vielleicht im Rahmen des Selfpublishing oder bei einem Diensleister (wie zum Beispiel BoD) tun würdest.
  • Dein Roman und eventuell sogar Dein Name kann für seriöse Verlag verbrannt sein, wenn Du in einem DKZV veröffentlichst.
  • Dein Manuskript wird genommen – egal wie gut oder wie schlecht es ist (und das sehe ich nicht gerade als Werbung an).
  • Und noch so einiges mehr.

Vorteile des DKZV:

  • Dein Buch wird veröffentlicht – mehr oder weniger.

Abschlussgedanken zum gesamten Beitrag

Du hast heutzutage die große Auswahl zwischen verschiedenen Verlagen (von den großen Verlagen, bis hin zu den kleinen Verlagen, Indieverlagen und noch vielen mehr), an die Du Dein Manuskript schicken kannst. Wenn sie Deine Geschichte nicht nehmen oder Du gar nicht die Enge des Verlagslebens haben möchtest, gibt es noch die Alternative der Selbstveröffentlichung. Und dort hast Du sogar noch mehr Möglichkeiten, als Dir jetzt vielleicht bewusst ist.

Das sind auch die einzigen Wege, die ich Dir ans Herz legen kann. Denn DKZV’s sind einfach keine alternative. Daher wiederhole ich mich in diesem Fall sehr gerne: Bitte, bitte Finger weg vor DKZV’S. Sie sind keine gute Alternative zu einer Veröffentlichung.

Informiere Dich daher, welcher Verlag für Dich infrage kommt oder wie das mit dem SelfPublishing funktioniert. Und ich bin mir sicher, dass Du Dein Weg machen wirst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Kolumne: Von Selbstzweifeln

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nichtsahnend sitzt man am PC oder unterhält sich mit jemanden oder sitzt herum und träumt vor sich hin. Doch dann nähert es sich, lauernd, gefährlich und unbahmherzig. Und ehe wir uns versehen, hat dieses gefährliche Monster zugepackt.

Kurze Vorgedanken

Dieses gefährliche Monster überfällt die Menschen häufig völlig unerwartet. Wenn es so weit ist, hat man dann Selbstzweifel. Die zeigen sich dann, dass man an sich und die eigene Arbeit zweifelt und der festen Überzeugung ist, niemals etwas von Wert zu schaffen.

Daher möchte ich heute ein wenig darüber schreiben. Und vor allem, wie man mit den Selbstzweifeln umgehen kann.

Achtung! Wichtig!

Vorneweg möchte ich erwähnen, wenn ich hier von Selbstzweifeln rede, dann meine ich das, was uns gelegentlich überfällt, wenn wir die Erfolge anderer sehen. Als Beispiel. Oder wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Arbeit nicht den Wert hat, den wir uns erhoffen.

Worüber ich nicht schreibe, ist, wenn die Selbstzweifel als Teil einer psychischen Erkrankung ist. Oder sich daraus eine entwickeln könnte.

Solltest Du das Gefühl haben, zumindest Unterstützung zu benötigen, such sie Dir bitte. Erst recht, wenn Du befürchtest, dass Du eine psychische Erkrankung hast. Suche mindestens Deine Hausärztin oder Deinen Hausarzt auf.

Wichtig ist, dass Du Dich um Deine Gesundheit kümmerst. Oder jemanden bittest, der Dir dabei hilft (wenn Du es selbst nicht mehr schaffen solltest).

Danke!

Was sehe ich als Selbstzweifel an?

Letztens hab ich gelesen, wie vier Nornenschwestern für den Seraph nominiert wurden. Klar, ich habe mich wahnsinnig gefreut. Denn tatsächlich gehöre ich zu den Menschen, die kein Neid kennt. Wenn tolle Literatur veröffentlicht wird, darf und soll es entsprechend gewürdigt werden.

Doch sofort nagten die Selbstzweifel an mir (siehe auch obigen Tweet). Damals tauchte die Frage in mir auf, ob ich jemals solch eine Anerkennung erhalten werde.

Tatsächlich geht es mir nicht um einen Preis (auch wenn so etwas natürlich immer toll ist). Es geht mir eher um die Frage, ob es da draußen Personen geben wird, die mein Schreiben nett finden. An mögen oder gar lieben denke ich in solchen Momenten gar nicht mehr. Dazu bin ich selbst nicht in der Lage.

In solchen Momenten zerfetzt der Selbstzweifel all meine positive Energie. Dann ist mein Schreiben schlecht, meine Ideen Schrott und meine Existenz nichtig. Ja, wenn das Monster mich mal packt, dann bitte richtig oder gar nicht.

Für mich bedeutet Selbstzweifel zu haben, Zweifel an der eigenen Arbeit zu besitzen.

Woher kommen die Selbstzweifel?

Eins vorneweg, ich bin keine Psychologin oder Psychiaterin. Daher kann ich keine wissenschaftlich fundierte Antwort auf diese Frage geben. Zumal es vermutlich auch so viele antworten darauf geben kann, wie es Menschen gibt. Denn jeder Mensch kann aus anderen Gründen Selbstzweifel bekommen. Daher werde ich mal meine Geschichte als Beispiel aufführen.

Bei mir ist es so, dass ich von diversen Seiten regelmäßig negativ bewertet werde. Selbst, wenn ich etwas richtig mache, finden einige Leute immer das berühmte Haar in der Suppe. Positive Unterstützung hab ich selbst eher selten erlebt. Und wenn doch, dann erinnere ich mich daran, verzweifelt beinahe schon, weil es nur wenige Augenblicke davon gibt.

Wenn Du in einen solchen Teufelskreis steckst, ist es schwer, sich eine positive Haltung zu bewahren. Dass ich diese trotzdem habe, darüber wundere ich mich. Klar, ich sitze auch schon mal auf meinem Bett und heule vor mich hin. Doch dann sage ich mir, jetzt erst recht und mache weiter. Aber ja, das ist eine durchaus schwere Angelegenheit.

Leider ist es dann so, dass positive Rückmeldungen untergehen. Die negativen Kommentare bleiben eher im Gehirn hängen, als wenn jemand sagt, hei, das hast Du toll gemacht.

Wie mit dem Monster umgehen?

Wichtig ist, dass Du Deine Methode findest, mit diesem Monster umzugehen. Daher kann ich Dir nur ein paar Inspirationen bieten, welche ich teilweise ausprobiert habe. Oder die ich ausprobieren möchte.

Akzeptieren

Es mag sich jetzt ein wenig komisch anhören, aber ich meine das tatsächlich ernst. Wenn wir unterdrücken, dass das Monster uns gerade gepackt hat, dann ist es schwerer, damit umzugehen. Denn ignorieren lässt sich das Monster nicht. Also lassen wir es in unser Leben und können sagen, okay, da bist du ja wieder.

Darüber schreiben

Sei es in den sozialen Medien oder in Dein Tagebuch, schreib darüber. Wenn Du es in Worte fasst, was Dir gerade Kopfzerbrechen bereitet, verliert es häufig seine Angst. Zweifel und Ängste haben nur dann Macht über Dich, wenn Du Dich ihnen verweigerst.

Analysieren

Was genau bereitet Dir jetzt Angst, worüber zweifelst Du? Wenn Du es genau benennen kannst, kannst Du dem auch aktiv entgegenwirken. Zum Beispiel habe ich Angst, dass mein Werk nicht ankommen könnte. Daher könnte ich Auszüge an andere Leute schicken und fragen, was sie davon halten. Kommt es bei denen gut an, könnte es sehr wahrscheinlich sein, dass auch Fremde es gut finden werden. Wichtig hierbei ist, dass Du freundlich kritische Menschen findest.

Erfolgstagebuch

Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich den ganzen Tag am PC sitze und am Ende nichts geschafft habe. Dabei stimmt das nicht immer. Daher führe ich seit dem 1. Januar 2019 ein Erfolgstagebuch.

Für mich habe ich entschieden, dass ich jeden Tag mindestens fünf Dinge aufschreibe, die ich am Tag geschafft habe. Das kann vom Lesen, bis hin zum Schreiben und was auch immer.

Wenn ich dann mal wieder am Boden bin, kann ich dann in dem Erfolgstagebuch lesen und sehen, was ich geschafft habe. Das kann dann aufbauend sein.

Lobtagebuch

Für jedes kreative Projekt würde ich ein eigenes Lobtagebuch erstellen. Jedes Mal, wenn Du etwas Positives zu Deinen Geschichten bekommst, druckst Du es aus oder notierst Dir es in Dein Lobtagebuch.

Das können tolle Rezensionen sein, direkte Nachrichten an Dich, welche Dein Buch loben oder Kommentare aus dem Internet. Was auch immer es ist, kleb es ein. Und wenn es Dir nicht gut geht, lies darin. Andere Menschen lieben Dein Werk, Du hast die Beweise.

Abschlussgedanken

Jeder Mensch hat eigene Gründe, warum das Monster Selbstzweifel bei ihr oder ihm zupackt. Und eigene Methoden, mit diesem klar zu kommen. Wichtig finde ich, wenn Du das Gefühl hast, nicht alleine damit fertig zu werden, hol Dir Hilfe.

Manchmal reicht es, wenn Du eine Freundin oder einen Freund darum bittest. Und gelegentlich müssen schärfere Geschütze aufgefahren werden (also medizinische Hilfe und so weiter).

Wichtig finde ich, dass Du Deinen Weg zur Lösung findest. Egal, wie dieser auch aussehen mag.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Nach der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nun ist es soweit, die Messe ist vorbei. Zwei oder manchmal auch mehr anstrengende Tage liegen hinter uns. Jetzt ist es Zeit für den #Messeblues.

Kurze Vorgedanken

Auch die schönste Zeit ist irgendwann mal zu Ende. Und ich persönlich finde Convention- oder Messetage immer schön. Weil ich endlich mit Leuten zusammen bin, die genauso verrückt sind, wie ich (gefühlt). Und vor allem, ich fühle mich dann verbunden. Sei es, dass wir ähnliche Leseinteressen haben. Oder, dass man sich mit den Leuten über diverse Schreibthemen unterhalten kann.

Daher kann für viele ein #Messeblues eintreten, dass sie die Menschen vermissen. Und vor allem, dass sie sich schon auf die nächste Messe freuen.

Doch wie beendet man eine Messe am besten? Darüber mache ich mir heute ein paar Gedanken.

Kurzer Urlaub

Für mich habe ich entdeckt, dass es immer besser ist, wenn ich nach einer Messe mindestens einen oder sogar zwei bis drei Tage Urlaub habe. Denn eine Messe kann physisch durchaus anstrengend sein. Selbst als Besuchende.

Wenn Du aber den ganzen Tag am Stand stehst, immer bewusst da sein musst und Kontakte pflegst, das ist Hochleistungsarbeit. Das Stehen ist eben physische anstrengend (für Füße und auch Deinen Rücken). Der Rest kann Dich physisch beanspruchen.

