Wie schreibe ich einen Rockstar Romance?

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Rockstars sind nicht nur musikalisch total angesagt, sondern auch in der Buchszene. Das bekomme sogar ich mit, obwohl meistens irgendwelche Hypes an mir vorüberziehen. Ich interessiere mich meistens dafür gar nicht.

Dann bin ich irgendwann über diesen Beitrag in dem Blog des Ullstein Verlages gestolpert. In diesem Beitrag geht es dadrum, welche Kriterien es braucht, um einen Rockstar Romance zu schreiben. Diese Grundlage habe ich selbst für diesen Beitrag genommen und meine eigene Gedanken darum gesponnen, wie ich selbst einen Rockstar Romance schreiben würde.

Was Du davon letztendlich übernimmst, das überlasse ich Dir. Hauptsache, das Endergebnis ist für Dich stimmig.

Kurze Vorgedanken

Zugegeben, normalerweise gehen an mir die ganzen Trends eher vorbei. Ich schreibe selbst, was ich am liebsten mag. Und zudem lese ich Bücher, die man nicht immer in irgendwelchen Bestsellerlisten findet. Aber wenn sogar ich mitbekomme, dass ziemlich viele Rockstarbücher auf dem Markt geworfen werden, dann muss da was im Busch sein.

Zwar bin ich der Meinung, man soll nicht dem Trend hinterher schreiben, sondern sollte lieber Trends selbst setzen. Aber zugleich habe ich dazu noch eine andere Meinung: Kenne die aktuellen Trends, um zu wissen, was sonst noch funktionieren könnte. Damit meine ich, wenn Du weißt, wie ein Rockstar Romance Roman aufgebaut ist und letztendlich funktioniert, kannst Du dieses Wissen nutzen, um etwas Eigenes aufzubauen. Was das ist, das überlasse ich letztendlich Dir und Deiner Kreativität. Am Ende des Beitrages hab ich Dir jedoch ein paar Inspirationen aufgeschrieben, damit Du weißt, was ich genau meine.

Daher fangen wir einfach mal an, die Grundlagen der Rockstar Romance auseinanderzunehmen.

Dein Rockstar als Held

In jedem guten Liebesroman gibt es natürlich einen Helden und eine Heldin. Alternativ kann es natürlich auch zwei Heldinnen oder zwei Helden geben. Dazu möchte ich weiter unten noch was schreiben. Daher bleibe ich erst einmal bei einem Heteropaar.

Dein Held sollte irgendetwas mit der Musik zu tun haben. Er darf gerne auf der Bühne stehen und dort der Star sein. Aber es ist auch möglich, dass er hinter der Bühne die Fäden zieht. Vielleicht ist er ein Manager oder ein Roadie. Er könnte auch ein Plattenproduzent sein.

Dabei ist es wichtig, dass Deine Heldin über den Helden mit der Welt der Musik in Berührung kommt oder einen Bezugspunkt dazu hat. Wobei es nicht notwendig ist, dass Dein Held unbedingt auch der Macher ist. Vielleicht ist er auch zurückhaltend und Deine Heldin eine große Klappe hat.

Sollte Dein Held auf der Bühne stehen, muss er nicht zwangsläufig eine Rampensau sein. Er kann auf der Bühne seine Show abziehen und trotzdem schüchtern und/oder introvertiert sein. In meinen Augen schließt sich beides nicht aus.

Im Hinterkopf kannst Du aber auch den Gedanken haben, dass Dein Held vielleicht sogar ein kleiner arroganter Typ ist. Häufig erleben wir in der Presse, dass Bands, die zu schnell aufgestiegen sind, diesen Erfolg zu Kopf steigen. Ich denke, das ist mehr als nur menschlich. Theoretisch könntest Du dann Deine Heldin dazu benutzen, ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zu bringen, bevor er seine Karriere kaputtmacht.

Normalerweise ist unser Held, also der Mann, der Rockstar. Das ist genauso Klischeebeladen wie in vielen anderen Untergenres. Der Held ist der Vampir oder der Gestaltenwandler und so weiter. Es mag durchaus sein, dass in der Rockmusikszene eher seltener Frauen als Sängerinnen oder weitere Bandmitglieder zu finden sind. Aber es gibt sie.

Die besten Beispiele sind Nightwish (die Sängerin), Skillet (Drums und Gesang, sowie Gitarre) oder auch The White Stripes (Drums). Aber es gibt auch die Band Katzenjammer, die nur aus Frauen besteht. Dein Held darf also auch gerne eine Heldin sein, wenn Du mal ein wenig Abseits des Mainstreams schreiben möchtest.

Deine Band

Spontan fällt mir nur Jon Bon Jovi und Meat Loaf ein, die als Solokünstler im Bereich Rock halbwegs erfolgreich waren bzw. sind. Sonst findet man Solomusiker*innen eher im Popbereich. Du kannst natürlich nur über ein Mitglied der Band schreiben. Aber im Grunde genommen spielt die Dynamik innerhalb der Gruppe doch eine Rolle.

Daher empfehle ich Dir, dass Du Dir durchaus Gedanken über die anderen Mitglieder Deiner Gruppe machst. Solltest Du eine Reihe schreiben, dann kannst Du am Ende jeden der Mitglieder irgendwie verkuppeln.

Für eine Band benötigst Du mindestens zwei Personen. Jemand sitzt an den Drums und jemand spielt die Gitarre. Meistens ist der Gitarrist (seltener die Gitarristin) auch zugleich der Sänger. Aber der Drummer bzw. die Drummerin darf durchaus auch singen. Das beweisen Skillet und Die Ärzte (Bela B.).

Für die maximale Anzahl gibt es eigentlich keine Grenze. Die Band Slipknot hat zum Beispiel neun Mitglieder. Und ich empfinde das durchaus ziemlich groß. Solange aber jedes Mitglied eine wichtige Rolle innerhalb der Band spielt, ist das letztendlich egal.

Durchschnittlich ist eine Bandstärke von vier bis fünf Mitgliedern wohl eher der Standard. Dazu gehört der Sänger (gelegentlich spielt er auch die Gitarre, seltener den Bass), ein bis zwei Gitarristen, einen Bassisten und dann einen Drummer.

Es ist auch möglich, einen Pianisten in die Band aufzunehmen. Das ist bei Guns n‘ Roses und Nightwish der Fall. Zwischenzeitlich ist es auch möglich, dass man einen DJ in die Band holt und ungewöhnliche Musikinstrumente spielt. Dazu gehört die Violine oder der Dudelsack. Hier kommt es darauf an, was für eine Band Du auf Deine Bühne stellen möchtest.

Schau Dir reale Bands an und überleg Dir, welche Dich am ehesten inspirieren. Bist Du eher für die klassische Variante (also Gitarre, Bass, Drums und Gesang)? Oder möchtest Du eine ungewöhnliche Band haben (eben mit Violine oder dem Dudelsack)?

Schreib die Instrumente auf, die Du in Deiner Band haben möchtest, und besetz sie dann mit den entsprechenden Mitgliedern. Und denk daran, es ist durchaus erlaubt, dass Du auch die eine oder andere Rolle mit einer Frau besetzen kannst. Das ist heutzutage nicht mehr unmöglich.

Die Musikrichtung

Rock ist nicht gleich Rock. Und überhaupt gibt es unzählige Musikrichtungen. Daher ist es gut, wenn Du da ein wenig recherchierst und Dir überlegst, wo Du Deine Band überhaupt einordnest (das kann auch interessant für die Musikinstrumente sein, die Du aufnehmen möchtest).

So gibt es auch die Metalmusik. Daneben Nu-Metal und keine Ahnung was noch. Alle haben ihre Eigenheiten, Besonderheiten und natürlich Fans. Zwar sind einige dieser Richtungen nicht mainstreamtauglich. Aber vielleicht ist das ja auch interessant. Deine Band könnte sich mit dieser Rolle abfinden und sagt sich, dass sie gerne eine Undergroundband sind. Und dann kommt jemand und versucht aus ihnen eine populäre Band zu machen, was sie an den Rand der Zerstörung bringt.

Oder sie werden versehentlich berühmt und ihre Fans wenden sich von ihnen ab. Denn viele sehen es so, dass berühmte Band zwangsläufig ihre Wurzeln verraten und nur noch kommerziell werden. Du könntest versuchen zu zeigen, wie sich Deine Band genau dagegen wehrt. Entweder erfolgreich oder nicht. Die Konsequenz könnte dann ein Teil Deiner Geschichte werden.

Deine Band könnte aber auch Countrymusik machen. Da wäre es auch möglich, mit einem Solokünstler zu arbeiten. Was alles möglich ist, das bringt sicherlich Deine Recherche hervor. Sei da ruhig mutig.

Das besondere Merkmal der Band

Dieser Punkt ist eher ein kann als ein Musspunkt. Du kannst Deiner Band ein unverwechselbares Merkmal geben, den sie eben einzigartig macht. Bei Nightwish war es früher, dass sie mit Tarja Turunen eine ausgebildete Opernsängerin als Sängerin hatten. Slipknot ist für ihre Masken bekannt. Andere Bands hingegen tragen einfach nur ihre Klamotten und spielen ihre Musik und das war es. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile in der realen Welt.

Da wir es hier aber mit einem Roman (oder einer Romanreihe zu tun haben), darfst Du natürlich auch gerne dieses besondere Merkmal aufnehmen. Das kann auch den Reiz Deiner Geschichte ein wenig in die Höhe treiben.

Nehmen wir an, Du möchtest die Masken als besonderes Merkmal aufnehmen. Wenn Deine Bandmitglieder es richtig machen, dann weiß niemand, wer sich darunter befindet. Es ist eben das große Geheimnis. So kann sich der Held Deiner Geschichte Deiner Heldin nähern, ohne Angst zu haben, dass sie ihn nur deswegen anhimmelt, weil er eben ein Mitglied dieser Band ist.

Als kleiner Twist wäre noch der Gedanke interessant, dass sie vielleicht diese Band abgöttisch liebt oder hasst. Die Gründe darfst Du Dir überlegen. Nun muss Dein Held (es ist ja ein Liebesroman) Deine Heldin davon überzeugen, dass sie zueinander gehören und ihre Vorurteile nicht der Realität entsprechen. Aber das sind Gedankengänge, die Du übernehmen kannst, nicht musst.

Meine Empfehlung ist, übertreib es bitte nicht. Es muss nicht sein, dass Deine Band ungewöhnliche Musikinstrumente spielt, alle Masken tragen und zudem eine Opernsängerin haben. Das wäre dann einfach zu viel des Guten. Such Dir das eine oder andere Element aus und mach damit Deine Band zu etwas Besonderen.

Das Lied

Das ist kein Muss, ich persönlich finde es aber durchaus interessant. In einigen Serien, in denen eine Band eine wichtige Rolle spielt, kommt immer wieder ein oder zwei Lieder vor, die als Aushängeschild gelten.

Daher ist es durchaus eine nette Idee, ein Lied zu schreiben, welche Deine Leserinnen durch das ganze Buch begleiten. Du kannst zum Beispiel jedes Kapitel mit einer Strophe einleiten oder diese immer wieder einfügen, wenn es passt. Und als nette Geste fügst Du das komplette Lied am Ende Deines Romans ein.

Du musst keine Meisterin bzw. kein Meister im Schreiben von Songtexten sein. Solange es von Herzen kommt, ist es völlig ausreichend. Schau Dir andere Liedtexte an und lass Dich von denen inspirieren. Und ja, ich meine nur inspirieren, klauen ist natürlich nicht erlaubt. Das kann zu unnötigen Abmahnungen führen.

Aber wie geschrieben, es ist eine reine Kannsache. Aber eine durchaus interessante Kannsache.

Tätowierungen

In der Tat haben viele Rock- oder auch Metalmusiker eine oder mehrere Tätowierungen. Das scheint für viele schlichtweg dazu zugehören. Daher kannst Du Dir schon gerne überlegen, ob Du Deinen Helden nicht auch das eine oder andere Tattoo gönnst.

