Große Pläne – kleine Schritte

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Pläne können gut und wichtig sein. Gerade dann, wenn Du, so wie ich, vielleicht dazu neigst, Dich zu verzetteln. Aber selbst dann, wenn Du ein Ziel klar verfolgen kannst, kann es wichtig sein, zu wissen, was für Ziele Du hast und wie Du sie verfolgen kannst.

Daher geht es heute darum, große Pläne in kleine Schritte aufzuteilen.

Kurze Vorgedanken

Häufig setze ich mir Ziele und mache Pläne und scheitere daran, weil diese für mich zu groß sind. Einen Roman schreiben, einen Podcast erstellen oder vom Schreiben leben. Das sind tolle Pläne. Aber wie soll ich das umsetzen, wenn ich mich so leicht ablenken lasse, nachdem meine Hyperfokussierung beendet ist?

Dabei gibt es eigentlich einen ganz einfachen Trick. Große Pläne bestehen aus kleinen Schritten. Genauso wie ein Roman von eintausend Seiten, auch aus einzelnen Wörtern, Sätzen und Kapitel besteht.

Darüber möchte ich heute an zwei Beispielen erklären. Keine Sorge, ich denke, dass sich die Dinge von selbst erklären, sodass ich das nicht bis ins allerletzte Detail bespreche.

Vom Schreiben leben

Viele Autor*innen haben den Wunsch, vom Schreiben zu leben. Sie möchten ihren Brotjob aufgeben und jeden Tag Stunde um Stunde nur noch schreiben. Dieser Traum ist legitim. Aber allein dieser Satz ist zum Scheitern verurteilt.

Was bedeutet denn für Dich tatsächlich “Vom Schreiben zu leben?”. Da können zwei Menschen zwei völlig unterschiedliche Meinungen dazu haben.

Person A sagt, dass es ihr reicht, wenn Sie 2.000 Euro netto verdient und sie eben jeden Tag schreiben kann. Person B wird sagen, dass mindestens 10.000 Euro in die Kasse müssen und die Möglichkeit, in Island zu leben um dort zu arbeiten.

Deine Wunschvorstellung

Wie sieht nun Deine Wunschvorstellung aus? Je Detaillierter Du das für Dich definierst, desto eher wirst Du es erreichen. Denn Du jagst dann nicht einem Gespenst hinterher, sondern einer Sache, die theoretisch erreichbar ist.

Schreib detailliert auf, wie Deine Wunschvorstellung aussieht.

Ein paar Inspirationen:

  • Wie viele Bücher möchtest Du im Jahr veröffentlichen?
  • Wie viel Geld soll monatlich mindestens dabei herauskommen?
  • Möchtest Du nur vom Schreiben leben oder noch nebenbei von etwas anderem? (zum Beispiel Schreibkurse)
  • Willst Du Deinen Job aufgeben? (das meine ich dauerhaft, es kann durchaus sein, dass du nebenbei weiterhin in Teilzeit arbeiten möchtest)
  • Was willst Du nebenbei machen? (Podcast, Blog, etc.)
  • Wie reagierst Du, wenn es mal nicht rund läuft?
  • Was passiert, wenn die Mindestsumme im Monat nicht hereinkommt?
  • Wie sieht Dein Rentenplan aus?

Und so weiter und so fort. Diese Fragen dürften für einen Einstieg ausreichen. Während Du diese abarbeitest, werden sicherlich noch Weitere auftauchen.

Deine Wunschvorstellung – Auf Papier

Am besten schreibst Du alles auf, was Du erreichen möchtest. Und auch, wann Du es erreichen möchtest.

Nehmen wir an, Du träumst davon, 2.500 Euro netto zu verdienen (monatlich natürlich) und mindestens vier Bücher pro Jahr zu veröffentlichen. An sich ist das schon einmal ein Plan.

Und wann willst Du das alles erreichen? Nächstes Jahr oder erst in zehn Jahren? Setz Dir eine Deadline und arbeite darauf hin. Ansonsten bleibt es aller Wahrscheinlichkeit bei einer Wunschvorstellung.

Roman schreiben

Klar, wer vom Schreiben leben möchte, muss auf Dauer irgendetwas schreiben. Doch viele stehen regelrecht vor einem Wald, wenn sie sich denken, dass sie einen Roman schreiben möchten. Immerhin kann das durchaus ein gewaltiger Akt sein.

Aber, wie oben schon erwähnt, selbst der dickste Roman aller Zeiten besteht aus Kapiteln, Szenen, Sätzen und einzelnen Wörtern. Natürlich hast Du schon einmal viel Arbeit, bevor Du den ersten Satz mit dem ersten Wort schreibst.

Doch auch das ist übersichtlich.

