Lektorat? Nein danke, das mache ich selbst

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

leider reicht es nicht aus, einfach nur einen Roman zu schreiben, und dann hat sich die Arbeit erledigt. Danach geht diese nämlich erst richtig los. Dabei hat jede Autorin und jeder Autor eine eigene Methode, wie sie oder er mit der Überarbeitung umgeht. Gerade dann, wenn Du für Dich entscheidest, kein Lektorat für Dich in Anspruch zu nehmen. Dann musst Du härter mit Deinem Text ins Gericht gehen, als wenn Du das jemand anderen überlässt.

Daher möchte ich den heutigen Beitrag in zwei Teile aufteilen. Im ersten Beitrag zeige ich Dir, in welchen Phasen Du Dein Romanprojekt einteilen kannst. Und im zweiten gebe ich Dir ein paar Tipps, wie Du den Text überarbeiten kannst.

Kurze Vorgedanken

Über kurz oder lang wirst Du Deine Methode finden, wie Du Deine Geschichten überarbeitest. Das ist ganz normal. Aber es könnte halt sein, dass Du noch gar keine Ideen hast, wie das theoretisch gehen könnte. Wie oft solltest Du Deinen Roman überarbeiten, bevor Du es an eine Lektorin schickst? Oder wann solltest Du fremde LeserInnen bitten, Dir zu helfen? Oder welche Schritte könntest Du vornehmen, bevor Du Deinen Text allein veröffentlichst?

Letztendlich musst Du das für Dich entscheiden. Aber trotzdem kommt hier mein Vorschlag.

Kurze Anmerkung noch, bevor es losgeht: Einige Phasen greifen nahtlos ineinander über. Du wirst sicherlich schon merken, wo Du diese gleichzeitig bearbeiten kannst, auch wenn ich sie hier (zur Übersicht) getrennt aufführe.

Und die Bezeichnungen der Alpha-, Beta- und Omega-Leser*Innen und ihre Erklärungen stammen von mir. Andere werden diese anders bezeichnen (meistens nur Betas) und sie anders definieren. Das ist in Ordnung, für mich werde ich die folgenden Erklärungen verwenden.

Deinen Roman schreiben (Deine erste Fassung)

Dazu muss ich sicherlich nicht viel schreiben. Ohne eine fertige Geschichte kannst Du nichts überarbeiten. Daher meine klare Empfehlung, schreib Deine Geschichte, und das so schnell, wie es Dir nur möglich ist.

Warum?

Eine der Gründe ist einfach, um Dich selbst zu überlisten. Denn je schneller Du die Geschichte geschrieben hast, desto eher bist Du noch geneigt, diese auch zu überarbeiten. Du fühlst Dich nicht von Deinem eigenen Roman gelangweilt, wenn Du über Wochen oder Monate daran arbeitest, einfach weil Du Deine Geschichte so gut kennst.

Angela Knight hatte in ihrem Buch „Passionate Ink“ noch einen sehr guten Hinweis geliefert, wie man garantiert niemals einen Roman veröffentlicht. Und ich muss mir eingestehen, dass ich diesen Fehler auch am Anfang gemacht habe. Der Fehler ist der, dass man einem Kapitel schreibt und diesen dann so lange überarbeitet, bis er scheinbar perfekt ist.

Dabei passiert eben das, was ich oben beschrieben habe. Dadurch wird die eigene Geschichte irgendwann langweilig und man möchte sich nicht mehr damit beschäftigen. Und was passiert? Man fängt einen neuen Roman an und macht dann den gleichen Fehler. Am Ende veröffentlicht man gar nichts.

Wenn Du also Deinen Roman fertig hast, geht es in die Runde der ersten Überarbeitung.

Deine erste Überarbeitung

Wenn Du Deine Geschichte geschrieben hast, geht es an die erste Überarbeitung. Das bedeutet, dass Du hier Deine Geschichte mit Hammer und Säge und Bohrmaschine gerade rückst. Sämtliche Plotlöcher sollen jetzt gestopft werden, unsinnige Sätze gestrichen und Dopplungen gelöscht werden. Es geht hierbei erst einmal darum, dass Du eine Fassung hast, über die Du glücklich bist und zu Dir sagen kannst, ja, das gefällt mir.

Das bedeutet nicht, dass Dein Text perfekt ist. Aber Du kommst diesem durchaus näher. Denn mit dieser Version hast Du dann eine Grundlage, mit der Du arbeiten kannst, um sie auch anderen zu geben.

Meine Empfehlung für die zweite Fassung ist ganz klar, halte Dich an der Geschichte auf, nicht an anderen Dingen wie der Rechtschreibung oder der Recherche. Das alles ist wichtig, keine Frage, aber nicht jetzt. Wenn Du merkst, dass Du noch etwas recherchieren musst, notiere es Dir an der entsprechenden Stelle in einer sehr auffälligen Farbe. Und dann mach weiter.

Es geht hierbei darum, dass Du mit der zweiten Fassung fertig wirst. Hierbei kannst Du Dir auch ein wenig Zeit lassen, sodass Du am Ende wirklich eine Geschichte hast, die nur noch den letzten Feinschliff braucht.

Deine zweite Überarbeitung

Wenn Du dann die erste Überarbeitung fertig hast, geht es darum, dass Du Dich nun um kleinere Details kümmerst. Also, welche Fragen sind noch offen, was musst Du noch recherchieren und was will noch eingefügt werden.

Falls Du Dich um eine schwierige Szene gedrückt hast, ist jetzt die Zeit. Entweder Du schmeißt die Szene komplett raus oder schreibst sie endlich. Jetzt ist keine Zeit mehr, sich davor zu drücken. Deine Geschichte will erzählt werden, also, erzähl sie.

Jetzt ist es auch Zeit, dass Du Dich um Deine Rechtschreibung kümmerst (so gut es Dir persönlich möglich ist) oder auch um Füllwörter. Schau nach, welche Formulierung Dir gefällt und schreib den Text so, dass Du am Ende damit zufrieden bist. Hier geht es als um den Text.

Such auch nach Schwächen im Text. Wo benutzt Du zu viele passive Formulierungen, die nicht passen. Oder wo könntest Du Infodump rausschmeißen. Tu an dieser Stelle so, als würdest Du den Text so überarbeiten wollen, dass Du ihn veröffentlichen könntest. Dass es dem nicht so ist, ist eine andere Sache.

Deine Alpha-Leser*Innen

Jetzt musst Du ganz mutig sein. Und zwar richtig. Denn nun wird es Zeit, dass Du Dir einige Leser*Innen suchst (sofern Du es nicht bereits getan hast), denen Du auch Dein Manuskript zusendest. Wie viele es sind, das ist Dir selbst überlassen. Meine Empfehlung ist, mindestens drei Personen bzw. eine ungerade Zahl.

Der Grund ist einfach. Wenn eine Person sagt, dass ihr eine Szene gefällt und die andere hingegen, dass diese rausgeschmissen werden soll, kann die dritte Person letztendlich die Entscheidung herbeiführen. Ist die Szene gut oder nicht? Wenn Dir die Szene gefällt und zwei Personen sie ebenfalls mögen, hast Du eine entsprechende emotionale Rückendeckung.

Das bedeutet nicht, dass die dritte Person unrecht hat. Ihr gefällt die Szene nicht. Damit musst Du rechnen. Lies Dir ihre Argumente durch, warum sie die Szene nicht mag und überleg, was Du davon übernehmen willst oder nicht.

Eines solltest Du immer bedenken. Es ist Deine Geschichte, also entscheidest auch letztendlich Du, was Du von den Kritiken übernimmst und was nicht.

Deine dritte Überarbeitung

In der dritten Überarbeitung arbeitest Du dann die Punkte, welche Deine Alpha-Leser*Innen Dir mitgeteilt haben (und Du für gut befunden hast) in Dein Manuskript ein. Beide Punkte können durchaus parallel laufen, sodass Du nicht zu viel Zeit verlierst.

Und zudem kannst Du Dich auch jetzt schon auf die Suche nach Deiner Lektorin machen (vorausgesetzt natürlich, dass Du eine haben möchtest). Frag ruhig in den sozialen Medien nach, wer da so infrage kommt. Such dann die Internetseiten heraus und schau sie Dir an. Gefällt Dir deren Auftritt und was sagt Dein Bauchgefühl?

Da Du einer wildfremden Person Deine Geschichte anvertraust, sollte natürlich ein gewisses Vertrauen da sein. Daher entscheide Dich nicht zu schnell für jemanden, mit der oder dem Du am Ende vielleicht noch nicht einmal glücklich wirst.

Gegebenenfalls vertrau der Person einige Seiten für ein Probelektorat an. Wenn Kosten auf Dich zukommen, ich würd Dir empfehlen, diese zu tragen. Lieber vorher ein wenig Geld ausgeben, als am Ende viel zu verlieren und ein halb gares Etwas in den Händen halten, dass man nicht ein lektoriertes Manuskript bezeichnen kann.

Dein Lektorat – Optional
(gilt nur dann, wenn Du eines haben möchtest, ich führe es hier vollständigerweise auf)

Dann ist es so weit. Du hast Dich hoffentlich für eine Lektorin entschieden und die Angelegenheit mit dem Preis und der Zahlung ist auch geklärt. Dann schick ihr nun Dein geliebtes Manuskript zu. Je nachdem, was ihr ausgemacht habt, dauert es nun natürlich seine Zeit, bis Du Dein Manuskript zurückbekommst.

In der Zwischenzeit würde ich Dir nicht empfehlen, an Dein Manuskript weiterzuarbeiten. Akzeptiere, dass Du jetzt keine Kontrolle mehr darüber hast. Jetzt ist jemand anderes dran und wird Dir hoffentlich zeigen, was Du nun besser machen kannst.

Eventuell wäre jetzt der beste Zeitpunkt, um am nächsten Manuskript zu arbeiten. Sei es am Plot oder das Du den Roman schreibst. Oder Du machst ein paar Tage Urlaub. Was auch immer, genieß die Zeit, so gut es Dir eben möglich ist.

Deine vierte Überarbeitung

Wenn Du das Ergebnis Deiner Lektorin zurückbekommst, kann es sein, dass Du sehr viel Buntes siehst. Das habe ich schon öfters von Autor*Innen gelesen, dass sie dann vor lauter Schreck erst einmal die Datei zugemacht haben. Und auch als mein Probelektorat zurückkam, musste ich schlucken. Denn so gut wie überall war irgendetwas markiert und eine Notiz hinterlassen.

Das ist durchaus verständlich. Denn wir sehen Lektor*innen als Profis an, die wissen, was sie tun (oder es zumindest sollten). Und dann kommt genau solch eine Person daher und sagt uns, was an unserem eigentlich doch so genialen Werk nun auf einmal nicht ganz so perfekt ist. Das kann erst einmal wehtun.

Wenn Du den ersten Schrecken überstanden hast, schau Dir die Kommentare in aller Ruhe an. Viele Lektor*innen schreiben nicht nur auf, was sie schlecht fanden, sondern auch, was sie als gut empfunden haben. Daher lies Dir die ersten Kommentare durch und arbeite die ein, welche Dir zusagen. Alle anderen kannst Du dann einfach ignorieren.

Denk daran, es ist Dein Buch. Und Du entscheidest, wie sich Deine Geschichte ändert. Hör ruhig auf Dein*e Lektor*in, aber auch auf Dein Gefühl. Zu dritt werdet ihr aus der Geschichte das Beste herausholen.

Deine Beta-Leser*innen

Wenn Du es geschafft und alle Anmerkungen eingearbeitet hast, dann kannst Du Dich beglückwünschen. Denn der Löwinnenanteil an der Arbeit ist jetzt erledigt. Trotzdem würde ich selbst jetzt noch zu den Betaleser*innen greifen.

Sie machen noch einmal die Arbeit der Alphaleser*innen. Da aber das Buch mindestens zwei Profidurchgänge hinter sich hat (den der Alphaleser*innen und eben den der*s Lektor*in), sollte es hier nun um einiges schneller gehen.

Deine Betaleser*innen sollen im Grunde genommen auf zwei Dinge achten:

  1. Ist nun der Roman sauber überarbeitet, und zwar so, dass sie den auch lesen würden, wenn er nicht von Dir ist (also in einer Buchhandlung stehen würde)?
    Wenn nicht, was soll, derer Meinung nach, noch geändert werden? Oder wo hapert es noch?
  2. Idealerweise ist mindestens eine Person dabei, die absolut sicher in der deutschen Rechtschreibung ist und nun so gut wie alle Fehler auslöscht, die sich noch eingeschlichen haben.
    Zwar korrigiert ein*e Lektor*in durchaus Rechtschreibfehler. Aber häufig ignoriert sie*r diese auch, da es sich hierbei um Extrakosten handelt. Und wenn Du sie nicht bezahlt hast, sollte das jemand anderes übernehmen. Zudem gibt es noch das Problem der Betriebsblindheit. Irgendwann sieht man die Fehler einfach nicht mehr und dann rutschen sie durch.

Deine Betaleser*innen können sehr gerne die Gleichen sein, wie Deine Alphaleser*innen. Die kennst Du letztendlich schon und weißt, wie sie arbeiten. Solltest Du andere wollen, dann kümmere Dich rechtzeitig darum, dass Du da jemanden findest. Vielleicht schon dann, wenn Dein Roman im Lektorat ist.

Deine fünfte Überarbeitung

Immer dann, wenn Du etwas von Deinen Betaleser*innen zurückbekommst, arbeitest Du die Rückmeldungen (gerade die Korrekturen zu Rechtschreibfehlern) in Dein Manuskript ein.

Meine Empfehlung ist, während Du über die Meinung Deiner Betaleser*innen gerne diskutieren kannst, gilt dies nicht für die Korrektur der Rechtschreibfehler. Wenn Du Dir sicher bist, dass Dein*e Leser*innen davon Ahnung haben, vertrau ihnen und korrigiere Deinen Text. Denn Leser*innen können sehr grausam sein, wenn sie auch nur einen Rechtschreibfehler finden. Daher ist es besser, wenn Du Dich darum besonders kümmerst.

Dein Korrektorat

Wenn Du kein Lektorat möchtest, ist das in Ordnung. Meine Empfehlung ist aber, dass Du niemals auf ein Korrektorat verzichten solltest. Das bedeutet, dass Du jemanden dafür bezahlst. Deine Betaleserin kann da eine Expertin drin sein, aber eine Korrektorin kümmert sich nicht nur darum.

Sie schaut sich auch noch einmal den Satzbau an und versucht noch einmal das Beste aus Deinem Text herauszukitzeln, sodass Du den perfekten Text am Ende bekommst. Solltest Du eine*n hervorragende*n Betaleser*in haben, dann kannst Du Dir überlegen diesen Punkt zu überspringen. Aber gerade bei der Erstveröffentlichung würde ich Dir schon empfehlen, zumindest darüber nachzudenken. Denn es heißt nicht umsonst, der erste Eindruck zählt.