Es gibt jedoch zwei unterschiedliche Arten von Tattoos. Die, die der Person gefallen (auch wenn wir sie als hässlich empfinden) und die, die der Person nicht gefallen. Du kannst Dir also überlegen, ob Du Deinem Helden nicht auch ein paar Missgeschicke auf die Haut stechen lässt.

Da wäre vielleicht ein sogenanntes Cover-up notwendig (also eine neue Tätowierung über diesen Albtraum) und dort könnte Deine Heldin auch ins Spiel kommen. Vielleicht ist sie die Tattookünstlerin, die Deinem Helden das Tattoo rettet. Oder sie ist zur gleichen Zeit in dem Laden und lässt sich ebenfalls was stechen.

Meistens erzählen die Tätowierungen irgendeine Geschichte. Du musst diese Geschichte nicht bis ins letzte Detail ausschreiben. Mach Dir aber ruhig ein paar Notizen dazu. Vielleicht findest Du eine passende Stelle in Deinem Roman, wo Du die Information entsprechend einbauen kannst.

Alternativ kannst Du die Haut Deines Helden auch unbemalt lassen. Ein Rockstar, der keine Tatowierung hat? Das kann durchaus als ungewöhnlich gelten und fällt sicherlich auf. Vielleicht taucht diese Frage auch in einem Zeitungsbericht auf, warum hat Dein Held denn keine Tatowierungen? So als kleine Inspiration.

Groupies und Hardcorefans

Groupies kann man als einen extremen Fan bezeichnen, der dem Star überall hinverfolgt und über sie oder ihn alles kennt und weiß, was sie glauben zu kennen. Dabei beziehen sie ihre Liebe nicht nur auf Musiker*innen, sondern auch auf Schauspieler*innen oder auch Politiker*innen.

Ihre Fanliebe kann auch in den sexuellen Bereich abdriften. Das bedeutet, dass sie zumindest versuchen, mit ihrem Star ins Bett zu kommen. Und man muss auch klar sagen, viele Stars nutzen das auch aus. Eventuell auch Mitglieder Deiner Band?

Übrigens, Groupies können durchaus Stalkingverhalten aufweisen, werden aber nicht als Stalkerinnen bezeichnet.

Hardcorefans sind hingegen Fans, die nichts und niemanden über ihren Star kommen lassen. Wenn jemand es wagt, schlecht über sie zu reden, wird die Person in Grund und Boden gestampft. Und sie unterstützen ihre Stars, solange sie so sind, wie der Fan es erwartet.

Denn diese Art von Fans wollen manchmal auch nicht, dass sich ihre Band oder ihr Star irgendwie entwickelt oder verändert. Als Metallica sich damals die Haare abschneiden ließen (in der Metalszene gab es Zeiten, war es Pflicht lange Haare zu tragen, heute sieht es doch anders aus), haben viele Fans ihnen die Treue aufgekündigt. Ja, allein deswegen, weil sie sich die Haare haben abschneiden lassen (und die Konsequenz daraus, dass sie Mainstream wurden, angeblich).

Überhaupt lassen viele Fans ihre Stars im Stich, wenn sich abzeichnet, dass sie erfolgreich werden. Das war bei der Band von Rio Reiser so. Sie waren früher erfolglos und arm, hatten aber ihre Hardcorefans. Als Rio Reiser berühmt wurde (als Solokünstler), wurde er von seinen alten Fans eher gemieden.

Diese Gruppen können Pfeffer in Deine Geschichte bringen. So könnte ein Groupie hinter Deinem Helden her sein und dadurch zu Verwirrspielen sorgen, ob er nun Deiner Heldin fremdgegangen ist. Oder der Hardcorefan könnte es nicht wollen, dass Dein Held eine Beziehung anfängt (mit der Heldin oder mit einem Helden, also das er schwul oder sie lesbisch ist).

Auf alle Fälle können Fans durchaus interessant für Deine Geschichte sein. Dieses Potenzial würde ich nicht ohne Grund ungenutzt lassen.

Drogen und Alkohol

Fakt ist, dass bei sehr vielen Band in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart das Thema Drogen und Alkohol eine Rolle gespielt haben oder sogar immer noch spielen. Das unter dem Teppich zu kehren und so zu tun, als gäbe es dieses Problem, finde ich problematisch.

Du kannst gerne Deine Band clean halten, das ist völlig in Ordnung, aber mach Dir trotzdem ruhig Gedanken darüber, wie sie zu diesem Thema stehen. Vielleicht hat ein Mitglied in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen damit gemacht und ist nun clean. Oder jemand rutscht ab und betrinkt sich regelmäßig oder nimmt Drogen. Alternativ könnte ein Mitglied extrem gegen Alkohol oder Drogen haben, weil er in der Vergangenheit dadurch jemand verloren hat, als Beispiel.

Es ist durchaus in Ordnung, wenn Deine Band oder Deine Heldin mal ein Bier oder ein Korn trinkt. Sollten sie aber zu tief ins Glas gucken, dann überleg Dir bitte, warum sie das tun und ob sie ein Problem mit dem Alkohol haben. Nicht jeder, der mal betrunken ist, hat automatisch gewisse Probleme. Darüber will ich hier nicht diskutieren. Aber wir reden hier immerhin von Deiner Charakterarbeit. Und da solltest Du natürlich wissen, ob es dem so ist.

Notier Dir hier also, wie Deine Band mit dem Thema umgeht und auch, wie es Deine Heldin sieht. Vielleicht hat auch sie das Problem mit Drogen und Alkohol. Das wäre auch eine Möglichkeit.

Örtlichkeiten

Eine Band findest Du an verschiedenen Orten. Auf der Bühne, bei denen zu Hause (muss es eigentlich immer eine Villa sein?), im Tonstudio und wo auch immer. Also Orte, wo man Deinen Star antrifft. Nur wird es dort schwierig, die Frau des Lebens bzw. den Mann auf der Straße anzutreffen. Denn warum sollte sie in der Villa Deines Rockstars abhängen, außer sie wäre ein Fan, eventuell ein Groupie. Oder sie ist eine wichtige Mitarbeiterin der Gruppe oder des Personals oder des Sicherheitsteams. Dann hat sie doch gute Gründe dort zu sein.

Überleg Dir also, wo überall Deine Helden zu finden sind, damit Du Dir überlegen kannst, wie er über Deine Heldin stolpern kann. Kennst Du die Orte, wo man ihn am ehesten antrifft, kannst Du Dir überlegen, wie sie überhaupt aufeinandertreffen können.

Die Bühnenshow

Sollte Deine Band in Deiner Geschichte auf die Bühne gehen, dann überlege Dir auch gerne eine Bühnenshow. Denn viele Bands haben gewisse Eigenheiten, welche sie dort zum Tragen kommen lassen.

Das geht über den Aufbau der Bühne, bis hin, wer was dort für einen Part hat. Zudem kannst Du Dir noch überlegen, wie die eigentlichen Lieder live geändert werden. Denn häufig agiert die Band mit ihren Fans, um diese zu motivieren mitzusingen oder was auch immer sie gerade wollen.

Da kann ich Dir empfehlen, mal ein Livealbum und zudem auch noch eine Bühnenshow einiger Bands anzuhören. Du wirst verstehen, was ich meine. Häufig werden gerade Gitarrensolos eingebaut, die es auf dem Studioalbum nicht zu finden sind. Unter anderem auch deswegen, damit der Sänger sich eine kleine Pause gönnen kann. Denn zwei oder mehr Stunden zu singen, kann für die Stimme sehr anstrengend sein.

Und natürlich können live auch Fehler passieren. So erzählte Farin Urlaub (Die Ärzte) einmal, dass er bei einem Konzert bei einem Lied einfach mal eine komplette Strophe vergessen hatte. Er dachte, das Lied wäre zu Ende und wunderte sich, warum die restliche Band noch weiterspielt. Er war in diesem Moment völlig konfus.

Das kannst Du Dir auch überlegen, dass Deine Band auf der Bühne stolpert oder ein Lied vermasselt. Aber auch Unfälle können auf der Bühne passieren. So gab es bei Metallica mal ein Unfall mit der Pyrotechnik und James Hetfield (Gitarre und Gesang) verletzte sich dabei so schwer, dass er das Konzert abbrechen musste.

Was auch immer Du machst, einmal darf es gerne passieren.

Interviews

Aufgrund der Persönlichkeit der Bandmitglieder kannst Du Dir auch überlegen, wie die Interviews sind. Denn jedes Interview ist letztendlich anders, was halt durch die Persönlichkeit geprägt ist.

An dieser Stelle werde ich keine Namen nennen, aber in einem Interview meinte ein Rockstar über einen anderen, dass dieser in seinen Interviews andauernd jammerte. Die Reaktion des ersten Stars war, jammern auf höchstem Niveau. Das lag halt im Charakter der Person. Er jammerte halt auf höchstem Niveau. Eine andere Geschichte, die ich gesehen war wieder von den Ärzten. Da meinte Farin zu Rod (dem introvertieren Bassisten der Band), dass er doch bitte endlich schweigen möge, weil er so viel geredet hatte. Nur hatte Rod kaum etwas gesagt. Er konterte nur, ja, er werde endlich die Klappe halten. Natürlich haben sie sich auf den Arm genommen, macht aber die Besonderheit dieser Band aus.

Daher überleg Dir, wie Deine Band im Interview sich benimmt. Versprechen sie sich öfters oder sind sie unhöflich? Vielleicht sind sie auch extremst höflich? Oder sie geben gar keine Interviews?

Egal was es ist, überleg es Dir. Und vielleicht baust Du so etwas in Deiner Geschichte ein. Du kannst es aber auch als Schreibtraining benutzen, um die einzelnen Bandmitglieder besser kennenzulernen, indem Du ein Interview schreibst und schaust, wie sie sich benehmen. Ob Du es am Ende verwendest, das liegt dann an Dir.

Noch ein kleiner Hinweis, Deine Heldin oder Dein Held könnte ja auch das Interview führen, weil sie eine Reporterin ist. Und darüber könnten die beiden sich kennenlernen.

Nebenprojekte

Einzelne Bandmitglieder können noch nebenbei andere Musikprojekte haben. Oder überhaupt noch woanders aktiv sein. Wie wäre es, wenn sie schauspielern oder Wrestler sind (so wie Chris Jericho als Beispiel).

Wenn die Hauptband zum Beispiel Masken trägt, könnte das Mitglied in der anderen Band keine Maske tragen. Dadurch könnte der Held der Heldin näherkommen und eine schöne Verwicklungsgeschichte stehen (sie mag die Band mit den Masken zum Beispiel nicht, aber die ohne schon).

Joey Jordison von Slipknot (ehemaliger Drummer) hat eine Zeit lang bei den Murder Dolls gespielt (als Gitarrist). In solchen Projekten können die Gesichter zum Beispiel geschminkt sein. Aber es wäre auch möglich, dass Dein Mitglied offen zu seiner Identität steht.

Alternativ könnte er auch etwas völlig anderes machen. Eben ein Schauspieler sein und regelmäßig am Set stehen, sei es für Serien oder Filme. Alternativ könnte er auch ein Theaterschauspieler sein. Oder er hat ein völlig anderes Nebenprojekt, er ist ein Wrestler oder Sportler. Es wäre aber auch möglich, dass er der Manager oder Produzent der Band ist.

Sein Nebenprojekt kann mit der Arbeit der Band harmonieren oder komplett im Weg sein. Hier kommt es darauf an, wie Du die Geschichte erzählen möchtest.

Ich würde Dir aber zur Übersichtlichkeit empfehlen, dass Du Deiner Band nicht zu viele Nebenprojekte gibst. Theoretisch könnte natürlich ein Mitglied Musiker sein, Filmschauspieler, Wrestler, dann noch ein Onlinemagazin haben, Podcasts veröffentlichen, Buchautor sein, Künstler und keine Ahnung was noch. Aber wann soll er dann für seine Heldin noch Zeit haben? Und bei einem Mitglied ist das durchaus in Ordnung. Aber dann bitte, bitte nicht bei allen. Nicht jeder Mensch hat unendlich viele Leidenschaften, die sie alle umsetzen wollen (auch wenn ich das Selbst nicht so nachempfinden kann).

Mitglieder austauschen

Vor Jahren habe ich in einer Doku gehört, dass ZZ Top die einzige Band sind, deren Gründungsmitglieder bis heute immer noch Teil der Band sind. Und damit sind sie absolut einzigartig. Alle anderen Bands haben mindestens ein Mitglied ausgetauscht.

Das kann tragische Gründe haben, indem das Mitglied bei einem Unfall oder einer Überdosis verstorben ist (zum Beispiel Metallica). Oder es hat einfach, ich schreib es mal so, politische Gründe, und das Mitglied wurde aus der Band geworfen (siehe wieder Metallica, Nightwish und auch Slipknot, auch wenn es hierbei eher gesundheitliche Gründe gab).

Alternativ kann auch ein Mitglied gesagt haben, dass es nicht mehr kann, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen (wie bei Kamelot oder bei den Toten Hosen) oder weil sie oder er nicht mehr möchte (Peter Gabriel bei Genesis).

Wenn Deine Band danach weitermachen möchte, können sie das Mitglied entsprechend ersetzen. Dein Vorteil ist dann, dass Du über das neue Mitglied noch einen weiteren Band schreiben kannst. Ich würde Dir aber empfehlen, es nicht zu übertreiben. Ein Mitglied auszutauschen, vielleicht zwei, das reicht völlig aus. Wenn Du nach und nach alles austauschst, dürfte das bei Deinen Leser*innen nicht gut ankommen.

Solltest Du also noch die Idee für eine weitere Geschichte haben, darfst Du gerne ein oder zwei Mitglieder austauschen (wie es bei Nightwish damals der Fall war). Aber danach sollte es gut sein.

Kollaborationen

Es gibt Bands, die sich Gastsängerinnen oder Gastsänger einladen und entweder nur ein Lied oder ein komplettes Album gemeinsam einsingen. Hier kommt es darauf an, was den Personen am liebsten ist. Und auch darüber könntest Du schreiben und ein wenig mehr Pfeffer in die Geschichte streuen.

Denn hier könnten Gerüchte über Beziehungen entstehen, einzelne Bandmitglieder können Probleme mit dem Gast haben oder es funktioniert alles nicht so, wie es funktionieren sollte.

Und natürlich könntest Du so Deine Heldin und Deinen Helden zusammenbringen. Vielleicht wollten die beiden keine Zusammenarbeit und mussten es, warum auch immer. Nun müssen sie Zeit miteinander verbringen und der Rest ist dann Deine Geschichte.

Weitere Gedanken zu Deiner Rockstargeschichte

Das waren die Punkte aus dem Beitrag mit einigen weiteren, die ich selbst hatte, als ich diesen gelesen habe. Natürlich brauchst Du eine spannende Geschichte, vielschichtige Charaktere und gute Dialoge, damit Dein Roman am Ende wirklich lesbar ist.

Wie ich schon oben geschrieben habe, kannst Du natürlich auch weibliche Mitglieder in Deiner Band aufnehmen. Das würde definitiv eine andere Dynamik in die Geschichte hineinbringen. Und warum soll nicht mal eine Heldin der Rockstar sein? Und der Held kreuzt ihre Wege und taucht dann in ihre Welt hinein.

Weiterhin ist es möglich, dass Du auch eine Gay- bzw. Lesbiangeschichte schreibst. Deine Rockstarheldin könnte sich also in eine Frau verlieben. Oder Dein Rockstarheld in einen Mann. Ich könnte mir durchaus gut vorstellen, dass mit einer homosexuellen Beziehung viele Fans ihre Probleme haben, geschieht diese außerhalb des Popbereichs.

Denn für viele existieren keine Lesben (ja, diesen Spruch durfte ich wirklich mal lesen) und schwule sind ja eklig (nicht meine Ansicht, sondern die vieler anderen). Damit wären durchaus einige Ideen für Konflikte sicherlich möglich, oder?

Alternativen zu den Rockstars

Wenn Du der Überzeugung bist, dass Rockstars für Dich nichts sind, Du aber die Grundidee nicht schlecht findest, es gibt durchaus alternativen, mit denen Du Dich auseinandersetzen kannst.

Sport

Poppy J. Anderson hat es vorgemacht und eine Footballmannschaft ins Rennen geschickt. Aber es gibt natürlich noch viel mehr Sportrichtungen, derer Du Dich bedienen kannst. Und hier gibt es einen klaren Vorteil.

In vielen Vereinen ist es üblich, dass Spieler*innen regelmäßig ausgetauscht werden. Daher kannst Du hier in der Tat eine sehr lange Reihe schreiben. Weiterhin gibt es die Rolle der Trainer*innen, Manager*innen, Verbandsleiter*innen, Ärzt*innen und viele mehr. Die Auswahl ist beinahe unerschöpflich.

Wrestling

Wer mir auf Twitter folgt, weiß, dass ich Wrestling mag. Und warum nicht das als Grundlage für eine Romanreihe machen? Ich wüsste schon, wie mein Wrestlingteam aussehen würde.

Entscheidest Du Dich für so etwas, solltest Du Deinen eigenen Verband gründen und die ganzen Moves kennen und eigene erfinden. Besonders die Finishingmoves sind individuell zu besetzen und zu erfinden. Denn sie sind eine Art Visitenkarte im Wrestling.

Weiterhin ist es wichtig, dass Du den Unterschied von Heel und Face kennst, was ein Enzuigiri ist und wie Wrestling überhaupt funktioniert. Sowie die Fehden innerhalb des Wrestlinguniversums schreibst, die ein Teil der Show ist. Und ganz wichtig, dass alles natürlich nur Fake ist (bis auf die möglichen Verletzungen).

Auch hier ist der Vorteil, dass Du über sehr viele Wrestler und Wrestlerinnen schreiben kannst. Zudem kannst Du mehrere Formate erfinden und immer wieder neue Gesichter ins Geschehen holen und andere aus Deinem Verband werfen. Theoretisch ist diese Welt unerschöpflich.

Und zudem gibt es Wrestling auch in anderen Teilen der Welt. Besonders Japan und Südamerkike scheinen eine Wrestlinghochburg zu sein.

Universität

Du könntest aber auch in ein völlig anderes Gebiet Dich hineinwagen und eine fiktive Universität erfinden. Alternativ wäre es auch eine Schule oder College. Dort schreibst Du aus dem Leben der Lehrer*innen bzw. Professor*innen und die der Schüler*innen.

Und in der Tat sind einige Lehrkräfte selbst regelrechte Rockstars.

Ärzt*innen

Entweder in einer Privatpraxis oder in einer Klinik. Muss ich eigentlich dazu noch was schreiben? 🙂

Abschlussgedanken

Zugegeben, nachdem ich diesen Beitrag überarbeitet habe, habe ich selbst Lust bekommen, einen Rockstar Roman zu schreiben. Vielleicht mache ich es auch. Oder einen Wrestlingroman. Wichtig hierbei ist, wie bei jedem Genre, dass Du richtig viel Spaß dabei hast. Wenn nicht, wird man es Dir anmerken und Deine Geschichte kommt nicht so gut an.

Also schmeiß Deine Anlage an und hab viel Spaß dabei.

Und den wünsche ich Dir.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

 

Wie Du einen paranormalen Roman (nicht) schreiben kannst

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Paranormal Romance Geschichten gehören mitunter zum beliebtesten Subgenre des Liebesromans. Der Grund ist unter anderem der, dass man weitaus mehr Spielarten hat, als in einem klassischen Liebesroman. Egal ob Vampir, GestaltenwandlerIn oder Engel, alles ist erlaubt, was gefällt. Dabei kann es luftig leicht vonstattengehen oder auch sehr düster. Hier hast Du alle Möglichkeiten, die Dir selbst vorschweben.

Kurze Vorgedanken

Wenn man es so will, dann gab es schon immer eine Form von paranormalen Geschichten. Seien es die Göttergeschichten aus dem alten Griechenland und früher oder der gute alte Graf Dracula. Schon immer waren sie also ein Teil unseres Lebens.

Und heute sind sie beliebter als je zuvor. In so gut wie jeder Buchhandlung gibt es zwischenzeitlich ein Regal, welche für diese Art von Literatur reserviert ist. Auch wenn eines der Kreaturen nicht mehr so beliebt ist wie früher (aktuell die Vampire), so finden sie und ihre Geschwister durchaus ihre Leser*innen.

Daher möchte ich heute auf die Definition eingehen, was das überhaupt ist, wie man in diesem Genre schreiben kann und was Du am besten nicht machst.

Definition: Was ist eigentlich „Paranormal Romance“?

Sicherlich hast Du schon mal von diesem Genre gehört. Aber die eine oder der andere wird vielleicht spontan keine Definition finden, was das nun genau ist.

Es handelt sich hierbei um ein Subgenre des Liebesroman Genre und beinhaltet die klassischen Elemente eines Liebesromans. Also Heldin und Held (oder auch Heldin und Heldin bzw. Held und Held und welche Konstellationen es noch so gibt), eine antagonistische Kraft, die große, wahre und ewige Liebe und diese Dinge eben.

Das Besondere hierbei ist, dass in diesem Genre Vampire, Werwölfe bzw. Wehrwesen, Geister, Hexen und weitere fantastische Kreaturen auftauchen dürfen, die wir als Fabelwesen bezeichnen können. Also Wesen, die wir aus Märchen, Geschichten und Legenden kennen, nehmen in solchen Geschichten eine große Rolle ein. Nicht als Nebenfigur, sondern als Hauptfigur. Also Deine Heldin oder Dein Held (ich bleibe bei der heterosexuellen Version dieser Geschichten, es ist aber durchaus möglich, eine Geschichte mit homosexuellen oder auch intersexuellen Charakteren zu schreiben) ist eines der gerade genannten Wesen.

Sehr häufig ist es so, dass diese Wesen ein Teil unserer Welt sind und neben den Menschen leben. Entweder im Verborgenen (als eine Parallelgesellschaft) oder sie leben offen mit uns. Das liegt natürlich an der Geschichte, was hier besser passt.

Aber auch Zeitreisen, Kontakt zu Aliens können ebenfalls hierzu gehören.

Einen paranormalen Liebesroman schreiben

Momentan ist es ein Genre, das durchaus sehr beliebt ist. So findest Du beim Lyx-Verlag eine hohe Anzahl von entsprechenden Büchern. Und momentan, so kann man durchaus sagen, dürfte wohl dieses Genre mitunter zu den beliebtesten zählen.

Auf alle Fälle ist es schwer, daran vorbeizukommen. Sei es bei den Büchern für Erwachsene (nicht nur im Romance Bereich findest Du das Thema Paranormal, sondern auch in anderen) oder für Jugendliche und Kinder. Harry Potter dürfte hier eines der bekanntesten Beispiele sein. Auch wenn es vermutlich von vielen nicht als eine paranormale Geschichte eingestuft wird.

Du könntest also durchaus Deine Leserinnen und einige Leser in diesem Bereich finden, wenn Du Dich entscheidest, einen paranormalen Liebesroman zu schreiben. Wenn Du Dir aber sagst, hei, geil, ich kann hier Geld verdienen, aber ansonsten habe ich davon keine Ahnung, dann solltest Du die Finger davon lassen. Denn man spürt meistens, wenn man keinen Bezug zu einem bestimmten Genre hat.

Brauchst Du nun ein paar Ratschläge für die ersten Schritte, dann lies einfach weiter.

1. Kenne das Genre

Wie bei jedem anderen Genre auch, solltest Du durchaus wissen, mit was Du es hier zu tun hast. Wenn Du Dir denkst, es reicht aus einen Vampir ins Rennen zu schicken, um einen paranormalen Roman zu schreiben, werden Dich Deine Leser*innen eines besseren belehren.

Daher empfehle ich Dir, dass Du Dich in Deinem Wunschgenre auskennen solltest. Was wurde bisher geschrieben, worüber möchtest Du schreiben, was sind die Regeln, wo gibt es Ausnahmen davon.

Das bedeutet natürlich auch, dass Du sehr viel liest. Aber das sollte sowieso selbstverständlich für uns Autor*innen sein, oder? (Kleiner Hinweis: Zwischenzeitlich durfte ich erfahren, dass es durchaus Autor*innen gibt, die nicht lesen, daher kommt ein solcher Vorschlag nicht von ungefähr.)

Mein Arbeitsvorschlag

Such Dir Deine Lieblingsbücher aus diesem Bereich raus und lies sie Dir noch einmal durch. Was genau hat Dich an diesen Geschichten so fasziniert? Und wie soll am Ende Dein eigener Roman aussehen? Mach Dir an dieser Stelle durchaus Notizen, damit Du nichts vergisst.

2. Sei einzigartig

Du musst nur ein wenig im Internet recherchieren, wie viele Romane in den letzten Jahren in diesem Genre veröffentlicht wurden. Du wirst mit Titeln förmlich erschlagen. Und jedes Jahr kommen weitere heraus. Sowohl im Verlagsbereich als auch im Selfpublishing. Da kann es durchaus schwer sein, sich in dieser Masse hervorzutun.

Daher ist einer wichtigsten Empfehlungen, sei einzigartig, hebe Dich von den anderen Werken ab. Kopiere auf keinen Fall andere Werke, füge etwas hinzu und veröffentliche es (oder lasse es veröffentlichen). Denn warum soll ich eine Kopie lesen, wenn ich doch das Original haben kann?

Überlege Dir also, wie Du Deine Geschichte einzigartig machen kannst. Ein Schlüsselelement also, was man nicht wegnehmen kann, ohne das Deine komplette Geschichte in sich zusammenbricht. Und ein Element, das Deine Geschichte zu etwas Besonderem macht.

Schau Dir die Romane an, die ganz weit oben in den Bestsellerlisten sind. Sie alle haben ihr Genre aus einer völlig anderen Perspektive betrachtet und etwas Neues gemacht. Anne Rice schreibt aus der Sicht der Vampire und Harry Potter geht in ein magisches Internat (Internatsgeschichten gab es viele, wie Hanni und Nanni, sie waren aber nicht magisch).

Überlege Dir also, was die anderen geschrieben haben. Es ist wichtig, dass Du den Markt kennst. Was wurde in den Letzten ein bis zwei Jahren veröffentlicht? Was verkauft sich gut? Was interessiert auch Dich? Gerade die letzte Frage ist wichtig. Wenn Dir etwas nicht gefällt, schreibe nicht darüber.

Wenn Du, zum Beispiel, die Krise von Vampiren bekommst, aber Vampire gerade (wieder) wahnsinnig beliebt sind, dann lasse es. Orientiere Dich dann an Wesen, die Du mehr magst, und sei da einzigartig.

Lerne also Dein Genre kennen, schaue, was es gibt, was andere geschrieben haben und überlege Dir, was Du schreiben kannst, um anders zu sein, einzigartig. Was würde Dir gefallen. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass es dann auch den anderen gefällt.

Mein Arbeitsvorschlag

Wenn Du genügend recherchiert hast, nimm Dir Dein Notizbuch zur Hand und schreibe zwischen zwanzig Minuten und einer halben Stunde Schlagwörter auf. Einfach alle Themen, die Dich interessieren und wo Du Dir vorstellen könntest, dass Du darüber schreiben könntest. Bitte zensiere Dich an dieser Stelle auf gar keinen Fall. Denn es geht erst einmal darum, dass Du überhaupt siehst (also wirklich schwarz auf weiß), was Dich interessieren könnte.

Erst im zweiten Schritt darfst Du dann kritisch sein. Schaue Deine Liste genau an und markiere entweder mit bunten Stiften oder mit einem Marker die Themen, wo Du genau weißt, dass diese Dich lange genug fesseln. Es sollten nicht mehr als eine Handvoll Punkte auf Deiner Liste sein. Aber ich denke, dass Du durchaus ein Punkt aufgeschrieben haben könntest, dass anders ist, als was man so liest. Und damit machst Du aus einer Paranormal Romance Geschichte Deine Paranormal Romance Geschichte.

3. Mythologiegrundlagenarbeit

Vampire vertragen kein Sonnenlicht und Werwölfe tötest Du am besten mit Silberkugeln. Ich denke, wir alle kennen die mythologischen Hintergründe vieler magischer Wesen. Sie haben sich über die Jahrhunderte entwickelt und werden auch von vielen Autorinnen und Autoren verwendet.

Das bedeutet aber nicht, dass Du das auch machen musst. Wenn Du Dich entscheidest, etwas zu ändern, dann mache es. Wenn Du willst, dass Deine Vampire sich in Spiegel sehen können, dann können sie das. Oder sie sollen in der Sonne braun werden können? In Ordnung, dann ist nicht die Sonne ihre Schwachstelle. Finde dann eine andere.

Überlege Dir genau, woher Deine Wesen kommen, was sie sind und vor allem, was ihre Stärken und Schwächen sind. Erstelle Dir eine Liste mit Fragen, die Du beantwortest und damit dann Deine Wesen besser kennenlernst und mit ihnen dann arbeiten kannst:

  • Woher kommen Deine Wesen?
  • Welche Fähigkeiten haben sie?
  • Was sind ihre Stärken?
  • Was sind ihre Schwächen?
  • Wie viele gibt es von ihnen?
  • Wie sind sie organisiert?
    Haben sie Stämme, sind sie Einzelgänger / Einzelgängerinnen? Gibt es neben ihnen noch andere (mystische) Lebewesen?
  • Leben sie mit den Menschen zusammen oder bleiben sie von ihnen getrennt?
  • Welche Regeln, Gesetze, Gebote, Moralvorstellungen haben sie?
  • Wie haben sie bis heute überlebt?
  • Gibt es in der Vergangenheit Anzeichen, dass man sie schon einmal gesehen hat?
  • Haben sie Feinde? Natürliche Feinde, selbst erschaffene Feinde?

Du musst nicht alle Informationen am Ende in Deiner Geschichte verwenden. Je mehr Du aber über sie weißt, desto besser kannst Du uns ihre Welt in Deinem Roman vorstellen. Daher ist es durchaus eine gute Idee, wenn Du Dich mit ihnen beschäftigst.

Mein Arbeitsvorschlag

Recherchiere erst einmal über die historischen Hintergründe Deines Wunschwesens. So gut wie alle Fabelwesen haben eine eigene historische Geschichte, die sich nach und nach entwickelt haben. Und häufig kennen wir noch nicht einmal alle Daten zu den Wesen, auch wenn sie durchaus berühmt sind, wie zum Beispiel die Vampire oder die Werwölfe.

Allein schon die Faktenlage wird Dich sicherlich inspirieren, neue und tolle Geschichten zu schreiben. Wenn Du aber weniger bekannte Wesen aussuchst oder gar Wesen aus anderen Kulturkreisen, dann dürfte Deiner Geschichte und Deiner Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt sein.

Erarbeite Dir daher erst einmal die reine Faktenlage und schau dann, was Du für Deine Geschichte übernehmen möchtest und was nicht. Und dann, was Du dann hinzufügen willst. Meine Empfehlung ist, dass Du immer klar unterscheiden kannst, was von Dir und was sich historisch entwickelt hat.

4. Eine starke Heldin

In den letzten Jahren haben sich die Heldinnen in den Romanen zu starken Persönlichkeiten gemausert. Sie müssen nicht mehr gerettet werden, sondern sie retten den Tag. Eine durchaus positive Entwicklung, wie ich persönlich finde.

Damit meine ich nicht, dass Deine Heldin sich wie Buffy prügeln muss (auch wenn das eine sehr angenehme Abwechslung ist). Es geht mir hierbei um die Persönlichkeit der Figur. Sie schreit nicht mehr herum und ein starker Retter in der Not befreit sie aus der misslichen Lage. Das kann sie durchaus selbst. Und dafür kann sie gerne ihre Muskelkraft verwenden. Aber vor allem ihr Gehirn.

Sie darf aber auch etwas aggressiver auftreten, mehr bissiger und frecher als Heldinnen in anderen Liebesromangenres. Denn sie hat es häufig mit Werwölfen, Vampiren und anderen mächtigen Wesen zu tun. Da kann sie kein Mäuschen sein, das vor diesen Wesen kuscht und bei jedem Knurren eingeschüchtert ist. Das könnte ihr als Schwäche ausgelegt werden und wer weiß, am Ende würde man sie deswegen vielleicht sogar töten?

Wenn Du eine schwache Heldin einführst, ist das in Ordnung. Damit hast Du eine Grundlage, um sie wachsen zu lassen und dadurch kann sie am Ende eine starke Frau werden, die in der Lage ist, den Mann ihrer Träume zu retten. Es kann also eine gute Idee sein, sie schwach anzulegen und dann stark werden zu lassen. Aber den Roman mit einer schwachen Frau enden zu lassen, ich persönlich halte das nicht für eine sehr gute Idee. Aber andererseits wäre das etwas für das Thema „Originalität“?

3 Tipps für eine starke Heldin

1. Jede Heldin hat ihre eigene Geschichte

Wie jede andere Figur, so hat auch Deine Heldin ihre eigene Geschichte. Sie wurde geboren, hat eine Herkunftsfamilie, verließ diese und wurde über die Jahre zu der Frau, die wir in der Geschichte sehen und kennenlernen dürfen. Als Autorin oder Autor solltest Du also ihre persönliche Geschichte kennen und jederzeit in der Lage sein, diese auch in der Geschichte zu erwähnen und einzubauen.

Schreibe ihre Geschichte auf, wer sie ist, was sie macht, was sie in der Vergangenheit getan hat, was sie in der Zukunft tun will, was sie liebt, was sie hasst und all diese Dinge. Kenne sie wirklich sehr genau. Und überlege Dir besonders, was ihre Stärken und ihre Schwächen sind. Denn sie gehören zu Deiner Heldin dazu. Und sie können Deine Geschichte spannend machen.

2. Fühle Dich in Deine Heldin hinein

Du solltest fühlen, was Deine Heldin fühlt. Schreibe nicht nur, dass sie Schmerzen hat, fühle, wie es ist sich ein Bein gebrochen zu haben oder wie es ist, wenn das Herz zerfetzt wurde (symbolisch gesprochen). Je mehr ich die Heldin als Leserin verstehe, desto eher kann ich mich auch mit ihr identifizieren. Und wenn mir das als Leserin gelingt, gehe ich mit ihr durch dick und dünn.

Ich habe einen Paranormal Romance Roman versucht zu lesen, in dem die Heldin für mich absolut unlogisch reagiert. Mein rationales Gehirn hat sich verabschiedet, weil es keine vernünftige Erklärung für ihre Handlungen findet. Mal ist sie eine starke und selbstbewusste Frau, auf der nächsten Seite benimmt sie sich wie ein unreifes kleines Kind. Nur um sich dann von dem Helden der Geschichte retten zu lassen, den sie hasst und liebt und doch wieder hasst. Und dadurch bin ich emotional nicht in der Lage ihr zu folgen. Warum sollte ich das Buch also zu Ende lesen? Daher hab ich es abgebrochen und bin am Überlegen das Buch an die Wand zu klatschen. Das ist eine Schwäche des Buches. Mache ihn bitte nicht.

3. Lasse sie eine vernünftige Schwäche haben

Viele Autorinnen und Autoren scheinen Angst davor zu haben, eine Frau eine vernünftige Schwäche zu geben. Dann kann es schon mal passieren, dass sie sich lediglich zu sehr um andere sorgt. Tolle Schwäche, die im Grunde genommen nichtssagend ist. Und sogar noch weniger als das ist.

Wenn eine Frau sich permanent um andere sorgt, dann stellt sie deren Wohlergehen in den Mittelpunkt, ihrem Mittelpunkt. Dort wo sie also sein sollte, sind alle anderen. Und das ist, gelinde gesagt, ziemlich schwach. Lasse sie ruhig zickig sein oder ängstlich, lasse sie schwach sein oder selbstverliebt. Aber lasse sie jemand sein, die sich selbst wichtig nimmt. Dann kann ich als Leserin sie auch ernst nehmen. Denn durch solche Schwächen wird sie erst realistisch.

Und dann nutze diese Schwäche und verwandele sie in eine Stärke um. Denn die Figuren sollen ja während der Geschichte wachsen. Also nutze dies über ihre eigenen Charaktereigenschaften. Traue Dich und schaue nach, was Deine Figuren für Schwächen hat, um aus ihr eine starke Heldin zu machen.

Mein Arbeitsvorschlag

Erfreulicherweise werden die Leser*innen und Autor*innen bezüglich des Themas Sexismus immer kritischer. Dazu hatte ich auf meinem letzten Blog einige Beiträge veröffentlicht (den Blog habe ich auf privat gestellt, bezüglich der Anforderungen durch die DSGVO). Diese Beiträge werde ich demnächst nach und nach in diesem Blog (oder in einem anderen Rahmen) wieder veröffentlichen. Mit denen kannst Du dann eine Grundlage aufbauen, wie Du Charaktere schreiben kannst, oder auch nicht.

Um eine starke Figur zu erschaffen, reicht es häufig aus, dass Du sie kennst und ihr eine Aufgabe zuweist, die nur sie lösen kann. Würde sie fehlen, würde der ganze Roman dann in sich zusammenfallen. Überlege Dir also bitte, was ihre einzigartige Aufgabe sein könnte, um sie dann wichtig werden zu lassen.

5. Der Held

Sehr häufig sind die Helden die paranormalen Wesen der Geschichte. Also der Vampir, der gefallene Engel, der Gestaltenwandler und all die anderen Wesen, die es gibt oder geben kann. Vermutlich hat es damit was zu tun, dass die Liebesromane meistens von Frauen gelesen werden (nicht nur, es gibt durchaus auch Männer, die dieses Genre lesen). Daher würde ich sagen, dass sie sich lieber mit der Heldin identifizieren wollen und sie daher ein Mensch sein sollte.

Kleine Inspiration: Muss das immer so sein? Oder könnte auch die Heldin ein paranormales Wesen sein und der Held ein Mensch? Dazu gibt es auch einige Beispiele. Aber für meinen persönlichen Geschmack noch zu wenige.

Hier ein paar Ratschläge für Deinen Helden.

1. Er fällt definitiv auf

Er muss auffallen, um jeden Preis. Natürlich kann er unscheinbar sein, aber er hat das gewisse Extra, das Deine Heldin aufhorchen lässt. Aber meistens sieht der Held unverschämt gut aus, als käme er direkt aus einem Katalog, wo man sexy Kerle bestellen kann. Und dieses gewisse Extra, dieses einmalige, das ist das Sahnehäubchen auf der ganzen Sache.

Du darfst also Dich bei ihm austoben. Sei kreativ und erschaffe einen Mann, der sowohl Deine Heldin als auch Deine Leserinnen und Leser anspricht. Und ich habe mal gelernt, neben dem Aussehen gibt es noch eine Komponente, die wichtig ist: sein Geruch. Er muss nach etwas riechen, was Du dann in Deiner Geschichte einbauen kannst. Denn wir riechen unsere zukünftigen Ehemänner und Väter unserer Kinder eher, als das wir sie sehen (soll was mit der Evolution zu tun haben, denn Frauen können über den Geruchssinn riechen, wer gute Gene hat und nehmen dann einen Mann, der gesunde Kinder zeugen kann).

Erwähne also nicht nur, wie heiß er aussieht, sondern auch, wie gut er riecht. Und natürlich auch, wie sein Geruch genau ist.

Aber Achtung: Auch gegenüber Männer gibt es Sexismus. Das kann man durchaus vergessen. Ihn als heißen, sexy Typen darzustellen, der immer kann und der alles schafft, ist unfair ihm gegenüber. Es ist also nicht notwendig, ihn als sexuell Daueraktiven Typen darzustellen, der immer kann und für alles eine Antwort hat. Auch er darf seine Schwächen haben. Zeig sie mir als Leserin. Er ist immerhin ein nahezu menschliches Wesen und keine Überkreatur.

2. Die paranormale Gabe

Wie schon oben geschrieben, ist er es meistens, der das paranormale Wesen ist. Aber zugleich hat er noch einen dunklen Charme, eine gewisse Aura, welche Deine Heldin fasziniert und zugleich ein wenig zurückschrecken lässt.

Und er kann etwas, was kein anderer Mann in der Umgebung Deiner Heldin kann, er sieht in ihre Seele. Er weiß, dass sie etwas Besonderes ist, dass sie eine wundervolle Frau ist, dass sie einmalig ist, auch wenn Deine Heldin das noch nicht sieht. Nicht so offen, aber er ist es letztendlich auch, der sie rettet, damit sie ihn retten kann.

3. Gewalttätige Helden

Gesetz Nummer 1, Dein Held schlägt keine Kinder und natürlich auch keine Frauen (Ausnahmen bestätigen im gewissen Rahmen jedoch die Regel, zumindest das zuschlagen bei Frauen, sie kann ja die Feindin sein). Er darf also kein gewalttätiger Typ sein. Das ist dem Bösewicht überlassen. Und wenn er Gewalt einsetzt oder gar jemanden tötet, dann muss ich als Leserin verstehen, warum er das getan hat. Zudem muss ich trotzdem Mitgefühl mit ihm haben. Er sollte also vernünftig handeln, damit ich die Geschichte über bei ihm bleibe.

Wenn also Dein Held in die nächste Kneipe geht und sinnlos eine Schlägerei anfängt, ohne Sinn und Verstand, dann riskierst Du, dass ich die Sympathie für Deinen Helden verliere. Ist er aber in eine Schlägerei verwickelt, weil er jemanden retten will und es nicht anders tun konnte, dann fühle ich sogar mit ihm und seinen Verletzungen.

In den letzten Jahren ist der Trend zu düsteren Helden über gegangen. Also Helden, die durchaus als böse Jungs bezeichnet werden können. Das ist auch völlig in Ordnung. Denn je tiefer Dein Held gefallen ist, desto größer ist der Aufstieg, wenn Deine Heldin ihn gerettet hat. Das bedeutet natürlich aber auch, wenn Du einen solchen düsteren Helden schaffen willst, dass Du vorsichtig bist. Er sollte kein Auftragsmörder von Witwen und Waisen sein. Denn auch diesen werden wir schwerlich folgen können. Aber jemand, der Mafialeute tötet, der darf gerettet werden.

Zwischenzeitlich hat sich der Trend aber auch ganz schön geändert. Denn nun dürfen die Helden so richtig düsterer sein, als sie es sowieso schon sind.

Bei der LoveLetter Convention 2016 erfuhr ich, dass die Helden zwischenzeitlich sogar Verbrechen begehen dürfen. Früher war es immer so, waren sie im Knast, dann waren sie meistens unschuldig. Zwischenzeitlich dürfen sie jedoch richtige Verbrechen begangen haben und sind bzw. waren zurecht hinter Gittern. Also kurz gesagt, sie haben Verbrechen aus eigenem Antrieb begangen.

Das bedeutet, dass Dir nun fast keine Grenzen mehr gesetzt werden, was Deinem Helden betrifft. Doch was für die Männer gelten, trifft noch lange nicht auf die Frauen zu, leider. Und ob dieser Trend wirklich wünschenswert ist, darüber können wir auch sehr gerne diskutieren.

Mein Arbeitsvorschlag

Überlege Dir, was für eine Sorte Held Deine männliche Hautfigur überhaupt sein soll. Nett und freundlich oder doch eher düster und vielleicht sogar richtig böse. Die einzige Regel, die Du hierbei beachten solltest, ist die, wie weit Du selbst gehen willst. Wenn Du Deinen Helden abgrundtief böse gestalten willst und damit zufrieden bist, dann darfst Du ihn gerne so erschaffen. Geht Dir das zu weit, dann lass Dich von aktuellen Trends nicht verunsichern. Es ist Deine Geschichte und Du allein entscheidest.

Weiterhin überlege Dir bitte, was genau an ihm einzigartig ist. Wie sieht er aus. Hier darf natürlich auch Dein persönlicher Geschmack eine sehr entscheidende Rolle spielen. Wenn Du eher Männer mit Brusthaaren magst, dann darf auch Dein Held Brusthaare haben. Wenn nicht, rasiere ihn. Kleiner Tipp, hier darf auch gerne immer eine gewisse Variation eine Rolle spielen, damit alle Deine Leserinnen und Leser sich bzw. ihre persönlichen Vorlieben mal angesprochen werden.

6. Von Konflikten und Gegnern / Gegnerinnen

Ohne einen Konflikt wirst Du es schwer haben, dass Deine Leserinnen und Leser bei Dir und Deiner Geschichte bleiben. Deine Figuren müssen über die komplette Geschichte hin beschäftigt sein. Erst gegen Ende kannst Du ihnen erlauben, endlich zu Luft und zur Ruhe zu kommen. Aber bis dahin haben sie alle Hände voll zu tun, Deine Leserinnen und Leser zu unterhalten.

Konflikttypen

1. Der persönliche Konflikt

Egal, mit was für Wesen Du mich als Leserin konfrontierst, wie mächtig oder wie alt sie sind, sie haben idealerweise eine persönliche Ebene. Und diese Ebene ist die Beziehung zwischen Deiner Heldin und Deinem Helden.

Lasse uns an der Entwicklung Deiner Figuren teilhaben und zeige, wie sie sich nach und nach entwickeln. Von zwei Menschen (oder sagen wir mal Wesen), die sich am Anfang des Romans nicht kannten oder nicht ausstehen konnten, bis hin zum Liebespaar. Wir wissen alle, dass die Heldin und der Held sich am Ende bekommen. Das ist also nicht die Frage in Deinem Liebesroman (egal, in welchem Subgenre Du Deine Geschichte letztendlich ansiedelst). Es geht darum, wie sich bekommen. Und hier bist Du als Autorin oder als Autor gefragt.

2. Der Konflikt des Übernatürlichen

Das hat nichts mit der Persönlichkeit zu tun, sondern mit der Herkunft Deiner Wesen. Dein Held ist ein Vampir und verliebt sich in eine Menschenfrau? Dann wird es wohl allein durch die Lebenserwartung Probleme geben. Oder er ist ein Werwolf und es könnte passieren, dass er sie tötet? Oder ein Engel, der sich nicht in einen Menschen verlieben darf? Hier gibt es genügend Möglichkeiten, um die Herkunft Deines Wesens zum Konflikt aufzubauen.

Deswegen empfehle ich Dir, finde heraus, was einmal die historischen Stärken, Schwächen und Besonderheiten dieser Kreaturen sind, damit Du Dich hier schon einmal bedienen kannst. Und dann schau noch einmal bei der Persönlichkeit nach. Du wirst sicherlich viele interessante Dinge entdecken, um Dein Konflikt noch spannender zu gestalten.

3. Der Konflikt der Ereignisse

Es gibt in der Geschichte Ereignisse, auf die Deine Figuren schlichtweg keinen Einfluss haben, also die externen Konflikte (das hat noch nichts mit dem Bösewicht zu tun). Irgendjemand oder irgendetwas legt Deinem Paar Steine in den Weg und sie müssen alle nach und nach aus dem Weg räumen, um zu erkennen, dass da noch mehr sind. Erst am Ende der Geschichte haben sie alle Steine weggeräumt.

Mithilfe dieser Konflikte kannst Du dafür Sorgen, dass Deine Heldin und Dein Held zusammenarbeiten müssen, auch wenn sie es nicht wollen. Und die kannst Du in der Gesellschaft finden, in der beide leben. Vielleicht will die Familie der Heldin nicht, dass sie sich mit einem düsteren Kerl einlässt. Es könnte aber auch sein, dass die Leute unseres Helden nicht verstehen können, warum er sich auf einmal verliebt hat. Und all diese Dinge.

Der Gegner oder die Gegnerin

In Paranormal Romance Romanen darf es einen physischen Gegner oder Gegnerin geben, mit denen es Deine Heldin und Dein Held zu tun bekommen. In „normalen“ Liebesromanen darf es ein innerer Konflikt oder die Gesellschaft als Gegnerin sein, der es zu überwinden gilt, hier nicht zwangsläufig.

Du darfst hier ein richtig fiesen Typen an den Start bringen, der auch kein Problem hat anderen wehzutun oder gar zu töten. Während Dein Held (auch der böse Junge) noch moralische Werte hat, kannst Du es Deinem Bösewicht ruhig absprechen. Natürlich sollte er realistisch sein und Gründe für das haben, was er tut. Aber für ihn darf es kein zurückgeben. Er darf die letzte Grenze überschreiten, damit Deine Heldin und Dein Held ihn zu Strecke bringen dürfen.

Er ist das Böse und darf am Ende entsprechend besiegt werden. Egal wie, er wird nicht gerettet, sondern er fällt. Zumindest ins Gefängnis wird er gesteckt. Daher sorge für einen guten Gegner (oder auch Gegnerin) für Dein Paar, den ich durchaus verstehen kann und mich freue, wenn er oder sie für die Taten entsprechend büßen muss.

Meine Arbeitsempfehlung

Überlege Dir genau, was ist der Konflikt in Deiner Geschichte und wie sieht das Böse aus. Definiere es und schreibe alles auf, was Du darüber weißt und wissen musst. Und überleg Dir bitte gute Gründe, warum Deine Konflikte so sind, wie Du sie uns vorstellst. Vor allem, warum handelt Dein Gegner oder Deine Gegnerin? Je realistischer die Gründe sind, desto eher habe ich auch Lust in Deine Geschichte einzutauchen.

7. Die Gewaltstufe

Bei der Gewalt solltest Du vorsichtig sein. Denn es gibt Leserinnen und Leser, die am liebsten nichts darüber lesen möchten, während andere einen Hauch von Gewalt akzeptieren. Und natürlich gibt es die, die Deinen Roman lesen obwohl oder gerade, weil es Gewalt enthält.

Gewaltorgien dürften wohl für ein Genre im Liebesromanbereich nicht ganz geeignet sein. Das wäre eher ein Thema für Krimi, Thriller oder Fantasygenre. Überlege daher, was Du mit der Gewalt ausdrücken willst und ob es nicht andere Wege gibt, dieses Ziel zu erreichen. Denn sinnlose Gewaltdarstellung ist eben genau das, sinnlos. Aber wenn Du sagst, ich brauche diese Szene, um mein Ziel besser darzustellen, dann ist es in Ordnung. Hier ist aber weniger mehr.

Mein Arbeitsvorschlag

Überlege Dir genau, wie weit Du mit Deiner Geschichte wirklich gehen willst. Wenn es Dir zu weit geht, dass überhaupt eine Ohrfeige verteilt wird, dann notier es Dir und belasse es dabei. Wenn Du aber weiter gehen kannst, überlege Dir, wie weit es sein darf und wo Deine persönliche Grenze ist. Darüber solltest Du dann momentan auch nicht hinausgehen. Denn dann wirkt Deine Geschichte eher künstlich.

8. Und sie lebten glücklich und zufrieden … HEA

Egal ob es sich hierbei um ein Paranormal Romance Roman oder ein Roman aus einem anderen Subgenre handelt, ein Liebesroman braucht ein sogenanntes HEA, ein happily ever after. Es muss also klar sein, dass Deine Heldin und Dein Held sich gefunden haben und sie glücklich bis an ihr gemeinsames Lebensende zusammenleben.

Denn das ist ja einer der Gründe, warum wir überhaupt Liebesromane lesen. Wir wissen doch bereits, dass die erste Frau, die uns über die Seiten läuft und der erste Mann, der ihr folgt, am Ende ein Paar werden. Das ist ja das Hauptthema dieses Genres. Es ist wie mit der Titanic. Sie geht am Ende unter. Punkt! Sie finden sich und lieben sich (mit den entsprechenden Problemen zuvor).

Es gibt Romane, wo das HEA bedeutet, dass die Heldin zu sich findet und gar keinen Mann an ihrer Seite braucht. Wenn Du eine Reihe schreibst, dann ist das auch in Ordnung. Aber sorge bitte für ein schönes Happy End am Ende, damit Deine Leserinnen und Leser beruhigt das Buch zur Seite legen können.

Mein Arbeitsvorschlag

Überlege Dir schon am Anfang Deiner Plotarbeit, wie Dein Roman am Ende ausgeht. Es ist egal, ob Du am Ende wirklich die Geschichte so ausgehen lässt, wie Du es Dir überlegt hast. Aber wenn Du schon einmal eine grobe Richtung ausgedacht hast, dann weißt Du, wohin die Reise geht.

Schreibe also eine Zusammenfassung und eventuell sogar die letzte Szene Deines Romans und speichere sie gut ab. Am Ende kannst Du sehen, ob Deine Geschichte wirklich so ausgeht oder sie sich in eine völlig andere Richtung entwickelt hat.

Wie Du einen Paranormal Roman NICHT schreiben solltest

Natürlich gibt es auch Punkte, die Du in Deinem Paranormal Roman nicht unbedingt verwenden solltest. Viele davon sind universal, gelten also für alle Romane. Aber einige speziell für dieses Genre.

1. Infomüll

Gerade Anfänger*innen haben immer wieder Angst davor, dass die Leser*innen nicht verstehen, in was für einer Welt wir uns befinden. Diese Angst kann ich durchaus nachvollziehen, hatte ich diese früher auch.

Daher kann es passieren, dass man in den ersten Kapiteln nicht auf die Geschichte selbst eingeht, sondern erst einmal ausführlich, sehr ausführlich die Welt erläutert. Dabei ist das nicht notwendig.

Die meisten Leser*innen haben Erfahrung im Lesen von Geschichten, die jenseits unserer Welt spielen. Und wenn sie ein Buch mit einem entsprechenden Cover in die Hand nehmen, wissen sie schon, worauf sie sich einlassen. Es ist also nicht notwendig, dass Du sie mit den ganzen Informationen rund um die Welt regelrecht erschlägst. Im Gegenteil. Bei einem Roman, den ich gegenlesen durfte, war gerade der Anfang voller wichtiger Informationen gespickt. Sie waren wichtig, nur musste ich mich durch die ersten zehn Seiten regelrecht durchkämpfen. Und ganz unter uns, ich stand kurz davor, das Betalesen abzubrechen. Wenn diese Geschichte so veröffentlicht worden wäre, wer weiß, wie es ankäme.

Lass sie daher erst einmal in Deiner Geschichte ankommen. Also die Heldin und den Helden kennenlernen, die Welt in Aktion und das Problem. Dann, so ab dem dritten Kapitel, kannst Du dann gerne ein paar Hintergrundinformationen einstreuen.

Und wenn Du der absolut festen Überzeugung bist, dass ein oder zwei Informationen superwichtig sind, weil sie sonst wirklich nichts verstehen, wie wäre es denn mit einem ganz kurzen Prolog? Dabei meine ich wirklich kurz.

2. Das Paranormale als Fetisch

Es kann passieren, dass man sich zu sehr auf den paranormalen Teil der Geschichte konzentriert. Zum Beispiel, dass man in allen Einzelheiten über das Blutsaugen eines Vampirs berichtet. Wie er sich an die Heldin anschleicht, ihren Blut riecht, ihren Duft wahrnimmt, das Blut in den Adern und Venen fließen sieht, den Herzschlag hört, spürt, wie seine Zähne in ihr weiches Fleisch eindringen, er ihr Blut auf seiner Zunge schmeckt, dabei sogar eine Erektion bekommt, ihre Erektion spürt und sein Hunger gestillt wird.

Wenn Du den letzten Absatz zu viel fandest, dann hast Du recht. Aber in einigen Geschichten wird sehr viel Wert auf diese Elemente gelegt. Eben zu viel Wert. Natürlich müssen sie erwähnt werden. Immerhin ist das Paranormale ein Teil der Geschichte. Ansonsten hätten wir einen klassischen Liebesroman.

Aber sich so intensiv darauf zu konzentrieren, dass man schon keine Lust mehr hat, weiterzulesen, das ist zu viel des Guten. Daher finde eine Balance zwischen dem Paranormalen und der normalen Welt. Dann wird alles eine runde Sache.

3. Achtung, Dialoge!

Glücklicherweise sind die meisten Dialoge in den paranormalen Geschichten, die ich lesen durfte, gut. Aber trotzdem sollte man hier eine gewisse Aufmerksamkeit geben, damit es auch weiterhin gut bleibt.

Denn paranormale Wesen reden sehr wahrscheinlich nicht so, wie es normale Menschen tun. Natürlich haben sie auch Alltagsprobleme, doch ob es wirklich der kläffende Nachbarshund ist oder die Versicherung, die nicht zahlt, ich halte das eher für unwahrscheinlich. Auch wenn es durchaus eine interessante Idee wäre, wenn man über so etwas in einer Geschichte schreiben würde.

Daher achte darauf, dass die Dialoge in Deinen Geschichten (das gilt natürlich nicht nur für paranormale Romane) kurz und intensiv sind. Sie sollen die Geschichte voranbringen und Informationen vermitteln.

Aus diesem Grund ist es kein guter Ratschlag, sich die Dialoge in der realen Welt als Vorbild zu nehmen. Denn ein Gespräch zwischen Dir und einer vertrauten Person kann über Stunden gehen und von einem Thema zum nächsten springen. In einem Roman kann man das nur in einem sehr kleinen Rahmen darstellen. Aus diesem Grund, wirf ruhig ein besonderes Auge auf dieses Thema.

4. Weniger ist mehr – gerade bei übernatürlichen Elementen

Trifft ein Vampir auf eine Elbin und sie unterhalten sich in einer Orkbar über einen Troll. Dann kommt eine Hexe auf ihren fliegenden Besen herbei und verflucht gerade einen Zwerg, der ihr zu dumm gekommen ist. Der Außerirdische aus dem Pferdekopfnebel schaut erstaunt den Zwerg an, der nun ein Zentaur ist, und unterhält sich dann mit dem Menschen über die Rechte der Magielosen, welche in einem Getto eingesperrt ist, während Zeus eine Sterbliche verführt.

Würdest Du einen Roman über so viele Elemente schreiben, irgendwann wären Deine Leser*innen sehr wahrscheinlich schlichtweg überfordert. Sie wüssten gar nicht mehr, worauf sie sich zuerst konzentrieren sollten.

Daher ist es durchaus empfehlenswert, wenn Du Dich auf wenige Elemente konzentrieren würdest und diese dann ordentlich einführst. Mir ist bewusst, dass man manchmal gerne dieses Element erwähnen möchte, dann jenes und noch einiges mehr. Da bin ich nicht besser.

Aber ich möchte unterhalten, Leute zum Lesen animieren und nicht, dass sie vor lauter Überforderung sagen, nie wieder. Wenn Du mehr Elemente möchtest, dann verteil es auf eine ganze Reihe. Damit meine ich, dass in einem Band ein Element auftaucht und dann im zweiten Band ein Zweites. Aber immer Schritt für Schritt. Was Du benötigst, führst Du auf. Alles andere hingegen fliegt raus.

5. Zu viel Gewalt

Wie oben schon erwähnt, sei bitte vorsichtig mit der Menge an Gewalt, die Du in Deine Geschichte einfügen möchtest. Gerade, weil es ein Liebesroman ist, sollte nicht die Gewalt, sondern die Liebe im Vordergrund stehen.

Natürlich können auch Schlachten entstehen. Aber sie müssen nicht im Vordergrund stehen. Dafür gibt es andere Genres, die dafür weitaus besser geeignet sind, als ein klassischer Liebesroman.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, wenn Du Gewalt erwähnen möchtest, dann sollte sie weniger Platz einnehmen, als der Rest der Geschichte. Ansonsten, Krimi oder Fantasyromane eigenen sich dafür hervorragend.

 

6. Der Ort für Dein Glossar

Ehrlich gesagt, ich liebe Glossare. Und ich lese sie total gerne durch. Für mich gehören sie aber ans Ende des Buches und niemals an den Anfang. Doch zwischenzeitlich ist es mir einige Male passiert, dass ich am Anfang von diesem überrascht wurde.

Aus zwei Gründen ist das für mich persönlich ärgerlich.

Bei einem E-Book muss ich mich erst einmal durch diese Seiten lesen, damit ich dann zum eigentlichen Roman komme. Klar, ich könnte sie auch überspringen. Nur gehöre ich zu der Sorte Leserin, die das nicht kann. Ich will halt wissen, was dort steht. Und daher lese ich sie. Immerhin gehört dieser Teil zum Buch.

Zum nächsten ist es auch häufig passiert, dass bei mir Erwartungen geweckt wurden, die dann nicht eingehalten wurden. Denn durch das Glossar hatte ich eine gewisse Idee von der Geschichte. Nur haben mir die Autor*innen nicht den Gefallen getan, diese Idee halt zu befriedigen.

Wäre das Glossar erst am Ende aufgetaucht, dann hätte ich nur einen Aha-Moment. In dem Sinne, dass ich tiefer gehende Informationen bekommen hätte. Aber so bekam ich die Informationen vornweg und aus diesem Grund machte sich sogar eine gewisse Enttäuschung in mir breit.

Zudem können einige Leser*innen es als arrogant empfinden, wenn man ihnen das Glossar vorher aufbürdet. In dem Sinne, dass man die eigene Welt so toll findet, dass man ihnen alles vornweg erzählen muss. Zudem kann man das auch als Infomüll bezeichnen.

Wie Du siehst, es spricht eigentlich viel gegen ein Glossar am Anfang. Ich selbst würde das nie machen. Daher überleg Dir bitte sehr gut, ob das wirklich in Deinem Roman sein muss. (Anmerkung: Es gibt aber durchaus Leser*innen, die ein Glossar am Anfang gut finden, dazu werde ich mich aber noch einmal gesondert äußern.)

7. Mary Sue und Gary Stu Charaktere

Mary Sue und Gary Stu Charaktere sind schlichtweg gefährlich. Zumindest sehe ich sie so. Und in vielen Heldinnen und Helden dieses Genres erkenne ich persönlich durchaus Elemente, die man diesem Charaktertyp durchaus zusprechen kann.

So ist sie durch und durch schön, hat einen besonderen Schimmer (sowohl im Haar als auch in den Augen), einen sexy Knackarsch und große Brüste. Aber sie ist rank und schlank. Und wenn sie dick ist, dann sieht sie immer noch gut aus. Aber zugleich ist sie so super drauf, dass ihr niemand Angst einjagen kann, sie mit High Heels den bösen Jungs in den Hintern tretet und trotzdem den Nachwuchs rechtzeitig aus dem Kindergarten abholt.

Er hingegen darf ein richtiger Bastard sein. Aber so richtig abgrundtief. Trotzdem kriegt er die Heldin ab, die ihm alles verzeiht (im realen Leben würde das bei der Hälfte der Frauen durchaus anders aussehen). Eben der Bad Boy, der sie stalken und sogar vergewaltigen darf. Sie liebt ihn und alles ist gut.

Übrigens, Frauen dürfen selbst keine Bastarde sein. Das würde man ihnen niemals verzeihen.

Abschlussworte

Vielleicht wirst Du Dich fragen, wo bleibt die Erotik, wo bleibt bitte schön der Sex? Das sind Punkte, die ich eher als Kür erachte, weniger als Pflicht. Hast Du eine gute Geschichte, interessante Charaktere und überraschende Plotttwists, dann kannst Du nach als Sahnehäubchen die Erotik einführen.

Häufig nutzen Autorinnen und Autoren den Sex dafür, eine Geschichte zu retten, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Wenn die Geschichte schon schlecht ist, dann wird der Sex sie auch nicht mehr retten können. Das ist ein Fakt. Einer, der auch gerne übersehen wird. Daher habe ich mich in diesem Beitrag eher auf die Geschichte, die Charaktere und die Hintergründe konzentriert.

So gesehen gehört eigentlich nicht viel, einen Paranormal Romance zu schreiben. Du brauchst in erster Linie eine Idee, über was Du schreiben möchtest und eine ordentliche Portion Originalität. Dann schreiben Du und ich einen einmaligen Roman in diesem Genre.

Und auch wenn ich die ganze Zeit von Heldin und Helden geschrieben habe, es spricht nichts dagegen, einen Roman über zwei Heldinnen oder zwei Helden zu schreiben. Oder auch über intersexuelle Charaktere (hier wäre auch die Originalität zu finden). In diesem Bereich gibt es, zumindest im deutschsprachigen Bereich, noch sehr wenig Literatur. Da sind die Amerikanerinnen und Amerikaner uns (mal wieder) weit voraus.

In dem Sinne wünsche ich Dir viel Spaß beim Schreiben.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

Einen Liebesroman schreiben – Eine Fragestellung und 5 Schritte

 

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Mai 2017 startete die sogenannte #Autorinnenzeit. Das war ein ganzer Monat, in dem die Bücher von Autorinnen (tatsächlich nur die Frauen) vorgestellt wurden. Der Monat wurde von Frauen (und auch einigen Männern) durchaus positiv aufgenommen. Man muss es aber so sagen, dass es durchaus einige Männer gab (mehrheitlich die Herren der Schöpfung), welche gegen diesen Monat übelst wetterten.

Dabei gab es immer wieder Wünsche und Aufforderungen von Leserinnen, dass sich die Autorinnen mit sogenannten “ernsten” Genres bitte beschäftigen mögen. Und es kristallisierte sich schnell heraus, dass der Liebesroman nicht zu diesen Genres gehört, mit den frau sich auseinandersetzen möge. Wie man sich vorstellen kann, mochten das einige Autorinnen weniger. Gerade, wenn sie Liebesromane schreiben. Denn sie lieben dieses Genre und sie lieben ihre Geschichten.

Daher möchte ich diesen Monat unter dem Zeichen des Liebesromans stellen. Schauen wir uns an, wie man einen Liebesroman schreiben kann, sowie einige andere Punkte, die dazu gehören. Eben für die Autorinnen (und auch Autoren), die gerne einen Liebesroman schreiben möchten. Liebesromane können toll sein, können spannend sein und ein schönes Leseerlebnis bieten. Und das ist es doch, was wir als Leser*innen möchten und freuen uns, wenn wir dieses Lob als Autor*innen bekommen.

Kurze Vorgedanken

Bei Liebesromanen geht es letztendlich natürlich durchaus darum, dass sich zwei Menschen finden, sich ineinander verlieben, sich streiten und daher trennen (wenn auch nicht immer physisch) und am Ende wieder zusammenkommen. Aber es gibt bestimmte Fragestellungen, um einen Liebesroman in der ersten Stufe zu planen.

Daher habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie die Grundfragestellung dabei ist. Darauf möchte ich zuerst eingehen. Und danach stelle ich Dir fünf Schritte vor, wie Du theoretisch einen Liebesroman schreiben kannst.

Eine Fragestellung zum Liebesroman

Wer ist die Heldin? Wer ist der Held?

Es sollte schon recht frühzeitig klar sein, wer ist unsere Heldin und wer ist unser Held in der Geschichte. Alternativ Deine beiden Heldinnen in einem lesbischen Roman bzw. Helden in einem Gay Romance oder welche Varianten Du auch immer anstrebst (Stichwort Intersexuelle oder auch alternative Beziehungen). Viele empfehlen, dass die Heldin und der Held (aus Einfachheit bleibe ich bei dieser Konstellation) sich mindestens im ersten Kapitel schon treffen sollten. Kapitel 2 ist da schon zu spät.

Andererseits, ich habe schon Romane gelesen, in dem sich das Paar erst in Kapitel 2 getroffen haben. Zudem gibt es durchaus auch Beispiele, bei denen sich die Charaktere sogar noch ein wenig später treffen. Aber es sollte schon recht frühzeitig sein. Ausnahme wäre ein Epos von über 1.000 Seiten oder die über mehrere Bänder läuft und wo die Liebesgeschichte ein Teilaspekt ist. Solche Beispiele gibt es und bilden nie die Regel ab. Daher werde ich solche Ausnahmen nicht weiter berücksichtigen.

Überlege Dir also wann und wie die Heldin und der Held sich treffen und wie dieses Treffen aussieht. Idealerweise führst Du schon beim ersten Treffen den Konflikt der beiden ein, damit es gleich von Anfang an spannend ist.

Was führt sie zusammen?

Irgendeinen Grund gibt es ja, warum die Heldin und der Held sich ineinander verlieben. Was ist dieser Grund? Ja, es darf ruhig das Aussehen erst einmal sein. Aber irgendetwas an der Persönlichkeit sollte natürlich überzeugen, damit sie sich ineinander verlieben. Das Aussehen ist halt nur ein oberflächlicher Aspekt. Wenn unter dieser Oberfläche nichts ist, was man lieben kann, werden Deine Leser*innen sich fragen, was die voneinander wollen. Und solltest Du sie nicht überzeugen können, dürfte es gut möglich sein, dass Dein Buch eine Reise gegen die nächste Wand macht.

Definiere dieses etwas. Was ist der Grund, warum sie sich überhaupt füreinander interessieren und warum sie umeinander herumtanzen? Wenn Dir das klar ist, wie die Anziehungskraft zwischen diesen beiden Figuren aussieht, dann kannst Du es entsprechend in Deine Geschichte einbauen.

Was trennt sie?

Du darfst es für Deine Heldin und Deinen Helden nicht leicht machen, dass sie zueinanderfinden. Also muss es irgendeinen Grund geben, warum es mehr als 3/4 des Buches dauert, bis sie wirklich zusammenkommen.

Der Anfang Deiner Geschichte ist halt das Treffen zwischen der Heldin und dem Helden. Dann kommt der Tanz zwischen den beiden. Sie kommen sich näher, sie entfernen sich, aber nicht zu weit, damit sie wieder zusammenkommen, um dann wieder zu trennen, damit es am Ende zum Happy End kommt.

Finde also einen überzeugenden Grund, warum Deine Heldin und Dein Held nicht richtig zusammenkommen. Diese Hürde darf nicht ZU hoch sein. Denn ich habe einen Roman gelesen, da war diese Hürde extrem hoch und ich war von der Beziehung am Ende überhaupt nicht mehr überzeugt. Denn am Anfang erklärte sie, sollte er bestimmte Dinge tun, würde sie ihn nicht mal mehr mit dem Popo ansehen. Und er hat genau DAS getan. Natürlich musste er sie überzeugen, dass er doch der Typ ist, mit dem sie glücklich wird. Aber diese Überzeugungsarbeit scheiterte eigentlich. Daher ließ die Autorin einfach diese Hürde fallen und damit hatte sich das ganze Thema erledigt. Bei aller Liebe, mich hat das nicht überzeugt. Übrigens ist das auch der Grund, warum ich bisher der Autorin keine zweite Chance gegeben habe. Die Enttäuschung sitzt noch ziemlich fest.

Aber sie darf auch nicht ZU niedrig sein, sodass ich mich frage, warum sie nicht gleich ins Bett gehen und Du kannst mich mit der Geschichte in Ruhe lassen. Immerhin willst Du ja, dass ich Deinen Charakteren einige Seiten folge. Also musst Du mir natürlich etwas bieten.

Überzeuge mich also mit dem Grund und dann gewinnst Du mich auch für Deinen nächsten Roman als Leserin.

Was führt sie letztendlich richtig zusammen?

Was sie trennt, muss irgendwann einmal überwunden werden. Also musst Du auch etwas finden, was sie beide nun endgültig zusammenführt. Welche Kraft bringen die beiden auf, um die Hürde zu überwinden und um am Ende zusammenzukommen?

Diese Kraft muss natürlich stärker sein, als das, was sie trennt. Was ist diese Kraft und wie schaffen sie es, die Kraft der Trennung zu überwinden? Definiere es und schreibe es auch auf. Hier noch ein wichtiger Hinweis: Diese Kraft muss von den beiden Charakteren kommen. Es darf niemand von außen erscheinen und sagen, dass sie oder er sich um das Problem kümmert und unser Paar glücklich bis an ihr Lebensende miteinander leben darf. Die Überwindung aller Probleme muss am Ende von ihnen kommen.

Klar, sie dürfen Unterstützung erhalten. Aber der Endkampf ist ihnen bestimmt. Niemanden sonst.

In 5 Schritten zu Deinem Liebesroman

Kommen wir nun zu den fünf Schritten, die Du anwenden kannst, um einen Liebesroman zu schreiben.

1. Starke Charaktere

Jeder Roman, egal ob Krimi oder Liebesroman, braucht starke Charaktere. Ohne sie hast Du am Ende keine starke Geschichte. Daher ist es empfehlenswert hier besonders viel Zeit zu investieren und starke, aber auch logische Charaktere zu schaffen, welche glaubwürdig herüberkommen und Deine Leserinnen und auch Leser emotional berühren.

Immerhin möchtest Du, dass Deine Leserinnen und Leser Deinen Figuren so durch mindestens dreihundert Seiten und mehr folgen. Wenn Du sie aber so anlegst, dass man gar keine Lust hat, auch nur drei Seiten zu verfolgen, dann hast Du leider verloren.

Gib ihnen Stärken und wirkliche Schwächen, gib ihnen Ziele, eine Motivation, sorge für innere Konflikte. Schreibe darüber, wer sie sind, woher sie kommen, welche Geschichte sie haben, was für Träume sie begleiten, welche sie beendet haben und welche neu geboren wurden. Und natürlich die wichtigen Eckdaten: wo sind Deine Heldin und Dein Held geboren, was für ein Gewicht haben sie, wie groß sind sie, was für Haar- und Augenfarben haben sie und so weiter und so fort.

Schaffe also alles, was Du wissen musst, um realistische und überzeugende Charaktere zu kreieren, die mich als Leserin so fesseln, dass ich gerne dabei bleibe.

2. Schaffe das gewisse Kribbeln

Wenn sich Deine beiden Hauptfiguren das erste Mal treffen, dann darf es gerne ein wenig knistern. Denn immerhin möchtest Du uns erklären, warum die Heldin und der Held zusammenkommen und die ganzen Widrigkeiten Deiner Geschichte gemeinsam durchstehen. Dafür muss es letztendlich einen guten Grund geben.

Überlege Dir genau, welche Eigenschaften, sowohl innere als auch äußere, bei der jeweils andere Figur dafür sorgt, dass sie sich ineinander verlieben. Bleibe dabei ruhig auf dem Boden der Realität. Ein absolut überirdisches Wesen, das in jeglicher Hinsicht so dermaßen perfekt ist, das ist doch für manche ein wenig zu extrem, dass sie dann sagen, Danke aber nein danke. Aber Du darfst ruhig ein wenig ausholen. Immerhin ist es hier Fiktion, also dürfen die Charaktere ein wenig perfekter sein. Aber nicht zu perfekt.

Auf YouTube gibt es ein Video, in denen Wonder Woman und die BlackWidow gemeinsam auftreten. Da Wonder Woman eine unsterbliche, superstarke Amazone ist, kann ich mich mit ihr nicht so dermaßen identifizieren, als mit der sterblichen und durchaus schwachen BlackWidow. Sollte sie eine Kugel treffen, könnte sie daran sterben. Wonder Woman ist so schnell mit ihren Reaktionen, dass sie diese abwehren kann. Die BlackWidow ist da Überzeugender. Zwar hat sie ihre Stärken und Besonderheiten. Zugleich aber auch ihre Schwächen. Und damit meine ich nicht nur, dass sie nicht kugelsicher ist.

Die Heldin hat es in einigen Dingen ein wenig leichter. Da sich die meisten Leserinnen mit ihr identifizieren, muss sie nicht perfekt sein. Ganz im Gegenteil hat sie ein paar Problemzonen, ist das sogar ideal. Denn seien wir mal ehrlich, welche Frau hat denn heutzutage denn keine Problemzonen? Sie gehören zum Alltag. Daher ist es für sie besser, wenn sie über eine Frau lesen dürfen, die ihnen ähnlicher ist. Also nicht perfekt.

Männer haben es hier nicht ganz so leicht. Denn die Leserinnen sehen in ihm nicht ein Identifikationsobjekt, sondern jemanden, mit dem sie gerne zusammen sein würden. Schon öfters habe ich von intensiven Liebesromanleserinnen gehört, dass sie sich beschweren, warum die realen Männer nicht so sind, wie die fiktiven Männer. Gerne kann man über das Bild des Mannes diskutieren und ob es sexistisch ist. Das möchte ich nur nicht an dieser Stelle tun, weil es schlichtweg den Rahmen des Beitrages sprengen würde.

Natürlich darf der Held ein wenig perfekter sein. Aber ich würde Dir sehr ans Herz legen, dass Du ihn trotzdem nicht zu einer Art Superman verkommen lässt. Denn solche Helden sind auf Dauer extrem langweilig. Und sicherlich möchtest Du, dass Deine Leserinnen sich in den Helden verlieben und nicht von ihm gelangweilt sein, oder?

Notiere Dir daher, was die Heldin an dem Helden attraktiv findet und andersherum. Welche Gestiken verwenden sie, um ihre Gefühle zu zeigen (auf die Unterlippe beißen, mit den Haaren spielen) und wie sie mit dem anderen flirten. Und beschreibe auch, wie heiß sie die jeweils andere Figur finden. Auch wenn sie es am Anfang vermutlich nicht zugeben würden. Dabei ist es noch nicht einmal zwingend notwendig, dass er tatsächlich heiß aussieht (also wie ein Pin Up Boy aussieht). Es reicht aus, wenn sie ihn heiß findet.

3. Konflikte und Hindernisse

Egal was für eine Geschichte Du schreibst, Du benötigst Konflikte und Hindernisse, welche Deine Figuren überwinden müssen, damit es ein beruhigendes Ende für sie gibt. Das ist ein Fakt. Denn niemand möchte einen Roman lesen, der von Anfang an perfekt für die Charaktere läuft. Diese Regelung gilt übrigens für alle Genres, also nicht nur speziell für Liebesromane.

Überlege Dir, welche Konflikte und Hindernisse Deine Figuren überwinden müssen. Sowohl die Persönlichen, als auch Äußere. Die inneren Konflikte und Hindernisse sind der Grund, warum Deine Figuren erst einmal nicht zusammenkommen. Irgendetwas ist da tief in ihrem Inneren, in ihrer Seele, dass verhindert, dass sie sagen, hei, komme her, ich liebe dich. Finde heraus, was es ist.

Aber es muss einen guten Grund geben, warum sie nicht einfach auseinandergehen. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht mit dem heißen Typen oder der Wahnsinns Frau zusammenkommen kann, warum sollte ich es mir also antun, in ihrer bzw. seiner Nähe zu bleiben? Das muss einen guten Grund haben, äußere Konflikte zählen dazu.

Schreibe Dir daher auf, welche Gründe es gibt, dass beide nicht voneinander weggehen können und wie Du immer die Spannung aufrecht halten kannst. Denn wenn irgendwann Deine Leserinnen und Leser merken, da ist keine Spannung mehr, dann läufst Du Gefahr, dass sie Deine Geschichte nicht mehr verfolgen wollen.

Ein Beispiel? Beide arbeiten an einem Projekt. Würden sie sich trennen, würde das Projekt den Bach runter gehen und sie wären am Ende pleite. Das ist durchaus eine starke Motivation, dass sie beieinanderbleiben.

4. Die persönlichen Hindernisse überwinden

Ich habe mal einen Roman gelesen, da waren die Hindernisse zwischen der Heldin und dem Helden so dermaßen groß, dass sie eigentlich nicht überwunden werden konnten. Die Autorin hatte es so dermaßen übertrieben, dass es einfach nicht mehr möglich war, realistisch glaubhaft zu machen, dass die beiden füreinander bestimmt waren.

Das schien sie dann selbst bemerkt zu haben. Denn die Lösung empfand ich dann eher peinlich, als wirklich überzeugend. Denn sie hat das riesige Hindernis einfach fallen gelassen und es war alles gut. Das war für mich die Entscheidung, danke aber nein danke. Die Autorin kommt mir nicht noch einmal in meinem Bücherregal.

Wenn Du also Hindernisse aufbaust, dann sollten sie zwar groß sein, aber eben nicht ZU groß. Denn wenn Du an dem Punkt angekommen bist, wo sie nun diese überwinden sollen und Du hast es übertrieben, kaufe ich Dir die große Liebe nicht ab. Hast Du es aber harmonisch gestaltet, dann bist Du nun an den Punkt gelangt, wo die Hindernisse überwunden werden können. Der äußere Konflikt ist überwunden, der Tag ist für alle gerettet, nun müssen Heldin und Held sich kriegen. Der letzte Punkt ist erreicht. Wenn das geschafft ist, dann darf ich als Leserin das Buch zufrieden zuklappen.

Überlege Dir also, wie die persönlichen Hindernisse überwunden werden können und was Deine Figuren sagen oder tun müssen, um das zu erreichen. Das kann ein Heiratsantrag sein, die Höhenangst überwinden oder was auch immer Deiner Heldin letztendlich zeigt, dass er der Richtige ist und die beiden füreinander bestimmt sind.

Konflikt und Lösung müssen zueinanderpassen. Das ist hier das Wichtigste. Wenn Dein Konflikt verlangt, dass die Figuren aktiv diesen lösen, dann reicht es nicht aus, wenn sie sich hinsetzen und reden. Und wenn Du noch schaffst, das wunderschön zu beschreiben, die Gefühle einfließen zu lassen, dann wird das eine schöne Schlussszene.

5. HEA – das Happily ever after

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben (und lieben) sie sich noch heute. Natürlich endet ein Liebesroman glücklich. Unsere Heldin muss nicht zwangsläufig den Helden bekommen. Es kann auch sein, dass sie für sich entscheidet, alleine zu leben und einen neuen Job anzunehmen. Aber sie muss auf alle Fälle mit ihrem Leben zufrieden sein. Dafür benötigt sie keinen Mann. Er ist aber das Sahnehäubchen in einem perfekten Leben. Frauen müssen keine Männer an ihrer Seite haben, um Ganz zu sein. Aber sie dürfen, das ist der Unterschied.

Kreiere also ein schönes Happy End für Deine Figuren und löse alle offenen Fragen auf. Nicht, dass am Ende noch eine Frage stehen bleibt und wir uns Fragen, was war denn da noch? Das macht kein Spaß. Ich schreibe aus Erfahrung.

In einem Liebesroman hatte die Autorin eine Frage in den Raum geworfen. Es ging darum, wie der Held an die Telefonnummer der Heldin gekommen ist. An sich eine unbedeutende Frage. Doch die Autorin hatte mehrere Kapitel darauf herumgeritten, dass ich es eben nun auch wissen wollte. Wie ist der Held an diese verdammte Telefonnummer gekommen. Und dann hat sie einfach diese Frage unter dem Tisch fallen lassen. Am Ende wusste weder die Heldin noch ich, wie der Held an die Nummer der Heldin gelangt ist. Und das frustriert mich. Es mag eine harmlose Sache sein, aber daran können sich einige regelrecht aufhängen.

Idealerweise schaffst Du nicht nur ein HEA für Deine Charaktere, indem sie am Ende glücklich sein dürfen. Schaff auch für Deine Leser*nnen ein HEA, indem Du keine Frage offen lässt und sie sich einfach gut fühlen. Den Roman habe ich vor etwa zwei Jahren gelesen. Und noch heute kreist diese Frage in meinem Kopf herum (obwohl die Geschichte selbst gut war).

Abschlussgedanken

Liebesromane können mit allen Beziehungsmöglichkeiten und Geschlechtern geschrieben werden. Hier findest Du einen möglichen Rahmen für Deine Geschichte. Deine Arbeit ist, diesen Rahmen mit einem wunderschönen Bild zu füllen, eben Deiner Geschichte. Dieses Bild malst Du natürlich nach Deinem Geschmack. Aber am Ende darf es gerne so faszinierend sein, dass ich davor stehen bleibe, um es mir ansehen zu wollen.

Daher, leg los, besorg Dir Deinen Rahmen und fang an zu malen.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Alles Liebe

Deine frau schreibseele

P.S. Erotik oder Sex kann zwar ein Teil der Geschichte sein, muss es aber nicht.