Überlege Dir, was Du als individuelle Person brauchst, um einen Roman zu schreiben. Warum ich das so betone? Weil das, was Du brauchst, sich durchaus von dem unterscheiden kann, was ich brauche.

Deine Liste

Notier Dir alles, was Du für Deinen Roman benötigst. Hier ebenfalls einige Inspirationen:

  • Charaktere (notier Dir auch die Namen der wichtigen Figuren)
  • Plot
  • Subplot
  • Recherche (Themenübersicht)
  • Dialog
  • Show don’t tell
  • Überarbeitungsweise

Egal was Du brauchst, notiere es Dir. Und wenn Du noch nicht alles aufgeschrieben hast, weil es Dein Erstlingswerk ist, schreib auf, was Du glaubst zu brauchen.

Natürlich kannst Du Dich auch mit anderen Schriftsteller*innen unterhalten und fragen, was sie so brauchen. Oder Dir entsprechende Schreibratgeber besorgen (wobei ich aktuell immer noch in erster Linie die englischsprachigen empfehlen kann).

Dann listest Du die Punkte noch einmal detailliert auf. Wie viele Charaktere möchtest Du bearbeiten. Den Plot kannst Du in “Anfang”, “Mittelteil” und “Schluss” aufteilen. Und so weiter.

Und für jeden Punkt setzt Du Dir Fristen. Bis wann hast Du Charakter A fertig bearbeitet. Mit anderen Worten, wie viel Zeit gibst Du Dir, bis Du für Dich entschieden hast, dass Du fertig bist.

Sagen wir, dass Du für die Hauptcharaktere eine Woche Zeit brauchst, um sie fertig zu bearbeiten. Schnapp Dir Deinen Kalender und trag die Frist ein. Von Monat bis Samstag arbeitest Du an Charakter A. Den Sonntag nimmst Du Dir als Frist, falls Du es bis dahin nicht schaffen solltest. Ansonsten gönnst Du Dir einen freien Tag. Alternativ kannst Du am nächsten Charakter arbeiten.

Deadlines sind wichtig

Zum Thema Deadlines kommt noch ein Extrabeitrag. Daher werde ich hier nicht tiefer eingehen.

Wenn Du Pläne erstellst, dann ist es gut, dass Du Dir notierst, bis wann Du sie umgestellt haben möchtest. Gerade dann, wenn Du Probleme hast, Deine Zeit einzuteilen oder auch wenn Du Dich schnell verzettelst.

Daher ist es immer eine gute Idee, wenn Du Dir einen Rahmen gibst, um zu arbeiten. Setz Dir also Fristen, bis wann Du etwas geschafft haben willst. Kleine Sachen brauchen weniger Zeit, als große Sachen.

Deswegen schreib Dir auf, bis wann Du die jeweiligen Ziele erreicht haben möchtest. Und erinnere Dich täglich daran, dass Du noch an dieses Ziel arbeiten möchtest (müssen tust Du es ja nicht). Und dann arbeite darauf hin.

Bei mir erlebe ich das in letzter Zeit, wenn ich mir diese Fristen setze, dann erreiche ich diese eher. Natürlich kann ich innerhalb eines Jahres einen Roman schreiben. Aber ich habe das bisher nie verschriftlicht. Und somit hatte ich keine richtige Deadline gehabt.

Und selbst wenn Du sagst, ich schreibe bis zu meinem nächsten Geburtstag den Roman fertig, ist das immer noch zu ungenau. Klar, Du weißt, wann Du Geburtstag hast. Aber da ist immer noch dieses Monster namens “Roman”. Das ist einfach zu groß.

Wenn Du aber Deine Ziele in kleine Schritte aufteilst, ist alles machbar. Und die Wahrscheinlichkeit steigt immens, dass Du diese auch erreichst.

Abschlussgedanken

Wenn Du Probleme damit hast, ein ganzes Jahr zu planen, ist das erst einmal völlig in Ordnung. Mach es eben quartalsweise. Was möchtest Du die nächsten drei Monate erreichen? Oder auch vier?

Theoretisch kannst Du in drei Monaten tatsächlich drei Romane schreiben (frag J. Vellguth, sie hat es durchgezogen). Ansonsten ist es vielleicht Zeit genug, um einen Roman zu schreiben.

Egal wofür Du Dich entscheidest, fang mit der Planung an. Und lerne aus Deiner eigenen Planung. Wenn Du in den ersten drei Monaten alles geschafft hast, was Du Dir vorgenommen hast, kann man das als einen guten Plan bezeichnen.

Hast Du es nicht geschafft, ist es Zeit nachzubessern. Was war zu viel? Oder hast Du Deine eigenen Deadlines nicht eingehalten? Sei ehrlich und kritisch zu gleich, verurteile Dich aber nicht. Du kannst das alles im zweiten Quartal besser machen.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele