Bisexuelle, polysexuelle und pansexuelle Fiction

 

Bisexualität, Polysexualität und Pansexualität

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Bisexualität und Pansexualität geht in eine sehr ähnliche Richtung. Daher bespreche ich beide sexuelle Ausrichtungen in einem Beitrag, auch wenn sie grob gesehen, nicht das gleiche sind.

Kurze Vorgedanken

Ursprünglich wollte ich in diesem Beitrag nur über die bisexuellen Charaktere schreiben. Doch dann viel mir ein, dass es, unter anderem, auch noch die Pansexualität gibt. Nein, natürlich gibt es noch viel mehr Ausrichtungen. Aber mit diesen beiden Begriffen dürften die meisten von uns sicherlich etwas anzufangen wissen. Daher schreibe ich in erster Linie darüber.

Du kannst die Informationen als Grundlage für weitere Recherchen verwenden und dann sehen, was Du daraus machst.

Bisexualität

Was bedeutet eigentlich Bisexualität?

Bisexuelle Menschen haben sexuelles Interesse nicht nur in ein Geschlecht, sondern in zwei. Und zwar in Cis-Frauen und Cis-Männer.

Kurze Erklärung: Cis-Menschen sind Menschen deren gefühltes Geschlecht mit dem übereinstimmen, was in der Geburtsurkunde steht.
Das bedeutet, wenn eine Frau oder ein Mann sich auch als solche empfinden und dieses Geschlecht auch in der Geburtsurkunde steht, dann handelt es sich dabei um Cis-Menschen.

Das bedeutet also, dass eine bisexuelle Frau sich sowohl in Frauen als auch in Männern verliebt. Bei Männern ist es auch so, also er verliebt sich in Frauen und Männern. Jedoch nicht in weiteren Geschlechtern. Das bedeutet, sollten bisexuelle Menschen auf einen Mensch treffen, die*der Genderfluid ist, dann würde sie*er sich nicht in diese Person verlieben.

“Bisexuelle lieben nicht das Geschlecht, sondern den Menschen”

Vielleicht kennst Du diesen Spruch, dass bisexuelle nicht das Geschlecht liebt, sondern den Menschen. Dass das Lesben und Schwule sicherlich nicht gerne lesen oder hören, kann ich verstehen. Letztens meinte eine Dame, dass sie sich bestimmt nicht in die Brüste oder in die Vagina ihrer Liebsten verliebt hätte, sondern in den Menschen.

Das stimmt natürlich.

Andererseits kann man auch sagen, würde man das Geschlecht der Person ändern, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Lesbe oder ein Schwuler dann in sie*ihn verliebt? Der Spruch mag nicht fair sein, aber bis zu einem kleinen Grad hat er durchaus seine Daseinsberechtigung. Es wäre aber interessant diesen Spruch in einem Roman zu verwenden und dann die Charaktere darüber diskutieren zu lassen.

Bisexuelle haben mit dem eigenen Geschlecht Spaß und heiraten das andere Geschlecht

Das ist ein Problem, warum bisexuelle Menschen so einen schweren Stand haben. Denn vielen wirft man vor, dass sie mit dem eigenen Geschlecht eben sexuellen Spaß haben. Aber wenn es dann darum geht sich zu binden, entscheiden sie sich für das andere Geschlecht. So wie es die Gesellschaft letztendlich auch erwartet.

Man kann sagen, man weiß nicht, woran man bei ihnen ist. Während Lesben und Schwule sich eindeutig einem Geschlecht sexuell hingezogen fühlen, kann man das bei bisexuellen Menschen nicht sagen. Theoretisch können sie jederzeit sich in das andere Geschlecht verlieben und sind dann womöglich auf und davon und lassen den Schatz sitzen.

Nur sind bisexuelle Menschen genauso treu oder untreu wie alle anderen auch. Die sexuelle Ausrichtung selbst hat nichts damit zu tun.

Wie kann man über bisexuelle Charaktere schreiben?

Tatsächlich habe ich selbst bisher noch kein Buch über einen bisexuellen Charakter gelesen. Dabei gibt es durchaus welche. Dabei werden gerade Frauen zu bisexuellen Charaktere erklärt, damit sie auch wirklich Sex haben können (Stichwort zum Thema Klischee, dass Lesben keinen Sex haben).

Um einen bisexuellen Charakter darzustellen, würde ich selbst darauf zugreifen, dass ich sie*ihn für beide Geschlechter schwärmen lassen. Man muss sie*ihn nicht in eine Beziehung packen. Aber wenn der Charakter auf eine gutaussehende Figur trifft, würde ich meinen Charakter schwärmen lassen. Wie gut die Figur aussieht, was für einen Knackarsch sie hat und so weiter. Und in einem Gespräch oder in einer weiteren Schwärmerei würde ich das für das andere Geschlecht dann klären.

Es reicht häufig aus klar zu machen, dass Dein Charakter mehr als nur ein Geschlecht sexuell attraktiv und anziehend findet. Dann muss sie*er noch nicht einmal mit beiden Geschlechtern am Ende ins Bett gehen. Das ist eben kein muss.

Was kann man über sie schreiben?

Eigentlich stellt sich diese Frage schon gar nicht. Bisexuelle Charaktere entsprechen natürlich einem Menschen. Mit anderen Worten, Du kannst über alles Schreiben, über was Du auch immer möchtest. Es gibt keine Grenzen. Erst recht, da es kaum Bücher mit sehr aktiven bisexuellen Charakteren geben. Zwar werden häufig Frauen als bisexuelle Charaktere eingeführt, damit sie keine Lesben sein müssen. Aber selbst das ist eher mager.

Das bedeutet also, dass Du noch sehr viele Möglichkeiten hast, um tolle Geschichten mit bisexuellen Charakteren zu schreiben. Hier steht Dir also eine Menge Potenzial offen.

Polysexualität

Was ist die Polysexualität?

Das bedeutet, dass sich ein Mensch zu mehr als nur zwei Geschlechtern hingezogen fühlen. Also mindestens drei müssen es sein. Jedoch betrifft das nicht alle Geschlechter, die es gibt (Facebook stellt zum Beispiel 60 Möglichkeiten zur Verfügung, aus denen man das eigene Geschlecht wählen kann).

Die literarische Bearbeitung

Um Polysexualität darzustellen, müsste man mehr als nur die Cis-Frau und den Cis-Mann in Geschichten vorstellen. Gelegentlich gibt es noch transsexuelle Charaktere. Aber da wird es schon selten. Bei meiner kleinen Spontanrecherche nach entsprechenden Büchern bin ich auf einige Sachbücher gestoßen, die aber auch schon etwas älter sind.

Um eine Geschichte mit einem polysexuellen aktiven Charakter zu schreiben, benötigt man tatsächlich ein wenig mehr. Selbst dann, wenn Du die Sexualität nur im Kopf Deines Charakters abspielen lassen möchtest. Und zwar die Akzeptanz in der Geschichte, dass es eben mehr als nur das Cis-Geschlecht gibt. Wenn das fehlt, wird es schwierig sein, diesen Charakter überzeugend umzusetzen.

Meine Empfehlung ist daher, recherchiere nach den verschiedenen Geschlechtern und baue sie zumindest in der Theorie ein. Dann kannst Du über einen solchen Charakter schreiben. Und vielleicht bist Du auch so mutig und schreibst über diese verschiedenen Geschlechter. Und ja, heutzutage muss man tatsächlich schreiben, dass dazu viel Mut gehört.

Pansexualität

Was bedeutet nun Pansexualität?

Man könnte fast, aber auch nur fast, sagen, dass pansexuelle Menschen es auf die Spitze treiben. Denn sie machen gar keinen Unterschied bezüglich des Geschlechtes ihrer romantischen oder auch sexuellen Partner*innen. Sie können also theoretisch mit allen der oben erwähnten sechzig Geschlechtern eine Beziehung eingehen.

Pansexuelle Charaktere sind mir persönlich noch nicht untergekommen. Aber auch hier gilt, wenn Du über sie schreiben möchtest, ist über kurz oder lang die Akzeptanz anderer biologischer Geschlechter notwendig. Bleibst Du bei zwei Geschlechtern, bringt es nicht viel, den Charakter pansexuell zu nennen. Diese*r wäre schlichtweg bisexuell. Und schlimmstenfalls würden Leute, welche die Unterschiede kennen, das auch entsprechend anprangern.

Eine Geschichte schreiben

Wie schon öfters erwähnt (daher halte ich mich hier tatsächlich etwas kürzer), Du kannst über diese Charaktertypen genauso schreiben, wie über alle anderen. Nur wäre es schön, wenn Du uns zeigst, dass sie eben eine andere sexuelle Orientierung haben. Damit hat es sich auch schon. Und natürlich ist es überlegenswert, mehr als nur die Cis-Geschlechter darzustellen.

Abschlussgedanken

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wenn Du über Charaktere schreibst, die zumindest bisexuell sind. Zwar kann Dein Charakter monogam leben. Aber das ist nicht zwangsläufig notwendig. Was ich damit genau meine, das wirst Du in den nächsten beiden Wochen noch genau lesen. Du hast aber hier durchaus Möglichkeiten interessante Geschichten zu schreiben.

Bei der Planung Deiner Geschichte und vor allem Deiner Charaktere viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Wie kann ich eine (gute) Sex-Szene schreiben?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

nachdem wir geklärt haben, was Erotik und Pornografie ist und die wichtigen Grundlagen der erotischen Fiktion, kümmern wir uns heute um die Frage “Wie kann ich eine (gute) Sexszene schreiben?”. Wir haben vermutlich alle die eine oder andere erotische Szene gelesen. Doch was macht sie gut und was schlecht? Ein paar Tipps gibt es, mit denen Du arbeiten kannst.

Kurze Vorgedanken

Vor längerer Zeit wurde ich gebeten, ob ich denn nicht einen Beitrag schreiben könnte, wie man gute erotische Literatur bzw. Szenen schreiben kann. Auf meinem alten Blog hatte ich das getan und hier ist er nun in einer etwas überarbeiteten Version. Gerade in einer Zeit, in denen es scheinbar Gang und gäbe ist, dass sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Stalking und ähnliche Straftatbestände in Romanen vorkommen, als wäre das romantisch. Und an dieser Stelle kann ich Dir schon einmal garantieren, Tipps, wie Du solche Romane schreiben kannst, findest Du hier nicht. Ansonsten möchte ich Dir erst einmal allgemeine Tipps geben, was Du beachten kannst. Dann Hinweise zur Vorbereitung des Schreibens einer erotischen Szene. Und dann zu guter Letzt noch, was Du beim Schreiben direkt beachten kannst bzw. solltest.

Wie kann ich eine (gute) Sex-Szene schreiben?

Allgemeine Hinweise zum Swchreiben von erotischen Szenen

Gute Charaktere

Wie bei jedem guten Roman wäre es auch bei einem erotischen Liebesroman schön, wenn Du mit runden Charakteren schreibst. Was ich damit meine? Dass sie sowohl Stärken, als auch Schwächen haben. Je mehr Du über die Charaktere weißt, desto besser kannst Du den Plot planen und zudem auch besser schreiben. Und je tiefer Deine Charaktere gehen, desto glaubwürdiger werden sie am Ende sein. Daher finde ich es wichtig, dass Du in die Charakterarbeit durchaus Energie steckst. Am Ende wirst Du mit guten Charakteren dafür belohnt werden.

Sexuell aktive Charaktere

Jede Geschichte steht und fällt mit den Charakteren. Auch wenn das für viele selbstverständlich scheint, so wird das nicht immer angewandt. Wenn Du zum Beispiel einen Krimi schreiben willst, brauchst Du mindestens einen Charakter, der einen Mord begeht und einen Charakter, welcher dann ermittelt. Ansonsten klappt das mit dem Krimi nicht. Und natürlich gilt das auch für einen erotischen Roman. Hier brauchst Du mindestens zwei Charaktere, die Sex haben wollen (gut, mindestens einen Charakter, der selbst Spaß mit sich hat, aber das wäre dann wohl kein klassischer, erotischer Roman).

Wenn Du also über einen Charakter schreiben möchtest, der asexuell ist und sich zudem vor dem Austausch von Körperflüssigkeiten (beim Küssen und Geschlechtsverkehr zum Beispiel) regelrecht ekelt, dann wird es für Dich schwierig, sie oder ihn ins Bett zu kriegen. Klar, auch solch eine Person kann Sex haben. Sogar ihren Spaß daran finden. Doch das musst Du sehr gut darstellen, wie die Figur ihre persönlichen Ansichten ändert.

Wenn Du nur schreibst, die beiden haben nun Sex, wirkt das, gelinde gesagt, nicht überzeugend. Und damit verärgerst Du womöglich einige Deiner Leser*innen. Das gilt auch für Charaktere, die eigentlich kaum, bis gar keine sexuellen Erfahrungen haben. Inwiefern können gerade solche Figuren zu kleinen Sexheld*innen werden? Besonders dann, wenn sie keine Ahnung haben, was sie selbst wollen oder eben auch nicht wollen?

Natürlich kannst Du auch jungfräuliche Charaktere in Deine Geschichte schicken. Das will ich nicht sagen. Aber sie sollten für eine sexuelle Beziehung offen sein. Denn häufig lese ich Liebesromane mit erotischen Teilen, in denen zumeist die Frau eine Jungfrau ist und gelegentlich noch nicht einmal weiß, wie man Orgasmus buchstabiert.

Versuch daher Charaktere zu erschaffen, die zumindest Interesse an Sex und sexuelle Praktiken haben. Damit gewinnst Du dann überzeugende Figuren, denen man abkauft, dass sie wirklich das, was sie im Schlafzimmer (oder wo auch immer) tun, auch wirklich wollen. Denn wollen Deine Charaktere wirklich Sex, brauchst Du Dir keine Gedanken machen, wie Du sie dazu bringen sollst.

Vor zwei Jahren wollte ich gerne einen erotischen Roman schreiben. Am Ende gab es keine einzige Sexszene, weil sich die Charaktere dazu geweigert hatten. Sie waren einfach nicht auf Sex aus. Und dazu zwingen konnte ich sie nicht, weil das nicht ihrem Typ entsprochen hätte.

Bitte keine Vergewaltigungsszenen

Was auch immer gerade los ist, aber aus mir unbekannten, und vor allem, unerklärlichen Gründen sind manche Autor*innen der Meinung, eine Vergewaltigung sei wirklich romantisch. Daher möchte ich persönlich eines klarstellen: Es ist nichts Romantisches dabei einen Charakter (dabei ist es egal, ob diese weiblich oder männlich ist, auch wenn die Betroffenen weitgehend weiblich sind) zu stalken, sie zu bevormunden, ihr Leben zu überwachen, Befehle zu geben, die gegen ihre Persönlichkeit gehen, ihr Freundschaften oder Kontakte zu verbieten, ihr den Job vorzuschreiben, sexuelle Gewalt aufzudrücken oder eben zu vergewaltigen.

Doch genau diese Punkte habe ich in einigen Rezensionen zu Büchern gefunden, die von den Verlagen (und auch von Selfpublisher*innen) Highlight der Saison angepriesen werden. Was bitte schön ist daran hipp, ein Highlight oder Sonstiges? Daher ich bitte Dich höflichst, schreib keine Vergewaltigungsszenen. Sex schreiben ist schon schwierig genug. Dann die seelischen Reaktionen darauf sind dann ein eigenes Thema.

Mir ist bewusst, dass für viele Frauen Vergewaltigungsfantasien durchaus wichtig sind. Natürlich sind sich diese Frauen im Klaren, dass es eben nur Fantasien sind und niemand das im realen Leben erleben wollen. Aber sie sind da. Und wir können uns gerne darüber unterhalten, woher sie kommen. Wenn Du dieses Thema also in Deiner Geschichte aufgreifen möchtest, dann ist das in Ordnung. Aber es wäre wirklich schön, wenn Du dann auch wirklich schreibst, dass es eben nur Fantasien sind. Geschieht dies aber in der Realität, wäre es schön, wenn Du Deinen Charakteren erlaubst, dies zu verurteilen. Wenn Du mit dem Thema differenzierter umgehst, dann ist das in Ordnung. Wenn nicht, dann … ???

Wie schreibe ich nun Erotik – die Vorbereitung?

Es gibt mehrere Schritte, um einen erotischen Roman zu schreiben. Auf diese möchte ich erst an dieser Stelle dann nach und nach eingehen.

Schritt 1: Womit fühlst Du Dich am wohlsten?

Dieser Ratschlag gilt für alle Geschichten, die Du in Deinem Leben jemals schreiben möchtest. Wenn Du Dich beim Schreiben nicht wohlfühlst, dann läuft etwas schief. Einige haben Probleme damit, wenn sie jemanden in ihrer Geschichte brutal abschlachten wollen oder die Charaktere eben intim werden sollen. Dann können selbst die talentiertesten Autor*innen auf einmal eine Schreibblockade erleben.

Wenn Du Dich also absolut unwohl bei dem Gedanken fühlst, über den Geschlechtsverkehr zu schreiben, dann gibt es nur einen Ratschlag, lass es. Denn auf Dauer werden es Deine Leser*innen merken, wenn Du mit der Erotik Probleme hast, es aber krampfhaft versuchst, eine Sexszene zu schreiben. Das gilt auch, wenn Du zwar erotische Szenen schreiben kannst, aber Probleme mit bestimmten Untergenres hast. Es mag sein, dass aktuell BDSM seinen Reiz hat. Wenn Du aber nicht darüber schreiben kannst, wie zwei sich den Hintern versohlen, lass es einfach.

Schritt 2: Lass Deine Charaktere über die Intimität entscheiden

Natürlich ist dieser Punkt ein wenig schwer einzuhalten. Denn willst Du in einem Publikationsverlag erscheinen, kann es sein, dass sie in die Anzahl und in die Intensität Deiner erotischen Szenen sich einmischen. Trotzdem solltest Du Deine Charaktere handeln lassen. Wenn Du sie gut angelegt hast (also auch eine erotische Seite haben), dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sie dann miteinander ins Bett gehen.

Und diese Energie solltest Du einfach fließen lassen. Misch Dich nicht ein und entscheide Dich, dass nach so und so vielen Seiten die Charaktere Sex haben sollen. Das wirkt befremdlich (und solche Bücher hab ich durchaus gelesen). Lass sie einfach machen, sie wissen schon, was sie tun.

Schritt 3: Gib Deinen Leser*innen, was Du ihnen versprochen hast

Deine Leser*innen investieren in Dich und Deine Geschichte nicht nur wertvolle Lesezeit, sondern auch Geld. Und einige werden Deinen Roman vielleicht sogar rezensieren. Also verwenden sie noch einmal Zeit auf Deine Geschichte. Leser*innen wollen eigentlich nur, dass Du das Versprechen, dass Du selbst gegeben hast, auch den kompletten Roman hältst. Damit hast Du es in den Händen, ob sie am Ende zufrieden das Buch zuklappen, oder dabei extrem enttäuscht sind.

Doch was bedeutet das?

Wenn Du einen fröhlichen Liebesroman schreibst, dann kannst Du daraus keine Horrorstory am Ende machen. Es sollte durchgehend ein fröhlicher Liebesroman bleiben. Außer Du hast von Anfang an Spuren gelegt, dass es in diese Richtung geht. Schreibst Du einen Horrorroman, dann sollte es dabei bleiben. Zwar bin ich durchaus dafür, dass Experimente gewagt werden.

Doch wenn Du das machst, sorg dafür, dass Deine Leser*innen damit rechnen können, dass die Geschichte nicht durchgehend in einem Stil bleibt. Dann ist die Enttäuschung am Ende nicht so groß, wenn es passiert. Was das mit der Erotik zu tun hat? In sofern hat es etwas damit zu tun, dass Du in dem jeweiligen Genre eine andere Art von Erotik aufwarten kannst und solltest.

Schreibst Du einen fröhlichen Liebesroman, wirst Du aller Wahrscheinlichkeit keinen schmutzigen Sex schreiben, weil es einfach nicht dazu passt. Anders sieht es bei einem Hard Boiled Krimi. Und das wissen auch durchaus Deine Leser*innen. Das bedeutet, dass sie eben damit rechnen, dass in einem fröhlichen Liebesroman es erotisch anders zugeht, als in einem anderen Genre. Bleibst Du konsequent, sind sie durchaus glücklich dabei.

Schritt 4: Realistisch ist immer gut

Wenn Du erotische Szenen schreibst, dann kann das manchmal intensiver sein, als viele andere Szenen. Denn gerade hier kann es häufig passieren, dass man Dir als Autor*in vorwirft, dass Du nicht realistisch genug geschrieben hast. Recherchiere daher, was theoretisch möglich ist und wie der Sexualakt funktioniert. Dann hast Du schon einmal einen ersten wichtigen Schritt getan.

Häufig lese ich erotische Szenen auf Twitter, bei denen ich mich frage, wie das biologisch überhaupt gehen soll. Daher schau bitte genau hin, was Du schreibst und ob das möglich ist. Wenn nicht, ändere es einfach.

Schritt 5: Erschaffe ein gemeinsames Bewusstsein

Häufig schüttelte ich in den erotischen Liebesromanen den Kopf. Dass innerhalb weniger Tage ein Bund für die Ewigkeit geschlossen wird, das akzeptiere ich zwischenzeitlich schon. Doch häufig fehlt einfach die Grundlage dafür. Man sieht sich an und dann war es auch schon.

Sie verlieben sich, landen im Bett und dann vor dem Altar. Lass sie daher gerne immer wieder zusammenkommen, ein Gefühl füreinander entwickeln, sich öfters berühren, sich ansehen, einander näherkommen. Denn selten ist Dein Paar von Anfang an ein Liebespaar. Daher kannst Du über kleine Gesten zeigen, wie sie immer mehr und mehr zusammenwachsen, sodass sie am Ende auch wirklich zusammengehören.

Wenn sie nicht aneinander vorbeileben, sondern miteinander agieren, wirkt das ewige Liebespaar dann um einiges realistischer.

Schritt 6: Nenne die Dinge ruhig beim Namen

Das beste Stück des Mannes oder der Intimbereich der Frau. Wenn Du diese Worte einem Ratgeber verwendest und dort vielleicht noch entspannt wirken mag, ist in einem erotischen Roman eher fehl am Platz. Denn dort wollen Deine Leser*innen durchaus lesen, wie es zur Sache geht. Und da ist es für viele in Ordnung, wenn die Dinge eben direkt beim Namen genannt werden. Entscheide Dich daher, welche Worte Du benutzen willst und benutze sie. Scheu Dich nicht, diese Worte auch zu schreiben, egal wie es sich anhören mag. In der richtigen Geschichte sind es auch die richtigen Worte.

Schritt 7: Verwende die richtigen Wörter

In einem Ratgeber habe ich mal gelesen, dass im angloamerikanischen Raum scheinbar für das beste Stück des Mannes unter anderem das Wort „dingadong“ verwendet wird. Ob das stimmt, sei dahin gestellt. Es kommt immer auf die Geschichte an, welche Worte Du benutzt.

Stell Dir mal folgende Szene vor: Ein heißer Mann verführt gerade eine wunderschöne Frau, er zieht sich sein Hemd aus und präsentiert seine wunderbar geformten Muskeln. Er küsst sie immer wieder, um sie heißzumachen. Dann greift er zu seinem Gürtel, um diesen zu öffnen, macht die Hose auf und holt ihn heraus, seinen dingadong.

Spätestens jetzt dürften so einige Deiner Leser*innen unter dem Tisch liegen und lachen. Bei einem Kinderbuch mag das noch gehen, bei einem Erwachsenenbuch eher weniger. Recherchier daher, welche Worte Du überhaupt verwenden könntest und welche doch eher überholt sind (zum Beispiel Schwert, Prügel, Venusmund). Und dann verwende sie in Deiner Geschichte.

Schritt 8: Bring Dich selbst in Stimmung

Wer eine Kampfszene schreibt, sollte sich in eine kämpferische Stimmung bringen. Wer eine erotische Szene schreiben möchte, darf dies ebenfalls tun. Zumindest habe ich schon öfters die Empfehlung gelesen, dass man das tun sollte, um realistischere Szenen zu schreiben, egal, um was es sich handelt. Daher gilt auch, wenn Du Dich gerade nicht danach fühlst, eine erotische Szene zu schreiben, dann lass es. Schreib einfach in fetten Buchstaben hin „Insert Sex Scene here – Füge eine Sexszene hier ein“ und schreib weiter, als hätten Deine Charaktere gerade Sex gehabt. Und wenn Du Dich dann bereit fühlst, kehre zu dieser Szene zurück und leg los.

Schritt 9: Nutze die Geschichte Deiner Charaktere und ihren Erfahrungsschatz

Auch wenn Deine Figuren eine Erfindung aus Deinem Kopf sind, so erschaffst Du für sie einen Hintergrund. Also die Elemente, die vor der ersten Seite Deines Romans geschehen ist. Und dieser Hintergrund hat Einfluss auf die aktuellen Ereignisse.

Aber auch die bisherigen sexuellen Erfahrungen haben Einfluss auf das, was sich die Charaktere wünschen oder eben auch nicht wünschen. Daher solltest Du das alles durchaus in Deine Geschichte einfließen lassen. Und erst recht die sexuellen Erfahrungen oder zumindest die sexuellen Wünsche.

Schritt 10: Eine gute Sexszene ist kein guter Sex

Meistens schreiben Autor*innen darüber, dass die beiden Charaktere nur guten Sex haben. Dabei kommt es jedoch nicht darauf an, dass Deine Charaktere wirklichen guten Sex haben. Das macht eine gute Sexszene nicht aus. Selbst wenn der Sex selbst für Deine Charaktere in die Hose geht, beschreibe die Szene gut und realistisch, dann ist sie an sich perfekt.

Schritt 11: Weniger ist oft mehr

Es kommt nicht darauf an, möglichst viele Sexszenen unterzubringen, wie das Buch hergibt. Auch nicht darum, zehn, zwölf oder mehr Seiten zu füllen. Auch wenn Du nur eine einzige Sexszene in Deinem Roman schreibst und sie nur eine halbe Seite lang ist, kann sie mehr bringen, als alles andere. Denn es kommt darauf an, dass Du mit der Sexszene etwas vermittelst. Auch sie soll letztendlich die Geschichte voranbringen und nicht unnötig aufhalten.

Daher gib für jede Szene alles, was Dein aktuelles Schreibtalent hergibt, um daraus die beste Szene zu machen, zu der Du aktuell in der Lage bist. Und das Gleiche machst Du dann bei der nächsten Szene. Aber achte darauf, dass die Szenen perfekt passen und nicht einfach als Lückenfüller dienen.

Schritt 12: Guter Sex rettet keine schlechte Geschichte

Häufig denken Autor*innen, dass sie ihre schlechte Geschichte damit retten, dass sie ihre Charaktere einige Male in die Kiste schicken (oder wohin auch immer). Doch wenn Deine Geschichte schlecht ist oder sie keine gute Grundlage hat, schwache Charaktere oder was auch immer, kann kein Sex der Welt dies retten. Ganz im Gegenteil, es kann dann sogar noch einmal ordentlich in die Hose gehen, wenn Du zu einer schlechten Geschichte noch einmal versuchst, Erotik einzubauen. So im Sinne von, die Leute werden es lesen, weil es Sex enthält.

Schreiben wir eine erotische Szene – die Vorarbeit

Wie genau darf es denn sein?

Das Wichtigste vorneweg. Eine erotische Szene ist keine Anleitung, wie man überhaupt Sex hat. Häufig hab ich schon gelesen, wie das Pärchen miteinander im Bett ihren Spaß haben, und war am Ende total verwirrt. Wo war jetzt das Bein des Mannes und wie hat die Frau es geschafft, ihren linken Arm mit dem dritten Bein des siebten Mannes zu verknoten?

Häufig kommt es vor, dass wir ein ganz klares Bild davon haben, wie etwas geschehen soll. Nur leider bleibt dieses Bild im Kopf und wir schaffen es nicht, es aufs Papier zu bringen. Das ist bei erotischen Szenen auch kein Muss. Sehr häufig kommt der besondere Kick, wenn Du Dinge nur andeutest, sie also umschreibst. In dem Sachbuch „Erotik schreiben“ von Elizabeth Benedict gab es eine erotische Szene, die nur aus einem Dialog bestand. Trotzdem war sie erotischer, als jede Beschreibung, die ich danach gelesen habe.

Recherche und Recherche

Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie etwas aussehen könnte, weil Du damit keine Erfahrung hast, dann heißt es Recherche, Recherche und noch mehr Recherche. Dazu zählen einschlägige Sachbücher (also Erotikratgeber), andere erotische Romane oder auch Pornos.

Ja, Du hast richtig gelesen, Pornos.

Und natürlich, ja, über Pornos kann man diskutieren und ich finde sie teilweise mehr als nur grenzwertig. Aber es gibt Produktionen, die unter humanen Bedingungen entstehen und niemand zu Schaden kommt (was man nicht bei allen sagen kann). Welche das sind, kann ich selbst nicht genau sagen.

Aber ich vermute, dass alle, die in öffentlichen Onlineshops verkauft werden, durchaus akzeptabel sind. Aber durch solche Filme kannst Du genau sehen, wie etwas gehandhabt wird, was mit Beschreibungen oder Bilder nicht immer funktioniert. Denn hier siehst Du (mindestens) zwei Personen, die miteinander agieren. Und das kannst Du gerne als Vorbild für Deine Szene verwenden.

Wähle die richtigen Bezeichnungen

Schon oben hab ich erwähnt, dass man die richtigen Worte wählen sollte, um die Geschlechtsteile der Person zu benennen. Manche gehen so weit, dass man jedoch nicht einmal Nippel oder Vagina schreiben soll. Um es mal so auszudrücken, man muss es nicht übertreiben.

Finde schöne Bezeichnungen für die Geschlechtsteile, welche nicht klischeehaft klingen und zur Geschichte passen. In einem viktorianischen Umfeld wirst Du wahrscheinlich völlig andere Bezeichnungen verwenden wollen als in einem Paranormal Romance Roman.

Erstell für Dich selbst ein Glossar, welche Wörter Du benutzen möchtest und welche Du sogar schon benutzt hast. In einer Geschichte würde ich Dir empfehlen, dass Du immer dieselben Wörter benutzt. Außer Du lässt einem Charakter sagen, dass sie oder er die Bezeichnung nicht mag. Dann kannst Du das natürlich auch streichen.

Deine Charaktere dürfen gerne Spaß haben

Manchmal hab ich das Gefühl, dass der Sex in den Geschichten eher Pflicht ist, als Spaß. Dabei soll es ja eine angenehme Sache sein. Wenn also Deine Charaktere sich entscheiden ins Bett zu gehen, dann darf auch mal was schief gehen, sie dürfen gerne lachen und eben einfach nur Spaß haben. Und das ohne das komplette Kama Sutra durchzuarbeiten. Es kann gerne immer die gleiche Technik angewandt werden, solange sie einander näherkommen.

Vorsicht bei den Dialogen

Wenn Du Dir einen Porno anschaust, dann achte Mal auf die Dialoge (sofern welche vorkommen). Notier sie Dir, klebe sie an Dein Monitor und verwenden sie bitte unter keinen Umständen. Denn im normalen Leben und in Romanen spricht niemand wie ein Pornostar, wenn man miteinander Spaß hat.

Die Sinne Deiner Charaktere bestehen mehr als aus Sehen und Hören

Der Mensch hat fünf Sinne (hören, sehen, schmecken, fühlen und riechen). Und je nach Genre eventuell auch mehr. In jeder Szene kannst Du gerne diese fünf Sinne einsetzen. Das gilt auch für Deine erotische Szene. Wie fühlt es sich an, wenn Dein Charakter die Haut der anderen Person küsst, wie riecht die Umgebung oder wie fühlt sich die Bettdecke an? Je genauer Du das alles beschreibst, desto eher fühlt man sich in die Szene hinein.

Es gibt auch ein Vorspiel

Wenn Du Dir wirklich Pornos angeguckt hast, dann wirst Du wahrscheinlich merken (und spätestens jetzt hab ich mich wohl geoutet), dass das Thema Vorspiel wenig Zeit gewidmet wird. Meistens kommen sie zusammen und los geht es. Das trifft auch auf sehr viele Romane zu, die ich lesen durfte. Bei vielen Romanen ist das auch der Fall. Man sieht sich und fällt übereinander her.

Dabei kann auch das Vorspiel unheimlich romantisch und auch erregend für Deine Charaktere sein. In einem Buch hab ich mal gelesen, dass es sehr viel Druck aus vielen Beziehungen nehmen würde, wenn man sich mehr auf das Vorspiel konzentrieren würde und nicht auf den Orgasmus. Denn Frauen haben weitaus seltener einen, während der Mann fast immer einen bekommt (das sind statische Fakten).

Auch wenn das stimmt, dann wäre es zumindest ein Versuch wert im Roman (und auch im realen Leben), mehr Energie und Seiten auf das Vorspiel zu verwenden, als auf den Höhepunkt. Sprich, lass das Vorspiel zum Hauptakt werden und den Orgasmus als schönen Ausklang. Hei, ein Versuch ist es allemal wert, oder?

Gleitgel, Kondome und so weiter

Es wäre schön, wenn zwei Personen zusammenkommen würden und sie ohne Sorgen einfach Sex haben könnten. Die Realität sieht doch ein wenig anders aus. Gerade beim Analsex ist Gleitgel nicht gerade unwichtig. Und Frauen können, unglaublich aber wahr, beim ungeschützten Sex schwanger werden. Zudem können beide Seiten Überträger*innen von Geschlechtskrankheiten sein.

Natürlich kommt es darauf an, in welchem Jahrhundert Deine Geschichte spielt. In einem historischen oder futuristischen Roman könnte das HI-Virus keine Rolle spielen. Spielt er aber in der Gegenwart, ist es durchaus ein Thema. Schwangerschaften sind immer ein Thema (außer bei homosexuellen Charakteren) oder Geschlechtskrankheiten.

Berücksichtige dies bitte und denk darüber nach, wie Deine Charaktere sich schützen. Natürlich können sie auch überstürzt in ein sexuelles Abenteuer rutschen. Aber spätestens am nächsten Morgen ist es Zeit sich darüber Gedanken zu machen, was sie getan haben.

Der Mythos vom gemeinsamen Orgasmus

Die Romancharaktere müssen eigentlich Übermenschen sein. Denn so gut wie jedes Mal, wenn ich eine erotische Szene lese, dann kommen Heldin und Held entweder gemeinsam oder sehr zeitnah zum Höhepunkt. Wie oben schon erwähnt, kann es passieren, dass Frauen überhaupt nicht zum Höhepunkt kommen.

Und ja, auch Männer müssen nicht immer einen Orgasmus haben. Zwar passiert dies eher seltener, kann aber durchaus geschehen. Erkundige Dich daher (sofern Du keine eigenen Erfahrungen mitbringst), wie weit beide Orgasmen durchschnittlich auseinanderliegen. Und dann kannst Du es auch gerne für Deine Geschichte verwenden.

Ob das stimmt oder nicht, kann ich nicht sagen, aber der Grund, warum Frauen länger brauchen, um stimuliert zu werden, soll ein biologischer, historischer sein. Denn, wenn ein Mann sich bemüht, eine Frau zufriedenzustellen, soll sie wissen, dass er sich auch gut um die Kinder kümmern wird.

Das abgeschaltete Gehirn

Es gibt wohl das Gerücht, dass Menschen während des Sexes entweder nur an die andere Person denken oder gar nicht mehr in der Lage sind, an etwas zu denken. Vielleicht ist das auch der Grund, warum dann schon einmal gerne das Gleitgel oder das Kondom vergessen wird. Weil sie so heiß aufeinander sind, dass sich das Gehirn verabschiedet.

Dabei sind Menschen durchaus in der Lage, auch während des besten Sexes an den nächsten Einkauf zu denken. Natürlich kann man darüber diskutieren, dass das in einem erotischen Liebesroman total unromantisch ist, aber darüber solltest Du Dir bewusst sein. Menschen denken während des Sexes auch an andere Dinge. Sogar wohl sehr häufig. Je nachdem also, was für eine Geschichte Du schreibst, kannst Du dieses Thema auch gerne aufgreifen und zum Teil Deiner Geschichte machen. Zumindest wird es nicht kitschig romantisch, wenn Deine Heldin oder der Held an den nächsten Einkauf denken.

Üben, üben, üben

Gerne auch in der Realität mit Deinem Schatz. Hier meine ich aber das Schreiben solcher Szenen. Die ersten erotischen Szenen werden garantiert holprig und einfach nur schlecht sein. Das liegt wohl auch daran, dass viele trotz allem Hemmungen haben, das zu schreiben.

Denn Sex ist etwas, worüber man nicht spricht. Auch wenn wir durchaus anders erzogen wurden, so hängt das vielen irgendwie immer noch im Ohr. Daher haben einige erst einmal große Hemmungen darüber zu schreiben. Das ist auch völlig normal. Daher üb einfach immer und immer wieder. Irgendwann, sofern Du es wirklich willst, wird es Dir sehr leicht von der Hand kommen. Und Du wirst locker darüber schreiben können.

Deine Charaktere müssen keinen Sex haben

Es scheint, dass die Charaktere immer und zu jeder Zeit spitz sind, also Lust auf Sex haben. In der Realität haben Frauen Migräne (um einmal ganz tief in die Klischeekiste zu greifen), doch nie in den Romanen. Auch Männer scheinen dauerpotent zu sein. Du kannst also auch jederzeit Deine Charaktere erlauben, dass sie sich gegen den Sex entscheiden. Das wäre definitiv mal eine Abwechslung.

Jetzt aber … wie schreib ich denn eine erotische Szene?

Der Sex muss zur Geschichte passen

In einem paranormalen Roman hab ich mal gelesen, dass die Charaktere an einem bestimmten Ort waren und auf einmal ein Zauber ausgelöst wurde. An die Szene erinnere ich mich besonders, weil die weibliche Hauptfigur mit einem der Männer mitten im Wald und an der Seite ihrer Gefährt*innen Sex hatte. Das wirkte so dermaßen unglaubwürdig, dass mir schon ganz schwindelig wurde.

Daher hier der wichtigste Ratschlag, den ich nur geben kann. Bitte, bitte sorge dafür, dass der Sex auch wirklich zur Geschichte passt. Wenn die Situation gerade einfach nicht passt, dann passt sie einfach nicht. Da müssen die Charaktere auch keinen Sex haben. Das könnte auch sein, dass die Charaktere in einem Lagerhaus gefangen sind (um ein weiteres Beispiel zu nennen).

Was tun sie dort? Sehr wahrscheinlich werden sie alles tun, um von dort zu fliehen. Tun sie das, wirken sie durchaus realistisch als Charaktere. Wenn sie aber auch nach Stunden auf einmal übereinander herfallen, würde ich mich fragen, ob die Figuren noch alle Tassen im Schrank haben.

Schau daher bitte genau hin und frag Dich, ist es realistisch, dass sie jetzt Sex haben? Und passt es an dieser Stelle, dass sie Sex haben? Wenn Du beide Fragen mit einem klaren Ja beantworten kannst und die Charaktere es auch wollen, dann leg los. Ansonsten würde ich das durchaus kritisch betrachten.

Notfalls frag einfach andere Personen (Autor*innen wie Leser*innen), wie sie die Szene betrachten. Häufig haben sie einen realistischeren Bezug dazu. Und das kann Dir sehr weiterhelfen.

Zeig Deine Charaktere in Aktion

In einem erotischen Roman geht es um die Charaktere und wie diese Charaktere miteinander Sex haben. Daher ist es wichtig, dass Du genau kennst, wer die Figuren sind und was für einen Hintergrund haben. Das gilt natürlich auch für ihre Erfahrungen im erotischen Bereich. Das gilt nicht für die pornografischen Geschichten. Dort geht es letztendlich darum, dass eine bestimmte erotische Stellung beschrieben wird, damit die Leser*innen erregt werden.

Das darfst Du sogar wortwörtlich nehmen. In den meisten Fällen ist es egal, mit was für Figuren wir es in der Geschichte zu tun haben. Ihre Vergangenheit und ihre persönlichen Vorlieben sind dabei völlig egal. Hauptsache es liest sich gut.

Daher konzentriere Dich nicht darauf, eine bestimmte Sexposition zu zeigen, nur weil Du das gerade ansprechend findest. Sondern finde heraus, was Deine Charaktere wollen und was sie bereit sind, auch wirklich zu tun. Je eher Du das weißt, desto besser wird auch Deine erotische Szene.

Lass Deine Charaktere sprechen – Dialog

Jeder Charakter hat eine eigene Sprache. Und das kannst Du auch in solchen pikanten Szenen gerne ausleben lassen. Lass sie keine unnötigen Pornosprüche sagen (wie oben bereits erwähnt), sondern genau das, was sie wirklich sagen wollen. Stell Dir vor, es ist ein Dialog unter besonderen Bedingungen. Das bedeutet, dass auch hier alles so realistisch wie nur möglich sein sollte.

Unterschiedliche Szenen

Vor Jahren habe ich mal eine Reihe von Fanfiction zu der Serie Sailor Moon gelesen. Es handelte sich hierbei um erotische Kurzgeschichten zu jeder der Senshis. Das Problem war, dass jede Geschichte fast gleich war, nur ein paar Feinheiten wurden geändert. Langweilig!

Glücklicherweise ist jede Szene in einem Buch individuell. Das trifft leider nicht auf die erotischen Szenen zu. Es gab in der Tat schon ein oder zwei Bücher in meinem Leben, da haben sich die Sexszenen kaum voneinander unterschieden. Gut, in der Wortwahl, aber nicht in der Ausführung. Es mag sein, dass im realen Leben der Sex immer wieder ähnlich abspielen mag. Aber das ist eben Fiktion.

Da lassen sich beide Charaktere (oder über wie viele Du auch immer schreiben magst) etwas einfallen. Du musst ja nicht viele Szenen schreiben. Aber es ist immer gut, wenn sie allesamt unterschiedlich sind. Dann haben Deine LeserInnen etwas, worauf sie sich freuen können.

Du musst nicht alles erwähnen

Manche Autor*innen haben das Gefühl, sie müssen wirklich jeden einzelnen Schweißtropfen erwähnen, der sich beim Sex bildet. Und natürlich darüber hinaus noch jede verlorene Kalorie und Stellung. Hier die gute Nachricht, nein, musst Du nicht.

Beim Sex haben wir alle unsere eigenen Vorstellungen. Das bedeutet, dass Du auch gerne gewisse Dinge der Fantasie Deiner Leser*innen überlassen kannst. Das gilt für viele Szenen. Und eben insbesondere für Erotische. Beschreib, was notwendig ist. Und den Rest kannst Du über Dialoge klären und letztendlich über die Fantasie Deiner LeserInnen.

Häufig können nämlich erotische Szenen noch ein wenig erotischer werden, wenn Du nicht alles bis ins letzte Detail erläuterst. Dann kann alles um einiges faszinierender werden.

Du hast einen Porno geschrieben

Hier noch eine wichtige Information. Egal wie viel oder wie wenig Sex Du schreibst, Du wirst dafür kritisiert. Schreibst Du zu viel, hast Du einen Porno geschrieben, schreibst Du zu wenig, dann geht es den Leuten nicht weit genug. Vielleicht wird man Dir sogar vorwerfen, dass Du Prüde seist. Daher kann ich Dir nur noch einmal empfehlen, schreib guten Sex, der sich harmonisch in die Geschichte einfügen lässt, mit Charakteren, die individuell interagieren und gerne Sex haben. Damit bist Du immer noch nicht gefeit, dass man Dich als prüde oder Pornotante bzw. Pornoonkel bezeichnet. Aber die meisten werden dann spüren, dass Du eine harmonische Geschichte geschrieben hast. Und ich denke, das ist wichtiger.

Warnhinweis

Wenn Du im SelfPublishing veröffentlichen möchtest, dann hast Du viel mehr Freiheiten, als bei einem Verlag. Das betrifft auch die kleinen Warnhinweise, die ich selbst eher bei englischen Publikationen sehe (dort auch bei Verlagen). Damit meine ich die kurzen Hinweise, um was es sich bei dem Roman thematisch handelt. Ein Beispiel? BDSM / FMM / Spanking / Erotik So etwas könnte theoretisch bei einer Geschichte stehen, die man geschrieben hat (und stehen teilweise auch). Damit sagst Du Deinen Leser*innen ganz klar, was sie in der Geschichte erwartet. Diese Warnhinweise haben sowohl einen Vorteil als auch einen Nachteil.

Der Nachteil

Es gibt Menschen, die ungern Erotik lesen. Das ist auch völlig in Ordnung. Trotzdem passiert es, dass sie entsprechende Bücher kaufen, warum auch immer. Dabei ist der Titel häufig eindeutig, das Cover spricht eine Sprache, der Klappentext weißt auf den erotischen Inhalt hin und die anderen Rezensionen sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Trotzdem fallen viele Leser*innen aus allen Wolken, wenn die Charaktere übereinander herfallen.

Wenn Du sie darauf hinweist, was der Inhalt ist (am besten noch in fetter Schrift), dann haben sie eigentlich keine Ausreden mehr. Wobei wir bei eigentlich verbleiben können. Nur bist Du in solchen Fällen auf der sicheren Seite. Denn Du hast die Leute darauf hingewiesen, dass Deine Geschichte erotische Komponenten haben können. Und damit können sie entscheiden, ob sie die Geschichte tatsächlich kaufen oder lesen wollen.

Vielleicht wirst Du jetzt einwenden, dass Du damit einige potenzielle Leser*innen verlierst. Aber seien wir ehrlich. Diese Leser*innen waren sowieso nie auf Deiner Liste. Wer keine Erotik liest, wird auch nicht Deine erotische Geschichte lesen. Das ist ein Fakt. Daher ist es besser, wenn Du sie erst gar nicht gewinnst, bevor sie Dir eine unnötige negative Rezension schreiben.

Der Vorteil

Tatsächlich kann die Erwähnung der wichtigsten Inhalte auch ein Vorteil sein. Und zwar als Verkaufsargument. Es gibt Leute, die speziell nach einer gewissen Art von Literatur suchen. Und wenn Du von vornherein sagst, dass Du diese Literatur geschrieben hast, sind sie eher geneigt, Deine Geschichte zu kaufen.

Vor einiger Zeit hab ich nach polyamore Geschichten gesucht (also Geschichten mit drei Love Interests, die miteinander eine Beziehung anfangen). Und wenn ich den FMM Hinweis gelesen habe, wusste ich genau, dass ich die richtige Geschichte für mich gefunden habe.

Dafür musste ich mich nicht durch die Beschreibung arbeiten oder die Rezensionen. Es wurde mir geliefert. Und natürlich hab ich mir diese Geschichten dann gekauft. Mit anderen Worten, Du musst Dich nicht vor diesen Warnhinweisen fürchten. Sie können sogar noch eher Deine Geschichte verkaufen als ohne.

Abschlussgedanken

Wichtig ist, dass Du immer wieder übst und schreibst und auch liest. Durch lesen wirst Du feststellen, was sich für Dich gut anhört und was nicht. Gut, von mir aus, Du kannst auch gerne praktisch üben. Dein Schatz wird sich sicherlich darüber freuen. Aber denk daran, das wichtigst ist, dass Du beim Schreiben Spaß hast. Das wird man dann auch über Deine Worte mitbekommen. Dabei wünsche ich Dir viel Spaß. Alles Liebe Deine frau schreibseele

Erotik vs. Pornografie

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es heißt, ein guter Liebesroman kommt nicht ohne eine gewisse Prise Erotik nicht aus. Das gilt natürlich nicht für alle Liebesromane, aber sicherlich für sehr viele. Jedoch wirken einige Romane so, als wollten sie keine erotischen Romane sein, sondern reine Pornographie. Und keine Sorge, trotz des eindeutigen Titels, muss ich hier keine FSK-Warnung aussprechen.

Kurze Vorgedanken

Mehrheitlich halten sich die Autorinnen und Autoren, die einen Liebesroman schreiben, an die Regel, ein guter Liebesroman braucht eine Prise Erotik. Zumindest von denen, die ich gelesen habe. Denn natürlich kann, darf und soll ein Liebesroman auch ohne Erotik und Sex auskommen. Das ist auch immer eine individuelle und persönliche Entscheidung. Und natürlich ist es auch eine Entscheidung im entsprechenden Genre. Einige verlangen Erotik, andere hingegen nicht. Da würde es sogar stören, wenn unsere Charaktere sogar ins Bett hüpfen würden.

Zu diesem Thema gab es ein Workshop auf der letzten LoveLetter Convention 2016. Damals entschied ich mich, zu diesem Thema einen Beitrag zu schreiben. Dieser bildet nun die Grundlage für diesen Beitrag. Zugleich wurde er noch ein wenig aktualisiert, aufgrund der Erfahrungen, die ich seitdem gemacht habe. Und das Wissen, was ich sammeln durfte.

Erotik – Eine (mögliche) Definition

Wer das Wort Erotik hört, denkt natürlich an das Eine. Zwei Menschen treffen sich und letztendlich landen sie, natürlich, im Bett (oder wo auch immer) und haben Sex. Bei einigen Romanen reicht es aus, wenn sie ihr Paar einmal ganz kurz ins Bett schicken (oder wo auch immer sie miteinander Sex haben können). Jedoch soll es bei einigen Verlagen vertraglich geregelt sein, dass bei einer gewissen Seitenanzahl um die drei erotische Szenen geben muss. Und bei einigen Romanen würde ich das, vom Gefühl her, sogar bestätigen. Denn ich konnte tatsächlich ungefähr sagen, wann die nächste Sexszene auftauchen würde. Womit ich dann auch fast immer recht hatte.

Aber man kann durchaus sagen, ein erotischer Roman ist ein Roman, der erotische Szenen enthält. Und dadurch haben diese Romane durchaus ein gewisses Niveau. Nicht immer, aber häufig.

Denn ein erotischer Roman erzählt eine Geschichte und die Sexszenen Sorgen nur für die letzte Würze. Das bedeutet also, die Charaktere (egal, in welcher Konstellation die Geschichte geschrieben wird) bekommen Lust aufeinander und dies tragen sie eben nicht nur auf einer geistigen Ebene aus, sondern halt auch körperlich. Und dies wird unterschiedlich deutlich gezeigt (also man angedeutet und mal direkt beschrieben).

Eine Geschichte mit Erotik

Idealerweise würzt die Erotik eine gute bis sehr gute Geschichte. Dabei ist es egal, ob es sich hierbei um einen Liebesroman oder um eine Fantasygeschichte oder einen Krimi handelt. Zwischenzeitlich werden die Genres so dermaßen miteinander gemischt, dass theoretisch überall die Erotik auftauchen kann.

Und wenn sie gut eingesetzt wird, dann ist es wie ein gutes Gewürz in einem Rezept. Es kann dem Rezept die letzte Note geben, um aus einem guten Mittagessen ein Genuss zu machen. Doch Vorsicht. Fügst Du zu viel von dem Gewürz in die Speisen, versaut es die Geschichte am Ende.

Es fängt alles mit den Charakteren an

Charakterarbeit ist bei einem guten Erotikroman das wohl Wichtigste. Denn in solchen Geschichten sollst Du zwei (oder auch mehr) Charaktere ins Bett schicken und nicht Figuren, die nur dafür erschaffen wurden, um am Ende Sex zu haben (siehe für mehr im unteren Teil mit der Pornografie).

Natürlich werden die Charaktere durchaus in die Richtung bearbeitet, damit sie am Ende wirklich miteinander Sex haben. Wenn Du eine Figur hast, die überhaupt kein Interesse an Sex und schöner Erotik hat, wirst Du sie schwerlich mit jemand ins Bett kriegen. Daher kann man sehr wohl sagen, dass die Erotik durchaus die Grundlage für Deine Charaktere ist. Sie werden also so erschaffen, dass sie am Ende ins Bett kommen. Aber man darf gerne das Gefühl haben, dass sie hier durchaus einen freien Willen haben.

Trotz allem ist es wichtig, dass Du Stärke und Schwäche, Ziele, Motivationen und auch Hindernisse für Deine Charaktere erschaffst. Die Erotik ist also nur ein Teil des kompletten Pakets. Aber natürlich darfst Du Dir hier auch überlegen, welche Techniken (Sexpositionen) Deine Charaktere in der Geschichte ausprobieren und ihnen Spaß macht.

Erotik als Ausrede … für eine schlechte Geschichte

Bedauerlicherweise halten sich nicht viele an meinen Wunsch, dass die Erotik ein durchaus wichtiger Teil der Figur ist, aber eben nur bei einem Teil bleibt. Denn zu oft musste ich Romane lesen, die scheinbar nur aus erotischen Szenen bestehen (und nein, ich bin alles andere als prüde, schön wäre es, dann hätte ich wenigstens selbst eine Ausrede).

Wenn Du einen schlechten Roman geschrieben hast, dann mag das ärgerlich sein, aber denk daran, es handelt sich um die erste Fassung. Und die erste Fassung darf immer schlecht sein. Daher ist es Deine Aufgabe, aus der schlechten ersten Fassung eine gute zweite Fassung zu machen. Doch das schaffst Du nicht, indem Du mit aller Gewalt eine erotische Szene nach der anderen in die Geschichte stopfst.

Doch genau das machen viele Autorinnen und Autoren. Aus irgendwelchen Gründen schreiben sie einen Roman, der nicht viel hergibt. Und dann versuchen sie, den schwachen Plot damit zu retten, dass sie die Heldin und den Helden immer und immer und immer wieder ins Bett schicken. Die Geschichte ist verloren. Meine Empfehlung ist ganz klar, konzentriere Dich das nächste Mal auf Deinen Plot. Dann wird aus der Idee was Gutes. Ab und an werden solche Geschichten gelesen, das stimmt, aber nicht immer wieder.

Insert Sex Scene here

Vor Jahren habe ich versucht, eine Reihe zu lesen, die von der Idee her sehr gut klang. Und ich habe mich auch damals in die Covers verliebt und war richtig hibbelig, als ich auf die deutsche Veröffentlichung gewartet habe. Doch dann habe ich mir die Leseprobe durchgelesen und war schon damals richtig enttäuscht gewesen. Aber das hat mich trotzdem nicht abgehalten, mir Band 1 zu kaufen. Und als Band 2 und 3 günstig zu erwerben war, habe ich die mir auch noch geholt.

Großer Fehler!

Über die schwache Geschichte selbst möchte ich hier nicht schreiben, da es nicht zum Thema gehört. Mir war klar, dass irgendwann eine Sexszene geben muss. Aber als es dann so weit war, wirkte es wirklich wie erzwungen. Und dann auch nur eine Seite lang.

Es war, wie ich weiter oben schon beschrieb, dass drei Sexszenen eingeführt werden mussten. Und das tat die Autorin dann nach einer gewissen Anzahl von Seiten. Lieblos und teilweise auch total sinnlos.

Abschlussgedanken

Natürlich ist es eine Kunst gute Erotik zu schreiben. Wenn Du aber das wirklich schreiben möchtest, dann wirst Du sicherlich einen Weg finden, um aus dem Akt etwas ganz Feines zu erschaffen.

Vorgedanken zum Thema Pornografie

Bei dem Workshop, auf der Love Letter Convention, war man sich, mehr oder weniger, einig: Pornografie ist pfui bäh.

Was jetzt nun wirklich Erotik und was letztendlich Pornografie ist, das ist absolut Geschmackssache. Und die folgende Definition ist meine persönliche, was eben mein Geschmack ist. Das bitte ich zu berücksichtigen. Aber ich denke durchaus, dass ich da mit den meisten sicherlich konform gehe.

Was ist denn nun Pornografie?

Ich bezeichne Pornografie als eine reine Ansammlung von Sexszenen, die versucht dazwischen noch so etwas wie eine Geschichte mit Charakteren zu haben. Doch zumeist ist diese Geschichte so dermaßen konstruiert, dass es schon eher peinlich wirkt, als dass man wirklich Lust hat, dieser zu folgen.

Wenn es so etwas wie eine Charakterarbeit gibt, dann ist sie eher sehr minimal, man könnte schon fast sagen, klischeehaft. Und am Ende ist es sowieso wichtiger, dass die beiden Figuren so schnell wie möglich sich die Kleider vom Leib reißen, um ins Bett zu landen (sofern sie da überhaupt hinkommen), als ein tiefsinniges Gespräch zu führen.

Es geht hier halt um den Sex

Du musst nicht antworten, aber ich denke mal, Du hast mindestens einmal in Deinem Leben zumindest in einem Porno reingesehen. Daher wirst Du ja sicherlich ahnen, dass Pornos eher dazu da sind, die Person (meistens den Mann) körperlich zu stimulieren und nicht den Geist. Und was letztendlich im Film klappt, wurde dann in die Geschichte übernommen.

Wenn Du also einen pornografischen Roman schreiben willst, dann kannst Du es ruhig tun, doch achte dabei, dass die Sexszenen unterschiedlich aufgebaut und allesamt interessant sein dürfen. Denn es gibt nichts langweiligeres, wenn jede Sexszene sich ähnelt. Die Geschichte selbst darf dabei nicht komplett fehlen, aber kann eher im Hintergrund bleiben. Nur rechne damit, dass es dann in einer entsprechenden Schublade landet.

Rotes Tuch Pornografie

Im Workshop auf der LLC 2016 wurden drei Autorinnen gefragt, ob sie sich als Erotik- oder als Pornoautorinnen sehen würden. Die Antwort war ganz klar, sie sehen sich als Erotikautorinnen. Man konnte schon die Antwort schmecken, dass Porno eher einen sehr negativen Beigeschmack hat. Und niemand möchte mit dieser Bezeichnung in Verbindung gebracht werden.

Denn Porno ist eben noch immer pfui bäh. Ich vermute durchaus, weil es eben die Pornoindustrie gibt, die nicht immer den besten Ruf hat. Und zudem wird ja meistens nur eine bestimmte Region angesprochen und nicht den Geist. Da aber viele Erotikautor*innen aber vielmehr ihre Leser*innen auch geistig beanspruchen wollen, ist es für einige eine Beleidigung, wenn man sie als Pornoautorin bezeichnet.

Ist Erotik nicht Pornografie?

Wenn man sich einige Rezensionen durchliest, dann empfinden viele Leserinnen und Leser Erotik als Pornografie. Und das aus Prinzip. Das ist eben das, was ich in der Einleitung erwähnte. Das persönliche Gefühl spiele hier eine sehr wichtige Rolle. Daher kann es sein, dass Dein Gefühl sich nicht mit dem Gefühl Deiner Leser*innen decken muss. Du sagst ganz klar, ich schreibe Erotik. Eine Deiner Leserinnen sagt, Nein, Du schreibst Porno. Und das Schlimme ist, ihr beide habt recht.

Meine Empfehlung hier ist auch ganz klar, diskutiere nicht. Du kannst argumentieren, warum Du selbst eine Geschichte als erotisch bezeichnest. Aber respektiere in diesem Fall die Gefühle anderer und akzeptiere sie. Damit lässt es sich durchaus gut leben.

Ich selbst sage für mich ganz klar, es gibt doch einen gewaltigen Unterschied zwischen beiden Genres. Eben, wenn Du schon einmal einen Porno gesehen hast, dann wirst Du sicherlich mitbekommen haben, dass die Geschichte selbst eher kurz gehalten ist und es dann zur Sache geht. Bei einem Erotikroman geht es eher darum, dass die Charaktere sich näherkommen, sich beschnuppern und dann erst ins Bett gehen. Zumindest im Idealfall.

Gibt es gute Pornos?

Ehrlich gesagt, das kann ich gar nicht beantworten. Laut dem Workshop gibt es einige. Aber leider habe ich die Namen nicht verstanden, die eine Teilnehmerin eingeworfen hat und es gab keine Möglichkeiten der Nachfrage. Aber es gibt immer eine Perle in jedem Genre, wo man sich denkt, wow, danke, dass ich diese Geschichte finden durfte. Und das gilt sicherlich auch für den Bereich Porno.

Frauen sollen aber weniger auf solche Geschichten (und damit auch Filme) ansprechen, als Männer. Daher lesen sie diese Art von Romanen oder Kurzgeschichten auch eher weniger. Aber das bedeutet nicht, dass sie nicht ab und an doch mal eine pornografische Geschichte lesen. Doch es ist wohl eher so, dass Männer die Hauptkonsumenten dieser Richtung sein sollen (dazu gibt es angeblich auch einige Studien, aber das würde jetzt wohl doch zu weit führen).

Es liegt natürlich an Dir, wofür Du Dich am Ende entscheidest. Willst Du überhaupt Sex in Deiner Geschichte verwenden? Und wenn ja, wie viel Prozent sollen sie ausmachen? Ob es dann am Ende sogar ein Porno wird, das ist dann noch einmal eine persönliche Entscheidung und/oder auch eine Geschmacksfrage.

Wenn Du Dich aber mit den Gedanken näher beschäftigen willst, dann ist es durchaus interessant zu lesen, was andere bereits geschrieben haben und wie weit Du gehen willst.

Abschlussgedanken

Meine Empfehlung ist ganz klar, lies ruhig erotische Geschichten, aber auch pornografische. So erkennst Du den Unterschied für Dich und weißt genau, was Du am Ende tatsächlich schreiben möchtest. Wie viel Erotik letztendlich in Deiner fertigen Geschichte landen wird, das entscheidest Du (oder Du und Dein Verlag) und die Geschichte bzw. Deine Charaktere. Wenn Du, gefühlt, gegen ihre Charakterisierung handelst, dann merkt man das. Und in meinen Augen hast Du dann ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Aber das schauen wir uns noch einmal in aller Ruhe in den kommenden Wochen an.

Bis dahin, alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

Klischees in Liebesromanen

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Klischees waren am Anfang ihrer Entwicklung eine neue und innovative Idee. Vorher gab es diese Idee noch nicht und jemand hat sich da etwas überlegt und zum ersten Mal in einer Geschichte eingeführt. Das fanden andere Autor*innen ebenfalls toll und verwendeten die Ideen für ihre eigenen Geschichten. Und nach und nach hat sich diese einst so tolle Idee regelrecht abgenutzt, sodass man sie nicht mehr lesen mag.

Kurze Vorgedanken

Sicherlich hast Du es schon mal gehört oder es sogar selbst gesagt, das etwas klischeehaft sei oder das ist ein totales Klischee. Wenn man ein Thema zu oft benutzt und dabei noch nicht einmal Varianten verwendet, dann kann aus einer tollen Idee eben ein Klischee werden (ist aber kein Muss).

Doch manchmal verwenden wir Ideen und ahnen noch nicht einmal, dass es ein Klischee sein könnte. Daher habe ich einige aus dem romantischen Bereich zusammengesucht, damit Du diese Klischees kennst. Wobei ich ganz klar sagen muss, diese Liste ist nicht erschöpfend oder abschließend oder Sonstiges. Es ist ein Anfang. Sobald ich weitere Klischees finde (gerne kannst Du mich auch auf welche hinweisen), wird diese Liste erweitert.

Es bedeutet übrigens nicht, dass Du die Klischees nicht verwenden kannst. Du kannst sie und vielleicht solltest Du das eine oder andere sogar verwenden. Aber eben mit anderen Varianten und Möglichkeiten. Mach gerne aus einem Klischee etwas komplett Neues. Deine neue und eigene Innovation eben.

Der perfekte Typ und das Mauerblümchen

Er ist heiß, total beliebt und unglaublich sexy. Wenn man es so will, benötigt er für sein Aussehen sogar schon einen Waffenschein. Zudem ist er noch von anderen, sehr heißen Frauen umgeben. Theoretisch könnte er mindestens sieben an einem Finger haben. Und sie mag vielleicht hübsch aussehen, aber ist total unsicher und fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut.

Trotzdem verliebt er sich genau in sie und sie werden ein Paar. Zudem leben sie noch gemeinsam bis an ihr Lebensende.

Natürlich wünschen wir uns alle, dass der eine Mann oder die eine Frau über unseren Weg läuft und uns so erkennt, wie wir wirklich sind. Und klar, es kann auch genau das passieren. Doch die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass der heiße Typ mit dem heißen Auto und der heißen Villa und den ganzen heißen Frauen eben die nicht so ganz heiße Mauerblume übersieht. Vielleicht sogar ein Leben lang.

Wenn er sich in sie verliebt, dann lass es aus einem guten Grund sein. Wie kann sie ihn auf sich aufmerksam machen (ohne sich anzubiedern), damit er sich in sie verlieben kann? Es kann sein, dass sie erst einmal notgedrungen zusammenarbeiten müssen. Dadurch lernt er sie kennen und sieht hinter ihre Fassade. Und andersherum ist es genauso. Denn auch Mauerblümchen können Vorurteile haben.

Der perfekte Typ

Er sieht gut aus, hat die Muskeln an den richtigen Stellen und das berühmte Zahnpastalächeln. Zudem die angesagten Klamotten. Weiterhin die perfekte Karriere und die schicke Frisur. Ein tolles Auto, die Freunde, die zu ihm halten, eine Traumwohnung in bester Lage und was auch immer er noch braucht.

Perfektion ist zwar für viele erstrebenswert, aber zumindest für uns Menschen nicht umsetzbar. Wir haben nun einmal irgendwelche Schwächen. Sei es eben nicht die perfekte Karriere oder den perfekten Charakter. Es könnte auch mit der Wohnung nicht stimmen oder unser sexy Kerl hat einen kleinen Waschbärbauch.

Seien wir ehrlich zu den Männern, warum sollten sie auch perfekt sein? Sie sind Menschen, keine Götter. Und selbst die Götter haben ihre Schwächen.

Such daher nach der Schwäche in Deinem Charakter und zeig diese mir als Leserin. Dann wird Dein perfekter Typ ein tatsächlicher Mensch.

Kleine Anmerkung: Von diesem Klischee sind tatsächlich fast ausschließlich nur Männer betroffen. Von Frauen erwarten die Liebesromanleser*innen, dass sie nicht perfekt sind. Da hast Du mehr Freiheiten.

Sexy Mollige

Natürlich gibt es mollige Frauen, die ich selbst total sexy finde. Genauso, wie es schlanke Frauen gibt, die ich nicht attraktiv finde. Das ist total natürlich. Nur nicht in Liebesromanen. Dort findest Du erst einmal überhaupt sehr selten mollige Frauen. Das sehe ich schon einmal als Manko an.

Aber wenn es mollige Frauen gibt, dann haben wir das gleiche Problem, wie bei den schlanken Frauen. Sie sehen einfach zu gut aus. Jedes Pfund sitzt an der richtigen Stelle, sodass das Gesamtbild stimmig ist. Dabei ist es bei keinem Menschen garantiert so, dass der Körper perfekt ist. Die eine Frau hat eine Falte zu viel und ein Mann hat vielleicht eine Narbe.

Es gibt mollige Frauen, deren Körper nicht harmonisch aussehen. Und trotzdem hatten sie eine erotische Ausstrahlung, die ich bei anderen Frauen vermisst habe. Daher wäre es schon schön, wenn auch mollige Frauen nicht zwangsläufig perfekt aussehen müssen. (1)

Der Plot verläuft im Sande

Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass ein Liebesroman niemals den Liebesplot als Hauptplot haben soll. Es braucht einen Hauptplot (wie immer der aussehen mag) und als Subplot eben die Liebesgeschichte. Bei vielen Geschichten muss ich sagen, es wäre besser gewesen, wenn man sich mehr auf einen anderen Hauptplot konzentriert hätte.

Manchmal passiert es, dass ein Liebesroman vom Plot her sehr stark anfängt und man richtig Spaß hat, der Geschichte weiter zu folgen. Und dann passiert es, der Hauptplot wird von dem Liebesplot brutal zur Seite gestoßen und übernimmt das Ruder. Am Ende kommen wir irgendwo wieder zum Hauptplot zurück, aber der wird dann in ein oder zwei Seiten abgehandelt und das war es auch schon.

Und ja, von diesen Büchern habe ich schon einige gelesen.

Der Romanceplot sollte nebenbei verlaufen und nicht den Hauptplot vertreiben. Oder Du konzentrierst Dich eben nur auf den Romanceplot. Aber wenn Du Dich auf eine Geschichte konzentrierst und nebenbei eine Liebesgeschichte laufen lassen möchtest, dann sollte sie halt nur die zweite Geige spielen.

Aber es macht in meinen Augen keine gute Figur, wenn zuerst mit einem Krimi angefangen wird, dann kommt nur der Liebesteil und am Ende wird der Mörder ganz nebenbei gefunden. Das ist nicht sonderlich überzeugend.

Liebe auf dem ersten Blick

Sie trifft ihn oder er trifft sie und schon ist es um beide geschehen. Dabei wissen die beiden nichts, aber auch rein gar nichts übereinander und doch wissen sie, dass die bzw. der andere ihre große, wahre und unendliche Liebe ist. Von mir aus auch Seelengefährten. Und sie wissen, dass sie in den letzten Leben ebenfalls zusammengehörten.

Natürlich kann es Liebe auf dem ersten Blick geben. Aber manchmal wirkt das in den Liebesromanen mehr als nur konstruiert. In einem Roman hat man nicht immer die Zeit, eine langsame Beziehung aufzubauen, die in manchen Fällen sogar Jahre braucht, um zu einer Liebesbeziehung zu werden. Aber im Grunde genommen wäre es doch schön, ein wenig länger die Liebe sich aufbaut und nicht innerhalb eines Satzes da ist. Überleg Dir daher, ob Du der Liebe in Deinem Roman nicht ein wenig Zeit geben möchtest.

Vor einiger Zeit habe ich „Ein stachliger Gefährte“ von Piper Vaughn und Kenzie Cade gelesen. Dort geht es auch um diese ganze Seelenverbindung und Gefährtennummer. Und doch wurde hier das Klischee ausgehebelt und die beiden Helden (es ist eine Gay Romance) tanzen seit gut zwei Jahren umeinander herum. Das gefällt mir mal richtig gut.

Das emotionale Wrack und die Seelengefährt*innen

Jeder zweite Typ, der in den Romanen auftaucht, ist ein Wrack und muss geheilt werden. Dabei hat er so viele seelische Verletzungen, dass das schon gar nicht mehr statistisch aufgehen kann. Sie hingegen hat so eine gesunde Seele, dass man meinen könnte, dass unsere Heldin gerade frisch aus dem Ei geschlüpft ist. Und natürlich schafft nur seine Seelengefährtin, ihn zu heilen und alles vergessen zu lassen. Sie treffen sich und schon wird seine Seele nach und nach geheilt.

Diese Superheilung findet auch innerhalb weniger Wochen oder gar Tage statt, wo eine psychotherapeutische Behandlung vielleicht Jahre benötigte.

Im Grunde genommen wird ihr die Aufgabe einer Psychotherapeutin aufgebürdet. Und das ist durchaus eine nicht zu unterschätzende Angelegenheit. Aus diesem Grund kann man das als ziemlich unfair bezeichnen. Zur Abwechslung wäre es auch mal nett, wenn er mal kein Wrack ist. Oder er sucht sich professionelle Hilfe. Alternativ hat sie eine entsprechende Ausbildung.

Nur das Äußere zählt

Er hat mehr Muskeln als Bauch, sie mehr Titten und Arsch als Haar. Häufig basiert die Liebe zwischen der Heldin und dem Helden lediglich darüber, wie heiß die oder der Andere aussieht. Das schlimmste ist dann noch, dass sie das immer und immer und immer wieder erwähnen. Er sieht so heiß aus, sie ist eine scharfe Schnitte. Und so weiter.

Dass ein Mensch auch einen Charakter hat, scheinen manche Autor*innen noch nicht mitbekommen zu haben. Oder sie vergessen es, während des Schreibens. Aber das ist ja völlig egal. Denn sie sind füreinander bestimmt. Sie gehören zusammen, sie lieben sich. Da ist alles andere völlig egal.

Vom Charakter her könnten die beiden vielleicht arrogant sein, selbstsüchtig oder egozentrisch. Doch das ist egal, Hauptsache sie sind schön.

Daher wäre es schön, wenn Du zeigst, dass Deine Figuren auch einen Charakter haben, bei dem es sich lohnt, sich in diese Person zu verlieben. Denn Schönheit allein reicht auf Dauer nicht aus, um eine dauerhafte Beziehung zu führen. Immerhin altern sie auch eines Tages. Und dann kommt es darauf an, was für eine charakterliche Beziehung sie tatsächlich führen. Das Innenleben ist das, was auf Dauer zählt.

Ich kenne dich nicht, schlaf mit mir

Nichts gegen einen gepflegten One-Night-Stand. Davon gibt es, meiner Meinung nach, noch nicht genügend in den Romanen. Besonders nicht für die weiblichen Charaktere. Jedoch wird das in Liebesromanen doch ein wenig übertrieben. Man sieht sich, findet die andere Person heiß und dann, keine vierundzwanzig Stunden später, landen sie gemeinsam im Bett. Wenn das Mal reicht, ich hatte schon Romane gelesen, da ging es noch schneller.

Natürlich wird sich danach auch noch die ewige Liebe geschworen. Als ob man nicht einfach auch mal Spaß haben darf. Denn dafür ist Sex auch da.

Manchmal und immer häufiger vermisse ich das Knistern zwischen den beiden und das hinauszögern. Klar, wenn ich einen erotischen Liebesroman lese, will ich auch, dass die Charaktere (egal in welcher Konstellation) ins Bett gehen. Doch immer wieder werden die beiden ins Bett gescheucht, wo ich mich frage, wirklich? Jetzt schon? Echt jetzt?

In den oben erwähnten Roman finde ich das Gewünschte knistern. Es knisterte ordentlich und die Charaktere haben bis zu 50 Prozent nicht miteinander geschlafen. Das ist logisch und passt.

Natürlich dürfen und sollen Deine Charaktere ins Bett. Aber muss das sofort sein, bevor sie sich kennen?

Wo ist der Plot geblieben?

In der Tat habe ich einige Romane gelesen, die kaum bis gar keinen Plot hatten. Von, sagen wir mal, zehn Kapiteln waren zwei Kapitel mit einem Plot versehen, der Rest war nur Sex (da wurde noch nicht einmal ein Plot übernommen, wie ich es oben schon beschrieben habe, denn wo kein Plot ist, kann auch nichts übernommen werden).

Es mag und es gibt Leute, die gerne so etwas lesen. Aber aus meiner Sicht kann ich nur sagen, auf Dauer ist das tatsächlich ermüdend. Wenn der komplette Roman sich nur darum dreht, wie die Charaktere sich heiß finden, miteinander ins Bett gehen, sich nicht haben wollen, miteinander ins Bett gehen, sich streiten und mal wieder miteinander ins Bett gehen, das ist mir zu wenig.

Sex darf und soll auch gerne in einen Liebesroman rein. Genauso darf und soll noch mehr ein halbwegs vernünftiger Plot in der Geschichte vorkommen. Das muss jetzt nicht die ausgefeilteste Geschichte der Welt sein. Aber es wäre schön, wenn es überhaupt was gäbe, worüber wir nachdenken könnten.

Sie braucht keinen Mann, kriegt aber einen – egal wie

Es gibt Geschichten, da ist die Frau ihre eigene Heldin und braucht keinen Kerl. Toll, perfekt, warum nicht. Doch dann kommt ein Mann daher, nennen wir ihn unseren Helden, den sie nicht immer nett behandelt. Immerhin braucht sie keinen Mann, um glücklich zu sein oder um gerettet zu werden.

Es kann dann passieren, dass sie ihn sogar mies behandelt, warum auch immer. Vielleicht, um ihre Unabhängigkeit damit zu beweisen? Oder um zu sehen, wie er sich abmüht, sie zu bekommen? Was ihn eigentlich auch wie einen Deppen dastehen lässt, wenn er sich mies behandeln lässt und dann trotzdem der Frau, nennen wir sie Heldin, hinterher rennt.

Wenn sie sich am Ende kriegen, was trotz der Aussage, sie braucht keinen Kerl, um glücklich zu sein, durchaus passieren kann, dann kann sie ihn die ganze Zeit auch einfach nett behandeln. Klar, sie dürfen sich in die Haare kriegen. Aber auf eine respektvolle Art und Weise.

Dann sieht es auch schöner aus, wenn die beiden zusammenkommen.

Die Dreiecksbeziehung

Unsere Heldin trifft auf Held A. Der ist ja so heiß und so süß und so sexy. Und natürlich kann sie sich vorstellen, mit ihm eine Beziehung anzufangen, ihn zu heiraten und auch Sex zu haben. Immerhin will sie ja mit ihm Kinder haben.

Aber Moment mal, da kommt ja Held B vorbei. Der ist auch heiß und so süß und so sexy.

Klar, Dreiecksbeziehungen können eine ordentliche Portion Spannung in eine Geschichte bringen. Denn am Ende erwartet unsere Gesellschaft, welche die monogame Beziehung hochhält, dass sie sich entscheidet. Zumal sie es ja nicht ertragen kann, beide quasi hinzuhalten und sich nicht entscheiden zu können. Denn beide sind ja, Du weißt schon.

Noch schlimmer ist es, wenn man eigentlich schon weiß, für wen sie sich entscheidet und das alles hinausgezögert wird. Denn sie verbringt die meiste Zeit eben mit Held A und dementsprechend wissen wir schon, er ist der Glückliche. Held B bekommt entweder eine andere Frau an die Seite, akzeptiert es, dass er der Verlierer ist, oder opfert sich für unser Paar.

Dreiecksbeziehungen sind zwischenzeitlich sehr ausgelutscht. Da darf gerne was Neues her. Wie wäre es, wenn sie mit beiden Helden ungefähr die gleiche Zeit verbringt und die Beziehung in etwa gleich intensiv ist. Da wäre die Entscheidung eine wirkliche Herausforderung. Oder es gibt kein Held B. Sondern sie muss sich tatsächlich mal um einen Typen bemühen.

Alternativ wäre es auch möglich, dass sie beide Herren kriegt. Eine Polyandre Beziehung wäre tatsächlich was Neues (2).

Sex heilt jedes Fehlverhalten

Er lügt sie an, benimmt sich mies und hat sonst noch irgendein negatives Verhalten an den Tag gelegt (tatsächlich gibt es dazu Bücher). Aber hei, der Sex ist so geil, dass sie ihm das alles verzeihen kann. Häufig gibt es kein klärendes Gespräch dazu. Und wenn, dann ist es eher halbherzig.

Nach einem Streit ist Sex natürlich schön. Aber das sollte nicht als Entschuldigung für ein Fehlverhalten dienen. Wenn sich jemand aus der Beziehung mies verhalten hat, dann ist das erst einmal so in Ordnung. Nun müssen beide das irgendwie klären. Egal wie. Und notfalls muss die Person, welche sich nicht schön benommen hat, auf der Couch schlafen.

Wenn dann die Sache geklärt ist, dann dürfen sie ausgiebig Sex haben. Es spricht nichts dagegen.

Übergriffiges Verhalten

Sie hat eine Meinung. Und es kann sogar sein, dass sie studiert hat, um sich diese Meinung bilden zu können. Oder eben entsprechende Lebenserfahrungen gesammelt hat. Egal wie, sie hat eine Meinung.

Problem, es interessiert ihn überhaupt nicht.

Er will seine Meinung, seine Ansichten und was auch immer durchbringen. Notfalls geht er über ihre Seele und ihre Selbstbestimmung. Egal was, nur seine Meinung zählt. Und wehe, sie wagt es, sich dagegen aufzulehnen. Entweder er entzieht ihr seine Liebe. Schlimmer noch, er könnte dann körperlich übergriffig werden.

Egal wie, übergriffiges Verhalten, sei es mit Worten oder mit Taten, ist alles andere als sexy. Schau mal auf Twitter, was kritische Menschen zu solchen Themen sagen. Es werden immer mehr, die sich davon nicht mehr angesprochen fühlen (einige fühlten sich noch nie davon angesprochen). Respektiere, dass Deine Charaktere unterschiedliche Ansichten haben. Und schön wäre es, wenn es auch Deine Charaktere tun. Daraus kann sich schönes Konfliktpotenzial ergeben. Noch mehr, als wenn er der Bestimmer ist.

Stalking

Sie kann kein Schritt machen, ohne das er es weiß. Er liegt zu Hause, ist in der Bibliothek oder auf der Arbeit, sie weiß Bescheid.

Im realen Leben sind stalkende Menschen beängstigend. Bestenfalls werden diese Menschen aufgehalten, schlimmstenfalls können sie sogar soweit gehen, dass sie die Person, die sie verfolgen, sogar töten.

Was bitte schön ist daran so romantisch?

Wenn mich jemand stalken würde, ich würde alles tun, damit das aufhört. Und ganz bestimmt mich nicht in diese Person verlieben. Denn, wenn sie oder er etwas von mir möchte, gibt es andere Wege, um dies mitzuteilen.

Es kann natürlich passieren, dass Personen immer wieder dort auftauchen, wo man selbst ist. Unsere Heldin könnte an einen Ort gehen und dort ist schon unser Held. Nicht, weil er auf sie gewartet hat, sondern weil er dort etwas zu erledigen muss. Als Beispiel. Und ja, in einem Roman darf das öfters vorkommen. Eben alls rein zufällig.

Aber echtes Stalking, das ist in meinen Augen nicht sexy. Daher sollte man darüber, meiner Meinung nach, nicht romantisierend schreiben.

Die Frau muss immer mit dem Kerl zusammenkommen

Das mag sich vielleicht für einen Liebesroman ein wenig seltsam anhören, aber tatsächlich stört es durchaus viele Leser*innen. Gerade in Büchern, wo Gruppen auftauchen. Meistens sind es zwei Frauen und drei Männer (es gibt immer ein Männerüberschuss). Und beide Frauen werden verkuppelt, aber ein Mann darf sehr wohl Single bleiben.

Und wenn eine Frau einen Mann abweist, dann ist er meistens ein Nebencharakter. Da tut es uns nicht sonderlich weh, wenn sie sagt, danke, aber nein danke. Denn er ist uns sowieso nicht wirklich ans Herz gewachsen.

Bei einem Einzelroman wird es natürlich schwierig sein zu verkaufen, dass sie keinen Mann möchte. Brauchen tut sie keinen, darüber sind wir uns sicherlich einig. Aber es geht um die Frage, möchte sie denn einen Mann in ihrem Leben haben? Bei einer Serie oder in bestimmten Genres könntest Du tatsächlich ein “Nein” als Antwort geben.

Sie muss nicht mit einer Frau zusammenkommen, sondern bleibt tatsächlich Single.

Oder wenn sie ein Teil einer Gruppe ist, dann muss sie nicht zwangsläufig mit jemanden aus der Gruppe zusammenkommen, nur damit sie nicht allein zurückbleibt. Es ist völlig in Ordnung, wenn sie (erst einmal) weiter Single bleibt. Besser, als sie in eine Beziehung zu zwingen, Hauptsache sie bleibt als Frau nicht allein.

Abschlussgedanken

Unter dem Hashtag #Buchbingo findest Du auf Twitter sehr viele Beispiele, was es für Klischees es noch so geben kann. Und dabei sind einige noch sehr Miese dabei. Für diesen Beitrag hab ich auf Twitter selbst nach Klischees gefragt und einige Antworten sind hier eingeflossen. Ein Update steht diesem Beitrag definitiv noch bevor.

Ansonsten kannst Du Dir mal überlegen, wie diese ganzen Klischees aussehen könnten, wenn man aus ihnen etwas komplett Neues macht. Vermutlich wirst Du damit nicht allen Leser*innen einen Gefallen tun. Aber ich denke, es werden immer mehr, die das langweilig finden und was Neues suchen.

Und wieso nicht ihnen das bieten? Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

(1) Zum Thema Selbstbild und Mollige habe ich noch einen Beitrag zu Verfügung, den ich zu gegebenem Zeitpunkt veröffentlichen werde. Daher gehe ich hier auf das Selbstbild von Mollige nicht weiter ein.

(2) Was das ist, werde ich in einem gesonderten Beitrag erläutern.

Wie schreibe ich einen Rockstar Romance?

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Rockstars sind nicht nur musikalisch total angesagt, sondern auch in der Buchszene. Das bekomme sogar ich mit, obwohl meistens irgendwelche Hypes an mir vorüberziehen. Ich interessiere mich meistens dafür gar nicht.

Dann bin ich irgendwann über diesen Beitrag in dem Blog des Ullstein Verlages gestolpert. In diesem Beitrag geht es dadrum, welche Kriterien es braucht, um einen Rockstar Romance zu schreiben. Diese Grundlage habe ich selbst für diesen Beitrag genommen und meine eigene Gedanken darum gesponnen, wie ich selbst einen Rockstar Romance schreiben würde.

Was Du davon letztendlich übernimmst, das überlasse ich Dir. Hauptsache, das Endergebnis ist für Dich stimmig.

Kurze Vorgedanken

Zugegeben, normalerweise gehen an mir die ganzen Trends eher vorbei. Ich schreibe selbst, was ich am liebsten mag. Und zudem lese ich Bücher, die man nicht immer in irgendwelchen Bestsellerlisten findet. Aber wenn sogar ich mitbekomme, dass ziemlich viele Rockstarbücher auf dem Markt geworfen werden, dann muss da was im Busch sein.

Zwar bin ich der Meinung, man soll nicht dem Trend hinterher schreiben, sondern sollte lieber Trends selbst setzen. Aber zugleich habe ich dazu noch eine andere Meinung: Kenne die aktuellen Trends, um zu wissen, was sonst noch funktionieren könnte. Damit meine ich, wenn Du weißt, wie ein Rockstar Romance Roman aufgebaut ist und letztendlich funktioniert, kannst Du dieses Wissen nutzen, um etwas Eigenes aufzubauen. Was das ist, das überlasse ich letztendlich Dir und Deiner Kreativität. Am Ende des Beitrages hab ich Dir jedoch ein paar Inspirationen aufgeschrieben, damit Du weißt, was ich genau meine.

Daher fangen wir einfach mal an, die Grundlagen der Rockstar Romance auseinanderzunehmen.

Dein Rockstar als Held

In jedem guten Liebesroman gibt es natürlich einen Helden und eine Heldin. Alternativ kann es natürlich auch zwei Heldinnen oder zwei Helden geben. Dazu möchte ich weiter unten noch was schreiben. Daher bleibe ich erst einmal bei einem Heteropaar.

Dein Held sollte irgendetwas mit der Musik zu tun haben. Er darf gerne auf der Bühne stehen und dort der Star sein. Aber es ist auch möglich, dass er hinter der Bühne die Fäden zieht. Vielleicht ist er ein Manager oder ein Roadie. Er könnte auch ein Plattenproduzent sein.

Dabei ist es wichtig, dass Deine Heldin über den Helden mit der Welt der Musik in Berührung kommt oder einen Bezugspunkt dazu hat. Wobei es nicht notwendig ist, dass Dein Held unbedingt auch der Macher ist. Vielleicht ist er auch zurückhaltend und Deine Heldin eine große Klappe hat.

Sollte Dein Held auf der Bühne stehen, muss er nicht zwangsläufig eine Rampensau sein. Er kann auf der Bühne seine Show abziehen und trotzdem schüchtern und/oder introvertiert sein. In meinen Augen schließt sich beides nicht aus.

Im Hinterkopf kannst Du aber auch den Gedanken haben, dass Dein Held vielleicht sogar ein kleiner arroganter Typ ist. Häufig erleben wir in der Presse, dass Bands, die zu schnell aufgestiegen sind, diesen Erfolg zu Kopf steigen. Ich denke, das ist mehr als nur menschlich. Theoretisch könntest Du dann Deine Heldin dazu benutzen, ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen, bevor er seine Karriere kaputtmacht.

Normalerweise ist unser Held, also der Mann, der Rockstar. Das ist genauso Klischeebeladen wie in vielen anderen Untergenres. Der Held ist der Vampir oder der Gestaltenwandler und so weiter. Es mag durchaus sein, dass in der Rockmusikszene eher seltener Frauen als Sängerinnen oder weitere Bandmitglieder zu finden sind. Aber es gibt sie.

Die besten Beispiele sind Nightwish (die Sängerin), Skillet (Drums und Gesang, sowie Gitarre) oder auch The White Stripes (Drums). Aber es gibt auch die Band Katzenjammer, die nur aus Frauen besteht. Dein Held darf also auch gerne eine Heldin sein, wenn Du mal ein wenig Abseits des Mainstreams schreiben möchtest.

Deine Band

Spontan fällt mir nur Jon Bon Jovi und Meat Loaf ein, die als Solokünstler im Bereich Rock halbwegs erfolgreich waren bzw. sind. Sonst findet man Solomusiker*innen eher im Popbereich. Du kannst natürlich nur über ein Mitglied der Band schreiben. Aber im Grunde genommen spielt die Dynamik innerhalb der Gruppe doch eine Rolle.

Daher empfehle ich Dir, dass Du Dir durchaus Gedanken über die anderen Mitglieder Deiner Gruppe machst. Solltest Du eine Reihe schreiben, dann kannst Du am Ende jeden der Mitglieder irgendwie verkuppeln.

Für eine Band benötigst Du mindestens zwei Personen. Jemand sitzt an den Drums und jemand spielt die Gitarre. Meistens ist der Gitarrist (seltener die Gitarristin) auch zugleich der Sänger. Aber der Drummer bzw. die Drummerin darf durchaus auch singen. Das beweisen Skillet und Die Ärzte (Bela B.).

Für die maximale Anzahl gibt es eigentlich keine Grenze. Die Band Slipknot hat zum Beispiel neun Mitglieder. Und ich empfinde das durchaus ziemlich groß. Solange aber jedes Mitglied eine wichtige Rolle innerhalb der Band spielt, ist das letztendlich egal.

Durchschnittlich ist eine Bandstärke von vier bis fünf Mitgliedern wohl eher der Standard. Dazu gehört der Sänger (gelegentlich spielt er auch die Gitarre, seltener den Bass), ein bis zwei Gitarristen, einen Bassisten und dann einen Drummer.

Es ist auch möglich, einen Pianisten in die Band aufzunehmen. Das ist bei Guns n‘ Roses und Nightwish der Fall. Zwischenzeitlich ist es auch möglich, dass man einen DJ in die Band holt und ungewöhnliche Musikinstrumente spielt. Dazu gehört die Violine oder der Dudelsack. Hier kommt es darauf an, was für eine Band Du auf Deine Bühne stellen möchtest.

Schau Dir reale Bands an und überleg Dir, welche Dich am ehesten inspirieren. Bist Du eher für die klassische Variante (also Gitarre, Bass, Drums und Gesang)? Oder möchtest Du eine ungewöhnliche Band haben (eben mit Violine oder dem Dudelsack)?

Schreib die Instrumente auf, die Du in Deiner Band haben möchtest, und besetz sie dann mit den entsprechenden Mitgliedern. Und denk daran, es ist durchaus erlaubt, dass Du auch die eine oder andere Rolle mit einer Frau besetzen kannst. Das ist heutzutage nicht mehr unmöglich.

Die Musikrichtung

Rock ist nicht gleich Rock. Und überhaupt gibt es unzählige Musikrichtungen. Daher ist es gut, wenn Du da ein wenig recherchierst und Dir überlegst, wo Du Deine Band überhaupt einordnest (das kann auch interessant für die Musikinstrumente sein, die Du aufnehmen möchtest).

So gibt es auch die Metalmusik. Daneben Nu-Metal und keine Ahnung was noch. Alle haben ihre Eigenheiten, Besonderheiten und natürlich Fans. Zwar sind einige dieser Richtungen nicht mainstreamtauglich. Aber vielleicht ist das ja auch interessant. Deine Band könnte sich mit dieser Rolle abfinden und sagt sich, dass sie gerne eine Undergroundband sind. Und dann kommt jemand und versucht aus ihnen eine populäre Band zu machen, was sie an den Rand der Zerstörung bringt.

Oder sie werden versehentlich berühmt und ihre Fans wenden sich von ihnen ab. Denn viele sehen es so, dass berühmte Band zwangsläufig ihre Wurzeln verraten und nur noch kommerziell werden. Du könntest versuchen zu zeigen, wie sich Deine Band genau dagegen wehrt. Entweder erfolgreich oder nicht. Die Konsequenz könnte dann ein Teil Deiner Geschichte werden.

Deine Band könnte aber auch Countrymusik machen. Da wäre es auch möglich, mit einem Solokünstler zu arbeiten. Was alles möglich ist, das bringt sicherlich Deine Recherche hervor. Sei da ruhig mutig.

Das besondere Merkmal der Band

Dieser Punkt ist eher ein kann als ein Musspunkt. Du kannst Deiner Band ein unverwechselbares Merkmal geben, den sie eben einzigartig macht. Bei Nightwish war es früher, dass sie mit Tarja Turunen eine ausgebildete Opernsängerin als Sängerin hatten. Slipknot ist für ihre Masken bekannt. Andere Bands hingegen tragen einfach nur ihre Klamotten und spielen ihre Musik und das war es. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile in der realen Welt.

Da wir es hier aber mit einem Roman (oder einer Romanreihe zu tun haben), darfst Du natürlich auch gerne dieses besondere Merkmal aufnehmen. Das kann auch den Reiz Deiner Geschichte ein wenig in die Höhe treiben.

Nehmen wir an, Du möchtest die Masken als besonderes Merkmal aufnehmen. Wenn Deine Bandmitglieder es richtig machen, dann weiß niemand, wer sich darunter befindet. Es ist eben das große Geheimnis. So kann sich der Held Deiner Geschichte Deiner Heldin nähern, ohne Angst zu haben, dass sie ihn nur deswegen anhimmelt, weil er eben ein Mitglied dieser Band ist.

Als kleiner Twist wäre noch der Gedanke interessant, dass sie vielleicht diese Band abgöttisch liebt oder hasst. Die Gründe darfst Du Dir überlegen. Nun muss Dein Held (es ist ja ein Liebesroman) Deine Heldin davon überzeugen, dass sie zueinander gehören und ihre Vorurteile nicht der Realität entsprechen. Aber das sind Gedankengänge, die Du übernehmen kannst, nicht musst.

Meine Empfehlung ist, übertreib es bitte nicht. Es muss nicht sein, dass Deine Band ungewöhnliche Musikinstrumente spielt, alle Masken tragen und zudem eine Opernsängerin haben. Das wäre dann einfach zu viel des Guten. Such Dir das eine oder andere Element aus und mach damit Deine Band zu etwas Besonderen.

Das Lied

Das ist kein Muss, ich persönlich finde es aber durchaus interessant. In einigen Serien, in denen eine Band eine wichtige Rolle spielt, kommt immer wieder ein oder zwei Lieder vor, die als Aushängeschild gelten.

Daher ist es durchaus eine nette Idee, ein Lied zu schreiben, welche Deine Leserinnen durch das ganze Buch begleiten. Du kannst zum Beispiel jedes Kapitel mit einer Strophe einleiten oder diese immer wieder einfügen, wenn es passt. Und als nette Geste fügst Du das komplette Lied am Ende Deines Romans ein.

Du musst keine Meisterin bzw. kein Meister im Schreiben von Songtexten sein. Solange es von Herzen kommt, ist es völlig ausreichend. Schau Dir andere Liedtexte an und lass Dich von denen inspirieren. Und ja, ich meine nur inspirieren, klauen ist natürlich nicht erlaubt. Das kann zu unnötigen Abmahnungen führen.

Aber wie geschrieben, es ist eine reine Kannsache. Aber eine durchaus interessante Kannsache.

Tätowierungen

In der Tat haben viele Rock- oder auch Metalmusiker eine oder mehrere Tätowierungen. Das scheint für viele schlichtweg dazu zugehören. Daher kannst Du Dir schon gerne überlegen, ob Du Deinen Helden nicht auch das eine oder andere Tattoo gönnst.

Es gibt jedoch zwei unterschiedliche Arten von Tattoos. Die, die der Person gefallen (auch wenn wir sie als hässlich empfinden) und die, die der Person nicht gefallen. Du kannst Dir also überlegen, ob Du Deinem Helden nicht auch ein paar Missgeschicke auf die Haut stechen lässt.

Da wäre vielleicht ein sogenanntes Cover-up notwendig (also eine neue Tätowierung über diesen Albtraum) und dort könnte Deine Heldin auch ins Spiel kommen. Vielleicht ist sie die Tattookünstlerin, die Deinem Helden das Tattoo rettet. Oder sie ist zur gleichen Zeit in dem Laden und lässt sich ebenfalls was stechen.

Meistens erzählen die Tätowierungen irgendeine Geschichte. Du musst diese Geschichte nicht bis ins letzte Detail ausschreiben. Mach Dir aber ruhig ein paar Notizen dazu. Vielleicht findest Du eine passende Stelle in Deinem Roman, wo Du die Information entsprechend einbauen kannst.

Alternativ kannst Du die Haut Deines Helden auch unbemalt lassen. Ein Rockstar, der keine Tatowierung hat? Das kann durchaus als ungewöhnlich gelten und fällt sicherlich auf. Vielleicht taucht diese Frage auch in einem Zeitungsbericht auf, warum hat Dein Held denn keine Tatowierungen? So als kleine Inspiration.

Groupies und Hardcorefans

Groupies kann man als einen extremen Fan bezeichnen, der dem Star überall hinverfolgt und über sie oder ihn alles kennt und weiß, was sie glauben zu kennen. Dabei beziehen sie ihre Liebe nicht nur auf Musiker*innen, sondern auch auf Schauspieler*innen oder auch Politiker*innen.

Ihre Fanliebe kann auch in den sexuellen Bereich abdriften. Das bedeutet, dass sie zumindest versuchen, mit ihrem Star ins Bett zu kommen. Und man muss auch klar sagen, viele Stars nutzen das auch aus. Eventuell auch Mitglieder Deiner Band?

Übrigens, Groupies können durchaus Stalkingverhalten aufweisen, werden aber nicht als Stalkerinnen bezeichnet.

Hardcorefans sind hingegen Fans, die nichts und niemanden über ihren Star kommen lassen. Wenn jemand es wagt, schlecht über sie zu reden, wird die Person in Grund und Boden gestampft. Und sie unterstützen ihre Stars, solange sie so sind, wie der Fan es erwartet.

Denn diese Art von Fans wollen manchmal auch nicht, dass sich ihre Band oder ihr Star irgendwie entwickelt oder verändert. Als Metallica sich damals die Haare abschneiden ließen (in der Metalszene gab es Zeiten, war es Pflicht lange Haare zu tragen, heute sieht es doch anders aus), haben viele Fans ihnen die Treue aufgekündigt. Ja, allein deswegen, weil sie sich die Haare haben abschneiden lassen (und die Konsequenz daraus, dass sie Mainstream wurden, angeblich).

Überhaupt lassen viele Fans ihre Stars im Stich, wenn sich abzeichnet, dass sie erfolgreich werden. Das war bei der Band von Rio Reiser so. Sie waren früher erfolglos und arm, hatten aber ihre Hardcorefans. Als Rio Reiser berühmt wurde (als Solokünstler), wurde er von seinen alten Fans eher gemieden.

Diese Gruppen können Pfeffer in Deine Geschichte bringen. So könnte ein Groupie hinter Deinem Helden her sein und dadurch zu Verwirrspielen sorgen, ob er nun Deiner Heldin fremdgegangen ist. Oder der Hardcorefan könnte es nicht wollen, dass Dein Held eine Beziehung anfängt (mit der Heldin oder mit einem Helden, also das er schwul oder sie lesbisch ist).

Auf alle Fälle können Fans durchaus interessant für Deine Geschichte sein. Dieses Potenzial würde ich nicht ohne Grund ungenutzt lassen.

Drogen und Alkohol

Fakt ist, dass bei sehr vielen Band in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart das Thema Drogen und Alkohol eine Rolle gespielt haben oder sogar immer noch spielen. Das unter dem Teppich zu kehren und so zu tun, als gäbe es dieses Problem, finde ich problematisch.

Du kannst gerne Deine Band clean halten, das ist völlig in Ordnung, aber mach Dir trotzdem ruhig Gedanken darüber, wie sie zu diesem Thema stehen. Vielleicht hat ein Mitglied in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen damit gemacht und ist nun clean. Oder jemand rutscht ab und betrinkt sich regelmäßig oder nimmt Drogen. Alternativ könnte ein Mitglied extrem gegen Alkohol oder Drogen haben, weil er in der Vergangenheit dadurch jemand verloren hat, als Beispiel.

Es ist durchaus in Ordnung, wenn Deine Band oder Deine Heldin mal ein Bier oder ein Korn trinkt. Sollten sie aber zu tief ins Glas gucken, dann überleg Dir bitte, warum sie das tun und ob sie ein Problem mit dem Alkohol haben. Nicht jeder, der mal betrunken ist, hat automatisch gewisse Probleme. Darüber will ich hier nicht diskutieren. Aber wir reden hier immerhin von Deiner Charakterarbeit. Und da solltest Du natürlich wissen, ob es dem so ist.

Notier Dir hier also, wie Deine Band mit dem Thema umgeht und auch, wie es Deine Heldin sieht. Vielleicht hat auch sie das Problem mit Drogen und Alkohol. Das wäre auch eine Möglichkeit.

Örtlichkeiten

Eine Band findest Du an verschiedenen Orten. Auf der Bühne, bei denen zu Hause (muss es eigentlich immer eine Villa sein?), im Tonstudio und wo auch immer. Also Orte, wo man Deinen Star antrifft. Nur wird es dort schwierig, die Frau des Lebens bzw. den Mann auf der Straße anzutreffen. Denn warum sollte sie in der Villa Deines Rockstars abhängen, außer sie wäre ein Fan, eventuell ein Groupie. Oder sie ist eine wichtige Mitarbeiterin der Gruppe oder des Personals oder des Sicherheitsteams. Dann hat sie doch gute Gründe dort zu sein.

Überleg Dir also, wo überall Deine Helden zu finden sind, damit Du Dir überlegen kannst, wie er über Deine Heldin stolpern kann. Kennst Du die Orte, wo man ihn am ehesten antrifft, kannst Du Dir überlegen, wie sie überhaupt aufeinandertreffen können.

Die Bühnenshow

Sollte Deine Band in Deiner Geschichte auf die Bühne gehen, dann überlege Dir auch gerne eine Bühnenshow. Denn viele Bands haben gewisse Eigenheiten, welche sie dort zum Tragen kommen lassen.

Das geht über den Aufbau der Bühne, bis hin, wer was dort für einen Part hat. Zudem kannst Du Dir noch überlegen, wie die eigentlichen Lieder live geändert werden. Denn häufig agiert die Band mit ihren Fans, um diese zu motivieren mitzusingen oder was auch immer sie gerade wollen.

Da kann ich Dir empfehlen, mal ein Livealbum und zudem auch noch eine Bühnenshow einiger Bands anzuhören. Du wirst verstehen, was ich meine. Häufig werden gerade Gitarrensolos eingebaut, die es auf dem Studioalbum nicht zu finden sind. Unter anderem auch deswegen, damit der Sänger sich eine kleine Pause gönnen kann. Denn zwei oder mehr Stunden zu singen, kann für die Stimme sehr anstrengend sein.

Und natürlich können live auch Fehler passieren. So erzählte Farin Urlaub (Die Ärzte) einmal, dass er bei einem Konzert bei einem Lied einfach mal eine komplette Strophe vergessen hatte. Er dachte, das Lied wäre zu Ende und wunderte sich, warum die restliche Band noch weiterspielt. Er war in diesem Moment völlig konfus.

Das kannst Du Dir auch überlegen, dass Deine Band auf der Bühne stolpert oder ein Lied vermasselt. Aber auch Unfälle können auf der Bühne passieren. So gab es bei Metallica mal ein Unfall mit der Pyrotechnik und James Hetfield (Gitarre und Gesang) verletzte sich dabei so schwer, dass er das Konzert abbrechen musste.

Was auch immer Du machst, einmal darf es gerne passieren.

Interviews

Aufgrund der Persönlichkeit der Bandmitglieder kannst Du Dir auch überlegen, wie die Interviews sind. Denn jedes Interview ist letztendlich anders, was halt durch die Persönlichkeit geprägt ist.

An dieser Stelle werde ich keine Namen nennen, aber in einem Interview meinte ein Rockstar über einen anderen, dass dieser in seinen Interviews andauernd jammerte. Die Reaktion des ersten Stars war, jammern auf höchstem Niveau. Das lag halt im Charakter der Person. Er jammerte halt auf höchstem Niveau. Eine andere Geschichte, die ich gesehen war wieder von den Ärzten. Da meinte Farin zu Rod (dem introvertieren Bassisten der Band), dass er doch bitte endlich schweigen möge, weil er so viel geredet hatte. Nur hatte Rod kaum etwas gesagt. Er konterte nur, ja, er werde endlich die Klappe halten. Natürlich haben sie sich auf den Arm genommen, macht aber die Besonderheit dieser Band aus.

Daher überleg Dir, wie Deine Band im Interview sich benimmt. Versprechen sie sich öfters oder sind sie unhöflich? Vielleicht sind sie auch extremst höflich? Oder sie geben gar keine Interviews?

Egal was es ist, überleg es Dir. Und vielleicht baust Du so etwas in Deiner Geschichte ein. Du kannst es aber auch als Schreibtraining benutzen, um die einzelnen Bandmitglieder besser kennenzulernen, indem Du ein Interview schreibst und schaust, wie sie sich benehmen. Ob Du es am Ende verwendest, das liegt dann an Dir.

Noch ein kleiner Hinweis, Deine Heldin oder Dein Held könnte ja auch das Interview führen, weil sie eine Reporterin ist. Und darüber könnten die beiden sich kennenlernen.

Nebenprojekte

Einzelne Bandmitglieder können noch nebenbei andere Musikprojekte haben. Oder überhaupt noch woanders aktiv sein. Wie wäre es, wenn sie schauspielern oder Wrestler sind (so wie Chris Jericho als Beispiel).

Wenn die Hauptband zum Beispiel Masken trägt, könnte das Mitglied in der anderen Band keine Maske tragen. Dadurch könnte der Held der Heldin näherkommen und eine schöne Verwicklungsgeschichte stehen (sie mag die Band mit den Masken zum Beispiel nicht, aber die ohne schon).

Joey Jordison von Slipknot (ehemaliger Drummer) hat eine Zeit lang bei den Murder Dolls gespielt (als Gitarrist). In solchen Projekten können die Gesichter zum Beispiel geschminkt sein. Aber es wäre auch möglich, dass Dein Mitglied offen zu seiner Identität steht.

Alternativ könnte er auch etwas völlig anderes machen. Eben ein Schauspieler sein und regelmäßig am Set stehen, sei es für Serien oder Filme. Alternativ könnte er auch ein Theaterschauspieler sein. Oder er hat ein völlig anderes Nebenprojekt, er ist ein Wrestler oder Sportler. Es wäre aber auch möglich, dass er der Manager oder Produzent der Band ist.

Sein Nebenprojekt kann mit der Arbeit der Band harmonieren oder komplett im Weg sein. Hier kommt es darauf an, wie Du die Geschichte erzählen möchtest.

Ich würde Dir aber zur Übersichtlichkeit empfehlen, dass Du Deiner Band nicht zu viele Nebenprojekte gibst. Theoretisch könnte natürlich ein Mitglied Musiker sein, Filmschauspieler, Wrestler, dann noch ein Onlinemagazin haben, Podcasts veröffentlichen, Buchautor sein, Künstler und keine Ahnung was noch. Aber wann soll er dann für seine Heldin noch Zeit haben? Und bei einem Mitglied ist das durchaus in Ordnung. Aber dann bitte, bitte nicht bei allen. Nicht jeder Mensch hat unendlich viele Leidenschaften, die sie alle umsetzen wollen (auch wenn ich das Selbst nicht so nachempfinden kann).

Mitglieder austauschen

Vor Jahren habe ich in einer Doku gehört, dass ZZ Top die einzige Band sind, deren Gründungsmitglieder bis heute immer noch Teil der Band sind. Und damit sind sie absolut einzigartig. Alle anderen Bands haben mindestens ein Mitglied ausgetauscht.

Das kann tragische Gründe haben, indem das Mitglied bei einem Unfall oder einer Überdosis verstorben ist (zum Beispiel Metallica). Oder es hat einfach, ich schreib es mal so, politische Gründe, und das Mitglied wurde aus der Band geworfen (siehe wieder Metallica, Nightwish und auch Slipknot, auch wenn es hierbei eher gesundheitliche Gründe gab).

Alternativ kann auch ein Mitglied gesagt haben, dass es nicht mehr kann, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen (wie bei Kamelot oder bei den Toten Hosen) oder weil sie oder er nicht mehr möchte (Peter Gabriel bei Genesis).

Wenn Deine Band danach weitermachen möchte, können sie das Mitglied entsprechend ersetzen. Dein Vorteil ist dann, dass Du über das neue Mitglied noch einen weiteren Band schreiben kannst. Ich würde Dir aber empfehlen, es nicht zu übertreiben. Ein Mitglied auszutauschen, vielleicht zwei, das reicht völlig aus. Wenn Du nach und nach alles austauschst, dürfte das bei Deinen Leser*innen nicht gut ankommen.

Solltest Du also noch die Idee für eine weitere Geschichte haben, darfst Du gerne ein oder zwei Mitglieder austauschen (wie es bei Nightwish damals der Fall war). Aber danach sollte es gut sein.

Kollaborationen

Es gibt Bands, die sich Gastsängerinnen oder Gastsänger einladen und entweder nur ein Lied oder ein komplettes Album gemeinsam einsingen. Hier kommt es darauf an, was den Personen am liebsten ist. Und auch darüber könntest Du schreiben und ein wenig mehr Pfeffer in die Geschichte streuen.

Denn hier könnten Gerüchte über Beziehungen entstehen, einzelne Bandmitglieder können Probleme mit dem Gast haben oder es funktioniert alles nicht so, wie es funktionieren sollte.

Und natürlich könntest Du so Deine Heldin und Deinen Helden zusammenbringen. Vielleicht wollten die beiden keine Zusammenarbeit und mussten es, warum auch immer. Nun müssen sie Zeit miteinander verbringen und der Rest ist dann Deine Geschichte.

Weitere Gedanken zu Deiner Rockstargeschichte

Das waren die Punkte aus dem Beitrag mit einigen weiteren, die ich selbst hatte, als ich diesen gelesen habe. Natürlich brauchst Du eine spannende Geschichte, vielschichtige Charaktere und gute Dialoge, damit Dein Roman am Ende wirklich lesbar ist.

Wie ich schon oben geschrieben habe, kannst Du natürlich auch weibliche Mitglieder in Deiner Band aufnehmen. Das würde definitiv eine andere Dynamik in die Geschichte hineinbringen. Und warum soll nicht mal eine Heldin der Rockstar sein? Und der Held kreuzt ihre Wege und taucht dann in ihre Welt hinein.

Weiterhin ist es möglich, dass Du auch eine Gay- bzw. Lesbiangeschichte schreibst. Deine Rockstarheldin könnte sich also in eine Frau verlieben. Oder Dein Rockstarheld in einen Mann. Ich könnte mir durchaus gut vorstellen, dass mit einer homosexuellen Beziehung viele Fans ihre Probleme haben, geschieht diese außerhalb des Popbereichs.

Denn für viele existieren keine Lesben (ja, diesen Spruch durfte ich wirklich mal lesen) und schwule sind ja eklig (nicht meine Ansicht, sondern die vieler anderen). Damit wären durchaus einige Ideen für Konflikte sicherlich möglich, oder?

Alternativen zu den Rockstars

Wenn Du der Überzeugung bist, dass Rockstars für Dich nichts sind, Du aber die Grundidee nicht schlecht findest, es gibt durchaus alternativen, mit denen Du Dich auseinandersetzen kannst.

Sport

Poppy J. Anderson hat es vorgemacht und eine Footballmannschaft ins Rennen geschickt. Aber es gibt natürlich noch viel mehr Sportrichtungen, derer Du Dich bedienen kannst. Und hier gibt es einen klaren Vorteil.

In vielen Vereinen ist es üblich, dass Spieler*innen regelmäßig ausgetauscht werden. Daher kannst Du hier in der Tat eine sehr lange Reihe schreiben. Weiterhin gibt es die Rolle der Trainer*innen, Manager*innen, Verbandsleiter*innen, Ärzt*innen und viele mehr. Die Auswahl ist beinahe unerschöpflich.

Wrestling

Wer mir auf Twitter folgt, weiß, dass ich Wrestling mag. Und warum nicht das als Grundlage für eine Romanreihe machen? Ich wüsste schon, wie mein Wrestlingteam aussehen würde.

Entscheidest Du Dich für so etwas, solltest Du Deinen eigenen Verband gründen und die ganzen Moves kennen und eigene erfinden. Besonders die Finishingmoves sind individuell zu besetzen und zu erfinden. Denn sie sind eine Art Visitenkarte im Wrestling.

Weiterhin ist es wichtig, dass Du den Unterschied von Heel und Face kennst, was ein Enzuigiri ist und wie Wrestling überhaupt funktioniert. Sowie die Fehden innerhalb des Wrestlinguniversums schreibst, die ein Teil der Show ist. Und ganz wichtig, dass alles natürlich nur Fake ist (bis auf die möglichen Verletzungen).

Auch hier ist der Vorteil, dass Du über sehr viele Wrestler und Wrestlerinnen schreiben kannst. Zudem kannst Du mehrere Formate erfinden und immer wieder neue Gesichter ins Geschehen holen und andere aus Deinem Verband werfen. Theoretisch ist diese Welt unerschöpflich.

Und zudem gibt es Wrestling auch in anderen Teilen der Welt. Besonders Japan und Südamerkike scheinen eine Wrestlinghochburg zu sein.

Universität

Du könntest aber auch in ein völlig anderes Gebiet Dich hineinwagen und eine fiktive Universität erfinden. Alternativ wäre es auch eine Schule oder College. Dort schreibst Du aus dem Leben der Lehrer*innen bzw. Professor*innen und die der Schüler*innen.

Und in der Tat sind einige Lehrkräfte selbst regelrechte Rockstars.

Ärzt*innen

Entweder in einer Privatpraxis oder in einer Klinik. Muss ich eigentlich dazu noch was schreiben? ?

Abschlussgedanken

Zugegeben, nachdem ich diesen Beitrag überarbeitet habe, habe ich selbst Lust bekommen, einen Rockstar Roman zu schreiben. Vielleicht mache ich es auch. Oder einen Wrestlingroman. Wichtig hierbei ist, wie bei jedem Genre, dass Du richtig viel Spaß dabei hast. Wenn nicht, wird man es Dir anmerken und Deine Geschichte kommt nicht so gut an.

Also schmeiß Deine Anlage an und hab viel Spaß dabei.

Und den wünsche ich Dir.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

Wie Du einen paranormalen Roman (nicht) schreiben kannst

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Paranormal Romance Geschichten gehören mitunter zum beliebtesten Subgenre des Liebesromans. Der Grund ist unter anderem der, dass man weitaus mehr Spielarten hat, als in einem klassischen Liebesroman. Egal ob Vampir, GestaltenwandlerIn oder Engel, alles ist erlaubt, was gefällt. Dabei kann es luftig leicht vonstattengehen oder auch sehr düster. Hier hast Du alle Möglichkeiten, die Dir selbst vorschweben.

Kurze Vorgedanken

Wenn man es so will, dann gab es schon immer eine Form von paranormalen Geschichten. Seien es die Göttergeschichten aus dem alten Griechenland und früher oder der gute alte Graf Dracula. Schon immer waren sie also ein Teil unseres Lebens.

Und heute sind sie beliebter als je zuvor. In so gut wie jeder Buchhandlung gibt es zwischenzeitlich ein Regal, welche für diese Art von Literatur reserviert ist. Auch wenn eines der Kreaturen nicht mehr so beliebt ist wie früher (aktuell die Vampire), so finden sie und ihre Geschwister durchaus ihre Leser*innen.

Daher möchte ich heute auf die Definition eingehen, was das überhaupt ist, wie man in diesem Genre schreiben kann und was Du am besten nicht machst.

Definition: Was ist eigentlich „Paranormal Romance“?

Sicherlich hast Du schon mal von diesem Genre gehört. Aber die eine oder der andere wird vielleicht spontan keine Definition finden, was das nun genau ist.

Es handelt sich hierbei um ein Subgenre des Liebesroman Genre und beinhaltet die klassischen Elemente eines Liebesromans. Also Heldin und Held (oder auch Heldin und Heldin bzw. Held und Held und welche Konstellationen es noch so gibt), eine antagonistische Kraft, die große, wahre und ewige Liebe und diese Dinge eben.

Das Besondere hierbei ist, dass in diesem Genre Vampire, Werwölfe bzw. Wehrwesen, Geister, Hexen und weitere fantastische Kreaturen auftauchen dürfen, die wir als Fabelwesen bezeichnen können. Also Wesen, die wir aus Märchen, Geschichten und Legenden kennen, nehmen in solchen Geschichten eine große Rolle ein. Nicht als Nebenfigur, sondern als Hauptfigur. Also Deine Heldin oder Dein Held (ich bleibe bei der heterosexuellen Version dieser Geschichten, es ist aber durchaus möglich, eine Geschichte mit homosexuellen oder auch intersexuellen Charakteren zu schreiben) ist eines der gerade genannten Wesen.

Sehr häufig ist es so, dass diese Wesen ein Teil unserer Welt sind und neben den Menschen leben. Entweder im Verborgenen (als eine Parallelgesellschaft) oder sie leben offen mit uns. Das liegt natürlich an der Geschichte, was hier besser passt.

Aber auch Zeitreisen, Kontakt zu Aliens können ebenfalls hierzu gehören.

Einen paranormalen Liebesroman schreiben

Momentan ist es ein Genre, das durchaus sehr beliebt ist. So findest Du beim Lyx-Verlag eine hohe Anzahl von entsprechenden Büchern. Und momentan, so kann man durchaus sagen, dürfte wohl dieses Genre mitunter zu den beliebtesten zählen.

Auf alle Fälle ist es schwer, daran vorbeizukommen. Sei es bei den Büchern für Erwachsene (nicht nur im Romance Bereich findest Du das Thema Paranormal, sondern auch in anderen) oder für Jugendliche und Kinder. Harry Potter dürfte hier eines der bekanntesten Beispiele sein. Auch wenn es vermutlich von vielen nicht als eine paranormale Geschichte eingestuft wird.

Du könntest also durchaus Deine Leserinnen und einige Leser in diesem Bereich finden, wenn Du Dich entscheidest, einen paranormalen Liebesroman zu schreiben. Wenn Du Dir aber sagst, hei, geil, ich kann hier Geld verdienen, aber ansonsten habe ich davon keine Ahnung, dann solltest Du die Finger davon lassen. Denn man spürt meistens, wenn man keinen Bezug zu einem bestimmten Genre hat.

Brauchst Du nun ein paar Ratschläge für die ersten Schritte, dann lies einfach weiter.

1. Kenne das Genre

Wie bei jedem anderen Genre auch, solltest Du durchaus wissen, mit was Du es hier zu tun hast. Wenn Du Dir denkst, es reicht aus einen Vampir ins Rennen zu schicken, um einen paranormalen Roman zu schreiben, werden Dich Deine Leser*innen eines besseren belehren.

Daher empfehle ich Dir, dass Du Dich in Deinem Wunschgenre auskennen solltest. Was wurde bisher geschrieben, worüber möchtest Du schreiben, was sind die Regeln, wo gibt es Ausnahmen davon.

Das bedeutet natürlich auch, dass Du sehr viel liest. Aber das sollte sowieso selbstverständlich für uns Autor*innen sein, oder? (Kleiner Hinweis: Zwischenzeitlich durfte ich erfahren, dass es durchaus Autor*innen gibt, die nicht lesen, daher kommt ein solcher Vorschlag nicht von ungefähr.)

Mein Arbeitsvorschlag

Such Dir Deine Lieblingsbücher aus diesem Bereich raus und lies sie Dir noch einmal durch. Was genau hat Dich an diesen Geschichten so fasziniert? Und wie soll am Ende Dein eigener Roman aussehen? Mach Dir an dieser Stelle durchaus Notizen, damit Du nichts vergisst.

2. Sei einzigartig

Du musst nur ein wenig im Internet recherchieren, wie viele Romane in den letzten Jahren in diesem Genre veröffentlicht wurden. Du wirst mit Titeln förmlich erschlagen. Und jedes Jahr kommen weitere heraus. Sowohl im Verlagsbereich als auch im Selfpublishing. Da kann es durchaus schwer sein, sich in dieser Masse hervorzutun.

Daher ist einer wichtigsten Empfehlungen, sei einzigartig, hebe Dich von den anderen Werken ab. Kopiere auf keinen Fall andere Werke, füge etwas hinzu und veröffentliche es (oder lasse es veröffentlichen). Denn warum soll ich eine Kopie lesen, wenn ich doch das Original haben kann?

Überlege Dir also, wie Du Deine Geschichte einzigartig machen kannst. Ein Schlüsselelement also, was man nicht wegnehmen kann, ohne das Deine komplette Geschichte in sich zusammenbricht. Und ein Element, das Deine Geschichte zu etwas Besonderem macht.

Schau Dir die Romane an, die ganz weit oben in den Bestsellerlisten sind. Sie alle haben ihr Genre aus einer völlig anderen Perspektive betrachtet und etwas Neues gemacht. Anne Rice schreibt aus der Sicht der Vampire und Harry Potter geht in ein magisches Internat (Internatsgeschichten gab es viele, wie Hanni und Nanni, sie waren aber nicht magisch).

Überlege Dir also, was die anderen geschrieben haben. Es ist wichtig, dass Du den Markt kennst. Was wurde in den Letzten ein bis zwei Jahren veröffentlicht? Was verkauft sich gut? Was interessiert auch Dich? Gerade die letzte Frage ist wichtig. Wenn Dir etwas nicht gefällt, schreibe nicht darüber.

Wenn Du, zum Beispiel, die Krise von Vampiren bekommst, aber Vampire gerade (wieder) wahnsinnig beliebt sind, dann lasse es. Orientiere Dich dann an Wesen, die Du mehr magst, und sei da einzigartig.

Lerne also Dein Genre kennen, schaue, was es gibt, was andere geschrieben haben und überlege Dir, was Du schreiben kannst, um anders zu sein, einzigartig. Was würde Dir gefallen. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass es dann auch den anderen gefällt.

Mein Arbeitsvorschlag

Wenn Du genügend recherchiert hast, nimm Dir Dein Notizbuch zur Hand und schreibe zwischen zwanzig Minuten und einer halben Stunde Schlagwörter auf. Einfach alle Themen, die Dich interessieren und wo Du Dir vorstellen könntest, dass Du darüber schreiben könntest. Bitte zensiere Dich an dieser Stelle auf gar keinen Fall. Denn es geht erst einmal darum, dass Du überhaupt siehst (also wirklich schwarz auf weiß), was Dich interessieren könnte.

Erst im zweiten Schritt darfst Du dann kritisch sein. Schaue Deine Liste genau an und markiere entweder mit bunten Stiften oder mit einem Marker die Themen, wo Du genau weißt, dass diese Dich lange genug fesseln. Es sollten nicht mehr als eine Handvoll Punkte auf Deiner Liste sein. Aber ich denke, dass Du durchaus ein Punkt aufgeschrieben haben könntest, dass anders ist, als was man so liest. Und damit machst Du aus einer Paranormal Romance Geschichte Deine Paranormal Romance Geschichte.

3. Mythologiegrundlagenarbeit

Vampire vertragen kein Sonnenlicht und Werwölfe tötest Du am besten mit Silberkugeln. Ich denke, wir alle kennen die mythologischen Hintergründe vieler magischer Wesen. Sie haben sich über die Jahrhunderte entwickelt und werden auch von vielen Autorinnen und Autoren verwendet.

Das bedeutet aber nicht, dass Du das auch machen musst. Wenn Du Dich entscheidest, etwas zu ändern, dann mache es. Wenn Du willst, dass Deine Vampire sich in Spiegel sehen können, dann können sie das. Oder sie sollen in der Sonne braun werden können? In Ordnung, dann ist nicht die Sonne ihre Schwachstelle. Finde dann eine andere.

Überlege Dir genau, woher Deine Wesen kommen, was sie sind und vor allem, was ihre Stärken und Schwächen sind. Erstelle Dir eine Liste mit Fragen, die Du beantwortest und damit dann Deine Wesen besser kennenlernst und mit ihnen dann arbeiten kannst:

  • Woher kommen Deine Wesen?
  • Welche Fähigkeiten haben sie?
  • Was sind ihre Stärken?
  • Was sind ihre Schwächen?
  • Wie viele gibt es von ihnen?
  • Wie sind sie organisiert?
    Haben sie Stämme, sind sie Einzelgänger / Einzelgängerinnen? Gibt es neben ihnen noch andere (mystische) Lebewesen?
  • Leben sie mit den Menschen zusammen oder bleiben sie von ihnen getrennt?
  • Welche Regeln, Gesetze, Gebote, Moralvorstellungen haben sie?
  • Wie haben sie bis heute überlebt?
  • Gibt es in der Vergangenheit Anzeichen, dass man sie schon einmal gesehen hat?
  • Haben sie Feinde? Natürliche Feinde, selbst erschaffene Feinde?

Du musst nicht alle Informationen am Ende in Deiner Geschichte verwenden. Je mehr Du aber über sie weißt, desto besser kannst Du uns ihre Welt in Deinem Roman vorstellen. Daher ist es durchaus eine gute Idee, wenn Du Dich mit ihnen beschäftigst.

Mein Arbeitsvorschlag

Recherchiere erst einmal über die historischen Hintergründe Deines Wunschwesens. So gut wie alle Fabelwesen haben eine eigene historische Geschichte, die sich nach und nach entwickelt haben. Und häufig kennen wir noch nicht einmal alle Daten zu den Wesen, auch wenn sie durchaus berühmt sind, wie zum Beispiel die Vampire oder die Werwölfe.

Allein schon die Faktenlage wird Dich sicherlich inspirieren, neue und tolle Geschichten zu schreiben. Wenn Du aber weniger bekannte Wesen aussuchst oder gar Wesen aus anderen Kulturkreisen, dann dürfte Deiner Geschichte und Deiner Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt sein.

Erarbeite Dir daher erst einmal die reine Faktenlage und schau dann, was Du für Deine Geschichte übernehmen möchtest und was nicht. Und dann, was Du dann hinzufügen willst. Meine Empfehlung ist, dass Du immer klar unterscheiden kannst, was von Dir und was sich historisch entwickelt hat.

4. Eine starke Heldin

In den letzten Jahren haben sich die Heldinnen in den Romanen zu starken Persönlichkeiten gemausert. Sie müssen nicht mehr gerettet werden, sondern sie retten den Tag. Eine durchaus positive Entwicklung, wie ich persönlich finde.

Damit meine ich nicht, dass Deine Heldin sich wie Buffy prügeln muss (auch wenn das eine sehr angenehme Abwechslung ist). Es geht mir hierbei um die Persönlichkeit der Figur. Sie schreit nicht mehr herum und ein starker Retter in der Not befreit sie aus der misslichen Lage. Das kann sie durchaus selbst. Und dafür kann sie gerne ihre Muskelkraft verwenden. Aber vor allem ihr Gehirn.

Sie darf aber auch etwas aggressiver auftreten, mehr bissiger und frecher als Heldinnen in anderen Liebesromangenres. Denn sie hat es häufig mit Werwölfen, Vampiren und anderen mächtigen Wesen zu tun. Da kann sie kein Mäuschen sein, das vor diesen Wesen kuscht und bei jedem Knurren eingeschüchtert ist. Das könnte ihr als Schwäche ausgelegt werden und wer weiß, am Ende würde man sie deswegen vielleicht sogar töten?

Wenn Du eine schwache Heldin einführst, ist das in Ordnung. Damit hast Du eine Grundlage, um sie wachsen zu lassen und dadurch kann sie am Ende eine starke Frau werden, die in der Lage ist, den Mann ihrer Träume zu retten. Es kann also eine gute Idee sein, sie schwach anzulegen und dann stark werden zu lassen. Aber den Roman mit einer schwachen Frau enden zu lassen, ich persönlich halte das nicht für eine sehr gute Idee. Aber andererseits wäre das etwas für das Thema „Originalität“?

3 Tipps für eine starke Heldin

1. Jede Heldin hat ihre eigene Geschichte

Wie jede andere Figur, so hat auch Deine Heldin ihre eigene Geschichte. Sie wurde geboren, hat eine Herkunftsfamilie, verließ diese und wurde über die Jahre zu der Frau, die wir in der Geschichte sehen und kennenlernen dürfen. Als Autorin oder Autor solltest Du also ihre persönliche Geschichte kennen und jederzeit in der Lage sein, diese auch in der Geschichte zu erwähnen und einzubauen.

Schreibe ihre Geschichte auf, wer sie ist, was sie macht, was sie in der Vergangenheit getan hat, was sie in der Zukunft tun will, was sie liebt, was sie hasst und all diese Dinge. Kenne sie wirklich sehr genau. Und überlege Dir besonders, was ihre Stärken und ihre Schwächen sind. Denn sie gehören zu Deiner Heldin dazu. Und sie können Deine Geschichte spannend machen.

2. Fühle Dich in Deine Heldin hinein

Du solltest fühlen, was Deine Heldin fühlt. Schreibe nicht nur, dass sie Schmerzen hat, fühle, wie es ist sich ein Bein gebrochen zu haben oder wie es ist, wenn das Herz zerfetzt wurde (symbolisch gesprochen). Je mehr ich die Heldin als Leserin verstehe, desto eher kann ich mich auch mit ihr identifizieren. Und wenn mir das als Leserin gelingt, gehe ich mit ihr durch dick und dünn.

Ich habe einen Paranormal Romance Roman versucht zu lesen, in dem die Heldin für mich absolut unlogisch reagiert. Mein rationales Gehirn hat sich verabschiedet, weil es keine vernünftige Erklärung für ihre Handlungen findet. Mal ist sie eine starke und selbstbewusste Frau, auf der nächsten Seite benimmt sie sich wie ein unreifes kleines Kind. Nur um sich dann von dem Helden der Geschichte retten zu lassen, den sie hasst und liebt und doch wieder hasst. Und dadurch bin ich emotional nicht in der Lage ihr zu folgen. Warum sollte ich das Buch also zu Ende lesen? Daher hab ich es abgebrochen und bin am Überlegen das Buch an die Wand zu klatschen. Das ist eine Schwäche des Buches. Mache ihn bitte nicht.

3. Lasse sie eine vernünftige Schwäche haben

Viele Autorinnen und Autoren scheinen Angst davor zu haben, eine Frau eine vernünftige Schwäche zu geben. Dann kann es schon mal passieren, dass sie sich lediglich zu sehr um andere sorgt. Tolle Schwäche, die im Grunde genommen nichtssagend ist. Und sogar noch weniger als das ist.

Wenn eine Frau sich permanent um andere sorgt, dann stellt sie deren Wohlergehen in den Mittelpunkt, ihrem Mittelpunkt. Dort wo sie also sein sollte, sind alle anderen. Und das ist, gelinde gesagt, ziemlich schwach. Lasse sie ruhig zickig sein oder ängstlich, lasse sie schwach sein oder selbstverliebt. Aber lasse sie jemand sein, die sich selbst wichtig nimmt. Dann kann ich als Leserin sie auch ernst nehmen. Denn durch solche Schwächen wird sie erst realistisch.

Und dann nutze diese Schwäche und verwandele sie in eine Stärke um. Denn die Figuren sollen ja während der Geschichte wachsen. Also nutze dies über ihre eigenen Charaktereigenschaften. Traue Dich und schaue nach, was Deine Figuren für Schwächen hat, um aus ihr eine starke Heldin zu machen.

Mein Arbeitsvorschlag

Erfreulicherweise werden die Leser*innen und Autor*innen bezüglich des Themas Sexismus immer kritischer. Dazu hatte ich auf meinem letzten Blog einige Beiträge veröffentlicht (den Blog habe ich auf privat gestellt, bezüglich der Anforderungen durch die DSGVO). Diese Beiträge werde ich demnächst nach und nach in diesem Blog (oder in einem anderen Rahmen) wieder veröffentlichen. Mit denen kannst Du dann eine Grundlage aufbauen, wie Du Charaktere schreiben kannst, oder auch nicht.

Um eine starke Figur zu erschaffen, reicht es häufig aus, dass Du sie kennst und ihr eine Aufgabe zuweist, die nur sie lösen kann. Würde sie fehlen, würde der ganze Roman dann in sich zusammenfallen. Überlege Dir also bitte, was ihre einzigartige Aufgabe sein könnte, um sie dann wichtig werden zu lassen.

5. Der Held

Sehr häufig sind die Helden die paranormalen Wesen der Geschichte. Also der Vampir, der gefallene Engel, der Gestaltenwandler und all die anderen Wesen, die es gibt oder geben kann. Vermutlich hat es damit was zu tun, dass die Liebesromane meistens von Frauen gelesen werden (nicht nur, es gibt durchaus auch Männer, die dieses Genre lesen). Daher würde ich sagen, dass sie sich lieber mit der Heldin identifizieren wollen und sie daher ein Mensch sein sollte.

Kleine Inspiration: Muss das immer so sein? Oder könnte auch die Heldin ein paranormales Wesen sein und der Held ein Mensch? Dazu gibt es auch einige Beispiele. Aber für meinen persönlichen Geschmack noch zu wenige.

Hier ein paar Ratschläge für Deinen Helden.

1. Er fällt definitiv auf

Er muss auffallen, um jeden Preis. Natürlich kann er unscheinbar sein, aber er hat das gewisse Extra, das Deine Heldin aufhorchen lässt. Aber meistens sieht der Held unverschämt gut aus, als käme er direkt aus einem Katalog, wo man sexy Kerle bestellen kann. Und dieses gewisse Extra, dieses einmalige, das ist das Sahnehäubchen auf der ganzen Sache.

Du darfst also Dich bei ihm austoben. Sei kreativ und erschaffe einen Mann, der sowohl Deine Heldin als auch Deine Leserinnen und Leser anspricht. Und ich habe mal gelernt, neben dem Aussehen gibt es noch eine Komponente, die wichtig ist: sein Geruch. Er muss nach etwas riechen, was Du dann in Deiner Geschichte einbauen kannst. Denn wir riechen unsere zukünftigen Ehemänner und Väter unserer Kinder eher, als das wir sie sehen (soll was mit der Evolution zu tun haben, denn Frauen können über den Geruchssinn riechen, wer gute Gene hat und nehmen dann einen Mann, der gesunde Kinder zeugen kann).

Erwähne also nicht nur, wie heiß er aussieht, sondern auch, wie gut er riecht. Und natürlich auch, wie sein Geruch genau ist.

Aber Achtung: Auch gegenüber Männer gibt es Sexismus. Das kann man durchaus vergessen. Ihn als heißen, sexy Typen darzustellen, der immer kann und der alles schafft, ist unfair ihm gegenüber. Es ist also nicht notwendig, ihn als sexuell Daueraktiven Typen darzustellen, der immer kann und für alles eine Antwort hat. Auch er darf seine Schwächen haben. Zeig sie mir als Leserin. Er ist immerhin ein nahezu menschliches Wesen und keine Überkreatur.

2. Die paranormale Gabe

Wie schon oben geschrieben, ist er es meistens, der das paranormale Wesen ist. Aber zugleich hat er noch einen dunklen Charme, eine gewisse Aura, welche Deine Heldin fasziniert und zugleich ein wenig zurückschrecken lässt.

Und er kann etwas, was kein anderer Mann in der Umgebung Deiner Heldin kann, er sieht in ihre Seele. Er weiß, dass sie etwas Besonderes ist, dass sie eine wundervolle Frau ist, dass sie einmalig ist, auch wenn Deine Heldin das noch nicht sieht. Nicht so offen, aber er ist es letztendlich auch, der sie rettet, damit sie ihn retten kann.

3. Gewalttätige Helden

Gesetz Nummer 1, Dein Held schlägt keine Kinder und natürlich auch keine Frauen (Ausnahmen bestätigen im gewissen Rahmen jedoch die Regel, zumindest das zuschlagen bei Frauen, sie kann ja die Feindin sein). Er darf also kein gewalttätiger Typ sein. Das ist dem Bösewicht überlassen. Und wenn er Gewalt einsetzt oder gar jemanden tötet, dann muss ich als Leserin verstehen, warum er das getan hat. Zudem muss ich trotzdem Mitgefühl mit ihm haben. Er sollte also vernünftig handeln, damit ich die Geschichte über bei ihm bleibe.

Wenn also Dein Held in die nächste Kneipe geht und sinnlos eine Schlägerei anfängt, ohne Sinn und Verstand, dann riskierst Du, dass ich die Sympathie für Deinen Helden verliere. Ist er aber in eine Schlägerei verwickelt, weil er jemanden retten will und es nicht anders tun konnte, dann fühle ich sogar mit ihm und seinen Verletzungen.

In den letzten Jahren ist der Trend zu düsteren Helden über gegangen. Also Helden, die durchaus als böse Jungs bezeichnet werden können. Das ist auch völlig in Ordnung. Denn je tiefer Dein Held gefallen ist, desto größer ist der Aufstieg, wenn Deine Heldin ihn gerettet hat. Das bedeutet natürlich aber auch, wenn Du einen solchen düsteren Helden schaffen willst, dass Du vorsichtig bist. Er sollte kein Auftragsmörder von Witwen und Waisen sein. Denn auch diesen werden wir schwerlich folgen können. Aber jemand, der Mafialeute tötet, der darf gerettet werden.

Zwischenzeitlich hat sich der Trend aber auch ganz schön geändert. Denn nun dürfen die Helden so richtig düsterer sein, als sie es sowieso schon sind.

Bei der LoveLetter Convention 2016 erfuhr ich, dass die Helden zwischenzeitlich sogar Verbrechen begehen dürfen. Früher war es immer so, waren sie im Knast, dann waren sie meistens unschuldig. Zwischenzeitlich dürfen sie jedoch richtige Verbrechen begangen haben und sind bzw. waren zurecht hinter Gittern. Also kurz gesagt, sie haben Verbrechen aus eigenem Antrieb begangen.

Das bedeutet, dass Dir nun fast keine Grenzen mehr gesetzt werden, was Deinem Helden betrifft. Doch was für die Männer gelten, trifft noch lange nicht auf die Frauen zu, leider. Und ob dieser Trend wirklich wünschenswert ist, darüber können wir auch sehr gerne diskutieren.

Mein Arbeitsvorschlag

Überlege Dir, was für eine Sorte Held Deine männliche Hautfigur überhaupt sein soll. Nett und freundlich oder doch eher düster und vielleicht sogar richtig böse. Die einzige Regel, die Du hierbei beachten solltest, ist die, wie weit Du selbst gehen willst. Wenn Du Deinen Helden abgrundtief böse gestalten willst und damit zufrieden bist, dann darfst Du ihn gerne so erschaffen. Geht Dir das zu weit, dann lass Dich von aktuellen Trends nicht verunsichern. Es ist Deine Geschichte und Du allein entscheidest.

Weiterhin überlege Dir bitte, was genau an ihm einzigartig ist. Wie sieht er aus. Hier darf natürlich auch Dein persönlicher Geschmack eine sehr entscheidende Rolle spielen. Wenn Du eher Männer mit Brusthaaren magst, dann darf auch Dein Held Brusthaare haben. Wenn nicht, rasiere ihn. Kleiner Tipp, hier darf auch gerne immer eine gewisse Variation eine Rolle spielen, damit alle Deine Leserinnen und Leser sich bzw. ihre persönlichen Vorlieben mal angesprochen werden.

6. Von Konflikten und Gegnern / Gegnerinnen

Ohne einen Konflikt wirst Du es schwer haben, dass Deine Leserinnen und Leser bei Dir und Deiner Geschichte bleiben. Deine Figuren müssen über die komplette Geschichte hin beschäftigt sein. Erst gegen Ende kannst Du ihnen erlauben, endlich zu Luft und zur Ruhe zu kommen. Aber bis dahin haben sie alle Hände voll zu tun, Deine Leserinnen und Leser zu unterhalten.

Konflikttypen

1. Der persönliche Konflikt

Egal, mit was für Wesen Du mich als Leserin konfrontierst, wie mächtig oder wie alt sie sind, sie haben idealerweise eine persönliche Ebene. Und diese Ebene ist die Beziehung zwischen Deiner Heldin und Deinem Helden.

Lasse uns an der Entwicklung Deiner Figuren teilhaben und zeige, wie sie sich nach und nach entwickeln. Von zwei Menschen (oder sagen wir mal Wesen), die sich am Anfang des Romans nicht kannten oder nicht ausstehen konnten, bis hin zum Liebespaar. Wir wissen alle, dass die Heldin und der Held sich am Ende bekommen. Das ist also nicht die Frage in Deinem Liebesroman (egal, in welchem Subgenre Du Deine Geschichte letztendlich ansiedelst). Es geht darum, wie sich bekommen. Und hier bist Du als Autorin oder als Autor gefragt.

2. Der Konflikt des Übernatürlichen

Das hat nichts mit der Persönlichkeit zu tun, sondern mit der Herkunft Deiner Wesen. Dein Held ist ein Vampir und verliebt sich in eine Menschenfrau? Dann wird es wohl allein durch die Lebenserwartung Probleme geben. Oder er ist ein Werwolf und es könnte passieren, dass er sie tötet? Oder ein Engel, der sich nicht in einen Menschen verlieben darf? Hier gibt es genügend Möglichkeiten, um die Herkunft Deines Wesens zum Konflikt aufzubauen.

Deswegen empfehle ich Dir, finde heraus, was einmal die historischen Stärken, Schwächen und Besonderheiten dieser Kreaturen sind, damit Du Dich hier schon einmal bedienen kannst. Und dann schau noch einmal bei der Persönlichkeit nach. Du wirst sicherlich viele interessante Dinge entdecken, um Dein Konflikt noch spannender zu gestalten.

3. Der Konflikt der Ereignisse

Es gibt in der Geschichte Ereignisse, auf die Deine Figuren schlichtweg keinen Einfluss haben, also die externen Konflikte (das hat noch nichts mit dem Bösewicht zu tun). Irgendjemand oder irgendetwas legt Deinem Paar Steine in den Weg und sie müssen alle nach und nach aus dem Weg räumen, um zu erkennen, dass da noch mehr sind. Erst am Ende der Geschichte haben sie alle Steine weggeräumt.

Mithilfe dieser Konflikte kannst Du dafür Sorgen, dass Deine Heldin und Dein Held zusammenarbeiten müssen, auch wenn sie es nicht wollen. Und die kannst Du in der Gesellschaft finden, in der beide leben. Vielleicht will die Familie der Heldin nicht, dass sie sich mit einem düsteren Kerl einlässt. Es könnte aber auch sein, dass die Leute unseres Helden nicht verstehen können, warum er sich auf einmal verliebt hat. Und all diese Dinge.

Der Gegner oder die Gegnerin

In Paranormal Romance Romanen darf es einen physischen Gegner oder Gegnerin geben, mit denen es Deine Heldin und Dein Held zu tun bekommen. In „normalen“ Liebesromanen darf es ein innerer Konflikt oder die Gesellschaft als Gegnerin sein, der es zu überwinden gilt, hier nicht zwangsläufig.

Du darfst hier ein richtig fiesen Typen an den Start bringen, der auch kein Problem hat anderen wehzutun oder gar zu töten. Während Dein Held (auch der böse Junge) noch moralische Werte hat, kannst Du es Deinem Bösewicht ruhig absprechen. Natürlich sollte er realistisch sein und Gründe für das haben, was er tut. Aber für ihn darf es kein zurückgeben. Er darf die letzte Grenze überschreiten, damit Deine Heldin und Dein Held ihn zu Strecke bringen dürfen.

Er ist das Böse und darf am Ende entsprechend besiegt werden. Egal wie, er wird nicht gerettet, sondern er fällt. Zumindest ins Gefängnis wird er gesteckt. Daher sorge für einen guten Gegner (oder auch Gegnerin) für Dein Paar, den ich durchaus verstehen kann und mich freue, wenn er oder sie für die Taten entsprechend büßen muss.

Meine Arbeitsempfehlung

Überlege Dir genau, was ist der Konflikt in Deiner Geschichte und wie sieht das Böse aus. Definiere es und schreibe alles auf, was Du darüber weißt und wissen musst. Und überleg Dir bitte gute Gründe, warum Deine Konflikte so sind, wie Du sie uns vorstellst. Vor allem, warum handelt Dein Gegner oder Deine Gegnerin? Je realistischer die Gründe sind, desto eher habe ich auch Lust in Deine Geschichte einzutauchen.

7. Die Gewaltstufe

Bei der Gewalt solltest Du vorsichtig sein. Denn es gibt Leserinnen und Leser, die am liebsten nichts darüber lesen möchten, während andere einen Hauch von Gewalt akzeptieren. Und natürlich gibt es die, die Deinen Roman lesen obwohl oder gerade, weil es Gewalt enthält.

Gewaltorgien dürften wohl für ein Genre im Liebesromanbereich nicht ganz geeignet sein. Das wäre eher ein Thema für Krimi, Thriller oder Fantasygenre. Überlege daher, was Du mit der Gewalt ausdrücken willst und ob es nicht andere Wege gibt, dieses Ziel zu erreichen. Denn sinnlose Gewaltdarstellung ist eben genau das, sinnlos. Aber wenn Du sagst, ich brauche diese Szene, um mein Ziel besser darzustellen, dann ist es in Ordnung. Hier ist aber weniger mehr.

Mein Arbeitsvorschlag

Überlege Dir genau, wie weit Du mit Deiner Geschichte wirklich gehen willst. Wenn es Dir zu weit geht, dass überhaupt eine Ohrfeige verteilt wird, dann notier es Dir und belasse es dabei. Wenn Du aber weiter gehen kannst, überlege Dir, wie weit es sein darf und wo Deine persönliche Grenze ist. Darüber solltest Du dann momentan auch nicht hinausgehen. Denn dann wirkt Deine Geschichte eher künstlich.

8. Und sie lebten glücklich und zufrieden … HEA

Egal ob es sich hierbei um ein Paranormal Romance Roman oder ein Roman aus einem anderen Subgenre handelt, ein Liebesroman braucht ein sogenanntes HEA, ein happily ever after. Es muss also klar sein, dass Deine Heldin und Dein Held sich gefunden haben und sie glücklich bis an ihr gemeinsames Lebensende zusammenleben.

Denn das ist ja einer der Gründe, warum wir überhaupt Liebesromane lesen. Wir wissen doch bereits, dass die erste Frau, die uns über die Seiten läuft und der erste Mann, der ihr folgt, am Ende ein Paar werden. Das ist ja das Hauptthema dieses Genres. Es ist wie mit der Titanic. Sie geht am Ende unter. Punkt! Sie finden sich und lieben sich (mit den entsprechenden Problemen zuvor).

Es gibt Romane, wo das HEA bedeutet, dass die Heldin zu sich findet und gar keinen Mann an ihrer Seite braucht. Wenn Du eine Reihe schreibst, dann ist das auch in Ordnung. Aber sorge bitte für ein schönes Happy End am Ende, damit Deine Leserinnen und Leser beruhigt das Buch zur Seite legen können.

Mein Arbeitsvorschlag

Überlege Dir schon am Anfang Deiner Plotarbeit, wie Dein Roman am Ende ausgeht. Es ist egal, ob Du am Ende wirklich die Geschichte so ausgehen lässt, wie Du es Dir überlegt hast. Aber wenn Du schon einmal eine grobe Richtung ausgedacht hast, dann weißt Du, wohin die Reise geht.

Schreibe also eine Zusammenfassung und eventuell sogar die letzte Szene Deines Romans und speichere sie gut ab. Am Ende kannst Du sehen, ob Deine Geschichte wirklich so ausgeht oder sie sich in eine völlig andere Richtung entwickelt hat.

Wie Du einen Paranormal Roman NICHT schreiben solltest

Natürlich gibt es auch Punkte, die Du in Deinem Paranormal Roman nicht unbedingt verwenden solltest. Viele davon sind universal, gelten also für alle Romane. Aber einige speziell für dieses Genre.

1. Infomüll

Gerade Anfänger*innen haben immer wieder Angst davor, dass die Leser*innen nicht verstehen, in was für einer Welt wir uns befinden. Diese Angst kann ich durchaus nachvollziehen, hatte ich diese früher auch.

Daher kann es passieren, dass man in den ersten Kapiteln nicht auf die Geschichte selbst eingeht, sondern erst einmal ausführlich, sehr ausführlich die Welt erläutert. Dabei ist das nicht notwendig.

Die meisten Leser*innen haben Erfahrung im Lesen von Geschichten, die jenseits unserer Welt spielen. Und wenn sie ein Buch mit einem entsprechenden Cover in die Hand nehmen, wissen sie schon, worauf sie sich einlassen. Es ist also nicht notwendig, dass Du sie mit den ganzen Informationen rund um die Welt regelrecht erschlägst. Im Gegenteil. Bei einem Roman, den ich gegenlesen durfte, war gerade der Anfang voller wichtiger Informationen gespickt. Sie waren wichtig, nur musste ich mich durch die ersten zehn Seiten regelrecht durchkämpfen. Und ganz unter uns, ich stand kurz davor, das Betalesen abzubrechen. Wenn diese Geschichte so veröffentlicht worden wäre, wer weiß, wie es ankäme.

Lass sie daher erst einmal in Deiner Geschichte ankommen. Also die Heldin und den Helden kennenlernen, die Welt in Aktion und das Problem. Dann, so ab dem dritten Kapitel, kannst Du dann gerne ein paar Hintergrundinformationen einstreuen.

Und wenn Du der absolut festen Überzeugung bist, dass ein oder zwei Informationen superwichtig sind, weil sie sonst wirklich nichts verstehen, wie wäre es denn mit einem ganz kurzen Prolog? Dabei meine ich wirklich kurz.

2. Das Paranormale als Fetisch

Es kann passieren, dass man sich zu sehr auf den paranormalen Teil der Geschichte konzentriert. Zum Beispiel, dass man in allen Einzelheiten über das Blutsaugen eines Vampirs berichtet. Wie er sich an die Heldin anschleicht, ihren Blut riecht, ihren Duft wahrnimmt, das Blut in den Adern und Venen fließen sieht, den Herzschlag hört, spürt, wie seine Zähne in ihr weiches Fleisch eindringen, er ihr Blut auf seiner Zunge schmeckt, dabei sogar eine Erektion bekommt, ihre Erektion spürt und sein Hunger gestillt wird.

Wenn Du den letzten Absatz zu viel fandest, dann hast Du recht. Aber in einigen Geschichten wird sehr viel Wert auf diese Elemente gelegt. Eben zu viel Wert. Natürlich müssen sie erwähnt werden. Immerhin ist das Paranormale ein Teil der Geschichte. Ansonsten hätten wir einen klassischen Liebesroman.

Aber sich so intensiv darauf zu konzentrieren, dass man schon keine Lust mehr hat, weiterzulesen, das ist zu viel des Guten. Daher finde eine Balance zwischen dem Paranormalen und der normalen Welt. Dann wird alles eine runde Sache.

3. Achtung, Dialoge!

Glücklicherweise sind die meisten Dialoge in den paranormalen Geschichten, die ich lesen durfte, gut. Aber trotzdem sollte man hier eine gewisse Aufmerksamkeit geben, damit es auch weiterhin gut bleibt.

Denn paranormale Wesen reden sehr wahrscheinlich nicht so, wie es normale Menschen tun. Natürlich haben sie auch Alltagsprobleme, doch ob es wirklich der kläffende Nachbarshund ist oder die Versicherung, die nicht zahlt, ich halte das eher für unwahrscheinlich. Auch wenn es durchaus eine interessante Idee wäre, wenn man über so etwas in einer Geschichte schreiben würde.

Daher achte darauf, dass die Dialoge in Deinen Geschichten (das gilt natürlich nicht nur für paranormale Romane) kurz und intensiv sind. Sie sollen die Geschichte voranbringen und Informationen vermitteln.

Aus diesem Grund ist es kein guter Ratschlag, sich die Dialoge in der realen Welt als Vorbild zu nehmen. Denn ein Gespräch zwischen Dir und einer vertrauten Person kann über Stunden gehen und von einem Thema zum nächsten springen. In einem Roman kann man das nur in einem sehr kleinen Rahmen darstellen. Aus diesem Grund, wirf ruhig ein besonderes Auge auf dieses Thema.

4. Weniger ist mehr – gerade bei übernatürlichen Elementen

Trifft ein Vampir auf eine Elbin und sie unterhalten sich in einer Orkbar über einen Troll. Dann kommt eine Hexe auf ihren fliegenden Besen herbei und verflucht gerade einen Zwerg, der ihr zu dumm gekommen ist. Der Außerirdische aus dem Pferdekopfnebel schaut erstaunt den Zwerg an, der nun ein Zentaur ist, und unterhält sich dann mit dem Menschen über die Rechte der Magielosen, welche in einem Getto eingesperrt ist, während Zeus eine Sterbliche verführt.

Würdest Du einen Roman über so viele Elemente schreiben, irgendwann wären Deine Leser*innen sehr wahrscheinlich schlichtweg überfordert. Sie wüssten gar nicht mehr, worauf sie sich zuerst konzentrieren sollten.

Daher ist es durchaus empfehlenswert, wenn Du Dich auf wenige Elemente konzentrieren würdest und diese dann ordentlich einführst. Mir ist bewusst, dass man manchmal gerne dieses Element erwähnen möchte, dann jenes und noch einiges mehr. Da bin ich nicht besser.

Aber ich möchte unterhalten, Leute zum Lesen animieren und nicht, dass sie vor lauter Überforderung sagen, nie wieder. Wenn Du mehr Elemente möchtest, dann verteil es auf eine ganze Reihe. Damit meine ich, dass in einem Band ein Element auftaucht und dann im zweiten Band ein Zweites. Aber immer Schritt für Schritt. Was Du benötigst, führst Du auf. Alles andere hingegen fliegt raus.

5. Zu viel Gewalt

Wie oben schon erwähnt, sei bitte vorsichtig mit der Menge an Gewalt, die Du in Deine Geschichte einfügen möchtest. Gerade, weil es ein Liebesroman ist, sollte nicht die Gewalt, sondern die Liebe im Vordergrund stehen.

Natürlich können auch Schlachten entstehen. Aber sie müssen nicht im Vordergrund stehen. Dafür gibt es andere Genres, die dafür weitaus besser geeignet sind, als ein klassischer Liebesroman.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, wenn Du Gewalt erwähnen möchtest, dann sollte sie weniger Platz einnehmen, als der Rest der Geschichte. Ansonsten, Krimi oder Fantasyromane eigenen sich dafür hervorragend.

 

6. Der Ort für Dein Glossar

Ehrlich gesagt, ich liebe Glossare. Und ich lese sie total gerne durch. Für mich gehören sie aber ans Ende des Buches und niemals an den Anfang. Doch zwischenzeitlich ist es mir einige Male passiert, dass ich am Anfang von diesem überrascht wurde.

Aus zwei Gründen ist das für mich persönlich ärgerlich.

Bei einem E-Book muss ich mich erst einmal durch diese Seiten lesen, damit ich dann zum eigentlichen Roman komme. Klar, ich könnte sie auch überspringen. Nur gehöre ich zu der Sorte Leserin, die das nicht kann. Ich will halt wissen, was dort steht. Und daher lese ich sie. Immerhin gehört dieser Teil zum Buch.

Zum nächsten ist es auch häufig passiert, dass bei mir Erwartungen geweckt wurden, die dann nicht eingehalten wurden. Denn durch das Glossar hatte ich eine gewisse Idee von der Geschichte. Nur haben mir die Autor*innen nicht den Gefallen getan, diese Idee halt zu befriedigen.

Wäre das Glossar erst am Ende aufgetaucht, dann hätte ich nur einen Aha-Moment. In dem Sinne, dass ich tiefer gehende Informationen bekommen hätte. Aber so bekam ich die Informationen vornweg und aus diesem Grund machte sich sogar eine gewisse Enttäuschung in mir breit.

Zudem können einige Leser*innen es als arrogant empfinden, wenn man ihnen das Glossar vorher aufbürdet. In dem Sinne, dass man die eigene Welt so toll findet, dass man ihnen alles vornweg erzählen muss. Zudem kann man das auch als Infomüll bezeichnen.

Wie Du siehst, es spricht eigentlich viel gegen ein Glossar am Anfang. Ich selbst würde das nie machen. Daher überleg Dir bitte sehr gut, ob das wirklich in Deinem Roman sein muss. (Anmerkung: Es gibt aber durchaus Leser*innen, die ein Glossar am Anfang gut finden, dazu werde ich mich aber noch einmal gesondert äußern.)

7. Mary Sue und Gary Stu Charaktere

Mary Sue und Gary Stu Charaktere sind schlichtweg gefährlich. Zumindest sehe ich sie so. Und in vielen Heldinnen und Helden dieses Genres erkenne ich persönlich durchaus Elemente, die man diesem Charaktertyp durchaus zusprechen kann.

So ist sie durch und durch schön, hat einen besonderen Schimmer (sowohl im Haar als auch in den Augen), einen sexy Knackarsch und große Brüste. Aber sie ist rank und schlank. Und wenn sie dick ist, dann sieht sie immer noch gut aus. Aber zugleich ist sie so super drauf, dass ihr niemand Angst einjagen kann, sie mit High Heels den bösen Jungs in den Hintern tretet und trotzdem den Nachwuchs rechtzeitig aus dem Kindergarten abholt.

Er hingegen darf ein richtiger Bastard sein. Aber so richtig abgrundtief. Trotzdem kriegt er die Heldin ab, die ihm alles verzeiht (im realen Leben würde das bei der Hälfte der Frauen durchaus anders aussehen). Eben der Bad Boy, der sie stalken und sogar vergewaltigen darf. Sie liebt ihn und alles ist gut.

Übrigens, Frauen dürfen selbst keine Bastarde sein. Das würde man ihnen niemals verzeihen.

Abschlussworte

Vielleicht wirst Du Dich fragen, wo bleibt die Erotik, wo bleibt bitte schön der Sex? Das sind Punkte, die ich eher als Kür erachte, weniger als Pflicht. Hast Du eine gute Geschichte, interessante Charaktere und überraschende Plotttwists, dann kannst Du nach als Sahnehäubchen die Erotik einführen.

Häufig nutzen Autorinnen und Autoren den Sex dafür, eine Geschichte zu retten, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Wenn die Geschichte schon schlecht ist, dann wird der Sex sie auch nicht mehr retten können. Das ist ein Fakt. Einer, der auch gerne übersehen wird. Daher habe ich mich in diesem Beitrag eher auf die Geschichte, die Charaktere und die Hintergründe konzentriert.

So gesehen gehört eigentlich nicht viel, einen Paranormal Romance zu schreiben. Du brauchst in erster Linie eine Idee, über was Du schreiben möchtest und eine ordentliche Portion Originalität. Dann schreiben Du und ich einen einmaligen Roman in diesem Genre.

Und auch wenn ich die ganze Zeit von Heldin und Helden geschrieben habe, es spricht nichts dagegen, einen Roman über zwei Heldinnen oder zwei Helden zu schreiben. Oder auch über intersexuelle Charaktere (hier wäre auch die Originalität zu finden). In diesem Bereich gibt es, zumindest im deutschsprachigen Bereich, noch sehr wenig Literatur. Da sind die Amerikanerinnen und Amerikaner uns (mal wieder) weit voraus.

In dem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß beim Schreiben.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Einen Liebesroman schreiben – Eine Fragestellung und 5 Schritte

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Mai 2017 startete die sogenannte #Autorinnenzeit. Das war ein ganzer Monat, in dem die Bücher von Autorinnen (tatsächlich nur die Frauen) vorgestellt wurden. Der Monat wurde von Frauen (und auch einigen Männern) durchaus positiv aufgenommen. Man muss es aber so sagen, dass es durchaus einige Männer gab (mehrheitlich die Herren der Schöpfung), welche gegen diesen Monat übelst wetterten.

Dabei gab es immer wieder Wünsche und Aufforderungen von Leserinnen, dass sich die Autorinnen mit sogenannten “ernsten” Genres bitte beschäftigen mögen. Und es kristallisierte sich schnell heraus, dass der Liebesroman nicht zu diesen Genres gehört, mit den frau sich auseinandersetzen möge. Wie man sich vorstellen kann, mochten das einige Autorinnen weniger. Gerade, wenn sie Liebesromane schreiben. Denn sie lieben dieses Genre und sie lieben ihre Geschichten.

Daher möchte ich diesen Monat unter dem Zeichen des Liebesromans stellen. Schauen wir uns an, wie man einen Liebesroman schreiben kann, sowie einige andere Punkte, die dazu gehören. Eben für die Autorinnen (und auch Autoren), die gerne einen Liebesroman schreiben möchten. Liebesromane können toll sein, können spannend sein und ein schönes Leseerlebnis bieten. Und das ist es doch, was wir als Leser*innen möchten und freuen uns, wenn wir dieses Lob als Autor*innen bekommen.

Kurze Vorgedanken

Bei Liebesromanen geht es letztendlich natürlich durchaus darum, dass sich zwei Menschen finden, sich ineinander verlieben, sich streiten und daher trennen (wenn auch nicht immer physisch) und am Ende wieder zusammenkommen. Aber es gibt bestimmte Fragestellungen, um einen Liebesroman in der ersten Stufe zu planen.

Daher habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie die Grundfragestellung dabei ist. Darauf möchte ich zuerst eingehen. Und danach stelle ich Dir fünf Schritte vor, wie Du theoretisch einen Liebesroman schreiben kannst.

Eine Fragestellung zum Liebesroman

Wer ist die Heldin? Wer ist der Held?

Es sollte schon recht frühzeitig klar sein, wer ist unsere Heldin und wer ist unser Held in der Geschichte. Alternativ Deine beiden Heldinnen in einem lesbischen Roman bzw. Helden in einem Gay Romance oder welche Varianten Du auch immer anstrebst (Stichwort Intersexuelle oder auch alternative Beziehungen). Viele empfehlen, dass die Heldin und der Held (aus Einfachheit bleibe ich bei dieser Konstellation) sich mindestens im ersten Kapitel schon treffen sollten. Kapitel 2 ist da schon zu spät.

Andererseits, ich habe schon Romane gelesen, in dem sich das Paar erst in Kapitel 2 getroffen haben. Zudem gibt es durchaus auch Beispiele, bei denen sich die Charaktere sogar noch ein wenig später treffen. Aber es sollte schon recht frühzeitig sein. Ausnahme wäre ein Epos von über 1.000 Seiten oder die über mehrere Bänder läuft und wo die Liebesgeschichte ein Teilaspekt ist. Solche Beispiele gibt es und bilden nie die Regel ab. Daher werde ich solche Ausnahmen nicht weiter berücksichtigen.

Überlege Dir also wann und wie die Heldin und der Held sich treffen und wie dieses Treffen aussieht. Idealerweise führst Du schon beim ersten Treffen den Konflikt der beiden ein, damit es gleich von Anfang an spannend ist.

Was führt sie zusammen?

Irgendeinen Grund gibt es ja, warum die Heldin und der Held sich ineinander verlieben. Was ist dieser Grund? Ja, es darf ruhig das Aussehen erst einmal sein. Aber irgendetwas an der Persönlichkeit sollte natürlich überzeugen, damit sie sich ineinander verlieben. Das Aussehen ist halt nur ein oberflächlicher Aspekt. Wenn unter dieser Oberfläche nichts ist, was man lieben kann, werden Deine Leser*innen sich fragen, was die voneinander wollen. Und solltest Du sie nicht überzeugen können, dürfte es gut möglich sein, dass Dein Buch eine Reise gegen die nächste Wand macht.

Definiere dieses etwas. Was ist der Grund, warum sie sich überhaupt füreinander interessieren und warum sie umeinander herumtanzen? Wenn Dir das klar ist, wie die Anziehungskraft zwischen diesen beiden Figuren aussieht, dann kannst Du es entsprechend in Deine Geschichte einbauen.

Was trennt sie?

Du darfst es für Deine Heldin und Deinen Helden nicht leicht machen, dass sie zueinanderfinden. Also muss es irgendeinen Grund geben, warum es mehr als 3/4 des Buches dauert, bis sie wirklich zusammenkommen.

Der Anfang Deiner Geschichte ist halt das Treffen zwischen der Heldin und dem Helden. Dann kommt der Tanz zwischen den beiden. Sie kommen sich näher, sie entfernen sich, aber nicht zu weit, damit sie wieder zusammenkommen, um dann wieder zu trennen, damit es am Ende zum Happy End kommt.

Finde also einen überzeugenden Grund, warum Deine Heldin und Dein Held nicht richtig zusammenkommen. Diese Hürde darf nicht ZU hoch sein. Denn ich habe einen Roman gelesen, da war diese Hürde extrem hoch und ich war von der Beziehung am Ende überhaupt nicht mehr überzeugt. Denn am Anfang erklärte sie, sollte er bestimmte Dinge tun, würde sie ihn nicht mal mehr mit dem Popo ansehen. Und er hat genau DAS getan. Natürlich musste er sie überzeugen, dass er doch der Typ ist, mit dem sie glücklich wird. Aber diese Überzeugungsarbeit scheiterte eigentlich. Daher ließ die Autorin einfach diese Hürde fallen und damit hatte sich das ganze Thema erledigt. Bei aller Liebe, mich hat das nicht überzeugt. Übrigens ist das auch der Grund, warum ich bisher der Autorin keine zweite Chance gegeben habe. Die Enttäuschung sitzt noch ziemlich fest.

Aber sie darf auch nicht ZU niedrig sein, sodass ich mich frage, warum sie nicht gleich ins Bett gehen und Du kannst mich mit der Geschichte in Ruhe lassen. Immerhin willst Du ja, dass ich Deinen Charakteren einige Seiten folge. Also musst Du mir natürlich etwas bieten.

Überzeuge mich also mit dem Grund und dann gewinnst Du mich auch für Deinen nächsten Roman als Leserin.

Was führt sie letztendlich richtig zusammen?

Was sie trennt, muss irgendwann einmal überwunden werden. Also musst Du auch etwas finden, was sie beide nun endgültig zusammenführt. Welche Kraft bringen die beiden auf, um die Hürde zu überwinden und um am Ende zusammenzukommen?

Diese Kraft muss natürlich stärker sein, als das, was sie trennt. Was ist diese Kraft und wie schaffen sie es, die Kraft der Trennung zu überwinden? Definiere es und schreibe es auch auf. Hier noch ein wichtiger Hinweis: Diese Kraft muss von den beiden Charakteren kommen. Es darf niemand von außen erscheinen und sagen, dass sie oder er sich um das Problem kümmert und unser Paar glücklich bis an ihr Lebensende miteinander leben darf. Die Überwindung aller Probleme muss am Ende von ihnen kommen.

Klar, sie dürfen Unterstützung erhalten. Aber der Endkampf ist ihnen bestimmt. Niemanden sonst.

In 5 Schritten zu Deinem Liebesroman

Kommen wir nun zu den fünf Schritten, die Du anwenden kannst, um einen Liebesroman zu schreiben.

1. Starke Charaktere

Jeder Roman, egal ob Krimi oder Liebesroman, braucht starke Charaktere. Ohne sie hast Du am Ende keine starke Geschichte. Daher ist es empfehlenswert hier besonders viel Zeit zu investieren und starke, aber auch logische Charaktere zu schaffen, welche glaubwürdig herüberkommen und Deine Leserinnen und auch Leser emotional berühren.

Immerhin möchtest Du, dass Deine Leserinnen und Leser Deinen Figuren so durch mindestens dreihundert Seiten und mehr folgen. Wenn Du sie aber so anlegst, dass man gar keine Lust hat, auch nur drei Seiten zu verfolgen, dann hast Du leider verloren.

Gib ihnen Stärken und wirkliche Schwächen, gib ihnen Ziele, eine Motivation, sorge für innere Konflikte. Schreibe darüber, wer sie sind, woher sie kommen, welche Geschichte sie haben, was für Träume sie begleiten, welche sie beendet haben und welche neu geboren wurden. Und natürlich die wichtigen Eckdaten: wo sind Deine Heldin und Dein Held geboren, was für ein Gewicht haben sie, wie groß sind sie, was für Haar- und Augenfarben haben sie und so weiter und so fort.

Schaffe also alles, was Du wissen musst, um realistische und überzeugende Charaktere zu kreieren, die mich als Leserin so fesseln, dass ich gerne dabei bleibe.

2. Schaffe das gewisse Kribbeln

Wenn sich Deine beiden Hauptfiguren das erste Mal treffen, dann darf es gerne ein wenig knistern. Denn immerhin möchtest Du uns erklären, warum die Heldin und der Held zusammenkommen und die ganzen Widrigkeiten Deiner Geschichte gemeinsam durchstehen. Dafür muss es letztendlich einen guten Grund geben.

Überlege Dir genau, welche Eigenschaften, sowohl innere als auch äußere, bei der jeweils andere Figur dafür sorgt, dass sie sich ineinander verlieben. Bleibe dabei ruhig auf dem Boden der Realität. Ein absolut überirdisches Wesen, das in jeglicher Hinsicht so dermaßen perfekt ist, das ist doch für manche ein wenig zu extrem, dass sie dann sagen, Danke aber nein danke. Aber Du darfst ruhig ein wenig ausholen. Immerhin ist es hier Fiktion, also dürfen die Charaktere ein wenig perfekter sein. Aber nicht zu perfekt.

Auf YouTube gibt es ein Video, in denen Wonder Woman und die BlackWidow gemeinsam auftreten. Da Wonder Woman eine unsterbliche, superstarke Amazone ist, kann ich mich mit ihr nicht so dermaßen identifizieren, als mit der sterblichen und durchaus schwachen BlackWidow. Sollte sie eine Kugel treffen, könnte sie daran sterben. Wonder Woman ist so schnell mit ihren Reaktionen, dass sie diese abwehren kann. Die BlackWidow ist da Überzeugender. Zwar hat sie ihre Stärken und Besonderheiten. Zugleich aber auch ihre Schwächen. Und damit meine ich nicht nur, dass sie nicht kugelsicher ist.

Die Heldin hat es in einigen Dingen ein wenig leichter. Da sich die meisten Leserinnen mit ihr identifizieren, muss sie nicht perfekt sein. Ganz im Gegenteil hat sie ein paar Problemzonen, ist das sogar ideal. Denn seien wir mal ehrlich, welche Frau hat denn heutzutage denn keine Problemzonen? Sie gehören zum Alltag. Daher ist es für sie besser, wenn sie über eine Frau lesen dürfen, die ihnen ähnlicher ist. Also nicht perfekt.

Männer haben es hier nicht ganz so leicht. Denn die Leserinnen sehen in ihm nicht ein Identifikationsobjekt, sondern jemanden, mit dem sie gerne zusammen sein würden. Schon öfters habe ich von intensiven Liebesromanleserinnen gehört, dass sie sich beschweren, warum die realen Männer nicht so sind, wie die fiktiven Männer. Gerne kann man über das Bild des Mannes diskutieren und ob es sexistisch ist. Das möchte ich nur nicht an dieser Stelle tun, weil es schlichtweg den Rahmen des Beitrages sprengen würde.

Natürlich darf der Held ein wenig perfekter sein. Aber ich würde Dir sehr ans Herz legen, dass Du ihn trotzdem nicht zu einer Art Superman verkommen lässt. Denn solche Helden sind auf Dauer extrem langweilig. Und sicherlich möchtest Du, dass Deine Leserinnen sich in den Helden verlieben und nicht von ihm gelangweilt sein, oder?

Notiere Dir daher, was die Heldin an dem Helden attraktiv findet und andersherum. Welche Gestiken verwenden sie, um ihre Gefühle zu zeigen (auf die Unterlippe beißen, mit den Haaren spielen) und wie sie mit dem anderen flirten. Und beschreibe auch, wie heiß sie die jeweils andere Figur finden. Auch wenn sie es am Anfang vermutlich nicht zugeben würden. Dabei ist es noch nicht einmal zwingend notwendig, dass er tatsächlich heiß aussieht (also wie ein Pin Up Boy aussieht). Es reicht aus, wenn sie ihn heiß findet.

3. Konflikte und Hindernisse

Egal was für eine Geschichte Du schreibst, Du benötigst Konflikte und Hindernisse, welche Deine Figuren überwinden müssen, damit es ein beruhigendes Ende für sie gibt. Das ist ein Fakt. Denn niemand möchte einen Roman lesen, der von Anfang an perfekt für die Charaktere läuft. Diese Regelung gilt übrigens für alle Genres, also nicht nur speziell für Liebesromane.

Überlege Dir, welche Konflikte und Hindernisse Deine Figuren überwinden müssen. Sowohl die Persönlichen, als auch Äußere. Die inneren Konflikte und Hindernisse sind der Grund, warum Deine Figuren erst einmal nicht zusammenkommen. Irgendetwas ist da tief in ihrem Inneren, in ihrer Seele, dass verhindert, dass sie sagen, hei, komme her, ich liebe dich. Finde heraus, was es ist.

Aber es muss einen guten Grund geben, warum sie nicht einfach auseinandergehen. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht mit dem heißen Typen oder der Wahnsinns Frau zusammenkommen kann, warum sollte ich es mir also antun, in ihrer bzw. seiner Nähe zu bleiben? Das muss einen guten Grund haben, äußere Konflikte zählen dazu.

Schreibe Dir daher auf, welche Gründe es gibt, dass beide nicht voneinander weggehen können und wie Du immer die Spannung aufrecht halten kannst. Denn wenn irgendwann Deine Leserinnen und Leser merken, da ist keine Spannung mehr, dann läufst Du Gefahr, dass sie Deine Geschichte nicht mehr verfolgen wollen.

Ein Beispiel? Beide arbeiten an einem Projekt. Würden sie sich trennen, würde das Projekt den Bach runter gehen und sie wären am Ende pleite. Das ist durchaus eine starke Motivation, dass sie beieinanderbleiben.

4. Die persönlichen Hindernisse überwinden

Ich habe mal einen Roman gelesen, da waren die Hindernisse zwischen der Heldin und dem Helden so dermaßen groß, dass sie eigentlich nicht überwunden werden konnten. Die Autorin hatte es so dermaßen übertrieben, dass es einfach nicht mehr möglich war, realistisch glaubhaft zu machen, dass die beiden füreinander bestimmt waren.

Das schien sie dann selbst bemerkt zu haben. Denn die Lösung empfand ich dann eher peinlich, als wirklich überzeugend. Denn sie hat das riesige Hindernis einfach fallen gelassen und es war alles gut. Das war für mich die Entscheidung, danke aber nein danke. Die Autorin kommt mir nicht noch einmal in meinem Bücherregal.

Wenn Du also Hindernisse aufbaust, dann sollten sie zwar groß sein, aber eben nicht ZU groß. Denn wenn Du an dem Punkt angekommen bist, wo sie nun diese überwinden sollen und Du hast es übertrieben, kaufe ich Dir die große Liebe nicht ab. Hast Du es aber harmonisch gestaltet, dann bist Du nun an den Punkt gelangt, wo die Hindernisse überwunden werden können. Der äußere Konflikt ist überwunden, der Tag ist für alle gerettet, nun müssen Heldin und Held sich kriegen. Der letzte Punkt ist erreicht. Wenn das geschafft ist, dann darf ich als Leserin das Buch zufrieden zuklappen.

Überlege Dir also, wie die persönlichen Hindernisse überwunden werden können und was Deine Figuren sagen oder tun müssen, um das zu erreichen. Das kann ein Heiratsantrag sein, die Höhenangst überwinden oder was auch immer Deiner Heldin letztendlich zeigt, dass er der Richtige ist und die beiden füreinander bestimmt sind.

Konflikt und Lösung müssen zueinanderpassen. Das ist hier das Wichtigste. Wenn Dein Konflikt verlangt, dass die Figuren aktiv diesen lösen, dann reicht es nicht aus, wenn sie sich hinsetzen und reden. Und wenn Du noch schaffst, das wunderschön zu beschreiben, die Gefühle einfließen zu lassen, dann wird das eine schöne Schlussszene.

5. HEA – das Happily ever after

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben (und lieben) sie sich noch heute. Natürlich endet ein Liebesroman glücklich. Unsere Heldin muss nicht zwangsläufig den Helden bekommen. Es kann auch sein, dass sie für sich entscheidet, alleine zu leben und einen neuen Job anzunehmen. Aber sie muss auf alle Fälle mit ihrem Leben zufrieden sein. Dafür benötigt sie keinen Mann. Er ist aber das Sahnehäubchen in einem perfekten Leben. Frauen müssen keine Männer an ihrer Seite haben, um Ganz zu sein. Aber sie dürfen, das ist der Unterschied.

Kreiere also ein schönes Happy End für Deine Figuren und löse alle offenen Fragen auf. Nicht, dass am Ende noch eine Frage stehen bleibt und wir uns Fragen, was war denn da noch? Das macht kein Spaß. Ich schreibe aus Erfahrung.

In einem Liebesroman hatte die Autorin eine Frage in den Raum geworfen. Es ging darum, wie der Held an die Telefonnummer der Heldin gekommen ist. An sich eine unbedeutende Frage. Doch die Autorin hatte mehrere Kapitel darauf herumgeritten, dass ich es eben nun auch wissen wollte. Wie ist der Held an diese verdammte Telefonnummer gekommen. Und dann hat sie einfach diese Frage unter dem Tisch fallen lassen. Am Ende wusste weder die Heldin noch ich, wie der Held an die Nummer der Heldin gelangt ist. Und das frustriert mich. Es mag eine harmlose Sache sein, aber daran können sich einige regelrecht aufhängen.

Idealerweise schaffst Du nicht nur ein HEA für Deine Charaktere, indem sie am Ende glücklich sein dürfen. Schaff auch für Deine Leser*nnen ein HEA, indem Du keine Frage offen lässt und sie sich einfach gut fühlen. Den Roman habe ich vor etwa zwei Jahren gelesen. Und noch heute kreist diese Frage in meinem Kopf herum (obwohl die Geschichte selbst gut war).

Abschlussgedanken

Liebesromane können mit allen Beziehungsmöglichkeiten und Geschlechtern geschrieben werden. Hier findest Du einen möglichen Rahmen für Deine Geschichte. Deine Arbeit ist, diesen Rahmen mit einem wunderschönen Bild zu füllen, eben Deiner Geschichte. Dieses Bild malst Du natürlich nach Deinem Geschmack. Aber am Ende darf es gerne so faszinierend sein, dass ich davor stehen bleibe, um es mir ansehen zu wollen.

Daher, leg los, besorg Dir Deinen Rahmen und fang an zu malen.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

P.S. Erotik oder Sex kann zwar ein Teil der Geschichte sein, muss es aber nicht.