[Newsletter] Das Freebie

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in diesem Beitrag geht es um mein Lieblingsthema, auch wenn ich manchmal die Umsetzung hasse. Aber darüber reden und schreiben tue ich gerne.

Kurze Vorgedanken

Vor einigen Jahren kam man als Newsletter-Anbieter*in nicht herum, sich Gedanken um das Freebie zu machen. Der Erfolg eines Newsletters wurde daran bemessen, wie gut das Freebie war. Wollte man eine große Liste haben, dann kam man eben nicht um dieses Thema herum.

Zugegeben, zwischenzeitlich verfolge ich nicht mehr so viele Dienstleistende, welche Dir zeigen wollen, wie man einen Newsletter am besten anbietet. Da hat sich bei mir eine Übersättigung eingestellt. Aber das Thema Freebie ist durchaus interessant.

Kurze Anmerkung: Links zu Büchern sind KEINE Affiliate-Links.

Definition: Was ist ein Freebie?

Ein Freebie ist zum Beispiel eine Datei mit einem bestimmten Inhalt, den Du, wenn Du Dich für einen Newsletter anmeldest, automatisch geschenkt bekommst. Dabei kann der Inhalt selbst variieren.

Die meisten Freebies, die mir über den Weg gelaufen sind, sind meistens PDF-Dateien, mit diversen Inhalten. So kam von einer Schreibseite ein Freebie, wie man ein Roman überarbeiten kann. Von einer der vielen, vielen Coachseiten könnte ein Freebie kommen, wie man ein eigenes Business in 30 Tagen umsetzt. Und so weiter.

Alternativ kannst Du auch einen Zugang zu einer Datenbank bekommen, eine Videoreihe erhalten oder Podcastfolgen. Der Kreativität ist hier überhaupt keine Grenze gesetzt.

Der Inhalt orientiert sich in erster Linie an die Person, welche den Newsletter versendet. Bist Du ein*e Autor*in, ist es wahrscheinlicher, dass Du eine Kurzgeschichte versenden wirst. Bietest Du Kurse zum Thema Achtsamkeit an, dann eher was in dieser Richtung. Und so weiter.

Mögliche rechtliche Schwierigkeiten (?!)

Wie oft schon erwähnt, ich gehöre keinem rechtsberatenden Beruf an. Daher bitte ich das Folgende mit Vorsicht zu genießen und gegebenenfalls den Rat einer*eines Anwältin*Anwalt einzuholen.

In einem Marketingbuch zum Thema Newsletter habe ich gelesen, dass es rechtlich als schwierig zu betrachten sei, wenn es so etwas wie ein Freebie oder Gutschein als Lockmittel gäbe. So sei die Entscheidung nicht ganz frei, ob man sich für diesen Newsletter anmeldet. Denn es gäbe ja einen Verlust, täte man es nicht. Man bekommt ja nicht anders an das Freebie oder den Gutschein.

Daher wurde empfohlen, dass man eben keine Freebies (egal welcher Art) anbieten soll. Damit sei man auf der sicheren Seite.

Aus diesem Grund habe ich für mich persönlich entschieden, nein, es wird kein Freebie als Geschenk angeboten. Damit meine ich, wenn sich jemand für meinen Newsletter anmeldet, gibt es nicht automatisch ein Geschenk, eben dafür, dass sich die besagte Person für meinen Newsletter angemeldet hat.

Vielleicht neige ich dazu, zu nervös zu sein und zu übertreiben. Aber ich fühle mich damit auf der sicheren Seite. Daher diese persönliche Entscheidung.

Was Du für Dich entscheidest, ist völlig Dir überlassen. Da werde ich Dir keine Ratschläge geben. Meine Empfehlung ist aber, recherchiere diesbezüglich oder hol Dir einen rechtlichen Rat ein. Damit solltest Du auf der sicheren Seite sein.

Freebie IN Deinem Newsletter

Im weiteren Verlauf des Beitrages gehe ich davon aus, dass Du ebenfalls kein Freebie als Anmeldegeschenk anbietest. Das bedeutet, dass sich die Leute in Deine Liste eintragen, dafür aber nichts bekommen, außer eben Deine Newsletter.

Das bedeutet aber nicht, dass Du nicht trotzdem kleine Geschenke (im weiteren Verlauf eben Freebie genannt) versenden kannst.

Kleine Geschenke erhalten die Freund*inschaft

Vielleicht ist es in Deinem Leben auch so. Wenn ich etwas sehe und an meine Freund*inschaften denke, dann warte ich nicht bis zu einem Geburtstag oder sonstigen Feiertag, um es der Person zu schenken. Häufig hole ich es sofort und überreiche es als kleine Überraschung.

So kannst Du es auch mit den Leuten auf Deinem Newsletter handhaben. Immerhin sind sie freiwillig auf Deiner Liste. Also völlig ohne Lockangebot. Von daher ist es in Ordnung, wenn sie ab und an kleine Geschenke von dir erhalten.

Ideen für Sachbuchautor*innen

Nicht jede*r Autor*in, welche einen Newsletter anbieten, sind automatisch Romanautor*innen. Von daher fallen in diesem Fall als Beispiel die Kurzgeschichten weg.

Wenn ich ein Sachbuch schreibe, dann kann man nicht von mir automatisch erwarten, dass ich mich im Bereich Prosa auskenne. Von daher muss ich auch keine entsprechenden Texte schreiben. Welche Alternativen bleiben mir dann?

Das Inhaltsverzeichnis

Mag sich jetzt ein wenig banal lesen, aber ich meine das tatsächlich ernst. Das Inhaltsverzeichnis Deines Sachbuches, erst recht, wenn es noch erscheint, kann durchaus ein Freebie wert sein.

Wer ein Sachbuch schreibt, tut das nicht nur, weil sie*er Wissen hat und dies der Welt präsentieren möchte. Es geht hierbei um die Lösung eines Problems. Wie schreibe ich einen Roman? Oder wie kann ich achtsam leben?

Suche ich nach einem Sachbuch, ist mir das Inhaltsverzeichnis immer sehr wichtig. Löst dieses Buch mein Problem? Oder hat es zu meiner Frage gerade eben nicht die Lösung?

Wenn Du Dein Inhaltsverzeichnis versendest, kannst Du Deine Liste auf Dein Sachbuch aufmerksam machen. Im Sinne von, schaut mal Leute, was auf euch zukommt. Und eventuell sind viele daran interessiert und kaufen am Ende eben Dein Sachbuch.

Ein weiterer Vorteil das Inhaltsverzeichnis zu versenden ist der, dass Du Deine Liste mit ins Boot holen kannst. Nehmen wir an, Du willst ein Sachbuch zum Thema “Wie schreibe ich einen Roman” schreiben. Dann kannst Du Deine Liste fragen, ob sie mit dem Inhaltsverzeichnis, und damit mit den aufgeführten Themen, zufrieden sind. Wenn ja, dann hast du eine Orientierung, dass Du Dein Buch so schreiben kannst. Wenn nicht, frag sie, was sie sich noch wünschen. Damit kannst Du Dich an ein reales Publikum orientieren.

Natürlich musst Du nicht alle Punkte, den Dir Deine Liste ans Herz legst, aufnehmen. Aber häufig bekommst Du so an Ideen, die Du sonst vielleicht nicht bekommen hättest. Eventuell bringt Dir das auch als Argumentation, wenn Du Dich mit Deinem Sachbuch bei einem Verlag bewerben möchtest.

Die wichtigen Hauptthemen – als Zusammenfassung

Nehmen wir an, Du hast zehn Punkte, die Du in Deinem Sachbuch besprichst. Diese kannst Du dann zusammenfassen und ebenfalls als Datei versenden.

Jetzt könntest Du sagen, Moment mal, dann werden die Leute ja nicht mein Buch mehr kaufen, wenn sie sowieso alles haben. Wenn Du nur die Hauptaussage mitteilst, aber nicht den kompletten Inhalt, werden viele vermutlich sehr interessiert sein, sich Dein Sachbuch doch zu holen. Sie wollen ja wissen, was Du noch für Weisheiten zusammengefasst hast. Um eben noch mehr davon zu profitieren.

Alternativ: Die ersten Themen als Zusammenfassung

Von den zehn Punkten, die ich als Beispiel genannt habe, kannst Du auch nur die ersten mitsenden. Sagen wir, dass Du die ersten vier Punkte zusammenfasst und als Datei versendest. Damit könnte Deine Liste schon arbeiten. Immerhin geht es ja darum, ihnen einen Mehrwert zu bieten.

Wollen sie noch mehr wissen, dann greifen sie eben zu Deinem Sachbuch.

Beispielkapitel

Du kannst natürlich auch ein komplettes Kapitel nehmen und mitsenden. Völlig ohne Schnitt oder Zusammenfassung. Du kopierst ein interessantes Kapitel aus Deinem Sachbuch heraus und stellst es Deiner Liste zur Verfügung.

Hier haben sie die Möglichkeit, Deinen Schreibstil zu sehen und zu überprüfen, ob sie damit warm werden können. Und vor allem, wenn sie mit dem Kapitel zufrieden sind, besteht durchaus die Möglichkeit, dass sie auch den Rest des Buches lesen wollen.

Leseliste

Wenn Du ein Sachbuch schreibst, ist es sehr wahrscheinlich, dass Du dazu sehr viele Bücher gelesen und mit ihnen Deine Recherche betrieben hast. Von daher kannst Du diese Bücher auch gerne empfehlen.

Nicht nur als reine Leseliste. Das gehört in Dein Buch rein. Sondern mit einer kurzen Vorstellung, worum es in diesem Buch geht. Und*oder auch, warum Du dieses Buch empfiehlst.

In regelmäßigen Abständen erscheinen Bücher zu Deinem Thema, die Du noch nicht gelesen haben kannst, als Dein Sachbuch erschien. Wenn Du sie hast und empfehlen kannst, hol das ruhig nach. Schreib, auf welches Sachbuch Du Dich beziehst (wenn Du mehrere veröffentlicht hast) und warum eben dieses Buch noch gelesen werden sollte.

So machst Du Werbung für Dein Sachbuch, in dem Du es in Erinnerung rufst. Aber auch für andere. Das ist durchaus eine Win:Win Situation.

Die Romanautor*innen

Wer einen Roman schreibt, kann sich andere Dinge überlegen, um die Liste zu erfreuen. Hier ein paar Vorschläge, die Du umsetzen könntest.

Kurzgeschichten

Unterschätzen wir es nicht, es ist nicht leicht, eine gute Kurzgeschichte zu schreiben. Dazu gehört durchaus Zeit und ein gewisses Können. Aber unmöglich ist es auch nicht.

Wenn Du Lust hast eine Kurzgeschichte zu schreiben, leg los. Es gibt Themen, die eigenen sich in meinen Augen nicht, dass man sie in einem Roman verarbeitet. Diese sind für die Kurzgeschichten regelrecht prädestiniert.

Und eben auch als Geschenk für Deine Liste. So können sie sehen, wie Du schreibst, und freuen sich eventuell noch mehr auf Deinen nächsten Roman.

Du kannst sowohl eine allgemeine Geschichte schreiben, worauf Du Lust hast. Oder auch zu den Charakteren aus Deinem Roman. Die Romanreihe zu “Ever After High” hat einige kostenfreie Leseproben zu diversen Charakteren veröffentlicht. Damit soll ich als Leserin Lust bekommen, die Romane dazu zu lesen.

Es gibt viele Möglichkeiten, was für Kurzgeschichten Du schreiben könntest. Meine Empfehlung ist, dass sie in sich geschlossen sein sollte. Damit enttäuschst Du die Lesenden nicht, die sich eine spannende Geschichte erhoffen und die Datei mit einem guten Gefühl schließen möchten. Aber zugleich so offen, dass sie Lust haben, auf den dazugehörigen Roman zu warten oder diesen sofort zu kaufen.

Wenn Du die Variante wählst, eine Kurzgeschichte zu Deinem Roman zu schreiben, solltest Du natürlich auch dann Werbung für diesen Roman machen. Ansonsten könnte der Effekt, den Du damit erzielen möchtest, schlichtweg verpuffen.

Hast Du am Ende genügend Kurzgeschichten zusammen, kannst Du diese auch veröffentlichen. Entweder als kostenfreie Leseprobe, um für Dich Werbung zu machen. Oder als Anthologie, um damit am Ende auch etwas zu verdienen. Aber ich würde immer empfehlen, dass zwischen dem versenden in Deinem Newsletter und dem Veröffentlichen eine gewisse Zeit dazwischen ist.

Damit sorgst Du dafür, dass Deine Liste immer exklusiven Zugang zu den neuesten Informationen von Dir hat. So bleiben die Leute gerne auf Deiner Liste und werden Dich vermutlich sogar noch intensiver unterstützen. Sie bekommen dafür etwas von Dir. Wobei ich auch sage, dass es Dinge geben darf, die nur sie bekommen und niemand anderes. Damit ist es noch lohnenswerter, auf die Liste aufgenommen zu werden. Es soll sich auf Dauer lohnen.

Leseproben

Gerade, wenn ein Roman noch nicht erschienen ist, kann es sich lohnen, daraus das eine oder andere Kapitel mitzusenden. Immerhin möchtest Du ja, dass sie sich für Deinen Roman interessieren und es bei der Veröffentlichung kaufen.

Zudem kannst Du auch von älteren Romanen, die Du vor Deinem Newsletter veröffentlicht hast, ebenfalls Leseproben versenden. Damit weißt Du darauf hin, dass es diese gibt. Und vielleicht interessieren sie sich dafür und kaufen am Ende auch diese Romane.

Die Resterampe

Sehr wahrscheinlich sind viele Szenen aus Deinem Roman geflogen. Diese bitte auf keinen Fall löschen. Einerseits könntest Du sie für eine andere Geschichte benötigen. Alternativ kannst Du sie auch Deiner Liste senden, damit sie sehen, was beinahe in Deinem Roman gelandet wäre.

Besonders lustig ist es dann, wenn diese Szene unvollständige Sätze oder wirre Konstellationen hat. Damit zeigst Du offen und ehrlich, ja, auch Du bist ein Mensch. Und Deine Liste hat was zum Schmunzeln. Es ist die erste Fassung, daher darf sie ruhig schlecht sein.

Weitere Ideen

Diese Ideen sind definitiv nicht abschließend. Aber als Inspiration sollen sie erst einmal ausreichen. Schau Dir ruhig an, was die anderen so mitsenden. Sammle Freebies (sofern sie noch versendet werden) und überleg Dir, wie Deine am Ende aussehen könnten.

Am Ende darf Dein Freebie zu Deiner Geschichte passen. Daher ist eine individuelle Überlegung wichtig. Schau, was bei Dir herauskommen kann. Und setze es dann um.

Wie oft sollte man Freebies verteilen?

Dazu kann ich keine Regel aufstellen. Zum einen hatte ich das bei meinem letzten Newsletter nicht gemacht. Zum anderen ist das natürlich eine Frage der Häufigkeit. Wenn Du zu selten Dateien versendest, kann das etwas besonderes sein. Oder einige Leute denken sich, Du bist zu geizig. Machst Du es zu häufig, werden sich einige freuen, andere werden schnell übersättigt sein.

Auf alle Fälle würde ich es zu den Veröffentlichungen Deiner Bücher machen, bzw. davor. Immerhin ist das ein wichtiges Marketinginstrument. Von daher solltest Du es auch nutzen. Sobald es klar ist, wann Dein Roman erscheint, würde ich mir überlegen, wann Du was Deiner Liste zusendest. Das darf ruhig einige Monate vorher geschehen.

Und wenn zwischen zwei Büchern eine größere Zeitlücke ist, kannst Du entweder eine Kurzgeschichte versenden oder eben auch mal nichts. Das musst Du dann schauen, was zu Dir und Deiner Veröffentlichungsart passt.

Darauf hinweisen?

Wenn Du die Informationen zur Verfügung stellst, wie oft Dein Newsletter erscheint, könntest Du darauf hinweisen, dass es mögliche Freebies geben könnte. Inwiefern das rechtlich einwandfrei ist, weiß ich nicht. Immerhin wäre das ja auch ein möglicher Grund, dass man sich gezwungen fühlt, sich für den Newsletter anzumelden.

Da ich bisher noch nie gesehen habe, dass jemand so etwas in die Hinweise des Newsletters geschrieben hat, bin ich tatsächlich ein wenig unsicher. Vermutlich würde ich darauf hinweisen, dass ich mir das zumindest offenlassen, entsprechende Dateien zu versenden.

Abschlussgedanken

Ein Freebie kann durchaus eine schöne Geste sein. Es ist ein Geschenk an Menschen, die Dir erlauben, dass Du in deren E-Mail-Briefkasten darfst. Daher würde ich Dir ans Herz legen, dass Du Dir dabei so viel Mühe gibst, wie es möglich und notwendig ist.

Das bedeutet, so wenig Rechtschreibfehler wie nur möglich (lass notfalls jemand drüber lesen). Die Datei sollte so gut wie möglich formatiert sein und so weiter und so fort.

Wenn Du Dir Mühe gibst, werden die Leute es merken. Und es entsprechend honorieren. Von daher, es kann sich lohnen.

Bei Deiner Überlegung und Zusammenstellung des ersten Freebies wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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Marketing Buch: Die Leseprobe

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

noch 8 Prozent der Teilnehmenden an meiner Umfrage sagten, dass eine Leseprobe ihnen beim Kaufentscheid hilft. Das mag auf dem ersten Blick nicht viel sein. Aber wenn Du Dir den Twitterthread durchliest (das kannst Du machen, auch wenn Du nicht bei Twitter angemeldet bist), dann siehst Du, dass viele eine Reihenfolge haben. Erst lassen sie sich vom Cover ködern, dann vom Titel, dann den Klappentext und dann die Leseprobe. Oder sie haben eine andere Reihenfolge.

Aber man kann sagen, eine Leseprobe sollte, trotz allem, nicht unterschätzt werden.

Kurze Vorgedanken

Es gibt genügend Leute, die Du mit Deinem Cover und Klappentext überzeugen kannst. Die öffnen häufig gar nicht das Buch und machen sich mit dem Schreibstil vertraut. Zu diesen Kamikazeleserinnen gehöre ich übrigens auch. Man hofft irgendwie, dass es schon gut ausgehen wird, und kauft sich das Buch. Zumal sich der Horror eines Buches auch eher hinten befindet.

In letzter Zeit habe ich zwei Bücher abgebrochen, die sich anfänglich gut gelesen haben. Doch dann gab es Elemente, bei denen ich mir dachte, ehrlich jetzt? Das war dann der Grund, die Bücher nicht mehr weiterzulesen. Mit einer Leseprobe hätte ich das wohl nicht herausgefunden. Es bleibt also immer ein gewisses Restrisiko. Zumal es durchaus passieren kann, dass Kapitel 1 hervorragend ist und dann brach die Qualität fast in sich zusammen.

Im folgenden möchte ich daher erklären, wo und wie Du eine Leseprobe veröffentlichen könntest. Und vor allem, was Du bei einem Non-Fiction Buch veröffentlichen solltest. Da gibt es für mich einen gewissen Unterschied.

Kurzdefinition: Leseprobe

Eine Leseprobe ist, ganz klar, ein Ausschnitt aus Deinem Buch, den Du öffentlich machst und kostenfrei zum Lesen anbietest. In einem Buchladen haben die Leser*innen die Möglichkeit das Buch aufzumachen und zu lesen. Im Internet ist dies nicht möglich. Daher sind die Lesenden darauf angewiesen, dass ihnen zumindest ein Ausschnitt angeboten wird.

Die meisten Onlineshops bieten eine Möglichkeit an, damit man die ersten Seiten lesen kann. Zudem kann man auf der eigenen Internetseite eine Leseprobe veröffentlichen.

Die Länge

Wie lang eine Leseprobe sein soll, darüber kann man keine eindeutige Aussage machen. Nehmen wir an, Du würdest zehn Prozent veröffentlichen wollen. Das wäre bei einhundert Seiten zehn Seiten. Bei 400 schon vierzig und bei 1.000 Seiten dann satte 100 Seiten. Das sind schon nicht wenige Seiten. Diese Anzahl könnte man schon fast als XXL-Leseprobe bezeichnen.

In erster Linie empfehle ich Dir, vertrau Deinem Bauchgefühl. Gerade dann, wenn Deine Geschichte eher kurz ist. Bei langen Geschichten kann es sich schon lohnen, wenn Du Kapitel 1 bzw. Dein Prolog veröffentlichst. Aber an pauschalen Vorgaben würde ich mich nicht halten. Auf Dauer bringen die nichts.

Wenn Du auf einem anderen Marktplatz die Leseprobe veröffentlichst, musst Du Dich an deren Regeln halten. Überprüf genau, wie viel von Deiner Geschichte veröffentlicht werden soll. Wenn es noch im humanen Bereich ist, dann solltest Du diese Möglichkeit nutzen. Ansonsten gibt es andere Wege, eine Leseprobe zur Verfügung zu stellen.

Aber gehen wir die einzelnen Möglichkeiten kurz durch.

Onlineshops

Zumindest beim größten Onlinebuchhändler gibt es meistens die Möglichkeit, einen Blick ins Buch zu werfen. Dort werden automatisch eine gewisse Prozentanzahl des anfänglichen Buches veröffentlicht, wenn man es einrichtet. Und dann können die Leser*innen sich einen Eindruck vom Buch machen.

Diese Funktion muss ausgewählt werden, da ich häufig Bücher finde, in die man nicht schauen kann. Auch wenn vielleicht nicht viele diese Möglichkeit nutzen, solltest Du diese trotzdem zur Verfügung stellen. Einfach aus dem Grund, dass auch die Kamikazeleser*innen ab und an einen Blick in Deine Geschichte werfen wollen. Und dann kannst Du sie damit überzeugen.

Daher würde ich auf dieses Marketingmittel nicht verzichten.

Die Beschreibung

Erst vor kurzem hab ich entdeckt, dass jemand einen Blick ins Buch gewährt und trotzdem eine Leseprobe in der Beschreibung zur Verfügung gestellt hat. Das kann tatsächlich nützlich sein, wie ich finde.

Denn einige dürften durchaus den Blick ins Buch meiden. Aber wenn Du eine Leseprobe auf Augenhöhe zum Klappentext anbietest, könnten einige eher neigen, sich diese durchzulesen. Und damit könntest Du tatsächlich die Leute entsprechend noch ködern. Wenn ich aber ehrlich bin, ich würde diese Leseprobe eher kürzer halten. Denn ich kenne mich. Sehr lange möchte ich nicht auf dem Monitor lesen. Und entweder mich fesselt die Leseprobe (wenn ich sie schon mal lese) oder das Buch wird nicht gekauft.

Deine Internetseite

Deine Internetseite bietet sich für eine vernünftige Leseprobe geradezu an. Dort kannst und solltest Du Deine Bücher bewerben. Und neben den Fakten (wie Klappentext oder ISBN-Nummer) kannst Du dort eben einen Textauszug präsentieren. Das Besondere hier ist, dass Du nicht zwangsläufig den Anfang Deiner Geschichte posten musst. Du könntest eine besonders tolle Szene aus Deinem Buch nehmen und kurz vor dem Höhepunkt abbrechen. Also einen bösen Cliffhanger posten.

Wie Du Deine Leseprobe auf der Internetseite präsentierst, ist Dir überlassen. Entweder Du kopierst diesen einfach auf die Seite oder bindest es mit irgendwelchen Spielereien ein. Aber Achtung: Bei den Spielereien könnte es schlimmstenfalls passieren, dass Deine Leser*innen diese gar nicht aufrufen könnten. PDF mag weit verbreitet sein. Aber ich kenne tatsächlich einige Leute, welche den Reader gar nicht auf ihrem PC haben und somit solch eine Datei nicht öffnen können. Nur, um mal ein Beispiel zu nennen.

Andere Portale

Es gibt unzählige andere Portale, bei denen Du eine Leseprobe hochladen kannst. Während Du auf Deiner Internetseite noch eine alternative Szene posten kannst, würde ich nicht zu viele verschiedene Szenen überall posten. Nicht, dass am Ende Deine Leser*innen sich dadurch das Buch zusammenreimen können. Dann müssen sie es nicht mehr kaufen. Und das wäre doch schade.

Daher entscheide Dich für eine einheitliche Leseprobe und veröffentliche diese. Sofern nicht eine besondere Seite aus Deinem Buch verlangt wird. Seite 99 zum Beispiel möchte Deine, wie der Name schon verrät, 99 Seite haben. Das wäre dann eine Ausnahme. Oder Du arbeitest eben mit dieser Seite auf den anderen Portalen.

Hier schau Dir genau an, was die Portale verlangen und entscheide dann. Notfalls kannst Du Dich auch mit anderen Autor*innen beratschlagen, wie sie es handhaben bzw. handhaben würden. Über solche Kontakte kannst Du mehr erfahren, als über jede FAQ-Seite.

Dein Buch

Wenn Du Deinen ersten Roman veröffentlichst, dann hat sich dieses Thema erst einmal für Dich erledigt. Aber spätestens beim zweiten Roman solltest Du diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Oder auch bei Reihen.

Am Ende Deines Romans kannst Du gerne ein Nachwort schreiben. Und dann das erste Kapitel eines anderen Romans veröffentlichen. Manche machen es sogar so, dass sie aus mehreren Romanen Kapitel 1 dazu packen. Kann man machen, man sollte es nur nicht übertreiben.

Auf alle Fälle solltest Du Dich entscheiden, ob Du genreähnliche Kapitel veröffentlichst. Oder sogar genrefremde Kapitel. Also, wenn Du eine Fantasiegeschichte geschrieben hast, könntest Du natürlich die ersten Kapitel aus anderen Fantasiegeschichten reinpacken. Alternativ wäre es auch möglich, aus Deinem Krimi was zu nehmen. Damit könntest Du Deine Leser*innen darauf aufmerksam machen, dass Du mehr schreibst, als eben nur Fantasie. Vorausgesetzt natürlich, Du veröffentlichst in verschiedenen Genres.

Bei einer Reihe kann es sich durchaus lohnen, Kapitel 1 des Nachfolgebandes mit zu veröffentlichen. Damit sorgst Du dafür, dass Deine Leser*innen weiterhin in der Welt gefangen bleiben und bekommen Lust auf mehr. Und das bietest Du ihnen. Damit besteht die Möglichkeit, dass sie unbedingt das nächste Band wollen und es kaufen wollen.

Solltest Du bei der Veröffentlichung des aktuellen Bandes die Nachfolgegeschichte noch nicht fertig haben, ist das kein Problem. Zum einen kannst Du es auch auf Deiner Internetseite bewerben. Und beim Selfpublishing kannst Du die Datei entsprechend anpassen. Oder Du veröffentlichst erst die Geschichte, wenn Du den Anfang des Nachfolgebandes sicher fertig hast. Das kann natürlich ein Risiko sein, wenn Du es doch veränderst, aber so kannst Du Lust auf mehr machen. Oder Du schreibst die Geschichte komplett und veröffentlichst dann die Vorgeschichte.

Achtung: Non-Fiction

Zu den Non-Fiction Büchern zähle ich Ratgeber, Sachbücher un Fachbücher. Hier herrscht ein anderes Gesetz, als bei den Romanen. Diese kannst Du verkaufen, auch ohne eine Leseprobe, aber mit einem sehr guten Klappentext. Bei Non-Fiction Büchern sieht das ein wenig anders aus.

Denn diese sollen ein Problem lösen. Entweder, indem sie Dir Wissen anbieten oder auf eine Lebensfrage einen konkreten Rat anbieten. Daher kaufen die meisten Lesenden ein Buch, um dieses Problem zu lösen. Und schlimmstenfalls nur eines, damit sie das Problem gelöst bekommen.

Daher finde ich es hier sehr wichtig, dass Du das Inhaltsverzeichnis veröffentlichst. Und zwar das komplette Inhaltsverzeichnis wohlgemerkt. Dort kann ich als Leserin dann sehen, worum es sich bei Deinem Non-Fiction Buch handelt und entscheiden, ob mich diese Themen ansprechen. Finde ich nicht im Inhaltsverzeichnis das, was mein Problem löst, könnte es sein, dass ich das Buch nicht kaufe. Wenn doch, kann allein das schon ein Kaufargument sein. Ohne das Buch weiter zu lesen.

So hab ich auch schon Non-Fiction Bücher nicht gekauft, weil ich nicht nachvollziehen konnte, um was es sich dabei handelte. Also, ich konnte nicht ins Inhaltsverzeichnis schauen. Man sollte sich dabei immer bewusst sein, jemand anderes wird dieses Thema auch aufgreifen. Vielleicht Schlechter. Aber diese Person wird vielleicht das Inhaltsverzeichnis zur Verfügung stellen und damit das Buch verkaufen.

Abschlussgedanken

Bei Leseproben kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Außer vielleicht, gar keine anzubieten. Daher kann ich Dir empfehlen, Dir Gedanken zu machen, wo, wie und welchen Teil Deiner Geschichte Du als Leseprobe anbietest. Und dann kann es schon losgehen.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß und Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

 

 

 

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