Wir basteln uns eine sexy Heldin oder einen sexy Helden

Hei, hallo und herzlich willkommen,

egal ob Du einen Liebesroman schreibst, einen Krimi, eine Fantasygeschichte oder was auch immer, eine Heldin oder Helden kann da gerne eine (entscheidende) Rolle spielen. Da viele Leser*innen bemängeln, dass sie sich kein Bild von den Charakteren machen können, machen wir sie uns heute.

Kurze Vorgedanken

Okay, eines vorneweg, die Überschrift sollte Dich in erster Linie einfangen, weiter den Beitrag zu lesen. Denn ich bin der Meinung, dass „sexy“ reine Auslegungssache ist (auch wenn Studien das Gegenteil beweisen – wollen).

Das Aussehen kann durchaus auch vom Genre abhängig sein. So werden bei einem Liebesroman ganz andere Ansprüche gestellt, als an einem Krimi. Oder die Heldin bzw. der Held sieht in einem Fantasyroman anders aus, als in einer Science-Fiction-Geschichte.

Daher gehen wir einen Schritt nach dem anderen vor.

Eine Beschreibungscheckliste

In den meisten Fällen sehen wir zuerst einen Menschen, bevor wir mit diesem direkten Kontakt haben. Und da nicht jeder Roman damit beginnt, dass sich die Charaktere im Internet kennenlernen (und das auf Dauer auch langweilig wäre, wenn das so geschrieben werden würde), ist es in meinen Augen durchaus wichtig, das Äußere der Charaktere zu kennen.

Es gibt eine Übersicht an Punkten, die Du nach und nach abarbeiten kannst, wenn Du es sehr detailliert liebst. Dazu gehören folgende fünf Unterpunkte:

  1. Das äußere Erscheinungsbild,
  2. die soziale Situation,
  3. die Eigenschaften,
  4. Verhaltensweisen
    und
  5. Handlungen.

Dann gehen wir mal auf den ersten Fragekatalog ein und ich führe alle Punkte auf, die mir einfallen, die man dazu fragen kann.

Das Äußere

Was willst Du über das Äußere Deiner Figur alles mitteilen?

  1. Das Geschlecht (neben weiblich und männlich kannst Du auch an non-binäre Menschen denken, oder auch ein Fantasyvolk bzw. Aliens, dabei kannst sehr kreativ sein)
  2. Alter (eventuell weitere Daten wie Geburtstag, Sternzeichen, etc.),
  3. Körperbau (hier geht es um die Fakten, wie der Körper Deiner Figur gebaut ist)
  4. Aussehen (hier darfst Du Dich ein wenig in Details verlieren, also Besonderheiten wie Tätowierungen, Narben und all diese Dinge)
  5. Gesicht (da wir meistens den Menschen ins Gesicht schauen, ist es durchaus besonders wichtig, wenn Du hier ein wenig detaillierter bist, es geht nicht nur darum zu sagen, sie/er hat blaue Augen und grüne Haare, sondern wie sieht das Kinn aus, die Wangenknochen, die Ohren und all diese Dinge)
  6. Figur (hier darfst Du subjektiv Deine Figur beschreiben, muskulös, mollig und so weiter)
  7. Kleidung (Kleider machen Leute, beschreibe daher genau, wie Deine Figur aussieht, was sie gerne trägt, was sie nicht gerne trägt und all diese Dinge, zur Kleidung zählen auch Schuhe, für mich zudem Schmuck und andere Accessoires wie auch Rucksäcke, Handtaschen und so weiter).

Das ist eine der Gründe, warum ich gerne mit Bildern arbeite, sie erleichtern mir persönlich die Arbeit. Du kannst auch detaillierte Bilder suchen. Zum Beispiel, wenn Deine Figur tätowiert ist, kannst Du ein Bild suchen, welches für Dich als Vorlage dient.

Für die Kleidung kannst Du ein Ankleidezimmer kreieren. Schneide aus Katalogen oder sammele in Onlineshops Beispielkleidung für Deine Figuren. Und wenn Du magst, kannst Du für jede Szene die entsprechende Kleidung zusammenstellen, damit Du zumindest vor Deinem geistigen Auge siehst, in welcher Kleidung Deine Figuren laufen. Beschreiben musst Du sie nicht immer bis ins letzte Detail.

Es mag eine unnötige Spielerei sein und ist sie vielleicht auch. Aber ich selbst mag solche spielerein (und mache sie nicht immer, nicht das wir uns hier falsch verstehen) und nutze sie daher auch gerne mal.

Das Soziale

Was willst Du uns über die soziale Situation Deiner Figur sagen? Da gibt es einiges. Denn wenn Deine Figur aus der unteren Schicht kommt, dann erzählt sie eine andere Geschichte, als wenn sie das Kind von Millionär*innen ist. Aber auch die Erziehung sagt einiges aus. Wenn jemand andauernd zu Bestleistungen getriezt wird, sieht die Welt anders, als wenn man in einer Familie groß wird, die einen mit Liebe geführt hat.

Du musst nichts über die Familie oder die Herkunft Deiner Figur sagen, solltest aber schon wissen, woher sie/er kommt. Dadurch bestimmt sich auch das Verhalten der Figur. Überlege Dir also genau, woher Deine Figur kommt und was es über den Charakter aussagt bzw. aussagen könnte.

Hier sind die wichtigsten Punkte:

  1. Beruf (gerne auch die vergangenen Berufe, Ausbildung, Studium und auch der Berufswunsch, und wenn es nicht geklappt hat, warum nicht, und wenn doch, wie die Figur zum Beruf steht, ist sie/er glücklich oder hat sie/er sich etwas anderes darunter vorgestellt?),
  2. gesellschaftliche Stellung (wenn Deine Figur auf dem Bau arbeitet, sieht sie/er die Welt anders als jemand in der obersten Führungsetage, dementsprechend ist auch der Einfluss, welche die beiden auf die Welt haben oder zumindest meinen zu haben),
  3. soziale Beziehungen (dazu zähle ich die Ursprungsfamilie, die gegenwärtige Familie (sofern vorhanden), Freundschaften, Kolleg*innen, Ex-Kolleg*innen, Beziehungen, Ex-Beziehungen, Vorgesetzte, Untergebene, Feindschaften und so weiter und so fort …).

Das Verhalten

Zu den äußeren Verhaltensweisen zählt alles, was man sieht und beschreiben kann. Wenn jemand andauernd Hand-Kung-Fu betreibt, während sie/er redet, dann ist das durchaus auffällig. Genauso wie jemand, der/die andauernd die Arme verschränkt. Mit solchen Verhaltensweisen kannst Du mehr über eine Figur sagen, als wenn Du versuchst, diese Dinge zu beschreiben. Denn es gibt Körpercodes, die fast überall auf der Welt gelten (mit regionalen Unterschieden). Verschränkt jemand die Arme vor dem Körper, gilt dies als reserviertes Verhalten, komm mir nicht zu nahe, bleib weg.

Das erleichtert Dir nicht nur die Arbeit, sondern setzt das berühmt berüchtigte „Show, don’t tell“ um.

  1. Eigenarten (was macht also Deine Figur besonders, eben eigenartig aber auch einzigartig),
  2. Gewohnheiten (wie läuft der Tag ab, was macht Dein Charakter immer wieder),
  3. Verhaltens- und Handlungsweisen (was tut Deine Figur in besonderen Situationen),
  4. Sprache und Sprechweise (ist die Sprache eher einfach gehalten oder benutzt Deine Figur gerne Fachwörter und so weiter und so fort).

Das Seelische

Das psychische Verhalten ist nicht so offensichtlich wie eben das physische Verhalten. Wie können nicht sehen, dass jemand Angst, sondern nur eine Reaktion, wenn die Person diese auch zeigt. Wenn jemand beim Anblick einer Tarantel hysterisch herumbrüllt und in den Wald rennt, ist es sehr eindeutig, dass die Person wohl vor der Spinne Angst haben dürfte. Zeigt sie aber, auf dem ersten Blick, keine Reaktion, können wir nur noch mutmaßen. Dann müssen wir genauer hinsehen und genauer beschreiben.

  1. Interessen (wofür interessiert sie sich, Sport, Musik, Bücher, Filme und so weiter),
  2. Gefühle (natürlich die der Figur zu bestimmten Themen, wobei Du Dich ruhig auf die Themen zu Deiner Geschichte konzentrieren kannst und nicht zu abstrakten Themen, die mit Deinem Roman nichts zu tun haben, ansonsten wird es schlicht zu viel),
  3. Denkweisen (wie denkt Deine Figur zu bestimmten Dingen),
  4. Einstellungen (politische, religiöse und so weiter),
  5. Problemorientierungen (wie löst Deine Figur Probleme, wenn sie diese löst, logisch mit dem Verstand, mit dem Bauchgefühl oder eher emotional).

Die Ergänzung

Hier sind noch einige Fragen, die Du zu Deinen Figuren stellen kannst, wenn Du Deinen Roman schreibst. Diese Fragen sind als Hinweise gedacht, wie Du etwas über Deine wichtigen Figuren mitteilen willst, weniger, was Du über sie herausfinden möchtest.

Fragenkatalog:

  1. Wie geht Deine Figur mit den anderen Personen im Roman um (immer aus der Sicht der aktuellen Figur bitte beschreiben) – gegebenenfalls kannst Du Dir auch hier überlegen, wie die entsprechenden Figuren darauf reagieren?
  2. Welche Angaben möchtest Du zum Beruf Deiner Figur machen (eventuell auch zu den vergangenen Berufen) und zu den Finanzen?
  3. Inwiefern sind das äußere und das psychische Verhalten Deiner Figur durch die Gesellschaft und durch die Persönlichkeit bedingt?
  4. Was möchtest Du über die Biografie Deiner Figur mitteilen, in welchem Rahmen und warum gerade diese Details (also was sollen diese mir als Leserin mitteilen?)?
  5. Welche Informationen zu Vorlieben und Abneigungen möchtest Du mitteilen und warum gerade diese, welche Auswirkungen haben sie für die Geschichte (sind sie also wirklich notwendig – wobei die Notwendigkeit sich auch daraus erschließen kann, die Figur besser zu beschreiben)?
  6. Was möchtest Du und über die Lebensbedingungen der Figur mitteilen?
  7. Was zeigst Du uns über die Verhaltensweisen? Was sagt die Figur in welcher Situation? Sind die Aussagen eventuell doppeldeutig (durchaus wichtig bei Krimis oder Figuren die etwas zu verbergen haben)? Wie verhält sie sich in bestimmten Situationen?
  8. Wie und was zeigst Du uns über die Einstellung Deiner Figur (zu Problemen, Fragen, Politik, Frauen, etc.) und warum könnte das wichtig sein?
  9. Welche charakterliche Eigenschaften willst Du hervorheben und warum gerade diese? Zeigen sich die anderen auch oder warum ist das keine gute Idee?