Deine sechste Überarbeitung

Hier geht es wieder darum, dass alle Änderungsvorschläge Deines Korrektorats einzuarbeiten. Im Idealfall waren das nicht viele, geh aber hier gerne gewissenhaft vor und schau, was für Änderungen sie*r Dir vorgeschlagen hat. Und dann sieh weiter, was Du davon übernehmen willst.

Wie geschrieben, bei Rechtschreibfehlern würde ich keine Kompromisse machen, bei dem Satzbau können wir gerne darüber diskutieren.

Deine Omega-Leser*innen

Die Bezeichnung Omegaleser*in stammt von mir und ich sehe sie als die letzten Leser*innen, welche mein Werk dann noch einmal in die Hand bekommen. Sie sollen noch einmal drüber schauen, ob wirklich alles in Ordnung ist oder sich der eine letzte Rechtschreibfehler eingeschlichen hat. Oder was auch immer sein könnte, dass am Ende quer im Lesefluss liegt.

Meine Empfehlung ist, dass es Personen sind, die zuvor noch nie Dein Werk in den Händen gehalten haben. Die sind frisch, unvoreingenommen und kennen die vorherigen Fassungen nicht. Sie sollen einfach nur lesen, wie gut das Buch ist und ob Du es danach veröffentlichen kannst.

Deine letzte Fassung

Jetzt lies noch einmal selbst über Deine Geschichte und schau nach, ob sie Dir wirklich gefällt oder Du noch den einen oder anderen Satz ändern möchtest. Setz Dir hier eine Deadline, damit Du es nicht übertreibst. Sorg dafür, dass Du vielleicht maximal eine Woche daran arbeitest und danach wird Deine Geschichte veröffentlicht. Ende der Diskussion ?

Tipps für die Überarbeitung

Es gibt einige Tipps, wie Du Dein Text überarbeiten kannst, damit es am Ende so professionell aussieht, dass man zumindest meinen mag, es habe ein Lektorat gesehen. Wichtig ist, sei kritisch gegenüber Dein Text. Du darfst es lieben, aber das bedeutet, dass Du notfalls alles streichen musst, was Deinem Text nicht guttut. Auch wenn es toll klingt.

Legen wir also los.

Dateiformatierung

Ob Du das als Erstes macht oder als Letztes, ist egal. Wichtig ist, dass die Datei Veröffentlichungsreif gemacht wird. Das gilt für den Abstand, Schrifttyp und so weiter. Informier Dich zum Thema Normseite und richte Deine Datei entsprechend ein.

Starker Anfang

Bisher habe ich einige Texte gegenlesen dürfen. Und mir ist aufgefallen, dass einige einen Fehler haben. Und zwar, dass sie mit sehr viel Infodump starten. Das bremst Dein Text völlig aus. Und aus der Sicht einer Leserin kann ich Dir garantieren, dass ich nicht weitergelesen hätte, wenn ich nicht darum gebeten wurde. Bei dem einen oder anderen Text hab ich mich sogar gequält weiterzulesen. Nur, um dann positiv überrascht zu werden.

Natürlich ist es wichtig, dass jede Seite stark ist. Jeder Satz sollte die Geschichte weiterbringen und jeder Dialog gut sein. Aber gerade am Anfang finde ich persönlich wichtig, dass man Spaß hat, weiterzulesen. Wenn aber immer und immer und immer und immer wieder irgendwelche Erklärtexte eingebaut werden, warum sollte ich weiterlesen?

Versuch das zu meiden. Kenne ich die Charaktere, bin ich selbst gegenüber Erklärtexten gnädiger eingestimmt.

Zeigen oder beschreiben (Show vs tell)

Sicherlich kennst Du das Schlagwort Show Don’t Tell. Das bedeutet, dass Du alles zeigen sollst, was Deine Charaktere erleben und nicht erklären. Er fühlte sich schlecht, wäre ein tell. Dass er sich gerade übergeben hat, zeigt, dass es ihm schlecht geht. Um ein Beispiel zu nennen.

Jedoch kann man nicht immer alles zeigen. Wenn Deine Figuren zehn Jahre lang durch das All gereist sind und nichts erlebt haben, ist hier ein Tell durchaus angebracht. Erklär mir in einem Absatz oder, von mir aus, in einem Kapitel, was in den zehn Jahren passierte. Und dann geht es mit der Geschichte weiter. Hier ein Show anzubieten, wäre Wahnsinn.

Überprüf also genau, wo Du mir als Leserin etwas zeigen kannst und wo Du doch nur beschreiben solltest. Und dann ändere diese Textstellen in Deinem Manuskript.

Laut vorlesen

Während ein Text im Kopf logisch klingt, kann es anders sein, wenn Du es laut vorliest. Da kann sich ein vermeintlich toller Satz auf einmal ziemlich schräg anhören. Daher lies Deinen Text ruhig laut vor und überprüf, wie sich dieser anhört.

Kleine Alternative für Technikfreaks: Es gibt dafür auch Programme. Du fügst Deinen Text ein und dann liest eine vorher festgelegte Stimme (meistens bei kostenfreien Programmen) oder eine ausgewählte Stimme (bei kostenpflichtigen Programme) den Text vor. Dann kannst Du Dich auf die Überarbeitung konzentrieren und jemand anderes macht für Dich die Arbeit.

Wenn Du Dich dafür interessierst, dann kann ich Dir nur eine Suche bei diversen Onlinehändlern oder Deiner Lieblingssuchemaschine empfehlen. Es gibt da wirklich sehr viel zur Auswahl.

Sagen oder nicht sagen?

Wie leitet man ein Dialog ein oder beendet diesen? Darüber scheiden sich die Geister. Darf man sagen benutzen? Oder ist das zu viel? Sollte man Abwechslungen einbauen oder soll man das flüstern, das betteln oder was auch immer herauslesen?

Du wirst hier auf verschiedene Meinungen stoßen. Die einen sind der Meinung, dass sagen völlig ausreicht. Die anderen hingegen nicht. Schau genau hin, was Dir zusagt und wozu Du stehst. Und dann ändere das in Deiner Geschichte.

Vorsicht bei den Beschreibungen

Man kann Beschreibungen untertreiben, indem man nichts beschreibt. Das ist definitiv nicht gut. Man kann es auch übertreiben, indem man jedes Staubkorn erwähnt. Besonders dann, wenn dieses Staubkorn keine relevante Bedeutung für die Geschichte hat. Überprüf also genau, welche Beschreibungen Du in Deiner Geschichte hast und überarbeite sie gegebenenfalls noch einmal.

Vorsicht: Adverb!

Adverben ist ein Thema für sich. Die einen verwenden sie zu oft und die anderen wissen noch nicht einmal genau, was das ist. Daher meine Empfehlung, informier Dich, was Adverben sind (und ja, das meine ich ernst), wenn Du nicht weißt, was das ist. Und dann überprüf Deinen Text daraufhin, diese zu löschen und durch stärkere Wörter auszutauschen.

Aktiv vs. passiv

Wenn jemand beißt oder gebissen wird, da ist ein gewaltiger Unterschied. Achte daher darauf, dass Du dann immer aktive Sätze und Beschreibungen einbaust, wo es notwendig ist. Es kann ja auch sein, dass man ein passiver Satzbau wichtig ist, um zu zeigen, dass der Charakter eben nicht aktiv ist. Da ist es in Ordnung. Ansonsten sind aktive Sätze immer ein Gewinn für Deine Geschichte.