Daher kann ich Dir nur ans Herz legen, dass Du Dir danach eine kleine Auszeit gönnst. Der erste Tag könnte sogar für die Heimfahrt in Anspruch genommen werden. Und der zweite Tag, um Dich zu erholen und auszuruhen.

Danach kannst Du Dich auf die Arbeit stürzen. Denn nach der Messe ist vor der Messe.

Inventur und Bilanz

Wenn Du Dich erholt hast, solltest Du Dir ein wenig Zeit nehmen und eine Inventur machen.

Was hattest Du auf die Messe mitgenommen (da solltest Du Dir im Vorfeld notieren, wie hoch die Anzahl von Deinen Mitbringseln sind) und was hast Du wieder nach Hause gebracht.

Das gilt natürlich für alle Medien. Von Büchern, über Merchandising was Du verkauft hast oder auch Deine Lesezeichen und was auch immer. Wie viel hast Du am Ende noch vorrätig. Wobei ich Dir wünsche, dass Du bei Deinen Büchern eine fette 0 schreibst.

Bei der Inventur geht es mir um zwei Dinge:

  • Feststellen, was Du beim nächsten Mal nachbestellen musst. Denn die nächste Messe kommt bestimmt. Daher ist es immer gut zu wissen, was Du noch vorrätig hast und was nicht.
  • Herausfinden, was gut lief. Manche Sachen kommen gut bei Standbesuchenden gut an, andere hingegen nicht. Ein Beispiel: Wenn Du zwei Lesezeichen hattest und einer ging gut weg, während der andere nicht angerührt wurde, weißt Du fürs nächste Mal Bescheid, dass Du den anderen neu designen könntest.

Deine Finanzen

Natürlich ist es auch wichtig, dass Du Dir einen Überblick über Deine Finanzen schaffst. Rechne nicht damit, dass Du die Ausgaben mit dem Verkauf von Büchern und anderen Sachen decken kannst. Falls doch, Glückwunsch dazu. Aber Messen sind eher dafür da, dass Du Werbung für Dich machst.

Die Autorin Tina Folsom sagte einmal auf einer LoveLetter Convention, dass sie für eine Teilnahme viel bezahlen muss. Danach gehen aber häufig ihre Bücherverkäufe hoch. Dadurch finanziert sich das häufig, daran teilzunehmen. Rechne daher eher, dass Du danach einen Anschub an Verkäufen verzeichnen kannst.

Bis dahin solltest Du schauen, was Du eingenommen hast (unter anderem auch für die Steuer, auch wenn ich Dir an dieser Stelle dazu keine Informationen geben kann). Und ja, wenn Du eine ordentliche Summe erreicht hast, darfst Du Dich auch gerne feiern. Das ist durchaus eine Leistung.

Ein Rücbklick

Nachdem Du die harten Fakten notiert hast, kannst Du noch einen weiteren Schritt gehen. Denn wie oben schon erwähnt, nach einer Messe ist immer vor einer Messe. Und mit jedem Messebesuch kannst Du für Dich lernen, wie die nächste besser aussehen kann.

Was war gut?

Am besten nimmst Du Dir dafür etwas Zeit und Papier, sowie ein Stift. Dann notiere Dir alles, was Du für gut befunden hast. Wie war Dein Auftritt, wie haben die anderen auf Dich reagiert und so weiter.

Tatsächlich kann es passieren, dass die Besuchenden direkt eine Rückmeldung geben, was sie an Deinem Stand und/oder Auftritt toll fanden. Schreib das unbedingt auf. Das wäre eventuell ein Thema für Deine nächste Messe. Also, dass Du das wieder anwendest, was gut bewertet wurde.

Aber auch alle Punkte, bei denen Du Dich wohlgefühlt hast und was die Leute positiv aufgenommen haben könnten. Damit meine ich Aktionen, die letztendlich dazu geführt haben, dass Du mit den Besuchenden ins Gespräch gekommen bist. Oder welche sie an Deinen Stand gelockt haben. Eben alles, was Du als positiv bewertest.

Das können auch ganz banale Punkte sein. War es besser zu stehen oder zu sitzen? Wie kam Deine Standdeko an? Oder der Aufbau der Bücher und den dazugehörigen Sachen? Schreib einfach auf, was Dir dazu einfällt.

Was war nicht so gut?

Gerade, wenn Du es die erste oder eine der ersten Messen in Deinem Leben war, war vermutlich nicht alles gut. Das ist völlig normal und keine Katastrophe. Vor allem, wenn die Besuchenden Dich positiv in Erinnerung behalten haben.

Trotzdem empfehle ich Dir, dass Du alles notierst, was Du nicht mehr machen willst. Vielleicht war der Aufbau Deines Standes nicht optimal. Dann kannst Du das nächste Mal das anpassen.

Oder vielleicht hast Du versehentlich im falschen Moment mit dem Handy gespielt (weil es privat was zu klären gab oder Du Deine SoMe Accounts gepflegt hattest). Vielleicht gibt es für das nächste Mal einen Plan, wie Du diese Sachen besser organisieren kannst.

Zwar behaupte ich, wer mit Herzblut dabei ist, wird eher in kleinen Bereichen Fehler machen. Und diese Fehler sind sogar eher kleine Schnitzer. Aber es kann sein, dass die Dir nicht gefallen. Daher schau ruhig mal über diese Punkte. Es kann alles nur charmanter werden.

Was hast Du gelernt?

Mit jeder Messe wirst Du etwas lernen. Sei es, weil Du achtsam die Tage beobachtet hast. Oder auch, weil Du die anderen Stände genauer betrachtet hast.

Seien wir ehrlich, die anderen Autor*innen haben ihre genialen Ideen. Und bei manchen stehe ich da und denke mir, boah ist das geil. Darauf wäre ich selbst nie gekommen.

Schreib alles auf, was Du von den anderen gelernt hast und Du zumindest theoretisch übernehmen möchtest. Gerne auch erst einmal so, wie Du es gesehen hast.

Bei Deiner nächsten Messeplanung kannst Du diese Ideen dann näher betrachten. Meine Empfehlung ist, dass Du diese Sachen nicht eins zu eins übernimmst. Wandle es so ab, dass es individuell wird und zu Dir persönlich passt. Alles andere ist nur eine billige Kopie des Originals.

Mach aus einer anderen Idee etwas Eigenes. Immerhin willst Du Dich ja in den Mittelpunkt setzen. Daher sollte jede Marketingidee auch zu Dir passen.

Nach der Messe … ist vor der Messe

Wenn Du für Dich entschieden hast, bei der letzten von Dir besuchten Messe wieder teilzunehmen, dann ist es durchaus in Ordnung, ein paar Termine zu setzen.

Natürlich ist es nicht notwendig, ein Jahr im Voraus alles zu planen. Aber ich kann Dir empfehlen, trotzdem ein paar Dinge rechtzeitig im Auge zu behalten.

Der nächste Termin

Einige Messeveranstaltende können Dir für die nächsten Jahre im Voraus oder zumindest kurz nach der Messe den nächsten Termin sagen. Notier Dir diesen in Deinen Notizkalender.

Sollte der nächste Termin noch nicht feststehen, empfehle ich Dir, regelmäßig auf der offiziellen Seite zu schauen. Irgendwann wird die Ankündigung kommen. Wenn Du die Möglichkeit hast, die Unterlagen im Vorfeld zu bekommen, fordere sie schon an. Dann bist Du wenigstens da einen Schritt weiter.

Datum der Planung

Irgendwann wird es dann soweit sein. Die nächste Messe will geplant sein. Überlege Dir, wie viel Zeit Du das letzte Mal genommen hast. Und vor allem, ob die Zeit für Dich gereicht hat. Wenn ja, dann setz Dir einen Termin, um diese Zeit entsprechend abzudecken.

Wenn Du also das letzte Mal drei Monate für alles gebraucht hast, notier Dir drei Monate vor der nächsten Messe den Termin. Und halt diesen auch ein. Sonst wird es vielleicht für Dich eng.

War es für Dich zu eng, überleg Dir, wie viel Zeit Du das letzte Mal mehr Dir gewünscht hast. Trag das dann entsprechend ein und erhöh ruhig um eine Woche. Sicher ist sicher. Besser ist es, wenn Du kurz vor der Messe alles erledigt hast und nicht mehr hetzen musst.

Alles weitere …

Wenn Du im Vorfeld schon weißt, bis wann Du etwas anmelden kannst, notier es Dir. Lerne von Deinen bisherigen Erfahrungen. Und ansonsten, genieß die planungsfreie Zeit und schreibe an Deinen nächsten Roman. Dann hast Du auf der nächsten Messe was Neues anzubieten.

Abschlussgedanken

Messen sind einerseits ein Erlebnis. Für introvertierte und schüchterne Messen vielleicht anstrengend (für mich auf alle Fälle). Aber sie bereichern sehr.

Häufig hab ich nach einer Messe- oder Conventionsbesuch den Wunsch, noch mehr und härter an meinen Geschichten zu arbeiten. Denn ich will sie auch endlich auf die große Bühne bringen.

Daher kann ich Dir empfehlen, besuch eine Messe in Deiner Nähe. Nimm die Energie auf (auch als Besuchende kannst Du sehr davon profitieren) und schreib dann an Deinen Geschichten. Du wirst es nicht bereuen.

Und wenn Du selbst zu den Ausstellenden gehörst, mach Dir nicht zu viel Druck für den perfekten Auftritt. Den gibt es nicht. Sorg dafür, dass es Dein Auftritt wird. Der ist dann perfekt – für Dich.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Triggerwarnung

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vielleicht hast Du es mitbekommen, in den letzten Tagen ist im Internet (vornehmlich auf Twitter) eine rege Diskussion zum Thema Trigger ausgebrochen. Daher möchte ich heute darüber mit Dir reden.

Kurze Vorgedanken

Trigger oder auch Triggerwarnungen haben scheinbar bei einigen einen sehr, sehr schlechten Ruf. Tatsächlich wurde in der Diskussion von Zensur gesprochen. Aber auch, man kann ja nicht auf alle Rücksicht nehmen. Alternativ, alle anderen machen es so und so.

Daher möchte ich heute darüber schreiben, was ein Trigger ist, was es mal mit mir gemacht hat (also ein praktisches Beispiel), wovor man warnen kann und auch sollte, sowie wo man die Triggerwarnungen hin packen kann. Und ja, ich werde auch auf eine mögliche Marketingverwendung hinweisen. Denn es ist nicht immer alles schlecht, was eine Warnung enthält.

Achtung: Zwar versuche ich selbst, mögliche Trigger zu vermeiden. Wenn ich aber denke, dass ein Absatz einen möglichen Trigger enthält, bekommst Du eine Warnung und den Absatz schreibe ich in kursiv. Du musst dann für Dich entscheiden, ob Du es dann lesen kannst oder nicht. Aber wie geschrieben, auf unnötige Trigger werde ich versuchen zu verzichten, sofern sie nicht notwendig sind.

Was ist ein Trigger überhaupt?

Tatsächlich gibt es im medizinischen Bereich für viele Ebenen eine mögliche Erklärung, was ein Trigger ist. In der Psychiatrie und Psychologie (was uns hier am meisten interessiert) bedeutet das, dass man etwas sieht, hört oder riecht und ein Flashback hervorrufen kann.

Das bedeutet, wenn man mit einem Trigger konfrontiert wurde, dass man sich dann an etwas negatives aus der Vergangenheit (un)bewusst erinnert und das noch einmal erleben muss. Alternativ kann es auch sein, wenn man über ein Thema liest, dass man in ein Loch fällt und schlimmstenfalls etwas unüberlegtes tut.

Natürlich bin ich selbst keine Psychologin oder Psychiaterin. Daher werde ich hier auf keinen Fall in die Tiefe gehen, weil ich dazu nicht das nötige Fachwissen habe. Nur so viel, es kann negativ enden, wenn man ohne Vorwarnung getriggert wird. Das wirst Du gleich im Beispiel sehen.

Ein reales Beispiel zum Thema Trigger

Vor etlichen Jahren hatte ich einen Kurs im Rahmen meiner Berufsfindung besucht. Und dort freundete ich mich mit einer Person an (das Geschlecht und weitere individuellen Informationen halte ich im folgenden Text heraus).

In dem etwa achtmonatigen Kurs hatte besagte Person viele, sehr viele Geschichten erzählt. Und im Laufe der Zeit konnte ich herausfinden, dass gut die Hälfte davon gelogen waren. Bei dem Rest kann ich mich nur vorstellen, was davon wahr oder falsch war. Aus diesem Grund war ich sowieso irgendwann misstrauisch. Nur war ich damals ein ganz anderer Mensch als heute und sprach das nicht an.

Jetzt muss ich noch was kurz erzählen, damit Du meine Reaktion verstehst. Und ACHTUNG, es könnte im folgenden Text den einen oder anderen Trigger enthalten. Daher schreibe ich ihn in kursiv. Eventuell überspringst Du diesen.

In meiner Kindheit und Jugendzeit gab es ein Familienmitglied (Verwandtschaftsgrad ist egal), welche meine direkte Familie, gelinde gesagt, terorrisiert hatte. Es waren Selbsttötungsgeschichten und Selbstverletzungen dabei. Und es hat mich auch sehr belastet, nur konnte ich es damals nicht in Worten fassen. Noch weniger hat man mir in irgendeiner Art und Weise Hilfe angeboten. Denn ich war immer ein ruhiges, in sich gekehrtes Kind. Der Rest ist Geschichte.

Die besagte Person aus dem Kurs kam dann eines Tages zu mir und meinte, mir etwas erzählen zu wollen. Zugegeben, ich dachte, es wäre wieder eine ihrer Geschichten. Zudem hatte die Person dieses verschwörerische Grinsen drauf. Achtung, gleich kommt wieder ein Triggerabsatz.

Dann erzählte die Person mir, wie sie*er mit einem Messer spielte, um sich selbst zu verletzen.

BOOM! Das war ein heftiger Trigger für mich, aufgrund meiner Erfahrungen, die ich eigentlich bis heute nicht verarbeitet habe. Da hab ich die Person entsprechend angeschnauzt und emotional mit ihr gebrochen und mehr oder minder auch persönlich keinen Kontakt mehr zu ihr gesucht.

Heute weiß ich es besser. Wenn mir heute das passiert wäre, ich wäre zu der Kursleitung gegangen, hätte es denen erzählt und ihnen klar gesagt, dass sie sich um die besagte Person kümmern sollen. Damals war ich nicht in der Lage. Zumal ich auch kein Wissen um Trigger und um meinen seelischen Zustand hatte.

Und ehrlich gesagt, ich hab mich wirklich selbst erschrocken, wie ich damals reagiert hatte. Es brach einfach aus mir heraus. Nun ist es mir verständlich, damals konnte ich es halt nicht einordnen.

Warum also Triggerwarnungen?

In erster Linie geht es um den Schutz der Menschen. Wir machen alle unterschiedliche Erfahrungen. Und manche davon sind nicht gut. Andere hingegen sogar katastrophal.

Natürlich reagiert jeder Mensch anders auf eine gleiche Situation. Wäre jemand anders in meiner Situation und hätte alles so durchlebt wie ich, hätte die besagte Person aus dem Kurs vielleicht nur ausgelacht. Eine andere Person hätte ihr*ihm eine Ohrfeige gegeben. Und eine dritte Person wäre zur Kursleitung gegangen, um mit denen darüber zu sprechen.

Das können wir natürlich nicht vorhersehen. Aber wir können es Menschen leichter machen selbst zu entscheiden, ob sie sich mit einer bestimmten Situation auseinandersetzen wollen. Das bedeutet, ihnen eine Triggerwarnung zu geben.

Wenn Du also über ein besonderes Thema schreibst, sagen wir Mord. Und dabei sehr grafisch vorgehst, dann kann das durchaus sein, dass jemand dadurch getriggert wird. Warnst Du diese Person, kann sie entscheiden, ob sie das überhaupt lesen möchte.

Schreibst Du keine Triggerwarnung hin, dann kann es passieren, dass Du die Person dadurch getriggert wird (wie das auch immer individuell aussehen mag). In diesem Fall hatte diese Person keine Möglichkeit gehabt, eine Entscheidung zu treffen, ob sie Deine Geschichte lesen möchte oder nicht.

Eigenverantwortung zählt

Vielleicht kennst Du ja die Warnungen vor Serien oder Filmen, die meistens ab 22 Uhr laufen. Vorher kommt immer der Hinweis, dass das folgende Programm für Personen ab 16 oder 18 Jahren ist. Alternativ (und bisher nur einmal gesehen), dass das Programm nicht für sensible Personen gedacht ist.

Damit wissen wir alle, dass das Programm was nun läuft, entweder Gewaltdarstellungen und/oder Erotikszenen enthalten dürften. Es ist daher meine persönliche Entscheidung, ob ich das mir anschauen möchte, da ich selbst 18+ bin. Für alle anderen ist es ein Hinweis, ich muss jetzt abschalten (wie die Realität aussieht, ist hier nicht von Belang).

In diesem Fall muss ich eine Entscheidung treffen, ob ich mir das folgende Programm anschauen will. Jedoch kann ich das auch treffen. Denn ich wurde darauf hingewiesen, dass nun etwas läuft, was mir eventuell nicht gefallen könnte. Die freiwillige Selbstkontrolle (kurz FSK) gibt mir diese Möglichkeit. Es ist also auch eine Art von Triggerwarnung. Nur nicht sehr spezifisch. Das ist der kleine Unterschied.

Was ich dann damit mache, liegt an mir. Denn ich bin eine Freundin davon, wenn ich die Informationen zur Verfügung habe, dass ich dann für mich selbst entscheiden kann. Also, dass ich Eigenverantwortung übernehme.

Ablehnung der Triggerwarnung

Wenn Du die Diskussionen zu der Triggerwarnung verfolgst, wirst Du wahrscheinlich fünf Gründe dafür finden, warum einige Autor*innen einen solchen nicht setzen wollen. Die möchte ich hier kurz erläutern.

Zensur

Tatsächlich hat eine Person aufgeführt, dass Triggerwarnung einer Zensur gleichkommt. Zwischenzeitlich wurde hier zurückgerudert, was auch richtig ist. Denn eine Triggerwarnung ist keine Zensur. Denn es wird ja nicht verboten, dass man über ein Thema schreiben darf. Oder das man die Geschichte lesen soll.

Vermutlich haben hier Autor*innen Angst, dass dann ihre Geschichten nicht gelesen werden, wenn sie über bestimmte Themen schreiben. Klar, die eine oder der andere Lesende wird dann nicht zum Buch greifen. Aber diese Gruppe dürfte sehr wahrscheinlich an der Hand abzuzählen sein.

Spoiler

Wenn ich reinschreibe, was möglicherweise jemand triggern könnte, klar, dann ist vielleicht ein oder zwei Elemente dabei, die man als Spoiler werten könnte. Aber das ist nicht immer der Fall.

Es geht ja nur um die Nennung möglicher Trigger in der Geschichte. Bestenfalls hast Du diese Elemente sogar schon in Deinem Klappentext irgendwie verarbeitet. In der Warnung schreibst Du das nur noch genauer hin. Das ist alles.

Und es gibt durchaus einige Leute, welche diese Warnungen noch nicht einmal lesen (Stichwort: Eigenverantwortung). Meistens wissen sie, dass sie keinen Trigger haben. Alle anderen, die ahnen, dass da was ist, informieren sich dann halt darüber.

Welche Warnungen setzen?

Dann gibt es gerne die Argumentation, dass man ja vor allem und jeden warnen müsste, fängt man erst einmal damit an. Es gibt eine Liste von Syndromen, an die Du Dich eventuell orientieren kannst. Wenn jemand bestimmte Ängste hat und Du bedienst sie, dann kannst Du das erwähnen. Und ich zweifle sehr, dass Du mehr als eine handvoll Themen in Deiner Geschichte aufführst, einfach wegen der Lesbarkeit.

Leute, die vor bestimmten Dingen Angst haben, wissen häufig davon. Diese Menschen haben Strategien entwickelt, um sich davor zu schützen. Daher denke ich, dass wir hier nicht in die Breite gehen müssen, sondern uns an die großen Themen halten können (siehe weiter unten).

Alle anderen …

Eines meiner absoluten Lieblingsargumente ist, dass alle anderen auch keine Triggerwarnungen gesetzt haben. Und die haben noch viel schlimmere Trigger in ihren Geschichten als ich.

Ganz ehrlich? Solchen Personen würde ich gerne folgendes schreiben (und vermutlich kennst Du diese Sprüche auch aus Deiner Kindheit, oder?):

  • Alle Affen machen nach.
  • Wenn alle anderen aus dem Fenster springen, springst Du hinterher?

Wenn ich nach Deinem Buch greife und Deine Geschichte lese, ist es mir doch egal, was die anderen machen. Als ich oben diese heftige Reaktion hatte, war es mir in dem Moment egal, wie andere darauf reagieren würden oder ob andere vorher gewarnt waren. In dem Augenblick war ich auf mich gestellt, völlig allein, wütend und verletzt.

Hätte mir dann jemand gesagt, ja aber die anderen, ich hätte mich und mein Gefühlsleben nicht ernst genommen. Mir scheint es so, dass solche Menschen gerne nach einer Ausrede suchen, nur um nicht eine Warnung schreiben zu müssen. Als ob man ihnen etwas wegnehmen würde. Dabei sehe ich genau das Gegenteil.

Du gibst den Menschen sogar etwas. Und zwar die Möglichkeit einer Entscheidung. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, Du zeigst Respekt vor den Menschen und bietest ihnen an, dass sie sich entscheiden können. Und ich bin der festen Überzeugung, dass sich dieser Respekt in irgendeiner Art und Weise bezahlt machen wird. Zumindest auf der emotionalen Ebene.

