Marketing: Das Lesezeichen

Eine Umfrage von mir, zum Thema Lesezeichen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

vor knapp zwei Jahren hatte ich auf Twitter eine kleine Umfrage zum Thema Lesezeichen erstellt. Und da wir uns in der geistigen Vorbereitung auf einem Messebesuch sind, möchte ich heute ein wenig genauer auf das Thema Lesezeichen eingehen.

Denn Lesezeichen sind durchaus sehr kreative Marketinginstrumente.

Kurze Vorgedanken

Vermutlich ist eines der ersten Dinge, an die Autor*innen beim Thema Marketing denken, wohl das Lesezeichen. Es ist durchaus naheliegend. Immerhin besteht zwischen dem Lesezeichen und dem Buch eine lange Geschichte.

Und selbst Autor*innen, die ihre Werke nur als E-Books veröffentlichen, könnten sich Gedanken zu diesem Thema machen. Aber eins nach dem anderen.

Kurz zur Umfrage

Bei der Umfrage hatte ich folgende Frage gestellt:

Würdest Du Lesezeichen als Marketinggeschenk haben wollen?

Dazu gab es drei Antwortmöglichkeiten:

  • Ja (43 %)
  • Nein (16 %)
  • Kommt auf das Motiv an (41 %)

Die Zahlen hinter den Antwortmöglichkeiten sind die Ergebnisse der Antworten. Es haben 132 Menschen an dieser Umfrage mitgemacht.

Natürlich ist das keine große Anzahl von Teilnehmenden. Aber ich behaupte, dass sie trotzdem für die meisten Lesezeichensammelnden spricht. Man kann also sagen, dass etwa 84 Prozent der Personen an Lesezeichen interessiert sind. Nur 16 Prozent würden Dein Lesezeichen also verschmähen. Das ist eigentlich ein guter Schnitt.

Wie Lesezeichen nicht aussehen sollten

Auf der Buchmesse Berlin hatte eine Nornenschwester ihre Lesezeichen ausgelegt, die nicht so ganz gut ankamen. Daher möchte ich Dir hier aufzeigen, was das für Punkte sind.

Noch ein Hinweis: Die besagte Schwester hab ich noch vor Ort darüber informiert. Das ist hier also kein Lästern hinter ihrem Rücken.

Das Material

In diesem Fall war das Material nicht unbedingt überzeugend. Das Papier war so dünn, dass selbst jedes Druckerpapier dicker war. Im Idealfall soll Dein Lesezeichen ein paar Jahre sogar überleben. Daher kann ich Dir nur empfehlen, etwas dickeres Papier zu nehmen.

Die Rückseite

Vor ein oder zwei Jahren las ich auf Facebook von einer befreundeten Autorin folgende Geschichte: Sie hatte Postkarten ausgelegt und bemerkte, dass die Besuchenden ihres Standes nach diesen griffen und automatisch die Karte umdrehten.

Auf der Buchmesse Berlin hab ich nicht daran gedacht, bis ich sah, wie unsere Besuchenden das ebenfalls taten. Sie griffen nach den Lesezeichen und zack, drehten sie sofort diesen um.

In beiden Fällen war da nichts zu sehen, nur eine weiße Fläche.

Auch wenn es die Kosten in die Höhe treibt, ich schlage hier auf alle Fälle vor auch der Rückseite ein hübsches Motiv zu gönnen. Dann lohnt sich das Umdrehen auf alle Fälle.

Wie ein Lesezeichen aussehen könnte

Das Material

Du musst natürlich nicht das dickste Papier nehmen, was angeboten wird. Immerhin soll es zwischen zwei dünnen Seiten eines Buches passen. Und zudem mögen es durchaus viele nicht, wenn die Lücke, welche durch das Lesezeichen entsteht, dann zu dick wird.

Optik

Es kommt natürlich darauf an, für welche Gelegenheiten Du das Lesezeichen erstellst. Wenn es für ein Buch ist, dann bestehen ganz andere Bedingungen, als für eine Reihe.

Es gibt Autor*innen, welche das Cover auf der einen Seite abbilden, andere hingegen das Hauptmotiv des Covers (zum Beispiel die Person). Auf der anderen Seite sind dann die wichtigen Informationen zum Buch zu finden. Dazu zähle ich den Namen, Titel des Buches, wo es erschienen ist, ISBN und derartiges.

Tatsächlich gilt hier, was gefällt, kann genommen werden.

Haptik

Zwar eher selten, aber es gibt vereinzelt Lesezeichen, die eine 3D Haptik haben. Das bedeutet, wenn man mit dem Finger über eine Seite streichelt, fühlt man eine Erhebung.

Dafür benötigst Du durchaus eine entsprechende Druckerei, welche diese Technik Dir zur Verfügung stellt (gegen ein entsprechendes Entgelt). Zudem ist die Frage, ob Du das benötigst. Die einen werden sagen, dass es so ist, die anderen nicht.

Auf alle Fälle kannst Du Dich entsprechende informieren und schauen, ob es was für Dich ist. Für ein Erstlingswerk würde ich es mir zumindest überlegen, da ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen. Denn immerhin hat es den besten Auftritt verdient, den ich bieten kann.

Die Größe

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie groß so ein Lesezeichen sein soll. Da gibt es keine einheitlichen Maßen. Daher hab ich für mich entschlossen, dass mein eigenes Buch die Vorlage bildet.

Mit anderen Worten, mein Lesezeichen soll in erster Linie in mein Buch passen. Wenn es dann zufällig auch in andere passt, perfekt. Das bedeutet also auch, dass es nicht zu groß werden sollte.

Es gibt Lesezeichen, die nur in Fachpublikationen hineinpassen. Davon würde ich selbst eher die Finger lassen. Denn in welches Buch soll das passen? Und ich denke mir immer, dass ich damit Werbung mache. Wenn also eine Lesende zu meinem Lesezeichen greift, um es in ein anderes Buch zu packen, bin ich präsent. Ist es zu groß, landet mein Lesezeichen schlimmstenfalls in eine Schublade. Und damit bin ich nicht mehr präsent.

Zwischengedanken

Eigentlich ist es nicht schwer, ein Lesezeichen herzustellen. Du benötigst erst einmal eine Idee von Deinem idealen Lesezeichen. Das kannst Du aufzeichnen. Selbst dann, wenn Du zeichnerisch nicht begabt bist, kannst Du grob skizzieren, wo was sein soll.

Als Nächstes das Material. Also das Bild von Deinem Cover zum Beispiel. Und die wichtigen Daten, was Du noch auf das Lesezeichen einfügen möchtest. Dann eine Vorlage, welche Du bei der Druckerei hochlädst (wenn Du es online machst) und die Maßen, mit denen Du arbeiten möchtest. Und theoretisch kann es schon losgehen.

Rechtliches

Nein, ich bin keine Anwältin, noch hab ich die Zulassung in irgendeiner Art und Weise eine juristische Beratung zu geben. Das bedeutet, dass ich im Folgenden nur das wiedergebe, was ich auch von anderen gehört habe. Gegebenenfalls solltest Du Dir eine richtige rechtliche Beratung besorgen, um auf der sicheren Seite zu sein. Es handelt sich hiermit um keine rechtliche Beratung.

Wenn Du Bilder verwendest, solltest Du wissen, dass es darauf ein Urheberrecht gibt. Und zwar von der Person, die das Bild erstellt hat. Das zu umgehen und/oder zu ignorieren kann schlichtweg sehr, sehr teuer werden.

Daher unterscheide ich zwischen den Covern, die Du selbst herstellst und die ein*e Designer*in hergestellt hat.

Dein Design

Wenn Du das Design herstellst, hast Du das Urheberrecht über das Endergebnis. Damit könntest Du theoretisch alles damit machen. Es kommt nun nur noch darauf an, woher Du das Material her hast.

Wenn Du wirklich alles selbst gemacht hast, brauchst Du Dir vermutlich keine Gedanken zu machen. Aber spätestens, wenn Du ein Bild aus einer Fotodatenbank hast, solltest Du Dich erkundigen, für was alles Du es verwenden darfst.

Gegebenenfalls kann es sogar sein, dass Du noch eine Lizenz nachkaufen müsstest. Erkundige Dich im Vorfeld lieber einmal mehr, als zu wenig. Das kostet etwas Zeit, kann Dich aber im schlimmsten Fall vor unnötigen Kosten bewahren (wegen Urheberrechtsverletzung als Beispiel).

Ein*e Designer*in

Hast Du Dein Cover von einer Designerin, solltest Du Dich auf alle Fälle erkundigen, für was Du alles das Werk verwenden darfst. Einige erlauben mit einer Lizenz eine komplette Nutzung in allen Lebenslagen. Andere hingegen nicht.

Das bedeutet also auch, dass Du gegebenenfalls eine entsprechende Lizenz kaufen müsstest. Häufig bieten Designer*innen auch entsprechende Pakete an, in denen sie Dir auch die Vorlage für Dein Lesezeichen erstellen. Damit sparst Du Dir die entsprechende Arbeit.

Rechtliche Zwischengedanken

Wie oben schon geschrieben, wenn Du im Vorfeld die Erkundigungen einholst, ersparst Du Dir am Ende unnötige Kosten. Und notfalls einmal zu viel, als einmal zu wenig nachfragen.

Lesezeichen vs. Visitenkarte

Lesezeichen können natürlich genau dafür verwendet werden, eben als Lesezeichen. Jedoch ist es auch möglich, sie für einen weiteren Zweck zu verwenden. Eben als Visitenkarten.

Wenn Du noch kein Buch veröffentlicht hast oder Dir das Format gefällt, kannst Du auch die Form des Lesezeichens als Visitenkarte verwenden. Damit haben die, welche es von Dir bekommen, die Möglichkeit Deine wichtigen Daten zu erhalten. Und gleichzeitig etwas für ihr Buch.

Was als Bild?

Natürlich hast Du dann kein Cover, was Du verwenden kannst. Aber wie wäre es mit einem hübschen Logo? Entweder Du erstellst es selbst oder lässt es von jemanden erstellen (denk an den rechtlichen Aspekt).

Mein Hinweis ist auf alle Fälle, wenn Du ein Logo verwendest, solltest Du damit zufrieden sein. Es ist nichts nervigeres, wenn Du es nicht magst, aber Dich dann alle damit irgendwie in Verbindung bringen. Dabei hast Du vielleicht zwischenzeitlich schon einige Male das Logo verändert.

Die Daten

Auf der anderen Seite kannst Du dann Deine wichtigen Daten präsentieren, die Du auch herausgeben möchtest. Dazu zähle ich Folgende:

  • Name (oder Pseudonym)
  • Webseite
  • E-Mailadresse
  • Optional: Deine anderen Social Media Accounts (je nach Platz)

Wenn Du nur Deine Webseite aufführen möchtest, solltest Du dort dann alle Deine Internetpräsenzen aufführen. Damit sparst Du Platz und bist immer aktuell. Denn Internetpräsenzen in den sozialen Medien können sich ändern, seltener dagegen die Adresse Deiner Webseite.

Warum?

Der Vorteil bei einer Visitenkarte in der Form eines Lesezeichens ist, dass man diesen ebenfalls in einem Buch packen kann. Mit anderen Worten, Du bleibst somit präsenter in Erinnerung. Und wenn Dein Lesezeichen bei der Person wieder auftaucht, wie sie*er Deine Internetseite vielleicht aufrufen und sich nach Dir erkundigen.

Bestenfalls hast Du dann Deinen ersten Roman veröffentlicht und wird dann von der Person gekauft. Wäre doch ideal, oder nicht? 😀

E-Book Only

Es gibt natürlich Autor*innen, die ihre Werke ausschließlich als E-Books veröffentlichen. Dabei ist es egal, ob dies im Selfpublishing oder in einem Verlag geschieht. Denn auch einige Verlage haben sich darauf spezialisiert, die Werke nur als E-Book zu veröffentlichen.

Jetzt könnte man sagen, dass es hier reine Geldverschwendung wäre, wenn man Lesezeichen herstellt. Immerhin könnte man diesen nicht in das E-Book legen. Logischerweise.

Aber das bedeutet noch lange nicht, dass Du das mit dem Lesezeichen nicht für Dich nutzen kannst. Häufig ist es so, dass man nicht sofort ein Buch kauft, sondern sich erst einmal darüber informieren möchte. Und die wenigsten laufen mit einem Notizbuch über Messen oder Conventions, um sich dann die tollsten Bücher zu notieren.

Daher könnte man die Lesezeichen auch als eine Art Einkaufsliste bezeichnen. Zudem schafft ein Lesezeichen eher, Deine Geschichte in Erinnerung zu halten, als ein E-Book. Denn bei einem E-Book sieht man irgendwann nicht mehr das Cover oder den Titel. Wenn also die Person sich dann an Dich dauerhaft erinnert, dann ist das goldwert.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, zumindest darüber nachzudenken, ob Du nicht doch Lesezeichen herstellen lässt.

Andere Lesezeichen

Eine meiner Hobbys ist es, Lesezeichen zu sammeln. Einerseits, weil ich diese für meine Bücher brauche. Und zum anderen, ich finde diese teilweise total schön.

Und natürlich auch, um von anderen zu lernen. Wenn ich mir die gesammelten Lesezeichen ansehe, erkenne ich, was mir gefällt und was nicht. Durch die anderen lerne ich halt, was ich machen kann.

Vielleicht schaffst Du Dir auch dieses Hobby an.

Abschlussgedanken

Lesezeichen kannst Du nicht nur für Messen oder Conventions verwenden. Zusätzlich kannst Du es auch als Beigabe für Deine Bücher verwenden, wenn Du sie verschickst. Oder für andere Dinge.

Das Tolle daran ist, dass diese zwischenzeitlich preislich auch erschwinglich geworden sind. Du musst also nicht Haus und Hof verkaufen, für ein paar Lesezeichen. Wichtig ist es, die Preise zu vergleichen.

Beim erstellen und verteilen der Lesezeichen wünsche ich Dir auf alle Fälle viel Spaß und noch mehr Erfolg.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

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