Ein paar Schreibübungen

Eine Übersicht ausfüllen

Du kannst zu folgenden Punkten Notizen machen:

  • Größe
  • Haarfarbe / Haarlänge / Haarstruktur (sind sie gesund oder haben sie Spliss, sind sie gewellt oder glatt)
  • Augenfarbe, Augenformen
  • Gesicht (Lippen, Kinn, Wangen, Ohren, etc)
  • Größe
  • Statur (dick, dünn, muskulös, klein geraten, etc.)
  • geschlechtsspezifische Details (hat die Dame größe oder kleine Brüste, wie ist das Gesäß, wie gut bestückt ist der Mann – auch wenn es keine EroRom werden soll, kannst Du auch solche Details wissen, gerade wenn die Hose doch mal ausbeulen sollte oder die Oberweite der Dame eine Rolle spielen könnte, weil sie ein zu enges Hemd angezogen hat)
  • besondere Details wie Narben, Tatoos, Sommersprossen etc.
  • Hände und Füße (sind sie besonders geformt, besonders normal, was auch immer)

Wenn Du mit diesen Details fertig bist, dann kannst Du Dich um die Gaderobe und den Schmuck kümmern:

  • Kleidung
  • Schuhe
  • Schmuck (Ringe, Armbänder, Ketten, Ohrringe, Uhr/en)
  • Schminke (gilt zwischenzeitlich auch für Männer 🙂 )
  • Haarstyling
  • Zubehör (z.B. Taschen)

Dein Charakter im Aussehen

Nimm Dir ein Blatt Papier (gerne aus Deinem Schreibblock) oder eine Seite aus Deinem Schreibprogramm und überlege Dir, wie Deine Figur aussieht.

Stell Dir vor, sie oder er steht vor Dir und Du darfst Dich um sie herumlaufen und jedes noch so kleine Detail an Kleidung, Haaren, von mir aus Bart und so weiter betrachten. Auch wenn es Deiner Figur nicht gefallen würde, so auseinandergenommen zu werden, hier ist es legitim.

Und dann nutze die Seite und schreib einen Bericht darüber, wie Deine Figur aussieht. Ganz objektiv und so genau wie nur möglich. Aber bleib auf der einen Seite.

Warum?

Du sollst Dich letztendlich auf das Wesentliche konzentrieren. Jeder noch so kleine Kaffeefleck muss jetzt nicht in der Beschreibung auftauchen, weil man das gegebenenfalls waschen kann. Es geht hier um Merkmale, welche Deine Figur durch die ganze Geschichte trägt.

Ja, ich weiß, Haare können geschnitten werden oder wachsen und das gilt auch für Bärte. Und Tätowierungen sind in einigen Stunden gestochen. Aber ich denke, Du weißt, worauf ich hinaus will.

Also beschreib als Erstes Deine Figur aus DEINER Perspektive. Wie Du sie also siehst. Dann nutze die Perspektive von ein oder zwei Figuren aus Deinem Roman. Wie sieht der Held oder die Heldin (sofern Du nicht gerade diese Person beschreibst) die Figur. Achte dabei aber darauf, dass Du die Beschreibung so gestaltest, wie der Charakter sie / ihn wirklich sehen würde.

Wenn Du es also mit einer eher oberflächlichen Figur zu tun hast, dann wird diese Deinen aktuellen Charakter nicht so tiefgründig beschreiben. Das ist ein Fakt.

Und dann nimmst Du noch die / den AntagonistIn und beschreibst Deine Figur aus deren Sicht. Natürlich ebenfalls so, wie Du sie konzipiert hast und diese die Menschen sieht.

Diese Sachen solltest Du auf keinen Fall wegschmeißen. Denn es ist nicht nur gut, zu wissen, worauf die jeweiligen Figuren achten, wenn sie zum ersten Mal auf die anderen Charaktere treffen. Sondern Du könntest durchaus (vermutlich in einer eher geschnittenen Version) diese Beschreibung auch in Deinem Roman schreiben.

Wichtiger Hinweis: Nutze diese Technik für alle Deine Figuren. Damit kennst Du auch Deine Nebencharaktere, auch wenn Du sie nicht so detailliert aufführen wirst. Es geht hier um das Hintergrundkennen, weniger um die Verwendung in Deinem Text am Ende.

Dein Charakter in Bewegung

Nun schicke Deine Figur aufs Parkett (das darfst Du auch gerne wörtlich nehmen). Damit meine ich, wie benimmt sich Deine Figur in Aktion.

Als Beispiel: Wenn Du eine adlige Person hast, dann lass sie auf eine Festlichkeit gehen, wo Du sie beobachten kannst. Wie läuft sie, bewegt sie sich, redet sie und so weiter. Alles, was Dir auffällt. Benutze Metaphern, beschreibe genau bis ins letzte Detail.

Auch hier gilt, nur in diesem Text darfst Du bis zum Abwinken alles aufschreiben. Ob Du es am Ende in Deinem fertigen Text machst, das ist etwas anderes. Da kannst Du es dann gerne kürzen.

Hierbei geht es um einen Text, der sich in Bewegung befindet. Denn Deine Figur bewegt sich. Also folg ihr und sie zu, was am Ende dabei herauskommt.

Und ich schlage vor, maximal drei bis vier Seiten und dann sollte auch Schluss sein.

Auch hier kannst Du wieder einen Deiner anderen Charaktere in die Übung mit einfließen lassen. Wenn Du gerade einen Liebesroman schreibst und Deine Heldin beschreibst, wie sieht Dein Held sie. Was beobachtet er, was Dein Bösewicht nicht sieht. Und was sieht Dein Bösewicht, was Dein Held vielleicht sogar ignoriert?

Hier geht ebenfalls, alles aufschreiben, gerne auch überarbeiten und nicht die Texte wegwerfen. Vielleicht inspirieren sie Dich zu einer besonders schönen Szene oder Du kannst sie direkt in Deinem Roman verwenden.

Unterschiedliche Charaktertypen

Es kommt natürlich auch auf Deinen persönlichen Geschmack an, was für Charaktere Du letztendlich erschaffst. So kann es sein, dass Du auf Männer mit Brustbehaarung stehst oder auf Frauen mit großen Brüsten.

Gerne darfst Du auch Deine persönlichen Präferenzen in der einen oder anderen Geschichte ausleben. Immerhin schreibst Du sie ja. Aber ich würde Dir empfehlen, auch andere Geschmäcker zu bedienen. Gerade dann, wenn Du Liebesromane schreibst. Da sollte für jede*n Leser*in etwas dabei sein.

Abschlussgedanken

Gut, der Sex-Appeal ist ein wenig schwächer ausgefallen, als selbst gedacht. Aber um einen sexy Charakter zu erschaffen, benötigt es überhaupt eine gute Grundlage. Daher gönn der Arbeit an Deinen Charakteren ein paar Minuten und länger. Und der Rest erledigt sich sicherlich von selbst.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Berufe für Deine “Badlady” Heldinnen

Berufe für Deine “Badlady” Heldinnen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

natürlich müssen Deine Heldinnen nicht zwangsläufig zu der guten Seite gehören. Sie können auch “Böse” sein oder ein Mittelding. Also hilfreich sein, wenn es notwendig ist. Und ansonsten eben nur für sich arbeiten. Als Beispiel.

Kurze Vorgedanken

Mein letzter Beitrag zum Thema konzentriert sich darauf, dass sich die Berufsauswahl für Heldinnen nur auf „positive“ Berufe bezieht. Aber die Rolle der Frauen oder weiblich gelesenen Charaktere müssen nicht zwangsläufig nur positiv sein. Sie können auch negativ besetzt werden. Und diese Badladys, also die bösen Damen brauchen idealerweise auch einen Beruf.

Dabei muss Deine böse Damen Heldin nicht als die absolut Böse auftreten. Es kann einfach sein, dass sie Grau ist. Also eine Mischung aus absolut gut und absolut Böse. Warum sollen Heldinnen nicht einfach mal herrlich egoistisch auftreten? Und in der nächsten Sekunde sind sie dann zugleich herzzerreißend selbstlos, dass man mit ihnen regelrecht leidet.

Letztendlich kommt es nicht darauf an, welche Arbeit sie nachgeht, sondern wie Du sie schreibst. Der Beruf selbst kann sie selbst noch ein Ticken interessanter gestalten.

Der folgende Beitrag ist wieder als Inspiration gedacht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Du Deine eigenen Berufe hast, die Du Deiner böse Damen Heldin geben möchtest, sobald Du ein wenig darüber nachgedacht hast, was alles möglich sein kann. Und natürlich kannst Du die Berufe, die ich hier exemplarisch aufliste, auch Deinen Helden geben.

Die Räuberinnen

Von der kleinen Straßenräuberin bis hin zur Piratin, kann hier alles dabei sein. Als Straßenräuberin ist sie eher am unteren Ende der „Nahrungskette“. Sie dürfte aller Wahrscheinlichkeit am Existenzminimum leben und kämpft daher eher ums tägliche Überleben. Ob man sie dann wirklich als eine böse Frau bezeichnen kann, darüber lässt sich diskutieren.

Auf alle Fälle bestiehlt sie Leute, vielleicht ist es ihr sogar egal, dass es denen auch nicht viel besser geht als ihr. Oder sie hält sich daran, nur die zu beklauen, denen es definitiv besser geht. Natürlich kann sie auch in der Mittelschicht oder gar Oberschicht leben und sieht den Diebstahl als eine Art Hobby, eine Herausforderung oder lediglich als eine Ablenkung. Auch das ist möglich.

Als Nächstes könnten wir eine Bandenchefin nehmen, die professionell klaut. Nicht nur Geld, sondern auch Juwelen oder Informationen (je nachdem, wo Deine Geschichte spielt). Sie schickt ihre Leute raus, damit diese mit reicher Beute zurückkehren, welche sie verwaltet.

Natürlich könnte sie auch allein eine professionelle Diebin sein. Das bedeutet, sie ist zwar Solo, befindet sich aber beutetechnisch auf der gleichen Ebene, wie unsere Bandenchefin. Wäre natürlich interessant, wenn solche Figuren dann in einer Geschichte aufeinandertreffen würden.

Für mich an der Spitze ist die Piratin bzw. deren Kapitänin. Das bedeutet, dass sie nicht nur eine Bande von Individuen unter Kontrolle halten muss, sondern ein ganzes Schiff (wenn nicht sogar mehrere) und womöglich mehrere Königreiche (oder auch Königinnenreiche), deren Schiffe sie bestohlen hat.

Käufliche Liebe

Viele denken bei den Worten böse Lady durchaus an eine Gruppe von Damen, deren Liebe (oder zumindest sexuelle Dienste) man käuflich erwerben kann.

Die wohl bekannteste Version ist die Straßenprostituierte. Für viele das schwächste Glied in dieser Gruppe. Denn häufig muss sie sich mit einem Zuhälter auseinandersetzen und gewaltättigen Freier. Und auf der anderen Seite kommt noch das Klischee hinzu, dass sie ein goldenes Herz hat.

Wenn sie in einem Bordell arbeitet, dann geht es ihr häufig besser. Muss sich aber trotzdem umsehen.

Das königliche Gegenstück dürfte wohl die Kurtisane sein. Denn sie weiß nicht nur, wie man jemanden im Bett erfreut, sondern ist auch noch eine hervorragende Gesellschafterin (zumindest sollte sie es sein). Dadurch hat sie die Möglichkeit viel Geld zu verdienen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich mit dem allgemeinen Volk einlässt, darf ruhig als eher gering eingeschätzt werden.

Sie hat durch die Bettwahl auch die Möglichkeit sich mit den mächtigen eines Landes einzulassen und als Spionin zu arbeiten. Eine Kurtisane kommt also an wichtige Informationen heran, kann notfalls jemanden belauschen, an denen andere nicht herankommen und diese Leute auch bestehlen. Und wenn es hart auf hart kommt, dann eignet sie sich auch als Mörderin.

Und ja, es gibt auch die Mätresse. Auch sie kann diese Aufgaben erledigen, ist aber meistens nur bei einem Mann zu finden, während die Kurtisane bei mehreren zu Hause ist.

Wobei ich Dir jetzt ein Geständnis machen möchte: Ich würde gerne über eine männliche Kurtisane und auch Mätresse mal lesen.

Die Todesbringerinnen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man einen Menschen den Tod bringen kann. Die Giftmörderin ist durchaus eine Möglichkeit. Sie kennt sich mit Kräutern aus und weiß, welche gefährlich sind und welche heilen können. Zudem kannst Du Dir noch überlegen, ob sie nicht ein gewisses medizinisches Verständnis hat (Kräuterwissen und medizinisches Verständnis gehören nicht unbedingt zusammen). Zwar gelten Frauen als die Giftmörderinnen schlechthin. Aber ich habe mal einen Beitrag gelesen, indem es hieß, Frauen sind nur deswegen so bekannt, weil man bei Männern nicht daran denkt bzw. glaubt, sie könnten mit Gift morden.

Natürlich kann auch die Attentäterin oder auch die Assassine eine Rolle spielen. Sie tötet bewusst jemanden und kann dadurch auch Krisen auslösen und Reiche stürzen (je nachdem, wer ihr Opfer ist). Häufig sind ihre Attentate politisch, ideologisch oder auch religiös motiviert, gelegentlich kann es aber auch wirtschaftliche Gründe haben. Dabei kann es passieren, dass sie nur eine Person tötet, oder auch eine Gruppe.

Man könnte sagen, dass ihr gegenüber die Auftragsmörderin steht. Sie bekommt Aufträge jemanden zu töten und tut dies gegen einen materiellen Gewinn (meistens Geld, Gold oder welche Währung Du auch wählst). Dabei kann sie einen eigenen ethischen Standard haben, wen sie ermordet. Vielleicht nur Männer, vielleicht nur Frauen, niemals Kinder. Oder es ist ihr egal, wer auf ihrer Liste steht.

Auch wenn das jetzt kein Beruf ist, aber zur Vollständigkeit möchte ich natürlich auch die psychopathische Mörderin aufführen. Statistisch gesehen ist es wahrscheinlicher, dass ein Serienmörder (egal welcher Art) eher männlich ist. Aber diese Statistik gilt in erster Linie für uns Menschen. Wie Du sie einbaust, wäre dann Deiner Fantasie überlassen.

Die Regentinnen

Natürlich kann eine böse Lady Heldin auch auf einen Thron sitzen (oder überhaupt am Kopf irgendeiner Gruppe von Menschen). Dazu gehört natürlich die Königin irgendeines Reiches. In diesem Beitrag (im Gegensatz zu dem der letzten Woche) haben wir es mit einer bösen Königin zu tun, die vielleicht noch nett zu ihren eigenen Leuten ist (das wäre definitiv mal etwas anderes), aber gegenüber ihren Gegnerinnen und Gegnern keine Gnade walten lässt.

Es muss aber nicht gleich ein Königinnenreich sein, über das sie herrscht. Es reicht auch, wenn es eine kleine Gruppe ist. Also eine Gruppenanführerin. Natürlich könnte sie eine Piratin sein (siehe weiter oben), aber auch eine Diebin oder eine Terroristin. Was und warum sie tut, was sie tut, ist natürlich Dir überlassen. Aber dabei muss sie nicht immer die ganze Nette sein.

Abschlussgedanken

Natürlich sind das auch hier wieder nur Inspirationen für die Berufe Deiner bösen Lady Heldinnen. Aber ich denke Mal, dass da doch das eine oder andere dabei ist, was Dir durchaus gefallen könnte.

Ansonsten, sei offen, was es um Dich herum alles gibt und was Du für Deine bösen Lady Heldin interessant finden könntest.

Dabei wünsche ich Dir ganz viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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