Mir doch egal

Und ja, es gibt auch Leute, denen es egal ist, ob sie andere ins Messer laufen lassen. Entweder es juckt sie nicht, oder, was ich noch schlimmer finde, sie nehmen es bewusst in Kauf.

Gerade diese Menschen geben mir das Gefühl, als ob man ihnen was wegnehmen würde, wenn sie eine Warnung setzen sollen. Das liegt an ihrer Argumentation.

Häufig (nicht immer) sind diese Personen dann die Ersten, die dann aufschreien, wenn sie mal getriggert werden sollten.

Was gehört auf so eine Triggerliste?

Während ich diesen Beitrag schreibe, habe ich auch einiges im Internet recherchiert. Leider gibt es keine vollständige Liste mit Empfehlungen, was man als Triggerwarnung einsetzen kann. Daher werde ich selbst nach und nach eine entsprechende Liste erstellen (also her mit Deinen Empfehlungen in den Kommentaren, ich bedanke mich jetzt schon).

Man kann aber sagen, dass Phobien ein guter Ansatz ist. Wovor können Menschen Angst haben? Zum Beispiel Clowns oder Spinnen. Das kann auf die Liste gesetzt werden. Zwar haben diese Menschen eine Strategie entwickelt, um damit klar zu kommen, aber hier geht es wieder um die freie Entscheidungsmöglichkeit.

Diese Liste (empfohlen von Evanesca Feuerblut) kannst Du auch als Empfehlung nehmen. Sie ist auf Englisch, kann aber auch weiterhelfen.

Ansonsten gehören die Klassiker auf die Liste, die wir alle vermuten. Diese werde ich in einem Absatz schreiben und in kursiv setzen, das bedeutet, dass es mögliche Triggerinhalte haben könnte.

Sex, Erotik, BDSM, Bondage, Gewalt, Vergewaltigung, Misshandlung von Erwachsenen, Gewalt an Kindern, Tierquälerei, Blut, Selbsttötung, Selbstverletzung …

Mit dieser Liste bekommst Du hoffentlich ein Gefühl, was auf eine entsprechende Liste kommen könnte. Es geht in erster Linie darum, dass ich empfehle, Dinge in die Warnung zu schreiben, bei denen Dritte verletzt werden oder sich selbst dabei verletzt.

Das kann sowohl physisch als auch psychisch sein. Und ich denke, wenn Du ein wenig sensibel bist, wirst Du wissen, welche Punkte in Deiner Geschichte ein Trigger sein könnte. Bist Du Dir nicht sicher, dann gibt es eine sehr, sehr gute Methode, um das trotzdem zu schaffen: FRAGEN!

Frag jemanden, die oder der sich mit Deinem Thema auskennt, ob Elemente aus Deiner Geschichte Trigger sein könnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Dir eine Antwort geben kann, ist sehr groß.

Wohin mit der Warnung?

Vielleicht hab ich Dich überzeugt, eine Warnung zu setzen. Oder Du hast aufgegeben, zuckst mit den Schultern und meinst, nun gut, wenn es sein muss. Egal warum, es gibt einige Orte, an dene ich auf alle Fälle meine Triggerwarnungen schreiben werde. Vielleicht möchtest Du sie auch übernehmen.

Deine Internetseite

Egal ob Du in einem Verlag oder im Selfpublishing veröffentlichst, über Deine Internetseite hast Du immer die oberste Hoheit. Da würde ich Dir empfehlen, für jedes Buch eine eigene Seite einzurichten, wo Du alles, was Du zum Buch hast, veröffentlichst (Links zu tollen Rezensionen, Meinungen, Kritiken, die Eckdaten, Klappentext und das Cover natürlich).

In meinem Fall würde ich es wie folgt aussehen lassen. Den Titel der Geschichte, links das Cover (in einer schönen Größe) und der erste Text wäre in Fett die Triggerwarnung. Erst danach würde ich wohl den Rest aufbauen.

Auf alle Fälle würde ich es so positionieren, dass die Besuchenden keine andere Möglichkeit haben, da herumzukommen.

Evanesca Feuerblut – Beispiel

Während ich an diesem Beitrag schreibe, hat Katherina Ushachov für ihren Kurzroman “Zarin Saltan” eine Seite für die Triggerwarnung erstellt. Diese Idee finde ich zwischenzeitlich so viel besser, dass ich eher diese umsetzen möchte. Zur Vollständigkeit behalte ich hier beide Ideen.

Amazon und Co.

Ab hier kann es sein, dass Du als Verlagsautor*in um Erlaubnis bitten musst, um diese Punkte umzusetzen. Meine Empfehlung, sprich Deinen Verlag aktiv an, dass entweder Du das machst oder sie es umsetzen sollen.

Der Aufbau ist normalerweise so, dass links das Cover zu sehen ist, dann kommt ja der Klappentext und dann kann man noch einiges dazu schreiben. Eben die Warnungen. Hier wäre der Platz für die Triggerwarnung.

Also ganz oben, damit die Leute sofort die Möglichkeit haben, diese zu lesen und zu entscheiden, ob sie sich damit beschäftigen wollen.

Unter dem Klappentext

Hier muss definitiv der Verlag eingespannt werden. Bei mir stehen einige Bücher, die unter dem Klappentext noch eine Warnung für das Buch enthalten. In diesem Fall war es keine Triggerwarnung, sondern man könnte es schon fast als Marketing bezeichnen (siehe weiter unten). Aber es wurde entsprechend notiert, was für bestimmte Themen in dem Buch vorkommt.

Im Buch

Und auch hier müsstest Du Dein Verlag ins Boot holen.

Egal ob E-Book oder Printbuch, ich würde da tatsächlich ein wenig übertreiben. Und zwar eine ganze Seite für den Trigger widmen. Dort steht dann als Überschrift Triggerwarnung und darunter die Themen, die in diesem Buch auftauchen. Oder zumindest Warnung.

Alles auflisten

Madita Sternberg möchte noch einen Schritt weitergehen. Und zwar will sie vorne im Buch auflisten, wo mögliche Triggerwarnungen zu finden sein könnten. Also richtig mit Kapitel und Seitenzahl.

Den Twitterthread findest Du hier:

Der Rest liegt beim Lesenden

Es ist vermutlich für die einen oder den anderen übertrieben, was ich hier aufgelistet habe. Daher betone ich gerne noch einmal, es ist meine Liste, die ich abarbeiten würde. Was Du davon übernimmst, liegt an Dir.

So gehe ich aber sicher, dass die Lesenden die Möglichkeit der Kenntnisnahme haben. Was sie daraus machen, das liegt dann in der Eigenverantwortung der jeweiligen Person. Sie müssen damit rechnen, wenn sie einen Krimi lesen, dass es dort eine Leiche gibt. Oder bei einem Horrorroman es sehr krude zugehen kann.

Jedoch haben sie die Möglichkeit erhalten, eine eigenverantwortliche Entscheidung zu treffen. Und eines garantiere ich Dir, es wird trotzdem Leute geben, die sich beschweren. Das ist das Gesetz der Lesenden.

Warnung und Marketing

Jetzt wirst Du vielleicht verwirrt sein. Wieso sollte etwas, was einige Menschen davon abhält ein Buch zu kaufen, als Marketingmittel genutzt werden?

Neugier

Nehmen wir mal an, Du schreibst in Deiner Warnung etwas von Krankenhäusern und Insekten (wie oben bei der “Zarin Saltan”). Dann werden einige Menschen Abstand nehmen, weil sie damit nicht klar kommen.

Andere hingegen könnten genau darauf neugierig werden. Was hat es denn mit diesem Krankenhaus auf sich? Oder wie werden die Insekten eingebaut? Sie wollen dann erst recht wissen, was es damit auf sich hat.

Mit den richtigen Schlagwörtern kannst Du die Neugier wecken und einige eher zum Kauf bewegen.

Positionierung

Mit der Warnung setzt Du auch eine gewisse Positionierung für Deine Geschichte. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass jemand danach sucht.

Nehmen wir an, Du hast einen Roman über einen Menschen mit der Borderline Persönlichkeitsstörung geschrieben. Und das vermerkst Du auch in der Warnung. Einige werden davon die Finger lassen. Aber wenn jemand, wie ich zum Beispiel, für die Prüfung zur Heilprakikerin für Psychotherapie macht, könnte das wiederherum interessant werden.

Ein anderes Szenario sind erotische Romane. Es gibt Menschen, die bestimmte Romane mit besonderen Themen suchen (sagen wir BDSM). Erwähnst Du es, weil Du die Leute schützen möchtest, kann genau DAS dazu führen, dass sie es eher kaufen.

Abschlussgedanken

Um es noch einmal klar zu schreiben: NIEMAND verbietet Dir, über bestimmte Themen zu schreiben. Es ist keine Zensur oder sonstiges.

Es geht lediglich darum, dass Du die Leute davor warnst, dass in Deiner Geschichte einen möglichen Trigger enthalten sein könnte. Das bedeutet nur, dass Du den Lesenden Respekt entgegen bringst und ihnen die Entscheidung überlässt.

Auch wenn die Diskussion vielleicht aktuell die Twitterblase beschäftigt, es werden vielleicht nur wenige Menschen tatsächlich betroffen sein. Aber es lohnt sich, eben genau die zu schützen. Auf Dauer, davon bin ich überzeugt, wird sich das in irgendeiner Art und Weise für Dich lohnen.

Und viel Aufwand ist das letztendlich auch nicht. Evanesca hat die oben verlinkte Seite innerhalb von wenigen Minuten erstellt. Also schaffen wir alle anderen das auch.

Dafür bedanke ich mich bei Dir schon einmal.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Auf der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn Du auf Deine Wunschmesse angekommen bist, hast Du den wichtigsten Teil geschafft. Die Anmeldung hat geklappt, Du bist heil angereist und nun vor Ort. Jetzt geht es erst richtig los.

Kurze Vorgedanken

Selbst auf der Messe zu sein kann sehr viel Spaß machen. Und zugleich auch unheimlich anstrengend sein. Denn so ein Messebesuch bedeutet nicht nur, dass man da steht und mit den Lesenden spricht. Es ist harter Marketingalltag. Daher gibt es heute einige Hinweise, wie Du alles überleben kannst. Ohne Garantie auf Vollständigkeit.

Der Aufbau

Jede Messe bietet ihren Ausstellenden ein Zeitfenster an, wann sie ihren Stand aufbauen kann. Das kann am Messetag ein paar Stunden vor der Eröffnung sein. Alternativ einen Tag vorher. Da ist es wichtig, dass Du das im Vorfeld in Erfahrung bringst.

Und im Idealfall hast Du Dir schon im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, wie Dein Stand aussieht. Nun ist es an der Zeit, das alles auf den realen Stand zu übertragen.

Hier ein paar Hinweise:

Es geht um Deine Bücher

Denk daran, es geht bei einer Buchmesse um Deine Bücher. Unglaublich aber wahr 😉 . Das bedeutet, dass Du Deine Werke in den Mittelpunkt stellst und nicht andere Dinge.

Daher sollte jedes Dekomaterial nur dafür genutzt werden, um die Bücher hervorzuheben. Und nicht, um so viel Dekomaterial wie nur möglich auf Deinen Tisch zu bringen. Wenn Du etwas unter dem Tisch verstecken musst, weil es zu viel war, mach das lieber.

Setz also Deine Werke in den Mittelpunkt und sorg dafür, dass die Interessierten diese auch sofort sehen. Alles andere ist dann schönes Beiwerk.

Ansichtsexemplar oder Buchverkauf?

Auf den meisten Messen geht es auch um den Buchverkauf. Mit anderen Worten, Du möchtest aller Wahrscheinlichkeit, dass die Lesenden zu Dir kommen und ein Buch kaufen. Es geht ja hier um den Kontakt und eventuell auch um die Erfüllung von Wünschen (wie ein Autogramm).

Aus diesem Grund empfehle ich Dir, mindestens zwei oder drei Bücher eines Titels auf dem Tisch zu haben. Ein Buch selbst könnte so wirken, als wäre es nur ein Ansichtsexemplar. Einige werden Dich fragen, ob sie das Buch kaufen können. Andere hingegen werden sich das vielleicht nicht trauen. Daher ist es immer eine gute Idee, es ihnen zu erleichtern.

Mit anderen Worten, wenn Du mehrere Bücher eines Titels auf dem Tisch hast, gibts Du den Interessierten die Möglichkeit das Buch zu kaufen. Ohne danach fragen zu müssen.

Vermeide unnötigen Chaos

Die Betonung liegt auf unnötig.

Stell Dir folgende Situation vor: Die Besuchende kommen an Deinen Stand und scannen Dein Angebot. Wenn es halbwegs übersichtlich ist, sehen sie was es gibt und kommen näher. Ist dort Chaos ausgebrochen und sie wissen nicht wieso, werden sie bestenfalls näher kommen und Dir eine zweite Chance geben. Schlimmstenfalls wenden Sie sich ab und geben ihrs Geld woanders aus.

Biete den Augen also ein paar Ruhepole an, damit sie wissen, was Du ihnen bietest.

Der Anfang der Messe

Wenn die Messe aufgemacht hat, dann musst Du erst einmal Geduld haben. Erst recht, wenn Du Dich im hinteren Teil befindest. Immerhin wollen die Besuchenden alles sehen. Und das in aller Ruhe.

Sie fangen also aller Wahrscheinlichkeit von vorne an und arbeiten sich dann nach hinten durch. Einige wenige drehen das entsprechend um. Alles im allen ist es immer gut, wenn Du hier Geduld hast.

Dein Auftritt

Irgendwann ist es aber dann soweit, die ersten Interessierten kommen an Deinen Stand. Nun liegt es an Dir, wie Du sie begrüßt.

Stehen oder sitzen

Tatsächlich fängt das schon an, ob Du sitzt oder stehst. Am Anfang des Tages sind Deine Füße noch sehr fit. Gegen Ende des Tages kann dies anders aussehen. Versuch daher, durchaus einige Pausen einzulegen, damit Du die Zeit überstehst.

Ansonsten kann es durchaus ansprechender wirken, wenn Du stehend die Leute begrüßt. Unterschreibst Du gerade etwas, oder packst etwas ein, ist es völlig in Ordnung, dass Du dies sitzend machst.

Während meiner letzten Messe hab ich die anderen Ausstellenden beobachtet. Und ich muss gestehen, es wirkt wirklich ansprechender, wenn man steht. Überlege Dir daher, ob Du das auch machen möchtest.

Handyverbot

Natürlich ist es wichtig, auch während der Messe Werbung auf den eigenen Kanälen im Internet zu machen. Jedoch kann es passieren, dass das nicht wirklich attraktiv aussieht.

Wenn Du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährst, schau Dich ab und an mal um. Gerade, wenn die Menschen auf ihre Handydisplays starren. Wie wirkt das auf Dich? Positiv oder negativ?

Und jetzt stell Dir mal vor, Du gehst zu einem Stand und alle Ausstellenden starren ebenfalls auf ihr Handy. Wie würde das auf Dich wirken?

Jetzt wirst Du vielleicht sagen, dass das niemand macht. Darauf antworte ich ganz lapidar, doch. Das hab ich mit eigenen Augen gesehen. Sonst wäre ich wohl gar nicht auf die Idee gekommen, darüber zu schreiben.

Und auch hier kann ich Dir empfehlen: Lass es lieber, es sieht nicht attraktiv aus. Wenn Du mit anderen Personen am Tisch bist, kann eine*r von euch mal aufs Handy schauen. Je nach Anzahl auch mal zwei. Aber bitte, bitte, vermeidet es, dass gleichzeitig alle mit dem Handy spielen.

Aktiv ansprechen oder warten?

Es gibt zwei Möglichkeiten, um mit möglichen Interessierten umzugehen. Wenn sie in der Nähe sind, könntest Du sie höflich begrüßen. Manchmal reicht ein freundliches Hallo durchaus aus.

Introvertierte oder schüchterne Menschen könnten vielleicht ablehnend darauf reagieren. Andererseits bietest Du ihnen die Möglichkeit, mit Dir ins Gespräch zu kommen.

Es besteht auch die Möglichkeit, zu warten, bis die Leute auf Dich zukommen. Einige werden es machen. Andere hingegen benötigen eben eine aktive Einladung (also das Ansprechen).

Wenn Du Dir nicht sicher bist, dann probiere einfach verschiedene Varianten aus. Und die beste benutzt Du weiterhin.

Kleine Hilfsmittel

Wenn Du gerade mit jemanden im Gespräch bist, ist es unhöflich und zumeist auch unmöglich, mit einer zweiten Person noch zu sprechen. Es kann sein, dass das, was Du erzählt jemand anderen interessiert. Aber rechne erst einmal nicht damit.

Daher ist es gut, wenn die zweite Person dann die Möglichkeit hat, sich soweit zu informieren, dass sie zielgerichtete Fragen an Dich hat. Auch dafür gibt es kleine Hilfsmittel.

Preise

Wir sind zumeist Folgendes gewohnt: Da ist ein interessantes Buch, wir drehen es um und sehen neben dem Klappentext auch irgendwo den Preis. Bei Bücher aus dem Selfpublishing kann das manchmal fehlen.

Daher ist es gut, wenn Du für Deine Titel, bei denen der Preis nicht irgendwo vermerkt ist, diesen zumindest auf einen Kleber zu schreiben. Oder auf einer Liste oder wie auch immer Du es handhaben möchtest. Auf alle Fälle ist es gut, wenn Interessierte sehen können, wie viel Dein Buch kostet.

Und ja, das gilt auch für alle andere Sachen, die Du verkaufst.

Genre und Stichworte

Natürlich können sich die Leute den Klappentext durchlesen und sehen, ob das Buch was für sie wäre. Aber gerade, wenn Du alleine oder Du mit Deiner Gruppe verschiedene Genres bedient, ist Unterstützung immer gut. Und zwar, indem ihr notiert, in welchen Genres ihr die Bücher anbietet.

Das könnt ihr machen, indem ihr alles entsprechend sortiert. Oder die Deko so abstimmt, dass man es von selbst erkennt. Oder was auch immer Deine kreative Phantasie da alles hergibt.

Mit den Stichworten meine ich, dass Du ein paar Eckdaten zu den Titeln aufschreibst und ausstellst. Zum Beispiel die wichtigen #Hashtags zu Deinen Romanen. Die Interessierten sehen die Eckdaten und wissen ganz genau, ob das Buch sie anspricht oder nicht.

Umsonst und kostenpflichtig

Es ist auch gut, dass Du deutlich zeigst, was kostenpflichtig ist und was die Leute so mitnehmen können. Zumeist wissen erfahrende Besuchende, was sie so mitnehmen können. Daher ist es besonders wichtig, dass Du die kostenpflichtigen Angebote deutlich kennzeichnest.

So ersparst Du Dir die Frage am Ende, wieso Du von einem kostenpflichtigen Angebot nichts mehr hast, aber dafür kein Geld erhalten hast. Die Leute könnten es einfach mitgenommen haben. Und das war vielleicht noch nicht einmal mit böser Absicht.

Kleine Lebensretter

So ein Messetag kann lang sein. Daher sind schon einmal richtige Schuhe extrem wichtig. Noch wichtiger sind die kleinen Lebensretter.

Trinken

Schlimmstenfalls kann es in der Messehalle so trocken sein, dass Du da halb verdurstest. Sorg daher, dass Du immer genug zu trinken dabei hast. Selbst bevorzuge ich immer Wasser. Zuckerwasser jeglicher Art hilft mir persönlich nicht. Alternativ geht auch Tee oder Kaffee in Kannen.

Kleine Snacks

Zur Mittagszeit kann es ruhiger auf der Messe werden. Denn viele Besuchende ziehen sich zurück und essen etwas. Entweder was kleines oder eine richtige Mahlzeit. Aus psychologischen oder tatsächlichen Gründen kann es dann passieren, dass auch Dein Magen sich meldet.

Wenn Du möchtest und zugleich die Möglichkeit hast, kannst Du Dir ebenfalls eine Mittagspause gönnen. Wenn nicht, ist es immer eine gute Idee, was dabei zu haben. Zum Beispiel belegte Brötchen oder einen selbstgemachten Salat.

Alternativ können auch Nüsse helfen. Zum einen machen die satt. Und sie bieten sehr viel Energie.

Nervennahrung

Auf einer Messe würde ich nicht auf mein Gewicht achten, sondern immer was zu naschen dabei haben. Denn es kann halt sehr anstrengend sein vor Ort. Daher ist es völlig in Ordnung, zwischendurch mal ein bisschen Schokolade zu sich zu nehmen, als Beispiel.

Am besten ist immer das, was Du schnell in den Mund stecken kannst. Und womit Deine Finger dreckig werden. Chips würde ich selbst, als Beispiel, nie auf der Messe essen. Falls mir jemand die Hand reichen möchte, bekommt die Person eine Chipshand zurück.

Die Finanzübersicht

Jemand ist zu Dir gekommen und hat was gekauft? Herzlichen Glückwunsch. Doch es reicht nicht aus, das Geld zu nehmen und sich zu freuen. Notizen müssen nun her.

Die Geldkassette

Du solltest eine Geldkassette dabei haben, welche Du jederzeit transportieren kannst. Dort packst Du nicht nur das eingenommene Geld rein, sondern auch Wechselgeld. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass Du die Summe für Dein Buch nicht passend kriegst.

Ob Du bargeldlose Bezahlungen anbietest, müsstest Du prüfen. Damit meine ich die Technik und die Kosten.

Das Geldbuch

Egal, ob Du alleine am Stand bist oder diesen mit anderen teilst, es ist immer gut zu wissen, was Du verkauft hast. Gerade dann, wenn die Messe pro verkauftest Buch einen Anteil möchte. Und natürlich müsstest Du auch Steuern zahlen.

Daher solltest Du nach jedem Verkauf diesen sofort in Deinem Finanzbuch notieren. Dazu gehört der Titel des Buches, den Preis und die Menge. Du kannst auch ein entsprechendes Buch vorab kaufen und nur die Felder füllen.

Wenn Du noch andere Dinge verkaufst, notiere Dir auch da jeden Verkauf. Entweder die genau Bezeichnung oder Du kannst alternativ einen Code verwenden. Also anstatt “Eine Tasse mit Titel X” notierst Du Dir nur “Tasse A” oder “Tasse B”. Schreib aber auch irgendwo auf, was sich hinter diesen Codes verbergen. Dann entsteht am Ende keine Verwirrung diesbezüglich.

Und geht es an die Abrechnung, könnt ihr genau aufteilen, wer welches Geld kriegt.

Der zweite Tag

Wenn Du bei einer Messe bist, die über das Wochenende geht, dann läuft es meistens ähnlich ab. Besuchende, die über das ganze Wochenende da sind, werden sich häufig am Samstag umschauen. Was für Bücher gibt es und welche möchten sie mitnehmen.

Und am Sonntag schlagen dann die meisten zu. Sie wissen, was es gibt und wo auch die Autor*innen zu finden sind. Dann besorgen sie sich das Buch und, sofern möglich, auch noch ein Autogramm.

Natürlich kann es auch andersherum laufen (wie mir auf der Buchmesse Berlin von einem anderen Stand berichtet wurde). Aber die Wahrscheinlichkeit ist jedoch, dass es in diese Reihenfolge geht.

Trotzdem ist es immer gut, dass Du überprüfst, wie Du immer besser werden kannst. Denn manchmal ist der Stand nicht attraktiv aufgebaut oder die Ausstellenden zu zurückhaltend, um Interessierte anzulocken. Das Ganze ist also auch immer ein Versuch und Irrtum. Variiere also, um mehr Besuchende anzulocken.

Aktionen

Aber wie kann man die Leute anlocken? Dazu kannst Du Dir noch ein paar Aktionen ausdenken und starten.

Eigene Aktionen

Du kannst natürlich für Deinen Stand auch eigene Aktionen planen und starten. Sei es eine Verlosung oder indem Du Dich mitten in den Gang stellst und die Leute freundliche begrüßt und ihnen etwas in die Hand gibst (das haben wir Nornen auf der Buchmesse Berlin gemacht).

Natürlich sollte das mit den Regeln der Messe übereinstimmen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, bitte im Vorfeld fragen. Aber häufig haben die Messen nichts gegen Aktionen, solange sie andere nicht stören.

Mit anderen Aktionen planen

Die tolle Elenor Avelle hat recht, wenn sie sagt, dass man Aktionen durchaus zusammen planen und durchführen kann, vielleicht sogar sollte. Wir alle wollen ja letztendlich das Gleiche, Lesende glücklich machen. Und dies kann man erreichen, wenn sie tolle Bücher kriegen.

Wenn Du mit anderen eine Aktion planst, dann solltest Du die Regeln genau definieren. Was müssen die anderen Teilnehmenden alles machen. Was sind die Bedingungen, um mitzumachen. Und was passiert, wenn sie sich nicht daran halten.

Sorg am besten dafür, dass alle ihren Teil beitragen. Nicht nur bei der Arbeit, sondern auch bei den Gewinnen. Glaub mir, das ist besser.

Spaß haben

Bei der ganzen Planung und Beachtung von Kleinigkeiten und was weiß ich, solltest Du bitte eines nicht vergessen: Hab Spaß.

Du hast die Möglichkeit mit Deinen Lesenden in Kontakt zu treten. Daher ist es immer schön, wenn Du ihnen zeigst, dass Du Dich auch auf sie freust. Und je offener und positiver Du an die Sache herangehst, desto besser werden sie Dich in Erinnerung haben.

Dabei musst Du noch nicht einmal eine Quatschtante oder Quatschonkel sein. Ein Lächeln macht viel aus. Und wenn die Leute Dich anreden, reagiere darauf. Damit ist eine Menge gewonnen.

Also, hab viel Spaß auf Deiner Messe.

Abschlussgedanken

Vermutlich hab ich noch nicht einmal alle Punkte besprochen, auf die man Rücksicht nehmen kann oder vielleicht sollte. Wichtig ist aber, dass Du Deine eigenen Erfahrungen machst. Dadurch lernst Du am meisten.

Daher, sei offen und wirf Dich ins Getümmel. Und nächste Woche sehen wir, was Du nach der Messe machst.

Bis dahin wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele



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Marketing: Das Lesezeichen

Eine Umfrage von mir, zum Thema Lesezeichen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vor knapp zwei Jahren hatte ich auf Twitter eine kleine Umfrage zum Thema Lesezeichen erstellt. Und da wir uns in der geistigen Vorbereitung auf einem Messebesuch sind, möchte ich heute ein wenig genauer auf das Thema Lesezeichen eingehen.

Denn Lesezeichen sind durchaus sehr kreative Marketinginstrumente.

Kurze Vorgedanken

Vermutlich ist eines der ersten Dinge, an die Autor*innen beim Thema Marketing denken, wohl das Lesezeichen. Es ist durchaus naheliegend. Immerhin besteht zwischen dem Lesezeichen und dem Buch eine lange Geschichte.

Und selbst Autor*innen, die ihre Werke nur als E-Books veröffentlichen, könnten sich Gedanken zu diesem Thema machen. Aber eins nach dem anderen.

Kurz zur Umfrage

Bei der Umfrage hatte ich folgende Frage gestellt:

Würdest Du Lesezeichen als Marketinggeschenk haben wollen?

Dazu gab es drei Antwortmöglichkeiten:

  • Ja (43 %)
  • Nein (16 %)
  • Kommt auf das Motiv an (41 %)

Die Zahlen hinter den Antwortmöglichkeiten sind die Ergebnisse der Antworten. Es haben 132 Menschen an dieser Umfrage mitgemacht.

Natürlich ist das keine große Anzahl von Teilnehmenden. Aber ich behaupte, dass sie trotzdem für die meisten Lesezeichensammelnden spricht. Man kann also sagen, dass etwa 84 Prozent der Personen an Lesezeichen interessiert sind. Nur 16 Prozent würden Dein Lesezeichen also verschmähen. Das ist eigentlich ein guter Schnitt.

Wie Lesezeichen nicht aussehen sollten

Auf der Buchmesse Berlin hatte eine Nornenschwester ihre Lesezeichen ausgelegt, die nicht so ganz gut ankamen. Daher möchte ich Dir hier aufzeigen, was das für Punkte sind.

Noch ein Hinweis: Die besagte Schwester hab ich noch vor Ort darüber informiert. Das ist hier also kein Lästern hinter ihrem Rücken.

Das Material

In diesem Fall war das Material nicht unbedingt überzeugend. Das Papier war so dünn, dass selbst jedes Druckerpapier dicker war. Im Idealfall soll Dein Lesezeichen ein paar Jahre sogar überleben. Daher kann ich Dir nur empfehlen, etwas dickeres Papier zu nehmen.

Die Rückseite

Vor ein oder zwei Jahren las ich auf Facebook von einer befreundeten Autorin folgende Geschichte: Sie hatte Postkarten ausgelegt und bemerkte, dass die Besuchenden ihres Standes nach diesen griffen und automatisch die Karte umdrehten.

Auf der Buchmesse Berlin hab ich nicht daran gedacht, bis ich sah, wie unsere Besuchenden das ebenfalls taten. Sie griffen nach den Lesezeichen und zack, drehten sie sofort diesen um.

In beiden Fällen war da nichts zu sehen, nur eine weiße Fläche.

Auch wenn es die Kosten in die Höhe treibt, ich schlage hier auf alle Fälle vor auch der Rückseite ein hübsches Motiv zu gönnen. Dann lohnt sich das Umdrehen auf alle Fälle.

Wie ein Lesezeichen aussehen könnte

Das Material

Du musst natürlich nicht das dickste Papier nehmen, was angeboten wird. Immerhin soll es zwischen zwei dünnen Seiten eines Buches passen. Und zudem mögen es durchaus viele nicht, wenn die Lücke, welche durch das Lesezeichen entsteht, dann zu dick wird.

Optik

Es kommt natürlich darauf an, für welche Gelegenheiten Du das Lesezeichen erstellst. Wenn es für ein Buch ist, dann bestehen ganz andere Bedingungen, als für eine Reihe.

Es gibt Autor*innen, welche das Cover auf der einen Seite abbilden, andere hingegen das Hauptmotiv des Covers (zum Beispiel die Person). Auf der anderen Seite sind dann die wichtigen Informationen zum Buch zu finden. Dazu zähle ich den Namen, Titel des Buches, wo es erschienen ist, ISBN und derartiges.

Tatsächlich gilt hier, was gefällt, kann genommen werden.

Haptik

Zwar eher selten, aber es gibt vereinzelt Lesezeichen, die eine 3D Haptik haben. Das bedeutet, wenn man mit dem Finger über eine Seite streichelt, fühlt man eine Erhebung.

Dafür benötigst Du durchaus eine entsprechende Druckerei, welche diese Technik Dir zur Verfügung stellt (gegen ein entsprechendes Entgelt). Zudem ist die Frage, ob Du das benötigst. Die einen werden sagen, dass es so ist, die anderen nicht.

Auf alle Fälle kannst Du Dich entsprechende informieren und schauen, ob es was für Dich ist. Für ein Erstlingswerk würde ich es mir zumindest überlegen, da ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen. Denn immerhin hat es den besten Auftritt verdient, den ich bieten kann.

Die Größe

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie groß so ein Lesezeichen sein soll. Da gibt es keine einheitlichen Maßen. Daher hab ich für mich entschlossen, dass mein eigenes Buch die Vorlage bildet.

Mit anderen Worten, mein Lesezeichen soll in erster Linie in mein Buch passen. Wenn es dann zufällig auch in andere passt, perfekt. Das bedeutet also auch, dass es nicht zu groß werden sollte.

Es gibt Lesezeichen, die nur in Fachpublikationen hineinpassen. Davon würde ich selbst eher die Finger lassen. Denn in welches Buch soll das passen? Und ich denke mir immer, dass ich damit Werbung mache. Wenn also eine Lesende zu meinem Lesezeichen greift, um es in ein anderes Buch zu packen, bin ich präsent. Ist es zu groß, landet mein Lesezeichen schlimmstenfalls in eine Schublade. Und damit bin ich nicht mehr präsent.

Zwischengedanken

Eigentlich ist es nicht schwer, ein Lesezeichen herzustellen. Du benötigst erst einmal eine Idee von Deinem idealen Lesezeichen. Das kannst Du aufzeichnen. Selbst dann, wenn Du zeichnerisch nicht begabt bist, kannst Du grob skizzieren, wo was sein soll.

Als Nächstes das Material. Also das Bild von Deinem Cover zum Beispiel. Und die wichtigen Daten, was Du noch auf das Lesezeichen einfügen möchtest. Dann eine Vorlage, welche Du bei der Druckerei hochlädst (wenn Du es online machst) und die Maßen, mit denen Du arbeiten möchtest. Und theoretisch kann es schon losgehen.

Rechtliches

Nein, ich bin keine Anwältin, noch hab ich die Zulassung in irgendeiner Art und Weise eine juristische Beratung zu geben. Das bedeutet, dass ich im Folgenden nur das wiedergebe, was ich auch von anderen gehört habe. Gegebenenfalls solltest Du Dir eine richtige rechtliche Beratung besorgen, um auf der sicheren Seite zu sein. Es handelt sich hiermit um keine rechtliche Beratung.

Wenn Du Bilder verwendest, solltest Du wissen, dass es darauf ein Urheberrecht gibt. Und zwar von der Person, die das Bild erstellt hat. Das zu umgehen und/oder zu ignorieren kann schlichtweg sehr, sehr teuer werden.

Daher unterscheide ich zwischen den Covern, die Du selbst herstellst und die ein*e Designer*in hergestellt hat.

Dein Design

Wenn Du das Design herstellst, hast Du das Urheberrecht über das Endergebnis. Damit könntest Du theoretisch alles damit machen. Es kommt nun nur noch darauf an, woher Du das Material her hast.

Wenn Du wirklich alles selbst gemacht hast, brauchst Du Dir vermutlich keine Gedanken zu machen. Aber spätestens, wenn Du ein Bild aus einer Fotodatenbank hast, solltest Du Dich erkundigen, für was alles Du es verwenden darfst.

Gegebenenfalls kann es sogar sein, dass Du noch eine Lizenz nachkaufen müsstest. Erkundige Dich im Vorfeld lieber einmal mehr, als zu wenig. Das kostet etwas Zeit, kann Dich aber im schlimmsten Fall vor unnötigen Kosten bewahren (wegen Urheberrechtsverletzung als Beispiel).

Ein*e Designer*in

Hast Du Dein Cover von einer Designerin, solltest Du Dich auf alle Fälle erkundigen, für was Du alles das Werk verwenden darfst. Einige erlauben mit einer Lizenz eine komplette Nutzung in allen Lebenslagen. Andere hingegen nicht.

Das bedeutet also auch, dass Du gegebenenfalls eine entsprechende Lizenz kaufen müsstest. Häufig bieten Designer*innen auch entsprechende Pakete an, in denen sie Dir auch die Vorlage für Dein Lesezeichen erstellen. Damit sparst Du Dir die entsprechende Arbeit.

Rechtliche Zwischengedanken

Wie oben schon geschrieben, wenn Du im Vorfeld die Erkundigungen einholst, ersparst Du Dir am Ende unnötige Kosten. Und notfalls einmal zu viel, als einmal zu wenig nachfragen.

Lesezeichen vs. Visitenkarte

Lesezeichen können natürlich genau dafür verwendet werden, eben als Lesezeichen. Jedoch ist es auch möglich, sie für einen weiteren Zweck zu verwenden. Eben als Visitenkarten.

Wenn Du noch kein Buch veröffentlicht hast oder Dir das Format gefällt, kannst Du auch die Form des Lesezeichens als Visitenkarte verwenden. Damit haben die, welche es von Dir bekommen, die Möglichkeit Deine wichtigen Daten zu erhalten. Und gleichzeitig etwas für ihr Buch.

Was als Bild?

Natürlich hast Du dann kein Cover, was Du verwenden kannst. Aber wie wäre es mit einem hübschen Logo? Entweder Du erstellst es selbst oder lässt es von jemanden erstellen (denk an den rechtlichen Aspekt).

Mein Hinweis ist auf alle Fälle, wenn Du ein Logo verwendest, solltest Du damit zufrieden sein. Es ist nichts nervigeres, wenn Du es nicht magst, aber Dich dann alle damit irgendwie in Verbindung bringen. Dabei hast Du vielleicht zwischenzeitlich schon einige Male das Logo verändert.

Die Daten

Auf der anderen Seite kannst Du dann Deine wichtigen Daten präsentieren, die Du auch herausgeben möchtest. Dazu zähle ich Folgende:

  • Name (oder Pseudonym)
  • Webseite
  • E-Mailadresse
  • Optional: Deine anderen Social Media Accounts (je nach Platz)

Wenn Du nur Deine Webseite aufführen möchtest, solltest Du dort dann alle Deine Internetpräsenzen aufführen. Damit sparst Du Platz und bist immer aktuell. Denn Internetpräsenzen in den sozialen Medien können sich ändern, seltener dagegen die Adresse Deiner Webseite.

Warum?

Der Vorteil bei einer Visitenkarte in der Form eines Lesezeichens ist, dass man diesen ebenfalls in einem Buch packen kann. Mit anderen Worten, Du bleibst somit präsenter in Erinnerung. Und wenn Dein Lesezeichen bei der Person wieder auftaucht, wie sie*er Deine Internetseite vielleicht aufrufen und sich nach Dir erkundigen.

Bestenfalls hast Du dann Deinen ersten Roman veröffentlicht und wird dann von der Person gekauft. Wäre doch ideal, oder nicht? 😀

E-Book Only

Es gibt natürlich Autor*innen, die ihre Werke ausschließlich als E-Books veröffentlichen. Dabei ist es egal, ob dies im Selfpublishing oder in einem Verlag geschieht. Denn auch einige Verlage haben sich darauf spezialisiert, die Werke nur als E-Book zu veröffentlichen.

Jetzt könnte man sagen, dass es hier reine Geldverschwendung wäre, wenn man Lesezeichen herstellt. Immerhin könnte man diesen nicht in das E-Book legen. Logischerweise.

Aber das bedeutet noch lange nicht, dass Du das mit dem Lesezeichen nicht für Dich nutzen kannst. Häufig ist es so, dass man nicht sofort ein Buch kauft, sondern sich erst einmal darüber informieren möchte. Und die wenigsten laufen mit einem Notizbuch über Messen oder Conventions, um sich dann die tollsten Bücher zu notieren.

Daher könnte man die Lesezeichen auch als eine Art Einkaufsliste bezeichnen. Zudem schafft ein Lesezeichen eher, Deine Geschichte in Erinnerung zu halten, als ein E-Book. Denn bei einem E-Book sieht man irgendwann nicht mehr das Cover oder den Titel. Wenn also die Person sich dann an Dich dauerhaft erinnert, dann ist das goldwert.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, zumindest darüber nachzudenken, ob Du nicht doch Lesezeichen herstellen lässt.

Andere Lesezeichen

Eine meiner Hobbys ist es, Lesezeichen zu sammeln. Einerseits, weil ich diese für meine Bücher brauche. Und zum anderen, ich finde diese teilweise total schön.

Und natürlich auch, um von anderen zu lernen. Wenn ich mir die gesammelten Lesezeichen ansehe, erkenne ich, was mir gefällt und was nicht. Durch die anderen lerne ich halt, was ich machen kann.

Vielleicht schaffst Du Dir auch dieses Hobby an.

Abschlussgedanken

Lesezeichen kannst Du nicht nur für Messen oder Conventions verwenden. Zusätzlich kannst Du es auch als Beigabe für Deine Bücher verwenden, wenn Du sie verschickst. Oder für andere Dinge.

Das Tolle daran ist, dass diese zwischenzeitlich preislich auch erschwinglich geworden sind. Du musst also nicht Haus und Hof verkaufen, für ein paar Lesezeichen. Wichtig ist es, die Preise zu vergleichen.

Beim erstellen und verteilen der Lesezeichen wünsche ich Dir auf alle Fälle viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Vor der Messe

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nehmen wir an, Du hast Dich entschieden, auf eine oder mehrere Messen und/oder eine oder mehrere Conventions zu gehen. Erst einmal Glückwunsch zu dieser Entscheidung. Nun fängt die Arbeit an.

Kurze Vorgedanken

Es gibt, über das Jahr verteilt, Dutzende von Veranstaltungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du an allen teilnehmen kannst, ist da schon einmal gering. Daher finde ich es persönlich wichtiger, meine Energie auf die Veranstaltungen zu konzentrieren, die mich am meisten interessieren.

Zumal das ganze auch Zeit und Geld kostet. Besonders Letzteres ist ein durchaus ernstzunehmender Punkt. Aber gehen wir Schritt für Schritt durch.

Katrin Ils: Buchmessen – Ein eigener Stand

Die wichtige Vorarbeit

Bevor Du Dir Gedanken machen kannst, was Du auf der Messe alles machst, gehören meiner Meinung nach, einige wichtige Vorgedanken und Vorarbeit dazu. Hier sind meine Ideen.

Recherche

Neben den drei großen Messen (Leipziger Buchmesse, Frankfurter Buchmesse und die Buchmesse Berlin) gibt es noch viele, viele kleine Messen. Vermutlich auch in Deiner Nähe etwas. Recherchiere das oder frag mal in den sozialen Medien nach. Bestimmt gibt es Leute, die Dir da Auskunft geben können.

Nebenbei gibt es noch diverse Convention, die sich auf ein bestimmtes Thema konzentrieren. Oder auch Branchentreffen und so weiter. Daher, betreib erst einmal Recherche, was es gibt. Und noch wichtiger, was Dich interessieren könnte.

Deine Auswahl

Wenn Du fertig bist, hast Du eine Auswahl von möglichen Messen und/oder Convention, die Dich interessieren könnten. Wenn es nur wenige sind, vielleicht schaffst Du es ja, alle zu besuchen. Bei einer größeren Anzahl von Möglichkeiten, könnte es nun wichtig sein, eine Auswahl zu treffen.

Überlege Dir, was Dir persönlich und auch marketingtechnisch am meisten bringt. Denn Messen bzw. Convention sind nicht nur zum privaten Vergnügen da. Es ist eine Art Arbeitsplatz. Du machst dort ja Werbung für Dich und Deine Werke.

Eine weitere Überlegung sollte dann die Kosten sein. Wenn die Messe (ich bleibe bei dem Wort Messe, meine damit aber alle anderen Formen der literarischen Zusammenkunft mit) nicht gerade um die Ecke ist, musst Du einiges planen. Dazu zähle ich die Anreise, Übernachtungsmöglichkeiten und eventuell Kosten für die Anfahrt von dem Ort Deiner Übernachtung zur Messe.

Natürlich kannst Du kostengünstiger wegkommen, wenn Du in einer Gemeinschaft anfährst, übernachtest und jemand ein Auto hat. Aber das ist nicht immer gegeben. Und manchmal ist es auch viel angenehmer, wenn man alleine sein kann. Dann hast Du immer die Möglichkeit, Dich zurückzuziehen. Gerade dann, wenn Gemeinschaften Dich psychisch anstrengen.

Rechtzeitig buchen

Egal ob Du als Besucher*in oder als Aussteller*in dort auftauchst. Es ist wichtig, dass Du alles rechtzeitig buchst. Zum einen gibt es häufig auf Frühbuchungen kleine oder größere Rabatte. Zudem kannst Du so verhindern, dass zum Beispiel Hotelzimmer ausgebucht sind, wenn Du zu spät kommst.

Notfalls trag die wichtigen Termine in Deinem Kalender ein und Deine Deadline, bis wann Du alles geklärt und gebucht haben solltest. Dann verpasst Du keine wichtigen Termine mehr.

Aussteller*in

Wenn Du nicht als Autor*in auf der Messe erscheinst, sondern als Aussteller*in, gibt es noch einige Punkte, die Du beachten musst.

Anmeldung

Die Stände bei einer Messe sind meistens sehr heiß begehrt. Daher ist es wichtig, dass Du Dich rechtzeitig anmeldest. Das bedeutet natürlich auch, dass Du Kosten zu tragen hast.

Wie viel kostet ein Stand und wie groß ist er. Möchtest Du den alleine führen oder hast Du Mitstreitende, die auch mit Dir die Kosten tragen. Wenn Du in einer Gruppe bist, ist es immer gut, dass ein bestimmter Tag geklärt wird, bis wann die Kosten der anderen überwiesen wird. Dann trägt die Person, welche die Anmeldung vornimmt, nicht die Kosten alleine (im schlimmstenfall, weil andere abspringen).

Rechte und Pflichten

Wenn Du bei einer Messe mitmachst, hast Du nicht nur Rechte, sondern auch gewisse Pflichten. Erkundige Dich genau, was Du alles berücksichtigen musst.

Hier ein paar Beispiele: Ab wann darfst Du aufbauen? Bis wann musst Du alles abgebaut haben? Darfst Du Deine Bücher ohne Kosten an die Messe abzutreten verkaufen? Und wenn nicht, wie hoch sind sie? Wie sieht es mit einer Haftpflichtversicherung aus (bei Unfällen bei Deinem Stand)? Und so weiter und noch viel mehr.

Die meisten Messen haben einen FAQ Bereich dafür. Denn sie sind es gewohnt, dass man mit solchen Fragen auf sie zukommt. Studiere diese und wenn noch was offen ist, frag vor einer Anmeldung am besten nach.

Der spaßige Teil

Wenn Du Dir noch nicht sicher bist, was Du alles brauchst, erkundige Dich bei erfahrenen Ausstellenden. Viele von ihnen werden Dir sicherlich mit zumindest dem einen oder anderen Rat beiseitestehen.

Hast Du den Arbeitsteil hinter Dich gebracht, kommt der spaßige Teil eben dran. Wer kommt denn da auf die Messe?

Deine Bücher

Je nachdem, wie Du dort auftrittst (alleine oder mit einer Gruppe), ist es natürlich nun wichtig zu überlegen, welche Bücher Du mitnimmst. Bei einem Erstlingswerk oder wenigen Büchern mag es noch übersichtlich sein. Hast Du aber schon viele geschrieben, ist eine Entscheidung wichtig.

Selbst würde ich mich immer für mein letztes Werk entscheiden. Und dann kommt es darauf an, wie viel Platz ich bekomme. Aber das letzte und eventuell vorletzte Werk sollte immer dabei sein. Oder auch die Premiere, die Du auf der Messe vorstellen möchtest.

Eventuell möchtest Du auch eine Sonderauflage drucken, welche nur auf der Messe verkauft wird. Meine Empfehlung wäre dann, dass Du Dir etwas Besonderes einfallen lässt. Also einen Grund lieferst, warum ich als Besuchende gerade Dein Werk auf der Messe kaufen soll. Denk dabei, dass Du um den Platz in der Tasche der Kaufenden kämpfst. Bücher sind schwer und viele überlegen vorher genau, wie viele sie kaufen. Und manche sogar von wem (wegen den Autogrammen und so weiter).

Etwas Besonderes könnte ein Hardcoverbuch sein. Oder Dein Buch mit einer Landkarte. Oder mit farbigen Bildern. Einem Variantcover. Und was auch immer Dir einfallen mag.

Merchandising

Vielleicht kannst Du irgendetwas aus Deinem Buch nehmen und daraus ein Produkt zaubern, welche Du verkaufen könntest. Oder zu Deinem Buchverkauf beifügst.

Vermutlich hast Du schon was im Kopf, was Du mitbringen könntest. Wenn nicht, frag Deine Lesende, was sie sich wünschen. Kannst Du es umsetzen, mach es ruhig. Schaffst Du es nicht, überleg Dir eine Alternative. Ansonsten frag andere Autor*innen, was sie so anbieten. Und dann überleg Dir, wie Du das für Dich abwandeln und umsetzen kannst.

Lesezeichen, Visitenkarten und andere Papiersachen

Sehr viele Lesende lieben es, wenn sie Lesezeichen bekommen. Und das ist auch ein gutes Marketingmittel. Denn mit einigen einfachen Methoden, kannst Du Dich im Idealfall immer wieder in Erinnerung rufen (zum Thema Lesezeichen gibt es noch einmal einen eigenen Beitrag, daher gehe ich hier nicht in die Tiefe).

Ein Lesezeichen passt meistens in ein Buch hinein und kann daher für verschiedene Werke benutzt werden. Und wenn es besonders hübsch aussieht, machen es auch viele.

Visitenkarten können dann interessant sein, damit die Leute Dich im Netz finden können. Daher empfehle ich Dir, dass Deine Karten Deinen individuellen Stil wiederspiegeln und Du Deine wichtigen Onlinpräsenzen dort finden. Zumindest Deine Internetseite.

Bestenfalls wird Deine Visitenkarte auch als Lesezeichen verwendet. Dann erinnern sie sich auch so an Dich.

Schau Dich noch auf Seiten um, welche solche Printprodukte anbieten, um zu sehen, was Du noch mitnehmen könntest. Zum Beispiel einen Flyer mit Deinen Geschichten. Oder eine Leseprobe anderer Bücher, die Du nicht mitgebracht hast und so weiter.

Bedenk aber bitte zwei Dinge: Zum einen, dass alles kostet Geld und muss finanziert werden. Daher überlege Dir genau, was Du wirklich mitnehmen willst und was Dir gefällt. Zumal Du das ganze Zeug auch noch schleppen musst (zum Ort und zum Stand). Und zweitens, wie viel Platz hast Du und was benötigen die anderen für Raum (sofern Du mit anderen Deinen Stand teilst).

Deko und Sonstiges

Um Deinen Stand eine individuelle Note zu verleihen, kann es interessant sein, das mit Deko zu tun. Wenn Du alleine bist, kannst Du die Stimmung Deiner Romane aufnehmen.

Als Horrorautor*in könntest Du zum Beispiel mit Kunstblut arbeiten oder den Waffen aus Deiner Geschichte. Ist Steampunk Dein Thema, wäre es möglich mit Zahnräder zu arbeiten. Und so weiter und so fort.

Die Dekosachen sollten jedoch nicht Deine Bücher verdrängen. Und ich würde Dir empfehlen, dass es so händelbar ist, dass Du es leicht transportieren kannst.

Bei einer Gruppe ist es etwas leichter. Ihr sprecht euch ab, was ihr wollt und besorgt gemeinsam die Sachen. Und vor allem, ihr bringt es gemeinsam dorthin und nehmt es dann entsprechend wieder mit.

Du als Autor*in

Nun kommen wir zu der wichtigsten Person auf der Messe. Und zwar Du selbst. Immerhin trittst Du dort auf. Also machen wir uns noch ein paar Gedanken, wie Du dort erscheinen könntest.

Passendes Schuhwerk

Egal wie Du dort erscheinst, ich empfehle Dir ganz bequeme Schuhe zu tragen. Glaub mir, das ist tatsächlich das A und O dort.

Schlimmstenfalls wirst Du dort den ganzen Tag stehen. Und wenn Du falsche Schuhe hast, hältst Du es schwerlich durch. Am zweiten Tag der Buchmesse Berlin 2018 konnte ich kaum noch stehen. Dabei hatte ich schon bequeme Schuhe angehabt. Was wäre gewesen, wenn ich irgendwelche Mörderschuhe anhätte. Irgendwann wäre ich wohl barfuß gelaufen.

Kleidungsstil

Auf Messen hast Du die Möglichkeit, Dich mit einem bestimmten Kleidungsstil in Szene zu setzen. Wenn Du Fantasy schreibst, kannst Du entsprechend Kleidung aus dieser Welt tragen. Oder Steampunkt eignet sich besonders dafür.

Alternativ kannst Du auch besonders bunte Kleidung tragen. Oder nur schwarze. Klar, Alltagskleidung geht auch. Da könnte es aber passieren, dass Du vielleicht untergehst. Daher mein Hinweis zum Kleidungsstil.

Hier aber der wichtigste Hinweis überhaupt: Wenn Du Dich in der Kleidung überhaupt nicht wohlfühlst, wird man das mitbekommen. Das bedeutet, dass man Dich mit anderen Augen sehen wird. Daher ist es besser, wenn Du mit Alltagskleidung kommst, als wenn Du eine hübsche Gewandung wählst, mit dem Du nicht klarkommst. Das ist unnötig hinderlich.

Accessoires

Wenn Du Dich nicht über die Kleidung in Szene setzen möchtest, eventuell geht es über Accessoires. Elenor Avelle zum Beispiel ist zwischenzeitlich wegen ihrem roten Hut bekannt. Vielleicht gibt es ja etwas, womit Du Dich einzigartig machen könntest.

Sonstiges

Wenn Du das erste Mal ausstellst, kann es durchaus passieren, dass Du noch ein paar Fehler machst. Das Wichtige, wie ich finde, ist, dass Du dabei Spaß hast. Dann wirst Du und Deine Besuchenden darüber hinweg sehen können.

Mach Dir gerne Notizen, wie Du dort auftauchen möchtest. Mit welchen Materialien und so weiter. Und dann arbeite alles nach und nach ab. Und wenn etwas nicht so ganz klappt, krieg keine Panik. Irgendwie wird sich das alles richten.

Abschlussgedanken

Die allerste Messe kann sehr aufregend sein. Und noch wichtiger, sie kann sehr toll werden. Sei einfach offen für alles. Denn egal wie sehr es nach Arbeit klingt (und ein Messeauftritt kann sehr arbeitsreich sein), wenn Du einfach keinen Spaß daran hast, dann macht das alles keinen Sinn.

Daher wünsche ich Dir auf Deinen Messen nicht nur Erfolg, sondern ganz, ganz viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele


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