Die liebe Rechtschreibung

Natürlich ist es wichtig, sich mit der Rechtschreibung auseinanderzusetzen. Wenn Du nicht zu den Rechtschreibkönig*innen gehörst, dann ist hier Hilfe notwendig. Es gibt Programme, die Du dafür benutzen kannst. Notfalls kauf sie Dir und arbeite mit denen. Hier ist es auch wichtig, dass andere darüber schauen, die sicherer in der Rechtschreibung sind.

Über den Geschmack einer Geschichte kann man streiten und wird auch häufig gestritten. Aber noch nie habe ich von jemanden gelesen, dass sie*r sich über Rechtschreibfehler gefreut hat. Da kommst Du also nicht drum herum, Dich damit zu beschäftigen.

Arbeite mit Menschen zusammen, denen Du vertrauen kannst

Damit meine ich nicht nur, dass sie Dir nicht Deine Geschichte klauen. Sondern, dass sie Dich respektieren und Dein bestes wollen. Von einigen habe ich schon gehört, dass ihre Schreibfreundschaften sie solange manipulieren wollten, bis sie deren Geschichte schreiben sollten. Das ist nie gut. Es ist Deine Geschichte und nicht deren.

Such Dir Autor*innen, mit denen Du darüber reden kannst. Und idealerweise könnte ihr euch auch austauschen.

Wo bleiben die Inhalte?

Wo bleiben die Figuren? Der Plot? Und diese Dinge? Natürlich kannst und sollst Du auch diese Punkte überarbeiten. Schau genau hin, handeln Deine Figuren durchgehend einheitlich? Ist jeder rote Faden abgeschlossen? Das alles gehört ebenfalls zu der Überarbeitung einer Geschichte.

Abschlussgedanken

Niemand hat behauptet, dass die Überarbeitung eines Manuskripts einfach ist. Du musst Dich dahinter setzen und hart daran arbeiten. Aber auf alle Fälle lohnt es sich, weil Du am Ende ein Ergebnis in den Händen hältst. Und hoffentlich auch eines, worauf Du stolz sein kannst.

In dem Sinne, viel Erfolg bei Deiner Überarbeitung und alles Liebe

Deine frau schreibseele

Auf der Suche nach einem Lektorat

Hei, hallo und herzlich willkommen,

gehen wir davon aus, dass Du ein Lektorat für Dich in Anspruch nehmen möchtest. Da stellen sich mir zwei Fragen. Wie finde ich ein*e Lektor*in und wie finanziere ich das überhaupt? Denn ein Lektorat für einen Text um die 250 Seiten kann durchaus um die 1.000 € kosten. Und seien wir mal ehrlich, das ist nicht gerade wenig.

Kurze Vorgedanken

Alle reden darüber und doch stellt sich am Ende die Frage, wie komme ich an mein*e Lektor*in heran? Einige Autor*innen scheinen ihre Lektor*in zu haben und schwören auf diese. Andere hingegen wechseln diese, wie unsereins ihre Unterhose. Und natürlich gibt es noch die Leute, die für sich ein Lektorat ablehnen. Diese bekommen noch einen eigenen Beitrag. Aber heute möchte ich mit Dir darüber reden, wie Du ein*e Lektor*in findest. Und vor allem, wie Du das Ganze theoretisch finanzieren könntest.

Die Suche

Der Verband

Beim Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren findest Du viele Informationen rund um das Lektorat, Kosten und einiges mehr. Und natürlich auch eine Datenbank, bei der Du nach Deiner*m Lektor*in suchen kannst. Im Grunde genommen kann man davon ausgehen, wer dort gelistet ist, sollte eine gewisse Qualität mit sich bringen.

Schau Dich dort um und dann natürlich auf den Seiten der Lektor*innen. Wenn Dich jemand besonders anspricht, könnte das was bedeuten.

Internetrecherche

Du kannst auch Deine Lieblingssuchmaschine auf machen und nach Lektor*innen suchen. Dort wirst Du dann die Internetseiten finden, welche Du Dir anschauen kannst. Meine Empfehlung ist ganz klar, schau Dir die Referenzen an.

Vor einiger Zeit hab ich eine Lektorin gefunden, die zwar hochgelobt wurde, aber scheinbar bisher nur ein einziges Buch lektoriert hatte. Inwiefern dies gute Werbung ist, sei dahingestellt. Mich hat das eher abgeschreckt, wenn ich ehrlich sein darf. Natürlich fängen wir alle mal klein an, das will ich nicht in Abrede stellen. Aber wenn ich mich als Lektorin positionieren möchte, sollte ich idealerweise im Vorfeld schon einige Bücher bearbeitet haben. Und die alle gehören dann auf meine Referenzseite.

Wenn genügend Referenzen vorhanden sind, schau Dir die Bücher bei den Onlinehändlern an. Werden sie gut besprochen oder beschwert man sich über das Lektorat? Hast Du an jemand besonders viel Interesse, lohnt es sich durchaus ein Buch zu kaufen und es zu lesen. Du könntest auch die*en Autor*in anschreiben und fragen, wie die Zusammenarbeit war.

Bleib bei Deinen Anfragen immer höflich, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Du auch eine Antwort bekommst.

Blick ins Buch

Wir haben sie alle, unsere Lieblingsbücher. Und die meisten hatten ein Lektorat. Gerade dann, wenn sie in einem Verlag veröffentlicht wurden. Da hast Du meistens keine Möglichkeit Dich dagegen zu wehren.

Im Impressumsteil findest Du dann die wichtigen Daten. Wer hat das Cover erstellt, wer das Korrektorat und eben, wer das Lektorat. Ein Blick in ein Verlagsbuch lohnt sich übrigens auch. Denn viele Lektor*innen arbeiten freiberuflich, auch für Verlage. Hat Dir ein Buch besonders gut gefallen, schau nach, wer das Lektorat übernommen hat.

Nein, ein gutes Buch ist nicht immer der Verdienst eines Lektorats. Darüber müssen wir nicht diskutieren. Wenn die Vorlage schlecht ist, dann kann auch das beste Lektorat der Welt dieses Werk nicht mehr retten. Aber es ist durchaus wahrscheinlich, dass das Lektorat die Geschichte noch einmal verbessert hat. Und daher lohnt es sich, mit dieser Person dahinter einmal auseinanderzusetzen.

Such nach der Internetseite und ob diese Person auch mit Dir arbeiten möchte. Denn eins sei Dir versichert, nicht alle Lektor*innen werden mit Dir als Selfpublisher*in zusammenarbeiten. Leider finde ich den Beitrag nicht mehr, aber vor einigen Jahren hatte sich eine Lektorin negativ über die SP-Szene geäußert. Ihr Fazit, sie möchte nie wieder mit Autor*innen aus diesem Bereich zusammenarbeiten. Aber dies ist mir nur ein einziges Mal untergekommen.

Eventuell ergibt sich aber auch hier eine tolle Zusammenarbeit.

Empfehlungen

Als ich nach einer*m Lektor*in gesucht habe, hab ich einfach bei Twitter nach Empfehlungen gefragt. Dazu hab ich die Genres erwähnt, über die ich schreibe und dann einfach gewartet. In der Tat kamen einige Empfehlungen, an die ich nicht gedacht habe oder die ich so nicht entdeckt hätte.

Über diese Empfehlungen kannst Du Dir die Internetseiten anschauen und dann sehen, ob ihr theoretisch zusammenarbeiten könntet. Auch hier gilt, schau Dir ruhig die Referenzen an. Es müssen nicht viele sein, aber aussagekräftig schon. Und dann kannst Du die nächste Stufe angehen.

Die Auswahl

Wenn Du eine*n Lektor*in für Dich ausgesucht hast, oder auch mehrere, empfehle ich Dir dringlichst, ein Probelektorat zu machen.

Was ist ein Problektorat?

Meistens schickst Du die ersten drei Normseiten Deines Projektes an die Person oder Personen und bekommst diese lektoriert zurück. Mit dem Problektorat sollst Du sehen, ob ihr Beide zusammenarbeiten könnt. Das bedeutet, Du kannst schauen, ob Dir die Arbeit gefällt. Und Dein*e Lektor*in kann ebenfalls entscheiden, ob sie*er mit Dir zusammenarbeiten möchte.

Denn ja, auch ein*e Lektor*in kann sich gegen eine Zusammenarbeit entscheiden.

(Mögliche) Kosten

Bei einigen Lektor*innen ist das Probelektorat kostenfrei. Andere hingegen verlangen eine kleine Gebühr. Wenn Du eine Gebühr bezahlen sollst, kann ich sie Dir nur empfehlen. Lieber im Vorfeld zehn oder fünfzehn Euro für drei Seiten bezahlen, als dass Du die falsche Wahl triffst. Denn ich hab durchaus einige Horrorgeschichten zum Thema Lektorat gehört und gelesen, da möchte ich lieber im Vorfeld wissen, mit wem ich es zu tun habe.

Natürlich könnte man sich das Geld auch sparen. Aber lieber jetzt bezahlen, als später drauf zahlen.

Die Wahl

Wenn Dir das Problektorat zusagt und Dein*e Lektor*in klar mitteilt, dass sie*er mit Dir zusammenarbeiten möchte, bist Du am Zug. Willst Du oder willst Du nicht? Gerade, wenn Du mehrere Anfragen versendet hast, ist es wichtig, irgendwann eine klare Entscheidung zu treffen. Und es ist auch völlig in Ordnung, wenn Du eine Absage versendest. Immerhin könnte es ja sein, dass Du mit einer anderen Person zukünftig zusammenarbeiten möchtest.

Daher empfehle ich Dir, die Sache nicht im Sand verlaufen zu lassen. Schreib eine kleine Dankesmail und eben die Absage. Und wenn Du möchtest, dass Du gerne eventuell zukünftig mit der Person zusammenarbeiten möchtest.

Absprachen

Du hast Dich für ein Lektorat entschieden? Herzlichen Glückwunsch! Damit hast Du den wichtigsten Schritt schon getan. Jetzt heißt es, sofern Du es noch nicht getan hast, schreib nun Deine Geschichte zu Ende und überarbeite sie selbst. Eventuell mit Deinen Alphaleser*innen.

Wenn das soweit ist, solltet ihr beide im Vorfeld klären, was das Lektorat beinhaltet.

Kosten

Wie viel kostet Dich das komplette Lektorat? Lass Dir eine konkrete Summe für jede Normseite nennen und dann für das komplette Werk. Natürlich könntest Du es Dir ausrechnen. Aber wenn Du nicht weißt, wie halbe Seiten (also die Seiten am Ende eines Kapitels) berechnet werden, kannst Du keine exakte Aussage machen. Notfalls frag nach, wie diese Seiten berechnet werden.

Durchgänge

Normalerweise bekommst Du pro Lektorat zwei Durchgänge. Im ersten Durchgang wird Dir genau aufgezeigt, was Du besser machen kannst und was okay ist. Das Wichtige sollte Dir aber immer bewusst sein, es ist Deine Geschichte. Lass Dir also niemals irgendeine Meinung aufzwingen. Wenn Du etwas übernehmen möchtest, ist das genauso in Ordnung, wie, wenn Du es nicht tun möchtest.

Sollte Dein*e Lektor*in Dich zu einer Übernahme zwingen, überleg Dir genau, ob dann eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gegeben ist. Notfalls frag andere Autor*innen, wie sie einen solchen Fall betrachten.

Im ersten Durchgang werden alle Schnitzer ausgeräumt und beseitigt. Im zweiten Durchgang wird dann noch einmal geschaut, ob da noch irgendwelche logischen Fehler bestehen. Auf die werden dann noch einmal hingewiesen. Wenn das erledigt ist, ist auch die Zusammenarbeit erledigt.

Abweichungen können zwischen euch beiden immer besprochen werden. Aber auf zwei Durchgänge würde ich schon einen gewissen Blick werfen.

Rechtschreibfehler

Wenn sich Dein*e Lektor*in intensiv mit Deinem Text befasst, wird sie*er irgendwann blind. Da können kleine Schnitzer übersehen werden, einfach, weil man sie nicht mehr sieht. Im Idealfall werden diese korrigiert. Aber das ist nicht die Aufgabe des Lektorats. Daher erwarte nicht, dass diese behoben werden.

Zahlweise

Normalerweise wird Summe X innerhalb von Zeitraum Y überwiesen und damit hat es sich. Aber wenn Du offen und ehrlich mit Deiner*m Lektor*in sprichst, dann sind sicherlich auch Abweichungen möglich. Eventuell kannst Du ein Prepaidlektorat in Anspruch nehmen. Du überweist also eine gewisse Summe und Dein*e Lektor*in überarbeitet so lange den Text, bis das Geld aufgebraucht ist. Und dann wartet sie*er so lange, bis dass nächste Geld unterwegs ist.

Oder Du fragst nach einer Ratenzahlung. Wenn Du die Gesamtsumme kennst, kannst Du jeden Monat eine Summe X überweisen. Wie hoch sie ist, das müsst ihr besprechen. Eventuell sollst Du vor dem Beginn des Lektorats zahlen oder kannst es auch danach machen.

Egal wie ihr vorgeht, sprecht offen und ehrlich miteinander, wenn Du Dir die Summe nicht auf einmal leisten kannst. Meine Vermutung ist, dass die meisten mit sich reden lassen. Gerade dann, wenn es Dein Erstlingswerk ist.

Die Finanzierung

Sagen wir, dass Dein Lektorat 1.000 € kostet. Das ist eine beträchtliche Summe. In der Vergangenheit hatte ich Arbeitsverträge mit einem Monatslohn, die deutlich darunter lagen (bei einer Vollzeitstelle wohlgemerkt). Jetzt stellt sich die Frage, wie an so viel Geld kommen?

Sparen

Mit dem Beginn des Schreibens an Deinem Roman kannst Du sofort anfangen zu sparen. Überleg Dir, was Du für Kosten haben könntest. Probier dieses Tool aus und Du wirst eine grobe Summe am Ende haben. Zwar ist das eine sehr grobe Rechnung. Aber rechne noch ein paar Hundert Euro rauf und Du hast eine realistische Summe.

Wenn Du mit dem Bullet Journal arbeitest, wirst Du viele Tracker finden, die sich um das Sparen von Geld drehen. Innerhalb eines Jahres ist es theoretisch möglich, eine vierstellige Summe zu sparen. Und für den Anfang ist das ausreichend.

Ratenzahlung / Prepaidzahlung

Das habe ich schon oben bei Zahlweise erwähnt. Daher gehe ich nicht noch einmal darauf ein.

Crowdfunding

Bei einem Crowdfunding bittest Du fremde Personen, Dir Geld zu leihen, damit Du Deine Projekte umsetzen kannst. Dafür musst Du den Leuten aber etwas geben. Meine Empfehlung ist, dass Du Dich genau darüber informierst. Wer hat das schon gemacht, wie war der Erfolg und was solltest Du dafür als Gegenleistung anbieten.

Häufig musst Du noch nicht einmal das fertige Buch als Gegenleistung anbieten, sondern eine andere kreative Leistung. Aber da ich selbst damit (noch) keine Erfahrungen habe, kann ich Dir dazu nicht viel sagen. Aber es gibt einige Autor*innen, die das schon gemacht haben. Recherchiere danach und frag freundlich bei diesen nach. Die können Dir sicherlich besser weiterhelfen.

Probleme

Ab und an könnte es auch dazu kommen, dass es Probleme gibt. Dein*e Lektor*in hält sich nicht an die Absprachen oder will Dir ihren*seinen Willen aufzwingen. Denk erst einmal daran, dass es auch nur Menschen sind. Mit anderen Worten, sie handeln daher auch menschlich. Das ist nicht immer gut, aber dadurch erst einmal nachvollziehbar.

Wenn es zu Problemen kommt, dann frag ruhig bei anderen Autor*innen nach, wie sie damit umgehen würden. In erster Linie, wenn ihr einen Vertrag habt (dazu reicht auch eine E-Mail, denn in Deutschland herrscht Vertragsfreiheit), hat Dein*e Lektor*in diesen zu erfüllen. Sollte sie*er sich weigern, nicht bezahlen und ein*e neue Lektor*in suchen.

Solltest Du bereits bezahlt haben, ist es manchmal notwendig juristische Hilfe zu holen. Aber erst einmal gilt, redet miteinander. Manchmal liegt es an der (fehlenden) Kommunikation, dass es zu Problemen kommt. Und wenn das nicht hilft, Hilfe suchen.

Abschlussgedanken

Es ist nicht ganz so einfach, sich ein*e Lektor*in zu suchen. Denn es gibt durchaus einiges zu beachten. Und ob es sich für Dich (finanziell) lohnt, musst Du selbst entscheiden. Damit meine ich, ob Du die Kosten für das Lektorat wieder hereinbekommst. Die einen werden sagen, ja, es lohnt sich, egal wie. Die anderen werden argumentieren, dass es dem nicht so ist.

Bedenke dabei bitte immer eines, es ist Deine Entscheidung. Niemand kann sie Dir abnehmen. Aber nach diesem Beitrag hast Du einige Dinge gelesen, auf die Du achten solltest. Den Rest wirst Du dann selbst herausfinden. Learning by doing wie es doch so schön heißt.

Und dabei wünsche ich Dir viele tolle Erfahrungen und Ergebnisse.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Lektorat: Ja oder Nein

Märzbeiträge

Hei, hallo und herzlich willkommen,

jede Geschichte braucht ein Lektorat, bevor man diese veröffentlicht. Gerade dann, wenn man nicht in einem Verlag veröffentlicht und daher das Lektorat quasi gratis dazu bekommt. Zumindest hieß das bisher so. Doch stimmt das? Darüber möchte ich heute mit Dir diskutieren. Wobei ich vorab erwähnen möchte, dass der Beitrag sehr subjektiv ist.

Eine kurze Definition: Was ist ein Lektorat?

Um zu klären, ob man ein Lektorat braucht, möchte ich erst einmal kurz erklären, was das überhaupt ist. Ein Lektorat ist eine Überarbeitung Deiner Geschichte. Dazu gehören zum Beispiel Plotlöcher, Fehler in den Charakteren und weitere Schwächen. Es kann auch sein, dass Dir empfohlen wird etwas früher zu erwähnen oder später. Oder es wird ein ganzer Kapitel umgestellt und so weiter.

Idealerweise ist am Ende Deine Geschichte besser als vorher. Denn irgendwann sehen wir nicht mehr die Schwächen unserer eigenen Geschichte und denken, dass alles, was wir geschrieben haben, sinnig und gut ist (mehr oder weniger). Daher ist es gut, wenn eine neutrale Person drauf schaut und Dir sagt, wo man es doch besser machen kann. Dafür benötigst Du eine Lektorin und durchaus ein wenig mehr Geld. Denn ein Lektorat kann durchaus zwischen fünfhundert und tausend Euro kosten. Rechne mit einem durchschnittlichen Preis von 5 Euro pro Normseite.

Ein Korrektorat wird im Lektorat nicht vorgenommen. Viele sind zwar nett und weisen Dich auf Rechtschreibfehler hin, aber das ist nicht deren Aufgabe.

Ein Korrektorat hat nämlich nichts mit einem Lektorat zu tun. Hier wird noch einmal über Rechtschreibfehler, Satzbau und Ähnliches drüber geschaut. Manchmal wird Dir auch empfohlen, einen Satz anders zu schreiben, um eine bessere Wirkung zu bekommen. Aber auf den Inhalt wird da nicht eingegangen. Außer Du hast jemand ganz liebes und weißt Dich auf Fehler hin. Das liegt aber dann an der Person.

Welche Ausbildung hat eine Lektorin?

Um eine Lektorin zu werden, musst man weder studiert oder eine Ausbildung absolviert haben. Denn Lektorat bzw. Lektorin ist kein geschützter Begriff. Das bedeutet, dass sich jede und jeder sofort Lektorin bzw. Lektor nennen kann, wer dazu Lust hat. Ja, auch Du darfst das, wenn Du willst. Das ist aber auch eine Sache, was bei vielen negativ aufstößt.

Idealerweise weiß aber eine Lektorin, was zu tun ist. Das bedeutet, dass sie etwas Literarisches studiert hat, zum Beispiel Germanistik. Und zudem sollte sie auch eine Menge lesen, und wenn es ganz gut kommt, dann schreibt sie auch selbst Geschichten. Damit kennt sie die Grundlagen eines Romans besser, als wenn sie nur die Angelegenheit aus der Theorie kennt. Aber das ist keine Muss-Bedingung, sondern eine Kann-Bedingung.

Die Grundlage der Diskussion

Doch warum gibt es jetzt eine Diskussion zum Thema Lektorat? Das hat etwas mit dem Beitrag der Autorin Anja Bagus zu tun. Kurz geschrieben, sie erklärte, warum sie kein Lektorat in Anspruch nehmen möchte und nennt dafür auch ihre Gründe.

Als Reaktion darauf erklärte die Autorin Vera Nentwich, warum ein Lektorat doch wichtig ist. Zumindest aus ihrer Sicht. Aber auch andere Lektorinnen haben ihre Meinung dazu kundgetan (dazu gab es vor zwei Jahren eine Seite, die zwischenzeitlich leider verschwunden ist, schade). Und wenige schreiben sogar pro und kontra Beiträge dazu.

Natürlich verteidigen beide Seiten mit guten Argumenten ihre Sicht der Dinge und man kann sie verstehen, wenn man sich mit der Angelegenheit eingehend beschäftigt. Aber darum geht es nicht, denn es geht um Deine ganz persönliche Entscheidung, wie Du an diese Sache herangehst.

Im Folgenden möchte ich Dir mögliche Argumente geben, die für ein Lektorat oder auch dagegen sprechen.

Zum Beitrag selbst

Im Folgenden werde ich die häufigsten Punkte zum Lektorat aufführen und aus der Sicht einer fiktiven Autorin und einer fiktiven Lektorin beantworten. Zumindest so, wie ich es mir denke und wie ich es häufig im Internet gelesen und auch in Gesprächen mit anderen Autor*innen erfahren habe. Dabei ist trotzdem alles fiktional und teilweise sehr überspitzt. Zudem sind die meine beiden Damen auch Fähnchen im Wind. Das bedeutet, dass sie ihre Meinung regelmäßig der Frage anpassen.

Wie geschrieben, die Antworten sind überspitzt, entsprechen nicht alle meiner persönlichen Meinung, auch wenn ich in der Ich-Version schreibe.

Argumentation zum Lektorat

Frage: „Warum sollte ich ein Lektorat in Anspruch nehmen?“

Aus der Sicht der Lektorin …

„Als Lektorin ist es meine Aufgabe, das Beste in dem Text einer Autorin zu suchen, zu finden und zu bergen. Ich will der Autorin helfen, den bestmöglichsten Text, die bestmöglichste Geschichte zu schreiben, die man aus dem Rohmaterial, welches ich bekommen, schaffen kann.

Autor*innen sind durchaus in der Lage gute bis sehr gute Texte zu schreiben. Aber irgendwann werden sie betriebsblind und können nicht mehr sehen, wo man noch den Text verbessern kann. Gerade wenn sie schon einige Male über ihre Geschichte gelesen und diesen schon einige Male überarbeitet haben.

Da kommen wir ins Spiel und helfen den Autor*innen bei ihrer Arbeit. Wir schauen aus einer neutralen Perspektive auf die Geschichte, welche Familie und Freunde niemals einnehmen können. Denn als Lektorin bin ich nicht emotional mit der*m Autor*in verbunden. Sie*Er ist mein*e Auftraggeber*in, und ich versuche diesen Auftrag so gut wie nur möglich abzuschließen. Und daher gebe ich mein Bestes bei meiner Arbeit.“

Aus der Sicht der Autorin …

„Als Autorin gebe ich mir alle Mühe, meine tollste, schönste und beste Geschichte zu schreiben, zu der ich gerade in der Lage bin. Mir ist aber bewusst, dass ich als Erstautorin da sicherlich noch ein wenig Hilfe benötigen kann.

Natürlich hole ich mir vorher durchaus Hilfe von Familie und Freunden, auch wenn ich weiß, dass ich ihre Ratschläge nicht zu sehr vertrauen sollte. Weiterhin suche ich mir auch ein*e Beta-Leser*in, damit sie mir hilft, weitere inhaltliche Fehler zu finden und mitsamt den Rechtschreibfehlern die Geschichte zu verbessern.

Mir ist aber bewusst, dass eine Lektorin, die schon entsprechende Erfahrung in dieser Arbeit hat, hier unverzichtbar ist. Denn sie hat viele Romane nicht nur gelesen, sondern auch lektoriert und damit gesehen, was gut ankommt und wie ich auch auf dem Markt bestehen kann. Das ist mir als angehende Autorin wichtig.“

Welche Leistungen kann ein Lektorat bringen?

Aus der Sicht der Lektorin …

„Als Lektorin versuche ich natürlich, jedes Plotloch zu stopfen und glaubwürdige Charaktere zu erschaffen. Weiter gehört es zu meinen Aufgaben, einen guten Satzbau und die Grammatik zu überprüfen. Wobei ich jedoch immer empfehle, noch ein Korrektorat dazu zu buchen. Denn auch wir werden irgendwann einmal betriebsblind und sehen dann viele Fehler nicht mehr. Denn unser Gehirn sagt, dass der Satz oder das Wort richtig ist, auch wenn es so nicht stimmt.

Mein Ziel ist es am Ende, dass der bestmöglichste Text veröffentlicht werden kann, den es gibt.

Weiterhin kann ich auch auf unlogische Sätze hinweisen, Bandwurmsätze oder auch unglaubwürdige Handlungen, Wendungen oder Situationen. Alles, was man als Autorin irgendwann nicht mehr sieht.“

Aus der Sicht der Autorin …

„Sicherheit. Ich denke, Sicherheit ist hier ein gutes Stichwort. Denn woher soll ich als Autorin, gerade mit einer Erstveröffentlichung wissen, was gut ist, was gut ankommt und wo ich selbst noch Fehler gemacht habe?

Da bietet sich ein Lektorat an, um mir die Sicherheit zu geben, damit ich weiß, was ich tun kann und was nicht. Denn ich will ja nicht, dass mein Erstlingswerk auch mein Letztes ist, weil die Leute mich am Ende meiden.“

Welche Kosten können entstehen?

Aus der Sicht der Lektorin …

„Jedes Lektorat ist absolut individuell. So kann ein Roman auf meinem Tisch landen, der kaum, bis gar keine Arbeit benötigt. Da ist es nur natürlich, dass ich nicht so viel berechne. Doch dann kommt ein Buch auf meinem Tisch, der nur so von Fehlern strotzt. Dafür benötige ich mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit und am Ende kann das natürlich teuer werden.

Daher ist es nicht möglich zu sagen, wie viel letztendlich ein Lektorat kosten kann. Das ist absolut individuell zu sehen.“

Aus der Sicht der Autorin …

„Das ist der ärgerliche Teil an der ganzen Geschichte. Ich kann grob sagen, wie viel mich ein Cover kostet. Oder auch die Zeit, die ich mit dem Schreiben verbringe. Oder auch meine Werbematerialien. Aber ich kann nicht damit rechnen, wie viel mich so ein Lektorat kostet. Da fällt es mir schon schwer, die Kosten zu kalkulieren und zu sparen.

Wenn es wenigstens eine grobe Orientierung haben könnte, wäre das schon einmal. Aber selbst das bieten nur wenige Internetseiten an. Ich soll anfragen. Schön. Da würde ich schon gerne vorher eine grobe Orientierung haben.

Von zehn Lektorinnen bieten vielleicht die Hälfte eine Preisorientierung an, die ich so im Internet gefunden habe. Und bisher habe ich nur einen einzigen Anbieter entdeckt, die klar benennen, was sie kosten.“

Lektorinnen arbeiten nicht gut

Aus der Sicht der Lektorin …

„Natürlich sind nicht alle Lektorinnen gut, leider. Aber wer sich beim „Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren“ umschaut, findet dort Kolleginnen und Kollegen, denen man durchaus vertrauen kann. In dieser Hinsicht wird man nicht allein gelassen.

Und natürlich kann man sich auch mit anderen Autor*innen über Empfehlungen unterhalten. Es gibt also genügend Möglichkeiten herauszufinden, wer gut ist und wer nicht. Man wird da nicht allein gelassen, außer man will sich nicht erkundigen.”

Aus der Sicht der Autorin …

„Klar gibt es durchaus gute Lektorinnen. Darüber muss man wohl nicht diskutieren. Aber gleichzeitig gibt es genügend Lektorinnen, die nicht die Geschichte im Fokus haben, sondern ihr eigenes Ego. Und daraus soll am Ende eine gute Geschichte werden? Ich glaube weniger.

Da ja jede sich Lektorin bezeichnen darf, die darauf Lust hat, kann man da wirklich nicht wissen, ob man jemand wirklich Gutes erwischt. Und dann ist das Geld auch schon futsch und ich sitze da und muss zusehen, wie ich dann zu einem wirklich guten Lektorat komme.“

Natürlich sind das nur exemplarische Punkte. Aber ich denke, Du hast ein Gefühl dafür bekommen, welche Gedanken dazu führen können, sich für oder gegen ein Lektorat zu entscheiden.

Achtung! Horrorgeschichten!

Wenn Du Dich mit anderen Autor*innen unterhältst, dann wirst Du früher oder später auf die eine oder andere Horrorgeschichte aus dem Lektorat stoßen. Die wohl berühmteste Geschichte dürfte von Joanne K. Rowling stammen. Vielleicht kennst Du aus dem ersten Buch die Szene auf der Mädchentoilette. Hermine Granger versteckte sich dort und der Troll, der in das Schloss eingedrungen war, kehrte dort ein und griff Hermine an. Harry Potter und Ron Weasley kamen ihr zur Hilfe. Der Rest ist bekanntlich Geschichte.

Rowling musste um diese Szene kämpfen, da ansonsten das Lektorat diese gerne rausgeschmissen hätte.

Aber auch von anderen habe ich schon gehört, dass sie Probleme mit ihrem Lektorat hatten. So haben sie den Text nicht wirklich überarbeitet oder nur die Hälfte der zugestandenen Leistung erbracht.

Das kann durchaus passieren. Da ich noch zum Thema “Arbeit mit einem Lektorat” noch einmal drauf näher eingehen werde, möchte ich das Thema erst einmal anschneiden. Lass Dich von solchen Geschichten nicht abschrecken, wenn Du Dich für ein Lektorat entscheidest. Recherchier erst einmal über die Person und ihre Arbeitsweise. Nutze ein Probelektorat. Und vor allem, hör auf Dein Bauchgefühl.

Warum solltest Du ein Lektorat in Anspruch nehmen?

Es sprechen durchaus Punkte für ein Lektorat. Dazu gehören unter anderem, dass Du teilweise nicht in der Lage bist, die ganzen Fehler in Deiner Geschichte zu erkennen. Denn ich kenne mich diesbezüglich. Ich liebe meine Geschichten und natürlich sind sie für mich perfekt. Daher werde ich nicht unbedingt alle Schwächen sehen, die meine Geschichte letztendlich unleserlich machen könnten. Aus diesem Grund ist es schon gut, wenn mir jemand über die Schulter schaut und sagt, was ich besser machen kann, was gut ist und wo ich die Wahl habe, was ich lassen und was ich ändern könnte.

Und die meisten Lektor*innen haben dafür einen Blick. Immerhin haben gute Lektor*innen damit Erfahrungen gesammelt. Idealerweise mit mehr als nur einem Buch. Daher darf man durchaus erwarten, dass sie wissen, was sie tun. Und dieses Wissen kannst Du Dir jederzeit zunutze machen und damit Deinen Roman verbessern, wenn nicht sogar retten. Wer weiß das schon.

Lektor*innen arbeiten idealerweise nicht nur mit der einen oder anderen Person gelegentlich zusammen. Sondern mit verschiedenen Autor*innen, sowohl im Selfpublishing als auch mit Verlagsautor*innen (sofern sie Selfpublishingautor*innen nicht von vornherein ablehnen, was vorkommt). Dadurch haben sie einen Einblick mit einer Vielzahl von Arbeiten. Aber es ist besser, wenn sie in einen oder wenigen Genres arbeiten. Denn dadurch haben sie einen Einblick in das Genre und wissen, worauf es ankommt.

Ich habe mir einige Internetseiten von Lektor*innen angesehen. Und diese haben sich auf wenige Genres konzentriert. Gleichzeitig haben sie auch die Genres aufgelistet, die sie nicht bearbeiten oder lektorieren möchten. Dadurch kannst Du noch am ehesten herausfinden, mit wem Du, zumindest theoretisch arbeiten könntest.

Aber natürlich ist nicht alles gut, was Lektorat heißt. Denn häufig habe ich bei Facebook gelesen, dass manche einfach nur gut in der Rechtschreibung sind und ein wenig Erfahrung in dieser Arbeit haben. Und schon nennen sie sich Lektor*innen. Das ist das Problem, dass die Bezeichnung Lektorat nicht geschützt ist. Wie oben erwähnt, wir alle könnten uns heute noch ein Bild auf unsere Internetseite packen und sofort die Leistung eines Lektorats anbieten.

In wiefern die Qualität hier gegeben ist, kann ich selbst nicht beurteilen. Einige scheinen gut zu sein, da sie sehr viel Lob erhalten. Zugleich sind ihre professionelle Kolleg*innen auch nicht immer besser als sie. Ich lese so oft negative Geschichten mit Lektor*innen, dass man sich schon fragt, was da hinter den Kulissen abgeht.

Gute Lektor*innen geben Dir letztendlich nur Vorschläge, wie Du Deine Geschichte am Ende besser schreiben kannst. Sie schreiben Dir nicht vor, wie Du Deinen Roman zu verändern hast, sondern sagen Dir, wie Du das Beste aus der Geschichte herausholst.

Zu diesem Thema werde ich mich aber noch einmal gesondert äußern.

Abschlussgedanken – Deine Entscheidung

Letztendlich kann Dir niemand die Entscheidung abnehmen, ob Du ein Lektorat in Anspruch nimmst oder nicht. Es kann eine finanzielle Entscheidung sein, eine persönliche, man könnte sogar sagen, im kleinen Rahmen eine politische. Bei Kurzgeschichten entscheiden sich zum Beispiele viele gegen ein Lektorat. Gerade dann, wenn sie die Geschichte kostenfrei abgeben. Da würden die Kosten den Nutzen vermutlich sprengen.

Wenn Du gute Betaleser*innen hast, kann das durchaus ein Lektorat ersetzen. Aber natürlich ist es auch wichtig, die Richtigen zu finden. Und das ist manchmal genauso schwierig, wie ein gutes Lektorat zu finden.

Entscheidest Du Dich gegen ein Lektorat, dann solltest Du auf alle Fälle mit entsprechendem Gegenwind rechnen. Das ist leider ein Fakt. Denn viele halten Dich prinzipiell für ein*e schlechte*n Autor*in, nur weil Du kein Lektorat in Anspruch genommen hast. Dabei ist es denen egal, wie gut oder wie schlecht Dein Buch ist. Haben sie erfahren, dass Du eben kein lektoriertes Buch veröffentlicht hast, bist Du unten. Und zwar aus Prinzip.

Und wenn Du ein Lektorat in Anspruch genommen hast, dann ist das leider nicht immer eine Garantie, dass die Arbeit danach perfekt ist. Denn auch sie können den einen oder anderen Fehler übersehen, weil sie diesen nicht wahrgenommen haben. Oder Du könntest den Vorschlag nicht angenommen haben, den Du bekommen hast. Es gibt so viele Gründe, warum ein Lektorat nie eine Garantie für ein gutes Buch ist.

Zudem, wie oft habe ich Verlagsbücher gelesen, wo ich mich gefragt habe, wie das Buch durch das Lektorat gekommen ist. Denn häufig entdecke ich Schwächen in der Geschichte, die man ohne weiteres hätte ausbessern können. Doch dies wurde nicht getan.

Egal wie Du Dich entscheidest, mach Dir Gedanken darum, wieso Du so entschieden hast, und steh dazu. Das kann ich Dir nur empfehlen. Alles andere liegt an Dir. Und niemand sonst sollte Dir da reinreden.

Bei Deiner Entscheidung wünsche ich Dir viel Glück.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele